migung nur ertheilen wollen, wenn die Pforte fich zur Räumung eine» verhältnißmähigen Stückes voo Thessalien verpflichtet. Die Bedtoguugeu für die Räumung stad tm FreveaSvertrag genau festgesetzt und würde da» ganze FrtedenSwerk in Frage gestellt werdea, wenn au diesen Fest« setzungro gerüttelt würde.
Berlin, S. Decrmber. Nach der „W" scheint eS sich zu bestätigen, daß Deutschland die Kiao-Tschan-Bucht aus längere Zeit, und zwar zunächst auf 99 Jahre, pachtet.
Berlin, 9. December. Die „Nordd. Allgem. ßtg.* bringt von anscheinend wohlioformtrter Seite einen zahlen« mäßigen Nachweis über die Betheiligung deutschen Capt« tal» aa den Handels« und Plantagen«Unternehmungen Guatemalas. Danach find zu gewissen Zelten allein in Plantagen 92 Millionen Mark deutschen Geldes angelegt. Die Betheiliguug deutschen Kapitals am Handel und au in« dustrtellen Unternehmungen, sein Besitz von Staatspapieren wird aus mindestens wettere 58 Millionen Mk. bewerther. Im Gesammthandel Guatemala- nimmt Deutschland mit rund 34 Millionen Mark die erste Stelle ein uud übertrifft die Bereinigten Staaten um rund 13 Millionen Mark.
Kiel. 9. December. Der Kreuzer »Geter" ist heute früh 8 Uhr durch den Kaiser.Wilhelm-Canal nach Haiti abgegaagen.
Danzig. 9. December. Hier ist eine Mittheilung de- ReichSmartneamtS eingrtroffeo, wonach die Lause de- PanzerS M auf den 21. December verschoben wird. Die Plötzliche Aenderung des Termins ist darauf zurückzuführeo, daß Kaiser Wilhelm wahrscheinlich nach der Einweihung der GarnisouSkirche in Thorn von dort hierher kommt.
vreslau. 9. December. Der Breslauer christlich« sociale Verein beschloß gestern, dem »BreSl. Gen. Anz." zufolge, bet den nächsten ReichstagSwahien von der Auf« stellung eines eigenen Landidaten abzusehen uud für einen Landidaten der anderen Parteien zu stimmen, der den Bestrebungen des Vereins am nächsten steht.
Köln, 9. December. Der »Köln. Zig." wird au» Petersburg gemeldet: Mehrere russtsche Blätter sprechen fich zu Gunsten der sofortigen Abberufung der türkischen Truppen von Kreta aus Erft nachdem die- geschehen, würden die Mächte die kreteofische Angelegenheit ordnen können.
Hamburg. 9. December. Wie dem »Hamb. Corresp." aus Berlin telegraphtrt wird, beabfichtigt Staatssekretär v. Bülow, Über die weiteren Vorgänge tu Kiao-Tschau und über die Lage der Verhandlungen mit China tm Reichstage eingehende Mittheiluogen zu machen.
Wien, 9. December. Ein offizielles Bulletin bestätigt nunmehr den Abbruch der Verhandlungen und die bevorstehende Decretiruug des AuSgleichSprovi« fortum» mit Ungarn auf Grund des § 14 durch kaiserliche Verordnung.
Budapest, 9. December. Hier eircultren Gerüchte, wouach Ministerpräsident Baron Gautsch dem Kaiser die D e m t s s t o^u überreichte, der Kaiser fich aber die Entscheidung noch Vorbehalten habe. Ferner verlautet gerüchtweise, daß Gras Thun zum künstigen österreichischen Ministerpräsidenten außersehen sei. In Wien ist von diesem Gerüchte nichts bekannt.
Brünn. 9. December. Im Laufe des gestrigen Nach- mittags fanden hier deutsche und tschechische Demonstrationen statt. Die Polizei nahm 24 Verhaftungen vor.
Brüx. 9. December. Im VerdämmuogSfchacht fand tu der letzteu Nacht ein Wassereinbruch statt, der.jedoch für die Stadt und die Grube keine Gefahr bringen kauu.
