Otto au» Flensburg, 2. Schaer au- Gronau, 3. H. A. Heu« mag au- Hamburg. Ferner 16 Personen, darunter drei schwer, verletzt. Die sofort au» Celle und Uelzen herbei« gerufenen Aerzte legten den verletzten den ersten verband an und sorgten für die Ueberfühiuug nach Celle. Die Ursache de» Unfälle- hat noch nicht festgeftellt werden können urd wird die sofort eiogeleitete Untersuchung da- Wettere ergeben. Die entgleisten Wagen sperrten beide Hauptgeleise, jedoch war um 5 Uhr Morgen- da- westliche Gelei- wieder fahrbar und konnte der Bahnbetrieb zwischen Celle und Eschede etageletfig ausgenommen werden. Die Reisenden der sonstigen Züge fanden zum Thetl durch Umleitung der Züge, zum Theil durch Umsteigeu au der Unfallstelle möglichst schnelle Beförderung.
” Das gestrige große Radwettfahren, da- zweite, welches seit Bestehen der neuen Rennbahn au der Hardt von dem Curarortum veranstaltet worden, hatte sportlich einen schönen Verlauf. Hierzu trugen in erster Linie die große Zahl der Nennungen, sowie da- schöne Wetter bet. Hatte sich daS Publikum auch nicht so zahlreich eingefundeo, wie beim ersten Rennen, so waren doch die Tribüne wie die übrigen Plätze voll besetzt. Unter den Zuschauern bildeten die Freunde de- Sport- augenscheinlich da- wesentlichste Element, was auch erklärlich, da da- Rennen um die Meisterschaft von Hessen, ferner da-Militärfahreu, da- unsere- Wissen- zum ersten Male aus einer hessischen Rennbahn gefahren wurde, schon an sich da- Interesse der Sportskreise in Anspruch nahmen. Nach dem Corso, welcher im l/,3 Uhr durch die Hauptstraßen der Stadt seinen Weg nahm, begannen um Vs4 Uhr die Rennen. Dieselben hatten folgenden Verlauf: 1- Eröffnung-fahren über 2000 Meter für Herrenfahrer. 1. Preis rin silberner Pokal, gestiftet von den Herren Ehrenvorsitzenden- 2. Preis eine silberne Uhr mit Medaille- 3. Preis ein Bterservtce und eine Medaille. ES fanden drei Borläufe statt. Im Entscheidungsfahren war Erster Ludwig Opel-Rüsselsheim in 3 Mtn. 33 Sec.; Zweiter Max Link-Bornheim in 3 Min. 34 ©ec.; Dritter Albert Becker-Hofheim in 3 Mtn. 34*/5 See. — 2. Militär, fahren über 2000 Meter. 1. PretS ein silberner Pokal; 2. Preis ein silberner Becher; 3. PretS ein Album in Pracht- band. Erster war Unteroffizier der Reserve Kaufmann (2. Comp.) in 3 Min. 26t/6 See.; Zweiter Mu-ketier Nicolaus (4. Comp.) in 3 Mtn. 263/5 See.; Dritter Ge- freiter Schicketanz (3. Comp.) in 3 Mtn. 27 See. — 3. Hauptfahren für Berufsfahrer über 4000 Meter. 1. PretS 200 Mk., 2. Preis 100 Mk., 3. Preis 50 Mk. Die vorgesehenen Vorläufe unterblieben, da nicht alle Ge- meldeten am Start erschienen. Im EntscheidungSlauf war Erster Michael Herty-Klein-Steinheim in 7 Min 8 See.; Zweiter Heinrich Struth-Mainz in 7 Min. 8>/5 Sec.; Dritter Konrad Lautermann - Darmstadt in 7 Min. 8% Sec. — 4. Jugendfahren für Fahrer biß zu 15 Jahren, über 1200 Meter. Die von den „Wanderern" gestifteten Preise bestehen in 1. König, Literaturgeschichte in zwei Prachtbänden, 2. Prof. Dr. Kugler: Die Hohenzollern und das deutsche Vaterland, in einem Prachtband, 3. Volz, Wilhelm der Große, in einem Prachtband. Den 1. Preis erhielt Heinrich Dönges-Bockenheim (14 Jahre alt) in 2 Min. 57 Sec.; bto 2. Preis Fritz Preßler-Frankfurt (14 Jahre alt) in 3 Min. l9/s Sec.; den 3. Preis Adolf Duill-Gteßen (14 I. alt) in 3 Mtn. 8y5 Sec. — 5. Fahren um den Curatorium-Wanderpreis, für Herrenfahrer, über 4000 Meter. Die Borläufe fielen aus. 1. Preis, gestiftet von Mitgliedern des CuratoriumS der Rennbahn, ein echtsilberner Pokal (derselbe muß drei Mal von demselben Sieger gewonnen werden, bevor er in Eigenthum übergeht. Der Gewinner erhält jedeSmal eine Ehren-Urkunde und eine Medaille). Paul Albert-Bieberich in 7 Mtu. 44 Sec. 2. Preis (Medaille) Ludwig Opel-Rüsselsheim in 7 Min. 441/z Sec. 3. Preis (Medaille) Albert Becker-Hofheim in 7 Mtn. 442/, Sec. — 6. Mehrsitzer-Fahren mit Bor- gäbe für Herrenfahrer, 4000 Meter. 1. Preis zwei Wanduhren;
