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[n des practischku M Pfarrer in Stockhaustn, NN 1° 7 "
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geholte tobte Kind schonungslos dem Faffe den Boden ausschlägt und der Tugend zum Triumphe des letzten Aktes verhilft. Wie oft hat uns doch das tobte Kind ohne und besonders mit Musikbegleitung zu Thronen ge- rührt: „und der Pfeil auf der Sehn' traf noch beständig das Herz." Heiliger Schiller! — Es ist selbst- verständlich, daß ein so geschicktes, originelles, poetisches, gemüthvolleS Theaterstück freudig begeisterte Aufnahme fand; denn es wirkt veredelnd, die Macht eines, ober vielmehr eines halben Dutzenb tugenbhafter Beispiele zu sehen; unb wer kalt ober gar spöttisch barau vorübergeht, hat eS sich selbst zuzuschreiben. Der Leitung bcs Theatervereins bürste durch bte anerkennende Stimmung, die den gestrigen Abend durchzog, bet Weg gewiesen sein, auf bem sein Wetzen blüht; die Mehrheit hat immer Recht! — Die Darstellung burch die Mitglieder beS Wiesbadener Residenz-Theaters hielt ein Potte« Tempo unb munteren Ton ein. Die Hauptrollen be- fanben sich in guten Hänben, so baß ben Intentionen des Dichters burchaus Rechnung getragen würbe. Wir wollen -namentlich bte Leistungen beS Herrn Dr. Rauch, beS Herrn Adolf Jordan und beS Herrn Abolf Stiewe, sowie diejenige beS exotischen Frl. Valerie Schäffer in ihren für Gießen völlig überraschenden Costümen hervorheben, ohne iurch Verschweigung anderer Namen etwas gesagt haben zu wollen. Im Gegentheil: Herr Landrichter Theobald und Herr und Frau Professor Hartmann haben unS recht gut gefallen.
•• Turnerisches Am nächsten Sonntag den 21. Fed- ruar, Vormittags 10 Uhr, findet in Steins Saal der 65. Gauturutag des Gaues Hessen statt. Unter Anderem wird dort auch das Nähere über das in diesem Jahre in Biedenkopf stattfindende Gauturnfest festgesetzt werden.
Alarmirung bei Bränden. Um den mehrfach vor- -gekommenen Klagen über mangelhafte Alarmirung bei Bränden für die Folge vorzubeugen, haben die beiden htefigen freiwilligen Feuerwehren eine genaue Abgrenzung der Straßen, innerhalb welcher die Alarmirung im Einzelnen zu erfolgen hat, vorgenommen. Die letztere bleibt dieselbe wie seither — bei Bränden in der Stadt: Horn- und Trommelsignale; bei Bränden außerhalb: dumpfe Trommelschläge ohne Hornfignale. — Dabei wird bei Bränden außerhalb Gießens die Alarmirung der zur Löschhilfe verpflichteten Feuerwehrmannschaften lediglich im ersten Alarmbezirk (Stadt- inneres) erfolgen.
