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nach
Rhriaheffen versetzt. Auf die Persou unseres künftigen DrcaaS ist man allseitig gespannt. — DaS von bem bischöflichen Orbinariat Mainz kürzlich an bie unterstellten Priester erlassene Verbot brs Rabfahren- hat bei ben Laubgeist- licheu, bie weniger günstige ober keine Bahnverbindung nach ihren Filialorten haben, unliebsame Ueberraschuug hervor- gernfrn unb hofft man auf eine entsprechende Milderung diese- Erlaffer.
Grünberg, 13. September. DaS was die 37. Wander- Versammlung des oberhessischen Bienenzüchter- v er eins zu werden versprach, hat sich erfüllt — trotz des ungünstigen Wetters, das sich erst heute Mittag aufhellte, nahm dieselbe den schönsten und besten Verlauf. Bereits die Eröffnungsfeier vollzog sich am gestrigen Tage unter zahlreicher Betheiligung und auch zum heutigen Hauptfefttage toorcn aus Nah und Fern di-. Imker von Oberheffen herbei- gee'lr, um die geschäftlichen Angelegenheiten des Vereins zu erledigen, Nützliches aus den gebotenen Vorträgen zu hören und zu lernen, und ihnen gesellte sich auS der Einwohnerschaft Grünbergs ein erfreulich zahlreiche- Contingent von Fest- gästeu bet. Nachdem bereit- am Sonntag Abend eine Vor- berathung deS Ausschusses mit dem Localcomitö stattgefuuden hatte und hierbei den einzelnen Mitgliedern ehre Thätigkeit bei den Arbeiten de- anderen Tages zugewiesen worden war, entwickelte sich heute da- Programm in der vorgesehenen Weise. Morgen- fand die Besichtigung der Ausstellung und Vornahme praktischer Demonstrationen start, sodann erledigte die Generalversammlung ihre Tagesordnung, bei deren Beginn Herr Bürgermeister Zimmer eine Begrüßungsansprache hielt, durch Entgegennahme de- von Herrn Pfarrer Ellen- berqer erstatteten Rechenschaftsberichtes für da- abgelaufene Jahr, aus dem wir entnehmen, daß drei neue Vereine — Grünberg mit einigen 60 Mitgliedern, sowie Lauterbach und Engelrod — sich gründeten, deren Ausnahme in den Verband der Versammlung empfohlen und von derselben einstimmig gutgeheißen wurde, ebenso fand, nachdem dem Rechner für daS abgelaufene Geschäftsjahr Entlastung ertheilt war, der in Einnahme und Ausgabe mit 2585 Mk. balancirende Voranschlag für daS kommende Jahr Annahme. An die alsdann erfolgte Berathung und Beschließung der Statuten schloffen sich die lehrreichen Borträge auS dem Gebiete der Imkerei an. Mit den Verhandlungen der Generalversammlung Hand in Hand erledigten die Ankaufs, Verloosungs« und PrämiirungS-Commisfionen ihre Geschäfte,- durch letztere wurden folgende Aussteller pramiirt: 1) Für Bienenhonig die Herren Pfarrer Eüenberger-Ortenberg, Brück Oppenrod, Herzberger-Flensungen, Schäfer-Wallernhausen, Schott-Grünberg, Gontrum-Münster, LuctuS-Keffelbach, Buß-Wetzlar (Queckborn), Grün Reiskirchen, Seip-Beltershain, Müller- Queckborn. 2) Für Bienen-Wohnungen: H. Keck Wittwe- Nidda, die Herren: Schmitt-Großeubuseck, Schäfer, Müller- Queckborn,Herzberger-Flensungen, Jox-Oberbessingen. 3)Für Geräthe und Utensilien: H. Keck Wittwe-Nidda, Franz- Nidda, Jox-Oberbesfingen, Weckford-Obereschbach, Herzberger- Flensungen. An dem am Nachmittag beginnenden Festessen nahmen etwa 115 Personen Theil. Die während desselben herrschende ungezwungene, fröhliche Stimmung wurde noch wesentlich erhöht durch mehrere Trinksprüche, von denen wir diejenigen des Herrn Pfarrer Ellenberger auf Kaiser und Reich, deS Herrn Pfarrer Koch auf den oberhesfischen Bienenzüchterverein, sowie den des Herrn Schrimpf von Butzbach auf die Stadt Grünberg, deren Gastfreundschaft ihm schon feit vierzig Jahren in angenehmer Erinnerung stehe, hervorheben. Nur zu rasch verflogen die Stunden deS Nach- mittags, bis die Abfahrtzeiten der Eisenbahn viele Gäste ent- führten und die Zahl der Anwesenden sich lichtete,- ein großer Theil indeß blieb noch bis zu später Stunde versammelt. Alle aber haben sicherlich die besten Eindrücke von gestern und heute mit nach Hause genommen. (Gründ. Anz.)
