Ausgabe 
13.2.1897 Erstes Blatt
 
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r in unserer gestrigen heute näher ans den -rein- über den un> ndr.herr E. Balser, dem er die zahlreich ere die a!S Gäste ge- indvr. Entfleisch. DetaillisteudereiN/ der mng auf seine Thätig- td), mit btfannt, die sen der DrtaWrn r^reuM <6x\o\y nMMrn nicht vrr- 16 sei auch, die Mi­lt den Gesetzen, welche i, bekannt zu machen, ern Gerichtsacceisisten der Lage, sich mit dca o Wettbewerbs^, über tptn herrschten, naher Borfitzeode dem Herrn i etwa folgende- aus: Ischen Reicher handel Weise sich rntwiäür aber dir im gesG iwevdung gelanget Kundschaft anzulockn!

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Schutz gegen unlauteren Wettwerb tu Frankreich und in Belgien gewährt und zwar auf Grund des Art. 1382 des code civil, in welchem der Grundsatz aufgestellt werde, daß jede Handlung eines Menschen, die einem anderen Schaden verursache, Denjenigen, durch dessen Verschulden der Schaden entstanden sei, denselben zu ersetzen verpflichte. In Frankreich werde nun aber die Gesammtheit der Erwerbs- und GeschäftSbeztehungen eines Kauf­mannes und Gewerbetreibenden als ein immaterielles Rechts gut angesehen, das als solches einen Anspruch auf Rechtsschutz gegen Eingriffe unlauteren Wettbewerbes besitze. Diese Auffaffung sei der deutschen Rechtsanschauung nicht ge­läufig geworden. Unter den deutschen Rechtslehrern habe zwar Profeffor Kohler in Berlin stets mit Nachdruck den Satz vertreten, daß auch nach dem geltenden deutschen Recht gegen unlauteren Wettbewerb vorgegangen werden könne, indeffen habe die Rechtssprechung des Reichsgerichts dieses stets verneint. Um also wirksam den unlauteren Wettbewerb zu bekämpfen, sei eine Aenderung der Gesetzgebung erforderlich gewesen- alsdann ging der Redner zur Erörter­ung der einzelnen Paragraphen des Gesetzes über, insbesondere unterzog er die speciell für Kaufleute in Betracht kommenden einer eingehenden Erklärung. Nach diesem Referat erklärte Herr Justizrath Dr. Reatz mit kurzen Worten feinen Stand­punkt zum Gesetz. Er meinte, daS Gesetz sei nur zum Schutze der Thörichten gemacht worden, und die Nachtheile desselben würden größer sein als die Vortheile. Man verspreche sich vielfach zwar viel von demselben, aber die Erfahrung werde lehren, daß man nach 10 Jahren nicht mehr von demselben spreche. Sodann kam Herr Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch zum Wort. Auch dieser war der Ansicht, daß baß Gesetz die auf dasselbe vielfach gesetzten Erwartungen nicht erfüllen werde, indeffen stehe er demselben doch nicht so ganz ablehnend gegenüber wie sein College Dr. Reatz. So sei nicht zu ver­kennen, daß das Gesetz namentlich auf dem Gebiete des ReclamewesenS bereits sehr wohlthLtig gewirkt habe und auch weiterhin wirken werde. Der durchschlagende Erfolg des Gesetzes sei aber besonders dadurch gefährdet, daß für die Klagen auf Unterlassung der gegen daS Gesetz verstoßen­den Handlungen und auf Schadensersatz das gewöhnliche Prozeßverfahren in Anwendung komme, was viel zu lange dauere und auch zu kostspielig sei. Aber die Furcht, daß man nunmehr leicht in Prozesse verwickelt werden könne, wirken schon vielfach heilsam in der Weise, daß man sich im geschäftlichen Leben, namentlich auf dem Gebiete der Reclame, eines äußerlich anständigen GebahrenS befleißigen werde. Deshalb könne man das Gesetz treffend als einAnstands­gesetz" bezeichnen. Nach Beendigung des Vortrages des Herrn GerichtSaffessist Klarenaar dankte Herr Balser Namens des Vereins für seine treffenden Ausführungen, welche offenbar den Beifall aller Anwesenden gefunden hatten. Der Vor­tragende selbst hatte es in der That verstanden, durch die temperamentvolle Art seiner Vortragsweise die Aufmerksam- kett zu fesseln, so daß Derjenige, der ihn gehört hat, gerne geneigt sein wird, ihm auch ein zweites Mal Gehör zu schenken. Auch den Herren Justizrarh Dr. Reatz und Dr. Gutfleisch wurde vom Vorsitzenden noch besonderer Dank ausgesprochen. Nachdem noch einige geschäftliche Mittheilungen erfolgt waren, wurde der osficielle Vortragsabend geschloffen, Me meisten Erschienenen aber blieben noch längere Zeit in lebhafter Aussprache beisammen. ES ist zu begrüßen, daß der Vorstand deS Detaillisten-Vereius derartige Vortrags­abende öfters zu veranstalten beabsichtigt.

