H. Mv. 163 Erstes Blatt_______Donnerstag den 15 Juli
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lawatymt vom Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden lag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr.
Aintlreher Theil.
Bekanntmachung,
betreffend: Maul» und Klauenseuche.
Iu der Gemeinde Nauborn, Kreis Wetzlar, ist die Kaul* und Klauenseuche amtlich festgestellt und Gehöftsperre argeordnet worden.
In Amönau, Kreis Marburg, ist die Maul' und Klauenseuche erloschen und die angeorduete Orts- und Ge- Mikungssperre wieder aufgehoben worden.
Gießen, den 14. Juli 1897.
GroßherzoglicheS KreiSamt Gießen, v. Gagern.
Bekanntmachung, betreffend: die Veranstaltung von Berloosungen innerhalb des GroßherzogthumS.
Der OrtSvorstand zu Nidda beabfichtigt mit dem am 6. September l. I. stattfindenden Herbstmarkte eine ©er» loofung von Vieh, landwirthschaftltchen Geräthschaften und TebrauchSgegcnständen zu verbinden.
Großh. Ministerium des Innern hat die nachgesuchte Srlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bebingung ertheilt, daß nicht mehr als 8000 Loose zu 0.50 Mk. daS Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens iiOpCt. des BruttoerlöseS aus dem Verkaufe der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden find und zvgleich den Vertrieb der Loose in der Provinz Oberheffen gcjiatttt.
Gießen, den 13. Juli 1897.
GroßherzoglicheS KreiSamt Gießen.
v. Gagern.
Deutsche» Reich.
Hamburg, 11. Juli. Vom 12. bis 16. August tagt hin der FrtedenS-Cougreß. Am ersten Abend findet nadt einer vorausgegangenen CommissionSfitzung eine öffentliche Volksversammlung statt, bei welcher bekannte FriedenS- Z-eunde des In- und Auslandes, u. A. v. Egidy und Richard ZrlsthauS Vorträge halben werden. Am 13. August finden |tne* Plenarfitzungen statt. Für diesen Tag ist ferner vor- zeseden die Begrüßung deS CongresieS durch den Senat und AlLfidenten der Bürgerschaft. Die Sitzungen finden alle im öitzungssaale der Bürgerschaft statt. Am 14. August werden »ielver zwei Plenarsitzungen abgehalten, ebenso am 16. Für den 15. August ist eine Extrafahrt nach Helgoland vor- zclkhen.
XZctKsiie
WolffS telegraphisches Correspondmz-Bureau.
Stuttgart, 13. Juli. Aus Ulm meldet das „Deutsche LolkSblatt": Gestern wurde in der FelbartillerieKaserne ein Ulmer Bürgersohn mit einem Franzosen verhaftet, die sich kr Spionage schuldig gemacht haben sollen.
Odde, 13. Juli. Der Kaiser konnte bei ruhiger, vilder Lust auf Deck verweilen. Die Nachtruhe war sehr |it. Die Absorbtrung deS BluterguffeS im Auge vollzieht fh regelrecht.
Wien, 13. Juli. Das Reichsgericht kam heute zu Ittn Erkenntnih, daß durch den Erlaß des Ministeriums des Innern, der die Auflösung der Eisenbahnvereine lirjügle, eine Verletzung des Gesetzes nicht stattgesunden hat.
Depcichen des Bureau »Herold/
verliu, 13. Juli. Wie dem „Berl. Tagebl." auS öhristiama telegraphin wird, gedenkt der Kaiser von Bergen nuS die Rückreise anzutreten.
Berlia. 13. Juli. Wie aus Tegernsee gemeldet niu, hat die Kaiserin ihren Besuch bei dem Prinzregenten ton Bayern um einige Tage verschoben.
verliu, 13. Juli. AuS Odde wird amtlich bestätigt, ta§ der Lieutenant zur See von Hahnke gestern Abend ms Leben gekommen ist, Auf einer Radfahrt stürzte er an drcr Stelle des Weges in den Landwennfee und ertrank, h-wte Vormittag waren 160 Manu damit beschäftigt, die 8iid)e zu suchen.
Berlin, 13. Juli. Bon dem Handelsminister soll, wie btt „©off. Ztg." hört, an die Aeltefteu der hiesigen lauifmannschaft die Anfrage ergangen sein, ob eS nicht zweckmäßig sei, eine Versammlung der Mitglieder der Pro» bncttenbörse einzuberufen, in der Sachverständige ernannt
werden, die an der Börse unter Aussicht des StaatScomrmffarS , für Feststellung der Getreide-Notirungen beitragen sollen. ! Da die gegenwärtige Productenbörse tndeffen nur aus einem Saale ohne Besucher besteht, so werden, wie verlautet, die Aeltesten zur Antwort geben, daß von der Regierung erst die Grundlage zur Herstellung einer Productenbörse gegeben werden müffe und daß dann erst die Feststellung der Preise in Frage kommen könne. Im Verein Berliner Getreide» und Productenhändler wird die Angelegenheit in der nächsten Sitzung des Vorstandes des Aeltesten-EollegiumS in einer Berathung zum Vortrage kommen.
