Ausgabe 
14.8.1897 Erstes Blatt
 
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mit Muth und Ent« Kinder vorn Tode dck )tn geruht.

3m 10. Juli wurde £ ru Fürfeld, Decanal eldst, und dem Psan- latvfltntzrn, Drcanat tW d^rlbst über, der von dem Herrn WW Psarrstelle ntku Pfarrer Nikolaus c Stelle bestätigt. -

und 4 des Gesetzes z und Anstellung der me eines Kirchenamtes ichweis erbracht worden i: Joseph Becker aus Biblis, Michael Eich mann aus Bodenhelv, Hugo holzamer out ms Klein-Auheim.

5. Juli wurde der lcheuau auf die Lehm- dinbai, Kreis Erbach, oft baftlbß für hilft i der von dm Wl. ttit)*, totxt Ossec- Gmündeschüle zu > inner Grimm dasch age wurde der von der aus dir Lehrerstelle v eir Erbach, Mutlm aus Nieder-Kliugen sLr ; morde dem Schulamtt- )ßheim die Lehrersteüe i, Kreis Gießen, - rlamtsaSpirantrn 3«ot md Philipp Doll au! lull l« MwtMpiraotrn Frick :6t eine Lehrnstelle ° toi, M« ®* ' tot tu» SBo-l®® btt 9twtaWy»l-1 , 94 lull VUtil f® \i * W»* *

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müssen. Die Rennen beginnen pünktlich um 3% Uhr, und bet dem mit Bestimmtheit zu erwartenden guten Sport ist mit Sicherheit auf großen Andrang der Zuschauer zu rechnen. Die Nachfrage nach Eintrittskarten io den Borverkaufsstellen ist eine äußerst rege, und Jeder, der zu der mit Nummern versehenen überdeckten Tribüne oder zu dem 1. und 2. Platz fld) den Eintritt sichern will, wird gut daran thun, diese Karten unverzüglich zu bestellen, da die vorhandenen Sitzplätze auch diese- Mal wieder rasch belegt sein werden. Auf dem Spielplatz der Terrasse fanden ein Carouffel und diverse Buden zur allgemeinen Belustigung Aufstellung.

Radfahrer - Preise. Im Schaufenster des Herrn Blödner ziehen gegenwärtig die daselbst ausgestellten Preise für das am Sonntag stattfindende Radwettfahren die Auf­merksamkeit der Passanten auf sich und werden auch sicher die glücklichen Gewinner in hohem Grade befrted'gen. Da ist zunächst der vom Curatorium der Rennbahn als Wander- preis gestiftete silberne Pokal zu erwähnen, sowie ein von den Ehrenvorsitzenden gestifteter silberner Pokal mit reicher Goldverzierung, welcher als erster Preis für da« EröffnungS- fahren bestimmt ist. Ein weiterer prachtvoller Pokal dient als erster Preis bei dem Militärfahren, während weitere Preise hierzu in einem silbernen Becher und Figuren be­stehen. Für das Mehrfitzerfahren sind als erste Preise zwei antike Wanduhren, reich in Schnitzerei gehalten, ausgestellt, und als weitere Preise Taschenuhren, ein Bierservice rc. Für das Jngendfahren dienen als Preise Prachtbände lite- rartschen und patriotischen Inhalts.

** KrankheitSaufall. Dem heute Nacht hier eiugetroffenen Köln-Mindener Zuge mußte ein unterwegs schwer erkrankter Passagier entnommen und nach der Klinik gebracht werden. Der Reisende kam aus Essen.

