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sichtliche Witterung: Wolkiges, ziemlich kühle- Wetter mit stelleowetien Niederschlägen.
4- Nidda, 14. September. Zur Warnung. Bon zwei mit Holzkleinmachen gemeinschaftlich beschäftigt gewesenen Jungen hiesiger NachbarSleute hackte einer au- Unvorsichtigkeit dem Anderen gestern Nachmittag einen Finger theilweise ab. — Der ärztliche Kreisverein unsere- Bezirks hielt gestern Abend in der Ludwig-Halle dahier eine Conferenz mit darauf folgendem gemeinsamen Esten ab.
§8 Herchenhain, 11. September. Der Bau der hiesigen Gemeinde.Wasserleitung ist nunmehr beschloffene Sache und ist infolge besten seit einigen Tagen mit den Vorarbeiten begonnen. Bei den AufgrabungSarbetten ist noch eine seither unbekannte Quelle oberhalb deS Ortes entdeckt worden, welche dem Unternehmen sehr zu gute kommt. Eine Firma aus Fulda hat den Bau übernommen.
§§ Bo« höhere» «ogettberg, 12. September. Die Himbeeren-Ernte in hiesiger Gegend, namentlich im Oberwald, ist jetzt beendet. Die ärmeren Bewohner unserer Gegend hatten auch diese- Jahr wieder einen schönen Erlös daraus erzielt.
Darmstadt, 13. September. Wie die „N. Heff. Blk-bl. vernehmen, hat Se. Kgl. Hoheit der Großherzog Seiner Majestät dem Kaiser Nicolaus ein größeres Terrain auf dem oberen Thetle der Mathildenhöhe, wofelbst sich eben das sogen. Herrschaftshaus befindet, zur Verfügung gestellt und will der Kaiser an dieser Stelle auf eigene Kosten eine griechische Eapelle errichten lasten, da die sich hier und in Frankfurt aufhaltenden Rusten, welche dem orthodoxen Gottesdienst beiwohnen wollen, zur Zeit stet- nach Wie-, baden ober Homburg reisen wüsten. Die Pläne zur Capelle find dem Vernehmen nach durch Herrn Profeffor Baurath Hofmann angefertigt und die Vorarbeiten bereit- so wett vorgeschritten, daß möglicher Weise schon bei der demnächstigen Anwesenheit der russischen Majestäten die Grundsteinlegung erfolgen kann.
4- Seligenstadt, 12. September. Im südöstlichen Thetle unserer Stadt, an der Stelle, wo Gustav Adolf, Köutg von Schweden, am 25. November 1631 die Gemetndedeputation empfing, welche unter Ueberreichung der Stadtschlüstel die Gnade de- Sieger- für Seligenstadt erbat, prangt gegen» wärtig die schön renovtrte evangelische Kirche, da- erste durch Mittel de- Gustav«Adolf.Vereins tu Deutschland erbaute Gotteshaus byzanttnischen Styls, im Festgewande. Denn am 26. l. Mts. begeht unsere evangelische Kirche das 50jährige Jubiläum, au- welchem Anlaste die um. faffendsten, theil- sehr nöthig gewesenen Reparaturen und Erneuerungen vorgenommen wurden, was einen Kostenaufwand von etwa 4200 Mark verursachte, welcher nur -um Theil durch Beiträge der Gemeindeglteder und Stiftungen gedeckt ist, sodaß hinsichtlich deS Reste- die Aufnahme eines AulehenS erforderlich ist, wenn nicht durch weitere Schenkungen das Fehlende beigesteuert wird.
△ Mainz, 13. September. Die U e b e r s ch w e m m u n g S. gefahr ist im Abnehmen begriffen. Don dem ganzen Ober, rheiu wird Stillstand oder langsames Fallen gemeldet. Hier, wo seit SamStag die niedergelegenen Ufer überfluthet find, ist da- Master in verflostener Nacht noch eine Kleinigkeit gestiegen und zeigt der Pegel gegenwärtig 3,72 Meter. In dem Ried und in den Niederungen zwischen hier und Bingen hat das Hochwaster schon beträchtlichen Schaden angerichtet, indem die Früchte großer Feldcomplexe durch das Master vernichtet sind. — Die jüngst aus der Kupferberg'schen Druckerei und dem Verlag deS „Mainzer Anzeiger" gegründete Actiengesellschaft „Mainzer BerlagSanftalt und Druckerei" hat für Mk. 350000 einen größeren Hauser« complex erworben, wodurch das Actiencapital auf eine Höhe von 1 Million gebracht ist.
