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irlae und Expedition.
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Mr. 243
Dct #te|e*er Aozeiger «scheint täglich, mit LuSnahmr des Montags.
Die Gießener AsmicieodtLIter werben dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.
Erstes Blatt Samstag den 16. October
Gießener Anzeig er
Kenerat-Wnzeiger.
1897
vierteljährig «e ASsnuementspretsg 2 »ar! 20 ^g. mH vringerla^t. Durch die Poft bezog«, 2 Mar! 50 Psg.
Nedaetion, Expedition nnd Drurter«:
-chntßratzeAr.^
Kernfprecher 61.
Aints- und Anzeigeblcrtt für den Ureis Giefzen.
Hratisöeitage; Hießmer Aamilienölatter
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Lag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr.
Alle Aimoncen-Bureaox des In- und Auslandes nehm« I Anzeigen für den .Gießener Anzeiger- entgeh«.
Anrtlichan Theü.
Bekanntmachung.
An die Abhaltung der auf den 19. Oktober d. I. tu Braunfels und auf den 20. Oktober d. I. in Wetzlar anstehenden Biehmärkte werden zur Verhütung der Verschleppung der Maul- und Klauenseuche folgende Bediuguogen geknüpft:
1. Für den Auf- und Abtrieb der Thiere ist je eine bestimmte Stelle zu schaffen. Die Benutzung anderer Stellen für den Auf- und Abtrieb, ebenso da- Handeln mit Vieh außerhalb de- Marktplatzes ist verboten.
Der Auftrieb beginnt tu Braunfels um 9 Uhr und in Wetzlar um 81/» Uhr Vormittags.
2. Auf den Markt dürfen nur Thiere aus seuchefreteo Orten, deren Führer mit gültigen behördlichen ArspruugSzeugutffen versehen find, ausgetrieben werden, Thiere von Händlern aber nur dann, wenn in jenen UrsprungSzeugntffen weiter bescheinigt ist, daß die Thiere fich die letzten fiebeu Tage in unverseuchtem Zustand in seuchesreten Orten befunden haben.
Im Uebrtgen gilt für die Einführung von Händlervieh in de« Kreis Wetzlar die in Nr. 109 des Wetzlarer Anzeigers vom 11. Mai 1897 veröffentlichte polizeiliche Anordnung des Herrn RegieruugS- Präfidenten zu Cobleuz vom 13. April 1897.
3. Aus dem Großherzogthum Hessen dürfen Rindvieh, Schweine und Schafe nicht aufgetrieben werden.
4. Bet dem Auftrieb der Thiere hat der Etgeuthümer oder Führer dem anwesenden Polizetbeamten das unter Nr. 2 erwähnte UrspruugSzeugniß vorzuzeigen.
Außer von der Controle der Ursprungszeugnisse ist der Auftrieb von der vorherigen Besichtigung und Richtbeanstandung der Thiere durch den Kreis- thierarzt abhängig.
Wetzlar, den 12. Oktober 1897.
Der Königliche Landrath.
Die Politik Rudirris.
