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Kr. 266 Erstes Blatt Freitag ben 12. November
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Lord Salisbury auf dem Lord-Mayors- Bankett.
Alljährlich erhält bekanntlich die City of London ein neues Oberhaupt, welches unter Aufwendung elneS althergebrachten Pompes tu fein Amt eingeführt wird. In feier- uchem Aufzuge bewegt sich der Übhebe historische Festzug durch öie bestimmt vorgeschriebenen Straßen nach der Guildhall, wo ein Festbankett stattfindet, dem die Minister sowie da» »anze osficielle London betzuwohnen pflegen. ES ist üblich, i>aß auf diesem Bankett der Premierminister eine längere Politische Rede hält, in welcher er die daS Interesse beton» öet8 erweckenden TageSfragen erörtert und Über die Ziele ber englischen Politik einige Andeutungen macht. Auch am Dienstag fand wieder jene Ceremome statt, mittelst welcher der neuervannte Lord-Mayor David DavieS sein Amt übernahm. In firner bei dieser Gelegenheit gehaltenen Rede fling Lord Salisbury zunächst auf den Wettstreit ein, welchen Englands Handel und Production gegenwärtig mit anderen Staaten zu bestehen haben, und er gab damit Befürchtungen Ausdruck, welche heutzutage alle Engländer hegen, nämlich daß die Suprematie, welche Großbritannien bisher im Welt- Handel auSgeübt hat, vielleicht bald zerstört werden wird. Das „Made in Germany“ ist den Engländern bekanntlich besonders verhaßt, und daß sie die deutsche Concurrenz am meisten fürchten, wird durch die jüngst erfolgte Kündigung Äes Handelsvertrages mit Deutschland bewiesen, um die britischen Colonien dem deutschen Handel zu verschließen. Ueber- Haupr darf daS gespannte Berhältmß, we cheS während der letzten Zett zwischen England und Deutschland geherrscht hat, LU einem guten Theil auf de« Neid darüber zurückzuführen fein, daß deutscher Fleiß und deutsche Ausdauer die wohlverdiente Anerkennung im Welthandel gefunden haben. Wie schon oben gesagt, wird bet dem LordmayorS Bankett auch daS Pferd der hohen Politik bestiegen, und mit einer gewissen Spannung hatte man diesmal den AuSsührungen des Premier- Ministers entgegengesetzt». Lagen doch einzelne Anlässe vor, welche die Spannung besonders rechtfertigten. Da stand zu» nächst der Aufstand in Indien, sodann die Differenz, welche mit Frankreich am N'ger entstanden ist, und schließlich der rgyptische Feldzug im Vordergründe deS Interesses.
Lord Sal'Sbury erwähnte eine ihm zugegaogene Botschaft der Königin, tu welcher der tapferen Thaten deS HeereS in Indien und der Anhänglichkeit der indischen Fürsten und Völker gedacht wird. Ob nun wirklich in Indien soviel geleistet worden ist, wie die Königin denkt, darf mindestens angezwetfelt werden. Bon großen durchschlagenden Erfolgen kann gar keine Rede sein, denn noch immer dauert der Aufstand fort und noch find eie Rebellen nicht zur Ruhe gebracht. Daß die engli chen Truppen tapfer kämpfen, darüber find rte Stimmen wohl einig, aber ob die Anhänglichkeit der indischen Fürsten und Völker einer lühmenSwerthen Erwähnung verdienen, ist fraglich. Von den dortigen Fürsten wollen wir nicht weiter reden, diese sind wohl mit ihrer Lage zufrieden, da fie von den Engländern unbehelligt gelassen werden, eine gewisse Selbstständigkeit behalten haben und da chrer Eitelkeit in jeder Weise geschmeichelt wird. Mit der Loyalität der indischen Bevölkerung steht es aber anders aus, was durch die verschiedenen blutigen Aufstände illustrtrt wird. Wenn der gegenwärtige Ausstand in Indien keine größere Ausdehnung angenommen hat, so liegt das mehr an zufälligen Umständen als an der Treue der eingeborenen Inder.