△ AuS dem Rheingau, 13. September. Auf der in Diez abgehaltenen 76. Generalversammlung der Land« und Forstwirthe Nassaus wurden dem WeingutSbesttzrr Jul. MulheuS in Eltville für seine zur Ausstellung gebrachten 1895er Weine, eigenes WachSthum, von der Prüfung«. :ommission die silberne Medaille und acht Ehrendiplome zuerkannt.
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* Braunfels, 12. September. Der gestrige Tag war für unsere Stadt ein Festtag seltener Art. Unser Reichskanzler, Fürst Hohenlohe, beehrte und erfreute Braunfels mit seinem Besuche. Der Anlaß war die Anwesenheit seines Sohne« Prinzen Alexander und dessen Gemahlin (der früheren Fürstin Emanuela zu Solms) auf hiesigem Schlosse, die mit den Kindern des Fürsten Georg, dem minorennen Fürsten und dessen Schwestern, zur Zeit auf Schloß Braunfels weilen. Die Nähe Homburgs, wo der Reichskanzler den Manöver« ragen und der Zusammenkunft des italienischen KöntgSpaareS mit unserem Kaiserpaare beigewohnt hatte, machte den Be« such von Braunfels, auch die Sehenswürdigkeit seines Schlosse-, einladend. Um etwa halb sieben Uhr kam der Reichskanzler auf dem Schlosse an, und soweit die Einwohner die Ankunft vernommen hatten, waren die Häuser zu Ehren de- hohen Gastes beflaggt. Rasch aber verbreitete sich dann die frohe Kunde und die Vereine der Bürgerschaft ließen es sich nicht nehmen, dem allverehrten hohen Herrn mit Fackelzug, Lieder, grüß und feierliche Ansprache ihre Huldigung darzubringen. Um halb neun Uhr füllte sich der weite Schloßhof mit dem größten Theile der Bewohner von Braunfels, Fackeln und Lampions beleuchteten die hohen Bauten, farbiges Licht bestrahlte die mächtigen Mauern der Thürme. Herr Bürgermeister Weber trat dann vor und feierte mit kräftiger Stimme den Reichskanzler als den bewährten Rathgeber unseres kaiserlichen Herrn, ihm für seine treue Arbeit noch viele Jahre Kräfte wünschend. Ein donnernde- Hoch schloß die schöne
Ansprache. Dann folgten passende Lieder de- GefaugvereinS, woraus sich der Reichskanzler den Bürgermeister, sowie die
Führer ber Vereine, Baumeister Seiler und Hauptlehrer Beckert, dorstellen ließ und ihnen zur Verkündigung an die Bewohner von Braunfels feinen Dank für die dargebrachte Ehrung in feiner herzlichen, schlichten Weise aussprach, dabei betonend, daß ihn solche besonder- erfreue hier, in der Rhein- irovioz, wo er einst feine Beamtenlausbahu als AuScultator u Coblenz angetreten habe. Dem hohen Auftrage gemäß ergriff dann der Bürgermeister nochmals das Wort, um den Dank des Reichskanzlers, welcher die kühle Nachtluft meiden mußte, zu verkünden. Ein nochmaliges Hoch beendete die Feier. — Wenn wir fo die Huldigung Patriotischer Männer ür unseren Reichskanzler geschildert haben, deffeu Verdienste um da- Vaterland als Minister, Förderer deS Zollverein-, Bevollmächtigter de- Berliner CongreffeS, Botschafter in Pari-, Statthalter der Reichslande, die Reich-kanzlerwürde als naturgemäße Krönung einer fegensreichen patriotischen Laufbahn erscheinen laffen, so lehrt ein Blick in die Geschichte eine- altedeln Hause-, daß auch seine ältesten Ahnen schon zur Hohenstaufenzeit daS kaiserliche Vertrauen genoffen haben. Sein Ahne Gottfried von Hohenlohe war der Vertraute Kaiser Heinrich- VI., deS Sohnes von Friedrich Barbaroffa. In der Regierungszeit Kaiser Heinrichs hat der Ahne unseres Reichskanzlers an den Kriegszügen seine- Herrn Theil ge« nommen, der sein Erbe, die Krone Italiens, mit ber deutschen Krone zu vereinigen trachtete. Noch in unseren Tagen trug Castell Monopoli in Apulien das Hohenlohe'sche Wappen, die drei Leoparden. Damals war der deutsche Name verhaßt in Italien und heute ist er dort ein FreuudeSname. Und wieder ist, nach 700 Jahren, ein Hohenlohe einem deutschen Kaiser nahe gewesen bei einer festlichen Zusammenkunft, wo die Träger der Kronen Italiens und Deutschlands in treuer Freundschaft vereint waren. — Der Wunsch, daß dem Reichskanzler noch viele Jahre segensreichen Wirkens beschieden sein möchten, wird im ganzen Vaterland gethetlt, denn reiche Ec. fahrung ist unschätzbar und freundliche Art gewinnt die Herzen.