2. Preis zwei silberne Taschenuhren mit Radfahrer-Jnitialen; 3. Preis zwei Säulen mit antiken Büsten. Erste: Ludwig Opel-Rüsselsheim und Paul Albert-Biebrich in 5 Min. 142/5 Ser.; Zweite: Max Link-Frankfurt und Franz Rettig- Höchst in 5 Min. 15 Sec.; Dritte: Albert Becker-Hofhetm und Karl Pfeiffer-WormS in 5 Mtn. 17 Src. — 7. Mehr- fttzer-Fahren für Berufsfahrer über 4000 Meter. 1. Preis 100 Mk., 2. Preis 60 Mk., 3. Preis 30 Mk. Da nur drei Maschinen am Start erschienen, kamen nur zwei Preise zur Bertheilung. Erste: Heinrich Struth «Mainz und Michael Herty-Klein Steinheim in 6 Min. 46 Sec.; Zweite: W. Kteltng.Mannhetm und E. Dtrrheimer-Straßburg k J^n\461/5 Sec.; Dritte: HanS Edelmann-Mannhetm und Richard ®olff (Stettin in 6 Mtn. 47 Sec. — Wte zu erwarten, concentrtrte sich das Hauptinteresse auf da» . f2vnCf(Vft8fQ^rcn von Hessen über 50 Kilometer gleich 125 Runden. Dasselbe ist offen für Berufsfahrer, welche im Großherzogthum H:sien geboren sind oder ihren Wohnsitz seit mindestens seqs Monaten hier haben. Der «07 SEIItl Mcisttts»°slSs°h«r von Hlffrn für
1837 über 50 Kilometer, sowie einen Baarprei» von 200 Mk. und ein MeisterschastSdiplom, der Zweite 100 Mk. der dritte 50 Mk. in Baar. Am Start erschienen vier Fahrer, von denen der außer Concurrenz fahrende Max Link-Frank- furt das Rennen aufgab. Die Fahrer waren von Schritt- machern begleitet, diese, wie das Publikum, welches sich durch lebhafte Zurufe betheiligte, spornten die Kräfte der Fahrer aufs Höchste an. Als Erster passtrte nach 1 Stunde 10 Mtn 20 Sec. baß Band Michael Herty au« Klein-Steinhetm, bereits Meisterfahrer von Hessen, ihm folgte als Zweiter Kourad Lautermann au- Darmstadt in 1 Stunde 11 Mtn. 5 Sec.; Dritter war Hetnr. Struth au-Mainz in 1 Stunde 15 Mtn. 43 Sec. Dem Meisterschaftsfahrer, welcher von seinen Freunden auf den Schultern über die Bahn getragen wurde, wurde zunächst durch ein Mitglied der „Wanderer" ein Lorbeerkranz mtt Schleife überreicht. — Nach
] Beendigung der Rennen fand auf der Terrasse die Preis- vertheiluog statt; unmittelbar vor derselben richtete Herr Wilhelm Homberger im Namen de- CuratoriumS und in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des RadfahrvereinS „Die Wanderer" eine Ansprache an die Anwesenden, worin derselbe seinen Dank auSsprach Allen, welche ihre Sympathien dem Wettfahren entgegengebracht haben, so dem Ehren- präfidium, den Radfahrern für ihre rege Bethetltgung, der Gießener Bevölkerung für ihre Antheilnahme und sprach den Wunsch au-, bet späteren Veranstaltungen auf gleiches Entgegenkommen rechnen zu dürfen. Herr Homberger schloß seine Ansprache mit einem begeistert aufgenommenen dreifachen „All Heil" auf unseren erhabenen Kaiser und Seine Königliche
| Hoheit unseren allseitig verehrten Großherzog als Allerhöchste ! Protectoren unseres schönen RadfahrsporteS. Die darauf vorgenommene PreiSvertheilung war für die glücklichen Gewinner vielfach von stürmischen Ovationen begleitet und bestand außer den Geld- und öffentlich ausgestellt gewesenen Werthpreisen auS zwei prachtvollen Diplomen, von welchen das eine für den Meisterschaftsfahrer von Heffen, da- andere für den Sieger des von dem Curatortum gestifteten Wanderpreises bestimmt war. Die inzwischen arrangirte Illumination, welche glänzend gelungen war und in Verbindung mit der electrischen Beleuchtung einen feenhaften Eindruck hervorrief und die Terrasse tageshell erleuchtete, versammelte die große Mehrheit der Thetlnehmer bei Concert zu fröhlichem Treiben. Ein herrlicher Sommerabend, zu einem Gartenfest wie geschaffen, hielt Männlein und Weiblein beisammen, bis nach einem später abgebrannten, von Herrn Bichler arraugtrten Feuerwerk auch noch ein Tänzchen daS Ende der Festlichkeit verschönern half.
