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114 Erstes Blatt
Sonntag den 16. Mai
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HKßtvrr Anzeiger erscheint täglich, Ml Ausnahme deS Montag».
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Amtlicher Lheil.
Bekanntmachung.
®etr.: Feldberemigung in der Gcmarkung Staufenberg.
Ja der Zett vom 14. bis einschließlich 20. Mat l. I. liegen auf dem Gemeindehaus zu Staufenberg folgende Verzeichnisse, nämlich:
1) das Geldau-gletchungS-Verzeichniß über den Zuviel- oder Zuwentg-Empfang an Geländewerth im I. und II. Feld, 2) das GeldausgleichungS B-rzeichatß über den Zuviel- oder
Zuwenig-Empfang an Obstdaumwerth im I. Feld,
8) das Brrzeichntß der Pachtemschüdtgrmgen im I. Feld pro 1896,
4) ein Berzeichniß über besondere Entschädigungen im I. Feld, 6) ein Derzrichnißüber besondere Entschädigungen im II.Feld, zur Einsicht der Betheiligten offrn.
Etwaige Einwendungen hiergegen find bei Meldung deS Ausschlusses innerhalb oben angegebener Frist bei Großh. Bürgermeisterei Staufenberg schriftlich einzuretchen.
Friedberg, den 10. Mat 1897.
Der BeretnigungS • Commisiär: »713 Dr. Göttelmann, Gr. Kretsamtmcmn.
Politische Wochenschau.
Sistirung der griechisch tnrklschen Feindseligkeiten. — Griechische Finanzen. — Die fernere Machtstellung der beiden Machte. —
Dentsch franzöfifche Beziehungen.
Die noch vor kurzem in Athen gemachten Aeußerungen, eher den Kampf bis zum letzten Blutstropfen fortzusetzen, alS die Truppen von Kreta zurückzuruien und sich dem Willen der Mächte zu unterwerfen, Haden sich wieder einmal als auS- posaunte Redensarten ohne Begründung erwresen. Griechenland ist besseren Sinnes geworden, indem eS die ihm von den Mächten als Gage der Jnterv ntion gestellten Bedingungen: Zurückziehung der griechischen Truppen von Kreta, Einwilligung Griechenlands zur Autonomie Kretas, inzwischen anstandslos angenommen hat. Bedauerlich ist es, daß dieser vernünftige Beschluß der griechischen Staatsoberhäupter nicht schon längst genommen wurde, denn nach den Niederlagen von TurnavoS, Larissa, Pharsalu», VelestinoS war über den AuSgang des griechisch-türkischen Confl ctS kein Zweifel mehr möglich. ES hat sich in diesen Kämpfen zur Genüge gezeigt, daß die Hellenen eben jeden Sinnes für strenge DlScipltn und MannS- zucht mangeln, ohne welche kriegerische Erfolge kaum möglich find. Die türkische Verwaltung ist gewiß vielfach angefressen und unberechenbar, ollem der gegenwärtige Krieg hat voll- auf bewiesen, daß fie trotz aller ihrer Sünden doch noch hoch über der griechischen Verwaltung steht. Wenn Griechenland daher heute noch als selbstständiger Staat fortbestehen bleibt, so verdankt es dies nur der Gnade der Mächte und nicht zum geringsten Theil der klugen verständnißvollen Haltung deS Sultans, der trotz der überraschenden Erfolge seiner Armee nnb der von Griechenland heraufbeschworenen Feindseligkeiten fich schließlich doch als versöhnlicher und milder Sieger Griechenland gegenüber erweist.