Lord SaliSbmh bezeichnete den egyptischen Feldzug als einen Erfolg Englands, worin man ihm wohl oder Übel Recht geben muß, insbesondere wenn man bedenkt, daß dieser Erfolg gleichzeitig die Wirkung hat, daß sich England immer mehr in Egypren festsetzt und daß eS schon ganz gewaltiger Anstrengungen bedarf, um es aus dem Nillande zu vertreiben. Der moralische Gewinn, welchen England auS seinen Stegen gegen die Mahdtsten erzielt, ist nicht hoch genug anzuschlagen, da sein Ansehen dadurch bet den Eghpteru erheblich vergrößert wird.
Man kann eS dem englischen Premierminister nachfühlen, hoenn er sagt, Afrika scheine förmlich dazu bestimmt zu sein, eine Qual deS Auswärtigen AmtS zu bilden, und darf wohl aanehmen, daß er auch Südafrika dabei im Auge gehabt hat, wenn er eS auch nicht ausspricht. Nach seinen Ausführungen haben die englisch französischen Differenzen im Mgergedtett Aussicht auf friedliche Beilegung. Eine Zeit- lang schien eS, als ob ein Conflict zwischen beiden Staaten unvermeidlich sei, und man hörte in Gedanken schon Säbel- rvffeln und Kanonendonner; aber es kam glücklicherweise nicht dvzu. Salisbury machte bei dieser Gelegenheit dem englischen lkrämergeiste einige Verbeugungen, indem er erklärte, die Hielt, welche England bet dem Erwerb neuer Länderstriche
im Auge habe, seien rein geschäftlicher Natur. Im Urbligen ; gab er über den Stand deS englisch-französischen ConflicteS । nur unbestimmte Andeutungen, und zwar, wie er sagte, mit ' Rücksicht auf die betheiligten anderen Staaten.
Zum Schluß kam Salisbury auf die orientalische Frage zu sprechen und lehnte für daS europäische Concert eine Verantwortung dafür ab, daß die Kreta-Angelegenheit noch nicht geregelt ist. Wir möchten dem entgegenhalten, daß England dadurch, daß eS immer zur Verfolgung seiner Sonderintereffen einen anderen Standpunkt tinnahm als die übrigen Groß- ftaaten, viel dazu beigetragen hat, die Orientfrage zu ver» schleppen. (xx)
WolffS telegraphisches Eorresporrdmz-Buremr
Berlin, 10. November. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: ES dürfte sich betätigen, daß der Obrrpräftdent der Provinz Sachsen, von Pommer» Esche, in den erbetenen Ruhestand tritt; jedoch dürfte über den Nachfolger au entscheidender Stelle noch keine Entscheidung getroffen sein.
Berlin, 10. November. Bet der hiesigen Neu Guinea- Compagnie ist folgende Meldung eingegangen: Die der Ermordung des ForschuugSreisenden Ehlers und deS Polizei- Unteroffizier» Ptering angeklagten Buka-Leute Kanga und Optha, die unter Mitnahme von Gewehren auS dem Gefängniß zu StephauSort entsprungen waren und deren einer, Kanga, am 14 August d. I. den auf ihrer Verfolgung an der Spitze einer Expedition begriffenen Landeshauptmann von Deutsch Neu Guinea, v. Hagen, meuchltngS erschossen hat, find am 18. August d. I. von benachbarten und befreundeten Eingeborenen, die an der Verfolgung theilgeuommeu haben, fletödtet worden. Die Köpfe der Mörder wurden alS Wahrzeichen für die Sühne der Frevelthat nach StephauSort gebracht.
Groß-Strelitz 10. November. Heute Vormittag erledigte der Kaiser RegterungSgeschäfte. Um 1 Uhr fand eine Festtafel statt, zu der auch der Commandeur der Gletwitzer Ulanen, Oberftlieutenant v. Rothkirch, und der Bürgermeister von Groß Strelitz geladen waren. Graf von Tschtrschky» Renard und Oberpräfident Fürst Hatzfeldt Trachenberg begaben fich mit dem Kaiser nach Kuchelua. Der kaiserliche Sonderzug fuhr um 3 Uhr 20 Min. von hier über Oppeln und Kosel nach Kuchelna ab.