(Wetzl. Anz.)
• Limburg a. L., 9. September. Die hiesige Strafkammer verurtheilte den frühern Kasfirer des Vorschußvereins von Frickhofen, Anton F. wegen Schädigung seines Instituts durch Unregelmäßigkeiten in der Geschäft-führung um etwa 32,000 Mk., von denen 8000 Mk. unmittelbar unterschlagen waren, zu drei Jahren Gefängniß. Ein wegen Beihlllfe mit angeklagter Lehrer a. D. wurde freigesprochen.
* Frouhausen, 13. September. Vom Tode des Ertrinken- gerettet wurde das dreijährige Töchterchen einer hiesigen Familie. Dasselbe, auf dem Hofe spielend, kam an ein Faß, in dem Regenwaffer angesammelt war. Es beugte sich darüber und stürzte hinein. Der hinzukommende hiesige Schornsteinfeger Herr Sch leig er befreite es aus seiner Lage und war deS Kindes Körper schon ganz blau angelaufen.
♦ Kassel, 12. September. Die hiesige Ferien«Straf kammer verurtheilte den Arbeiter Johanne- Muster von hier wegen Majeftät-beleidigung in fünf Fällen, sowie Be drohung und Körperverletzung zu sechs Jahren Gefängnih. Die Majestätsbeleidigungen waren zum größten Theile im engeren befreundeten Kreise gefallen und später ctngetretene Zerwürfnisse hatten zur Anzeige geführt.
• Frankfurt a. M., 13. September. Man schreibt der „Franks. Ztg.": Die heimgekehrten Manöver-Soldaten loben die Aufnahme, die sie bei der ländlichen Bevölkerung gefunden haben. Sogar sehr arme Leute thaten ihr Beste«, um die Krieger unterzubringen und zu beköstigen, so gut eS eben bei dem Mangel, der fast an allen Dingen herrschte, möglich war. Nur in der reichen Stadt Frankfurt war das nicht überall der Fall. Hier wurden z. B., um einen besonder- unliebsamen Vorgang zu erwähnen, zwei Compagnien, die fünfte und die achte deS Hessischen Leibgarde-Regiments Nr. 115, in einen noch nassen Neubau an der Bornheimer Landstraße eingepfercht, in dem noch die Handwerker be schästigt waren. ES fehlte hier an Allem, selbst an ge- trügendem Stroh, und die Gardisten mußten sich, um sich Überhaupt waschen zu können, der Maurereimer bedienen. Von einer Erquickung nach den anstrengenden Tagen war natürlich gar keine Rede. In der Mörfelder Landstraße sollen sogar Soldaten in einem Neubau ohne Fenster untergebracht worden sein! Die Soldaten hatten sich sehr gefreut und tagelang vorher davon gesprochen, daß sie nach Franko furt ins Quartier kämen. Sie zehrten in dieser frohen Voraussicht die gefaßten Rationen unterwegs auf, da in Frankfurt schon für sie gesorgt fein werde. Um fo bitterer war die Enttäuschung. Sie gingen hungrig in den feuchten Quartieren zur Ruhe, uud hungrig zogen sie am anderen Morgen weiter.