Die Hauptschwierigkeiten der Mediation für die Mächte liegen nun allerdings in dem völlig wirthschaftlichen Ruin deS griechischen Staates. Denn wenn Griechenland über reichere, finanzielle Hülfeqiellen verfügte, so wäre bei dem auch türkischerseits vorhandenen großen Geldbedürfntß mit einer hohen Kriegsentschädigung am ehesten zu helfen gewesen - auS diesem Grunde wird der finanzielle Ausgleich hier die meisten Schwierigkeiten bieten. Denn woher will das so gut wie bankerotte Griechenland die Gelder zu einer KriegStndemnität hernehmen, die fich auf ca. 5—6 Millionen türkische Pfund belaufen soll. Die im Ausland untergebrachten Schuldtitel des Hellenenreichs übersteigen bereits die Summe von 440 Millionen Mark. Bekanntlich setzte die griechische Regierung unter TrtkupiS im Jahre 1893 den Zinsfuß dieser im AuSlande aufgenommenen Anleihen um "olle siebzig Procent herab. Seitdem find nur dreißig Procent der von der griechischen Regierung ursprünglich garantirten Zinse« bezahlt worden. Von diesen griechischen Staatsanleihen ist die volle Hälfte in Deutschland untergebracht, also nicht weniger als 220 Millionen Mark! Der nächstbetheiligte Staat ist England mit vier Zehnteln deS oben angegebenen GesammtbetrageS, während Frankreich nur ein einziges Zehntel der 440 Millionen übernommen hat. Diese Zahlen beweisen zur Genüge, wie foul eS mit ihren Finanzen steht. Die Aufnahme einer neuen Anleihe zwecks Zahlung der erforderlichen Kriegsentschädigung wird daher nur dann Erfolg haben und von den Mächten garantirt werden, wenn fich Griechenland der Finanz Comrole Europas unterwirft.
Ganz abgesehen jedoch von den mateiitQen Ber.usten, welche Griechenland durch diesen Unglück ichen Krieg erwachsen sind, ist auch seine Machtstellung auf der Balkanhalbinsel auf ein Minimum herabgesunken. Vor dem Krieg übte eS seinen Einfluß in allen den Türken unterworfen gebliebenen Provinzen auS. Alleiniger Herrscher sozusagen in Albanien, rivalifirte Griechenland ebenfalls erfolgreich mit dem Einfluß der Serben und Bulgaren in Makedonien und genoß trotz seiner herunter gekommenen finanziellen Verhältnisse ein unbestrittenes Ansehen im ganzen christlichen Orient. Für all diese Völker existtrt jetzt nur eine Thatsache und diese ist die völlige Niederlage der griechischen Armee. Dem gegenüber ist die türkische Machtstellung mit einem Schlage gewachsen - noch bis Anfang dieses JohreS glaubte man die Türken ihrem Ruin nahe, ja man hatte fast vergessen, daß noch eine türkische Armee ex sttrte und daß dieselbe, ehe fie sich durch di« armenischen Gemetzel einen traurig berühmten Namen gemacht hatte, fich in der Schlacht von Plewna so rühmlich ausgezeichnet hatte. Diese militärische Macht ist eS dennoch, welche die Türkei gerettet und zu ihrem alten Rang wieder erhoben hat.
Deutsch, französische Beziehungen. Die von Kaiser Wilhelm anläßlich der Pariser Brand-Katastrophe erfolgten Beileidsbezeugungen haben in Paris einen wahren Preßcovflicr heraufbeschworen/ jedenfalls steht fest, daß Kaiser Wilhelm durch die vollzogenen Acten — nämlich dem Prä- sidenten der französischen Republik den Ausdruck seines tiefsten Beileids zu telegraphiren und einen der ersten Persönlichkeiten seines Reiches abzusenden, um ihn bei der Tobten- feier in der Notre-Dame-Kirche zu vertreten, der Pariser Bevölkerung und Presse zahlreichen StH zu Commentaren gegeben hat. Doch anstatt derartige FrenndschaftSbezeugunyen nach ihrem wtikitchen Werthc zu schätzen, wittert daS französische Volk leider hinter All:m, wuS von der anderen Seite des Rheins kommt, einen unsichtbaren Feind - kein Wunder daher, wenn es auch Leu Acten unseres Monarchen eine andere Bedeutung beizulegen sucht, und in derselben nicht- weniger als die Ankündigung deS in 1900 erfolgenden Besuchs des deutschen Kaisers zu sehen glaubt.
