Ausgabe 
13.7.1897 Erstes Blatt
 
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CocaU» unö provinzieller.

Sieben, den 12. Juli 1897.

* ZustizPerfoualien. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 5. Juli den Amtsrichter bet dem Amtsgericht Schotten Richard NtSpel zum OberamtSrichter bei diesem Gericht zu er« nennen und dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach Philipp Hill sowie dem Amtsrichter bet dem Amtsgericht Gernsheim Carl Sch weis gut den Character alsAmts« gerichtSrath" zu ertheilen.

* Das Ehrenzeichen fht Mitglieder freiwilliger Feuer­wehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 18. Juni ben Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Wimpfen a. B. Carl Bergmann, Friedrich Ku Hb ach, Friedrich Kolb^ Christian Christoph Klenk, Friedrich Würz und Friedrich Knoll.

* Amts-Einführung. In der festlich mit Pflanzen ge­schmückten Synagoge führte am Samötag der nun beinahe 70 Jahre im Amt gewesene Provinztal-Rabbioer Dr. Bene­dikt Levy seinen nunmehrigen Nachfolger Dr. Sander bisher in Karlsruhe in das Amt ein. Mit bewegten Worten wandte fich der hochbetagte Greis an die Gemeinde und er­klärte, er wolle ja nicht Abschied nehmen, wenn er auch scheide von seinem Amte, so werde er doch diejenige Zeit, die ihm noch vergönnt sei hinieden zu verleben, inmitten seiner Freunde verbringen. Ein Festmahl am Sonntag ver­einigte die Gemeindemitglieder mit dem nun tu den Ruhe- stand getretenen und dem neuen Seelsorger.

* * Architekten- und Ingenieur-Versammlung. Die Mit- glteder des Mittelrhein. Architecten- und Ingenieur-Vereins trafen am SamStag Vormittag behufs Abhaltung ihrer Wander-Versammlung hier ein. Dieselben wurden am Bahnhofe von den Mitgliedern des Local-AußschuffeS empfangen und zunächst nach dem hygienischen Institut an der Frankfurter Straße begleitet, dessen Besichtigung unter Führung der Herren Geh. Oberbaurath v. Weltzten und Assistenz-Arzt Dr. Dreyer alt Vertreter des Herrn Geh. Medtcinal-Rath Prof. Dr. Gaffkh, alsbald erfolgte. In dem Auditorium fand hierauf die Erläuterung der Pläne dieses Instituts wie des im Bau begriffenen physikalischen und electro-chemischen Institut- statt. Diesem interessanten Theile folgte ein Gang durch die Stadt, insbesondere Be­sichtigung der JohanneSktrche, wo Herr Pfarrer Dingel d ey die vöthigen Erläuterungen gab, und des LtebtgdenkmalS. Zn Ehren der Gäste hatten die städtischen Gebäude Flaggeu- schmuck angelegt, auch die im Garten des Gas- und Wasser» Werks befindliche Fontaine entsandte ihre Strahlen, um die Druckhöhe unseres Wasserwerks vor Fachleuten zu demoo- strtren. Die Gäste verfügten sich hierauf in Begleitung der Damen nachSteins Garten", woselbst ein Frühstück her- gerichtet war, in dessen Verlauf von Herrn Stadtbaumeifter

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Erstes Blatt

Dienst»« dm 13 Juli

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Gießener Anzeiger

Kenerat-Anzeiger

Amts- unb Anzeigeblatt für den Ttvers Gieszeir.

] Hratisöeitage: Hießener Kamikienökätter.

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Die Gießener A««ttte»ötLtter Serben dem Anzeiger »Gchrntlich dreimal beigdtgi.

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Der füfentr Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme dc- MontagS.

Wolffs telegraphisches Correfpondenz-BureRu.

Berlin, 11. Juli. Der fürstbtschöfliche Delegat Probst Lr. Jahnel ist heute früh 7 Uhr gestorben.

Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgeg«.

Platz eine große Volkskundgebung anläßlich 200. Jahrestages der Bombardtrung Brüssels durch Franzosen statt.

