Berathungen zur Erstattung eines Berichts über die Erheb« uugen der Arbeitsverhältniffe der in der Kleider- und Wäsche- Confection beschäftigten Arbeiter. Die Commission empfiehlt, die Schutzbestimmungen der §§ 135 bis 139b der Gewerbe- ordnung auf die Werkstätten der Confectionß-Jndustrie auß« zudehnen und das Mitgeben von Arbeit in die Wohnungen eiuzuschranken. Ferner soll das ArbeitSverhältniß mehr geregelt und die VerficherungSpfltcht auch auf die HauSarbeiter ausgedehnt werden. Außerdem wurden eine Reihe Maßnahmen zum Schutze der Gesundheit der Arbeiter empfohlen. Die allgemeinen Grundsätze, welche die Commission aufstellte, sollen in dem Bericht zum Ausdruck gebracht und dem Reichskanzler übermittelt werden.
Cocates rrnö
Gießen, den 12. Januar 1897.
♦♦ Coucert und Nachtfest auf der Eisbahn. Wie aus dem Jnseratentheil ersichtlich, beabsichtigt der Vorstand deS EiSvereinS bei anhaltendem Froftwetter kommenden M ttwoch ein Nacht fest auf feiner Eisbahn abzuhalten. Die Eisfläche wird durch Jllumioationslämpchen und Lampions er« hellt und um 7 Uhr Abends beleuchtet werden, währenddem die RegimentScapelle ihre lustigen Weifen ertönen läßt; Schltttfchuhläufer und Läuferinnen werden ersucht, sich mit Lampions zu versehen, welche auch käuflich auf der Eisbahn zu haben sind. DaS Promenade Concert findet in gewohnter Weife Mittwoch von 12—1 Uhr auf der Eisbahn statt, während dieselbe von da ab bis 5 Uhr Abends wegen Vorbereitung zum Nachtfest für Jedermann geschloffen bleibt.
• • 3m Museum des Oberhesfischeu Geschichtsvereius befinden sich eine größere Anzahl von sonderbaren mittelalterlichen Töpfen auS unserer Gegend, die auf die roheste Weise offenbar ohne Töpferscheibe auS rohem Thon hergestellt sind. An der Mündung ungefähr 10 Ctm. im Durchmesser haben sie eine Höhe von etwa 20 Ctm., werden aber nach unten zu immer schmaler, sodaß sie nicht auf einem flachen Boden stehen können, sondern nur, wenn sie etwa in Saud oder Asche bis zu einer gewiffen Tiefe eingegraben sind. ES können diese Töpfe also auch keine Ausgabe im Haushalt erfüllt haben. Man hat sie für Schmelztiegel gehalten, aber keiner zeigte Anzeichen, die auf einen solchen Gebrauch schließen ließen. Die „sinnreichste" Annahme war, sie hätten zum Bau von Gewölben gedient, indem ein Topf in den anderen gesteckt, gegliederte Gewölbgurte gebildet worden seien. DaS Museum besitzt von drei verschiedenen Stellen solche Töpfe. Vor einer Reihe von Jahren wurden — irre ich nicht — im Hofe des AntontterklofterS in Grünberg eine große Anzahl von solchen Töpfen reihenweise mit dem spitzen Ende nach unten nebeneinander in der Erde eingegraben aufgefunden. Doch sollen, nach Angabe deS Herrn Dr. Dieffenbach, vorher schon an einer mir unbekannten Stelle Grünbergs solche Töpfe in größerer Anzahl gefunden worden sein. Jetzt werden in Grünberg wohl nur noch sehr wenige derselben aufzutreiben sein. Wo sind sie hingekommen? Die vom Grschichtsoerein erworbenen sind gut aufbewahrt.— Der zweite Fund von solchen Töpfen wurde in Gießen gemacht, als 1890 für das Möhl'sche Haus am Eck der Markt- und Bahnhofstraße das Fundament auSgehoben wurde. Der Boden war da und daneben unter dem Geilfuß'schen Hause in der Marktstraße ein schwarzer breiiger Morast, in dem eine größere Anzahl frühmittelalterlicher Krüge, Topfscherben, Löffel und andere Alterthümer gefunden wurden, die wenigstens zum größeren Thetl für daS Museum im RathhauS erworben werden konnten. Hier fanden sich auch auf einem Haufen beieinander etwa 20 solcher Spitztöpfe genau wie die von Grünberg, doch konnten nicht mehr alle für daS Museum gerettet werden. Wohin die anderen kamen, wurde nie bekannt. Ein einzelner Topf dieser Art soll vom Gleiberg stammen und wurde von einem Privatsammler dem Museum geschenkt. ES