Ausgabe 
13.7.1897 Erstes Blatt
 
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Schwankt die in demselben Local ausgestellten Pläne städti­scher Bauten und Anlagen, wie eine Anzahl Photographien älterer Gebäude und Straßentheile erläutert wurden. Von besonderem Interesse waren hiervon die Plane der südöstlichen Stadterweiterung, des BolkSbadeS, des GaS« und Wasser­werkes, der Schulbauten. In seinem Vortrage, dem auch interessante ziffernmäßige Angaben über die bisher für die gemeinheitlichen Bauwerke aufgewandten Kosten zu Grunde gelegt waren, hob Herr Stadtbaumeister Schmandt den hohen Werth hervor, welchen diese Aufwendungen, sowie die noch bevorstehenden, insbesondere diejenigen der Caualisation, für die Affantrung der Stadt haben- Ausgaben, die zum großen Theil zu productiven Anlagen, nicht zum wenigsten aber im Interesse der Erhaltung der Gesundheit und Arbeit-- kraft der Bewohner unserer Stadt aufgewendet werden und reichlich Zinsen tragen werden. Die darauf beginnende Hauptversammlung leitete Herr Geh. Oberbaurath Jmroth. Nachdem derselbe im Namen des Vorstandes die Versamm­lung begrüßt, gedachte er des Verlustes, den der Verein im vergangenen Jahre durch den Tod verdienter Mitglieder erlitten- eS find dies die Herren Geh. Baurath Wagner- Darmstadt, Baurath und Stadtbaumeister Kreißtg-Mainz und Architekt Roos-Mainz. Die Versammlung erhob sich zum Andenken der Genannten von den Sitzen. Unter Ver- bavdsfragen wurde über das VerbaudSorgan verhandelt und einem bezüglich desselben vorgelegten Vertragsentwurf die Zustimmung ertheilt. Zu der Abänderung der Honorar- Normen waren Vorschläge nicht gemacht worden, weshalb, von einer Berathung abgesehen und daS Einverständntß damit erklärt wurde, so lauge an dem Altbewährten festzuhalten, so lauge nichts geeigneteres gefunden werde. Auch bezüglich des PunktesGrundsätze für Wettbewerbung" sprach fich die Versammlung dahin auS, vorerst noch eine abwartende Stellung einzunehmen. Bon den wieder wählbaren aus- scheidenden Ausschußmitgliedern wurden die Herren Architect Euler, Stadtbaumeister Geinzmer und Architect Opfer­mann wieder-, Herr Baurath Neuling (Gießen) neu­gewählt. Die nächste Versammlung (1898) findet in Worms statt. Nach der Versammlung begaben fich die Thetlnehmer vebft Damen mittelst mehrerer Sommerwagen der hiesigen OmnibuS-Gesellschaft nach demAbendstern" zur Besichtigung der Gabrtel'schen Marmorsägerei und Schleiferei, wobei Herr Aug. Gabriel die Führung übernahm und eingehende Erläuterungen über den Betrieb gab. Auch den zu diesem Werk gehörenden Marmor- und Kalksteinbrüchen bei Bieber wurde ein Besuch abgeftattet- Herr Gabriel ließ dort die verschiedenen Methoden der GeftetnSsprengungen vornehmen- es erfolgten Schüsse mit Pulver, dann Sprengungen mittelst Dynamit und solche mittelst electrischer Entzündung. Schließlich stattete die Versammlung der herrlich gelegenen ueuerbauten Villa des Herrn Commerzienrath Gail in Rodhetm einen Besuch ab, von welchem alle Thetlnehmer aufs Höchste be­friedigt waren. Nach der Rückkehr von Rodheim vereinigte im Clubgebäude die Gäste ein Festmahl, das durch ernste und heitere Toaste gewürzt, den besten Verlauf nahm und den größten Theil der Gäste über die für den Abschied von Gießen festgesetzte Stunde hinaus fröhlich zusammenhielt. Die von 3 bis 5 Uhr Nachmittags dem Publikum frei­gegebene Ausstellung der oben erwähnten Pläne, Zeichnungen und Photographien wurde zahlreich besucht.