• Koblenz, 9. September. Die „Cobl. Ztg." schreibt: Trotzdem in Coblenz eine lange Reihe von Jahren hindurch viele Fürstlichkeiten ihre Residenz aufgeschlagen haben, ist der Titel Residenzstadt für Coblenz nie officiell gebraucht worden. In dem Dank deS Kaisers an die Provinz wird nunmehr Coblenz von Allerhöchster Stelle aus als Residenzstadt osfictell bezeichnet, ein Titel, den neben Berlin, Potsdam, Königsberg, Breslau u. f. w. nunmehr auch Coblenz zu beanspruchen hat. Von Seiten der städtischen Behörde find be« reit« Vorkehrungen getroffen worden, daß für die Folge die von ihr ausgefertigten Schriftstücke u. f. w. am Kopfe die Bezeichnung „Residenzstadt Coblenz" führen.
• Die besten Kanoniere. Be« dem diesjährigen Wrti- bewerb der sechzehn Fußartillerie Regimenter um die vom Kaiser gestiftete Schießauszeichnung hat die 5. Compagnie des Garde-Fußartillerie-Regiments in Spandau den Sieg errungen. Sie trägt deßhalb feit Donnerstag auf Dem rechten Oberarm das betreffenbe Abzeichen, zwei von einem Eichenkranz umgebene Kanonenrohre.
• Plauen i. V., 12 September. Ein 18 Jahre alter Bursche, ben ber Viehhänbler Hahnemann aus Heiner«- borf auS Gefälligkeit auf feinem Wagen mitfahren ließ, hat ben Genannten von hinten mit einem Messerstich ermorbet. Der Mörber raubte feinem Opfer eine Baarfchaft von
Citerafcu? uwb Arrnjr.
— Die NeichSdruckerei bereitet zur Pariser Weltausstellung von 1900 eine Piawlausa-de des Nibelungenliedes vor.
— Es gi't olde Menschen, die stch nur schwer oder auch gar nicht in tadellariichen Werken zurechtfinden können. Insbesondere müssen daher weitläufige Tabellen Überall da vermieden werden wo es sich um Hilssbücher für das große Publikum handelt. Von diesem Gesichtspunkte ausgehend hat die Verlagsbuchhandlrng von Gerh. Kühtmann in Dresden Die soeben erschienene sechste Ausgabe des ersten Bandes ihres bekannten „Kleine« «itephatt" vom Post- assistenten O. TholotowSky vollständig umarbeiten lasten und ba» durch diese, beliebte Nachschlagebuch für die Allgemeinheit noch brauchbarer gestaltet. Eine weitere Neuerung besteht darin, daß nunmehr auch dieser erste Band außer geheftet für Mk. 1.50, in gleicher Mise wie der zweite — das Orts- unb Zonenverzeichniß - in biegsamem Einband für Mk. 2.- verausgabt wird. Daß alle neuen Bestimmungen, u. a. auch der neue Telegrammtarif rc., Aufnahme gefunden haben, versteht sich bei der Zuverlässigkeit deS Kleinen Stephan" von selbst. Wir können das Nachschlagebuch aus eigener Erfahrung Allen, die irgendwie mit der Post zu thun haben — und dazu gehören wohl die meisten unserer Leser — ange- legentlichst empfehlen.__
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•Mett# 14. September. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,10—1,25, Hühnereier pr. St. 6—7 2 St. 00 H, Enteneier 1 St. C—00 4, Otafe* *
der pr. St. 00-00 H, Käse pr. St. 5-8 H, Käsemade pr. St. 3 * Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen pr. Liter 27 4, Tauben pr. Pur X 0,55 bi« 0,70, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,10, Hahnen pr.Stück x 0,o0—0,80, Enten pr. Stück X 1,40-1,60, Gänse pr. Pfund X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 H, Kuh-und Rindfleisch pr. Pfd. 60-66 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 64 bis 72 4, Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 76 i, Kalbfleisch Pr- $f^ 56-60 * Hammelfleisch pr. Pfd. 50-66 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,(0 Ml 7,00 x, Weißkraut pr. Stück 0--00 H, Zwiebeln pr. Gcnthci X 7,00—0.00, Milch pr. Liter 16 H.
