Seiten der Thurm eine Höhe von 25 bis 30 Meter erhalten müsse. Der Vorschlag des StadtbauawtS geht dahin, einen 22 Meter hohen Thurm mit einem kleineren bis zu 4 Meter messenden Aufbau zu errichten und dabei die Möglichkeit einer Erhöhung in» Auge zu fassen- außerdem soll der Thurm so eingerichtet werden, daß er in seinem unteren Thetle eine Art Schutzhütte darstellt. Die Kosten find auf 2200 Mk. veranschlagt, wenn der Thurm in Tannenholz, auf 2600 Mk., wenn er in Eichenholz ausgeführt wird. Der Verschönerung«« Verein, welcher für sein erstes Project 700 Mk. vorgesehen, hat ans Befragen erklärt, zu einem Thurm 1000 Mk. bei» steuern zu wollen. Die Versammlung beschloß, auf dies An« erbieten einzugehen und den fehlenden Betrag auf die Stadt« kasse za übernehmen.
Um eine zweckmäßigere Allarmirung bei Bränden bezw. ein rascheres Eingreifen der Feuerwehr zu ermöglichen, ist der Stadtverordueten-Bersammlung ein Entwurf vorgelegt worden, nach dem in Anlehnung au die bereit- erfolgte Ein- theilung der Stadt in fünf Allarmbezirke Feuermeldestellen errichtet werden sollen, für welche al- Eevtralstation die Polizeiwache gedacht ist. Dtefe Einrichtung würde vorerst erleichtern die Einrichtung eines LöfchzugeS, der, aUS acht bis zehn tu der Nähe der Geräkhehaufes wohnenden Feuerwehr« lenten bestehend, sofort eingreifen und der dann weiter zu allarmirenden Mannschaft, falls ein Löschen des Brandes ihm nicht gelingt, Vorarbeiten könnte. ES würden 27 Feuer« Meldestellen auf die Stadt zu vertheilen und die nöthigeu Einrichtungen in solchen Häusern anzubrtugen sein, deren Be« wohnerschaft ihrem Berufe und sonstigen Verhältnissen nach eine ständige, bezw. vorwiegend in der Nacht anwesende oder beschäftigte ist, z. B. Bäckereien. Die Einrichtung, um deren Ausführung zunächst die Reichstelegraphen.Verwaltung ersucht werden soll, ist veranschlagt auf 6000—6500 Mk. Die Ber- 'awmlung stimmte dem vorgelegten Entwurf zu.
Betr. des Betretens der Bahnstrecken innerhalb der Gemarkung Gießen durch städtische Baubeamte und Arbeiter bei Vornahme von Vermessungen usw. erklärt fich die Versammlung damit einverstanden, daß der s. Zt. lediglich wegen Betretens des Bahnkörpers der Mato-Wefer-Bahn ausgestellte Revers auf die anderen in der Gemarkung Gießen in Be« tracht kommenden Bahnstrecken ausgedehnt wird. — Herr Grünewald macht auf den mangelhaften Abschluß des Bahnkörpers am Uebergang der Liebigstraße beim Raugiren aufmerksam. Derselbe geschehe nur durch Stangen, wodurch Kinder und Hunde gefährdet würden- eS sollte darauf hin- gewirkt werden, daß die Bahn bis auf die Erde reichende varrieren errichtet. — Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärte, der Sache näher treten zu wollen.
Die Rechnung der Gemeindekrankenversicherung, welche in Einnahme mit 805 Mk., in Ausgabe mit 798 Mk. abschließt und ein verwögen von 430 Mk. aufweift, wird genehmigt. Bon dem alljährlich nöthigen Zuschuß auS der Stadtkasse konnte diesmal abgesehen werden, da der Gemeinde« verficherung ein Drittheil aus der mit einem vermögen
von 2100 Mk. aufgelöster» Fabrikkrankenkasse von Burk & Storck zugefallen ist.
Der Entwurf eine» Local«Polizei«ReglementS über die Untersuchung des von auswärts eingeführten Fleisches wurde nach längerer Berathnng nochmals an die Commisfion zurückverwiesen, um feststellen zu lassen, ob seitens der Fleisch- beschau noch erhebliches in-Bezug auf Untersuchung geräucherten Fleisches geleistet werden könne und weiter die Eontrole so zu formultren, daß sie alle Fletfchsendungen, sei eS die mir der Post oder durch sonstigen Transport erfolgenden, trifft.
Zu den folgenden Gesuchen um Erlaubniß zum Wirth« schaftSbetrieb sprach fich die Versammlung mit Bezug auf die lediglich von ihr zu beantwortende Frage über daS Bedürfniß zum AuSschonk von Branntwein bejahend ans: Gesuch deS Herrn L. Hell mold für das HauS Stein« straße 23, nachdem Gesuchsteller erklärt, auch Logierwirthschaft einrichten zu wollen, Gesuch deS Herrn Hugo Fatum für das HauS Frankfurterstraße 82 (EhauffeehauS), Gesuch deS Herrn Joh. Rühl für das HauS Frankfurterstrahe 30 (Rheinischer Hof) und Gesuch deS Herrn JastuS Heck für da- HaUS Bergstraße 22.
CocoU* und provinzielle».
Meßen, den 15. Mai 1897.