ist sehr wahrscheinlich, daß die Gleiberger Herkunft irrig ist, doch läßt sich seine „GeburtS- stätte" nicht mehr nachweisen. Wir verdanken einem Freunde des Geschichtsvereins, der im Museum auf dem Rathhause die Töpfe gesehen hat, die richtige Deutung derselben. Sie dienten zum Salzsiedev. — Im Jahre 1557 erschien in Basel ein Buch, gedruckt durch JeronimuS Froben, welches über daS Bergwerk handelt,- es ist klärlich beschrieben in lateinischer Sprach durch den hochgelehrten und weitberumpten Herrn Grorgium Agricolam, Doctoren und Bürgermeistern der churfürstlichen Stadt Kempnttz, jetzund aber verteutscht durch den Achtparn und Hochgelehrten Herrn Philippum Bechium, Philosophen, Artzt und in der löblichen Universität zu Basel Profefforn. Der Verfasser behandelt im 12. Buch die drei scharfen Säfte der Erde: daS Salz, das Nitra und den Erdwachs. Die beiden letzten scharfen Säfte bedeuten Salpeter und Schwefel. In damaliger Zeit wurde das Salz auf verschiedene Weise gewonnen. UnS interessirt hier nur: „Die mit den irdenen Gefäßen." Darüber wird gesagt: „Etliche machen das Salz auS dem Salzwasser, welches siedend heiß aus der Erde fließt, auf diese Weise: In einen springenden (kochenden) Teich setzen sie irdene Töpfe, füllen sie halb voll mit Sole und laffen sie schwimmen. Durch die Hitze verdunstet daS Wasser in den Töpfen und sobald sich dadurch die Sole verdichtet hat, wird sie in einen anderen Topf geschüttet, der fest im heißen Boden steckt. Dort kihstalltfirt daS Salz aus, wird aber nicht auS den Töpfen auSgeleert, vielmehr bleiben die festen Salzklumpen unberührt im Topf, bis zum Gebrauch ausbewahrt an einem Platz mit gleichmäßig trockener Temperatur." ES ist wohl nicht zu bezweifeln, daß die Möhl'ichcn Töpfe zum Salzsieden aus der Quelle zu Saltrissa auf dem SelterSberg benutzt worden sind. Wo sie war, wiffeu wir zwar nicht, doch muß sie dagewesen sein. Auch in Grünberg muß Salz gesotten worden sein, weil da die Töpfe in großer Menge neben einander gefunden wurden, doch hat sich jede Spur der früher vorhandenen Salzquelle meines Wiffens verloren. Der Gleiberger Topf, wenn er wirklich da ge
funden wurde, dagegen kam, wahrscheinlich mit festem Salz gefüllt, als Handelsgegenstand seiner Zeit dorthin und wurde nach dem Ausleeren weggeworfen, bis ihn ein Alterthümler wieder auSgrub. ES wird nicht schwer sein, noch jetzt in diesen alten Töpfen das Salz chem sch nachzuweisen. Da aber in jeder Handvoll Ackerboden und in jedem Tropfen Brunnenwasser Salz enthalten ist, so läßt sich durch eine chemische Analyse doch nicht untersuchen, ob das aus den Töpfen jetzt ausgelaugte Chlornatrium daS Salz ist, das die Salzsieder des 16. Jahrhunderts aus ihrer Sole gewannen.
* • Die Gesellschaft für Erd- und Bölkerkunde hielt gestern Abend ihre zweite Monatsversammlung tm kleinen Saale des Hoiel» „zum Einhorn" ab. Nach einigen geschäftlichen Mit- theilungen deS Vorsitzenden wurde kurz über die neuesten Ereigntffe auf geographischem Gebiete und sodann auSsührltch über den jüngsten russisch-chinesischen Vertrag berichtet. Mit groß«m Jntereffe folgten die Anwesenden den Ausführungen deS Referenten über die sibirischen und die daran anschließenden projectirten russischen Bahnbauten iu der Mandschurei und über den gewaltigen Einfluß, den sich Rußland hierdurch im östlichen Asien gesichert hat. — AuS den geschäftlichen Mit- theilungen möchten wir besonders erwähnen, daß die der Gesellschaft gehörenden Zeitschriften und Atlanten in einem von Herrn Buchdruckeretbesitzer Kindt in seinem GeschäftS- locale, SelterSweg 52, freundlichst zur Verfügung gestellten Zimmer zur Benutzung durch die Mitglieder aufliegen und daß die Zeitschriften dort auch für kurze Zeit entliehen werden können. Die Versammlung war gut besucht.
