kann, ist neuerdings für die Summe vou 1000 Mk. in den Besitz des türkischen Sultan- übergegangen.
* Aus einer Dorfschule erzählt das „ßlegn. Tagebl.": Der Lehrer hat den Kleinen die Geschichte von David und Goliath erzählt und fragt nun nach dem Inhalt der Ge schichte. Auf die Frage: »WaS rief Goliath auS, als er den Hirtenknaben kommen fah?- weiß jedoch der Gefragte keine Antwort zu geben. Der Lehrer ergreift nun dea Stock und geht mit drohender Miene auf den Gefragten zu. Da begiont dieser: „Denkst Du denn, ich bin ein Hund, daß Du mit einem Stecken zu mir kommst?"
* Daß Berliner Dienstmädchen im Lichte der Statistik. Das Berliner Dienstmädchen stammt nach der städtischen Statistik meist aus Schlesien^ auf 15 Schlesierinnen kommen nur 10 auS Pommern, 8 auS Ostpreußen und 7 aus Posen. Lange scheint eS aber das fremde Dienstmädchen nicht in Berlin auSzuhalteu, von 44,000 zuziehenden gehen 38,000 wieder fort. Die in Berlin verbleibenden haben aber die besten Aussichten, unter die Haube zu kommen, denn zwei Drittel hiervon hetrathen alljährlich. Die Dienst- mädcheu bilden überhaupt ein viertel aller heiratheuden Jungfrauen in Berlin. Freilich scheint der Weg zum Standesamt nicht immer der gerade zu sein, denn die Dienst« Mädchen find mit einem Drittel an den unehelichen Geburten in Berlin betheiligt. Ihre Stelle findet das Berliner Dienstmädchen meist durch die vermittlungSbureaux. Solche qiebt eS in Berlin nicht weniger als 253. DaS Einkommen des Berliner Dienstmädchens ist im Durchschnitt auf 600 Mk. einschließlich Derpfl'gung, Geschenken und Trinkgeld berechnet worden. Lange hält aber daS Berliner Dienstmädchen in einer Stelle nicht aus. Jede Stelle wird 1,24 Mal im Jahre oder alle 9,7 Monate durchschnittlich gewechselt. DaS großstädtische Dienstmädchen der Zukunft entwickelt sich mehr zu einer Art von Tagesarbeiterin. Häufiger Stellenwechsel, kurze Kündigungsfrist, kürzere tägliche Arbeitszeit find die Ziele der jetzigen Bewegung.
* Siu Denkmal für die Heide« deß „ZltiS". Den Opfern des Taifun, welche mit dem „Iltis" in den Wäffern Ost afienS ihr Leben eingebüßt haben, soll zu Shanghai ein Denkmal errichtet werden. Die Ausführung des Werkes ist dem Bildhauer August KrauS anvertraut, der beim Wett« bewerb um die Mänade einen TheilpreiS errungen hat und auch als Mitarbeiter beim Nationaldenkmal Kaiser Wilhelm- hervorragend betheiligt war. Herr Krau» hat zunächst eine Skizze geschaffen, für welche der Adjutant deS Prinzen Heinrich, Eapttän Müller, die Idee angegeben hat. Lin kleines Grauitpostament, das fich auf mehrere Stufen aufbaut, soll einen vom Sturme zersplitterten, abgebrochenen Mast tragen, an welchem die vom Unwetter durch einander geworfenen Ueberreste der Taue herabhängen. Am Fuß des Maste» liegt schräg über dem Postament die deutsche Kriegsflagge, die bi» aus die Granitstufen niederfällt. Die Mitte des Flaggenstockes ist mit einem Lorbeerkranz geschmückt, dessen Schleife die WtdmungSinschrift trägt: „Die Deutschen Ost- afienS". An der Vorderseite deS Postaments soll ein Reliefbild de» Schiffe» „Iltis- eingelassen werden, die anderen Flächen werden die Namen der verunglückten aufnehmen. Mast, Flagge, Lorbeerkranz und Relief» sollen in Bronze gegossen werden. Da» Denkmal wird in den Anlagen der chinesischen Hauptstadt seinen Platz erhalten. Zunächst ist eine Photographie de» Entwurfes an da» Comitöe nach Shanghai gesandt.