Der Bezirk Gießen der Kriegerkameradschaft tzasfia besteht nach dem neuesten Rapport aus 29 Vereinen in 28 Ortschaften. (Gießen zählt zwei Vereine.) Die Vereine haben im Ganzen 1616 active und 91 passive Mitglieder. AS entfallen hiervon Mitglieder (die gesondert angeführten kleinen Zahlen bedeuten bte Zahl der passiven unb Ehren Mitglieder der einzelnen Vereine) auf bte Vereine: 1) Al- bach 22; 2) Allendorf o. b. Lahn 37, i; 3) Allenborf a. d. 8da. 25, 2; 4) Alten Buseck 66; 5) Annerod 20; 6) BerS. rod 31, s; 7) Beuern 33, 4; 8) Burkhardsfelten 33; 9)
Daubringen 28; 10) Garbenteich 43, 5; 11) Gießen (Krie- flerverein) 270, 4; 12) Gießen (Veteranenverein) 136, 1; 13) Großen-Buseck 77, 5; 14) Grüningen 55, s; 15) Hausen 34, 1; 16) Heuchelheim 53; 17) Klein Linden 60, 9; 18) Leihgestern 40, 3; 19) Lollar 90, 23 ; 20) Londorf 27, 4; 21) Mainzlar 39; 22) Oppenrod 20; 23) Reiskirchen 50, 3; 24) Rödgen 32; 25) Ruttershausen 23; 26) Staufftnberg 36 1; 27) Steinbach 86, s; 28) Treis a. b. Lda. 32, 2; 29) Watzenborn Steinberg 118, s. DaS Copital-Verwögen bet Vereine im Bezirk beträgt zusammen 7348 Mk. 20 Pfg., deren Jnventarwerth 8286 Mk. Die beiden Vereine in Gießen verfügen zusammen über 3730 Mk. baareS Vermögen. Der Kriegerverein Gießen hat Im letzten Jahr 252 Mk., seit seinem Bestehen 7056 Mk. 49 Pfg., der Veteranenverein 150 Mk. resp. 681 Mk. an Unterstützung seinen Mitgliedern gezahlt. Im Ganzen haken die Vereine des Bezirk« 1283 Mk. 94 Pfg. im letzten Jahr für Unterstützung ihrer Mitglieder auSgegeben, während die gesammte Unterstützung sämmtlicher 29 Vereine des Bezirks seit ihrem Bestehen den Betrag von 22260 Mk. 55 Pfg. beträgt. WW7M^'- , «•-
Wetterbericht. DaS Depressionsgebiet, welches gestern den Nordosten Europas bedeckte, ist in das Innere von Rußland abgezogen und zeigt auf seiner Rückseite zumal über bet Nordhälfte beS ErdtheilS ber Luftbruck eine erhebliche Zunahme. Ein barometrisches Maximum erstreckt sich von ben britischen Inseln über baS Norbsee-Gebiet bis zur Ostsee mit zwei Kernen Über den britischen Inseln. In Central- Europa ist bte Luftbruck Vertheilung eine unregelmäßige unb war am Morgen über Südbeutschlanb eine von Westen nach Osten verlaufenbe Furche nieberen Druckes erkennbar, unter Deren Einfluß bte Witterung unbestänbig geblieben ist; die Nieberschläge bauern fort. Im Flachlande fielen bieselben als Regen, an ben Hochstationen als Schnee. Seit Dienstag ist im Alpen-Vorlande gleichfalls Schneefall eingetreten. Die Morgentemperaturen waren im Süden wenig verändert. Im Norden find dieselben gesunken. — Voraussichtliche Witterung: Zunächst etwas besseres, noch unbeständiges Wetter mit zeitweisen Niederschlägen.
♦♦ In der national socialen Versammlnug, die am 12. Februar in Stein« Saal abgehalten wurde, hat nicht, wie irr« thümlich berichtet, ein Herr Lenz, sondern Herr Glenz gesprochen. _____________
n. Nieder Florstadt, 13. Februar. Bei der gestrigen Verpachtung ber hiesigen Gemeinbejagb hatte eine Gesellschaft Frankfurter Herren mit 2550 Mk. baS letzte Gebot und erhielt den Zuschlag. Seither war Herr Baron von Löw hier Pächter und bezahlte für« Jahr 1505 Mk. Pacht. Die Gemeinbejagb vom benachbarten Ober-Florstabt würbe von berfelben Gesellschaft bei ber kürzlich stattgehabten Verpachtung für 920 Mk. übernommen, während sie früher 230 Mk. galt.
+ Büdingen, 12. Februar. Ein Wohlthätig keitS- Concert zum Besten unserer neu renovirten Stadtkirche
wird in derselben am nächsten Sonntag Nachmittag statt- finden, wozu ein reichhaltiges und schöne« Programm gewählt ist.
Darmstadt, 15. Februar. Da« Dcr'agsgeschaft de« verstorbenen Hofbuchhändlers Arnold Bergsträßer geht an die Firma Gebr. Kiöner in Stuttgart über. Da« Sor- tlment-geschäft verbleibt in Darmstadt.
Schiffsnachvichten.
Norddeutscher Lloyd, tn Gießen vertreten durch bte Agenten Earl Loos und I. M. Schulhof.
Bremen, 14. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Halle, Capttän E. Raetz, vom Nartdeutsch« Lloyd tn Bremen, tst gestern 3 Uhr Nachmittags wohlbehaltm ttt Baltimore angekommen.