* Beschränkung der Auuahme und Bestellung gewöhn­licher Packele au Soun- und Feiertagen auf Eilsendungen. Die Handelskammern sind seitens des Reichspostamtes ersucht worden, die Frage der Einschränkung deS Postpäckerei- dteustes an den Sonntagen einer Prüfung zu unterziehen. Veranlassung hierzu hat die bei der diesjährigen zweiten Lesung deS Etats der Reichs Post- und Telegraphen-Verwal- hing von der Budget Commission vorgeschlagene nachfolgende Resolution gegeben:Der Reichstag wolle beschließen: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, veranlassen zu wollen, daß die Annahme und Bestellung gewöhnlicher Packete von der Reichspost an Sonn- und Feiertagen, mit Ausnahme der Weihnachtszeit vom 18. bis 30. December, auf Eilsendungen beschrankt werde.

* Ueduugeo deS Leurlaubteustaudes. In diesem Jahre werden rund 150,000 Reservisten und Landwehr- leute zu den Fahnen eingezogen, und zwar zu 14tägiger Hebung 119,500 Mann Infanterie, 2700 Jäger, 10,000 Mann Feldartillerie (auS dem Beurlaubtenstande der Feldartillerie bezw. Cavallerie), 5000 Mann Fußartillerie, 3000 Pioniere. Bon der Eisenbahubrigade werden 1200 Mann der Reserve auf 28 Tage, 600 Mann der Landwehr auf 12 Tage ein» gezogen. Die Luftschiffer Abtheilung wird 190 Reservisten stellen. Aus Reserve und Landwehr des Trains werden auf 14 Tage nach Beendigung der Herbstübungen 4508 Mann, aus der Reserve der Cavallerie und des TrainS auf 20 Tage im Mai 965 Mann üben. Schließlich werden noch zur Bil­dung von SanitätS-Detachements auf 12 bis 13 Tage 1000 Mann eingezogen. Nach den Herbstübungen finden noch bei der Feldartillerie 14tägige Uebungen von Cavallerie- Offizieren des Beurlaubtenstandes behufs ihrer Aus- Bildung als Commandeure beziehungsweise Zugführer von Munitionscolonnen statt. ES ist anzustreben, daß mög­lichst alle Cavallerie-Offiziere, die im Mobilmachungssalle für solche Stellen bestimmt sind, mindestens eine derartige Mebnng mit Erfolg abgeleistet haben. Wo bei einzelnen Mannschaften im Jntereffe der Ausbildung für wünschens- werth erachtet wird, kann die auf 14 Tage festgesetzte LebungSzeit für Reservisten, je nach dem Ermessen der GeneralcommandoS bezikhungSweise obersten Waffenbehörden, bis zu 20 Tagen verlängert werden.

* Wetterbericht. Während im Südosten und Süden, sowie besonders Südwesten Europas hoher Druck lagert, be- deckt ein umfangretches Depresfionsgebiet Scandinavien und die Ostsee. Deutschland und baß Alpengebiet befinden sich

unter der Wechselwirkung deß hohen Druckeß, sodaß auf unserem Gebiet meist mildes aber trübes Wetter besteht. Die Frostgrenze ist ziemlich weit nach Osten zurückgewichen und verläuft von SÜdscandinavien in südöstlicher Richtung gegen die untere Donau. Vor dem Canal kündigt sich eine neue Depression an, sodaß der WitterungScharacter fich zunächst nicht ändern wird. Voraussichtliche Witterung: Fortdauer deS milden, trüben Wetters mit Niederschlägen.

§ Ruppertenrod, 11. Februar. Der hiesige Karouffel- besitzer H. machte gestern mit seinen zwei Pferden eine Schlittenfahrt. Dieselbe war nur von kurzer Dauer und er kehrte bald wieder zurück. Auf dem Heimwege stürzte plötzlich daS eine Pferd auf der Ortsstraße nieder und verendete auf der Stelle. Sein Besitzer halte das Pferd erst im vorigen Jahre für den Preis von 250 Mark er« worben.

