Ausgabe 
15.4.1897 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

am 15. März wurde dem SchulannsaSptranteu Peter von der Au aus Bechtolsheim die Lehrerstelle an der Schule auf der GustavSburg, Gemeinde GtnSheim, Kreis Groß-Gerau, übertragen; am 19. März wurde der von dem Herrn Prinzen Albrecht zu SolmS Braunfels auf die Lehrerstelle an der Gemeindefchule zu Dorf Gtll, Kreis Gießen, präfentirte TchulamtSaSptraut Jacob Söhre- aus Erzhausen für diese Stelle bestätigt- am 20. März"wurde dem Schullehrer Earl Röder zu RebgeShain die Lehrer- stelle au der Gemeindefchule zu Dintesheim, Kreis Alzey, an demselben Tage wurde dem SchulamtSaSpiranten Heinrich Burk aus Watzenborn eine Lehrerstelle au der Gemeindefchule zu Wteseck, KretS Gießen, an demselben Tage wurde dem Schulverwalter Eugen Neutz zn Stein- Bockenheim eine Lehrerstelle an der Gemeindefchule daselbst übertragen.

Wetterbericht. Von Westen ist zwar niederer Druck noch weiter nach Central-Europa hereingerückt, doch behauptet das barometrische Maximum in seinem Kern im Nordosteu zunächst noch die Herrschaft. Unter seinem Einfluß ist daher die Witterung auf unserem Gebiete zumeist heiter, die Tempe­raturen find fast überall etwas gestiegen. Voraus­sichtliche Witterung: Der WitterungScharacter ist zu­nächst noch wenig verändert.

§§ Bom höheren Vogelsberg. 12. April. Seit einige« Tagen herrscht bet uns FrühltngSwetter und in den geschützten Lagen hebt fich die Vegetation,- jedoch befürchtet man, daß dies für die hohe, rauhe Gebirgsgegend zu früh sei und eintretende Fröste da- Wachsthum hindern könnten. Die Roggen- und Wetzensaat steht prachtvoll, ebenso der WtnterrapS. Allenthalben macht fich Mangel sowohl an Heu als auch an Stroh bemerkbar. Infolge besten find dte Preise seit letzter Zett bedeutend gestiegen. Der Ceutner Heu kostet 3 Mk. 50 Pfg. bis 3 Mk. 80 Pfg., Stroh ist hier gar nicht mehr zu bekommen, täglich fieht man Wagen mit Stroh be­laden, aus der Wetterau kommend, die Staatsstraße Gedern Grebenhain paffiren. Der Centner Roggenstroh, Hauddrufch, kostet 2 Mk. 30 Pfg. bis 2 Mk. 50 Pfg-, Maschinendrusch und Weizenstroh 1 Mk. 80 Pfg. b s 2 Mk., Haserstroh 1 Mk. 50 Pfg. bis 1 Mk. 70 Pfg. Dte Preise für Schafe sind hier in letzter Zeit stillstehend, namentlich die der gerade jetzt verkäuflichen sogen. Jährlinge, das Paar kostet 48 bis 52 Mk. Die Ferkel-Preise find verhältniß- mäßig hoch. Das Paar, 6 bis 8 Wochen alt, wurde seither verkauft mit 38 bis 42 Mk.

Darmstadt. 12. April. Die führende Sectiou des Odenwaldclubs Darmstadt hielt heute ihre General» Versammlung ab. Sie zählt jetzt 852 Mitglieder und fünf Ehrenmitglieder. Vereinnahmt wurden im letzten Rechnungs­jahre 3072 Mk., verausgabt 2553 Mk., der Voranschlag fieht 2573 Mk. in Einnahme und Ausgabe vor. Elf Touren pro 1896/97, weift im Clubgebtet, fanden die Genehmigung, darunter auch eine Tour im Nahegebtet- außerdem ist eine Anderthalbtags - Tour nach der Pfalz vorgesehen, für daS nächste Jahr eine I V,2 tägige Vogelsberg Wanderung mit Besuch des Hoherodskopf-FesteS.

WormS, 13. April. In dem hiesigen Pfründnerhause geriethen gestern Nacht mehrere daselbst befindliche ältere Frauen mit einer anderen, geistesschwachen Frau in Streit, weil dte letztere so viel Lärm machte, daß die ersteren nicht schlafen konnten. Die Frauen schlugen dte lärmende Pfründ- nertn derart, daß sie angeblich infolge dieser Mißhandlungen verstarb. Zwei Frauen wurden bereits verhaftet.

