welche jum großen Theil auch noch in hiesiger Gegend üblich finb, weisen zurück auf den ursprünglich heidnischen Charakter dieser Tageö, den unsere Altvorderen ihrem mächtigen Gewittergott „Donar" geweiht hatten. Er machte die Erde fruchtbar und schützte den Menschen gegen verderbliche Natur« krüfte. Darum muß man am Gründonnerstag eifrig in Garten und Feld säen und pflanzen, wenn eS da- Wetter nur einigermaßen erlaubt. Langen Flachs, fetten Kohl, gute Bohnen und Erbsen, buntfarbige Blumen und krausblätterige Pflanzen, wie Petersilie, Kerbel rc., kann man nicht leichter und sicherer erhalten, als weny man den Samen dazu am Gründonnerstag ILt. An diesem Tag gepflückte Kräuter haben große Heilkräfte und bewahren das ganze Jahr hin« durch vor Geldmangel. Eier, die am Gründonnerstag gelegt find, sollen gar wunderbar und nicht wie andere Eier sein. Ein Gründonnerstags Et hat mehr Kraft, als drei gewöhnliche Eier, kann man noch in den weiften ländlichen Bezirken hören. Aus den Eiern vom grünen Donnerstag entstehen buntscheckige Hühner, die noch die Eigeuthümlichkcit haben, daß sie jedes Jahr die Farbe wechseln. — Auch gilt die Nacht vom Gründonnerstag zum Eharfreitag als besonders günstig für sympathische Kuren, daher denn die in manchen Gegenden für solche Dinge geschickten Leute in dieser Nacht viel besucht werden.
•• Kaufmännischer Beremshan«. DaS an der Nord- anlagr gelegene Kaufmännische BereinShauS geht seiner Boll, endung entgegen. DaS Mobiliar, womit der Verein sein eigenes Heim auSzustatten gedenkt, ist zur Anfertigung den Firmen Th. Brück und Wilhelm Reiber Hierselbst über- tragen. Für die Hausverwaltung haben sich bis jetzt 60 Be- i werber gemeldet. Der Kaufmännische Verein beabfichttgt bei der Besitznahme seines Hauses, welche Ende Juni ersolgen dürfte, durch ein größeres Fest dasselbe feierlich etnzuweihen und haben bereits Vertreter der Handelskammer Caffel, sowie Vertreter der Kaufmännischen Vereine zu Frankfurt, Hanau, Mainz, Offenbach und Worms hierzu ihr Erscheinen zugesagt.
•* Mittelst Röntgenstrahlen. Frau Koch, die Köchin in der Klinik, auf welche bereu Ehemann vor einiger Zeit einen Mordversuch unternommen, wurde gestern vom Geheimrath Prof. Bose mittelst Röntgen-Strahlen photographirt, um feftzu- I stellen, an welcher Stelle des Körpers die Kugeln fitzen.
♦♦ Eine neue Tauuuttarte. Der TaunuSclub hat nun auch die im nordöstlichen Taunus und im öst- I lichen Lahngebiet mit Farbenstrichen versehenen Wege auf I einer trefflichen FarbenwarkirungSkarte zur Veranschaulichung I gebracht. Die Karte, auf der die angrenzenden Gebiete des I Westerwaldes ebenfalls dargestellt find, ist im Berlage von Wolfgang Merkel in Frankfurt erschienen und durch alle I Buchhandlungen zum Preise von Mk. 1.25 zu beziehen. Die I Markirungen in dem genannten Gebiete wurden theilö von I den Zweigvereinen des TaunuSclubS in Weilburg, Braunfels I und Wetzlar, theils von der Gießener Section des Deutschen I und Oesterreichischeu AlpenvereinS (von dieser auf eigene I Kosten) ausgeführt. DaS Kartenbild hat etwa Wetzlar zum I Mittelpunkt, und der einbeschriebene Kreis würde Gießen, I Butzbach, Limburg, Weilburg rc. berühren.
