Ausgabe 
17.1.1897 Drittes Blatt
 
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geben müssen. Sie wohnen in primitiven Lehmkaten, in denen der hölzerne Fußboden durch einen au- Vermischung von Kuhdünger mit Erde und Wafler hergestellten Estrich ersetzt wird. Den Dünger gewinnt man in genügender Menge in den Biehkraalen, den Umzäunungen, innerhalb deren die nach Tausenden zählenden Heerden der Schafe, Rinder und Ziegen die Nacht über zu ruhen Pflegen, da man in Südafrika keine Btehstallungen kennt. Hier sticht man den Mist mit dem Spaten zu viereckigen Stücken aus, die man an der Sonne trocknen läßt. Sie erhalten dadurch eine torfähnliche Beschaffenheit und entsprechende Heizkraft. So lange eS an CommunicationSmitteln fehlt, um die in ein­zelnen Diftricten der Capcolonte und der Orangerepublik sich findenden Steinkohlen überall hin zu versenden, so lange ist die Eulturfähigkeit Südafrikas nur auf diesen Heizstoff der Noth gegründet.

Ein andere- originelles Brennmaterial, das in unseren Petroleumkochöfen eine Nachahmung gefunden hat, führt uns die Stadt der heiligen Feuer, das berühmte Baku am kas» ptschen Meere vor. Da liegt ungefähr eine Stunde von einer der reinsten Naphtaquellen entfernt ein besonders merk-, würdiger Ort. Sobald man sich ihm nähert, empfindet mau einen starken Schwefelgeruch und sieht inmitten des Ortes eine dicke, gelbblaue Feuerflamme aufstetgen, die NachtS über doppelt so groß erscheint. In respektvoller Entfernung davon haben die Gueben, die Feueranbeter find, sich kleine Steinhäuser errichtet. Der von den Mauern um- schlossen? Fußboden ist mit fetter Lehmerde belegt, damit die Flammen des höchst entzündbaren BergölS nicht durchbrechen.

An einigen Stellen nur hat der Herr Hausbesitzer Löcher tu dem Lehmboden gelassen. Wer sich nun gern einmal eine Speise oder eine Tafle Kaffee kochen möchte, hält ein brennendes Licht über eine solche Oeffnung und so­gleich entsteht eine dienstwillige Flamme. Je kleiner daS Loch, mit desto größerer Heftigkeit bricht die Flamme hervor. Bet einer Oeffnung von fünf Centimetern erreicht sie die Höhe eines Meters. Bedarf man der Flamme nicht mehr, so wird daS Loch zugedeckt. Die Leinweber benutzen das

unterirdische Feuer, das von allem Brennmaterial der Erde das einfachste und billigste ist, zur Beleuchtung ihres Web- stuhleS, indem sie rings um ihn lange Schilfrohre, die in* und auswendig mit Lehm verpicht find, in die Fußboden- löcher stecken und den zur oberen Oeffaung des Rohre- herauSbrecheuden Dunststrom anzüuden. Auf dieselbe Weise erleuchten auch die andern Bewohner deS Ortes ihre Wohnungen.

In China erfreut man fich in einer Landschaft eines ähnlichen eigenartigen Brennmaterials in derselben kosten­losen und bequemen Weise. Dort find die artesischen oder richtiger Bohrbrunnen schon längst einheimisch gewesen, ehe mau bei unS nur eine Ahnung davon hatte. Im Bezirke von On-Ton-Kta- befinden fich gegen zehntausend solcher künstlichen Bohrbruunen auf einem Raume von ungefähr vierzig Quadratmeilen. Sie find zur Auffindung von Salz- Wasser angelegt, geben aber außer der Soole noch das brennbare Wasserstoffgas. Einige liefern aber gar kein Salzwafler, sondern nur brennbare Luft. Die werden Feuer­brunnen genannt. Ihre Oeffnungen verschließt man mit Bambusrohren und zündet dann das oben ausströmende GaS an, daS beständig mit bläulicher, fingerhoher Flamme brennt.