A Mainz, 13. April. Nach mehrwöchentlichem Leiden ist heme Mittag im Alter von 69 Jahren der Landtags- Abgeordnete Schriftsteller Philipp Wasserburg gestorben. Der Dahiugeschiedene, welcher in Wort und Schrift schneidig sür dte CentrumSpartei eintrat, gehörte über 20 Jahre dem hessischen Landtag und ebenso lange der hiesigen Stadtver­ordnetenversammlung an; zuerst vertrat Wasserburg den Landkreis Offenbach und zuletzt den Landkreis Bingen in der Kammer. Im Wahlkreis Bingen-Alzey candidtrte er ver­schiedentlich für den Reichstag. Sowohl im Landtag wie in der Stadtverordnetenversammlung entfaltete Wasserburg eine große Thätigkeit und war besonders wegen seiner scharfen Sprache im Anfang seiner parlamentarischen Thätigkeit von den politischen Gegnern gesürchtet. Häufig in Volksversamm­lungen als Redner auftretend, erwarb fich Wafferburg durch seine freie, ungezwungene Redeweise eine große Popularität, die noch dadurch erhöht wurde, daß er stet- bereit war, für dte Schwachen und Unterdrückten einzutreten. Als Redacteur des Mainzer Journal" wurde Wafferburg im Jahre 1873 anläßlich eines:Offenen Briefe- an den Kaiser!" wegen MajestätSbeleidigung zu zwei Monaten Festung verurtheilt,

welche Strafe er im Provinzial-ArresthauS in Darmstadt der* büßte. In eine« unter dem Titel:Zwei Monate auf der Festung Darmstadt" erfchtenenrn Tagebuch aus der Haftzeit giebt Wafferburg eine Selbstbiographie von fich, in welcher er anziehend schildert, wie er von seinen ursprünglich commu- nistischen Ideen, wegen welchen er zu Anfang der 50er Jahre über ein Jahr im Gefängntß zubringen mußte, abgekommen ist. Al- Schriftsteller war Wafferburg, der bekanntlich Biele- unter dem PseudonymPhilipp LaicuS" schrieb, außerordentlich productiv, indem er neben großer journalistischer Thätigkeit über dreißig mehrbändige Romane schrieb, ungerechnet der vielen kleinen Schriften über TageSfragen.

8. Rodheinr a b v., 13. April. Mehrfach war schon Zweifel darüber entstanden, ob denn der Bahnbau durch daS Bieberthal zur Ausführung komme« würde. Da bis dahin nichts mehr in dieser Sache geschehen, überhaupt noch keine Schritte betreffs des Geländeerwerbs geschehen find, so glaubte man allgemein, die Bahn käme nicht zur Ausführung. Zwar sollen auf demAbendstern" schon mehrere Waggon Schienengeletse angekommen sein, allein so lange dieselben noch nicht fest auf dem Boden liegen, muß man noch gewiffen Zweifel hegen. Wie wir nunmehr an­der wiederholten Bekanntmachung imGießener Anzeiger" von Seiten Großh. Bürgermeisterei zu Gießen ersehen, so scheinen nunmehr die Verhandlungen wieder ausgenommen zu sein. Wollen wir hoffen, daß die Schienenstraße durch da- lieb­liche Bieberthal bald zur Ausführung kommen wird.

* Köln, 13. April. In der gestrigen Generalversamm­lung der Lesegesellschaft machte der Vorsitzende, Herr Dr. Bachem, Redacteur derKöln. Volks Ztg.", die Mit­theilung, daß der Kafftrer der Gesellschaft seit acht Jahre» Unter schleife gemacht habe, die jetzt 97000 Mk. betragen. Dte Lesegesellschaft ist der Sammelpunkt der liberalen Partei. Der Vorfall erregt großes Aufsehen, da der Kafftrer im öffentlichen Leben hervorragende Stellungen bekleidete und sich besonders als stellvertretender Vorsitzender im Verein gegen das Unwesen tm Handel und Gewerbe hervorthat.