Paris, 12. Juli. Die Blätter veröffentlichen Condolenz-Schreiben des Königs Menelik au

Prinzen Heinrich von Orleans anläßlich der bei dem Bazar­brand umgekommenen Verwandten deS Prinzen.

Paris, 12. Juli.Petite Republique" protestirt gegen eine Vorladung der Directoren derjenigen Pariser Blätter, welche vertrauliche Panamadocumente veröffentlicht haben. Die Würde und Ehrlichkeit verböten den ZettungS-Directoren, die geringste Aufklärung über den Ursprung derselbe« za geben.

WB. Kopenhagen, 12. Juli. Um Miller nacht fuhr in dem benachbarten Bahnhöfe Gjentofte der Hesingforer Schnellzug auf einen haltenden Paffagierzug und zertrümmerte acht Wagen. 40 Pafsagiere find tobt, 60 verletzt. Zwei Ambulauzzüge brachten die Leichen und die Verwundeten in die hiesigen Kraukeuhäufer.

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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den Mgardm lag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr.

Nürnberg, 11. Juli. Bei der heutigen Preis» vertheilung de» 12. Deutschen BundeSschießenS erhielt den Kaiserpreis auf der Feld-Festschetbe Deutschland Geber-München, den Preis des Großherzogs von Baden auf der Festscheibe Mainz Manu-Frankfurt a. M., den Preis deS Kaisers von Oesterreich auf der Stand-Festscheibe Berlin Fabel-Neuwied, den Preis der Stadt Nürnberg Schallen- kamwer-München. Das BundeSschteßen wurde mit einem Festbanket geschloffen.

Eger, 11. Juli. Eine Volksmenge unter Führung der hier eingetroffenen Abgeordneten zog nach dem Schießhause und verlangte von den dort anwesenden politischen Beamten die Oeffnung desselben behuss Abhaltung einer Versamm­lung, deren Verbot dem mit etnberufenden Abgeordneten nicht mitgetheilt »erben sei. Das Ansuchen wurde abge­lehnt. Darauf begab sich eine Deputation der Abgeordneten zu dem Bezirk-Hauptmann Stadler und verlangte entweder die Gestattung der Versammlung ober eine Erklärung, daß bei einem etwaigen Versuche, die Abhaltung einer Ver­sammlung zu erzwingen, zur Anwendung von Waffengewalt geschritten würde. Stadler lehnte die Oeffnung des Schieß­hauses ab und verwies auf die gesetzlichen Bestimmungen.

Odde, 11. Juli. Heute Vormittag findet an Bord der »Hoheozollern" Gottesdienst statt. An Bord ist alles wohl. Das Wetter hat fich aufgeklärt.

Odde, 11. Juli. Heute wurde Seine Majestät der Kaiser nach dem Gottesdienste beim Spaziergang an Deck von niederfallendem Maftbezug getroffen; ein an diesem be­findlicher Strick schlug mit solcher Heftigkeit gegen da- linke Auge Seiner Majestät, daß ein mäßiger Bluterguß in die vordere Augenkammer eingetreten ;st. Seiner Majestät wurde sofort ein Schutzverband angelegt. Schmerzen find nicht vorhanden.

PetfrSbllttz, 11. Juli. Der König von Siam ist gestern au- Moskau nach Peterhof zurückgekehrt. Mit dem König traf der Thronfolger von Siam ein, welchen der König dem Kaiser und der Kaiserin vorstellte.

Konstantinopel, 11. Juli. Die Zahl der Kranken bei der türkischen Armee in Thessalien ist sehr gestiegen. In Galata brach gestern infolge eine- zufällig loSgegangenen RevolverschusseS eine grundlose Panik aus.

Newyork, 11. Juli. Hier herrscht große Hitze. Ver­schiedene Todesfälle find Infolge derselben vorgekommen.