* Einweihung de» Gesellschaftshauses bei Kaufmännische« Vereins. Am Samstag Mittag gegen 1 Uhr hatte fich eine zahlreiche Festversammlung zur feierlichen Weihe des Hause- für den Kaufmännischen Verein eingefunden. Seitens der Großherzoglichen Staat-regierung war Herr Regterungsrath Dr. Wallau, seitens der Stadt Gießen Herr Beigeordneter Wolff erschienen. Die Mitglieder der Großh. Handels­kammer waren fast vollzählig am Platze, auch der Land­tag-abgeordnete Metz «Gießen hatte der an ihn ergangenen Einladung Folge geleistet. Al- Vertreter des Unterverbandes für das kaufmännische Unterrichtswesen hatte sich dessen Präsident, Herr Trauner-Frankfurt a. M., etngefunden. An der Schwelle des Hauses übergab Herr Architect Meyer Namens der Firma Stein & Meyer dem Vorsitzenden des Kaufmännischen Vereins, Herrn Orbig, den Schlüssel, in­dem er etwa folgende Ansprache an die Festversammlung richtete: Heute vor einem Jahre sei mit den Grundarbeiten zur Errichtung dieses Gebäudes begonnen, heute sei e- mög­lich, nach reger Thätigkeit und williger Unterstützung dem Verein daS Haus zum Einzug Übergeben zu können. Einfach in seiner Anlage, aber würdig in seinen Formen würde man das Ganze vor sich finden und bitte er, dem so entstandenen Bau ein wohlwollendes Urtheil entgegen zu bringen. Die gute Eintracht und der schöne Frieden, welche während der einjährigen Bauzeit über diesem Werke lag, möchte nun auch fortbestehen bis in alle Ewigkeit, zum Glück und zur Zu­friedenheit Derjenigen, welche diese Schwelle betreten. Bei Uebergabe des Schlüssels an den Vorsitzenden fügte Redner noch die Glückwünsche für den Kaufmännischen Verein hinzu und fuhr fort: Ziehen Sie ein in dieses Hau- und lassen Sie es für Ihre Mitglieder eine Bildung-- und Erholungsstätte werden zum Segen de- gesammten Kaufmannsstandes und unserer schönen Vaterstadt. Der erste Vorsitzende übernahm darauf Namen- des Vereins das Haus, indem er bemerkte, daß dasselbe glückich und ohne jeden Unfall fertig gestellt sei und sprach den Wunsch auS, daß alle an diese- VeretnshauS geknüpften freudigen Erwartungen tu Erfüllung gehen mögen, daß der gute Stern, der beim Bau bis zur Vollendung über demselben geleuchtet, auch fernerhin bis in Ewigkeit über demselben walten möge. Au die bei der Feier vertretenen Behörden aber wolle er die ganz ergebene Bitte richten, das bisher für dieses Hau- bethätigte Interesse für die Folge dadurch zu bethätigen, indem sie dasselbe in ihren Schutz nehmen mögen, damit fich in dem Gebäude der Handelsstand gedeihlich entwickeln könne. Bevor Redner daS HauS öffnete, sprach er den Wunsch aus, daß dasselbe dem Kaufmännischen Verein zu Nutz und Frommen, dem Handelsstaud zur Ehre, unserer Stadt aber zur Zierde gereichen möge bis in die

fernsten Zeiten. Die Versammelten nahmen hierauf einen Rundgang durch die Räume deS Hauses vor. Die innere bauliche Einrichtung deS Hauses haben wir bereits in unserer Sonntags-Nummer beschrieben. DaS Mobiliar deS Hauses, von den Möbelfirmen Th. Brück und Reiber geliefert, ist einfach und gediegen, dem Zweck entsprechend hergestellt. Ein Prunkstück ist daS Büffet im RestauratiouSzimmer von der Firma Wtlh. Reiber (die Damrnspende) und ebenso ist die im selben Raum befindliche Schänke mit Marmorplatte und darauf befindlichem Bierzapfapparat geschmackvoll ge­arbeitet, dessen Schreinerarbeiten vom Meister S ch ä f e r ge­fertigt, während der in Kupfer gehaltene Bierapparat von Kupferschmied Zimmer hergestellt ist. An dem Festmahl, welche- um 2 Uhr seinen Anfang nahm, hatten fich etwa 60 Personen betheiligt. Die Tafel war sehr geschmackvoll in den Lehrsälen des Hause- hergerichtet. Da- Mahl wurde durch inhaltlich bedeutende Reden gewürzt. Der erste Vor­fitzende, Karl Orbig, toastete auf den Bau-AuSschuß, die Architecten Stein & Meyer, die Erbauer Birkenstock & Schneider und alle Handwerker, welche an der Herstellung des Gebäude- mitgewirkt haben. Der zweite Vorsitzende, Emil Horst, brachte hieraus ein Hoch aus auf Se. Majestät den Kaiser und Se. Kgl. Hoheit den Großherzog auS. RegierungSrath Dr. Wallau, welcher im Auftrage des dienstlich verhinderten Provinzialdtrector- Frhru. v. Gagern erschienen war, brachte sein Hoch dem Kaufmännischen Verein. Herr Beigeordneter Wolff sprach zuerst das Bedauern des Oberbürgermeister- au-, daß er dem heutigen Feste nicht habe beiwohnen können, derselbe habe dienstlich nach Darmstadt verreisen müssen. Er entledige fich gern des ihm gewordenen Auftrages, Namen- der Stadt deren Glück- und Segenswünsche dem Kauf­männischen Verein für dessen Fachschule zu übermitteln. Hierauf nahm der Präsident der Großh. Handelskammer, Herr Commerzienrath Koch, das Wort, um in schwungvollen Worten dem Handel und der Industrie rin Hoch darzubrtngen.