• • 3n einem Anfall von Geistesstörung durchschnitt sich gestern Nachmittag in seiner Wohnung am Afterweg der ledige Schuhmacher Kl. die Pulsader. Er hatte sich zuvor in seinem Zimmer eingeschloffen, fing dann laut zu schreien an, stellte fich an das offene Fenster und schnitt mit dem sogen. Schusterkneip angesichts des Publikums, daS fich inzwischen auf der Straße aogesammelt hatte, an seinem Arm herum. AlS der hinzugerufene Schutzmann die Thüre gewaltsam öffnen ließ, schwang fich der schwer verletzte auf die Fensterbrüstung, hielt sich mit einer Hand fest und hing fich zum Fenster hinaus. Er wurde dann mit großer Mühe wieder zum Fenster hereingeschafft, nothdürftig verbunden und In die Klinik gebracht.
* * Diebstahl. Einem fremden Radfahrer wurde gestern au- dem Ankleideraum auf dem Rennplatz, während er sich beim Rennen befand, der Inhalt seine- Portemonnaie- gestohlen.
• • Die alten Krieger der „hesfifchen Division- haben bekanntlich ein besondere- Interesse daran, daß gerade de- 18. August gedacht wird, wie die- ja auch aus der s. Zt. ganz Heffen umfassenden Jubelfeier in Darmstadt zur 25. Wiederkehr diese- Tage- hervorgeht. Es feierten deshalb auch dieses Jahr und zwar am gestrigen Sonntag die Mitglieder de-„Beteranenv ereinS" und der „Kriegerkameradschaft Gießen" in altgewohnter Weise den betreffenden Zeitabschnitt de- Feldzuges 1870/1 durch Kirch- gang und Schmückung der Kriegergräber auf dem Friedhöfe. Herr Pfarrer Dr. Naumann — der immerbereite Veteran — hielt die Gedächtnißansprache. In markigen, zu Herzen gehenden Worten schilderte Herr Pfarrer Dr. Naumann die ftattgefundenen Kämpfe und den dafür errungenen Sieges- preis — ein deutsches Vaterland —; betonte auch, daß das Gedenken der Tobten aus jener großen Zeit, die doch eine gewaltige Sprache redeten, eine heilige Pflicht der Nachwelt sei, und daß dem Beispiele der hier versammelten alten Krieger, welche heute besonders ihrer gefallenen Kameraden gedächten, in allen Schichten der Deutschen nachgefolgt werden möchte.
*♦ Prüfungen im Fiuanzfach. Zufolge Anordnung Großh. Ministeriums der Finanzen, Abthetlung für Steuerwesen, wird im November d. I. eine specielle Prüfung der zweiten Categorie im Finanzfach (§§ 8 und 11 der Verordnung vom 20. September 1853) durch daS Secretariat Großh. Ministeriums der Finanzen, Abtheiluug für Steuerwesen, vorgenommen werden. Diejenigen, welche sich dieser Prüfung unterziehen wollen, werden unter Bezugnahme auf § 30 der Instruction vom 3. Januar 1833 (Reg.-Bl. S. 19) und §1 der Verordnung vom 27. August 1881 (Reg. Bl. S. 119) aufgefordert, längsten- bis zum 13. September d. I. ihre Zulassungsgesuche unter Beobachtung der gesetzlichen Stempelvorschriften bei Großh. Ministerium der Finanzen, Abthetlung für Steuerwesen, etnzureichen und den Nachweis zu erbringen, daß fie am Tage des Beginns der Prüfung das 20. Leben-- jahr zurückgelegt haben werden.