** Sektion Gießen des Dentscheu und Oesterreichischen Alpevveretus. Die Lahnbrücke war vorgestern davon Zeuge, daß sich trotz der frühen Morgenstunde ein stattlicher Heerhaufen von Alpinisten in festtäglicher Ausrüstung jeder Art zusammenschaarte, um dem Herrscher der Gegend, unserem Dünsberg, den schuldigen NeujahrSbesuch abzustatten. In derselben Absicht hatten sich einige Wetzlarer Freunde in bewährter nachbarlicher Gesinnung eingefuaden. Nachdem die gesammten Streitkräfte einer Zählung unterworfen worden waren, setzte man sich gegen den Vetzberg in Bewegung: schon ließ die Klarheit der Nähe und die Abnahme der Bewölkung die Schönheit deS Tages ahnen. Am alten Burgthor empfing die Vetzberger Jugend, sich den Schlaf nothdürftig aus den Augen reibend, die sonderbare Compagnie. Als sie nun malerisch gruppirt für das BereinS- album im Bilde festgehalten wurde, spielte die Sonne um das Gemäuer. Beim Weitermarsch nach der Waldspitze, nordwestlich Vetzberg, zeigten sich Hasen und Hühner völlig fassungslos beim Auftaucheu so vieler ungewohnter Gestalten. Die Gastfreundschaft deS lieblichen Fellingshausen lehnte man standhaften Herzens ab. Nur spärliche Schneerefte reichten bis auf da» freie Feld herab, kaum Fuß tief lag er auf dem Gipfel. Kein Lüftchen regte sich. Dabei waren die Buchen so köstlich warm durchleuchtet, als ob schon der Lenz erwacht wäre. Die spielenden Lichter, der blinkende Schnee, das um so tiefere Himmelsblau ließen das Roth und Braun des winterlich schlafenden Waldes zurücktreten. Sehr bald erreichte man den Gipfel, da niedriger Schnee sogar die letzte Himmelsleiter ohne hochtouristische Zwischenfälle zu ersteigen erlaubte. Oben lagerte man sich bk quem. Der alte Kahlkopf konnte sich nicht entsinnen, seit dem großen Dünsbergfeste eine so zahlreiche und frohgemuthe Schaar gesehen zu haben wie heute. Der Blick in die Nähe war durch die Schneebedeckung sehr hübsch, aber schon dem wettschauenden Schloß Hohensolms fehlte der Hintergrund; die Ferne verschwand im Nebel: und dies war gut so, sonst wäre der Bedauerns kein Ende gewesen, daß diese durch ihre isolirtr Lage am weitesten schauende AuSfichtSwarte deS Chattenlandes trotz der Nähe dreier blühenden Städte noch keinen Thurm trägt, der es ermöglichte, über die Tannen htnwegzuiehen. — Beiläufig eine Frage, die sich vielleicht aus Familtenpapieren Alteingesessener beantworten ließe: Ging man schon in der Wertherzeit um der Aussicht willen auf den Dünsberg? — Und nun hinab zur Obermühle und, diesmal im Freien rechts herum, zu unserer trauten Sections- domäne Bubenrod; wir wollen unsere Frau Schwarzentraub nicht zu lange mit dem Esten warten laffen. Drunten stellten wir in den drei zur Verfügung stehenden Zimmern unsere 78 Beine unter; und sie bringt es schon nach einer Viertelstunde fertig — ein nachahmenswerthes Muster auch für städtische Verhältnisse — uns Alle zu speisen. Spät erst trennten wir uns mit den besten Wünschen von den Wetzlarer Freunden und vertrauten uns unseren weißen Strichen an. Nach der Rückkehr vereinigte sich noch eine größere Anzahl SectionSmitglieder im Vereinszimmer (Gaf£ Balzer). — Die allwöchentlichen Donnerstags- Versammlungen (9 bis 11 Abends) sollen dem gemüth- lichen Austausch von Erfahrungen, der Aufstellung von Reiseplänen, kleineren Vorträgen und der Benutzung der Bibliothek gewidmet sein.