Deutscher Reich»

Detmold, 10. Juli. Wie dieLippe'sche LandeSzeitung" meldet, hat Prinz Adolf zu Schaumburg L'ppe heute die Regentschaft deS FürstenthuwS Lippe niedergelegt und ist in Begleitung seiner Gemahlin nach Bückeburg ab» gereift. DieLippe'sche LandeSzeitung" veröffentlicht den AbschiedSerlaß des Prinzen, sowie eine Proklamation deS Grafen Ernst zu Lippe-Biesterfeld, in welcher dieser die Uebernahme der Regentschaft bekanntgibt. Der Graf wird am SamStag den 17. Juli in Detmold einziehen.

Stuttgart, 10. Juli. Der Präsident der Centralstelle für Landwirthschaft und Handel, Freiherr v. Ow, sagte in einem zu Gerabronn gehaltenen Vorträge, daß der durch daS jüngste Hagelwetter in Württemberg angerichtete Schaden sich auf 50 Millionen Mark belaufe.

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aller Art

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Eger, 12. Juli. Die deutsch-nationalen Kund­gebungen nehmen einen großartigen Verlauf. Biele Tausende von Fremden durchwogten die Straßen. Der Eintritt in- Schießhaus, wo Vormittags eine Versammlung stattfinden sollte, wurde polizeilich verhindert. Die Ab­geordneten, welche dagegen protokollarisch protestirten, zogen dann mit der Volksmenge zu dem Rathhause, wo verschiedene Abgeordnete unter dem begeisterten Jubel der Menge sprachen. Ernste Zwischenfälle find nicht vorgekommen.

Brussel, 12. Juli. Gestern fand auf dem Rathhauß-

Arrslav-.

Prag, 10. Juli. Heute Vormittag gingen von hier starke Gendarmerie-Abtheiluvgen zu Fuß und zu Pferde nach Eger ab, um den für morgen anberaumten, aber ver­botenen deutschen Volkstag eventuell mit Gewalt zu verhindern.

Budapest, 10. Juli. In dem großen Getreide-Magazin der Firma Luczenbacher brach heute Morgen Feuer aus, welches das gejammte Magazin und zwei Häuser ein- äscherte. Der Schaden beträgt eine Million Gulden.

Budapest, 10. Juli. Franz Kossuth hat folgende Interpellation bei dem Ministerpräsidenten angemeldet: 1. Ist die Regierung geneigt, zu kennzeichnen, in welcher Dichtung fich die Action der europäischen Diplomatie in Con- stantinopel und in Athen bewegt, wenn ja, welche Friedens- bedingungen halten die Großmächte für annehmbar. 2. Ist daS Concert der Großmächte entschlossen, eine Fortsetzung des Krieges unter keinen Umständen zu gestatten? 3. Haben He Großmächte eine Vereinbarung wegen der Person deS zukünftigen Gouverneurs von Kreta getroffen? 4. Ist die Meldung wahr, daß der frühere schweizerische Bundespräsi­dent Diez als Gouverneur in Vorschlag gebracht worden ist und zeigt sich die Regierung geneigt, energisch dahin zu ivirken, daß der Friede zwischen Griechenland und der Türkei baldigst geschloffen und die Autonomie auf Kreta binnen Kurzem hergestellt wird.

MonS, 10. Juli. Der Gouverneur der Provinz Hennegau versprach den Arbeitern, die Vermittelung zwischen den föruben» Arbeitern und den Directoren zu Übernehmen. Man glaubt, daß der Ausstand Montag zu Ende geht.

Paris, 10. Juli. In der heutigen Kammersitzung cnttoortete der Deputiere Deschanel auf die Auslassungen drS Deputirten Jaurös über die Krise in der Landwirthschaft nab legte in beredter Weise die Zwecklosigkeit der von den Socialisten gepredigten Mittel dar. Die Kammer beschloß bm öffentlichen Anschlag dieser Rede in allen Gemeinden Frankreichs.

Madrid, 10. Juli. Die Bergarbeiter planen für morgen in Bilbao große Demo nstrationen, wenn die verhafteten Genoffen nicht freigelaffen werden. Die Regie- mng hat scharfe Maßregeln zur Vergütung der Ruhestörungen j'troffen Auch in Valencia haben Unruhen stattgesunden.

