Daher trägt mau sie oft recht verborgen um den Hals ge« schlangen unter dem alltäglichen Gewände. So sollten die Perlen der heiligen Schrift, von warmem Leben durchleuchtet, un- aus dem ttinde-alter -er Menschheit in ihrem uretgeuen Glanze in reifere Perioden begleiten.
Wer die B bel im Geist uud in der Wahrheit verstanden hat, der fühlt fich durchdrungen von ver heiligen Flamme hoher Weisheit und reinster Llebe, welche uns daraus ent- gegenstrahlen, und staunt über deren Verschmelzung mit practischer Lebensweisheit.
Daß Hauptstrebrn diese- ewig jungen und ewig ver- ehrungswürdigen Buche- der Bücher ist den Menschen von jeher bekannt gewesen: E» will un- zu jener harmonischen Bereinigung von Bethätigung uud Entsagung, von Hingebung uud innerer Festigkeit, durchglüht von Liebe uud Freude am Erhabenen, E-len und Schönen letten, welche wir „Glück" neunen. Der Weg dahin führt durch Eikenntuiß zur Einsicht, welche letztere nach positiven oder UoterlasiungSsündeo gleichbedeutend mit der Reue ist. Wie aber sollen wir bereuen? Da- zeigen un- Petrus und Judas.
In dem Worte Christi: „TS wird mehr Freude im Himmel fein über einen Sünder, der Buße thut, vor neunuudaeunz'g Gerechten, die der Buhe nicht bedürfen" ist un- der Bewet- gegebeu, dah ihm wohl bewußt war, wie schwer es ist, von Herzen zu bereuen. Eine große moralische Kraft gehört dazu, seine Schwächen und Fehler abzulegen, denn wir erschaffen daun durch festen Willen eine neue edle Kraft in unS, welche eine vorhandene unedle vernichtet.
Eine völlige Berzwe fluog und Zerknirschung nach einer schlechten, verabscheuung-würdigen Thal müßte zur Selbst- Vernichtung führen wie bet JudaS, etn weichliche- Mitleid
mit fich selbst könnte nicht den Steg Petri erringen, welcher al- ein Anderer au- der Gloth seiner Reue heroorgivg.
Wie also sollen wir bereuen?
Da weist un- Jesu- Sirach den Weg, den auch der sündige Petru- wandelte. Er sagt: „Mein Kind, hast Du gesündtget, so höre auf und bitte, daß Dir die vorigen auch vergeben werden."
DaS ist ein Ruf an deu edlen, energischen Menschen, als deu wir Petrus überall antreffen, wo e- zu beobachten, zu handeln galt. Durch feinen Eifer gerade erklären sich manche feiner Fehler — er ermüdete fich oder eilte über da- Ziel hinaus, aber niemals hätte er sinken können wie JudaS.
JudaS war etn Schwächling- die einzige seiner Thaten, welche wir kennen, ist fein Berrath. Wie aber schwache Naturen am leichtesten der Ansteckung zum Opfer fallen, so auch dieser Jünger Jesu, der von den AuSerwählten zu den Verworfenen herabsank. Dennoch glomm auch in seiner Brust noch ein göttlicher Funke, er versuchte seine Anklage gegen den Herrn in eine Beschvlü'gung seiner selbst zu ver« wandeln und gab die Silberlinge zurück, — die Reue eines Schwächlings, aber dennoch Reue und er erhenkte fich: die Buße eines Feigling-, aber dennoch Buße.
Die vollendete Thal kann durch nicht- ausgelöscht werden, im besten Falle kann mau ihre Folgen mildern oder eine neue That, größer und mächtiger in ihren Wirkungen, darauf geschehen laffen. Die Buße aber scheint mir rur für weiche uud schwache Naturen eine Strafe zu sein.
In einem unverständigen K nde wird durch die Buße oder Strafe die Empfindung deS Schmerze- über ein Unrecht
künstlich erzeugt, welches ihm die mangelnde Einsicht feine* Fehler- noch nicht erwecken kann.
Je reiner nud edler aber die Erkenntnih und Reife eines Menschen fich entwickelt hat, desto weniger wird die Strafe ihn in seinen eigenen Augen eutsündlgen, um so kürzere Zeit wird er fich dem entnervenden Trauern überlasten. Er wird da- Blatt in dem Buche de- Leben-, welche- seinen .' amen trägt und mit unedlen Thaten beschrieben ist, von nun an mit guten Handlungen, gleichviel ob e- kleine oder bedeutende find, zu bezeichnen versuchen, er wird mit fester Hand da- Steuer seine- Lrbeu-schiffe- in neue Bahnen lenken.