Rom. 9. December. Ja RudtntS Wohnung hat gestern eine Confereuz stattgefundeu, tu welcher Zaroadelli nach langem Verhandeln bewogen wurde, tu das Cabiuet etnzu- treten. Jetzt wendet Rubtut seine ganze UeberredungSkunst auf, um Visconti Beoofta zum Verbleiben im Miaiftertum zu veranlassen. Wenn daS nicht gelingt, will er selbst inzwischen da» Portefeuille deß Aeuhereu übernehmen.
Athen, 9. December. Der russische Generalcousul in Kanea verfiändigte die kretenfische Nationalversammlung von der Caudidatur Petrowitsch zum Gouverneur von Kreta. Die Nationalversammlung erklärte fich mit der Caudidatur einverstanden.
Berlin, 10. December. Die »Kreuzzeitung" bestätigt jetzt die Meldung, daß der bisherige Präsident deS Abgeordnetenhauses, v. Köller, au» Gesundheitsrücksichten diese» Amt nicht wieder übernehmen wird und daß zu seinem Nachfolger der Abgeordnete Kroecher bestimmt ist.
Kiel. 10. December. Prinz Heinrich übernimmt da» Commando über die nach Ostafien bestimmte Diotfion nach Eintreffen de» Schiffe- »Deutschland" in Kiel.
Papenburg, 10. December. Bet der Insel Borkum eine Ftscherbarke während de» Sturme» gekentert. Die au» fünf Personen bestehende Besatzung ist ertrunken.
Luxemburg. 10. December. Wie hier verlautet, ist der Zustand de» Maler» Muukacsy hoffuungSlo».
Bukarest, 10 December. Der russtsche Gesandte hat beim Mlnifterpräfidenten Namen» deS gesammten diplomatischen Corp» Schritte gerhau, damit den durch die Schuld der mangelhasten Fürsorge fetten» der Polizei während der aotisemttlscheu Exceffe geschädigten Fremden vou Rumänien Schadenersatz geboten werde.
Aus den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessische« Stände.
nn. Darmstadt, 9. December 1897.
Die Verhandlungen werden um 9 Uhr eröffnet. Die Debatte über die Wahlprüfungen wird sortgesetzt.
Abg. Metz« Gießen steht auf dem Standpunkt der Abgg. Cramer und Pennrich uud wird für Giltigkeit der Wahl de» Abg. Ohl etutreten. — Abg. Bähr wird ebenfalls für Giltigkeit der Wahl stimmen. — Abg. Schmitt-Mainz
geht mit dem Berichterstatter der Oppofition, Abg. Friedrich, scharf ins Gericht. Derselbe habe über die Wahlprüsaugen der Kammer einen Bericht erstattet, den er in ferner Art vnr als Muster für jeden Berichterstatter bezeichneu müffe. Redner kommt nochmal» zum Proceffe Lautz contra Mi chler. Er wirft dem Abg. Oi'ann vor, er habe tu seinem gestrigen Bericht eine ganze Reihe vou Tatsachen nicht richtig wieder- gegeben und stellt diese in eingehender Rede richtig. Dem Retch»tag»abgeordnrten Hirsche! habe mau mit dem Hinein- ziehen seiner Person in diese Sache einen besonderen Dienst geleistet. Er müffe sagen, Derjenige müffe doch kreuzdumm fein, der glaube, daß nur bi» zu 20000 Mk. Einkommen Steuern erhoben würden, während höhere Einkommen steaer- frei wären. Nach allen Erhebungen sei seftgestellr, daß auch nicht da» Mindeste geschehen sei, um von einer Casfirung der Wahl zu sprechen. Thatsache sei es, daß tu dem Ausschußbericht der Gegner eine ganze Re he vou Entstelluagen, ob absichtlich oder nicht, hinetngebracht worden seien und da» halte er für bedauerlich, charaeterifire aber die ganze Tbäiig- keit der uationalleraleu Partei. Die UagiltigkeitSerkläruug würde eine Vergewaltigung der Wahlwänoer bedeuten. Redner schließt fich noch dem Wunsche deS Grafen O.iola