Dampfer Bermudu, welcher unter englischer Flagge «ach Aanea abgegangen ist.
Berlin. 13. April. Admiral Hollmann ist gestern mit Familie nach Italien abgeretst. Vorher hatte er »och nach einer Privatwohnung hier Umschau gehalten.
Berlin, 13. April. Dem „Kleinen Journal" wird an» Brüssel telegraphirt: hier wird neuerdings von einer bevor« stehenden morgaaatischen Hetrath der Kronprinzessin Wittwe Stephanie von Oesterreich gesprochen.
Berlin, 13. April. Der „Localanz." berichtet über einen anscheinend beabstchtigteu Aufenthalt der kaiserlichen Familie tu Oberbayern. Für die Kaiserin und die Prinzen soll bereit- eine Billa am Tegernsee zu längerem Aufenthalt gemierhet worden sein. — Au- Mailand wird demselben Blatte gemeldet, daß sich der Untersuchung-richter Belestri endgültig entschlossen habe, in Sachen de» ProceffeS gegen Frevilla dem Parlamente die bevorstehende gerichtliche Verfolgung CriSpiS mitzutheileu.
Wien, 13. April. Es verlautet, König Georg habe Unterhandlungen mit der Pforte eingeleitet, um den Vorschlag zu soodtren, daß die Pforte unter ihrer Oberhoheit einen griechischen Prinzen oder irgend einen griechischen Staatsbürger zum Gouverneur Kreta- ernennen soll. Die Pforte habe diese Propofition rundweg abgelehnt, da hinter derselben eine verklausulirte Annexion der Insel liege.
Kaue», 13. April. Bei Ghazi kamen erneute Zusammenstöße vor. Sech» Engländer mit einer türkischen Eskorte wurden durch die Insurgenten angegriffen und wußten in die Stadt zurückkehren. — Gestern lief der Kreuzer „Bouchet" mit 300 Mann französischer Marine- Infanterie vom 4. Regiment an Bord hier ein. Weitere 300 Mann gehen nach Sttzta.
WB. Berlin, 13 April. Der Professor der Nordischen Philologie an der Berliner Universität, Juliu» Hofferth, ist gestern früh im Weftend bet Berlin infolge Geisteskrankheit gestorben.
Cocalts unb provinzielles.
Gieße«, den 13. April.
• * Ordensverleihungen. Se. Kgl. Hoheit der Groß- herzog haben Allergnädigst geruht, dem Major Deter, aggregtrt dem Königlich Preußischen 9. Badischen Infanterie- Regiment Nr. 170, bisher aggregirt dem Infanterie Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, sowie dem Frei- herrlich Riedesel'schen Samwtrath Anton Lauteren za Lauterbach da- Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstorden- Philipps de- Großmüthigen zu verleihen.
• * An» dem Ministerin«. Seine Königliche Hoheit der Gr oh Herzog haben durch Allerhöchste Entschließung vom 7. April geruht, den Großh. Geheimerath im Großh. Mi- «isterium der Finanzen Gustav Michell mit dem Vorsitze in der Großh. Staatsschuldenverwaltung und mit seiner Stellvertretung im Verhinderungsfälle den jeweils dienstältesten Ministertalrath dieses Ministerium- zu beauftragen.
* * Oeffeutliche Anerkennung edler Thaten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Heinrich Zetß in Griedel in Anerkennung der von demselben mit Muth und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr ausgeführten Rettung der Frieda Kimmel dortselbft vom Tode de- Ertrinkens, — sowie dem Philipp Funk in Dreieichenhain, in Anerkennung der von demselben mit Muth und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr anSgeführten Rettung des Georg Gerhardt und Heinrich Häfner daselbst vom Tode des Ertrinkens die Rettungsmedaille zu verleihen geruht.