Der „Figaro" bemerkt hierzu:
Die sehr freundliche Haltung des Kaisers, die Bewegung, die ihn in Folge des Pariser Unglücks ergriffen, hätten ihren Eindruck auf die Gemülher nicht verfehlt. Die schlicht- denkende Masse sowohl wie die gewandten Pariser hätten sich eS sofort dahm zurecht gelegt, daß der Kaiser vor Be- gierde brenne, die Ausstellung im Jahre 1900 zu sehen und daher, wie ein guter Bourgeois, zum Voraus Höflichkeiten erweise, damit man an ihn denke, wenn eS die Einladungen zu erlassen gilt. ES sei wohl möglich, daß der deutsche Kaiser 1900 nach Part- komme; in diesem Falle müßten die Franzosen ihm wohl eine sichere und ehrfurchtsvolle Aufnahme bereiten. Es hieße aber ungerecht sein und die Persönlichkeit des Kaisers verkleinern, wenn man glaubte, gesellschaftliche Spekulationen beherrschen sein Vorgehen und seine Gedanken- der Kaiser lasse sich von höhern Gesichtspunkten leiten und handle auS freier Anregung, während im „Gaulois" Folgendes zu lesen ist:
Das kaiserliche Geschenk überraschte un- und setzte unS ein wenig in Verlegenheit. Es ist klar, daß man sich nur mit Dankbarkeit vor diesem neuen Beweis einer hartnäckigen Theilnahme verneigen kann. Aber man kann auch befürchten, daß die Exaltirten, welche jede Nation aufzuweisen hat — uod die unsere ganz besonders —, eine That, die darauf abzielte, fie zu beschwichtigen, als Vorwand benutzen, um alten Groll neu anzufachen. ES sei daher gestattet, zu denken, der Kaiser habe durch seine Depesche genug gethan und seine Beisteuer sei Lvxus- denn eS gibt gewiß Leute, die nun behaupten werden, die 10,000 FrcS. seien von den fünf M lliarden abzuzirhen, und diesen Leuten sollte man keinen Stoff an die Hand geben.
Leider bilden die Auslassungen der chauvinistischen Organe einen Hellen Gegensatz hierzu.
Die „Libre Parole" beschäftigt fich mit dem Vorschläge eines Einsenders, eine kleine Sammlung zu veranstalten, um dem Kaiser seine 10000 FrcS. zvrückzusenden. Bor einigen Jahren wäre ein solcher Vorschlag von augenblicklichem Erfolg gewesen, jetzt aber sei die Stimmung ermattet, und man würde Gefahr laufen, daß einem Aufruf zur Einzeichnnng nur langsam entsprochen würde. Caffaguac schlägt in der Autorits die Hände über dem Kopf zusammen wegen des Aufsatzes des Figaro, der daS vaterländische Gefühl schmerze. Der Figaro habe den Kaiser früher gewissermaßen ersucht, im Jahre 1900 Paris mit seinem Besuche zu beehren, und die Antwort deS Kaisers habe nicht auf fich warten lassen. Darauf habe der Figaro die Spende deS Kaisers mit einem *
Stolz vermeldet, der Caffagnac aufs äußerste betrübe. 10000 FrcS., daS sei wenig, die Haltung des Figaro hätte mehr gelten müssen. E» sei wenig für eine solche Einladung, auch wenn fie vom Figaro auSgehe, um die gute Stadt Pari» zu besuchen, namentlich wenn daS Geld den in Spandau liegenden 5 Milliarden entnommen sei, die Frankreich de« ehrwürdigen Großvater deS Kaisers gezahlt habe.
Aus allen diesen Auszügen ersieht man, daß trotz der vergeblichsten Versuche von Seiten unseres Kaisers eine große Anzahl Franzosen ihre Revanchegelüfte nicht unterdrücke« können, vielmehr den geringsten Anlaß beim Schöps saffeu, um die zwischen den beiden Ländern noch einigermaßen gute» Beziehungen gänzlich unmöglich zu machen.
Wulste tetesraphtlche» LornfvsnbeM-Bnremt.