an, daß die Parteileidenschaft fich nicht zu. Ungerechtigkelteu htnreißen lasten wöge. Der Wahrheit müffe man doch in allen Zetten die Ehre geben und daS empfehle er gerade der national- liberalen Partei. — Abg. Dael v. Köth schließt sich den Ausführungen des Abg. Schmitt voll und ganz au und plaidirt für GiltigkeitSerklärung der Wahl OblS. — Abg. Osann stellt lest, daß schon tm Jahre 1895 die Preß- campague im „Mainzer Journal" gegen Herrn Lautz begonnen und sei dann in der »Starkenburger Provinzial- Zeitong" sortgesetzt worden. Der Pfarrer Mischler bediene diese Zeitung und er halte es geradezu für verwerflich, wenn ein Geistlicher sein Amt in solcher Weise mißbrauche, wie e» auS dem Proceß hervorgegangen sei. Daß der Reichstags abgeordnete Hirsche! bei seinen Wahlversammlungen unwahre Behauptungen über die Steuergesetze und über die LudwigS- bahn-Vrrstaatlichuug aufgestellt habe, sei durch eine ganze Reihe glaubhafter Zeugen erwiesen, uud da» sei ebenfalls verwerflich. — Abg. Köhler spricht fich für Giltigkeit der Wahl OhlS auS. Er nimmt den ReichSragSabgeordneteu Hirsche! gegen die von dem Abg. Osann erhobenen Beschuldigungen in Schutz. — Abg. Friedrich als Berichterstatter stellt nochmal» fest, daß die ganze Campagne schon von langer Hand her vorbereitet war uud in der leidenschaftlichsten Weise geführt worden ist. Verhetzungen, um Herrn Lautz zu stürzen, seien an der Tagesordnung gewesen. — Abg. Cramer, als Brrichterstatter der zweiten Gruppe, empfiehlt nochmals der Kammer, die Wahl für gtltig zu erklären. — Die Abstimmung ergibt, daß gegen die Stimmen der Abgg. Weith, Osann, Erk, Friedrich uud Schmeel die Wahl des Abg. Ohl für gilttg erklärt wird.
Ohne Debatte erklärt sodann daS Hau» die Wahl des Abg. Schmalbach gegen vier Stimmen für gtltig.
Nunmehr erfolgt die Beantwortung der Joterpellatiou de» Abg. Ulrich wegen des Neubaues eines staat- lichen Gymnasiums zu Ofseubach. StaatSmluister Finger erwidert, nach den von dem Schulmintftertum au- gestellten Erhebungen könne von einem Raummangel oder von mangelhasten oder unleidlichen Raumverhältuiffeu nicht die Rede fein. Die Regierung sei de-balb nicht veranlaßt, an den Neubau eines staatlichen Gymnasiums heranzutreten und daß eine etwaige Vergrößerung de» Gebäudes Sache der Stadt Offenbach sei. — Abg Ulrich schildert die augenblicklich am Gymnasium in Offenbach herrschenden Zustände. — Abg. v. Brentano stimmt den AuSsühruugen Ulrichs zu und erklärt, daß bauliche Mißstände an dem Offenbacher Gymnasium beständen. Die Regierung möge den Bau eine- besonderen Gymnasiums tu Offenbach tn wohlwollende Berücksichtigung ziehen- die Stadt werde fich gewiß zu einem Zuschuß bereit finden lasten.
Zu der Anfrage des Abg. Schmitt und Geuoffen, die Errichtung von Waarenhäuferu bete., erklärt Staats- Minister Finger, daß die Regierung nut Freuden Maßregeln zustimmen würde, welche geeignet wären, der ungesunden Entwickelung deS Detailhandels entgegen zu wirken. Vielleicht laste es die bevorstehende Steuergesetzgebung zu, dem Detailhandel nach dieser Richtung hin Rechnung zu tragen. Aber auch auf dem Weg der Selbsthilfe durch Gründung von Genoffeuschafteu usw. könne diesem Krebsschaden unsere- KausmannSstaudeS entgegeogewtrkt werden.
Die Besprechung wird auf Antrag des Abg. Schmitt vertagt. Schluß 1 Uhr.
