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Nr. 239 Erstes Blatt Dienstag den 12. October
1897
Der
Hletzener Anjciger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
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Gießener Anzeiger
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Amtlicher Therl.
Bekanntmachung.
Wir bringen zur öffearl chrn Rcnntinß, daß mit Rücksicht auf die in Rülfenrod herrschende Maul und Klauen« fcuche der auf den 13. dsS. MtS. fallende Viehmarkt in Nieder-Gemünden verboten worden ist.
Gießen, den 11. October 1897.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern._________________
Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Auf» fchlags von Fünf vom Hundert pro Monat September 1897 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg betragen: Hafer Mk. 16,00, Heu Mk. 6,60, Stroh Mk. 4,70.
Gießen, den 9. October 1897.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Die Soeialdemokratie und die Landtagswahlen.
Der socialdlmokratische Parteitag ist am SamStag geschloffen worben, weshalb e« wohl angezeigt ist, einen Rück' blick auf denselben zu werfen. Viel Jntereffe nehmen die Verhandlungen zum weitaus größten Theile nicht in Anspruch; sie betrafen meistens innerparte'liche Vcrhältniffe sowie Klagen darüber, daß der Centralkaffe zu wenig Geld Seitens der einzelnen Parteiorte zugesührr werde. Auch die Vorwürfe, welche Herrn Schippet über sein Verhalten in der Budget- commission des Reichstages bei Berathuug der Artillerievor» läge gemacht wurden, gehören zu den internen Angelegenheiten der Partei. Gröberes Jntereffe für uns haben die Verhandlungen über die Betheiligung der Socialdrmokeaten an den preußischen Landtagswahlen. Gestützt auf einen in Köln gefaßten Beschluß, verhielt sich die Partei bisher bei den Wahlen zum preußischen Landtage völlig theilnahmlos. Sie deSavouirte diese Wahlen vollständig, da fie zum Ausdruck brachte, daß das preußische Dreiklaffm Wahlrecht einer Entrechtung des Volkes gleichkomme, baß die breite Maffe deS letzteren diese Ansicht dadurch am Besten kundgebe, wenn fie sich an den Wahlen zum Landtage nicht betheilige. Schon im Jahre 1893 war angeregt worden, aus dieser Zurückhaltung herauszutreten. Jedoch zeigte die Partrileitung hierzu noch keine Neigung- erst die Vorgänge im preußischen Ab- geordnetenhause, als das Schicksal der Vereiusgesetznovelle von nur wenigen Stimmen abhing, scheinen die Socialdemo« traten aufgerüttelt zu haben, denn der Ruf, den Partei- genoffen die Betheiligung an den Landtagswahlen zu gestatten, wurde mit verstärkter Kraft erneuert. Man erkannte in der bisher innegehaltenen Theilnahmlosigkeit eine der Partei drohende ernste Gefahr, der gegenüber man selbst vor einer Prinzipien- und Meinungsänderung nicht zurückschreckeu dürfe, und entschloß sich, die Aushebung des Verbots zu beantragen, und die Anerkennung des Grundsatzes vom Parteitag zu fordern, daß eine Betheiliguug überall da geboten ist, wo die Verhältniffe es ermöglichen.
ES ist erklärlich, daß diese Aenderung der Tactik auch ihre Gegner innerhalb der Partei hatte. Während von den Führern Bebel und Auer für diese Aenderung eintraten, versuchten Liebknecht und Singer für ihren ablehnenden Standpunkt Anhänger zu gewinnen- die von beiden Seiten für ihre Anfichten vorgebrachten Argumente können als stichhaltig angesehen werden. Trotzdem sprach fich die große Mehrheit deS Parteitages für eine Bethrilignng an den preußischen Landtagswahlen aus. Ursprünglich hatte man d e Absicht, jeden einzelnen Fall der BethriÜgung dem Parteivorstande anhtimzustellen, um die Jntereffen der Gesammt- Partei nach allen Richtungen zu wahren. Man stellte ferner bestimmte Bedingungen auf, wann die Socialdemokraten für den Candidaten einer anderen Partei eintreten würden. Dieser letztere sollte fich vorher verpflichten, für die Einführung des allgemeinen, gleichen, directen und geheimen Wahl- rechts in Preußen seinen Einfluß geltend zu machen und im Landtage alle Maßnahmen entschieden zu bekämpfen, die die Völkerrechte schmälern oder beseitigen könnten. Ferner sollten die zu unterstützenden Parteien, rventl. auch einem Socialdcmokraten ihre Stimme geben. Bon allen diesen Vorbedingungen sah
man jedoch ab und stellte eS den Parteigenoffen der einzelnen Wahlkreise anheim, über eine Betheiligung an den Landtagswahlen nach Maßgabe der localen Verhältniffe zu entscheiden.