Wilhelmshaven, 13. Juli. Der Kaiser trifft Ende Juli hier ein, um dem Stapellauf des Panzers erster Klaffe „Ersatz Friedrich der Große" beizuwohnen.
Prag, 13. Juli. Sämmtliche tschechische Blätter beschäftigen sich mit den Vorgängen in Eger und beschuldigen die deutschen Abgeordneten und da» ganze deutsche Volk Böhmens der Preußen-Seuche.
Prag, 13. Juli. Der Stadtrath beschloß den für den 18. Juli nach hier einberufenen tschechischen Städtetag, in welchem über die Rechte der tschechischen Sprache verhandelt werden soll, auf unbestimmte Zeit zu vertagen.
Pari», 13. Juli. Der russische Finanzminifter unterhandelt hier wegen einer Anleihe von 250 Millionen.
Warschau, 13. Juli. Es wird zuverlässig bestätigt, daß das Zarenpoar hier am 12. September zu viertägigem Aufenthalt eintreffen und dann für einige Wochen nach dem Lustschloß Spala gehen wird.
Washington, 13. Juli. Die Botschaft des Präsidenten Mac Kinley über die Münzfrage erklärt dem Parlament, daß die Münzreform ebenso dringend fei wie der Zolltarif. ______________
Königsberg, 14. Juli. Bei Kl ei bitten kamen russische Grenzsoldaten ins Handgemenge mit4Schmugglern, welche Spiritus über die Grenze schaffen wollten. Ein Schmuggler wurde getödtet.
Wien, 14. Juli. Gestern fand unter Vorsitz des Kaisers ein gemeinsamer Ministerrath statt. Die ungarische Regierung war durch Banffy vertreten. In politischen Kreisen gilt die Stellung des MintsteriumS Badeni infolge der Kundgebungen des verfassungstreuen Grundbesitze» stark erschüttert.
Paris, 14. Juli. Die französische Compagnie hat für die Ankunft des Präsidenten in Kronstadt einen großen Dampfer gemietet, worauf 600 französische Notabeln mit einem MnsikcorpS und Pariser republikanischen Gardisten dem Präsidenten entgegen fahren werden. Präsident Faure wird in Petersburg den Grundstein für ein von der französischen Colonie zu erbauendes Spital legen. Nach der Zeremonie wird dem Präsidenten eine goldene Kelle und ein ebensolcher Hammer zum Geschenk angeboten.
Bergen, 14. Juli. Die Besserung im Befinden deS Kaisers schreitet fort. Kaiser Franz Joseph hat ein Theilnahmetelegramm gesandt. In der Antwort drückt Kaiser Wilhelm seinen Dank auS und verfichert, daß fein Befinden andauernd befriedigend sei.
CtcaUs riir- provinzielles.
Gießen, den 14. Juli 1897.
• * Technische Hochschule Darmstadt. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 5. Juli den Professor Geheimen Baurath Berndt für die Zeit vom 1. September 1897 bis 31. August 1898 zum Rector der Technischen Hochschule zu ernennen und dem Privatdoceuten für daS Fach der Chemie an der Technischen Hochschule Dr. Adalbert Ko l b den Character als „Pro- ftffor" zu verleihen.
• * Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 5. Juli den in der Eigenschaft als Volksschullehrer angestellten Lehrer am Realgymnafium und an der Realschule zu Gießen Joseph Luley zum Lehrer an dieser Anstalt mit den Rechten eine» Civilbeamren zu ernennen.
* * Bestätigung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, am 5. Juli den von der franzöflsch-refoimirten Gemeinde zu Offenbach a. M., Decanat Offenbach, auf die französisch reformirte Pfarrstelle daselbst durch Wabl zum Pfarrer präsentirten Psarrverwalter Adolf Lehn zu Offenbach für diese Stelle zu bestätigen.
♦ * AuS dem Justtzdienst. Durch Entschließung Groß- herzoglichen Ministeriums des Innern fwurden die Gerichts- accesfisten: 1) Dr. Philipp Geyl au« Mainz, 2) Dr. Carl Kehrein au» Mainz, 3) Dr. Nikolaus Reinhart au»
Worms und 4) Paul Wörner aus Darmstadt zu Siegte» rungSaffefforen, — die GerichtSoccesfisten: 1) Ludwig
Bender auS Darmstadt, 2) Wilhelm Bernbeck an» Nieder Wöllstadt, 3) Wilh. Brehm aufl Alzey, 4) Dr. Carl Gebhardt aus Mainz, 5) Friedrich Geller au» Darmstadt, 6) Otto Hamburger au8 Grünberg, 7) Johann Baptist Rauch auS Darmstadt und 8) Dr. Curt Spohr aus Gießen zu GerichtSaffefforen ernannt.