Die letzten Ereignisse in Italien nehmen das allgemeine Interesse noch derart in Anspruch, daß eS geboten erscheint, noch einmal darauf zurückzukommen, umsomehr, als Rudtut Jetzt Gelegenheit genommen hat, über seine Erlasse an die 'Präfekten Aufklärung zu geben und den wesentlichen Inhalt Ser Verfügungen zu veröffentlichen. Wir haben schon darauf hingewieseo, daß Rudini seiue Politik gegenüber dem Vatikan vollständig geändert hat, daß ihm das System deS Entgegen- kommens anscheinend leid geworden ist und er fich plötzlich einer fast rigorosen Strenge gegen die klerikalen Vereinigungen delleihigr. Bisher war über den Charakter der von ihm an bie Präfekten erlaffeueu Rundschreiben nichts Näheres bekannt, letzt aber weiß man, daß es fich um nicht weniger als fünf derartige Erlaffe handelt, von denen immer einer mehr als der andere heftige Satten gegen die Cleriealen aufzteht. Er handelt fich darum, Vie politische Thätigkeit derselben zu verhindern, soweit fie nach Ansicht der Behörden den Staats- interessen zuwtderlaufen. Daß die Begriffe hierüber auch in Italien sehr unbestimmt und jedenfalls sehr dehnbar sind, ist selbstverständlich, und so machen denn die Behörden von der ihnen übertragenen diScretiooären Gewalt einen ausgiebigen Gebrauch, was erst jetzt wieder aus dem Verbot der für Freitag geplanten großen katholischen Volksversammlung der Provinz Preveso klar hervorgeht. Ob freilich alle diese Schritte eine nachhaltige Wirkung haben werden, erscheint recht zweifelhaft, da die Cleriealen daS Verbot zu umgehen wissen werden. Außerdem geht eS in Italien mehr als anderwärts nach dem Sprüchwort: „Neue Besen kehren gut/ vorläufig zeigt die Polizei noch großen Eifer, den Aoord- auugen RudtntS nachzukommen, aber lange wird derselbe nicht anhalten, umsomehr alS die Cleriealen großen Einfluß haben und denselben tmmer wehr benutzen werden, um die Rudini- schen Erlaffe unwirksam zu machen. DteS kann um so leichter cintreten, als durchaus nicht das ganze Cabiuet mit dem Boraehen des Ministerpräfidenteu einverstanden ist, daß vielmehr einzelne Mitglieder mehr oder weutger offen sür die Cleriealen eiutreten. OffictöS wird freilich der Riß, welcher in der Linigkeit der Minister entstanden ist, abgeleugnet, aber ein- geweihte Kreise wollen doch wissen, daß Italien vor einer LabtnetSkrifiS steht. Abgesehen von dem Hasse der Clertcaleo, welchen fich Rudini zugezogen hat, erregt auch die Maßregel der neuen Steuerveranlagung großen Unwillen, insbesondere seitdem bekannt geworden, daß nach den neuen Grundsätzen
über 100 Millionen Lire mehr vereinuahmt find, als in dem entsprechenden Zeitraum deS Vorjahres. Man folgert daraus, daß die jetzigen Principien der Veranlagung eine ganz un- nöthige Härte bedeuten. Ob Rudini selbst am Ruder bleiben wird, läßt fich jetzt noch nicht sagen- vielleicht wird er nur daS Cabiuet reconstruireu. Unb wenn der Marchese wirklich ginge, so hätte Italien nicht allzuviel verloren, vorausgesetzt, daß ein würdiger Nachfolger gefunden wird. Italien hat augenblicklich einen fühlbaren Mangel au ganzen Männern, denn auf Crispi wird wohl kaum wieder zurückgegriffen werden.
Daß die auswärtige Politik RudtniS der erforderlichen Festigkeit entbehrt, haben wir schon wiederholt erwähnt. Zugegeben muß freilich werden, daß er unter recht schwierigen Umständen die Zügel der Regierung übernahm- er mußte die Crispt'sche Politik verlassen und neue Wege etnschlagen. Die erhthräische Frage war noch unerledigt und die Finanzen Italiens ließen sehr zu wünschen übrig, so daß eine kräftige Hand erforderlich war, um eine glückliche Regelung der Dinge herbeizuführev, besonders da es auch galt, den Widerstand deS Königs gegen eine friedliche Lösung der afrikanischen Angelegenheit zu bekämpfen. In dieser Hiuficht kann Italien vielleicht seinem jetzigen Minifterpräfideoten Dank wissen, daß er mit aller Entschiedenheit lieber für ein vollständiges Auf- geben der erhthräische« Provinz eintrat, als sür die Fortsetzung einer Afrikapolitik, welche dem Lande keinen Nutzen brachte, sondern ihm bisher nur schwere Opfer auferlegt hatte.