□ Darmstadt, 14. September. Ein Aufruf fordert ben kapitalkräftigen Theil unserer Bevölkerung zur Zeichnung von Actien ä. 200 Mk. für daS hier zu errichtende Volks-
bab mit Schwimmhalle, wofür als Bauplatz da- ^Hessische HauS", Wilhelminenstraße 3, nächst dem ^Monument", in Aussicht genommen unb als Bausumme 1/l Million Mark vorgesehen ist, auf. Auf diesem Wege gedenkt man die Hälfte deS Bauaufwands, die andere durch ein hypothekarisch versichertes Anlehen aufzubringen. Um eine allgemeine Betheiligung an der Capitalbeschaffung zu ermöglichen, ist man vom ursprünglichen Plane der Errichtung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (mit dem gesetzlichen Mindestantheile von 500 Mk.) abgekommen. Die Zu sammensetzung deS geschäftsführenden AusschuffeS aus Gewerbetreibenden, Beamten, Aerzten usw. und deffen energische Präsidirung durch den Stadtverordneten WolfSkehl bürgen für einen ersprießlichen Fortgang der Sache. — Die staat- liche Gemäldegallerie im Schlöffe hat eine recht schätzenS- werthe Bereicherung durch Fritz von UhdeS, des bekannten Münchener Meister-, „Tischgebet" erhalten, daS von der extrem-realistischen Manier mancher Werke deS Künstlers frei ist, vielmehr einen gesunden Realismus verräth. Die Personen verrtnigen sich, jede in ihrer Art trefflich gelungen, zu einem stimmungsvollen Gesammtbild, das anwuthet und zur Andacht stimmt. ES ist entschieden eines der besten unter den verschiedenen UhdeS, die wir gesehen haben. Ein viel „moderneres" Bild besitzt die Gallerte schon seit einiger Zeit in einem Geschenke deS aus unserer Stadt stammenden Künstlers I. Leonhard, eine in ReconvaleScenz befindliche Dame darstellend, in dem der GefichtSausdruck in prägnant psychologischer Weise gelungen ist.
Mainz, 13. September. DaS in der Schillerstraße 26 bedienstete 19jährige Mädchen Marie Schmitt aus Oberbrechen, das mit einem Soldaten eines hiefigen Regiment- ein Derhältniß hatte, unternahm gestern Abend mit ihrem Bräutigam einen Spaziergang und ist nicht mehr nach Hause zurückgekehrt. Aus Gram, daß der Soldat heute wieder nach seiner Heimath zurückkehrt, hatte sich das Mädchen in den Winterhafen gestürzt- die Leiche ist heute Morgen bereit- geländet worden. Nach dem Zeugniß seiner Herrschaft soll da- Mädchen sehr brav und fleißig gewesen sein.
♦ Lorch, 12. September. Von einem etwa- außergewöhnlichen, aber nichtsdestoweniger „freudigen Ereignisse", da- sich dieser Tage auf der Fahrt von Bingen nach Lorch zutrug, weiß uns der alte Rheindampfer „Schiller" zu erzählen. Ein Ehepaar aus dem nahen Lorchhausen, daS sich am Morgen zur Besorgung von Einkäufen nach Bingen begeben hatte und auf dem genannten Schiffe zurückkehrte, wurde während der halbstündigen Frhrt mit einem kleinen Weltbürger beschenkt. Der hiesige Kahnschiffer, der Mann und Frau in der Frühe zum Schiff gebracht hatte, soll ob de- Zuwachses bei der Rückkehr sehr erstaunt gewesen fein. Wir wünschen dem jungen Rheinfahrer ein fröhliche- Gedeihen!
* Wirkungen des Radsports. In Amerika hat das Radfahren so unglaubliche Verbreitung gefunden, daß es da- gegen bei uns als reines Kinderspiel erscheint. Infolge dessen erleiden dort verschiedene Gewerbe beträchtlichen Schaden, vor allem natürlich jene, die mit den anderen Sportzweigen, Spielen und Belustigungen aller Art zusammenhängen. So liegt der Handel in Clavieren, Spielkarten und Lawn-Tenni-- Bällen bedenklich darnieder. Namentlich der Pferbehandel befinbet sich in schwerer KrisiS, und die Makler und Pferdezüchter erklären, daß sie durch den Belocipedsport gänzlich ruinirt werden. Nach einem Bericht der „Revue scientifique“ irren auf den Hügeln des westlichen Territoriums von Was hington Pferde heerdenweise umher, ohne daß die Besitzer sich darum kümmern, auch find die Pferde im Preise so gesunken, daß auf dem Markte in Tacoma daS Stück für 3—15 Dollars verkauft wird. Die Eigenthümer möchten ihre Pferde gern lo- fein, da diese zu viel Futter freffen und für die Rinder und Schafe zu wenig übrig lassen. Auch in Oregon sieht man viele herrenlose Pferde längs des WegeS umherlaufen,
und die armen, au-gehungexten Tlncre benagen sich gegenseitig Mähne und Schweif. (!?) Da da» Pferdefleisch wohl genießbar und gesund ist, so wurden in Oregon große P,erde- schlächtereien für die Fleischausfuhr nach Europa errichtet.