BreSlau, 10 November. Die „Schl. Ztg." meldet aus Stbhlleuort: Das Bi staden des Prinzen Georg von Sachsen ist durchaus zufriedenstellend. Der Prinz reist morgen »ach Dresden. — Der König reist heute Abend zur Eröffnung des sächsischen Landtags nach Dresden. Am Freitag fährt der König zur Fortsetzung der Jagd nach Sibhllenort zurück.
OelSnitz t. Vgtl., 10. November. Gestern Nachmittag 1 Uhr 40 Min. wurde hier ein starker Erdstoß mit unterirdischem Rollen verspürt.
Depesche« bei Bure»« „Herold/
Berlin, 10. November. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe wird, wie die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet, morgen früh wieder hier etntieffen.
Berlin, 10. November. Zu der Meldung, daß in der letzten Sitzung des BundeSraih- die Frage deS obersten Militär-Gerichtshofes auf Wunsch Preußens zurückgestellt worden sei, meint die „Post", daß diese Frage schon ehe der Entwurf wieder an daS Plenum des BundeSrathS kam, aus dem Gesetze entfernt worden ist und in dem Ein- führnngSgesetz als einer späteren Entscheidung Vorbehalten, aufgeführt wird.
Berlin, 10. November. Die Oberleiter der süd- deutschen freien Bäck erv er dän d e (Meisteroerbände) sind dieser Tage vom Reichskanzler und dem Staatssekretär deS ReichSamtS des Innern empfangen worden. Die Herren wurden in Sachen der Bäckerei-Verordnung vorstellig, die den Meistern großen Schaden zugefügt habe. Wie die „Post" hört, ist ihnen vom Reichskanzler mitgetheilt worden, eine nochmalige Prüfung der Angelegenheit werde sich erst nach Eingang der Erhebungen ermöglichen lassen, die neuerdings in Süddeutschland gemacht würden.
Berlin, 10. November. Zu dem Befinden des Fürsten Bismarck meldet der „Localanzeiger" aus FriedrichSruh, daß die GefichtSschmerzen diesmal besonders heftig auftreten. Im Uebrigen gibt der Zustand keinen un- mittelbaren Anlaß zu außergewöhnlichen Besorgnissen. Graf Herbert ist heute in FriedrichSruh eingetroffrn.
Berlin, 10. November Bei den heute stattgehabten Ergänzungswahlen zur Siadtverordneten-Ver-
sammlung in der ersten Abtheilung find in der weitaus : großen Mehrzahl der Bezirke die liberalen Cavdidateu ohne - Kampf gewählt worden. Die Stichwahlen in der dritten Abtheilung sind vom 27. auf den 26. d. M. verlegt worden.
Berlin, 10. November. Die Novelle zur Ctvil- proceßorduung ist sehr umfangreich. Sie enthält 248 Nummern, welche die Punkte angeben, In denen da» bestehende Gesetz abgeändert werden soll. Da» Zuftellung»- sowie das ZwangrvollstreckungS - Verfahren soll mehrfach reformirt, die Befugnisse der Gerichtsvollzieher in mancher Hinsicht eingeschränkt werden, die RrvtfionSsumme wird that- sächl ch von 1500 auf 3000 Mark erhöht. Ferner soll eine getoiffe Erschwerung der Entmündigung bewirkt und daS Aufgebotsverfahren zum Zweck der Todes Erklärung neu geregelt werden. Der KreiS der nicht pfändbaren Gegenstände wird erweitert, namentlich in Rücksicht auf die Landwirthschaft. Zur Pfändung noch im Bol;n befindlicher Früchte soll ein landwtrthschaftücher Sachverständiger zugezogen werden, sobald anzunehmen ist, daß der Werth der zu pfändenden Gegenstände den Betrag von 1000 Mark übersteigt.
Frankfurt a. M., 10. November. ES steht hier die Gründung eine» Zweigvereins der Electro-chemi- scheu Gesellschaft in Leipzig bevor.
Wiesbaden, 10. November. Der Postasfistent Heinrich Hedrtch vom hiesigen Postamt ist flüchtig. Seine Flucht wird dem „WteSb. Gen.-Anz." zufolge mit dem Verschwinden eines Einschreibebriefes mit 10000 Mark Inhalt zusammen- gebracht.