Wenn wir vorhin sagten, Rudini sei in seiner auswärtigen Politik nicht entschieden genug, so haben wir dabei hauptsächlich daS Berhälrniß Italiens zu Frankreich im Auge, mit welch' letzterem Rudini gerne liebäugelt. Er erweckt damit an der Seine nur Hoffnungen, welche doch nicht in Erfüllung gehen können, da Italiens Interessen ein Zusammengehen mit dem Dreibünde bedingen. Darauf allein müßte die Politik seines ersten Staatsmanns voll und ganz gerichtet sein. (xx)
Deutsche» Reich»
Darmstadt, 14. Oktober. Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich, Ihre Königlichen Hoheiten die Prinzessin Heinrich von Preußen und die Erbprinzessin von Sach seu-Metuingeu, sowie S. H. der Prinz und I. K. H. die Prinzessin Friedrich Carl von Hessen trafen heute Mittag 121/* Uhr zum Besuch der Allerhöchsten Herrschaften hier ein und wurden am Bahvhofe der Main- Neckar-Bahn von Ihre« Majestäten dem Kaiser und der Kaiserin von Rußland, sowie Ihren König!. Hoheiten dem Großherzog und der Großherzogin empfangen. Die Allerhöchsten Herrschaften fuhren in drei offenen Wagen, in deren erstem JI. MM. die Kaiserin Friedrich, Kaiser Nikolaus und Kaiserin Alexandra und S. H. Prinz Friedrich Carl, im zweiten II. KK. HH. die Großherzogin, die Erb- prinzesfin von Sachsen-Meiningen und die Priuzesfin Friedrich Carl, im dritten II. KK. HH. der Großherzog und die Prinzesfin Heinrich Platz genommen hatten, nach dem Neuen Palais, wo Familientasel stattsand. Die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften, in deren Gefolge fich die Hofdame Fräulein Faber du Faur und Oberhofmetster Graf Seckeu- dorff befinden, gedenken Nachmittags 4 Uhr 19 Mtn. nach FrtedrichShof zurückzukehren. — Seine Majestät der Kaiser von Rußland erlegten auf der heute Vormittag im Kranich- steiner Park stattgehabten Pirschfahrt fünf starke Hirsche, und zwar: 3 Sechzehneuder, 1 Zwölfender und 1 Achtender.
WolffS telegraphisches Correfponbenz-Bnreau.
Posen, 14.Oktober. Die Jubelseter des 125jähr. Bestehens des Grenadier-Regiments Gras Kleist v. Nollen- dorf (1. westpreußtiches) Nr. 6 findet heute unter reger 8c« theiltgung der Bevölkerung statt. Biele frühere Regiments- angehörige find hierzu eingetroffen, darunter eine große Anzahl Veteranen aus den letzten Kriegen.
München, 14. Oktober. Nach dreitägiger Debatte «ahm die Abgeordnetenkammer den Antrag Steininger an, wonach die StaatSregieruug bet dem BundeSrath erwirken soll, daß ausländisches Schlachtvieh au der Grenze mindesten» einer zehntägigen veterinär-polizeilichen Beobachtung und am Bestimmungsorte einer nochmaligen thier- ärztlichen Controle unterzogen werden soll und ferner die Transporteure gründlich deSinficirt werden sollen. Außerdem wurde der Theil deS Antrages Dr. Ratzingers angenommen, nach welchem die Einfuhr bereits geschlachteten BteheS ver
boten werden soll. Alle wettergehenden Anträge wurde« abgelehnt.
München, 14. Oktober. In Throl ist ein Herr aus München ab gestürzt und war todtgeblteben.
Stadtilm, 14. Oktober. Das im 13. Jahrhundert erbaute, früher als Ctsteretenser-Kloster dienende Schloß ist in der vergangenen Nacht vollständig viedergebrannt.
Bien, 14. Oktober. Ein gemischter Zug fuhr bei der Einfahrt in die Station Grußbach der StaatSeisenbahn bet starkem Nebel infolge UntauglichwerdenS einer Distanz- scheibe gegen eine Lokomotive. Die Lokomotive deS Zuges wurde dabei unbedeutend beschädigt. Zwei Reisende et litten leichte Contufionen.
Zürich, 14. Oktober. Der Professor der kriegSwissen- schaftlichen Abtheilung am hiefigeu Polytechnikum, Oberst a. D. Rothpl etz, ist gestorben.
Basel, 14. Oktober. Im Großen Rath ist ein Antrag aus Gründung einer schweizerische« Kunstakademie in Basel etngebracht worden.
