Ausgabe 
15.12.1897 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Während der Hund sich auf allerlei Umwegen nach dem ihm bekannten Orte schleicht, begiebt sich der Schmuggler zu Fuß, per Wa i.en oder per Bahn ganz ruhig nach der nächst- gelegenen Zollftation, läßt sich dort mit dem unschuldigsten Gesicht von der Welt visitiren und lacht sich im Stillen ins Fäustchen.

Um die Hunde zu lehren, welchen Weg sie zu nehmen haben, läßt man sie erst einige Tage fasten, dann begiebt sich der Schmuggler an den Ort, wohin der Hund später regelmäßig die geschmuggelte Waare bringen soll, während einer seiner Kameraden den Hund an der Leine auf allerlei Umwegen nach genanntem Orte führt; dort findet der dern- nächstige vierfüßige Schmuggler einen gut gedeckten Tisch vor und kann sich, unter besonderen Liebkosungen seines Herrn, an allen möglichen Leckerbissen zu Gute thun. Die Rückreise findet in derselben Weise statt; Schmuggler und Hund über­schreiten auf verschiedenen Wegen wieder die Grenze und nach einigen Wochen weiß der Hund sehr genau, wo er seinen Herrn und obendrein einTischchen deck' dich!" findet.

Hat er es einmal so weit gebracht, daß er die bestimm­ten Plätze allein zu finden weiß, so läßt man ihn die Be­kanntschaft eines Grenzbeamten und Gendarmen machen; diese Herren vor allem hat der Hund bekanntlich auf seinen Spaziergängen zu meiden. In dieser Rolle muß wiederum ein Freund des Hundebesitzers auftreten; der Betreffende zieht die Uniform eines Grenzbeamten an und stellt sich ver­steckt am Wege auf, den der Hund nehmen muß- sobald dieser sich nähert, springt der Pseudobeamte hervor, wirft mit Steinen nach dem Hund, tractirt ihn mit der Peitsche und schießt wiederholt eine blind geladene Waffe auf ihn ab. Diese Uebung dauert einige Wochen und wird täglich, aber immer an einem anderen Punkte'der Grenzlinie wiederholt.

Die Folge davon ist, daß der Hund schon ängstlich wird, sobald er in der Ferne nur etwas sieht oder riecht; vor einer Uniform aber hat er eine Heidenangst und macht, um ihr aus dem Wege zu gehen, lieber einen großen Umweg.

Hiernach bindet der Schmuggler dem Hunde ein kleines Päckchen um den Hals; das Päckchen wird, ohne daß es b<n Hund in seinen Bewegungen hindert, von Tag zu Tag größer gemacht. Später bindet man es ihm auf den Rücken und schickt ihn dann damit über die Grenze. Run ist die Lehr­zeit zu Ende und der Hund promovirt zum Schmuggler, als welcher er für seinen Herrn ein ganz nettes Sümmchen ver­dienen kann.

Die Folge dieser Dressur aber ist, daß der Hund zuwellen halb wild wird und, mit Ausnahme seines Herrn, Jeden anfällt, jDem er begegnet. Man hat Beispiele, daß Frauen und Kinder von solchen Hunden lebensgefährlich verwundet wurden.

Bor etwa zehn Jahren gab es an der holländisch-belgi­schen Grenze einen Hund Namens Slim (Schlau), der ftir seinen Herrn soviel verdiente, daß dieser nun den Rentier spielen kann. Slims Herr war vor dieser Zeit ein armer Teufel, der mit Ach und Krach für Weib und Kind das tägliche Brod verdiente. Während einer Arbeitseinstellung wurde er, um nicht zu verhungern, Schmuggler. Er dressirte seinen Hund und lieh von einem anderen Schmuggler etwas Geld, wofür er belgische Spitzen kaufte, die Slim nach Frank­reich hinüber prakticirte. Nach vier Jahren war der Schmuggler Besitzer eines eigenen Hauses und einer seinen Equipage. Die Zollbeamten wußten sehr gut, auf welche Weise er sein Geld verdiente, aber sie konnten ihn nicht auf heißer That ertappen. Schließlich wurde eine hohe Prämie auf die Ergreifung Slims gesetzt. Hund, Schmuggler und Zollbeamte Überboten sich in Spitzfindigkeiten, aber der Hund blieb Sieger. Slim war ursprünglich weiß, wurde aber abwechselnd schwarz, braun, roth oder gelb gefärbt, sodaß sein Signalement sich nicht als sehr zuverlässig erwies; obendrein war der Hund wunderbar schlau. So überschritt er einmal mitten in einer Schafheerde die französische Grenze, während er an einem anderen Tage unter dem Wagen eines

Feuilleton.