• Verblümt. Feldwebel (zu dem in Urlaub gehenden Rekruten): „Haben Sie mir nicht mal gesagt, daß Sie zu Hause große Geflügelzucht betreiben?" — Rekrut: „Zu Befehl, Herr Feldwebel!" — Feldwebel: „Hm, wissen Sie was, Sie können mir für mein Bureau einige Gänsekiele witbringen .... auSrupfen werde ich sie schon selbst!"
• Reitbahublnthe. Wachtmeister (zu einem fortwährend abfallenden Dragoner): „Ich glaube, der Kerl wird nächstens den Sattel gleich auf den Sand schnallen."
Universität- - Nachrichten.
— Leipzig. Dr. Pucker, Professor der Geschichte an der Universität, ist am Montag gestorben.
— Der Privatdocent vr. F. Gumprecht m Jena tst ;um außerordentlichen Professor der gerichtlichen Medicin an der dortigen Universität und zum Bezirksarzt ausersehen. Er wird Nachfolger des Prosesiors Leubuscher, der am 1. October bie Leitung des Landkrankenhauses in Meiningen übernimmt.
— Graz. Der Privatdocent in der phtlofophtschen rfafultat zu Straßburg, Dr. Cuntz, hat eine Berufung als außerordentlicher Profesior an die hiesige Universität erhalten und angenomnien. Professor Cuntz ist classischer Philologe und vertritt das specielle Gebiet der lateinischen Alterthumswisienschaft.
Citcratttr uttfc
- Von der bereits seit längerer Zeit erwarteten Neuen billigen Ausgabe von Theodor <2>torm,i Sämmtitdltti Werken sind, wie uns mitgetheilt wird, die ersten beiden Lieferungen in vorzüglicher Ausstattung soeben im Verlage von George WeNer- mann in Braunschweig erscheinen. Wir werden später aus diese Ausgabe zurückkommen.
Wöchentliche llederfichr der TodMllr In Gietzek.
37. Woche. Born 5. September bis 11. September 1897. Sw.wohnerzitchl: angenommen zu 23 700 (incl. 1600 Mann Militär). SterblichkettSjiffer: 21,94, nach Abzug der Ortsfremden 17,54°^
Riebet
Ls starben tn Zufmmve«:
Erwachsene: hn
l.Lebrnesa'-r
vorn
: 2.-15. Jahn
Abdominaltyphus
1 (1)
1 (1)
—
—
Lungentuberkulose
2
2
—
—
Harnruhr
1
1
—
Organ. Herzfehler
1
1
—-
—
Keuchhusten
3
—
3
—
Lungenentzündung
1
—
—
1
Angeborene Mtßbild.
1 (1)
—
1 (!)
__
Summ»: 10 (2)
5 (1)
4 (1)
1
Anm. Die in Klammern gefetzten Ztfie
■c.i
» an, mir vie'e euBwirtt nach
der Todesfälle in der betreffenden Kremkhett auf von
Gießen gebrachte Kranke kommen.
5 Milliarden.
Die deutsche LebenSverstcherung bat in den letzten Jahren einen überaus glänzenden Aufschwung genommen, der Msamintstand des bei deutschen Gesellschaften auf den Todesfall versicherten Kapitals hat sich seit 1883 mehr als verdoppelt und im Jahre 1896 die früher ungeahnte Höhe von 5 Milliarden Mark bereits überschritten
Unter den Gesellschaften, deren reger Thätigkeit diese volkswirth- schastlich so bedeutsamen Erfolge zu danken sind, steht mit in erster Linie die LebenSverstcherrrngS- u. Grsvarnitz-Bar^ i« «tulk- gart, welche im Monat August dieses Jahres das Erre-chen der ersten halben Milliarde Maik in ihrem Ver>'cherungsbestande feiern konnte. Waren in der ersten Zeit nach der Gründung (lobt) 21 Jahre erforderlich gewesen, um zu den ersten 100 Millionen zu gelangen, so bat der Zuwachs der letzten 1U0 Millionen nur wenig mehr als 3 Jahre in Anspruch genommen- Im Jahre *870 >ur Zeit alS der Bestand der Todesfalloersicherung bei allen deutschen Gesellschaften die eiste Milliarde erreichte, war die Stuttgarter Bank an diesem Ergebniß mit noch nicht 6 pCt- beteiligt, 1883 betrug bei einem Gesarnrntstande von 2'/, Milliarden ihr Antheil bereits 8 pCt. und 1896 bei über 6 Milliarden war er auf 9 pCt- angrwachscn.