** Zum Kaiser-Manöver. Die diesjährigen Kaiser- Manöver werden, wie dieMil.-Ztg." mittheilt, ein Auf­gebot von Truppen bedingen, daS bisher in dieser Größe in Deutschland noch niemals stattgefuuden hat und im Uebrigen nur von der Truppenversammlung gelegentlich der russischen Ärmeemonöver in Wolhynien 1890 übertroffen wird. Im kommenden Monat werden unter den Augen deS Kaisers eine Ostarmee, gebildet aus den beiden bayerischen Armee- corpS unter dem General-Obersten Prinzen Leopold von Bayern, und eine Westarmee-Abteilung, gebildet auS dem 8. und 11. Armeecorps unter dem General der Cavallerte Grafen v. Häfeler, gegeneinander kämpfen. Unter Zugrunde­legung der FriedenStruppentheile handelt eS sich im Ganzen um 143 Bataillone, 115 Schwadronen, 111 Feldbatterien, 21 technische Compagnien und 3 Luftschifferabtheilungen. An den vorjährigen Kaisermanövern in der Oberlausitz waren nur 98^ Bataillone, 85 Schwadronen und 98 Batterien bethetligt. Bor den eigentlichen Manövern finden die Kaiser- paraden start und zwar am 30. August bei Coblenz die des 8. Corps, am 1. September bet Würzburg die des 2. baye­rischen Corps und am 2. September bei Nürnberg die des 1. bayerischen Corps und am 4. September bei Homburg v. d. H. die des 11. Armeecorps. Die Manöver werden vanach am 5. September mit Krteg-märschen beginnen. DaS eigentliche große Manöver wird vom 7. bis 9. September ttattfinden, und zwar zwischen Hanau und Aschaffenburg.

** Die hessische Lehrerschaft beabsichtigt an die Regierung «ine Eingabe zu richten, in welcher um Ueberuahme der 'Reliktenb ei träge der BolkSschullehrer auf die Staats- fjffc gebeten wird. Den Landständen liegt bereits eine Regierungsvorlage vor, wonach die Leistung der Relikten« deiträge der CivtlstaatSbeamten auf den Fiskus übernommen werden soll- Durch die Eingabe soll die verschiedenartige Behandlung der Cioildiener und BolkSschullehrer beseitigt werden. Die durch die Uebernahme bedingte Mehrausgabe beträgt 160,000 Mk. Ferner soll die Umgestaltung deS WittweuinstitutS der BolkSschullehrer nach dem Muster des gleichen Instituts der Civildiener erfolgen. Die Minimal- nrenze der Wittwenpeufion wurde auf 600 Mk. gewünscht. Die Schullehrer-Wittwenkasse in Hessen weist zur Zett eine JahreSauSgabe von 261,157 Mk. auf. Davon dringen die Lchrer auf 156,940 Mk., der Staat 62,244 Mk. Die Civildiener-Wittweukaffe bringt jährlich 684,627 Mk. auf, davon bringen die Beamten 327,528 Mk., die Capttalien 123,845 Mk., der Staat 327,528 Mk. Darmft. Tagebl.

* Wetterbericht. Die gestern über den britischen Inseln gelegene Depression hat ihren Wirkungskreis merklich nach Süden erweitert, so daß sich heute eine Furche niederen Druckes voa der Nordsee meist nach dem Continent hin gegen Süddeutschland herein erstreckt. Ueber der Südhälfte Europa- lagert zwar noch ein barometrisches Maximum, doch tst rin

ausgedehnter Kern nicht mehr vorhanden und macht sich theil- weise noch der Einfluß niederen Druckes geltend. Vor­aussichtliche Witterung: Im Süden gewitterhasteS, im Norden wolkige- Wetter mit ausgedehnten Regenfällen.

F. Friedberg, 12. August. Der gestrige Schweine- m arkr brachte niedrigere Preise. Der Auftrieb war ziemlich bedeutend und es fehlte auch nicht an Kauflustigen- Anfangs wollte da- Geschäft nur sehr langsam in Zug kommen, weil die Verkäufer fest an den früheren Preisen hielten. Erst gegen 10 Uhr, als billiger angeboten wurde, kam Leben in die Sache. Man kann annehmen, daß im Durchschnitt 15 bis 20 pCt. billiger als auf dem letzten Markte ge­handelt worden ist. Auch im Fruchtgeschäfte, beson­ders in Weizen, lst es lebendig geworden- man zahlt Mk. 18.25 für den Doppelcentner hierher nach Friedberg geliefert. Die Erntearbeiten find bedeutend vorangeschritten, weil fie durch das seitherige gute Wetter sehr begünstigt worden sind. Mit Wenden und Trocknen halte der Bauer seither nicht die geringste Last und der Kern aller Halm­früchte ist deshalb rein und klar. Dagegen ist daS Stoppel­stürzen sehr erschwert, weil der Ackerboden in vielen Lagen steinhart wie eine Scheuertenne geworden ist. Der neu­angebaute Flügel an das hiesige Bahnhofsgebäude geht rasch seiner Vollendung entgegen.