Der Pessimi-muS ist eine Krankheit unserer Zeit, au- welcher niemals gute Früchte hervorgegangen find, er führt zu einem fehlerhaften Anerkennen der Macht de- Schlechten und ist auch durchaus nicht neu, er spukt schon durch die Jahrhunderte, in welchen von der Erbsünde, der Unfreiheit deS Willens und vou der künstlichen oder gezwungenen Ab- tödtuug deS meufchltcheo Strebens und der Freude allgemein geklagt uud philosophirt wurde. Heute sprechen wir von erblicher Belastung, Suggestion usw. Au- der Bibel aber lasten fich diese niederdrückenden Sentenzen nur al» Durchgang-- stadtum herletten. Unsere höchste irdische Seligkeit liegt in dem Geben und „einen fröhlichen Geber har Gott lieb." Ringen wir un- in heißem Bemühen zu Licht und Klarheit empor! Fallen wir im AufwärtSklimmen, so wollen wir nicht trauernd liegen bleiben, sondern un» aufroffen, helfen, wirken, da» Göttliche, da- Edle und Schöne liebend und freudig erkennen, und das HimmelSthor wird fich un- er» schließen.
Bekanntmachung.
Der auf Mittwoch deu 17. November l. I. in hiesiger Gemeinde angesetzte
Vieh- und Krämermarkt
wird
Mittwoch den 24. November l. I.
abgehallen.
Allendorf a. d. Lumda, am 29. October 1897.
Großh. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lumda.
Rein. 10020
Christbescheerung*
der Kleinkinder Bewahranstalt.
Am Sonntag den 19. December d. I soll die Christ- bescheeruug für die Kinder unserer Anstalt stattfinden.
Wir haben für 2LS Kinder den Christbaum zu schmücken und den Tisch mit Gaben zu decken.
Um dies zu können,, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder und bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn und bergt, besonders aber auch an Geld, das uns die gleichmäßigste Bescheerung für unsere Kleinen ermöglicht, zuwenden zu wollen.
Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die un« zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lasten: Frl. Amalie Bansa, Dezstraße 15, Frau Dr. Brüel, Löberstraße 11, Frau Amtsgerichts- rath Gebhardt, Bergstraße 3, Frau Rechnungsrath Kalbfleisch, Ludwigstraße 7, Frl. Emilie Langermann, Südanlage 21, Frau Pfarrer Naumann, Südanlage 8, Frau Louise Ottens, Bismarckstraße 11, FrauAugusteSchwan,SelterSweg64.Frl.LouiseWortma nnAsterweg 16. Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen.
Gießen, den 10 November 1897.
Der Vorstand der Kleiukiuder-Bewahraustalt.
Dr Naumann, Pfarrer.
Lebensversicherungs - Gesellschaft zu Leipzig
(alte Leipziger) auf Gegenseitigkeit gegründet 1830.
Berficherungsbestaud:
68 500 Personell und 504 Millionen Mark Versicherungssumme.
Vermögen: 155 Millionen Mark.
Gezahlte Berfichernngssummen: 105 Millionen Mark.
Dividende an die Versicherten für 1897:
42% der ordentlichen Jahresbeiträge.
Die LebenöverficherungS-Gesellschaft zu Leipzig ist bet günstigsten Ler- sicherungsbedtngungen (Unanfechtbarkeit dreijähriger Policen) eine der größten und billigsten Lebensversicherungs-Gesellschaften. — Alle Ueber- schüste fallen bei ihr den Berflcherten zu. Nähere Auskunft ertheilen gern die Gesellschaft, sowie deren Vertreter: 651
Malier & Schwäre in Gießen, Wallthorstraße 25. Theodor Haabach „ „ Bahnhofstraße 40.
Emil Pistor
Nachfolger Giessen
Marktstrasse 10.
Telephon Nr. 61.
149
empfiehlt:
(Original Arische Wrfrn, koch.Aelkn n. gerbe, Kallbtschläge aller Art, vachfeuler, 3*nccfanggitkr traasport waschkeffel, eiferne Schiebkarrei, Aaacheverthkiler, vychkrhoff'Tkmeut, vachpappe,Theer.Syps, Pulver, Schrat, Mei, Keoaloer >. Fladert, alle Artikel n. Werk,rage
Irr, Schande. Jiaartlritr, lidjtr*., Zettl., kapesierer.
Smaillirle Kochgeschirre, IrUtrfdjrnubrn, derer. Wofdigaraitnrrn, waschmangev, Ofenschirme, ßoijlrnhnfitn, Schirmständer, w°lchS Stile, Wehapparale, Wanzen, Pelrolenm-Kacher, Flkischliachmaschiaen, wnrKfiillmaschinei, eiserne SettstelkR, wärmßaschei, AozelltaSze.
e hördhc heAnzeig^e n | Submission.
Die Füllung des Eiskellers in den neuen Kliniken in Gießen soll auf dem öffentlichen Submissionswege vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen können auf dem Verwaltungsbureau genannter Anstalt Nachmittags von 3 bis 5 Uhr eingesehen werden.