CoceU* ««H proohtjUlUs»
Steten, den 10. December
** Ordensverleihung. Seine Majestät der K a i s e r haben dem Major v. Er Hardt, Bataillons Commandeur tm In- fanterte-Regtment Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg Schwerin (4. Brandenburgisches) Nr. 24 (bisher tm Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116) die Srlaubntß zur Anlegung des Ritterkreuze» 1. Klaffe de» Großherzoglichen Verdienstordens Philipp» deö Großmüthigeu Aller- gnädigft zu ertheileu geruht.
* • Zsstizperfoualieu. Seine Königl. Hoheit der Groß- Herzog haben Allerguädigst geruht, den Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Rheinhefien Peter Fl ritz zum Landgericht»rath bei diesem Gericht und den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lorsch Dr. Ludwig Fischer zum Ober- amtSrichter bet diesem Gericht zu ernennen, dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Friedberg Karl Warthorst und dem Amtsrichter bet dem Amtsgericht Langen Dr. August Blum den Charakter als „AmtSgerichtSrath" zu ertheileu.
• • Hessischer havdelSkamwertag. Der schon mehrmals vertagte Hessische HaodelSkammertag wird nunmehr bestimmt am Donnerstag den 16. December in dem Stadt- verordneteufaale in Mainz abgehalteu werden.
• • Knustverein. In der Gemäldeausstellung im Thurm- Haufe am B and hat im Laufe dtefer Woche ein rheil- w eifer Wechsel der Gemälde wiederum stattgefunden, indem u. A. 85 Gemälde neu ausgestellt find.
• • Tampskesiel Ueberwachnngs-Lerein. Der seither in Offenbach bom cuute, unter staatlicher Kontrolle stehende »Dawpfkcstel'UeberwachungS Verein" wird fernen Sitz nach Mainz verlegen. Gleichzeitig mit der Verlegung de» Dorntet!» wird die Organisation de» Verein» insofern eine Aenderung erfahren, als der Verein feine Thätigkeit nut noch aus daS Großherzogthum Heffen beschränkt und die seither in einem Theile von Preußen auSgrüvteu Functionen für die Folge unterläßt.
• • Wetterbericht. DaS gestrige Minimum ist wenig von der Stelle gerückt und liegt heute mit anhaltender gleicher Tiefe Über der Nordsee. Daffelbe verursacht sür die brmschen Inseln uod daS Nordseegebiet schwere Stürme. Außerdem dürste e» aber seinen Etrfluß über ganz Europa mit Ausnahme de» Osten» auSdehneu, auf welch letzteres da» Barometer Maximum beschränkt ist. Ein große» Theilmimmum, welche» Ql» ein sackförmiger Ausläufer vom HauptdepresfionS« gebiet auSgeht, liegt über Oberitalien uud der Adria. Ja Süddeutschland ist die W tterung meist trüb und find überall Niederschläge gefallen. Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch unbeständiges Wetter mtt zeitweisen Regen- und Graupel Böen, später Abkühlung und neuerding» Schneefall.
X. Darmstadt, 9. December. Ja der heutigen S ta d t- verordneten-Sitzung theilte Oberbüraermeister Morne- weg mit, daß Stadtverordneter Architekt Rückert mit Rück- ficht auf feine geschwächte Gesundheit sein Mandat nieder- gelegt habe- man verliere tn ihm ein Mitglied, dessen große sachmänntsche Begabung und Keuntniffe der Stadt anerkanntermaßen von vielfachem Nutzen gewesen seien. — Eine Eingabe der »Freien Vereinigung der Spengler und Justallareure" hier, unterstützt durch einen Antrag de» Stadtverordneten Normet, ersucht dahin zu wirken, daß dem städtischen Gaswerk die Vornahme von JnstallationSarbeiten sür Private innerhalb der Häuser sowie der Berkaus von Ga»-Heiz- und Kochapparaten untersagt werde- ein weiterer Antrag de» Genannten defiderirt die unentgeltliche Beförderung der Be- bienfteten der elektrischen Bahn auf dieser zur Arbeitsstätte im Wagendepot und zwar deren taxfreie Beförderung vor Beginn der Tageskurse jeden Morgen zur Arbeit. An der eingehenden Motivtrung dieser Anträge wird der Antragsteller mit Rücksicht ans die Gepflogenheiten der Geschäfts- orduung vom Vorsitzenden gehindert, der auch erklärt, daß Beschwerden städtischer Angestellter direkt bet der Bürgermeisterei angebracht werden sollten, nicht aber erst durch einen Antrag eine» Stadtverordneten zu deren Kenutniß zu gelangen härten.