Friedberg. 12. August. Heute wurde ein Schirm- flicker hier verhaftet, in dem man den Mörder des Neu- Ulmer Bierfahrers zu erblicken glaubte. Nachdem sein Personale am hiesigen Amtsgericht festgestellt war, depeschirte man nach Ulm und da stellte sich seine Unschuld heraus, worauf er dann wieder entlassen wurde.

4- Nidda, 12. August. Am 22. l. M. wird der Rad- fahrerverein Nidda ein größeres Straßenrennen dahier veranstalten, wobei eS sich um Strecken bis zu 13,600 Meter handeln soll. Gleichzeitig findet in den Gasträumen des Brauereibefitzer- Kraft ein Militärconcert und Abends Ball nebst Preisvertheiluüg statt, wozu die Capelle deS Jnf.-Reg. Kaiser Wilhelm in Gießen engagiert ist.

§ Aus dem Ohmthal, 12. August. Unter den Erzeug­nissen des Gartens liefern Bohnen und Gurken Heuer sehr reiche Erträge. Der letzte Regen ist ihnen sehr zu statten gekommen, sodaß unsere Hausfrauen Körbe voll Bohnen zu pflücken vermögen. Letztere werden meist grün eingemacht- ein anderes Verfahren, die Bohnen aufzubewahren, daß sie im Winter ein vorzügliches Gericht liefern, findet weniger Anwendung und doch rst e« sehr empfehlenSwerth. ES be­steht darin, daß die Bohnen abgekocht und im Backofen oder dem Sonnenschein getrocknet werden. Bei späterer Verwen­dung vorher eingeweicht, quellen die beim Trocknen einge- schrumpften Hülsen durchs Kochen wieder auf und geben, wie bemerkt, ein sehr schmackhaftes Gemüse. Die Wirsing werden schwer beschädigt durch Ungeziefer, daS sich in den Wurzeln einnistet, wodurch diese sich knollenförmig verdicken und die Pflanzen zum Absterben bringen. Sehr mehlreich und schmack­haft sind die diesjährigen Kartoffeln. Alles in allem können sich unsere Hausfrauen in diesem Jahre über die Garten- producte und Hauptfactoren der Küche (außer Fleisch) nicht beschweren.

A AuS dem Kreise AlSfeld, 12. August. Daß man in anderen Gegenden, namentlich in Städten, sein Rad nicht so mir nichts dir nichts an ein Gasthaus stellen darf, wie bei uns, erfuhr zu feinem Leidwesen der Radfahrer St. aus Kestrich. Derselbe befand sich auf einer Tour nach Darm­stadt. Unterwegs kehrte er in Sprendlingen in einem Gast­hause ein und stellte sein Rad in den Hinterhof. Plötzlich sah er, wie ein gut gekleideter Mensch auf dem Rade saß und kräftig in die Pedale trat. Man machte sich sofort an die Verfolgung de- RadmarderS, konnte denselben aber nicht mehr einholen. Hoffentlich gelingt es doch, den Fahrraddieb zu ermitteln.

Worms, 12. August. Zwischen den Stationen Metten­heim und Osthofen jagten zwei Jagdpächter in einem Wingert auf Feldhühner. In dem Augenblick, als einer der Schützen einen Schuß abgab, sauste der Personenzug Nr. 20 vorbei. Die Ladung traf die Maschine und einige Schrotkörner verletzten den Locomotivführer leicht im Ge­sicht. Der Getroffene erstattete in Osthofen sofort Anzeige.

Schiff-nachrichten*

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Lari LooS und I. M. Schulhof.

Bremen, 12. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Trave, Capitän I. Roben, vom Norddeutschen

Lloyd in Bremen, ist gestern 6 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 12 August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer H. H. Meier, Capitän C. Steencken, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist heute 5 Uhr Morgens wohlbehalten in New­york angekommen.

Der PostdampferWesternland" derRed Star Sine* in Ant­werpen ist laut Telegramm am 10. August wohlbehalten in New-York angekommen.

Der PostdampferSwitzerland" derRed Star Line" in Ant­werpen ist laut Telegramm am 11. August wohlbehalten in Phlladelphia angekommen.

itnivcrfitäts - Nachrichten.