• Sine französische Bitte au Kaiser Wilhelm. Graf Diou, Vorsitzender deS Automobilclubs de France in Part», will demnächst in Berlin eintreffeu, um dem Kaiser die Bitte zu unterbreiten, er wolle da» Protectorat über die Automobil-Distauzfahrt Paris—Petersburg (3000 Kilometer) übernehmen. Bet dieser Gelegenheit sollen Preise in Höhe von 100,000 Fr. vertheilt werden.
* Der Gedanke Andree», den Nordpol i« Luftballon zu erreichen, ist, wie der „Schles. Ztg." geschrieben wird, durchaus nicht neu. Ja dem 1824 erschienenen Roman „DaS fünfzigjährige Dtenstjubelfest" oder „So geht eS in der Welt" von Julin» von Boß erzählt ein junger Techniker in einem Briefe seine Lebensschicksale. Er habe den Gedanken gehabt, mit einem Walfischfünger nach Spitzbergen zu segeln, dort einen Ballon zu füllen und fich mit den daselbst herrschenden Südwinden nach dem Pole treiben zu lassen. Da erfahrungsgemäß bald nach dem längsten Tage der Wind in die entgegengesetzte Richtung umschlage, so glaubte er auch wegen der Rückkehr keine allzu großen Sorgen haben
za dürfen, wenn er kurz vor der Sonnenwende den Aufstieg unternähme. Er verstand es, in London wohlhabende Männer für die'en, wie er selber eingefteht, abenteuerlichen Plan zu erwärmen und so die Geldmittel sür sein Unternehmen aufzu br ngen. Doch schon auf dem Wege nach Spitzbergen stellten fich einige Hindernisse in den Weg, sodaß er zum gewünschten Tage nicht ankam- der Wind wehte bereit- au» Norden. Als fich aber drvooch wieder Südwind einstellte, wagte er kurz entschlossen den Aufstieg, wurde jedoch bald von einem au» Norden kommenden Sturm zurückgetrieben. Bet der Canbnng zerriß sein Ballon. Doch da er von dem Walfischfänger bemerkt worden war, wurde er gerettet und nach London zurückgebracht. — Soweit der Roman. Es wäre nun interessant, natzufo scheu, ob in der That damals dieser Plan ernsthaft erörtert wurde, oder ob er lediglich im müßigen Spiele der Phantafie entstanden ist. DaS letzte ist wahrscheinlicher, wenn auch daS erstere nicht völlig ausgeschlossen erscheint. Denn man muß fich erinnern, baß in den zwanziger Jahren infolge der Expeditionen von Roß, Parry und Lyon daS Interesse am Nordpol äußerst rege war, und daß auch andererseits die Luftschifffahrt große Thetlnahme erweckte, wie dies durch die Namen Blanchard, Harris u. a. bezeugt wird. Somit märe e» also nicht uumögltch, daß schon 1824 ein abenteuerlicher Kopf fich mit diesem Plan ernstlich beschäitikt bat.