Berlin, 14. Mai. Der „Nordd. Allg. Ztg." wird au- Wien gemeldet: Der Hofzug, mit dem der Fürst und die Fürstin von Bulgarien die Reise zu der Leichenfeier für die Herzogin von Alev^on und dem Herzog von Aumale angetreten haben, stieß Mittwoch Nachmittag bei der Station Jago dina mit einem serbischen Postzuge zusammen. Die Zugführer hatten gebremst, wodurch der Anprall gemildert wurde. Der Fürst, die Fürstin und da- Gefolge biteben unversehrt- nur die Gerätschaften der Speisewagens wurden zertrümmert. Die Maschine des Post- zugeS wurde beschädigt. Der Hofzug setzte alsbald die Fahrt nach Wim fort. Eine Untersuchung ist eingeleitet.
Kürzel, 14. Mai. Der Kaiser unternahm heute früh einen Spazierritt. Um 1 Uhr 5 Min. erfolgte die Abfahrt deS Kaiserpaareö und der Prinzen nach MoulinS per Bahn, von wo auS ein Besuch der Schlachtfelder bet Amauweiler vorgenommen wird. Der Kaiser und die Kaiserin reise» morgen früh 7 Uhr 25 Min. nach Straßburg Die Pilnzea bleiben bis Montag in Kürzel.
Pari-, 14. Mai. HavaSmeldung. Man glaubt, daß die Tü'kei eine Kriegsentschädigung von 78 Millionen verlangen wird. Die Mächte würden Griechenland in keiner Weise verpflichten, sich durch Auslieferung seiner Flotte loS» zukaufen. Wenn aber Griechenland die Entschädigung in Geld zahlt, werden die Mächte eine Combination erwägen, die die Wahrung der Rechte der früheren Gläubiger Griechenlands gestattet. — ES scheint fich zu bestätigen, daß die Türkei in Unterhandlungen erst nach der Einnahme von Domokos eintreten will, da- die Griechen zu räumen beginnen.
Athen, 14. Mal. HavaSmeldung. Ein Telegramm an- Arta berichtet, daß seit heute früh bei Gribovo in der Richtung auf Philippiada ein blutiger Kampf stattfiadet. Die Verluste auf beiden Seiten sollen beträchtlich sein. Der Kampf dauert fort. Einzelheiten fehlen.
Konstantinopel, 14. Mat. Auf die Nachricht von dem Erscheinen griechischer Freibeuterschiffe vor ver- schiedenen Inseln deS ägäischen Archipels ertheilte die Pforte dem CommLndanteu des Dardanellen-GeschwaderS Befehl, die Freibeuter verfolget, zu lassen. Nach einer Drahtmeldung des Commandanren hätten nun die von der Verfolgung zurück- kehrenden türkischen Schiffe elf Segler eingebracht, welche versucht hätten, Landungsplätze herzurichten.
Depeschen beS Bureau »Herold.*
Berlin, 14. Mat. Der Kaiser wird aus der Reise von Wiesbaden nach Wirschkowitz am 21. dss. MtS. auf Schloß Sybillenort zu kurzem Besuche des Königs und der Königin von Sachsen eintreffen. Die Anwesenheit daselbst dürste zwei Stunden dauern.
Berlin, 14. Mai. Die „Nationalzeltung" schreibt: Es steht bereits fest, daß im Reichstage der Antrag auf einfache Beseitigung des Verbindungsverbotes in allen Bundesstaaten, wo ein solches noch besteht, von den Ratio» nalliberalen und dem Centrum unterstützt wird. Er würde sonach mit allen Stimmen gegen die der beiden konservativen Fraktionen angenommen werden, aber auch zu einer Erörterung der durch die neuen Borgänge in Preußen gekennzeichneten Lage der Reichspolitik Anlaß geben. Das Blatt hat den Eindruck, daß die reaktionären und die ihnen dienstwilligen Elemente im preußischen StaatSmiaisterium Eile haben, eine Krifis herbeizuführen. Wenn den Fürsten Hohenlohe die nahezu vollständige Jfolirung innerhalb des StaatS-- ministeriumS, dessen Präsident er ist, noch nicht zum Verzicht auf diese Stellung veranlaßt habe, so sei die Aufklärung über die Gründe hierfür von dem weiteren Verlauf der Dinge zu erwarten.
Triest, 14. Mai. Die eiskalte B»ra bauert noch