Heidelberg. Der Gräfe-Preis der Deutschen Gesellschaft der Augenärzte ist Dr. Theodor Axenfeld, Privatdocent in Breslau, und Dr. Eugen v. Hippel, Privatdocenlen an der Universität Heidel­berg, zu gleichen Theilen zuqesprochen worden.

Die Universität Tübingen hat den nationalliberalen württembergischen Reichstagsabgeordneten Siegle honoris causa zum Doctor philosophiae ernannt, und zwar in Anerkennung der Verdienste, welche sich Siegle auf socialpolitischem Gebiete er­worben habe.

Als Prof. Sckmoller zum ersten Mal nach seiner Wahl zum Rector der Berliner Universität im Colleg erschien, empfingen ihn seine Zuhörer mit stürmischem Beifall. Schmoller erwiderte: Ich danke Ihnen, meine Herren, für Ihre Glückwünsche. Ick hoffe, auck als Rector, wenn ich bestätigt werde, mich stets mit den Studenten gut zu stehen. Wichtiger ist es dann, ob Sie mir auch nach einem Jahre, nach meinem Rectorate, ebenso freudig zutrampeln werden." DieVoss. Ztg." fügt hinzu: Erneuter Beifall folgte den Worten des Rectors, über dessen Wahl namentlich auch bei den studirenden Damen große Freude herrscht. Eigentlich hätte nach der üblichen Reihenfolge die medicinische Facultät in diesem Jahre den Rector stellen müssen. Obwohl überdies ein Nationalökonom (Wagner) erst vor zwei Jahren Rector war, wurde doch Sckmoller gewählt, um ihm eine Genugthuung für die Stumm'scken Angriffe zu gewähren.

Eingesandt.

Gießen, den 13. August 1897.

Zu der in Nr. 188 ds. Bl. aufgeworfenen Frage der Ueber- wölbung des Ausgerinnes des Stadtbacks, bezw. der Anbringung eines Sckutzgeländers längs der steilen Bösckung zwischen Graben und Weg wird uns von zuständiger Stelle mitgetheilt, daß letztere beide im Eigenthum des Eisenbahn-Fiskus stehen, die Stadt Gießen mithin zur Anlage der genannten Schutzvorrichtungen weder ver­pflichtet nock berechtigt ist; es seien jedoch seitens der städtischen Ver­waltung schon seit Monaten Verhandlungen mit dem Eisenbahn- Fiskus wegen Uebernahme des in Rede stehendes Geländes in das Eigenthum der Stadt im Gang.

Nirchliche Anzeigern -es Stad» «Sieben.

«vaugelische Gemeinde.

Sonntag, den 16. August. 9. Sonntag nach TrtnttattS. Gottesdienst.

3n der AohanneSttrch»

LormittagS 78/< Ubr: Pfarrer Dtngeldey.

GotteSdi'Nst mit Christenlehre für die Neuconfiranrien qu>j der Lucasgemeinde.

Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Dr. Grein.

Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienft. Pfarrer Dtngeldey.

Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.

In der NfrledhofSeapelle.

Vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Im Confirmandensaal, »rnstadt 61.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Gottesdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmtrten auS der MatthäuSgemeinde.

Aatholtiche Gemeinde.

Samstag den 14. August

Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl Beichte;

Abends wird ein fremder Priester Beichte hören.

Sonntag den 16. August. 10 (Sonntag nach Pfingsten.

Mariä Himmelfahrt

Vormittags von 6Ve Uhr an Gelegenheit zur hl Beichte;

, um 6Vi Uhr erste hl. Messe;

um 7Ve Uhr Austheilung der hl. Communion;

um 8 Uhr zweite hl. Messe;

um 9Vr Uhr Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2 Uhr: Muttergottesandacht mit Segen.

Gottesdienst der israelitischen ReligiouSgesellschasl.

Freitag Abend 716 Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr Predigt- Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 8« Uhr.

Nachmittag 315 Uhr Lchrifterklärnng Bahnhofstr. 50.

Wochengottesdienst Morgens 680 Uhr, Abends 7 Uhr

Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 13 August, zwtichen 11 und 12 Uh. Mittags: Wasser 16°, Luft 19'.

Rubsamen'sche Badeanstalt.

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