Literatur und Manft

Die Gasküche. ES ist eine weit verbreitete, aber voll­ständig irrige Anficht, daß das Kochen mit Gas nur für den reiche« Mann bestimmt wäre. Jrn Gegentheil gerade der kleinste Bürger­stand, der Arbetterstand parttctpiit in der gewaltigsten Weise an der Gaskochfrage. Alles WiffenSwerthe über diesen allgemein interisiir«- den Gegenstand behandelt ein fesselnd geschriebener Aufsatz tm neuesten Hefte der weitverbreiteten illustrtrten Familien-Zeitschrist 3ur Guten Stunde" (Berlin W., Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Preis des Dierzehntagsheftes 40 Pfg.), an welchen sich eine Fülle von textlichen wie illustrativen Darbietungen in der bekannten vollendeten Ausführung dieser vornehmsten deutschen Familien-Zeitschrist anschlteßt. Der RomanPtter Goddons Tochter" bestätigt unsere gelegentlich der ersten Fortsetzung ausgesprochenen Erwartungen durch die ausgezeichnete Flische und Geschicklichkeit, mit welcher der spannende Grundgedanke fortgeführt wird, ferner wird ein reich illustrirter, flott geschriebener ArtikelDie Balzjagd" besonders interesstren, in einem AussatzeDie Post auf dem Lande" wird dte Entwickelung der modernen Post beleuchtet, ein neuer weiblicher ErwerbszweigDie Orthopädie" bringt durch Text und Illustration speciell dte Eltern verwachsener Kinder interessirende Fingerzeige, Liebhaber unserer Hausmusik finden in einer reizend« Liedcomposttton les bekannten Romanschriftstellers Heinrich Vollrat Schumacher, des Verfassers des berühmten humoristischen RomanS Das Hungerloos", eine Perle deutscher Musik usw. Alledem schließt sich die allbeliebte AbtheilungFür untere Frauen" mit ihr« werthvollen Beiträgen zur Hauswirthschaft, Gesundheitspflege, Frauen- arbeit, HauS- und Zimmergärtnerei, Hausviehzucht rc., an, um in Verbindung mit der GratisbeilageJUustrtrte Klasstkerbtbliothek", welche ShakespearesKaufmann von Venedig" fortführt, auch dieses Heft vonZur Guten Stunde" wiederum aus der Höhe der modern« Journaltechnik zu zeigen.

Eine Kaiser-Nummer von hervorragendem Werthe, gleich ausgezeichnet im Text wie im Bilderschmuck, ist daS soeben erschienene Heft 15 derModerne« «anfl* (Verlag von Rich. Bong, Berlin W.). Die Hundertjahrfeier hat auf dem Gebiete der Journalltteratur mit dieser Nummer eine Gabe gezeitigt, auf die wir stolz sein können. Ein überraschender Reichthum an wunder­vollen Illustrationen und Kunstblättern, die den Man« des großen Heldenkaisers gewidmet sind, ist in dem prächtig ausgestatteten Hest vereint. Das Brustbild Kaiser Wilhelms des Großen ist ein Kunst­werk ersten Ranges, ebenso die meisterliche Schöpfung Anton von Werners:Deutschlands Etnigung" und dte mit feinstem, künst­lerischen Gefühl ausgeführte farbige IllustrationKönig Wilhelm mit seinem Stabe bet Graoelotte". In den kleineren Illustration« sind zahlreiche Episoden aus dem Leben des Kaisers zur Darstellung gebracht. In jeder Beziehung eine Leistung erst« Ranges, ist das Kaiserheft derModernen Kunst" oolkSthümlich im höchst« Grade. Um so bewundernSwcrther ist diese Leistung, als das Heft nur 60 Pfg. kostet.

Die

Nr. 89 Zweites Blatt

Donnerstag den 15. April

1897

Amts- und Anzeigeblntt für den 'Kreis Gieszeir

] chratisöeitage: Hießener Iamikienötätter

hoff

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr.

der bis

Die Gießener Aamirienvtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

ilrten Kinder- DamenNtrob iSpitienbüteB. 'raaerhäten, Babyhäten. roienhuten eie.

grower kuew&ti »- Vüligiten Prw».

tersweg

Zu

ii Sommer-Saisoj.

eiten

Der '

Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme drS Montags.

Mit Ermächtigung Großh. Ministeriums des Innern ir rb die Heegzett des Dachses in den Gemarkungen Gießen und Wieseck für daS Jahr 1897 hiermit aufgehoben.

Gießen, den 12. April 1897.

Grosherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Vierteljähriger Abouucmentspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.

Redaction, Expedition und Druckerei:

Schutstratze Ar.7.

Fernsprecher 51.