Literatur uufc
— Die Aufgabe,» eine» CuUurwerk«» am «ude de» 19. Jahrhundert». Diesem Thema widmet der bekennte Schriftsteller Otto o. Letxner in der Zeitschrift „Nord und Süd" anläßlich der Vollendung der neuen Auflage von Meyers Conver- sattons-Lextcon eine mit leuchtender Klarheit und geistiger Vertiefung geschriebene culturgeschtchtitche Studie. Wir entnehmen der werthvollen, den Gegenstand trefflich kennzeichnenden Arbeit die folgenden interessanten Ausführungen: Die Aufgaben, die ein Con- vnsattons-Lextcon zu erfüllen hat, sind von Jahrzehnt zu Jahrzehnt gewachsen und damit die Schwierigkeiten, ihrer Herr zu werden. Der Kreis des Wissens hat sich ungeheuer vergrößert und damit die Menge der Stichwörter. Besonders die exacten Naturwissenschaften und die Technik haben eine kaum übersehbare Zahl neuer Vorstellungen erzeugt, die in die Reihe der zu erklärenden Wörter ausgenommen werden sollen, ohne daß datz Alte vernachlässigt werden dürfte. Aber auch die Zahl der Benutzer solcher Werke hat sich unendlich vermehrt. Wie soll nun die Aufgabe gelöst werden? Da muß man zunächst fragen: Wer liest das EonoersationS-Lexicon? Die Antwort lautet beschränkend: Der Fachmann in der Regel nicht, da er die Handbücher seines Gebietes fast stets besitzt. Daraus ergibt sich die Forderung, daß ein solches Werk nicht für Fachleute bestimmt sein darf. Der Fachmann benutzt es gewöhnlich nur für Gebiete, wo er selber Laie ist. Da aber die Darstellung alle Hauptsachen in klarer, verständlicher Weise geben soll, ohne mit streng fachmännischen Begriffen zu arbeiten, die Auswahl dieser Hauptsachen nur von einem Fachmann auSgehen kann, so ergibt sich die Forderung: Ein ConversationS-Lexicon muß von Fachleuten für Laien geschrieben fein. Von ungeheurer Wichtigkeit ist sodann die Berechnung des Umfange» der einzelnen Abschnitte. Wird zu Beginn übermäßiger Raum verbraucht, so leidet die Fortsetzung, und es muß entweder an unrichtiger Stelle gespart werden, ober da» Werk schwillt so an, daß seine Brauchbarkeit für weite Schichten fraglich wird. Ebenso wichtig ist die Auswahl der Bilder. Niemals dürfen sie nur zum Schmucke dienen, jedes hat, indem eS die Anschauung zu Hilfe ruft, den Text zu entlasten. Eine zweite Hauptfrage ist, ob solche Werke einen Parteistandpunkt einnehmen dürfen. Die sog. „Objictioität" ist nun meiner Ueberzeugung nach bei Stichwörtern, die irgendwie mit dem Wollen, mit inneren Vorgängen zusammenhä-gen, ein kaum erreichbares Z-el. Aber so weit sie möglich ist, soll sie festgehalten werden, da die Benutzer ja in dem Werke nicht Ueberzeugungen, sondern vor allem Thatsachen suchen. Wenn ich nun untersuche, in wie weit der „Meyer" den aufgestellten Grundsätzen entspricht, so kann ich sagen: „von Auflage zu Auflage hat sich Meyers Conversations Lexicon diesem Ideal genähert und nimmt in der neuesten Auflage unter allen Mitbewerbern als Ganze« betrachtet jetzt die erste Stelle ein": 1. Die Darstellung im Allgemeinen zeigt überall die ernste Arbeit von Fachmännern, die da« Nölhige vom allzu Fachlichen zu scheiden wissen. 2. Mit wenigen Ausnahmen ist die Darstellung sich bewußt, daß sie Laien zu dienen habe. Sie strebt mit Erfolg nach Lebendigkeit und bietet in den Abschnitten schriftstellerisch abgeschlossene, in gutem Deutsch geschriebene Aufsätze, bei denen, wo es der Stoss erlaubt, auch die vaterländische Gesinnung wohlthuend hervortritt. 3. Rein abstracte Erörterungen sind nach Möglichkeit vermieden, wo sie aber nothwendig sind, find fie in klar bemessenen Grenzen gehalten und so ausgeführt, daß auch denkende Laien ihnen zu folgen vermögen. 4. In der Oeconomie der Raumeintheilung ist der „Meyer" allra Mitbewerbern überlegen; von Anfang an gleichmäßig behandelt, so daß die innere Bedeutung der Stichwörter den Umfang der einzelnen Aufsätze und Erklärungen bestimmt. 5. Ebenso mustergiltig ist die Auswahl und Herstellung der Bilder. Jedes einzeleve erspart Text, keines will nur alS Schmuck dienen. 6. Der allgemeine -Standpunkt liegt in der verständigen Mitte. Der „Meyer" geht mit der Zeit mit, aber er behält die Ruhe; er drängt weder ungestüm nach vorwärts und legt Zweifelhaftem, weil es neu ist, Bedeutung bei, noch stellt er sich dem Hebet« lieferten, weil eS alt ist, bloS verneinend gegenüber. 7. Diese Klarheit und Einheitlichkeit der Anschauungen beweist, daß die Leiter deS