* • Kirchliche Dieustuachrichteu. Am 27. März wurde Pfarroerwalter Joseph Hinkel zu Haßloch im Decanat Darmstadt die katholische Pfarrstelle daselbst übertragen. — Ueber den Besitz der nach Art. 1 und 4 des Gesetzes vom 5. Juli 1887, die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen betreffend, zur Uebernahme eines Kirchenamtes »othwendigen Eigenschaften ist der Nachweis erbracht worden: 1) bezüglich der Candiüaten der evangelischen Theologie Georg Becker au- Darmstadt, Johannes Hill au» Wald- UelverShetm, Wilhelm Hotz au- Laubach, Philipp Körbel au» Egelsbach, Jacob Kraus aus Frankfurt a. M., Robert Landmanu aus Erbach i. O., Heinrich Linck au» Darmstadt, Gustav Pfannmüller au» Darmstadt, Otto Repp auS Darmstadt und Friedrich Schultheis aus Friedberg- Li bezüglich der katholischen Geistlichen Anton RemigiuS Berdel auSOber Mörlen, Anton Dory au» Bingen, Georg Gensert aus Wöllstein, Michael Helbig aus Viernheim, Johanne» Reutter aus Sprendlingen, Franz Schneider au» Biblis, Amandu» Staubach aus Herbstein und Ludwig Wiegand au» Darmstadt.
* * Der außerordentliche Professor der Chirurgie an der Lande-univerfltät und Oberarzt der chirurgischen Klinik, Dr. Poppert, hat einen Ruf als Dtrector de- Städtischen Krankenhauses in Worms erhalten.
3n den Ruhestand wurde versetzt: am 7. April der Gericht-Vollzieher Karl Biegler in Ltch auf sein Nach« suchen mit Wirkung vom Tage de» Dienstantritt» seine» Nachfolger».
• • Die Abiturienten mit de« vefähig»»glze»g»tß zum Einjährig-Fretwilltgeu-Dienste seien darauf hingewiesen, daß ihnen bei den Preußisch-Hessischen StaatSbahneu die mittleren Beamtenstellen nach Ablegung des vorgeschrie- bcnen Examens zugänglich find- letzteres ist schon nach dreijähriger Ausbildung möglich. Qualificirte Hessische Bewerber erhalten zufolge deS bezüglichen Staat-Vertrags den Vorzug.
• • Behufs Stundung ecke» Techniker -Verein» Hierselbst, der sich dem allgemeinen deutschen Techniker Verbände an- schließen soll, wird am Mittwoch den 14. d. MtS., Abend» 8Vi Uhr im Restaurant Busch (ElgeS) eine Zusammen
kunft htefiger Techniker stattstndeu, zu der alle Diejenigen, die de« Vereine beitreten wollen, herzl.ch willkommen find.
• * Bezirk» Giseubah» veirath. Zur Mitwirkung in Eisen- bahnverkehrSfragen werden au» den Kreisen te» HandelS- ftandeS, der Industrie, der Land- und Forstwirthfchaft im Großherzogthum Heffen für den Bezirkseisenbahnrath in Frankfurt a. M. gewählt: ». von den Handelskammer«, b. von den laudwirthschaftlichen Proviozialvereiuen für die Provinzen Starkenburg, Rheinheffen unb Oberheffeu, e. von dem Hessischen Forstverein zu Darmstadt, d. von dem Mittel- rheinischen Fabrikantenvereiv zu Mainz je ein Vertreter, sowie e. von dem Ausschüsse deS LandeSgewerbevereinS je ein Vertreter auS jeder Provinz. Die genannten (Korporationen Wahlen ihre Vertreter zum erstenmale nur für das Jahr 1897 und später auf die Dauer von 3 Jahren. Sie find bei der Wahl nicht auf ihre eigenen Mitglieder beschränkt. Für jeden Vertreter ist für den Fall seiner Verhinderung ein Ersatzmann auf die gleiche Dauer durch dieselbe (Korporation zu wählen. Die gemäß § 1 gewählten Vertreter find Mitglieder de» Bezirkseisenbahnraths in Frankfurt a. M. und werden von der Eisenbahvdirection, bei welcher die Sitzungen jeweilig statiftnden, zur Theilnahwe an den Berathungen eingeladen werden. Die Verordnung vom 6. Juli 1881, die Bildung eines Eisenbahnbeirathe» betr., wird aufgehoben.
Prüfung. An der Prüfung für das höhere Jnstiz- und Verwaltung-fach haben fich diesmal 16 (Kandidaten betheiligt.
• • Perfoueu.veforderuug wahrend der Osterfeiertage. Wir machen hiermit auf die im zweiten Blatt befindliche Bekanntmachung König!. Etsenbahndtrection Frankfurt a. M., betr. die Personenbeförderung vor und während der Oster- feiertage, aufmerksam.