? Elpenrod, 11. Februar. Ein recht tragischer Todes­fall hat heute über eine hiesige und eine Familie zu Rup­pertenrod große Trauer gebracht. Eines hiesigen LandwirthS einzige Tochter aus erster Ehe, ein blühendes 18 jähriges Mädchen, war mit einem jungen Manne von Ruppertenrod verlobt. Noch vorgestern machte daS glückliche Brautpaar eine Schlittenfahrt nach Groß-Felda. Gestern hütete das sonst von Gesundheit strotzende Mädchen baß Bett eineß leichten Unwohlseinß wegen. Heute Morgen schon war die Braut eine Leiche. Ein Schlaganfall hatte das junge Leben getöbtet.

ch. Bermuthshain, 7. Februar. In große Verlegenheit gerieth letzter Tage ber Geschäftsreisenbe Goldschmibt von bet Firma Frank in Gelnhausen. Derselbe wollte von Crainfelb nach Grebenhain und sprang im Orte auf einen Schlitten, um mitfahren zu können. Am AuSgange von Crainfelb blieb baß Pferd plötzlich in den aufgeweichten Schneemaffen stecken. Der Reisende mußte aussteigen und wollte den Rest beß Weges zu Fuß zurücklegen. Bei dieser Gelegenheit war derselbe so in eine Schneewehe hineingerathen, daß ihm ber aufgeweichte Schnee bis an die Brust reichte/ an ein Fortkommen war nicht zu brnken. Der Straßen- toärter Ahlbrand, sowie noch ein Arbeiter, welche beide mit Schneeschippen beschäftigt waren, gewahrten nach einiger Zeit die Situation, in welche der Reifende geraden war. Sie mußten denselben auß dem Schneewaffer herauStragen, sodaß er bann sicheren FußeS nach Grebenhain gehen konnte. Die Wohlthäter wurden mit einer Mark belohnt. Von BermuthS- Hain auß unternahm der Reisende bann bie Weiterreise mittelst Fuhrwerk.

Vermischtes.

* DaS Reiterstandbild Wilhelms I. am Ratioual-Deukmal steht bereits auf dem hohen Broncepoftament innerhalb beS Bretterhauseß; auch ber weibliche Friebens-Genius, bet zur Linken schreitet, hat schon seinen Platz eingenommen. Nut einzelne Theile sind noch anzusetzen. In einigen Tagen wird man auf dem Portal nach dem Lustgarten mit der Aufstel­lung ber einen Quadriga beginnen. Ende Februar muß Alles so weit sein, baß überall die Gerüste entfernt werden können,- ist bann noch die DenkmalShalle zu säubern und die gesammte Anlage zur Enihüllungßfeier bereit zu halten. Auch baß 25 Meter hohe Gerüsthauß wirb abgebrochen und baß Rettetmonumknt von einem Velatium umgeben werben, baß von acht mächtigen Flaggmasten gehalten wird. Am 22. März wird das ganze Denkmal fertig fein. Erft später jedoch soll daß umfangreiche Plateau mit Mosaik geschmückt werden, daß nach den Entwürfen beß Architekten und Malerß Halmhubet außgeführt wird. Die gewählten Farben find Elfenbeinfarbe und schwarz. Daß reiche Mosaik erfordert einen Kostenaufwand von rund 90,000 Mk.

* 76,390 Kubikmeter Schure 36,200 Fuhren sind bis Ende Januar aus den Straßen Berlins abgefahren worden. Hiervon sind 7000 Cubikmeter 3500 Fuhren in die Spree tesp. in den Landwehrcanal geworfen, während der Rest auf den für solche Fälle vorgesehenen Abladeplätzen aufgehäuft worden ist. Eine gleiche Schneemenge wie in diesem Jahre hatte die Stadt Berlin nur im Jahre 1887/88 zu bewältigen. Uebeitroffen wurde die Menge beß in biefem Jahre gefallenen Schnees burch bie Winter 1875/76 unb 1876/77. Trotzdem aber bürste in Berücksichtigung beß Um­standes, daß sich baß Gebiet ber Reichshauptstabt um etwa ein Drittel vergrößert hat, dieser Winter der theuerste für den Stadtsäckel werden.

* Königsberg i. Pr., 10. Februar. In dem Kühlraume beß stäbtischen Schlachthauses entstaub heute früh ein größerer Brand, durch welchen Fleischvorräthe im Werthe von etwa 60,000 Mk. vernichtet wurden.