Ueber die Bedeutung dieses BeschluffeS und über seinen Einfluß auf die Zusammensetzung deS neuen preußischen Abgeordnetenhauses läßt sich heute nur wenig sagen. Wie schon oben gesagt, ist ein Thetl der Socialdemokraten mit dem Be- schluffe deS Parteitages nicht einverstanden. Ebenso wie die zu einem Eingreifen entschloffenen Kreise der socialdemokratischen Wähler fich auch durch einen ablehnenden Beschluß nicht behindern lasten würden, auf eigene Faust an den Wahlen thetlzunebmen, werden auch jetzt die auf dem Boden der Liebknecht'scheu Ansichten Stehenden nicht bestimmt werden können, in eine kräftige Agitation für einen OpvositionS- candidaten des preußischen Abgeordnetenhauses einzutreten. Daß die links stehenden Parteien dieses Parlaments an Stimmenzahl und vielleicht auch an Mandaten einige Gewinne haben werden, ist vorauSzusehen, daß aber eine wesentliche Verschiebung in den Parteiverhältniffen deS preußischen Abgeordnetenhauses, eintreten wird, ist kaum anzunehmen. Wenigstens dürfte das bei den nächsten Wahlen kaum erzielt werden können, erst später mag das Resultat für die Oppositionsparteien ein bessere» werden, aber dann werden die Socialdemokraten auch die Zeit für gekommen erachtet haben, eigene Candidatrn aufzustellev, womit fie sofort in einen heftigen Kampf gegen alle anderen Parteien eintreten würden. (xx)
Deutsche» Reich
Berlin, 9. October. In einem bemerkenswerthen, anscheinend inspirirten, die auswärtige Politik Deutschlands behandelnden Artikel sagt die „Poft": Es hätte zur Zeit deS Höhepunktes der orientalischen KrifiS, wie man heute offen zugestehen kann, nur eines einzigen unbedachten Schrittes einer der bei der Frage am meisten interrssirten Großmächte bedurft, um einen Krieg Aller gegen Alle zu entzünden. Die deutsche Regierung darf fich rühmen, inmitten aller Schwierigkeiten und trotz mancher Mißverständniffe, selbst bei ihren Freunden, den Faden der Brrmittelang treulich festgehalten zu haben. Ob Alles erreicht ist, was zu erreichen Wünschenswerth war, kann heute gegenüber der Größe der überwundenen Gefahr nicht in Betracht kommen. Wenn von einzelnen Organen jetzt höhnisch gefragt wird, was denn Deutschland für seine Mühen in dem ganzen Handel eigentlich für fich davon getragen, so ist die Antwort darauf un« schwer zu geben. Außer dem kostbaren Gute des Friedens, den die deutsche Nation auf allen Gebieten so nöthig braucht, ist der Einfluß Deutschlands im ganzen Südosten neu befestigt worden, wie aus zahlreichen Anzeichen klar hervorgeht. Abgesehen davon ist das Vertrauen auf die Zuverläffigkeit, Redlichkeit und Friedensliebe des deutschen Reiches mächtig gestiegen. Dieses Vertrauen, daS fich schon in den ersten Stadien der Verwickelung zeigte, hat eS auch ermöglicht, die alten guten Beziehungen zu Rußland wieder herzustellen, die unter Alexander III. eine Zeit lang unterbrochen waren. Diese Wiederherstellung deS taditionellen VerhältniffeS ist, unter den mauigfachsten GefichtSpunkten betrachtet, der beste Lohn für die Arbeit der deutschen Staatsmänner. Gewiß ist auch die ruffische Politik, wie natürlich, im Verlauf der orientalischen KrifiS ihrem wohlberechneten Bortheil nachgegangen. Aber eS muß anerkannt werden, daß fie im Widerspruch mit manchen bedenklichen Erscheinungen der letztver« gangrnen Jahrzehnte eine Zurückhaltung und Mäßigung gezeigt hat, die die besten Schlüffe auf die nächste Zukunft gestattet.
— Wie die 44 Millionen für die neuen Feldgeschütze bewilligt worden find, darüber hat Eugen Richter einer Versammlung in Remscheid Näheres erzählt. „Wir waren nicht wenig erstaunt, als der KricgSm'.nister im letzten December in der Budgetcommisfion vor uns erschien und un« eine Perspective eröffnete über 150 Millionen Mark, auSersrhen für eine Umgestaltung der Geschütze der Feldartillerie. Er hielt einen mündlichen Vortrag und bat um eine mündliche Ec« mächtigung, ohne daß darüber eine Vorlage gemacht werde, schon jetzt, vor dem Beginn deS EtatSjahreS, Bestellungen tn großem Umfange machen zu dürfen, um einen Vorsprung zu gewinnen in der Beschaffung von neuen Geschützen. Wir sagten, wir wollten mit unseren Freunden sprechen. Wir be- sprachen uns, und so haben alle Parteien, mit Ausnahme der Socialdemokraten, die aber erklärten, auch kein Wesens daraus zu machen, in der folgenden Sitzung mündlich, ohne eine Druck- fache, den Kriegsminister ermächtigt, schon im December für viele Millionen Bestellungen auf neue Geschütze zu machen.