* * Der Gießener Radfahrer Berei« 1885 hielt am SamStag den 10. er. im Hotel Schütz seine diesjährige Haupt- Versammlung ab. AuS dem Berichte deS Vorstände» ist besonders zu erwähnen, daß der Verein im verflossenen Jahre gerade um das Doppelte feiner Mitglieder gestiegen ist. Bezüglich der RechnuvgSablage konnte der Zahlmeister nur Günstige» berichten, denn der Verein verfügt, trotz der im vergangenen Jahre mit sehr bedeutenden Kosten arrangirten beiden größeren Festlichkeiten, über einen ansehnlichen Kaffenbestand. — In den Vorstand wurden wieder- bezw. neugewählt die Herren r Gust Ruppel, Kohlenhändler, zum 1. Vorsitzenden, LouiS Seultog, Archttect, zum 2. Vorfitzenden, Fritz Jung, Kaufmann, 1. Fahrwart, Th. Loo», Kaufmann, 2. Fahrwart, Conrad Quandt, Kaufmann, 1. Schriftführer, I. Althaus, Kaufmann, 2. Schriftführer, Wtlh. Weigel, Schretuermeister, Zahlmeister und Fritz Schreiner, Bäckermeister, Zeugwart. Ferner wurde beschloffen, im Monat Mat eine größere Ausfahrt mit Damen per Rad uvd Sommerwagen unter Mitnahme von Mufik zu veranstalten und der Vorstand mit dem weiteren Arrangement hierzu betraut. Der Verein, welcher sich im neuen Jahre burch Veranstaltung von Preis- touren, Prämitrungen rc. bte Pflege des Tourenfahrens ganz besonders angelegen sein läßt, unternimmt Anfang Juni eine größere fünftägige Rhetntour. All Heil!
• • Der 58. Mtttelrheiuifche KreiS-Turntag fand am Sonntag unter dem Vorsitz des stellvertretenden KreiSvertreterS, Reallehrer Schmuck von Bingen, und in Anwesenheit von 217 Abgeordneten aus 134 Vereinen, sowie von 30 AuS- schußmitgliedern und Gauturnwarten in Biebrich statt. Nachdem von bin im Jahre 1896 im Kreise stattgehabten Veränderungen Kenntniß gegeben worden (31 Aufnahmen, 10 Austritte), wurden die Berichte de» KreiSoertreters, des KreiSturnwarteS und deS Geschäftsführers erstattet und war daraus zu entnehmen, daß der KreiS dermalen 587 Vereine mit 56738 Mitgliedern zählt, das Turnen in den Gauen und Vereinen fleißig betrieben wird, die Vorbereitungen zum heurigen KreiSfest in Homburg v. d. H. in bester Verfaffung sind und die Kreirkaffe bei einer Einnahme von 5505 Mk. einen Ueberschnß von 530 Mk. erzielt hat. Letzterer wurde durch Turntagsbeschluß dcrn Kapitalbestand der UnterstÜtzungS- kaffe überwiesen. — Die Wahl des Festorte» für baß 24. Mittelrheinische KretSturnfeft in 1899 fiel nach heißen Reden und Wahlschlacht auf Wiesbaden, während Koblenz mit nur 8 Stimmen Minderheit unterlag. Aschaffenburg hatte seine Bewerbung zurückgezogen. Der Antrag des Turn- gaueS Rheinheffen auf Beschränkung der Aufnahme zweiter Vereine in kleinen Orten wurde It. „N. H. VolkSbl." mit geringer Mehrheit abgelehnt, ein Antrag auf Abänderung der Ordnung für das Wettringen angenommen. Mit einem gemeinschaftlichen Mittageffen stärkten fich die Turngenoffen nach den Mühen der vierstündigen Verhandlungen.
• * Hasste. Nach Erfüllung der satzungsmäßigen Pflichten ist der Kriegerverein Wieseck mit 67 Mitgliedern, Bezirk Lauterbach, sowie der Militärverein Wintersheim mit 25 Mitgliedern, Bezirk Oppenheim, in den Landesverband der Kriegerkameradschaft aufgenommen worden. Der seitherige Kriegcrverein Grebenhain-Crainfeld hat fich getrennt und sind nunmehr zwei selbstständige Vereine geworden. Ein Aufnahmegesuch der „Kampsgenoffenschaft deS Kreises Alzey" wurde abgelehnt, gerade deßhalb, weil die Begründung dieses Gesuchs nicht gebilligt werden kann. Da- Präsidium wünscht nicht, den Sondergelüften und Übertriebenen Ansprüchen der älteren Kameraden Vorschub zu leisten, sondern muß verlangen, daß alte und junge Kameraden fich vertragen, da die- überall im Lande der Fall, so muß eß auch im Kreise Alzey gehen - Anschlußangelegenheiten an Vereine bieten fich überall.