** Für Ausflügler. Zu den bestehenden Wegmarktr- I ungen in unserer Umgebung find einige neue gekommen, I und in den nächsten Wochen werden weitere Wegbezeichnungen I fertig gestellt. Die Section Gießen des deutschen und I österreichischen AlpenvereinS setzte sich mit dem Taunusclub I Frankfurt a. M. in Verbindung und erreichte so die gemein- I same Herausgabe einer Farbenkarte mit den Nachbarorten I Wetzlar, Butzbach, Weilburg. Diese Karte der mit Farben- I zeichen versehenen Wege im nordöstlichen TaunuS wird im I Laufe dieses Monats erscheinen. Sie enthält die schönsten I Ausflüge, zunächst die Gießener Umgebung, Hangelstein, Hoch« I wart, Annerod, Krofdorferwald, DünSberg, Lindenermarkwald I mit Schiffenberg, Arnsburg, Münzenberg, ferner Verbindung-- I wege für Ausflüge nach Wetzlar, Butzbach und Lich. Hieran schließen sich die Wegmarkirungeu in Butzbachs prächtiger I Umgebung, welche vom HauSberg bis tief hinein in den Taunus I führen, sowie von Butzbach nach Wetzlar und Braunfels. I Reich mit Wegbezeichnungen versehen ist auch die Umgebung I bon Wetzlar; nach allen Seiten laufen die Farbenzeichen I über Höhen und durch Wälder: Dianaburg, Greifenstein, I Braunfels seien unter dem vielen Schönen hier nur erwähnt. I Als weiterer Centralpunkt auf der Farbenkarte ist Weilburg I zu erwähnen. Selbstverständlich haben die Markirungs Com- I Missionen der Städte Gießen, Wetzlar und Weilburg ge- meinsam nach vorher getroffener Vereinbarung gearbeitet, I sodaß eS heute möglich ist, auf warkirtem schönen Weg über I Butzbach nach Gießen, von hier nach Wetzlar und weiter nach I Weilburg zu wandern, immer von Farbenzeichen auf I dem Marsch begleitet. ES liegt in der Absicht der Section, weitere Anleitung zum Gehen nach Wegmarkirungeu, sowie I eine Beschreibung einzelner Touren zu geben. Für heute I wollen wir nur noch auf die neuesten Wegebezeichnungen I aufmerksam machen- eS dürfte die- für manchen unserer I Leser für die kommenden Ofterfeiertage angenehm sein. — I 1) Blauer Punkt: Licherstraße, Hochwart, Annerod, endend I Großen-Buseck am Bahnhof. 2) Gelbe Punkte: Die Linie kommt von Wetzlar nach Klein-Linden, durch die Lindener I Mark auf den Schiffenbrrg. Fertig gestellt werden in nächster Zeit 3) Blaue Keile: Schiffenberg, Watzenborn über den I Steinberg, den Pfahlgraben entlang nach Butzbach. ^Rothe- Kreuz: Im Anschluß an die bestehende Linie Gießen— Lollar von Lollar über den Altenberg nach Gleiberger Forst« haus. 5) Blauer Strich: Anschluß an Badenburg,! Hangelstein, von Hangelstein nach Climbach und Allendorf. Die Linie Gießen—Frohnhausen wird statt gelber Striche I schwarze Punkte erhalten und Gießen—Bubenrod schwarze I Dreiecke. Hebet die alten Linien geben die Wegtafeln an I jedem unserer vier Stadtthore Auskunft.
** Die Generalversammlung bei Pserbe-nchtverein- für | dal Großherzogthum Hessen findet am 9. Mai in Groß- I Gerau im Gasthause zur Krone statt.
*• Dal neue Adreßbuch der Stadt Gießen wird Ende I dieses Monats zur Ausgabe gelangen. Die verspätete I Ausgabe hat noch das Gute sür sich, daß die vielen Wechsel I vom 1. April und namentlich die Zn- und Wegzüge der I Bahnbeamten im Nachtrag noch gewahrt werden konnten. Zu drucken ist noch die Abtheiluog Behörden und Vereine. Wir I «achen unsere Leser darauf aufmerkfam, daß erwünschte Aende« rungeu in dieser Abtheiluog noch bei Großh. Polizeiamt I (Meldebureau) innerhalb drei Tagen angezeigt werden I können, ebenso werden daselbst noch Bestellungen auf da- Buch I entgegengenommen.
• • Die internationale große Gartenbau-AnSflellnng. welche in diesem Jahre in Hamburg stattfindet, wird als Delegirter I des Deutschen HandelSgärtner.Verbandes für Heffrn und Hessen- I Nassau der HandelSgärtner Louis Becker-Gießen besuchen.
• • Warnung. Es wird von den Jagdberechtigten da- I rüber Klage geführt, daß Spaziergänger in nnserem Stadt- I wald vielfach ihre Hnnde frei herumlaufen lassen. I ES wird mit Recht darauf hingewiesen, daß durch diese Un- I sitte das Wild unnöthig gejagt und junges Wild von den | Hunden vernichtet wird.