Der Zeit ihrer Gründung nach die fünfzehnte unter den deutschen Anstalten steht die LebensoersicherungS- und Ersparnis Bank in Stuttgart im Bestand der Todesfallverstcherung heute bereits an dritter Stelle, im Neuzngange unb Retnzuwachs derselben nahm sie sowohl 1895 wie 1896 die erste Stelle unter den Gesellschaften *beB europäischen Festlandes ein. 8541
BekaErmKchrmg.
Das Recht der ausschließlichen Benutzung der von der Stadt Gießen errichteten Anschlagsäulen und angebrachten Placattafeln soll vom 15. October a. c. ab bis auf Weiteres vergeben werden. Die näheren Bedingungen sind auf unserem Bureau — Zimmer Nr. 15 — einzusehen, Woselbst auch die schriftlichen Angebote und zwar bis zum 25. September einzureichen find.
Gießen, den 14. September 1897.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
I. B.: Wolfs. 8559
Städtischer Arbeitsnachweis Gießen.
Gartenstratze 2.
«uqebot der Arbeitnehmer» 1 Schneider, 1 Schreiner, 1 Magazinarbeiter, 1 Portier, 1 Taglöhner, 1 Fuhr knecht. 1 Einkasfirer, 2 Ausläufer bezw. Kolporteure, 1 Magazinier, 1 Reisender, 1 Nähfrau, 1 Kochfrau.
Nachfrage der Arbeitgeber r 1 Spengler, 2 Metalldrücker, 2 Krankenpfleger, 2 Bauschlosser, 10 Maschinenschlosser, 1 Schmied, 1 Wagner, 1 Schneider für Hosen und Westen, 1 Rockarbeiter, 1 Uniformarbeiter, 2 Schneider, 5 Schuhmacher, 6 Bau- u- Möbelschreiner, 4 Pferdeknechte, 1 Ackerknecht, 1 Hausbursche, 3 Taglöhner, 18 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit.
Daunen - Deckbetten,
Stück für 17,50 Mk.,
mit 4 Pfund grauen Daunen gefüllt, aus federdichtem türk, rothen Daunencöper; Größe: 130 cm breit, 180 cm lang.
Paffendes Kiffen, Stück 5,25 Mk., Größe: 80/80 cm.
C. Röhr & Co.
jB^ö^HcheÄnzeigen| Bekanntmachung.
In unserem Firmenregister wurde eingetragen:
Die Firma Rotham^l & Petry zu Gießen ist in Wilhelm Petry verändert worden.
Gießen, den 13. September 1897.
Großh. Amtsgericht. e562 Neuenh agen.__
CapitalMleihnug.
Aus dem Univerfitätsfonds können 13000 Mk. ganz ober in Theil- beträgen aus erste Hypothek alsbald gegen mäßigen Zinsfuß ausgeliehen werden.
Gießen, am 15. September 1897.
Großh. Universitäts Rentamt.
Weimer. 8560
Fkben-frische SlheUche, la. Seehechte
(in EtSpackung) 4551 eingetroffen bet
J. M. Schulhof,
Marktstraße 4.
| Versteigerungen. |
Freitag den 17. Sept. 1897 versteigere ich öffentlich gegen Baarzahlung a. Nachmittag- 2 Uhr
im „Wer" zu Gießen:
4 Hobelbänke, 2 Zweiräder, 1 Buffet, 1 Berticow, 1 roiheS Plüschsopha, 1 grüne« RipSsopha. 1 Brandkiste, 1 Consol, 1 GlaSschrank, 6 Rohr- stühle unb sonstige Mobilien, sodann 1 Pendule, 1 Regulator, 1 Winter- havelok, eine große Partie Cigarren, eine Anzahl Bilder rc,
b. Nachmittag« 4 Uhr
bei der Liebigshohe:
etwa 31/: Morgen Kartoffeln.
Versteigerung voraussichtlich bestimmt- 8536 Gugel, Gerichtsvollzieher.
Empfehlungen.
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«Silh. Reiber.