Offerten sind mit entsprechender Aufschrift versehen, versiegelt bis zum Donnerstag, d. 18. Nov. 1897,
Mittags 12 Uhr, dahier einzureichen.
Zuschlag erfolgt bis zum 24. November 1897.
Gießen, 10. November 1897.
Großh. Verwaltung»*Direction der
Neuen Kliniken. io»S6
Empfehlungen.
Kleider-Sammet Mäntelplüsche
aller Art (glatt u. Krimmer etc.) in Mohairwolle and Seide. Möbelplüsche, Leinen- plüsche, Decken in reichster Auswahl liefert 9132
E. Weegmann, Bielefeld, Plüachweberei und Färberei.
Muster bereitwilligst fr. geg. fr.
Niederlage in jeder größeren Stadt.||
Wohlschmeckend,
D00C=)00<SÖ0<=D00<^
JIachflgr
[EIPZJ
In Giessen Niederlage in den Apotheken und bei Herrn Hofconditor 6g. Lind.
Bester chemi schreiner Milchzucker,
Somatose, Nutrose,
Illeischpepton, Aleischertract, Hafermehl, Hafergrütze, Arraq Rum, Cognac, Sokayer, portmill, Lothmm, Arrow-root, Kindermehl ic. ic
empfiehlt die 10407
Mer-vrogerit Zeltersweg 39 Otto Schaaf.
Kra»ai«D erregende Wirkung.
KraftstofiT-Spelsenzusaüextrakt,
Resetzlloh geschützt.
Nervenstärkend.
Blutbildend. a
der dem Körper alle zur Stählung nöthlgen Grundstoffe ersetzt, wirkt kräftigend und ausserordentlich anregend auf die Verdauung.
Für 3<»<rmann «in« enfretingt «»terd.rlich« <s— Nahrunes - Eriränziin».
V°n Drei Mark praihtvollk HMdorgkln, 10 Tasten, Doppelstimmen, 2 Bäffe und Schule zum Selbstlernen.
Großes Lager in Handorgelu, Accordzithern, mechanischen Musikwerken,
Violinen, Flöten, Trommeln
rc. ic. 98 <;7
DufiKillstrunlkutkll'Hali-lllllg
Franz Fyserbeck,
chießen, SelterSweg 8».
Haar- nnd Wollhüte
in steif und weich.
Velonrhute, Lodenhute, Mechanik- und Seiden hüte, Knabenhute und -Mutzen, WichmannwSpeM*artniutze neueiite Sportmütze, sowie Mützen aller Art empfiehlt in schöner Auswahl bei billigen Preisen
Rudolf Richter, Hutmacher, 26 Marktstrasie 26.
4 Allein-Verkauf 0 der echt Schanl'schen Lodenhüte sehr leicht u. dauerhaft. 10062
glatt und fayonnirt, bunl gewebte Plüsche
1 Av Z (Moquettes), AYZ Kameeltaschen, »•Vv X PlURchdeekee. jAQ Lrinenplüeche,
Wollreps.Grani tu.Satins, V Neiden-PlUeehe, Kleider-Sammet (Velvet) versende dlreot ru Fabrikpreisen. E. Weegmann, Bielefeld. PIBschweberei und Färberei Muster franco geg. franoo.
oooo ooooooooc
Primi Prim allervoe-üglichste äh- Maschinen
ältester, größter 1 und renommtrttftcr Fabriken, z. B ' DDrkopp II Co. eto., die schon längst circa eine IRiOio*
Nähmaschinen hergestellt hat, empfiehlt zu aller billigsten Preisen und vollster Garantie 8408
Joh. ttze. Schaaf, Wetzstein'ir. 44. N. B. Sogenante Berliner Versandt- Maschinen schon A 50 Mark.
DOCXXXXXXX2DOOOQOOO § B. Melier, f ö 3iljnfrdjnihrr, D q 29. «ardargerfteatze 29. 5 0 empfiehlt fich im
o Einskhkll bunfll. Zähne 8
Q Zahn X 2.50, „* g
Plombiren etc.
□OOOOOOOODDOOOaODO
empfiehlt
Emil Nchmidt, seith. Theilhaber der Firma Liebrichs Nachfl., 16 Neuenweg 16.
Patronen sorgfältigst geladen,
Cal. 16 JC 6,25, Cal. 12 JL 7,25. per 100 etM,
■ £ U f 1 Oroeeer Erfolg wird er-
JUW«sielt mit dem EUtten- -MM- •• oonfeot nur von Herrn.
iVl flUS® "usohe. leflSebg Tödtet.
Ab...lut sicher all« Nagethiere. Alle anderen Mittel weit übertreffend. Beweis: die vielen Dankschreiben.
8224] Ang. Noll, Bahnhofstr. 51.
Waffen, Munition und Jagd- geräthe empfiehlt 7468
A. Dickor6, ZchauikvKr.8.