• • Sonntags Fahrkarten. Die Eisenbahn-Betriebs-In» I spection hat versügt, daß Sonntags-Fahrkarten am Char- I fr eitag, am Buß-undBettag und zu Allerheiligen | nicht mehr auSgegeben werden.
•* Schnl-SntschnldignngSschreiben find nach einem Urthei I des Reichsgerichts als Urkunden anzusehen. Wiffentlich falsche Angaben in solchen Schreiben, z. B. die nnrichtige Angabe, daS Kind sei krank gewesen, find demnach als Urkundenfälschung zu beurtheilen und eventuell zu bestrafen.
** Kirchliche Dienstnachrichte«. Ernannt wurden: Pfarrasfisteot Pfannmüller zu Lampertheim zum Pfarrverwalter in Rödgen, Decanat Gießen,- Pfarrasfistent Kalb- Henn zu Burg-GrSfenrode zum Pfarrasfifteuteu in Lampertheim, Decanat Zwingenberg; Pfarrverwalter Göbel zu Pfiffligheim zum Pfarrverwalter in Friedberg, Decanat Fried- berg,- PfarramtScandidat Fischer zu Hamburg zum Psarr- vicar in Darmstadt, Decanat Darmstadt- Pfarrasfistent Bogel zu Zwingenberg -um Pfarrverwalter in Gernsheim, Decanat ‘ Eberstadt- Pfarrverwalter Heinz zu Nordheim zum Verwalter der ersten Pfarrstelle in Beerfelden, Decanat Erbach - Pfarrvicar Wagner zu Lengfeld zum Pfarrverwalter in Nordheim, Decanat Zwingenberg: Pfarrasfistent Erckmann zu Steinbach, Decanat Gießen, zum Pfarrverwalter daselbst- Psarrverwalter Korell zu Alsfeld zum Pfarrasfiftenten in Darmstadt, Decanat Darmstadt- Pfarrverwalter Weiß- gerb er zu Gernsheim zum Pfarrverwalter in Eich, Decanat Oppenheim. — Die Schloßprüfung im Februar 1897 haben bestanden: Otto Ausfeld aus Schlitz, Emil Breun- lin aus Mannheim, zu Darmstadt- Ludwig Freitag aus Heuchelheim, Decanat Gießen- Lic. Frhr. August v. Gall aus Lemgo (Lippe), zu Darmstadt- Albrecht Hartmann aus Wallernhausen, Fritz Herrmann aus Guntersblum, Ferdinand Heß aus Hartershausen, Ludwig Heußel aus Raibach, Decanat Groß-Umstadt- Wilhelm Köhler au- Wolf, Rudolf Marx aus Friedberg, August Offenbächer aus Darmstadt, Friedrich Schultheis aus Bannerod, Heinrich Wagner aus Grebenau, Wilhelm Wolf aus Darmstadt.
*• Potente nnb Gebrauchsmuster. Verlängerung der Schutzfrist. Feststellbares Borschubzahnrädchen an Häcksel- schueidmaschiven, Eisenwerk Hirzenhain, H. R. BuderuS, Hirzenhain, 27. 3. 94, 8. 3. 97. Bockleiter von Ludwig Brück, Gießen, 21. 2. 94, 20. 2. 97.
** Schöner Sommer in Sicht. Der Gothaer Wetter- kundige Prof. Hab en ich kündigt einen schönen Sommer für Mitteleuropa an, gestützt auf die Wahrnehmung, daß durch die im ostgrönländischen Meere herrschende Südströmung nun wohl auch bald der Süden desselben eisfrei werden dürfte, und auf die geringen Eismengen bei Neufundland. Ein anderer Wetterprophet, der Gymnafial-Oberlehrer Lamprecht in Bautzen, welcher für daS Jahr 1896 die große Hitze der Monate Mai und Juni, sowie die Kälte des Septemberrichtig vorauSgefagt hatte, verkündet: April und Mai warm mit Gewittern, der Juni heiß mit sehr starken Hitzschlägen, der Juli kalt mit Landregen und der August etwa- unter mittelwarm. So, nun wissen wir'-!
Grunberg, 11. April. Begünstigt durch die Witterung sind die Erdarbeiten zum Turnhalle-Neubau sehr rasch von Statten gegangen und nun in der Hauptsache vollendet, sodaß in den nächsten Tagen die Grundsteinlegung vorgenommen werden kann.