* * Die 6ig»de bet deutsche» Armee sollen zum großen Theile erheblich geändert werden, sodaß eine möglichste Ueber- einstimmung zwischen den Infanterie» und Cavallerte- Signalen herbetgeführt wird, weil sie bald von den eineu, bald von den anderen Truppen nicht verstanden wurden. Gerade bei den letzten Kaisermanövern wachte fich dies oft recht unangenehm bemerkbar- als die zu den führenden Generalen commandirten Trompeter, die „da» Ganze abanciren“ blasen sollten, vorschriftsmäßig da» Signal „Schritt" gaben, wußten viele Infanterie Offiziere nicht, was da- bedeuten solle.
Der Kaiser hat deshalb erst kürzlich wieder vor höhere« Offizieren, dem Armee Mufik-Jnfpicienten Roßberg unfc mehreren Professoren der Hochschule für Mufik tm Park de» Schlaffes Bellevue von Hornisten und Trompetern Versuche mit neuen Signalen ausführen lassen.
• • Steuerstatißische». Im Großherzogthum Heffen »ar n 1895-96 227^020 Ein ko mm enste n e rpf lich tig e (1. Ab- theilung: 19 295, 2. Abtheilung: 207,725), 1896-97; 233,715 (1. Abtheilung: 18,338, 2. Abtheilung: 215,377)- die Einkommensteuercapitalieo betrugen 1895—96 zusammen 30,581,840 Mk. (1. Abtheilung: 16,215,480 Mk., 2. Ad. theilung: 14,336,360 Mk.), 1896—97: 33,322,860 Mk. (l.Abtheilung: 19,354 695Mk.,2.«btheilung: 13,968,165DM)
* • 3» Amerika verstorbene Hesse». In Baltimore, Md., Wittwe Margaretha Hahn au» Lindheim, 66 Jahre. In Pitt-bnrg, Pa., Heinrich Kleber aus Darmstadt. In Buffalo, N. Y., Wittwe Catharine Maria Mohr au» Rinderbügen, 66 Jahre. In Marine, Jll., George HaaS auS Darmstadt, 78 Jahre. In Cleveland, O., Ludwig Diehl auS Elpenrod, 91 Jahre. In Columbus O., Frau Anna Marg. Schlaf au» Erzhausen, 65 Jahre In Newark, N. I., Christian Sauerwein aus Lanz« stadt, 75 Jahre. In Philadelphia, Pa., Johannes Möser auS Maibach, 55 Jahre. I» Sidney, O., Geor, Kraft auS Rodheim, 66 Jahre. In Naumbnrgh, N. y., Friedrich Sauer au-Allendorf, 68 Jahre. In Buffalo, Ja., Frau F. Frank au- Heffen-Darmstadt, 66 Jahre. In Buffalo, N. U., Heinrich Dietschler aus Heidelbach, 71 Jahre.
• * Wetterbericht. Die bereits gestern erwähnten zwei Depressionsgebiete im Nordwesten und Südosten deS Erd. theilS bestehen auch heute noch fort. DaS erstere rückt unter gleichzeitiger Zunahme feiner Tiefe von den britischen Insel» langsam gegen den (Kontinent vor. Die beiden Minime werden durch einen Rücken hohen Drucke- getrennt, der über Central-Europa verläuft. — Voraussichtliche Witte- rung: Zunächst noch warme» Wetter, bann Eintritt voo trübem Wetter.
-s- ©eber», 12. April. Unser ältester Mitbürger, Löser Oppenheimer, würbe vorgestern von einem jähen Tode ereilt. Im Begriffe fich zum Besuche der Synagoge | anzukleiden, würbe er von einem Schlage betroffen, so baj i Oppenheimer zu Boden fiel und alsbald tobt war. Derselbe staub im 90. Lebensjahre und erfreute fich noch bislang körperlicher und geistiger Rüstigkeit. — Eine au» 9 Köpfen bestehende Gesellschaft hiesiger Einwohner hat, von Hui- wanderungSlust und Jagd nach Rcichthum getrieben, heute die Reise nach Amerika angetrete«.