** OeffeuUiche Anerkennung einer edlen That. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Schiffer Michael Anstatt V. zu Weisenau in Anerkennung der von demselben mit Muth und Entschloffenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr ausgeführten Rettung des Carl Kirstein in Mainz vom Tode des Ertrinkens die Rettungsmedaille zu verleihen geruht.
•• AuS dem HaudelSkammer vericht. Den im Handels» kammer Bericht für 1896 enthaltenen Berichten über That- fachen entnehmen wir folgendes auf Grund der von den einzelnen Branchen eingelaufenen Berichte Erstattete:
Bankgeschäft. Die Ergebniffe des Bankgeschäft» im Jahre 1896 können wir auch in unserem diesjährigen Berichte als befriedigende bezeichnen. Die Bank« und Börsen- thätigkeit ist zwar durch die jüngsten gesetzgeberischen Maß» nahmen, welche bei ihrer Einführung mancherlei Unsicherheit und Unklarheit begegneten, in ihrer Entwickelung gehemmt worden, sodaß deren Einfluß auch auf daS hiesige Geschäft nicht zu verkennen war, doch steht zu erhoffen, daß nach Ueberwindung dieses UebergangSstadiumS eine ersprießlichere Thätigkcit möglich wird. Der Beginn der Convertirung unserer 4procentigen heimischen Anlehen in die 3>/zprocentige Form gab fast zu keinen Brsitzverschiebungen Anlaß und brachte dieselbe daher auch wenig lohnende Umsätze.
Buchdruckerei. Eine Buchdruckerei berichtet: Die Buchdruckerei konnte im Jahre 1896 einen im Allgemeines befriedigenden Geschäftsgang aufweisen, ohne daß sich jedoch Betriebserweiterungen nöthig gemacht hätten. Auch blieb der Verdienst hinter den Erwartungen, zu denen der Aufwand an Arbeitskraft und das Bestreben, m;t den Fortschritten der Technik auf gleicher Höhe zu bleiben, die Anschaffung neuen Schriftmaterials usw. berechtigen sollten, zurück. Leider ist daS Verftändniß für die Berechtigung, hohen Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Betriebe unv an die Güte der Arbeit auch entsprechende Gegenleistungen, d. h. Bezahlung der Druckarbeiten, entgegenzustellen, bei manchem Betriebs- inhaber zu verm'ffen,. sodaß die nach dieser Richtung auf die Hebung des Gewerbes gerichteten Bestcebungen so gut wie erfolglos find. Man darf der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß es eine große Anzahl Betriebe anderer Branchen gibt, bet denen das 'm Betriebe steckende Capital bester rentirt, als in der Buchdruckerei. Die Entwickelung dcS Gewerbe» am Platze wird zudem nachtheilig beeinflußt durch auswärtige Reisegeschäfte, ferner dadurch, daß dem Fache sonst technisch fernstehende Personen sich mit Uebernahme und Lieferung von Drucksachen beschäftigen, die sie auswärts, theilS in Strafanstalten usw. anfertigen lasten. GS wird dadurch der auch oft von Inhabern anderer Branchen gekennzeichnete Jrrthum genährt, daß die Geschäfte am Platze nicht ebenso gut und preiswürdig liefern könnten al» auswärtige. Dieser Anschauung wird nicht zum Mindesten auch in den Fabri- kantenkreisen gehuldigt. Ein großer Krebsschaden auch für unser Gewerbe ist daS sich immer mehr ausdehnende Sub- rntsfionSwesen. Man mag solches bezüglich der Ausführung umfangreicherer Aufträge als angängig bezeichnen- daß indeß kleine und kleinste Aufträge bis herunter unter 5 Mark aus» geschrieben werden, trägt weder zur Gesundung der Gewerbe- verhältniste bei, noch dürfte e» im Jntereffe der ausschreibendes Behörden selbst liegen, denn der Aufwand an Schreibarbeit usw. steht oft in keinem Verhältniß zu den au» der Submission erhofften Bortheilen. Eine Regelung deS SubmisfionS- wesens gehört darum schon lange zu den berechtigten Wünschen der Buchdrucker. Der seit Mitte des vorigen JahreS ein* geführte Lohntarif legte den Betrieben erneut Opfer auf, ohne daß dieselben in der Lage waren, diese Summen an Mehraufwand an Löhnen durch billige Erhöhung der Preise der Drucksachen etwas zu paralystren. Die Lasten, die die Gewerbegrsetzgebung, die socialpolitischen Gesetze usw. dem Gewerbe auferlegen, dürften in der Hinsicht zu erleichtern sein, daß eine Vereinfachung deS Verkehrs zwischen den mit Ausführung der Gesetze berufenen Organen und den Gewerb- treibenben herbeigeführt wird. Die» gilt besonders auch von den Anforderungen, die die BerufSgenoffenschafteu zahlenmäßig und in einer Ausführlichkeit stellen, für welche vielfach das richtige Berstaudnih fehlt, die aber, die damit verbundene» Arbeiten in GeldeSwerth umgefetzt, die Lasten noch bedeutend erhöhen.