Vier ähnliche Brunnen, die früher Salzwaffer lieferten, jetzt aber nur GaS, besitzt das Thal von Tschelikon-Tsing. Den einen hatte man bis 1000 Meter Tiefe gebohrt, um die Soole wiederzufiuden. Aber umsonst. Doch plötzlich drang eine ungeheure Luftsaure hervor, die fich in zahllose schwärzliche Theilchen auflöste. Sie glich dem Drucke eines glühenden Ofens und entwich mit einem stundenweit ver­nehmbaren Brausen. AuS Furcht, daS GaS möchte fich ent­zünden, verschloß man die Oeffaung mit einem behauenen Steine von 3 bis 4 Metern Dicke.

Im August 1817 entzündete es fich aber doch, und nun machte man den ausgiebigsten Gebrauch davon. Durch vier mächtig große Bambusrohre wird die heiße Luft unter 300 Salzsiedepfannen geleitet. DaS übrige GaS benutzt man, um die Straßen, Hallen und Werkstätten zu erleuchten.

Und, weil man noch nicht alle- Gas aufbrauchen kann, leitet man den Ueberschuß über die Umgebung der Saline durch eine Röhre hinaus. Die Bodenflächr deS Hofes ist so heiß, daß selbst im Winter die Arbeiter halbnackt gehen. Arme graben dort im Winter, um sich zu erwärmen, ungefähr fußüefe Löcher in den Sand, setzen sich daneben und zünden daS Gas mit brennendem Stroh an. Unwillkürlich erinnern uns diese Schilderungen an unsere modernen Garkochöfen.

Am allerbequemsten auf der Welt hat die Natur aber mit dem Brennstoff den Maoris auf Neuseeland im Gebiet der sogenannten heißen Seen gemacht. Die brauchen gar kein Heizmaterial, da die Natur selbst für fie kocht und wäscht, reinigt und heizt. Da- Dorf Ohiuemutu bildet den Mittelpunkt jenes vulkanischen Seengebiets. Und die heißen Quellen entspringen in diesem Dorfe selbst schon so massen­haft, daß man vorsichtig dahingehev muß, wenn man fich nicht verbrühen will.

Die Frauen der Eingeborenen benutzen diese Frei­giebigkeit der Natur in jeder Weise. Für ihren Lebens­unterhalt haben sie nichts weiter zu thun, als Kartoffeln und ihr Liedling-thier, das Schwein, zu ziehen Der warme Erdboden läßt wie ein Mistbeet allerlei Gemüse üppig gedeihen. Rauchend, plätschernd und plaudernd liegt ein Hausen Menschen stundenlang in einem natürlichen Badebaifin tn dem leicht dampfenden Wasser. Ja einer benachbarten Quellenöffaung, aus der fich der Dampf zischend und un­willig zwängt, kocht während de- Bade- in Bilfensäcken das Fleisch ihres Mittagsmahles, in einer dritten Fische und Kartoffeln. Und fleißige Weiber, die daS Alles abwarten, lassen dabei auch noch in einem anderen brodelnden Loche das siedende Wasser über die Wäsche strömen, die gereinigt werden soll. Auch am Rande des nahen, zauberhaft farben­prächtigen See- Rotomahana entspringen einige heiße Quellen. Und so werden auf der einen Sette de« SeeS die Fische in derselben Wasserfläche gekocht, in der fie auf der andern Seite gefangen werden. Noch gemächlicher kann eS höchsten- im Schlaraffenlonde hergehen.

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ßy .Zu haben in allen besseren einschlägigen Geschäften.

Johannes Michel von Treis a. Lda., welcher verstandesschwach ist, hat in der Person des Philipp Ameud IV. von Treis a. Lda. einen Curator beigegeben erhalten. Rechtsgeschäfte mit jenem können da­her giltig nur durch diesen abge­schlossen werden.

Gießen, den 13. Januar 1897.

Großherzogliches Amtsgericht.

Weiffenbach. 673

Samstag den 13. Februar 1897,

Nachmittags 2 Uhr,

soll die hiesige Feldjagd mit einigen zugrhörenden Privatwäidchen auf hie­siger Bürgermeisterei auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. Pacht- bedingungen werden im Termin be­kannt gemacht.

Burkhardsfelden, 15. Januar 1897. Gr. Bürgermeisterei Burkhardsfelden.

Hoffmann. 670

Wem-Verpachtung.