Wie fich Siner in Frankreich legitimirt hat. Man schreibt: Reisepässe und dergleichen Einrichtungen find oft dem normalen Staatsbürger hinderliche Belästigungen, noch mehr aber Allen aus der etwas minder normalen Gesellschaft der Vaganten, die stets für die ausgedehnteste Freizügigkeit schwärmen und zwar nicht bloS mit Worten. Fehlt dem armen Reisenden" aber ein solches Papier, so hat ihn gar bald die heilige Hermandad beim Wickel, und eS gibt einen unliebsamen Aufenthalt. Ein findiger moderner Reisläufer auß der Schweiz, der jedenfalls von der Stärke der Fran­zosen in der Kenntniß der deutschen Sprache schon gehört hatte, hat nun Frankreich mit einer sehr lustigen Legitima­tion, nämlich einem aargauischen Viehgesundheitsschein bereift. Als er neulich in das Städtchen Zurzach im Aargau ein­gebracht wurde, fand man den Schein bei ihm vor, der über und über mit den DifaS französischer Polizeibehörden bedeckt war, denen das Schriftstück ganz gewaltig imponirt zu haben scheint. Ein Biehgesundheitsschein als Reisepaß zu Ende beß 19. Jahrhunderts dürfte vielleicht trotz Rabbi Ben Akiba doch noch nicht dagewesen fein.

Universität- - Nachrichten.

Straßburg, 10. Februar. Das Programm der Festlich- feiten, welche von studentischer Sette zur Feier des 25jährigen Jubiläums der Unioersttät Straßburg veranstaltet werden, ist folaendes: Freitag den 30. April, Mittags: Empfang der ehemaligen © ubtrenben der Straßburger Hochschule und der Vertretungen der Studentenschaften der deutschen Universitäten. Abends 8 Uhr: Fackelzug. Samstag ben 1. Mai, Abends 8 Uhr: Festcommers in der Hauptrestauratton. Sonntag den 2 Mai. Vormittag« 11*, Uhr: Frühschoppen im Tivoli. Mittags 2 Uhr: Festessen in der Haupt­restauration. Montag den 3. Mai: Ausflug in die Vogesen. Alle ehemaligen Studirenden der Straßburger Univeisiiät, welche an der Feier thetlnehmen wollen und ihre Betheiltgung noch nicht angrzeigt haben, werden höflichst ersucht, ihre Adresse zu senden an den Fest­ausschuß der Studentenschaft und der ehemaligen Studirenden der Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg.

£tteratur tmO

Mit der Veröffentlichung der hochinteressanten SRemoifftt Friedrich Hases fährt dieModerne Kunsts (Verlag von Rich. Bong, Berlin W.) in ihrem soeben erschienenen Heft 11 fort. Je weiter bie Memoiren vorrücken, um so fesselnder werden fie. Von entzückender Frische ist die Schilderung eines vor kurzer Zeit er­folgten Zusammentreffens mit Adolf Menzel, dem gefeierten Maler. Eine Fülle des BemerkenSwerthen enthalten auch die folgenden Aus­führungen, in denen Briefe von Alexander v. Humboldt und Ludwig Tieck mitgetheilt werden unb in denen auch König Friedrich Wil- helm IV. eine Rolle spielt. Dann müßen noch eine Reihe anderer trefflicher Artikel, die gleichfalls mit ausgezeichneten Illustrationen versehen sind, hervorgehoben werden. Hans Nagel von Brawe schildert unter feem Titel:Die Proletarier des Waldes" in kun- , digster und frischester Weise die Jagd auf wilde Kaninchen, Freiherr v. Dincklage fährt in seinenMoment-Bildern von der Marine" in der meisterlichen Schilderung unseres Flottenlebens fort, Georg Buß bricht in geistvollen und sehr berechtigten Darlegungen eine Lanze für die schärfere Berücksichtigung des Aestbetischen im Sport, Hans Kraemer berichtet über WildenbruchsKaiser Heinrich im Berliner Theater", Ernst Otto Nodnaqel über den Musiker August Bungert, dessen OperOdysseus Heimkehr" kürzlich mit so sensationellem Er­folge in Dresden zur Ausführung gelangt ist. Der treffliche Roman Faiful" von Anton Frhr. v. Perfall und ein prickelndes Zick-Zack, das wundervoll illustrirt ist und das Neueste aus dem High life bringt, schließen sich an. Carmen Sylva, die Königin von Rumä­nien, hat ein schwungvolles und gedankenreiches Gedicht gespendet, zu dem die Musik von H. V. Schumacher herrührt. An künstlerischen Gaben ist wieder das Vollkommenste geboten worden. Die drei KunftbellagenDuftender Flieder" von Markham Skipworth,Donna Olympia Pansilts Rache" von G. de SanctiS undAbendgebet" von Fr. Zmurkt sind Meisterwerke ersten Ranges. Nir bat die Holz­schneidekunst Schöneres heroorgebracht. Daß das Heft 11 mit hinein erstaunlich reichhaltigen und trefflichen Inhalt nur 60 Pfennig kostet, sei noch ausdrücklich hervorgehoben.