Unternehmens zwar alle Fortschritte mit scharfem Blicke verfolgen, aber sich über dem Getriebe der Sippen zu hatten verstehen. Man darf also auS ehrlicher Ueberzeugung behaupten, daß der „Meyer" in seiner neuesten Auflage da« Ideal einr Dolksracyclopädi« darstellt. wie man heute den Begriff einer solchen fcßi. So der Verfasser. Fügen wir noch hinzu, daß Meyer» ConvrrsationS Lexicon in unserer Zeit deS Bildungsbedürfnisse» und der BildungSnoth- roenMgtctt in keiner Familie, in keinem Heim mehr fehlen sollte, wenigstens nicht da, wo Sinn für Geist und Welt herrscht. Wer fich nur einmal der Dienste dieses monumentalen Werke» erfreut hat, ist für dasselbe bleibend gewonnen: ES bewährt fich beim Nachschlage» über Dinge, die unser Familien-, Staats- und Geistesleben berühren, wie bei der Forschung nach Thatsachen au« alter und neuer Geschichte. Die modernen Erwerb-- und BerkehrsverhäUnisse, nicht minder die Bewegungen auf den Gebieten der Erfindungen. Ent- bedungen, der Industrie und Technik spiegelt das Werk ebenso wider, wie dasselbe bet der Berufsarbeit, bei der Lectüre, beim schreiben, im Gefprich, nach Anhören eines Vortrages dem Gedächtniß nachhilft, Zweifel hebt und zur klaren Erkenntniß einer jeden Sache führt. Derselben liebevollen Sorgfalt, mit welcher die Verlag»- Handlung die Entwickelung des fiebzebnbändigen Werke» begleitete, verdanken wir auch die Fortführung desselben in ein rat Ergänzung»« und Registerband, welcher neben neuen Artikeln die während beft Erscheinens sich ergebenden Neuerungen, Beränberungen und Berichtigungen nachträgt und durch Nachweis derjenigen Warnen, Thatsachen und Materien, welche nicht unter eignen Stichwörtern behandelt werden konnten, das Werk um ca. 25,000 Artikel bereichert. Die Vorsorge der Herausgeber geht indessen auch noch über die Begrenzung hinaus: Zu den anerkranenSwerthen Eigenthümlichkeite» des Meyer'schen EonversaliouS-Lexicon» nämlich gehören die sogen. Jahres-Supplemente, welche die DerlagShandlung dem Hauptwerk i» der guten Absicht folgen läßt, dieses selbst vor allzufrüh m Veralten zu bewahren. Diese werthvollen Nachträge ermöglichen jedem Besitzer des Meyer'schen ConoersationS Lexikon«, seinen literarischen HauSschatz auf dem ßaurenben zu erhalten unb zu erneuern. So steht bas Meyersche Werk als eine Leistung ba, welche dem Verleger nicht nur, sondern Deutschland zur Ehre gereicht. Daß solche Summen an Geld und Geisteskraft für ein derartiges Werk in Bewegung gesetzt werden können, ist an sich ein Beweis von den Erfolgen der frühem Auflagen- Diese Erfolge haben sich bis jetzt immer gesteigert. — Die zweite Auflage ist in 53,000 Abdrücken ahgesetzt worden; die dritte hat eine Verbreitung von 154 000 Exemplaren erlangt, bei der vierten Auflage darf die Verlag-Handlung auf einen Umsatz von 206,000 Exemplaren zurückblicken, und die neue fünfte Auflage hat ihre Vorgängerin wiederum um einen weitern Borsprun» geschlagen.
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fort. Von s.inen zwölf Kindern ergriffen vier Söhne den Beruf de» Vater», zwei derselben, der älteste, Gottfried, und nQ($ dessen Tode der zweite, Friedrich, folgten ihm auch in der Fechtmeisterwürde. Gottfried Kreußler war dreimal ver- heiraihet, au» diesen drei Ehen blieben nicht weniger als 15 Kinder am Leben. Einer seiner Söhne, Johann Wilhelm, folgte dem Onkel im Amte der Fechtmeister. Dieser Johann Wilhelm ist jener berühmte Kreußler, von dem so zahlreiche Anekdoten im Umlauf sind. Unser Buch erwähnt deren zwei der characleristischsten und drastischsten.