Als wir da glaubten, mit vollem Recht diese Bewilligung aussprechen zu müsieu, sagten wir uns: Wir wollen nicht am Eisen sparen, wenn eß nachher um so mehr Blut kosten könnte. So find denn die Bestellungen damals auSgeführt worden, und als dann die öffentliche Vorlage kam an den Reichstag, zunächst für dieses Jahr 44 Millionen zu bewilligen, wurde unS mitgetheilt, daß der Kriegsminifter sammt- liche Militärattaches eingeladen habe, fich die neuen Geschütze einmal anzusehen; und die Herren sollen große Augen gemacht haben, als sie daS Geschütz sahen, und man ihnen mittheilte, daß sämmtliche ArmeecorpS an der Grenze schon damit ausgerüstet seien. DaS war ein gewaltiger Borsprung in der Arwirung deS HrereS, die eine Garantie deS Friedens für Jahre hinaus in sich enthielt. — So weit die intereffante Erzählung deS Herrn Richter, die derselbe in der Absicht mitgetheilt hat, zu beweisen, daß die Freisinnigen am Ende doch die „vaterlandslosen Gesellen" nicht seien, als welche fie verschrieen würden.
Frankfurt a. M., 9. October. Wie der „Frks. Ztg." aus Konstantinopel relegraphirt wird, soll der deutsche Bot- schaster in der gestrigen Audienz beim Sultan diesem ein eigenhändiges Schreiben Kaiser Wilhelm» überreicht haben, worin der Kaiser dem Sultan seinen Dank für die übersandten eroberten Kanonen ausspricht. Ferner hebt der Kaiser darin die weise, in ganz Europa gewürdigte Mäßigung der Türket bei den Friedensverhandlungen hervor und ver- sichert den Sultan seiner, des Kaisers, aufrichtigsten Freundschaft.
Weimar. 9. October. In der heutigen gut besuchten, unter dem Vorsitz Dr. RulandS tagenden Jahresversammlung der Goethe-Gesellschaft wurde zunächst der Vorstand wiedergewählt- sodann theilte der Archivdirector vr. Suphan Urkunden mit, durch welche nach den Bestimmungen der verstorbenen Großherzogin baß Fortbestehen deS Goethe-Schiller- Archivs als Familienstiftung deS Großherzoglichen Hauses unter Führung deS jedesmaligen ChefS und unter Leitung deS Staatsministeriums sicher gestellt wird. Die Versammlung nahm von diesem Bermächtniß mit lebhafter Befriedigung Kenntniß und stimmte einem Beschluß deS Vorstandes zu, eine Marmorbüste der verstorbenen Großherzogin im Archiv aufzustellen
Arr-larsd.
Xeplitz. 10. October. Auf entsetzliche Weise ver- unglückten in der Nähe des Florentini-SchachteS drei Frauen. Dieselben suchten dort Kohlen, als plötzlich ca. 50 Meter tiefe Erdgänge entstanden und die Frauen mit in die Tiefe riffen. ES ist unmöglich, die Verunglückten zu retten.
Rom, 9. October. In Arzicata in der Provinz Como stürmten ca. 500 Weiber die Wohnung des neuen Pfarrers. Derselbe rettete fich nur mit Lebensgefahr auf schweizerisches Gebiet.
Mailand, 9. October. Die Insel Sardinien wurde in den letzten Tagen von heftigen Stürmen in Verbindung mit starken Gewittern, welche überall großen Schaden anrichteten, heimgesucht. Der Postdampfer „Josto- gerieth in der Nähe von Saffari auf ein Riff und konnte nur mit Mühe abgeschleppt werden. Die Verbindung mit dem Festlande ist vollständig unterbrochen. In Ober-Italien dauert die große Kälte bei bedecktem Himmel und vielem Regen an. In den Abruzzen und in den Apenninen schneit eS.
Brüssel, 9. October. In einem hiesigen Cafv spielte sich eine aufregende Scene ab. Der Major des General- stabes, SchuermauS, ohrfeigte den Staatsanwalt Baron R u 11 e. Der Major hat fich sofort dem Kriegsgericht gestellt, welches ihn zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilte.
Lüttich, 9. October. Der falsche Erzherzog Emil B ehrend ist heute wegen Tragens eines falschen Namen» in contumaciam zu acht Tagen Gefängniß verurtheilt worden.
Pari», 9. October. Der „TempS" erklärt die gegen- wärtige Lage auf Kreta für unhaltbar- es sei die höchste Zeit, daß Europa der übernommenen Verpflichtung Nachkomme, gedeihlichere Zustände auf der Insel herbeizuführen. DaS Blatt schlägt vor, die Verwaltung Kretas provisorisch einem Commiffar als Delegirten Europas anzuvertranen, etwa einem ehemaligen Diplomaten, welcher in Kairo ooer Konstantinopel die Verhältniffe deS Orients kennen gelernt habe. Diesem Commiffar wären drei bis vier belgische oder holländische Colonialbeamte, sowie eine au» belgischen oder holländischen Colonialtruppen bestehende GenSdarmerie beizu- geben.