Der Garten an der Neige des Jahres.

Don I. 6. Schmidt, Kunstgärtner In Erfurt.

(Nachdruck verboten.)

Der Garteofreund, welcher fich im October und No­vember milde Tage wünschte, bis er alle Herbstarbeit ver­richtet, alle zartenjGewächse liebevoll geschützt hatte, erwartet jetzt EtS und Schnee.

Im December soll strenge Kälte regieren, die immer noch einer naßkalten Witterung bet Weitem vorzuziehen ist. Wir können den starren Frost mit Ruhe erwarten, haben wir doch Aller gethan, was etwaiger verheerender Wirkung vor­zubeugen vermöchte, und draußen im Garten wird nun nirgend» nnfere Thätigkeit verlangt. Treten andauernd milde Tage rin, sodaß der Frost au» dem Boden weicht, so werden hier und da bet zarten Stauden die Bedeckungen etwas gelüftet, hei anderen Gewächsen die Schutzhüllen einer sorgfältigen Musterung unterzogen und etwa schadhafte Stellen aus- gebessert, Stauden und FrühltngSblüher beachtet, die der Frost mitunter au» dem Boden hebt und die dann unrettbar verloren find, wenn wir ihnen nicht zu Hilfe kommen. Diese gehobenen Setzlinge drücken wir bet frostfreier Witterung wieder in das Erdreich hinein oder Pflanzen fie uöthigenfall» frisch. Es können aber nur selten wilde Tage riutreten, die uu» die Arbeit im Freien gestatten - Frost und Eis werden die Herrschaft führen.

Um jungen Rasen gegen die Unbilden des Winter», namentlich rauhe, trockene Winde und Fröste zu schützen, ist jetzt die geeignetste Zeit zum Ausbringen von verrottetem Dünger, gleichviel ob Kuh- oder Pferdedünger, und er ist, je nach den klimatischen verhältniffeu, bi» Mitte Februar oder Anfang März auf den Rafenplätzeo zu belassen. Ein Ersticken

SteuerinspectorS, der darauf ausging, ihn zu fangen, seinen Weg zurücklegte! Er endete in tragischer Weise; von einigen Grenzbeamten verfolgt, sprang er in die Schelde; ehe er aber das andere Ufer erreichte, wurde er durch eine Kugel getödtet. Er beförderte an diesem Tage für mehr als acht Tausend Gulden Mecheler Spitzen. Slim hatte acht Jahre für seinen Herrn gearbeitet; der arme Teufel von früher war ein reicher Mann geworden; er gab das Schmugglergeschäft auf und lebt nun von seinen Renten.(D. W. i. d. N.)

Dietzen, den 14. December.

Alle deutsche» Beteraue» au» deu Feldzügen von 1848, 1864, 1866 und 1870/71 werden behuf» Aufnahme einer Stanfiik (Stammrolle pro 1898) aller noch lebenden deutschen Krieger gebeten, ihre genaue Adresse, die Bezeich uuug der mitgemachten Feldzüge, sowie Angabe deS Regi­ments und der Compagnie, welcher fie angehörten, den Ort»- bevollmächtigten de» BerbandeS deutscher KriegSveteranen oder hem Bureau des genannten BerbandeS, Leipzig, Nord­straße 26, mitzutheilen.