Alle Annoncen-vureaux de« In- und Auslandes nehm« i

Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen. 1

ehe MW iyda) t Anzei8eri

tir».-1"' rbei,el*

Locale» «nd provinzielle»

Gieße«, den 14. April 1897.

Schuldienst-Nachrichten. Sm 10. März wurde dem EchulamtSaSpirauten Heinrich Funk aus Langstadt eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Reinheim, Kreis Dieburg,

KckM

arktlaubeu.

Verzeichnis

im Kreise Gießen in der Zeit vom 1. Februar 1896 dahin 1897 eingegangeuen Waisenbüchsengelder.

«A-r

*en,

ä Tabak

ien

Bekanntmachung, betreffend die Einsendung der für die LaadeSwaisenanstalt zu erhebenden Eollecten und Büchsengelder.

Im Kreise Gießen find in der Zeit vom 1. Februar 1896 bis dahin 1897 in den einzelnen Gemeinden die nach­stehend verzeichneten Beträge für die Landeswaiseukaffe ein- gegangen.

Man bringt die- mit herzlichem Danke für die Geber hierdurch zur öffentlichen Kenntniß.

Gießen, 12. April 1897.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

*ren M

wertroffeE.

Vertreter:

nurad Hamel

Nordanlage 29,

Bekanntmachung.

Betreffend Die Besetzung von SchutzmauuSstellen.

Wir bringen zur allgemeinen Kenntniß, daß bei der unterzeichneten Behörde eine Schutzmannsstelle zu besetzen ist.

Geeignete Bewerber wollen fich unter Vorlage ihrer Leuguiffe bis zum 22. lfd. MtS. bet unS melden.

Gießen, den 13. April 1897.

Grobherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Bechtold.

Gießener Anzeig er

Kenerat-Wnzeiger.

... *er<ien in

AusfübrQn lind kl- "I

V

L. Z <9

Gemeinden X

Er

1. Albach -.27

2. Allmdors a d. Lahn 3 21

3. Allendorf a. d. Lda- 1.08

4. Allertshausen

5. Alten-Buseck 3.22

6. Annerod 14 60

7. Bellersheim 2.

8. Beltershain.62

S. Bersrod 2.99

10 Bettenhaus« 4.67

11. Beuern.80

12. Birklar 3.63

13 Burkhardsfelden.75

14 Elimbach 1.90

15. Daubringen 2.11

16 Dorf-Gill 165

17. Eberstadt 3.10

18. Ettingshausen 4

19. Garbentetch 4.50

20. Geilshausen

21. Gießen 269 99

22. Göbelnrod 3 66

23 Großev-Buseck 14.64

24 Großen-Lind« 771

25 Grünberg 16 68

26. Grüningln 1 35

27. Harbach 1.35

28. Hattenrod 80

29. Hausen 2 91

80. Heuchelheim 5.50

31. Holzheim 1.75

32. Hung« 10.16

33. Inheiden 3.34

34. Keffelbach

36. Klein-Linden 7 30

36. Langd 8 07

37. Lang-Göns 4.50

38. Langsdorf 3.88

39. Lauter

40. Leihgestern 3 15

Zu Übertrag« 422.84

-25 Gemeinden X

Q Uebertrag 422.84 41. Lich 11.45

42. Lindenstruth 2.64

43. Lollar 2.71

44 Londorf.93

45. Lumda.85

46. Mainzlar

47. Münster 1.05

48. Muschenheim 2.12

49. Nieder-Besfingen.40

50. Nonnenroth 1.

51. Obbornhofen.10

52. Ober-Bessingen.45

53. Ober-Hörgern 4.53

54. Odenhausen

55. Oppenrod.95

56 Queckborn 1.04

57. Rabertshausen 4.56

58. Reinhardshain 6.20

59. Reiskirchen 1.31

60. Rodheim 2.14

61. Rödgen.60

62. Röthges.55

63. Rüddingshaus«.20

64. Ruttershausen 1.72

65. Saasen 1.03

66. Stangenrod.60

67. Staufenberg 3.27

68. Steinbach 5.03

69. Steinheim 3.52

70. Stockhausen 1.85

71. Trais-Horloff 1.97

72. Treis a. d. Lda. 1.80

73. Trobe 20

74. Utphe 3 50

75. Dilling« 1.40

76. Watzenborn m. Steinberg 8.95

77. Weickartshain 1.10

78. Weitershain 3 35

79. Wieseck 1-

Summa 507.91

Bekanntmachung.

Betreffend: Die Heegzeit des Dachses.