Darmstadt, 9. December. Der berüchtigte Einbrecher Joseph Müller von Ober Roden, welcher von der hiesigen Staatsanwaltschaft steckbrieflich verfolgt wurde, ist vo>gestern Abend von der Ort-polizei in Ober Ramstadt verhaftit und gestern geseffelt hierher tranSportirt worden. In der G.'gend von Oder-Roden war Müller unter dem Namen »S ppel" ebenso bekannt als gefürchtet. Im September l. I». nach Verbüßung einer längeren Zuchthausstrafe entlasten, begann er sofort wieder fein Unwesen und versetzte inSbesoudrre Ober Roden und die umliegenden Orte durch feine allnächtlichen Diebstähle in nicht geringe Aufregung. So verübte er innerhalb dieser drei Monate eine ganze Menge nächtlicher Einbruchsdiebstähle, bi» ihn gestern Abend sein Slicksal erreichen sollte. In der „Eichel-mÜhle" de» Herrn Schneider in Ober Ramstadt bemerkte man gestern Abend tn den oberen Räumen de» Hanfe» etwas Verdächtige», fand aber beim Abfuchen nichts Auffallendes. Da gewahrte ein Dienstmädchen, als es gegen 8 Uhr zufällig einmal hinauf tn (c ne Schlafkawmer gehen wollte, unter« Bett einen fremden Mann neben einem großen Pack ltegeo. Bestürzt «prang da» Mädchen wieder hinunter, vor Schrecken au» voller Kehle schreiend. Herr Schneider, seine Knechte und einige sonstige handfeste Männer eilten herbei und ergriffen den inzwischen auf den obersten Speicher geflüchteten und mit einem sech-läufig geladenen Revolver bewaffneten Dieb, glücklicherweise, ehe er dazu kommen konnte, fich zur Wehre zu setzen. Nachdem der so Ergriffene der Großh. Bürgermeisterei au»« geliefert war, stellte eß fich heran», daß derselbe noch gerade zur rechten Zeit ertappt wurde- hatte er doch bereit» zwei goldene Uhren nebst Ketten, sowie Schmucksachen und bessere Leibwäsche, auch die besten — Würste nicht vergess nd, einen Werth von einigen hundert Mark eingepackt gehabt. E» fehlte nur noch da» Entkommen, und wer weiß, wie viele Personen zunächst wieder unschuldig in Verdacht gerathen wären. Hoffentlich ist tem Uebelthäter jetzt auf längere Zeit fein Handwerk gelegt. Müller ist 30 Jahre alt, soll aber die meiste Zeit seine» Lebens tn Strafanstalten zugebracht haben.
Schwurgericht.
W. Gieße», 9. December 1897.
Schluß der Verhandlung gegen Feuerstein vnd Mühlhäuser von Bad-Nauheim.
Gerichtsassessor Dr. Friedrich nimmt um Uhr da» Wort zur Begründung der Anklage. Er platotrt für die Bejahung sämwtlicher Schuldfragen. — Recht-anwalt Weidtg ist der Ansicht, daß bte Sache sehr dunkel fet und daß keine greifbaren und zwingenden Momente in der Be- wei-ausnahme vorliegen, die eine Bernrtheilung feine» Klienten wegen Meineid rechtfertigen würden. Wenn die Belastnng»« zeugen sagen, sie hätten den Angeklagten Fenerstein nicht gesehen, so fei damit noch nicht erwiesen, daß daS unwahr fet, wa» dieser beschworen. Er empfehle den Geschworenen, die an sie gerichteten Schuldfragen zu verneinen. — sseffor Römheld, der Benheidiger de» Mühlhäuser, plaidirt ebenfalls sür Freisprechung seines Kitenten, weil ohne klare nn»