** Großen. Buseck, 12. December. Am Freitag den 10. d. Mts. feierten der Landwirth Johannes Wagenbach und seine Ehefrau Elisabeth, geb. Wagner hier, das Fest der goldenen Hochzeit in seltener geistiger und körper­licher Frische. Am gestrigen Sonntag den 12. d. Mts ver­sammelten sich die Angehörigen, Kinder, Enkel, sowie Ver­wandten und Freunde des'Paares zu einer fröhlichen Feier. Herr Pfarrer Deichert leitete die Feier mit einer Ansprache ein. Von vielen Seiten mürben dem Paare Geschenke und liebevolle Kundgebungen zu Theil. Se. König!. Hoheit der Großherzog übersandte dem Paare sein Bild mit eigenhän­diger Unterschrift nebst einem Cabinetschreiben. Die Fest, Versammlung blieb bis zum späten Abend in fröhlicher Stim­mung beisammen. Wir wünschen dem Jubelpaare, daß der liebe Gott es lange Jahre in jetziger geistiger und körper­licher Frische erhalten und ihm einen gesegneten Lebensabend bescheeren möge! ____________________________________________

Schwurgericht.

W. Gießen, 13. December 1897.

Heute Morgen wird in die Verhandlung gegen die Hrch. Krast Ehefrau von Helgersdorf wegen Brand­stiftung eingetreten. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Koch, die vertheidigung führt Justizrath Dr. Reatz. SS find 22 Zeugen zu vernehmen.

Der Angeklagten wird zur Last gelegt, daß fie in der Nacht vom 15. auf den 16. October das ihr und ihre« Ehemann gehörige, in HergerSdorf belegene Wohnhaus vor- fätzlich in Brand gesetzt habe. DaS betreffende HauS war von Menschen bewohnt, aus Lehmfachwerk bergeftellt und ein­stöckig; in der beregten Nacht ist der Dachstuhl abgebrannt. Die Angeklagte erklärt, daß sie vor drei Jahren mit ihrem Ehemann des besseren Verdienste» wegen nach Westfalen aus- gewandert und daß während der Zeit ihr HauS leer ge­standen. Kurze Zeit vor dem Brandausbruch sei fie nach HergerSdorf zurückgekommen; fie habe einen von den beiden Räumen des Wohnhauses an den Polizeidiener Schneider vermiethet, die andere Stube habe fie bewohnt. Am 15.October, am Abend vor dem Brande, war da« Feuer im Ofen ihrer Stube um 5 Uhr erloschen; fie habe fich mit ihrem 11 Jahre alten Kinde um Vi7 Uhr ins Bett begeben. In der Nacht wurde fte von der Schneider Ehefrau unter dem Rufe ge­weckt: brenorl" Die Angeklagte will erst ihr Kind

geweckt haben, dann hat fie gerettet und von der Brandstelle geschafft, was zu retten war. Der Dachstuhl habe in Hellen Flammen gestanden. Der Borfitzende fragt, ob denn die Angeklagte nicht schon vor dem Brande Gegenstände aus dem Hause geschafft habe; die» bestreitet die Angeklagte. Auf Be­fragen erklärt dieselbe, fie hätte einen Geldbetrag von

de» Grase» ist bei richtiger, nicht zu starker Lagerung nicht zu befürchten. Der aufgebrachte Dünger erfüllt zweierlei Zweck: er schützt und düngt.

Man reinige dir Bäume von abgestorbener Rinde, Moo» und Flechten und gebe zum Schutz vor Jnsecten und Frost« schäden einen Kalkanstrich. Mancher kann die weiß ange- stricheneu Bäume nicht leiden. Ein einfache» Abhilfemittel ist die Zugabe voa etwa» grüner oder brauner Farbe zu dem aufgelösten Kalk. Alle» von den Bäumen Abgrkratzte wird verbrannt, es enthält massenhafte Jnseeteneier und Larven.

Den Gemüsen im Keller gebe man, so oft es nur die Witterung am Tage erlaubt, d. h. wenn die Luft trocken und rein ist, selbst bei 1 bi» 2 Grad Kälte, doch nicht bei feuchter, nebliger Luft, und sei eS auch nur auf kurze Zeit, frische Luft; man wird bemerken, wie sehr dadurch da» Faulen und Modern verhütet oder wenigsten» aufgehalten wird.

Die Georgtuenkoollen sehe man fleißig durch; find fie mit Moder oder Schimmel überzogen, so bürste «au fie behutsam ab; faule Stellen sch»eide man scharf au» und bestreue die Wunden mit Holzkohleupulver. Unsere Laudleute bewahren die Knollen zuweilen im Kuhstall, meist tu der Stube auf, sogar ia der Nähe des Ofen» und wegen der trockenen Luft mit de« besten Erfolge.