" Patente und Gebrauchsmuster von im Großherzogthum lebenden Erfindern. Patent-Anmeldungen. Cl. 38. N. 3789. Vorrichtung zum Einstellen de- Fasse- für Reifenantreibmaschinen: C. A. Neubecker, Offenbach a. M. 10.6.96. — Cl. 40, R. 10721. Verfahren zur Verarbeitung von Legirungen, welche neben Silber und Blei Zink oder andere Metalle enthalten; Zus. z. Pat. 92022; Dr. Richard Rösel, Darmstadt, Kahlertstraße 13. 30. 11. 96. — Cl. 55,
G. 10563. Streifenschneid- und Umrollmaschine; 2. Zus. z. Pat. 75245; Gandenberger'sche Maschinenfabrik, Georg Goebel, Darmstadt. 13. 5. 96. — Patent-Ertheilungen. Cl. 65, 93909. Schiffsschraube mit freiem mittlerem Waffer- raume; C. Herzer, Mainz. 18. 6. 96. — Gebrauchs- muster. Eintragungen. Cl. 2, 78138. Knetmaschine, deren Flügel zwischen Laschen auf der Welle lösbar befestigt find. Johann Fey, Offenbach a. M. 14. 6. 97. F. 3615. — Cl. 15, 78143. Dreieckiger Satzrahmen für Winkel- und Schrägsatz; Rudhard'sche Gießerei, Offenbach a. M. 17. 6. 97. R- 4493. — Cl. 21, 78132. Duplex.Funkenindnctor, bestehend au- zwei nebeneinander angeordneten, von einander getrennten Eisenkernen mit gemeinschaftlicher Primärleitung; F. W. Senkbeil, Offenbach a. M. 10. 6. 97. S. 3512. — Cl. 26, 77996. Acetylenga-eutwickler, bei welchem das '
WafferzuführungSrohr zu den Carbidbehätteru durch ein Hebelwerk mit der Glocke m Verbindung steht; Karl ReuhS, Friedberg i. H. 11. 6. 97. R. 4470. — Cl. 33, 77932. Porte- monnaie mit Geldbehälter, welcher zwischen den Bügeln drehbar aufgehängt ist; Adolph Merzbach, Offenbach a. Main. 25. 5. 97. M. 5481. — Cl. 33, 78037. Ziehschloß für Geld- und andere Taschen mit Ausbuchtung des Obertheiles deS SchloffeS; Ludwig Krumm, Offenbach a. M. 14.6.97. K. 6893. — Cl. 72, 77981. Gewehr-Auflage, bestehend auS einer durch eine federnde Klammer an den Schaft angelenkten in einem Rohr teleskopisch verschiebbaren und arretir- baren Stange, die beim Nichtgebrauch von einer federnden Gabel festgehalteu wird; C. P. A. Schmidt, Gießen. 28. 1. 97. Sch. 5612.
• • Die Brigade-Manöver der hessischen Truppen finden am 26. und 27. August in Oberh essen zwischen Gießen und Friedberg statt. Die 49. Infanterie-Brigade steht unter Leitung deS Generalmajor- v. Fransecky und find derselben zugetheilt: die 4. E-cadron des Drag.«RegtS. Nr. 24, der Regimentsstab, die 1. und 3. Abthetlung (ohne 9. Batterie) des Feld-Art.-RegtS. Nr. 25 sowie eine Train-Abtheilung. — Die 50. Infanterie-Brigade steht unter Leitung des Generalmajors v. Bismarck. Derselben sind zugetheilt: der Regt- mentSstab, die Leib- und 3. E-cadron des Drag.-RegtS. Nr. 24, die zweite Abthetlung (ohne rettende Batterie) und 9. Batterie deS Feld Art.-Regt-. Nr. 25, 3. Compagnie Pionier-BataillonS Nr. 11 sowie eine Train-Abtheilung. — Die DiviftonS-Manöver, wobei fich zwei Parteien gegenüberstehen, finden vom 28. bis 31. August unter Leitung Seiner Excellenz des Geuerallieutenants v. Müller statt. Die Zusammensetzung vom 28. bis 31. August ist den „N. Hess. VolkSbl." zufolge folgende: DaS Nord-Corp» besteht aus der 49. Infanterie-Brigade nebst den zugetheilten Stäben und Truppen. DaS Nord-Corps trägt Helmüberzüge. Da» Süd-CorpS besteht auS der 50. Infanterie-Brigade nebst den zugetheilten Stäben und Truppen. Am 1. September findet DtvtfionS-Manöver gegen einen markirten Feind statt. Die Truppen des letzteren bestehen aus drei Bataillonen des Inf.- RegtS. Nr. 118, 3. EScadron deS Drag.-Regt». Nr. 23 und 3. Abtheiluug Feld-Art.-RegtS. Nr. 25.