*• 17. Hess. Feuerwehrtag am 22., 23. und 24. Mai d. I. in Heppenheim. Man schreibt uns aus Heppenheim: Unsre Feuerwehr, sowie die ganze Bürgerschaft find in voller Thätigkeit, den unS nächstens besuchenden Feuerwehren au- allen Theilen Hessens und wie wir gern bemerken, auch au- dem freundnachbarlichen Baden, einen herzlichen und angenehmen Aufenthalt zu bereiten. Die freundliche Lage unsres Städtchens mit feinen reizenden Umgebungen wird hierzu sicherlich nicht wenig beitragen. Bis jetzt haben fich schon über 100 Wehren mit ea. 3000 Thetlnehmern an« gemeldet, um das Fest am Sonntag, an welchem in Verbindung mit dem 17. Feuerwehrtag, das 15jährige Bestehen unsrer freiwilligen Feuerwehr gefeiert wird, verherrlichen zu helfen. Die eigentlichen Verhandlungen des Feuerwehrtags, welche SamStag, den 22. dfS. Mrs. hier stattfinden, sind von großer Wichtigkeit für die Gesarnmtfeuerwehrverhältniffe und das Löschwesen Hessens. Die Delegirtenversammlung beginnt SamStag Nachmittag 2 Uhr in der Brauerei zum Hirsch, vorher, um 11 Uhr vormittags, treten die Mitglieder des LandeSauSschusseS zu einer vertraulichen Sitzung ebenfalls daselbst zusammen. Nach Erledigung der Tagesordnung begeben fich wie bekannt, die Vertreter der Wehren unter Borantritt der Capelle deS RegtS. Nr. 117 zu einem gemeinschaftlichen Abendessen nach dem Gasthaus zum «Halben Mond", woselbst auch großes Concert ftattfindet. Nach Eintritt der Dunkelheit beginnt auf dar Zeichen — dritter Kanonenschuß — die stets Effect machende bengalische Beleuchtung der Ruine Starkenburg. Die gleichzeitig auch SamStag
Morgen 8 Uhr zu eröffnende Ausstellung an- dem Gebiete de- Feuerlöschwesens scheint größere Su-dehnung annehmen zu wollen, als «au ursprünglich glaubte. Da- Programm für den Sonntag ist ja durch Plakate bekannt gemacht, doch wollen wir e- hier noch einmal kurz wiederholen. 11V, Uhr BormittagS: Vorstellung und Hebung der freiwilligen Feuerwehr Heppenheim und zwar Exerzierübung in der oberen Vorstadt nnd Brandübung an dem Häuserviertel der Post gegenüber. Rach der Borst llung Mittagspause. 2 Uhr Nachmittags Antreten zum Festznge auf der Darmstädter Straße am Bensheimer Thor. Front nach der Stadt. >/,3 Uhr Abmarsch des FestzugeS durch verschiedene Straßen nach dem Festplatz. Hierzu wird bemerkt, daß der Zug so dirtgtrt wird, daß sämmtliche Theilnehmer deS Zuge- an einander vorübermarschieren, also jeder Zugtheilnehmer den Zag vollständig sehen kann. Unsere gute Stadt legt natürlich ihr schönstes Festgewand an und ihre Bewohnrr, seien e- Männlein oder Weiblein, werden fich überbieten, da- Fest zu verschönern, so daß eS nachher, wie immer heißt: «Ja f In Heppenheim versteht man Feste zu feiern." Möge der Generalfpritzeomeister Jupiter pluvraa die Güte haben und seine Sträuche für andere Fälle trocken halten und da- Spritzen zu diesem Fest nur der Heppenheimer freiwivgea Feuerwehr überlaffen, die macht e- schon, wie die Erfahrung lehrt.
MW. 8el bet mittleren Wettetau. 14. Mat. Nachdem MamertuS und Pankratius mit heftigen Regenschauern vorübergingen, brachte ServattuS Beute Nacht einen scharfen Reif, der an zarten Pflanzen und Blüthen aller Art empfindlichen Schaden anrichtete. DaS 1897er Frühjahr, jetzt schon zum großen verstrichen, wird den Naturfreunden noch lauge tu unliebsamem Andenken bleiben. — ES heißt, die Bewohner der Flüffe und Teiche würden auf genossenschaftlichem Wege eine große Masse von Gummischuhen und Regenmänteln kommen lassen und -te Wald- und Gartenmufiker hätten etliche Waggons Gerstenzucker und MalzbonbonS bestellt, um jedem Zu- oder Rückfalle der Witterung gewachsen zu sein!
4- Bad Salzhausen. 15. Mat. Während der heute begonnenen Badesatson erhalten die Besucher unseres Eur- ortet auf den Oderhesfischen Bahnstrecken PretSerwätztgung zu 50pEt. für die einzelne Fahrt in 2. und 3. Wagenklafie nach Nidda bezw. von da zurück. DaS BadebauS ist nur an Werktagen von 6 bis 1 Uhr und 2 bis 6 Uhr geöffnet.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen ötrtrelen durch die Agenten 6n l LooS und I. M. Schulhof.
Bremen, 14. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.! Der Schnelldampfer Saale, Capt. B. Blanke, vom Norddeutsch-a Lloyd in Bremen, ist gestern 6 Uhr Nachmittag« wohlbehalten tn Newyork angekommen.
Bremen, 14. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.! Der Postdampsn Halle, Eapitän 6. Raetz, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, ist gestern 7 Uhr Morgens wohlbehalten tn Baltimore angekommen.
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(General Anzeiger)
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