London, 10. Juli. Alle Passagiere derSpree" sind Id OueenStowa glücklich gelandet. Sie berichten, der ilafall sei bei Nacht erfolgt. Man eilte auf die Alarm- 'stguale auf Deck, beruhigte sich aber bald. ES herrschte zur Zeii des Unfalles Nebel, doch wurde das Wetter später fööti und die See war ganz ruhig. DieSpree" war, als i: vom DampferMaine" ins Schlepplau genommen wurde, 48 Meilen östlich und 43 südwestlich getrieben worden.

London, 10. Juli. In hiesigen RegierungSkreisen wird auf baß Bestimmteste versichert, daß von einer angeblich türlenfreunbüden Haltung Englands absolut nicht die Rede lelcr könne. Vielmehr sei eS wahrscheinlich, daß, falls die 'klorte ihren Widerstand nicht aufgeben sollte, die Frage der Ergreifung von Zwangsmaßregeln, wie sie schon seit dm Resormverhandlungen erörtert wurden, wieder auf» imummen werde und daß in dem Rundschreiben MurawjewS iiom Bedacht genommen sei.

Dsibuti, 10. Juli. Prinz Heinrich von Orleans L',ir6 am 26. d. MtS. von hier auß die Rückfahrt nach Kramkreich antreten.

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L Schiü|'er' £ge 10-

vierteljähriger

2 Mark 20 Pfg. mte Bringerlohn.

Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.

Rebactian, tptbttiet und Druckerei:

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Depeschen des Bure«« .Herold."

Berlin, 11. Juli. Betreffend die Mittheilung der Berl. Polit. Nachr.", nach der es wahrscheinlich sein sollte, daß die nächste LandtagSsesfion mit Gesetzvorschlägen behufs Regelung des Wahlrechts in Staat und Ge­meinde mtt Rücksicht auf die Ergebnisse der neueren Steuer­gesetzgebung befaßt werden würde, schreibt dieNordd. Allgem. Ztg.", nach ihren Informationen ist an fcben maß­gebenden Stellen von einer solchen Absicht ber SiaaiSregierung nichts bekannt.

Berlin, 11. Juli. DenM. P. C." zufolge ist das Verbleiben Dr. FtscherS im Reichspostdienste so gut wie gesichert.

Berlin, 11. Juli. DerNordd. Allgem. Ztg." wird aus Wien telegraphirt: In den letzten Tagen fand ein lebhafter Depeschenwechsel zwischen Konstantinopel und der hiefigen türkischen Botschaft statt. Der Botschafter hatte wiederholt Besprechungen mit dem Grafen GoluchowSki.

Hamburg, 11. Juli. Wie derHamb. Corresp." auS Berlin meldet, übergaben die Botschafter am Freitag der Pforte eine sehr bestimmt gehaltene gemeinsame Note, worin sie die Annahme der von ihnen formulirten Friedens- bedingungen mit Griechenland, insbesondere die lediglich strategischen Grenzregultrungen in Thessalien, befürworten.

Eger, 11. Juli. Dem Verlause deS heutigen TageS sieht man hier mit großer Besorgniß entgegen. Die Stadt ist mit Gästen überfüllt. Die Häuser find reich beflaggt. Vormittags soll der Versuch gemacht werden, eine Versamm­lung abzuhalten. Der Bürgermeister protestirte telegraphisch beim Ministerpräfidenten Badeni gegen die Hierhersendung Prager Polizisten.

MouS, 11. Juli. Die Untersuchung über daS Dyna« mitattentat in Warguigniöres hat zu keinem Re­sultate geführt, obwohl man überzeugt ist, daß von Auß- ständischen begangen worden ist. Gestern haben in dieser Angelegenheit 19 Verhaftungen stattgefunden. Die Er­bitterung der Strikenden gegen 1700 Strikebrecher nimmt immer mehr zu.

Washington, 11. Juli Der Bericht beß Ackerbau- bureauß beziffert ben Durchschnittßstanb der Baumwoll­ernte im ganzen Lande mit 86.

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