Ausgabe 
14.4.1897 Zweites Blatt
 
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ihm gestohlen worden, bei besseren Familien Geld erschwin­delte. Auf der TauuuSbahostrecke Frankfurt-Wiesbaden habe« eine größere Anzahl Maschinenputzer und Strecken­arbeiter wegen nicht bewilligter Lohnerhöhung die Arbeit uiedergelegt.

DermiRfcte*»

Zn Gefahr. Am 5. April, früh 1 Uhr, brannte ein Strohschober, der einige Tausend Gentner Roggen- stroh enthielt, hinter dem Dominium Leerbeutel bei Scheitnig ab. DaS Feuer stieg schnell an drei Seiten des Schobers empor, während die vierte Seite, die nach dem freien Felde lag, noch wenige Minuten verschont blieb. Da kamen, wie dieSchl. Ztg." meldet, Angestellte des DominiumS auf den Gedanken, daß vielleicht noch an dieser Seite Obdachlose versteckt sein könnten. In aller Eile wurde der Schober <in dieser Stelle durchsucht und efl wurden in der That über 20 Personen darin gefunden. Sie wurden sofort heraus- gejagt- ein Mann, der anscheinend schwer betrunken war, wurde von den Flammen erfaßt, und seine Gewandung vrauate bald über und über. Er wurde in ein Kranken- Institut gebracht. ES ist durchaus nicht ausgeschloffen, daß eine oder mehrere obdachlose Personen in den Flammen um- gekommen find. Wahrscheinlich dürfte daS Feuer durch einen glimmenden Cigarrenstummel verursacht worden sein.

Da» Trinken beim Radeln. Biele unserer Leser, so schreibt derDeutsche Radfahrerbund^, werden wahrscheinlich ziemlich erstaunt sein, zu hören, daß radfahrende Aerzte ihren SportSgenofien den Rath geben, während der Fahrt, natürlich nicht im Uebermaß, aber doch auch nicht zu wenig, zu trinken. Biele Radfahrer fühlen sich nach einer längeren Tour eben darum matter und sogar unwohl, weil fie zu wenig flüssige Erfrischungen leichter Art zu sich genommen haben. Der Radfahrer strengt seinen Körper mehr oder weniger stark während der Fahrt an und derselbe schwitzt infolge desien, wenn nun die durch die Schweißabsonderung bewirkte Abnahme de» WafiergehaltS im Körper, welcher diesem im normalen Zustande nothwendig ist, nicht wiederum frisch ersetzt wird, so concentriren sich die Galle und alle die Säfte, welche bestimmt sind, die Verdauung zu befördern oder andere Functionen zu bethätigen, in zu starkem Maßstabe, und baß ganze jShstem leidet darunter. Natürlich ist damit nicht gemeint, daß man während der ganzen Fahrt immerfort trinkt, aber in vernünftigen Grenzen, welche die Erfahrung bald lehren wird, soll man sich dem Genüsse erfrischender Limonaden oder ähnlicher leichter Getränke hingeben.

* Zürich, 8. April. Gestern Abend machten Polh- techniker aus Rußland und eine Studentin der Mediciu eine Spazierfahrt auf dem See. Beim Ruderwechsel kippte da» Schiffchen um- die Polytechniker ertranken, die Studentin wurde gerettet.

* Jahrhundertfeier in Amsterdam. Aus Amsterdam, 9. d. M., wird derFr. Ztg." geschrieben: Der hiesige deutsche Turnverein hatte besonderen Werth darauf gelegt, für seine Feier des 100. Geburtstages Wilhelms I. den bekannten Festversammlungsredner und patriotischen Historiographen Professor Oncken aus Gießen zu gewinnen, und beging, da dieser Herr ntdt eher zur Verfügung stand, erst gestern dieses Fest. Die Bethetltgung Seitens der zahl­

reichen hiesigen deutschen Eoloute war eine sehr große und auch eine stattliche Anzahl hoher holländischer Offiziere in ihren kleidsamen Galauniformen war zugegen. Die Oncken'sche Rede war sachgemäß. Mir, der ich bei ähnlichen Gelegen­heiten so oft Treitschke'sche Fanfaren schmettern gehört hatte, hinterließ sie freilich weiter keinen Eindruck. Die Bezeich­nung Wilhelm der Große hielt der Redner für gerecht­fertigt und er suchte nachzuweisen, wie insbesondere die Armee- reform nicht sowohl RoonS, als vielmehr des Königs eigenstes Werk war. Der deutsche Generalconsul Gillet brachte einen hübschen Trinkspruch auf die holländischen Königinnen auS, in welchem er darauf htnwieS, daß selbst der größte Schwarzseher keine Interessengegensätze zwischen den beiden germanischen Nachbarstaaten ausfinden könnte. Holländische und deutsche Lieder wechselten mit einander und auch an den üblichen Trinksprüchen auf Bismarck und den Kaiser fehlte eS nicht. General Elaudt brachte den Dank der hollän­dischen Gäste für den herzlichen Empfang dar und die Feier schloß würdig und ohne jeden Mtßton.