Vermischtes.
* 18 Millionen geerbt — und wahnsinnig geworden. Die Genueser Blätter melden: Korporal B. G. von ber königlichen Marine, ber bem Kriegs ch'ffe „Sarbegna" zu- getheilt ist, wurde kürzlich zu seinem Vorgesetzten, dem Admiral Grafen Caudiani, berufen, der ihm im Austrage de« amerikanischen Consul« mittheilte, daß sein Onkel in Amerika gestorben sei unb ihn zum Universalerben seines Vermögens von 18 Millionen Lire eingesetzt habe. Obwohl ber Admiral diese Summe nicht uuf einmal, sondern schrittweise erwähnte, wurde ber Arme boch vor Freude wahnfinnig unb mußte sogleich in« Spital geschafft werben.
Citeratn* rrnd ICunft.
— Eine höchst willkommene Gabe für alle carnevaltstischen Veranstaltungen tst der jüngst im Verlag ber Hofmusikaltevhand- lung von G. Thies in Darmstadt erschienene EarnevalSmarsch mit humoristischen Text von Fritz Ketser. Ist der Marsch, der sowohl für Klavier al« auch für Orchester tn kleinster Besetzung leicht ausführbar tst, schon an und für sich durch seine frische Melodie und seinen markanten Rhytmus ein empfehlenswerthes Musikstück, so wird seine Wirkung noch erhöht durch die demselben beiliegenden Couplelverse, welche nie verfehlen, das Publikum in heiterste Stimmung zu verfitzen. — Wir glauben daher allen Veranstaltungen carnevaltsttfcher Unterhaltungen das kleine Merkchen bestens empfehlen zu können.
Vermehr, unb VolkswirthschafL-
Sießm, 16. Februar. Marktbericht. Auf dem heutiger Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0 85—1,00, Hühner eic pr.St. 7-8 4, 2 St. 00* Enteneier 0 H, 2 ©t iC* Gänfi- eier pr. St. 00—00 H, Käfe pr. St. 5—8 H, Käfematte pr. St. 3 X Erbsen pr. Liter 24 4, Linsen pr. Liter 28 4, Taub« pr. Paa X 0,80 btS 1,00, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr. Stück X 1,30—1,50, Enten pr. Stück X 1,60—1,80, Gänse pr. Pfunt X 0,48-0,54, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 60—66 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bis 66 4^, Schweine fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 70 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 50—54 4s, Hammelfleisch pr. Pfd. 50—65 Kartoffeln pr. 100 Kllo 5,00 bh 0,00 X, Weißkraut pr. Stück 0—00 4s, Zwiebeln pr. Centno X 4,00—0,00, Milch pr. Liter 16 4s.
BehördlicheAnzeigen
Oeffrniliche Aufforderung.
Ansprüche an die unten mit Hlur und Nummer bezeichneten, den beigemerkten Besitzern in den Grundbüchern zugeschriebenen Liegenschaften, die theils veräußert, theils überschrieben werden sollen, sind so g^wiß
binnen 4 Wochen vom Erscheinen in den Blättern gerechnet, dahier vorzubringen und zu begründen, als sonst die vorliegenden Verträge bestätigt, die Beschränkungen gelöscht und die Einträge in die Mu- tationsverzeichniffe verfügt werden.
I. Gemarkung Garbenteich.
Jacob Wallbott X. und Ehefrau, geb. Wallbott zu Garbenteich: Flur VI. Nr. 143.
II. Gemarkung Gießen.
Peter Ruckstuhl und Ehefrau, geb. Herd zu Gießen: Flur XXXIII. Nr. 93.
HI. Gemarkung Klein-Linden.
JoHs. Acker Ehefrau zu Reiskirchen: Flur VI. Nr. 46,3.
IV. Gemarkung Lollar.
Ludwig Groß er st er und Ehefirau Katharine, geb. Moos zu Lollar: Flur V. Nr. 185‘/2, 186.
V. Gemarkung Daubringen.
PhilippFreyzuLollar: FlurII. Rr. 570.
VI. Gemarkung Wiefeck.
Johannes Schön zu Lollar: Flur XI. Nr. 154.
Gießen, den 8. Februar 1897.
Großherzogliches Amtsgericht.
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