Offenbach, 11. April. Die hiesigen Fabrikschuhmacher find nun vier Wochen im Au-stand- eS mögen noch etwa 300 Personen beiderlei Geschlechts ausständig fein; ein Theil ist verzogen, ein anderer Theil hat andere Beschäftigung ergriffen. Eine beiderseits zufriedenstellende Ab- machung ist bis jetzt nicht zu Stande gekommen.
Sprendlingen (Kreis Offenbach), 11. April. Heute Morgen wurde der 25Jahre alte Sohn des hiefigeu Ober- lehrerS Keil von einem neun Wochen langen, schmerzvollen Leiden durch einen sanften Tod erlöst. Als in den ersten Februartagen durch plötzliches Thauwetter und Eisgang die au unserem Bache wohnenden Bewohner durch Hochwasser in Gefahr kamen, griff auch die freiwillige Feuerwehr ein. Zu ihr gehörte auch der nun Verstorbene. Kühn und opferwillig, tote er stets war, arbeitete er da in der Nacht, stundenlang im EiSwaffer stehend, an der Beseitigung der Gefahr mit. Schon am folgenden Tage zeigten sich deutliche Spuren einer schweren Erkältung. Eine Lungeneotzüadung warf ihn auf das Krankenlager- aus ihr entwickelte sich eine Rippenfellentzündung, deren Fortschreiten durch Operation nicht aufgehalten wurde. Der unglückliche Verlauf der Krankheit scheint außerdem mit einer inneren Verletzung, die er als Soldat bei den Husaren in Bockenheim durch einen Schlag vom Pferde auf den Unterleib erhalten
I batte, in Beziehung zu stehen. Die Theilnahme an dem Trauerfall ist allgemein. (D. Ztg.)
ch. Krofdorf, 13. April. Ein schöner Abschluß der Schulzeit wird den au-tretenden Schülern (Coofirmauden) dadurch geboten, daß sie Mittwoch den 14. er. mit ihren Herren Lehrern und dem Herrn Pfarrer einen gemeinsamen Ausflug nach dem Staufenberg unternehmen. Es betheiligen sich daran die Confirmanden von Krofdorf, Gleiberg und Kinzenbach.
* Düsseldorf, 9. April. Ein Proceß, der manche Aufklärungen über eine gewisse Richtung des SpecialiiSten« wesens verspricht, sollte hier verhandelt werden, ist aber kurz nach seinem Beginn behufs weiterer Beweiserhebungen wieder vertagt worden. ES handelt sich dabei um da- Auftreten der sattsam bekannten „five siatera Barrison“, gegen deren Genre sich in Artistenkreifen eine starke Bewegung geltend gemacht hat. Der Redacteur de- „Artist", Otto, hat gegcn diese «u-wüchse de- Artistenthum- einen Protestartikel gebracht, worin eS hieß: das Arttstenthum müsse sich gegen diesen Schimpf wehren- man dürfe ihm nicht einen Rechts- auwalt Friedmann, eine Chimay, eine Lona Barrison auspfropfen und sein StandeSbewußtsein vergiften, ihn in den Augen der Menschheit auf'eine Stufe mit dem Absud und Schlamm der Menschheit stellen. Daraushin strengte Lona Barrison durch ihren Gemahl und Impresario der übrigen Barrison, Fleuron, gegen Otto die Privatklage an. Ott, erklärte, daß er den Beweis der Wahrheit seiner Behauptung in vollem Umfange antreten werde. Er hat auch ein umfangreiches Beweismaterial dem Gerichtshof vorgelegt, bestehend in Photographien, welche die BarrifonS in äußerst zweifelhaften Stellungen zeigen. Er hat sich auch zu Mit- theiluugen über den Lebenswandel der Barrison- erboten, unb mit Rückficht auf diese ist die Vertagung uothwendig geworden.
* Berlin, 12. April. Ingenieur Szpor au- Kralan, Asfiftent bei der Staatsbahu-Dtrection, führte heute im Hofe de- PateutbüreauS eine von ihm erfundene Fall bremse vor, die er bereit- gestern dem Branddirector Gier-berg erfolgreich vorgeführt hatte. Heute ist da- Experiment wiederholt gelungen- bei dem letzten Sprung jedoch riß da- Seil, Szpor stürzte in den Hof hinab und erlitt einen Schädel« und Armbruch. An seinem Aufkommen wird noch sehr gezweifelt.