Der Gipfel der Eleganz. Die Pariser Blätter schreiben jetzt zwei fürstlichen Personen Deutschlands den Gipfel der Eleganz, d. h. des Kleider- und persönlichen Aufwandes zu. Der Fürst von Thuru und Taxis soll täglich mindestens einen neufn Anzug anlegen und an Handschuhen, an Hüten, Schuhen u. s. w. das Menschenmögliche verbrauchen. Unter den Frauen soll die Prinzessin Luise von Sachsen-Coburg- Gotha die erste Stelle einnehmen. Sie ist nur für einen Monat nach Cannes gekommen, hat aber ihre Wagen und Pferde mitgrbracht. Sie bewohnt die Hälfte des Erdgeschosses eines der größten Gasthöfe der Stadt. Ein Zimmer ist aus­schließlich für ihre 120 Hüte bestimmt. Zwei andere Zimmer enthalten die 200 Anzüge der Prinzessin, von denen einer immer den anderen an Pracht und Kostspieligkeit übertrifft. ES waren achtzig große Koffer erforderlich, um all diesen Kleiderprunk mttzubringen. Wohlverstanden ist die hohe Dame auf der Reise, sodaß man nicht ohne Staunen an ihren Kleidervorrath denken kann, den fie zu Hause aufgespeichert haben muß.

Musiker sterben in keiner gefnnben Haut, viele ber Bekanntesten starben jung ober erlitten schwere Gebrechen. Wirklich im vollen Schaffen ergraut ist nur Meyerbeer (73 Jahr) unb Hänbel (74 Jahr), letzterer allerdings das letzte Lebentjahrzehnt hindurch blind. Bach wurde ein Jahr älter als Brahms, Mozart nur 35, Beethoven zählte 57 Jahre, als er starb (au Lungen- und Rippenfellentzündung mit Erguß in den Brustraum), war aber fett vdm 30. Lebens­jahr vollkommen taub und von pathologischer Menschenscheu. Die Nachklasfiker und Romantiker zeigen eine noch kürzere Lebensdauer. Rossini lebte zwar 74 Jahre, doch hat er pur bis zu seinem 38. Lebensjahre componirt. Schumann erreichte 46 Jahre, war die letzten Jahre wahnfinnig und wachte 2Va Jahre vor seinem Tode einen vergeblichen Selbst­mordversuch. Mendelssohn starb mir 38 Jahren an einem Schlaganfall, einem in so jugendlichem Alter recht selten schon eintretenben Ereigniß- zwei andere leichtere Schlaganfälle waren dem letzten tödtlichen vorangegangen. Weber wurde mit 40 Jahren, als er in einem Concert begleitete, von einer tiefen Erschöpfung befallen und verschied nach wenigen Tagen. Am schlechtesten ist tfi Schubert, dem unstreitig fruchtbarsten aller Cowponisten, ergangen, er erreichte nur 31 Jahre.

Revysrk, 8. April Der Bau von zwei weitere« Himmelkratzern" wird angekündizt. Die Erben 6ex Frau Paran Stevens errichten ein neue», 18 Etage« hohes Hotel in der 44. Straße, Ecke der 5. Avenue, unb Herr Henry Elew» beabsichtigt, einen gleich hohen Riesenbau in der 34. Straße aufzuführen.

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Der Kamps um da» Deirtschthu« betitelt sich ein dem­nächst im Berlage von H. F. Lehmann zu München erfcheincndeS Werk. ES foll in erschöpfender Form die gegenwärtige Lage deS DeutschthumeS unter eingehender Berücksichtigung der geschichtliche» und volkSwirthschastlichen Entwickelung gewissenhaft und anregend zur Darstellung bringen. Jedem Hefte wird eine in Buntdruck auS- gesührte Karte beigegrben. In einzelnen Schriften, die lieferungs­weise erscheinen, sollen bewahrte Vorkämpfer deS alldeutschen Ge­dankens von großen Gesichtspunkten und frei von aller Partei­schablone, sreimüthig und ltebvoll, aus Grund reicher Erfahrung« über die auf alle Welt verstreuten deutschen Stedelungen berichten und gleichzeitig auch Mittel und Wege weifen, deren diese Glieder unseres Volke» zu gedeihlichem Fortbestände bedürfen.

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III.IV. Kl. Offenbach ab 610 Nachm. Gelnhausen an 728 Nachm. Der Arbeiter,ug 49, Offenbach ab 6°° Abends, wird am 15. April nicht gefahren. Am 17. April 1897, ein Vorzug, IIV. Kl., zum Zuge 25. Frankfurt a. M Hptbhf. ab 3°° Nachm. Fulda an 63° Nachm.

Am 20. April 1897, ein Vorzug, I.IV. Kl., zum Zuge 24. Bebra ab 1252 Nachm. Frankfurt a. M. Hptbhf. an 612 Nachm.

Die Fahrpläne zu den vorstehend aufgeführten Sonderzügen sind an den Fahrkartenschaltern der Stationen auSgebänat.

Frankfurt a. M, den 9. April 1897.

736 Nachm. Frankfurt a. M Hptbhf. an 830 Nachm. D. Strecke Wiesbaden Niedernhausen r

Am 15. April 1897, Arbeiterzug 371», IV. Kl. Wiesbaden

Niedernhausen en 724 Nachm.

b) ein Vorzug, IIV. Kl., zum Zuge 100. Gießen ab 4*9 Nachm. Frankfurt a. M. Hptbhf. an 6" Nachm.

F. Strecke Aranksurt a. M. vfthhs.Hanau Westbhf. r

Am 18. und 19. April 1897, ein Sonderzug, I.III. Kl. Hanau Wrstbhf.

ab 950 Nachm. Frankfurt a. M. Ostbhf. an IO23 Nachm.

G. Strecke Frankfurt a. M.Bebra r

Am 15. April 1897, a) der Arbeitcrzug 27 a, III.IV. Kl. Sachsenhausen ab 62o Nachm. Steinau an 83l Nachm. b) ber Arbetterzug 27 b,

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