Auch au die Zimmerfeuster zaubert un» bald der Frost die phantastischsten Eisblumen. Und während außen diejSi»- blumen fich häufen uod wachsen, entfalten fich iuneu h» behaglich erwärmten Zimmer die zartesten FrühlingSblütheu. Wir setzen dem Winter draußen den Frühling drinnen ent­gegen und freuen uu» über da» Gedeihen zarter Treibblumen. Alle Garteufreudeu spielen fich nun im Raum der engen Häuslichkeit ab. In Töpfen blühen Primeln in mannigfachen Farben, zarte uod duftige Alpenveilchen, auch Hyacinthe», Tulpen und Maiglöckchen, und wer in die Geheimnisse der Blumentreiberei tiefer eingedrungen ist, wer die Natur zu meistern versteht und e» fertig bringt, selbst störrigere Pflanzen

280 Mk. auf dem Hau»boden aufbewahrt. Rach dem Brandt ist von den Metallmünzen nicht eine Spur gefunden worden, wohl aber da» verkohlte Pappkästcheo, in welchem die Ange­klagte ihre Baarschaft aufgehoben. Der Schornstein sei oben auf dem Dache ein Jahr vor dem Brande auf Veranlassung der RevifionScomwiffion reparirt worden. Der Mobiliarschaden, den Angeklagte gehabt, betrage 400 Mk. DaS HauS sei mit 600 Mk. in der Brandkaffe versichert gewesen. Sie hätte daS HanS für 1000 Mk. vor acht Jahren von ihrer Sckwefier gekauft. Die Mobilar verficherung belief fich auf 1800 Mk., soviel, erklärt die Angeklagte, habe sie 1890 al» fie versicherte, gehabt. Richtig sei, daß ihre Schwester, die in S-dl'tz wohnt, einen Regenichirm, eine Jacke und eine Uhr im Besitz hatte, al» e» in der Nacht brannte. Angeklagte will zehn Tage vor dem 15. October bei ihrer Schwester gewesen fein und hat dorr Kartoffeln auSgemacht; hierbei will sie diese Sache» dort gelaffen haben. Drei Bilder, ein Hau»segen, Reifet« Familie und Jesu» Christus, die man nach dem Brande bei« Onkel der Angeklagten vorgefunden, will die Letztere ihren Verwandten geschenkt gehabt haben. ES habe eben in ihrer Wohnung an Raum gefehlt. In dem drei Meter im Quadrat haltenden Zimmer, welches die Angeklagte bewohnt, konnte sie ihre Sachen nicht alle unterbringen und so hat fie manches Stück davon außer dem Hause zum Aufheben gegeben. Auf veranlaffung de» Staatsanwalt» wird der Angeklagten durch den Vorsitzenden Vorhalt au» den Acten gemacht, wonach fie früher vor dem Unteriuchung»richter andere fich widerfprechenda Angaben gemacht. Die Grummetervte hatte die Angeklagte ebenfall» außer dem Hause uotergebracht, auch hier bemalt sie, daß die» geschehen, weil der Raum auf ihrem Boden knapp war. Die Angeklagte bestreitet, den Brand angelegt zu haben, eine Erklärung darüber, wie derselbe entstanden, könne fie nicht geben. In die Beweisaufnahme eintretend, wirb zuerst der Polizeidiener S ch n e i ü e r von HergerSdorf ver- nommcn. Der Zeuge wohnte zur Zeit des Brande» im Hause der Angeklagten und erklärt, er sei in der betreffenden Nacht etwa gegen halb 4 Uhr Morgen» wach geworden, da habe eS ihm geschienen, als wenn Jemand im Hause umhergehe, er habe seine Fcau geweckt, diese darauf aufmerksam gemacht, und gefragt, ob sie es höre, diese habe ihn auf einen hellen Schein, der im Zimmer wahrnehmbar gewesen, aufmerksam gemacht und ihn veranlaßt nachzusehen, wa» draußen vor­gehe. Als der Zeuge da» Fenster geöffnet um auszuschauen, habe er die Wahrnehmung gemacht, daß es über ihm brenne. Er und seine Familie haben nur das nackte Leben gerettet. Seine Frau habe die Angeklagte laut gerufen und fei ihm aufgefallen, daß diese gleich beim ersten Ruf gehört habe. Der Zeuge bemerkt, die Angeklagte war, al» fie aus dem Hause kam, angekleidet, was fie aber für Garderobe an hatte, kann der Zeuge nicht sagen. Auf Befragen bemerkt der Polizeidiener, daß das Kamin de» Hauses im guten Zustand» war und daß durch einen Kaminbrand da» Feuer nicht ent­standen fein könne. Der Zeuge depouirt weiter, daß er fich gewundert, al» er gehört, die Angeklagte habe für verbrannte Hemden eine erhebliche Entschädigung verlangt, denn die Angeklagte hätte ihm kurz vor dem Feuer erzählt, fie habe 24 neue Hemden bei ihrem Bruder in Maar. Er könne nicht sagen, wie daS Feuer entstanden ist. Die Ehefrau Schneider bekundet über die Vorgänge bet der Entdeckung de» Feuer» im Wesentlichen dasselbe wie ihr Ehemann. Die alS Feuerwehrmänner beim Brande beschäftigten Joh«. Dippel II. und Heinrich Ritter können Auffallende» bei ihrer Thätigkeit auf der Brandstelle nicht bekunden. Der Zeuge JohS. Hahn bekundet, daß die Angeklagte etwa 14 Tage vor dem Brande ihm gegenüber erklärt hat, fie wolle nach Lauterbach ziehen, daS Nest fei ihr nicht recht. Joh» Weitzel war bet den Wachmannschaften, ihm ist eine Kitze mit Kleidern ausgefallen und ebenso eine Kiste mit Porzellan, welche beide bet den geretteten Sachen standen. Die folgenden Zeugen bekunden im Wesentlichen nur Der- muthungen und da», wa» fie von Hörensagen wissen.