♦ * Der Gießener Radfahrer-Verein 1885 feierte am Sonntag den 10. dS. im „Gießener Festsaal" (Casö Leib) sein diesjähriges Winterfest und reihte sich dasselbe in ganz besonders glanzvoller Weise seinen Vorgängern an. Die Zahl der Thetlnehmer war eine überaus starke, sodaß sowohl der Saal als auch sämmtltche anstoßende Räumlichkeiten dicht besetzt waren. Daß der Verein eS wohl versteht, schöne und wohlgelungene Feste zu feiern, zeigte auch diesmal das umfangreiche und glänzend durchgeführte, sehr abwechslungsreiche Programm. ES wurde eingeleitet durch einen vom Vorsitzenden selbst verfaßten, stimmungsvollen Prolog, der mit stürmischem Beifall ausgenommen wurde. Ihm folgte ein Begrüßungsfahren, ausgeführt von Mit' gliedern des Vereins, welches ohne Störung exact und präciS verlief. Die anschließenden theatralischen Aufführungen (©eenen auS dem Radfahrerleben) wurden ganz vorzüglich durchgeführt und zeigte der Verein, daß er auch auf diesem Gebiete Großartiges zu leisten im Stande ist. Auch die humoristischen Einlagen (Terzett und Quartett) verursachten wahre Lachsalven unter den Anwesenden. Das
höchste Interesse nahm ein von 6 Zöglingen deS Vereins in Uanenuniform gefahrener Reigen in Anspruch. Die Ruhe und Sicherheit, mit welchen selbst die schwierigsten Figuren zur Ausführung gelangten, verriethen einen tüchtigen In* structor. Donnernder Beifall lohnte die kleinen Künstler. Die bunte Folge der Darbietungen gewährte der festes« frohen Menge bis nach Mitternacht deS Himmels ungemischte Freude, bis bei den Klängen eines Walzers Terpsichore den Herrscherstab ergriff. Die Tänzerinnen und Tänzer hatten sich derart zahlreich eingefunden, daß nur unter den schwierigsten Verhältniffen die Polonaise arrangirt werden konnte. Der Ball währte bis zum frühen Morgen und zeigte die große Anzahl der Paare bei dem letzten Tanze, daß man sich nur schwer von dem schön verlebten Feste zu trennen vermochte. In dem höchsten Maße befriedigt, verließen die Festtheilnehmer den Saal und wird ihnen dieser Abend wohl unvergeßlich in der Erinnerung bleiben. Dem Radfahrer- Verein, deffen Arrangements sich von jeher des ungetheil- testen Beifalls erfreuten, zu feinem Erfolge unsere besten: Wünsche. Möge er auch ferner blühen und gedeihen und noch manches schöne Fest zeitigen. All Heil!
• * Adreßbuch. Die Schutzmannschaft ist gegenwärtig mit der Aufnahme für daS am 1. April l. I. erscheinende neue städtische Adreßbuch beschäftigt. Wir verfehlen nicht, unsere Leser darauf aufmerksam zu machen, daß eß jetzt an der Zeit ist, etwaige Mängel und Unrichtigkeiten, die im vorigen Adreßbuch vorhanden waren, auf dem Meldebureau des Gr. PoltzeiamtS anzugeben, damit solche in der neuen Auflage berichtigt werden. Ebenso empfiehlt eS sich, jetzt auf das Buch zu abonniren, da es nur in beschränkter Anzahl gedruckt wird und die Nichtabonnenten im Bedarfsfälle einen häheren Preis dafür bezahlen müßten. Die Schutzmannschaft nimmt AbonnemintS entgegen, ebenso werden bet Großherzogi. Polizeiamt, sowie in der v. Münchow'schen Druckerei Bestellungen entgegen genommen.
* * Einen Neujahrsgruß aus weiter Ferne erhielt der hiesige Marine-Verein. Der Gruß lautet:
Somonoseki, Japan, 6. 12. 96.
Ein urk, astiges Hip Hip-Hurrah und ein ditto Prosit Neujahr ruft Ihnen von den f rnen Gestaden Japan» zu Ihr C. Sch mehl,
2. Offizier S. M. S. „Falkenberg", U.-Lt. z. S. d. R. d. Kaiserlichen Marine.
Die am 6. December in Aokohama aufgegebene Postkarte traf gestern Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr in Gießen ein, brauchte also zur Reise volle fünf Wochen.