Rom, 14. Oktober. Nach der durch die Herbstferien veranlaßten Pause in den großen Empfängen wurden heute zum ersten Male wieder 500 Personen, darunter 160 irische Pilger, zur Theiluahme au der vom Papste in der Sixtinischen Capelle gelesenen Messe zugelaffen. Die Pilger defilirten daraus vor dem Papste, dessen Befiuden ausgezeichnet ist. Beim Vrrlasieu der Capelle wurde der Papst auf das Lebhafteste begrüßt.
Pari», 14.Oktober. DerPublieist Edward Simon, Senior der Pariser Presse, ein geborener Deutscher, ist gestorben.
Madrid, 14. Oktober. 5000 Mann Verstärkungen gehen vor Ende des Monats nach Cuba ab.
Athen, 14. Oktober. Die Bevollmächtigten für die endgiltigeu Friedensverhandlungen begaben fich an Bord der „Ionia" nach Konstantinopel.
Depeschen deS Bure« »Herold.-
Berlin, 14. Oktober. Unter dem Borfitz des Kaisers fand heute Vormittag 11 Uhr im Neuen Palais bei Potsdam eine Sitzung des KrourathS statt, zu welcher auch die Staatssekretäre der ReichSämter hinzugezogeu waren.
Berlin, 14. Oktober. Der „National-Zeitung" zufolge liegt die Bermuthung nahe, daß in dem heutigen Kronrath mit einer Erörterung der Gefammtheit der politischen Fragen der Anfang gemacht worden ist. Zu diesen gehört in erster Reihe auch — vermöge der Bedeutung, welche fie sür daS Verbleiben deS Fürsten Hohenlohe an der Spitze der Regierung hat — die Reform des Militär-Strafoerfahren-.
Berlin, 14. Oktober. Wie die „National-Zeitung" erfährt, entbehrt die Abberufung des commaudireuden Admirals v. Knorr jeder politischen Bedeutung. Derselbe kehrt nach Beendigung seines vierwöchentlichen Urlaubs znr Wiederaufnahme des CommandoS nach Berlin zurück. Der Chef deS Stabes des Oberkommandos, Contre-Admiral Barandou, konnte mit der Vertretung deS Admirals v. Knorr nicht beauftragt werden, weil er dem Range nach dem Chef der Marine-Station der Nord- und Ostsee uachsteht. ES sei daher naturgemäß gewesen, daß der rangälteste Admiral, der Chef der Martue.Statiou der Ostsee, Köster, die Der- tretung übernahm.
Berlin, 14. Oktober. Der ReichS-Commiffar für die Pariser Weltausstellung, Geheimrath Dr. Richter, ist aus Paris zurückgekehrt, wo eS ihm, wie die „Post" meldet, geglückt ist, eine Erweiterung des dem Deutschen Reiche ursprünglich bewilligten Platzes in einer Reihe von Abtheil- ungen zu fichern. Als weiteres erfreuliches Resultat de- BesuchS des ReichS-CommiffarS iu Part- ist zu verzeichnen, daß Deutschland von den französischen Ausstellungsbehörden als meistbegünstigte Nation behandelt wird. Geheimrath Dr. Richter ist auch diesmal au der Seine mit äußerster Zuvorkommenheit behandelt worden.
Berlin, 14. Oktober. Minister Dr. Bötticher ist jetzt soweit wiederhergestellt, daß er gestern das Hospital verlassen konnte, um seine Prtvatwohuung zu beziehe«.
Berlin, 14. Oktober. Die Nationalsocialeu stellen für die kommende« ReichStagSwahleu für Leipzig Professor Sohm als Cavdidateo auf. Im Kreise Marburg, den Dr. Böcke! im Reichstage vertritt, aber ein Mandat nicht wieder aunehme« wird, candidirt der frühere Redactenr der „Zeit", RegierungSaffessor a. D. v. Gerlach, während Pfarrer Naumann im Kreise Jena als Caudidat ausgestellt werden soll.
Danzi-, 14.Oktober. Die hiesige BerustetudrechSler- Innung beschloß, wegen der Haltung de- Inhaber- der