400 Mk. und fuhr mit dem Wagen nach dem nächsten Ort, wo er die darauf befindlichen vier Schweine verkaufte. Die Leiche des Viehhändler- wurde im Walde verscharrt gesunden. Näheres über den Mörder ist bisher nicht bekannt.
• 23,000 Mark ftrtgeschwommeu. Au- Löwenberg in Schlesien wird geschrieben: In der SchreckenSnacht vom 29. zum 30. Juli d. I. ist ein dem Tischlermeister Mannich in Steine gehöriger, zwei bi- drei Gentner schwerer und auf einem hölzernen, schrankartigen Untersatze ausgeschraubter, eiserner Kasten durch da- Hochwasser fortgerissen worden. Der Untersatz wurde Tag- darauf zu Röhr-dorf grfl. im UeberschwemmungSgebiete gefunden, freilich zum Schrecken deS Besitzers ohne den eisernen Kasten, nach dem noch heute gefahndet wird. Man vermuthet, daß er durch feine Schwere in bas Kiesbett de« Bobers eingesunken ist und darin be- graben liegt sarnmt seinem werthvollen Inhalt. ES befanden sich nämlich darin außer etwa 23,000 Mk. in Gold mtd Goldwerth noch zwei Sparkassenbücher über 4038.93 Mk. und 4059.87 Mk., dazu zahlreiche Belege und Rechnungen für 1896/97. Ä t
• Bamberg, 7. September. Eine Blüthe des Sub- missionswesens erregt hier Aufsehen. Die eisernen Geländer an den QuaiS sollen neuen Anstrich erhalten. Bet der ersten Submission stellten die größeren Meister Angebote von 30 bis 35 Pfg. für den laufenden Meter- darauf hin wurde eine -weite SubmisfionSverhandlung anberaumt, bei welcher ein Kleinmeister sich erbot, um 5 Pfg. den Anstrich auszuführen. Der Magistrat hat diesem den Zuschlag er- theilt, ihm jedoch auch da« Recht de« Verzichtes eingeraumt, wenn er nicht auf seine Kosten komme.
• Ein internationaler Kongreß zum Schutze insecten, fressender Vögel soll auf Betreiben von LouiS Adrien Levat, dem Vorsitzenden der Ligue frangaise omithophile, im October dieses Jahres abgehalten werden. ES handel: sich dabei um einen Gegenstand von proctischer Bedeutung, der nur auf internationalem Wege gefördert werden kann. Bekanntlich fällt alljährlich eine große Zahl unserer heimischen Singvögel bei ihrem winterlichen Aufenthalt in süd- sichen Gegenden, wo eS um den Vogelschutz noch schlechter bestellt ist, als bet uns, den Vogelstellern zum Opfer. Da diese Vögel zumeist auch nützliche Jnsectenfänger find, so würde ein internationaler Schutz derselben doppelt zu wünschen sein.
• Raritäten. Vor einigen Jahren hatte ein Pariser Händler mit Antiquitäten und Kunstsachen in seinem Laden die Haut der Schlange auSgehäugt, die Eva verführt hatte. Adam hatte die Schlange nachher erschlagen. Die Haut vererbte sich unter seinen Nachkommen in Asien, wie eö eine Menge Zeugnisse bestätigten, die der Händler vorlegte. Jetzt hat, laut der „Voss. Ztg.", ein Haarkräusler im Badeort Bourboule in feinem Schaufenster einen häßlichen Knüttel ausgestellt mit der Beifchrift: „Stock au8 echtem Olivenholz, aus Jerusalem, der Pontius Pilatus gehört hat im Jahre 27 unserer Zeitrechnung, Preis 7000 FrS." Da fehlen bloß noch der Regenschirm des HerodeS und die Brille deS Hohe- pkiesterS KaiphaS. ____
UniverMSts - Nachrichten.
Rostock, 13. September. Der Rector der hiesigen Universität, Professor Dr. Berlin, ist heute hier gestorben.
— Zürich, 11. September. Die Berufung des Professors Julius Wolf nach Bre-lau ist nun nicht mehr anzuzweifeln. Er wird in einigen Tagen dorthin übersiedeln. Die luristifch-ftaats- wtssenschastliche Facultät der Universität Zürich gab gestern Abend dem Scheidenden bereits ein Abfchiedsessen.
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