Au» AlSfeld, 9. April, wird geschrieben: Seine Köuiql. Hoheit der Großherzog traf vorgestern Abend gegen zeU. I Uhr in Begleitung de» Herrn Oberstallmeister» v. Riedesel | hier ein und nahm Wohnung im „Gasthaus zur Krone". I In der Nacht begaben sich die Herren auf die BalzplÜtze ■ in den Oberförstereien AlSfeld und Grebenau, kebrten aber I leider erfolglos am Morgen hierher zurück. Am Nachmittag j fuhr Se. Königl. Hoheit nach Romrod und blieb daselbst im Schloß bi» zum Abend. Heute Morgen brachte Seine ; Königl. Hoheit in der Obersörsterei Grebenau einen starken : Auerhahn zur Strecke und kehrte mit Zug 10 Uhr 22 Min. i von hier abgehend, wieder nach Darmstadt zurück.
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• Marburg, 10. April. Gelegentlich der Abhaltung der Conirolversammlung in dem Städtchen Wetter (Ober- heffen) entstand eine furchtbare Schlägerei, die mehrere Stunden dauerte. Dem Landwirth Schmidt an» OberroSpbr wurde von einem Burschen au» SunlShausen mittel» einer Wagenrunge der Schädel eingeschlagen, so daß der Tod alsbald etntrat.
• Sine Rabfahrreisegesellfchast. Einige Frankfurter find auf die Idee gekommen, ähnlich wie die bereit» existirenden Gesellschaftsreisen, eine große Gesellschaftsreise per Rad auszuführen. Die Abfahrt erfolgt von Mainz, wo ao einem noch näher bestimmten Tage sämmtliche Theilnehmer aus ganz Deutschland einzutressen haben. Die Gesellschaft wird begleitet von mehreren Dienern, welche efl verstehen, jede Reparatur an Rädern vorzunehmen, ferner von einem sogenannten Lazarethgehülfen für eventl. vorkommende Unfälle, bann von einem Courier, welcher stet» minbeften» ein« Tagereise Vorau» zu fahren hat, uw Quartier zu machen. Die Reise, welche jeden Theilnehmer Mk. 1500 kostet, beginnt von Mainz, geht den Rhein entlang an Köln vorbei, dann durch die Niederlande, Frankreich (Pari-, Bordeaux, Marseille), durch die Schweiz und Tyrol nach Wien, voo da nach Bre-lau und Berlin, wo sich die Gesellschaft wieder auslöst. Die ganze Tour soll 2% bi- 3 Monate dauern. Jeder Theilnehmer erhält ein Buch, in welchem der genaue Plan der Reise vorgesehen ist. In den nächsten Tagen werden die Unternehmer mit ihrem Projekt Nähere» bekannt machen. Sämmtliche- Gepäck wird vorauSgesandt. An der Reise können sich nicht alleia Herren, sondern auch Daweo beth eiligen.
• Au» Etephau» Selen. Ueber Stephan- Berufung m da- Generalpostamt zu Berlin erzählt man fit folgende Geschichte: AIS junger Postsecretär hegte er den sehnlichsten Wunsch, nach Berlin versetzt zu werden. Ein diesbezügliche» Gesuch au seine oberste Behörde blieb unberücksichtigt. Deshalb reiste er zur besseren Betreibung seiner Angelegenheu selbst nach Berlin, wo er denn auch alsbald beim damaligen Generalpostdirector vorgelaffen wurde. Raum hatte dieser da» Anliegen de» jungen Beamten vernommen, al» er heftig auffuhr und barsch entgegnete. „Alle wollten nach Berlin versetzt werden, nicht jedoch, wie sie versicherten, um zv arbeiten, sondern um zu bummeln und fich nach Möglichkeit zu amllfiren!" Damit kehrte der alte Herr dem junge» Manne den Rücken, und dieser ging tiefbetrübt Über die
1) Bericht bi 2) Vorlage i
Vorstände, 3) Neuwahl I 4) Wahl vor sodann so Unterrichts
6J Anträge de Um zahl