um ihren Winterschlaf zu betrügen, der wird fich bald auch an deu Duftigen B.Üthentraubeu de» Flieders und anderer Ziergehölze erfreuen können.

Feuchtigkeit und Wärme find die beiden Hanptfactoren, unter deren Einwirkung jetzt im Zimmergarten mit den Treid- gewächsen die größten Erfolge zu erzielen find. Die Treib« pflanze entfaltet saftige Blätter, zarte und duftige Blürhen, während andere Gewächse in Kellern oder kühleren Zimmer» in völliger Ruhe verharren. Dom duftigen Schnee der Treib­gewächse hebt fich da» dunkle Grün der Palmen und anderer Blattgewächse wirkang»voll ab. Diese Blattpflanzen ruhen jetzt, aber bei sachgemäßer Behandlung behalten fie auch im Winter den vollen vlätterschwuck und wir müssen ihnen deshalb mäßige Feuchtigkeit zuführen, sowie die Blätter durch öftere Waschungen staub- und ungezieferfrei halten. Eine der wichttgsteu Aufgaben ist e» jetzt, im Zimmer Pflanzen jeder Art vor starken Temperaturschwanlungen und Zugluft gewissen­haft zu bewahren.

Eine hübsche Cultur im Zimmer ist da» Antreiben ab­geschnittener Blüthenzweige. Wir schneiden jetzt von großen Obstbäumen einige Zweige mit Blüthenaugen ab (wir be­rauben fie nicht dadurch), auch einige von früddlühenden Gehölzen, stellen diese in Wasser halbwarm ans, nehmen dann später da» Gefäß in» Wohnzimmer an» Fenster und können nun daS langsame Schwellen, Aufbrechen und Sichentfatte» der Knospen beobachten, die dann in vier Wochen thre.Blumen öffnen werden, wenn wir fie durch Besprengen mit dem Zer­stäuber unterstützen.

In diesen Monat fällt da» herrlichste Fest, da» wir kennen, da» Fest de» Geben» und Empfangen». Vergessen wir nicht die Vögel! Sie gaben noS in schönerer Jahreszeit Gesang, fie sollen nun auch empfangen. Helft ihnen über die schlimme Zeit hinweg. Jeder kalte Wind, jeder Schneefall wahne un»: Füttert die vögeU