(Schluß folgt.)

* Schweres Eisenbahnunglück. Wie uns bereit- gestern Abend privatim mitgetheilt wurde, hat sich zwischen Cassel und WilhelmShöhe ein schwere- Eisenbahnunglück durch Zusammenstoß zweier Eisenbahvzüge ereignet. Der Schnellzug 55, welcher Gießen um 1 Uhr 26 Min. Mittags verläßt, ist kurz vor Cassel auf den ihm vorauS- gefahreneu Personenzug 93, der Gießen um 12 Uhr 6 Min. verläßt, und der am Block halten mußte, aufgefahren. In­folge des Unglücks konnten die fahrplanmäßigen Züge von Cassel nach Frankfurt nicht abgelaffen werden, und so kam eS, daß eine große Anzahl auf Ausflügen nach Lollar und Staufenberg befindlicher Gießener Einwohner nicht mit dem gegen 81/* Uhr hier fälligen Personenzuge eintreffen konnten, sondern den Weg theilS zu Fuß, theils mittelst rasch requirirter Wagen zurücklegen mußten. Wir erhielten eine Depesche, die über den Umfang deS Unglücks vorläufig folgende Darstellung gibt: Wie die Eisen­bahn - Betriebs - Jnspectiou meldet, ist der Schnell­zug 55 heute Nachmittag 3 Uhr 40 Min. auf den vor dem Main - Weser - Block haltenden Personenzug 93 auf­gefahren. Drei Personen wurden getödtet, zehn größten- theilS schwer verwundet. Zwei Personenwagen und ein Post­wagen sind zertrümmert worden. Beide Gleise find gesperrt. DaS westliche Gleis Cassel-Frankfurt ist voraussichtlich in drei Stunden wieder fahrbar. Wie eS heißt, sind die Getödteten, die sich in dem haltenden Personenzug befanden, ein Feldwebel, dessen Braut und deren Vater.

* Montags Concert auf derSchönen Aussicht". Heute (Montag) Abend 6 Uhr findet bestimmt das Bier- concert, auSgeführt von der hiesigen Regimentsmufik, statt.

* * Die Waldfeste, welche fich in Gießen allgemeiner Sym­pathie erfreuen, haben wieder ihren Anfang genommen. Gestern fanden, begünstigt vom schönsten Wetter, zwei solcher Waldfeste statt. Der Evangelische Ar beiter-Verein hielt da- seinige am Ludwigsbrunnen, die Gießener Ge­werkschaften daS ihrige an der Sicher Straße. Die Be- theiligung war eine sehr starke- besonders hatten die Ge­werkschaften für vielseitige Unterhaltung der Kinder gesorgt.

* vefihwechsel. Der Schwan'sche Garten, am SelterS- weg gelegen, ging für den Betrag von 68,000 Mk. in den Besitz des Bauunternehmers Winn hier über. Wenn man bedenkt, daß der Garten nebst Hans den seitherigen Besitzer co. 22,000 Gulden gekostet haben soll, so beweist die-, welchen colossalen Werth jetzt derartige Grundstücke gegen frühere Jahre besitzen.