** Panorama. Eine herrliche, neue Prachtserie hat das Kaiser-Panorama diese Woche ausgestellt und zwar den Harz mit dem imposanten, von den deutschen Kriegervereinen gestifteten Kyffhäuser-Denkmale, welches sich uns nebst der Einweihung in 14 Ansichten präsentirt in seiner erhabenen Bauart. Wahrend die meisten Harzthäler ohne schroffe Formen find, bildet der Bodekeffel zwischen Roßtrappe und Hexentanzplatz ein Bild, daö an die Alpen erinnert. Die engen Thäler boten der Besiedlung wenig Raum und daher finden wir viele Harzdörfer und kleine Städte auf der rauhen Hochfläche, dem Bergbau obliegend. Vornehmlich aber ist der Nord- und Ostfuß bewohnt, und liegen hier zahlreiche, anmuthige Städte und Orte mit reicher, geschichtlicher Vergangenheit, besonders aus der Zett der sächsischen Kaiser, z. B. Goslar, Harzburg, Ilsenburg, Wernigerode, Blankenburg, Gernrode. Biele dieser freundlichen Punkte sind beliebte Kurorte geworden, welche vorzugsweise von Norddeutschen, namentlich Berlinern, besucht werden.
•• Der diesjährige deutsche Anwaltstag findet tm September d. I. in Mainz statt. Auf den diesbezüglichen Beschluß deS Centralausschusses hin haben die Mainzer Anwälte sofort ein Somit« gebildet, da» mit den Vorarbeiten betraut wurde. Als Versammlungslocal ist die „Stadthalle" iu Aussicht genommen.
Eine bemerkeuswerthe Verfügung des preußischen Justizministers Schönstedt an die Amtsgerichte empfiehlt, den Bauhandwerkern Einsicht in die Grundbücher derjenigen Grundstücke zu gestatten, zu denen sie Arbeit und Material geliefert haben, ohne daß fie die Er- laubniß der Bauunternehmer nachzuweisen brauchen. Um Einsicht in die Grundbücher zu erlangen, ist eß demzufolge in Zukunft nur noch erforderlich, daß die Bauhandwerker dem Grundrichter gegenüber den Nachweis führen, zu dem Bau Arbeit oder Material geliefert zu haben, oder vertragsmäßig liefern zu sollen.
** Zu Amerika verstorbene Heffen. Allegheny, Pa., Friedrich A. EyleS, 61 Jahre alt, aus Darmstadt. — Wheeling, W.-V., Peter Maurer, 66 Jahre alt, auS Osthlim. — Newark, N. I., Philipp Schädel, 73 Jahre alt, auS Hessen Darmstadt. — Brooklyn, N. U, Frau Katharina Heuser, verw. Morch, geb. Müller, 55 Jahre alt, auS Weinheim. — Newyork, Heinrich Schmidt au» Bauernheim. — Milwaukee, WiS., Frau Eva Dengel, geb. Fluck, 63 Jahre alt, auS Heffen-Darmstadt, — Mary- fielt, WiS., Georg F Fleischmann, 78 Jahre alt, auß ElSheim. — Shrakuß, N. Y., Philipp Decker, 67 Jahre alt, auß Oppenheim.
Aus Oberheffeu, 11. Januar. Man schreibt nnß: In Nr. 8 Ihres geschätzten Blattes wird unter „Ober- heffen" darauf hingewiesen, daß die Molkereigenoffenschaft Fulda-Lauterboch bekannt gemacht habe, daß ein Lieferant, H. Göbel von Stockhausen, Milch mit 6,80 pCt. Fettgehalt in genannte Molkerei geliefert habe. Eine noch größere Leistung in dieser Hinsicht kann ich berichten, eß ist nämlich von Lich Milch in die Molkerei Hungen zur Untersuchung gebracht worden, worin über 9pCt. Fettgehalt constatirt wurde; gewiß eine Seltenheit.
Aus Oberheffeu, 11.Januar. Ueber daß Nebenbahn- projectLauterbach — Grebenhain wird der „Darmst. Ztg." mitgetheilt, daß dem KretSamt Lauterbach bereit» im October v. I. vom Finanzmin sterium Auftrag ge-