Deutsche Geschichte. Nach den Forderungen der Gegen­wart für Schule und Haus, bearbeitet von H. Weigand und A. Tecklenburg. 3. verbesserte Auflage. Preis cart. mit Leinen­rücken 90 Pfg. Verlag von Karl Meyer (Gustav Prior) in Han­nover. An Büchern, welche sich mit der Geschichte des deutschen Volkes beschäftigen, ist kein Mangel. Das vorliegende Merkchen aber hat den Vorzug, klipp und klar, kurz und bündig alles das zu bieten, was Jedermann aus der Geschichte unseres großen Vater­landes wissen soll. Aber nicht nur die geschichtlichen Begebenheiten werden geschildert, sondern auch die kulturgeschichtlichen, politischen, kirchlichen und socialen Verhältnisse sind vortrefflich bearbeitet. Das Buch ist sowohl ein brauchbares Schulbuch wie ein werthvolleS Volksbuch. Der Inhalt der einzelnen Abschnitte ist reich und wohl­geordnet, die Kriege sind nicht ausführlich geschildert, ebensowenig die Geschichtszahlen, dagegen steht das sociale Element der Geschichte im Vordergründe, die Volkswirthschaftslehre ist angemessen berück­sichtigt, desgleichen die Gcsetzeskunde. Die Heimaths- und Orts­geschichte ist in dem Buche nicht berücksichtigt worden, dagegen ist dieser Stoff in einem besonderen Hefte als Anbang beigefügt unter dem TitelErgänzungSheft für das Großherzogthum Hessen", bearbeitet von Philipp Hartleb. Tendenz und Anord­nung des Stoffes sind dem Hauptwerk entsprechend, der Preis (30 Pfg.) ein mäßiger. Die deutsche Geschichte wird fich ebensowohl viele Freunde erwerben, wie das Beiheft, gute Empfehlungen hervor­ragender Schul- und Staatsmänner, Vertreter der Wissenschaft ufw. geben ihm das Geleite.

Schisisnachrichterr.

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Earl Loos und I. M. Schulhof.

Bremen, 11 Februar. (Per transatlantischen Telegraph. I Der Postdampfer Willehad, Capitän W. Kuhlmann, vom Nordd. Lloyo in Bremen, ist geftein 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen.

kirchliche Anzeige« der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst.

Sonntag den 14. Februar. Septuagestmae.

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des 400 jLhrige« Geburtstags Philipp MelanchthouS. I« ber Stadtkirche.

Vormittags 9'/» Uhr: Professor Stamm-

Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dingeldeo.

Die Kinderkirche fällt aus.

Abends 6 Uhr: Pfarrer Dr. Grein-

Die Versammlung der Confirmandenoereinigung der MatthSuS- gemeinbe in der Herberge muß Sonntag außfaUen.

Donnerstag den 18. Februar, Abends 8 Uhr: Bibelstvude im Confirmandensaal (Neustadt 61) Pfarrer Schlosser.

2« der Aohauuesttrche.

Vormittags 9>/, Uhr: Pfarrer Dr. Nauma nn.

Gedächtnißfeier des 400 jährigen Geburtstags von Phllipp Melanchthon.

Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die JohanneS- gemeinbe. Pfarrer Dr Naumann.

Abenbs 6 Uhr: siehe Stabtkirche-

Montag, ben lb- Februar, Abenbs 8 Uhr: Bibelstunde im Confirmanbenfaal ber Jobanneskirche. Bergprebigt, Matth, v, Vers 15 u. s. w- Pfarrer Dingelbey

Katdalische Gemeinde.

Samstag, ben 13 Februar:

Nachmittags um 4 Uhr unb Abenbs um 8 Uhr Gelegenheit zur hl Beichte;

Sonntag ben 14. Februar. Septuagefima.

Vormittags von 6'/» Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte;

, um 6»/» Uhr erste hl. Messe;

um 7Vi Uhr Austbeilung ber hl. Communion;

um 8 Uhr zweit: hl. Messe;

um 9«/r Uhr Hochamt mit Predigt;

Nachmittags um 51/» Uhr Christenlehre; barauf Anbacht.

Abenbs um 8 Uhr in Lonys Saal: Versammlung beß Kirchen­chors, wozu bie ganze Gemeinbe eingelaben ist.