Die Afche eine! Millionärs. In der Breiten Straße in Berlin befindet sich ein Theegeschäft, dessen Inhaber dem „Verein für Feuerbestattung" eine« seiner Hinterzimmer zu Bureauzwecken abgegeben hat. In einem . ebenraum de- Verein-bureau- ruht in einer unscheinbaren Kiste die Asche eine- Millionär«, nämlich die de« bekannten Rentier« Simon Blad, der seine fünf viertel Millionen den Stadtgemeinden Berlin, Mainz und Bingen letztwillig vermacht hat. Er, der gefeierte Krösu« vom Schiffdauerdamm, er muß sich jetzt mit einem schlichten Holzkistchen begnügen, welche« keinen anderen Schmuck trägt, al« da« kleine Zettelchen, das der Postschaffner mit ordinärem Stärkekleister ans- geklebt hat. Der rothe Aufdruck lautet: „Gotha 167." Und damit die Asche diese- hervorragenden Geldmanue« nicht mit der eine« gewöhnlichen Staubgeborenen verwechselt werde, trägt der Deckel noch den Bleistiftvermerk: „Nr. 1599, Blad". Wa« mit Simon Blad« Asche geschehen wird, dürste fich erst entscheiden, wenn die verrnächtniß- und Denkmal«- Angelegenheit erledigt ist. Die enterbten verwandten haben begreiflicherweise kein Jntereffe an der Ausbewahrung seiner Asche und nach dem „Berliner Tagebl." hat auch der Testamentsvollstrecker die . . . „Annahme verweigert". So harrt die Kiste in jenem Raume der Eröffnung.
* Schweidnitz, 13. April. Da« Schwurgericht ver- urtheilte den Gutsbesitzer Werner aus Arnsdorf zum Tode. Werner hatte Arsenik aus Kuchen gestreut, an dessen Genuß seine Schwiegermutter, die Gut-besitzerSfrau Berger, sowie deren Magd starben und mehrere andere Verwandte schwer erkrankten.
* Ein eigenartiger Schwindel wird gegenwärtig von einigen Lachsfischern an der Ostsee in Szene gesetzt. Um da« Gewicht der Fische zu erhöhen, schieben fie nämlich mit großer Geschicklichkeit Eisenstücke in den Bauch derselben. So sand man in einem Lachse ein solches im Gewicht von vier Psund, in einem anderen von zwei Pfund vor, während man in mehreren anderen Lachsen kleinere, meist von Stangen her- rührende Eisenstücke entdeckte.
* Die fehlende Wache. DaS folgende hübsche Erlebuiß wird der „Tägl. Rundschau" von einem ihrer Leser erzählt: Eine« TageS war ich in dem kleinen Garnisonstädtchen J...g Offizier du jour und der Ronde — Offiziere vom Otts- dienst gab eS damals noch nicht. In dieser meiner Qtgen« chast revidirte ich zu der sehr ungewöhnlichen Zeit, Nach mittags 2 Uhr, die Hauptwache, welche in der ansehnlichen Stärke von 1 Gefreiten und 3 Manu in einem Erdgeschoß- immer deS Rathhause- auf dem Marktplätze untergebracht war. Mit Schärpe und den sonstigen Abzeichen meiner Macht angethan, erschien ich auf dem Marktplatz und erkannte schoo von Weitem in dem Posten vor dem Gewehr den Kanonier Zippel. Schnellen Schrittes und mit den Füßen fest auf- dampfend ging er, den Mantelkragen hochgeschlagen, vor dem Schilderhause auf und ab, um fich gegen die 15 Grad Kälte, >ie heut herrschten, zu schützen. Trotzdem sich Zippel dieser Beschäftigung eifrig hingab, mußte ich doch annehmen, daß er mich ebenso, wie ich ihn erkannt hatte, denn außer ihm und mix befand fich kein Mensch auf dem ganzen Markiplatz. Ich war deßhalb erstaunt, daß er immer noch nicht „Raul" rief. Unwillkürlich besah ich meinen Anzug, um mich z» überzeugen, ob ich auch wirklich Schärpe und Kartusche angelegt hatte ober ob da« Fehlen dieser unentbehrliche» Ausrüstungsstücke etwa die Schuld trug an dem vorschriftswidrigen Verhalten Zippel-, der mir sonst als Soldat
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