* * Das Sparkasseuwesen hat nach einer eben erschienenen osficiellen Statistik in den letzten 20 Jahren in Hessen einen erfreulichen Aufschwung genommen. Während vor 20 Jahren in Heffen in den Sparkassen fich 50 Millionen Mark Einlagen befanden, beträgt jetzt die Summe 159 Mill. Mark und die Zahl der Einleger stieg von 92,000 auf 205,000. Am stärksten sind die Sparkasseneinlagen in Rheinhessen ze«" stiegen und zwar von Mk. 41.38 auf den Kopf der Bevölkerung auf Mk. 174 38; in Starkenburg betrug vor zwanzig Jahren der Betrag bereits Mk. 72.43 auf den Kopf der Bevölkerung und jetzt Mk. 173.54; in Oberhessen stieg er. von Mk. 48.59 auf Mk. 97.05 per Kopf der Bevölkerung^ Die Durchschnittseinlage in Hessen beträgt nunmehr Mark 153.81 Einlage per Kopf.
* * Wetterbericht. Central« und Süd-Europa find vom hohem Drucke bedeckt. Derselbe weist zwei Maxima auf, von denen das eine fich von Spanien in nordöstlicher Richtung bis zur deutschen Ostgrenze erstreckt, baß zweite über Südost. Europa lagert. Den Nordwesten beherrscht eine umfangreiche Depression, deren Centrum jedoch eine nordöstliche Bahn zu verfolgen scheint. Die Witterung-Verhältnisse in Süddeutschland haben zwar eine Besserung erfahren, indessen dürfte vorerst die Neigung zu localen Gewittern noch fort» bestehen. — Voraussichtliche Witterung: Bei wechselnder Bewölkung warmes Wetter; einzelne Gewitter jedoch nicht ausgeschlossen.
M. Bad-Nauheim. 16. August. In dem benachbarten Wisselsheim feierten am 15. August der langjährige Bürgermeister und Ortsgerichtsvorsteher Hofmann und seine Frau Marie Katharine, geb. Seng, das seltene Fest der goldenen Hochzeit.
4- Ans dem ev. Decanote Nidda. 15. August. Da» diesjährige Mission-fest wird nächsten Mittwoch in Ober- WidderSheim gefeiert und find hierfür schon die Vor- bereitungen soweit getroffen. In dem VormittagSgotteSdieuste wird Herr Pfarrer Schäfer au» Büdingen predigen; der Nachmittagsgottesdienst soll bei günstiger Witterung in einem schönen Districte de» nahen Walde» abgehalten werden; hier wird der berühmte Missionar Thumm au» Frankfurt al» Festprediger fungiren. Für guten einfachen MlttagStisch ä Couvert 1 Mark ist Seiten» de» Local-Ktrchenvorstande» ebenfalls gesorgt.
H. Nieder Breidenbach bei Romrod, 17. August. Heute früh 7 Uhr brannte die zum Theil mit Ernte gefüllte Scheune des Landwirth» Konrad Zulauf VI. nieder. Die Entstehung des Feuer» ist nicht aufgeklärt.
e «US Hamburg. 15. August, wird uns geschrieben: Von nah und fern waren gestern Nachmittag die Geschäftsfreunde der Firma A. Wasmuth L Co., sowie zahlreiche Vertreter der Hamburger und auswärtigen Presse erschienen, um der EinweihungSfeier der neuen Opal-Fabrik beizuwohnen. Unter fachkundiger Führung unternahmen die Erschienenen einen Rundgang durch die in vollem Betriebe fich befindende Fabrik, wobei die finnreich construirten Maschinen und Hilf»- mittel nicht minder die Bewunderung der Beschauer erregten, alS die in einem Sonderraum inscenirte Ausstellung von Placaten und Reclamebildern. Alsdann nahmen die Fest- theilnehmer den ihnen dargeboteveo kleinen Imbiß ein, wo- bei der Senior-Chef der Firma, Herr A. WaSmuth, eine Ansprache hielt. Es schlossen sich hieran einige Reinigungsversuche an beschmutzten Garderobestücken aller Art. Einige Herren hatten fich eigens zu diesem Zwecke Flecke präparirt, um dem Opal möglichst schwierige, ja scheinbar unüberwindliche Aufgaben zu stellen. Aber in allen Fällen erwie» fich