Die dem Fürstlichen Hause Solms- Hohensolms Lich in den Gemarkungei' Münster, Oberbessingen und Mühl sachsen zustehende Fischerei in der Wetter soll nächsten Montag den 18. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr. in der Geschäftsstube unserer Rem ei zu Lich in zwei Abtheilungen:

1. Abtheilung von dem unmittelbar oberhalb der SteineSmühle über die Welter führenden Steg an abwärts bis zur Wctterbrücke bei dem Ort Oberbesstngen incL des Mühlgrabens der Papier- mühle;

2. Abtheilung von der Oberbessinge ner Wetterbrücke an abwärts bis zu dem Punkt unmittelbar unter­halb des Hofes Mühlsachsen, wo die Welter mit beiden Ufern in die Gemarkung Niederbesstng n eintritt,

event. auch im Ganzen auf 6 Jahre an den Meistbietenden öffentlich ver pachtet werden.

Bemerkt wird, daß im vorigen Jahre in diesem und in dem daran, schließenden Ettingshäuser Fischwasser zusammen ca. 4000 Stück der der Forelle gleichwerthigen Bachsaibling­brut ausgesetzt worden find. 667

Lich, den 14. Januar 1897.

Fürstlich Solmßsche RkutKammr.

dieses Blattes erbeten.

656

680

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Schwarz.

678

Roth.

668

die Expedition b- BI.

672

Versteigerungen.

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Der Anfang ist im District Höhlerkopf.

Garbenteich, den 15. Januar 1897.

Großh. Bürgermeisterei Garbenteich.

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Donnerstag den 21. Januar 1897 soll in dem Markwald und Gemeindewald zu Bettenbausen, an. fangend 91/» Uhr beim Pflanzgarten, nachoerzeichnetes Holz versteigert werden:

Montag den iS. b. Mts

stehen

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Freitag den 22. Januar soll das Brennholz versteigert werden:

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12 Eichen-

Großherzogliche Bürgermeisterei Hausen. Müller.

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Klefernstämme, 2964 cm Dchm. 512 m Länge ---- 32,38 fm haltend,

Fichttnstangkn 8 11 cm Dchm., 1214 m Länge 31,99 fm haltend,

Reisslängen, 3 fm, Hainbuchenstämme, 2,31 fm haltend.

Uichhch-Utrllkigkrullg im Gemeindewald Oberkleen Freitag, den 22. d. Mts. beginn Vormittags 10 Uhr, District Schaalsberg. Eichen: 4 Stämme 2 El. 5,76 fm, 93 3. GL = 51,32 fm, 9 4. Cl. = 2,20 fm;

Nadel: 57 Stämme 3. und 4. Cl. 17,06 fm; 13 Stangen und 89 rm Nutzholz.

Gr.-Rechtenback, 15. Januar 1897. 679 Das Bürgermeister Amt.

Pferdeknecht

gesucht. Cdr. vaudsch 1. 700

Bemerkt wird, daß das Stamm-, Stangen- und Nutzholz zuerst zur Versteigerung kommt.

Die Zusammenkunft ist im Heeg­wald, an der Straße nach Alten Buseck.

Wieseck, am 15. Januar 1897.

Großh. Bürgermeisterei Wieseck.

Sommerlad. 669

Holzversteigerungen

tn den

iDfllbnngrn der Gemeinde MM.

Freitag den 22. Januar 1897, Vormittags 10 Uhr be­ginnend, sollen in den hiesigen Ge­meindewaldungen, Districten Essigpfad, Kocnberg und Heegwald versteigert werden:

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Hausen pro 1897/98 liegt vom 18. ds. Mts. an acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf dem Bürgermeisterei-Büreau dahier offen.

Hausen, den 15. Januar 1897.

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Ein für den Militärdienst nicht mehr brauchbares Offizier-Pferd kommt am 18. d. Mts., Vor­mittags 10 Uhr, auf dem Hofe der neun Caserne meistbietend gegen baare Zahlung zum Verkauf. 654 Mat. Regt Mer Wilhelm Ur. Utz.

Holzversteigerung.

Donnerstag den 21. Januar d. I., von Bo» mittags 10 Uhr an, soll im Garbenteicher Gemeindewald, District Höhlerkopf, Johanneshölzchen und Markwald nachoerzeichnetes Hol; versteigert werden:

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