Preisvertheilung. Bei dem am 9. Mai in Frank­furt a. M. abgehaltenen öffentlichen stenographischen Wettschreiben aller Systeme errangen die GabelS- bergtanet 9, die Srolzeaner 3 Preise. Betheiligt hatten fich im Ganzen 87 Damen und Herren.

* * Die Halmfrüchte zeigen in diesem Jahre einen so üppigen Wuchs wie selten zuvor. So wurden und mehrere auf dem Sand" gewachsene Haferhalme übersandt, welche die stattliche Länge von 180 Ctm. bei reichlichstem Körner­ansatz haben.

** Hessische Innungen. In der am letzten Dienstag in Darmstadt staltgefundenen Sitzung des Vorstande- des Verbandes hessischer Innungen und Berufsvereiue wurde lt.Darmst. Tgl. Avz." zu Punkt 1 der Tagesordnung: Die Wahlen zu den kommenden Handwerkerkammern, ge­äußert, es sei zu bedauern, daß das Gesetz nur einem Bruch- theil der Handwerker daS Wahlrecht gegeben- eS seien all­gemeine Handwerkervereine zu gründen, um diejenigen Meister zu sammeln, die bi- jetzt weder einer Innung, noch einem Gewerbeverein angehören, damit diese zunächst das Wahlrecht erhielten, dann aber auch der werkthätigen Mitarbeit an der BerusSangelegenheit und dem Zusammenschluß nach Berufen zugeführt würden. Zu Punkt 2 der Tagesordnung wurde beschlossen, am 12. September d. I. eine Generalversamm­lung deS Verbandes in Mainz abzuhalten. Ein vorgelegter ReorganisationS.Entwurf wurde gutgeheißeu und soll demnächst verössentlicht werden. Bei der Wahl eines Vorsitzenden des

Verbandes für die Zeit bis zur nächsten Generalversamm­lung wurde Herr Carl Lautz, Obermeister der Fleischer« Innung in Darmstadt, als solcher gewählt. Es wurde be­schlossen, dem seitherigen Vorsitzenden, Herrn Franz Köberich in Mainz, für seine Wirksamkeit an der Spitze de- Ver­bandes den Dank deS Vorstandes auSzusprecheu.

** Eine für das Prozeßverfahren fehr wichtige Entschei­dung hat kürzlich unser Ober-Lande-gericht in Darmstadt gefällt. Seither wurden in Anwendung bezüglicher Erkennt- ntffe des vormaligen Ober-ApellationSgerichtS Darmstadt die Klagebehauptungen,der Schuldner habe die geltend gemachte Forderung (mündlich) anerkannt und Zahlung derselben ver- sprachen" von den rechtsrheinischen Amtsgerichten meistevS alS genügende besondere Klagebegründung, zugelaffeu und bezw. unter Eid gestellt. DaS Großh. Oberlandesgericht hat nun ausgesprochen, daß die deutsche Ctvilproce^ordnung nach ihrem § 230 die fernere Anwenduag der geschilderter- maßen bisher geübten Praxis nicht mehr zulasse, weil jede Klageschrift den Grund und den Gegenstand deS erhobenen Anspruchs bestimmt d. h. genau enthalten muß.

vntzbach, 10. Juli. Der Reichs Streckencommissär für die Limesforschung, Herr Geheimer Oberschulrath Sold an von Darmstadt, welcher durch sein unermüdliches Wirken auf diesem Gebiete schon viele hochinteressante Entdeckungen am römischen Grenzwall gemacht und somit sich um die Wissen­schaft ganz bedeutende Verdienste erworben hat, weilt wieder in unserer Mitte, um seine im vorigen Herbste unter­brochenen Arbeiten in hiesiger Gegend sortznsetzen. Hoffen und wünschen wir, daß auch diese neu aufgenommeue, theilr recht anstrengende Thätigkeit unseres allseitig hochverehrten Forschers von weiteren schönen Erfolgen gekrönt wird. W. B.