Einst besuchte Johann Wilhem Kreßler die Residenzstadt Dresden und den glänzenden Hof August des Starken. Als Schulmeister verkleidet, sah er auf dem Pagenfechtboden den Fechtübungcn der Pagen zu. Kreußler, von dem was er sah, nicht sonderlich entzückt konnte seinen Spott nicht unter« drücken. Da wurden die Pagen ärgerlich und höhnten, er, der Schulmeister, werde es wohl besser können. „Gewiß kann ich.e» besser", erwiderte Kreußler. Da luden sie ihn ein, näher zu treten und fich mit ihnen zu messen. Der vermeintliche Schulmeister folgte der Aufforderung und setzte ihnen so zu, daß der Fechtmeister selber herbei kam, um mit dem erstaunlichen Menschen zu fechten. Doch auch er, unv nach ihm die al» die besten Fechter bekannten Höflinge wurden spielend aus dem Felde geschlagen. Jetzt meldete man den Vorfall dem König, dem die Sache außerdem Spaß
war und der selbst herbeieilte, die Ehre seine» Hofes zu retten. August der Starke war bekanntlich nicht nur der stärkste Mann seiner Zeit, sondern auch einer der anerkannt besten Fechter. Al» er den harmlosen Mann erblickte, lachte er verächtlich; doch kaum hatte er sich mit ihm gemessen und gesehen, welchem Meister er sich gegenüberbefand, als er, unfähig, länger Stand zu halten, halb lachend, halb ärgerlich ausrief: „Schwarzer Kerl, Du bist Kreußler au» Jena oder der Teufel!" Kreußler antwortete ruhig: „Der erste in Person, Ihrer Majestät zu dienen".
Sein Sohn Heinrich erg'ühte schon in der Jugend für den Beruf des Vaters. Auch er war ein geborene» Genie in der edlen Fechtkunst. Allen andern war er über, nun drängte es ihn schon lange, zu w'ssen, wer eigentlich der bessere Fechter sei, er oder sein Vater. Daher st llte er sich eine» Abends an, als wollte er beizeiten sein Lager suchen; statt drssen schlich er fich mit Hut, Mantel und Degen auf die Straße und rief mit verstellter Siimme unter seines Vater» Fenster: „Heraus, alter Kreußler, wenn Du Herz hast! Hier ist einer, der's mit Dir aufnimmt!" Da» konnte der Alte nicht auf sich sitzen lassen, er eilte herbei und stellte sich Nachdem beide jedoch ein Paar Gänge mit einander gelhan hatten, ohne daß e» einem von ihnen gelang, dem Anderen eine Schlappe beizubringen, hielt der Alte inne und rief lachend: „Alle Teufel, so ficht nur ein Kreußler! Un
verschämter Junge, Heinz, willst Du zu Bette!" Auch Heinrich bekleidete das Fechtmeisteramt zu Jena. Dessen Sohn Wilhe'm Ernst machte eine Ausnahme, indem er da« Amt eines Vertheidiqer» mit Worten demjenigen eine» Vertheidi- gers mit Waffen vorzog. Er studirte die Rechte. Dem Onkel lag aber die alte Familientradition im Blute, er griff wieder zum Degen und wurde Fechtmeister in Leipzig.
Der Stammbaum der Familie und die Porträts der vier als Fechtmeister in Jena thätig gewesenen Kreußler befinden sich auf der Universitätsbibliothek daselbst. Die wacker n Fechtmeister fanden zwar noch verschiedene Vertreter für ihre Fechtart, doch kam da» Stoßfechten nach und nach in Wegfall und verschwand mit Anfang diese» Jahrhundert» ganz. Rur in Jena hielt e» fich noch ca. 40 Jahre länger, da die Kreußler'sche Schule dort erst mit dem 1842 verstorbenen Fechtmeister Bauer ausstarb. Da» Hiebfechten löste die Kreußlerifche Methode wieder ab, doch da» Andenken an die alte F-chterfamilie selbst ist nicht ausgestorben. Dreihundert' Jahre sind jetzt gerade vergangen, seit der Begründer der Schule sowohl al» de» Rufs der Familie geboren wurde — möge sich bei d .r Lecfüre dieser Zeilen der Leser, ob er nun selbst ein Freund der Fechtkunst ist oder nicht, seiner freund" lich erinnern.