Wiesbaden, 10. November. Der hiesige Magistrat hat den Major v. Ebmeier, früher Adjutant des Reichskanzler» Grafen Caprivi, zum Kurdrrector gewählt.
Karlsruhe, 10. November. Bei der heutigen Abgeordnetenwahl wurden drei Oppositionelle in den Landtag gewählt.
Karlsruhe, 10. November. DaS Erge bniß der Landragrwah len ist bisher Folgendes: 1. Bezirk Ueber- lingen: Hug (Cir.) mit 101 Stimmen gewählt. 4. Bezirk Radolfzell: Gießler (Ctr.) 90 Stimmen, gewählt. 5. Bezirk Engen: Müller (üb.), 55 Stimmen, gewählt. 6. Bezirk Bonndorf: Krtekle (lib.) 78 Stimmen, gewählt. 10. Bezirk Lörrach-Land: Wahl unentschieden, zweiter Wahlgang nöthig. 11. Bezirk Schopfheim: vr. Weygoldt (lib.) 82 St., gewählt. 13. Bezirk Donaueschingen: Fieser (üb.) 62 St., gewählt. 14. Bezirk Brllingen: Grüninger (Ctr.) 93 St., gewählt. 17. Bezirk Waldkirchen: Blattmann (Ctr.), 93 St., gewählt. 18. Bezirk Freiburg: Fischer (Ctr.), 226 St., gewählt. 20. Bezirk Ettenheim: Armbruster 80 St., gewählt. 23. Bezirk Triberg: Herth (Ctr.) 171 St., gewählt. 25. Bezirk Offenburg-Land : Weber (Ctr.) 89 St., gewählt. 26. Bezirk Offenburg-Stadt: Heimburger (Dem.) 30 St., gewählt. 29. Bezirk Achern: Lauck 133 St., gewählt. 30. Bezirk Buehl-Baden-Baden-Rastatt: Reichert(Ctr.)gewählt. 35.Bezirk Karlsruhe: Geck (Soc.) 224, Bleß (Dem.) 224 und Schnier (Soc) 224 St., gewählt. 38. Bezirk Durlach--Land: Kirchenbauer (cons.) 85 St., gewählt. 47. Bezirk WieSloch: Greiff (üb.) 104 St., gewählt. 48. Bezirk Heidelberg-Stadt: Leimbach (Üb.) gewählt. 49. Bezirk Heidelberg-Land: Mampel (Anlis.) gewählt.
Wie«, 10. November. Heute Vormittag fanden vor dem Parlamentsgebäude große Demonstrationen von deutsch- nationalen und deutsch-liberalen Studenten gegen die Sprachen- Verordnungen statt. Die Studenten brachten den Abgeordneten Schönerer und Wolff, die, von der Demonstration verständigt, auf der Rampe de» Abgeordnetenhauses erschiene« waren, stürmische Ovationen dar. Nachdem Schönerer und Wolff mit kurzen Worten gedankt und die Studenten ersucht hatten, Zusammenstöße mit der Polizei zu vermeiden, schritt letztere ein, drängte die Studenten, welche fortgesetzt deutsch- nationale Lieder sangen und Pereat Badeni, Pfui Lueger, nieder mit der Sprachen-Berordnung schrien, zur Universität zurück Bon dort entfernten sich später die Studenten iu aller Rohe.
Prag, 10. November. „Narodny Listt" erklären, wenn die Deutschen ihre hochmüthige» Forderungen betreffs der deutsche« Sprache nicht lallen lasten, so werden sämmt- liche Slaven die russische Sprache als Weltsprache proclamireu.
Berlin, 11. November. Das B efind en Bismarck» hat fich dem „Localanzeiger" zufolge im Laufe de» gestrigen Tages etwas gebessert. Die GefichtSschmerzen haben etwa» nachgelassen, auch stellte fich einige Stunden hindurch Schlaf ein.
Berlin, 11. November. Eine große Explosion hat gestern Abend in der Krüger'schen Wellblechfabrik von Hein,