-r. Vad-Nauheim, 12. Juli. Vergangenen SamStag hielt auf Einladung deS Vorstandes der wegen seines liebe­vollen Wesens und außerordentlichen Rednertalents rühmlichst bekannte Großh. Provinztal-Rabbiner Herr Dr. Hirschfeld von Gießen in hiesiger Synagoge eine nach Form und In­halt vollendete, schwungvolle, begeisternde Predigt. Kem Wunder, daß der Tempel überfüllt war- dicht gedrängt stand Mann an Mann. Nicht nur die hiesige israelitische Ge> meinde hatte fich vollzählig etngefunden, sondern auch viele Kurgäste und etliche glauben-treue J-raeltten aus dem nahen Friedberg. Der Redner erntete rauschenden Beifall- via allen Seiten beglückwünschte mau die Gemeinde, die in diesem edlen Herrn einen so tüchtigen Führer und Seelsorger in der Eigenschaft als Großh. Provinzial-Rabbiner für Ober« Hessen gefunden. Möge diesem Manne die wohlverdiente Anerkennung allerwärts zu Theil werden und möchten die Gemeinden seiner Provinz demselben tu seinem edlen Strebe» stet- fördernd zur Seite stehen.

+ Büdingen, 10. Juli. GenSdarmerie-Wachtmeister Jöckel von hier ist an Stelle des in den Ruhestand tretenden Wachtmeister- Grauling nach Grünberg versetzt und als sein Nachfolger der seitherige FußgenSdarm und StationSsührer Götz von Niederolm ernannt worden.

Offenbach, 9. Juli. In Mühlheim wurde ein seltene- Vergehen gegen das Strafgesetzbuch am Dienstag entdeck und der Thäter dingfest gemacht. Ein Arbeiter der dortigen chemischen Fabrik, der als Hetzer daselbst beschäftigt war und erst seit einem Jahr dort wohnt, wurde wegen eingegangener Doppelehe verhaftet und an das Großh. Amtsgericht Offenbach abgeführt. Der Verbrecher, in Neu-Isenburg ge­boren, hatte fich erstmals in Eisenberg (Thüringen) verheirathet. Wegen Meinungsverschiedenheiten verließ er seine erste, jetzt noch lebende Frau und ging nach Oberschließen. Hierselbst verheiratete er fich zum zweiten Male, und wurde die Trauung standesamtlich und kirchlich ohne Hinderniß vollzogen. Selbstverständlich hatte der Arbeiter bei Eingehung der Doppelehe seiner zweiten Frau von seinen früheren Verhält­nissen nichts mitgetheilt und hat dies Schweigen auch 14 Jahre laug bewahrt. Durch eine Mittheilung von Eisenberg wurde die dortige Bürgermeisterei und durch diese der Großh. Gendarm Wolf-Rumpenheim auf baß Verbrechen ausmerk­sam und stellten beide die nöthigen Ermittelungen an. Der Thäter wurde vollständig überführt und legte lt.Offenb. Zeitung" auch ein reumüthigeS Geständniß ab.

MufflerS sterilifirte Kiuderuahruug ist auf der Allge« meinen Ausstellung von Erzeugnissen für Kinderpflege, (5r nährung und Erziehung in München mit dem Diplom de: goldenen Medaille ausgezeichnet worden. Es ist diel in der Zeit von drei Jahren die neunte hohe Auszeichnung, die dem ganz vorzüglichen Präparate zuerkannt wurde.

* Dresden, 10. Juli. Der Mörder des Rentners Pfordte in Meißen, der Dienstknecht Breitenfeld, ist heute hingerichtet worden.

Universität». Nachrichten.

Würzburg, 8. Juli. Heute Vormittag wurde das von btm bayerischen Akabemiebirector v. Wagner begrünbete Kunstgeschichl liche Museum ber Universität Würzburg nach einem einleitenden Vortrage bes Professors für Archäologie Dr. K. Sittl burch dm Rector magnificus Dr. Schell feierlich eröffnet. Hieraus fand ein Runbgang burch bas Museum, das in ben zu diesem Zweck neu­hergerichteten Räumen deS alten Universttätsgebäudes untergebrach! ist, unter Führung von Prof. Sittl statt. Hierbei zeigte fich, wi« nothwendig es war, für die reichhaltige Sammlung endlich ent- sprechende Räume zu schaffen.____

Verkehr, CtmO» und Vattswirrhschaft^

GrüttdaieO, 9. Juli. Fruchtpreise. Weizen X 16.00, Äorn X 13,00, Gerste X 00,00, Hafer X 13,96, Erbsen X 14,30, Linsen X 00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 7,36, Samen X 20,00.

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemessen am 12. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittag-

Wasser 16'»°, Lust 2Oo.

Rübsamen'sche Badeanstalt

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