Ausgabe 
11.11.1897 Erstes Blatt
 
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der englischer» Politik verbreitete. Besonder» bemerken-werth find in seinen AaSführuogen die Erwähnung de» Schutze» von England» Handel und Production im Wettkamps mit anderen Staaten und die Zusicherung, den Wünschen de» Londoner Handel»amte» darin möglichst Rechnung tragen zu wollen. Näher ging Salisbury alsdann auf die englische Aolonialpolitik et».

WB Perleberg, 10.November. Ergebuiß der ReichS- tagSftichwahl: Schulz 7481, Salderu 5999 Stimmen. Schulz gewählt.

CoceUs rurd prooiitjidUf«

Dietzen, 10. November 1897.

* Kirchtiche Dienstnachrichteu. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, der durch die DecanatSshnode des Decanal» Offenbach für den Rest der tm Jahre 1898 ablaufeudeu Wahlperiode vollzogenen Wahl des evangelischen Pfarrers vr. Hetnrich Hager zu Offen- bach a. M. zum Decau und des evangelischen Pfarrer- Friedrich Sahl zu Offenbach a. M. zum Stellvertreter des Decaus des DecanatS Offenbach die Bestätigung zu er- theilen. Ernannt wurden: PfarramtSeandidat Ernst Amandus Müller zu Nteder-RoSbach, Decaoat Friedberg, zu« Pfarrvtcar daselbst,- Pfarrvicar Rullmann zu Rod­heim v. d. H. zum Pfarrverwalter in Altenschlirf, Decanat Lauterbach.

Jahre,fest bei Oberhesfischen Bereinl für innere Mission. Wir machen hiermit nochmals auf die Abendversamm­lung, die heute Mttwoch, Abends 8i/i Uhr, in Steins Garten stattfinden wird, aufmerksam. Aus Friedberg wird uns geschrieben, einen wie tiefen Eindruck dort das Auftreten des Waldenserpfarrers vr. Grillt aus Ankona gemacht habe. Ihn zu hören, der von dem Leiden und Kämpfen der Waldenserkirche in Italien berichten wird, wird auch für die Glieder unserer Gemeinden von hohem Jn- tereffe sein.

Schuldtenstuachrichteu. Am 25. September wurde dem SchulamtSalpiranten Friedrich Wolf aus Reichenbach eine Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Nru-Jsenburg über­tragen- am 6. October wurde der Schullehrer an der Ge- metudeschule zu Büdingen, Georg Ruth, zum Lehrer an de» Gymnasium zu Büdingen ernannt- am 9. Oktober wurde dem Schullehrer Heinrich Schneider zu AugerSbach eine Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Frtschboru, an dem­selben Tage wurde dem Schullehrer Anton Link zu Ober- Mörlen eine Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Harheim, an demselben Tage wurde dem SchulamtSaspirauteu Heinrich Lotz auS Pfifflighetm eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Fräuktsch-Erumbach, am 13. Oktober wurde dem Schul­lehrer Jakob Speckert zu Freimersheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Olm, an demselben Tage wurden den SchulamtSaspirauteu Martin Breitwieser au» Kleestadt und Friedrich Schmidt Lehrerstellen an der Ge­metndeschule zu Nordheim, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Albert Schütz zu Horchhetm eine Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Heppenheim a. d. B. übertragen- am 16. Oktober wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach« Fürstenau auf die Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Heffelbach präsenttrte SchulamtSasptrant Franz Jacob au» Fürth für diese Stelle bestätigt- am 23. Oktober wurden den Schullehrern Adam Knecht zu Königstädteu und Hrch. Herbst zu Geinsheim Lehrerstellen an der Gemetndeschule zu Groß-Gerau, an demselben Tage wurde dem Schullehrer August Hoifmann zu Kelsterbach eine Lehrerftelle an der Gemetndeschule zu Pfungstadt übertragen.

* Die -weite Kammer der Laudstände tritt nicht, wie gemeldet, am 19., sondern erst Ende dieses Monat» zu­sammen. Der Termin ist noch nicht bestimmt.

* Loneert Berei». Der Borstand theilt un» mit, daß er für die Besucher der Gallerte eine besondere Garde­robe tm oberen Stock eingerichtet hat. Ebensalls wird beim Schluß des EoncerteS für die Besucher der Gallerte etn besonderer AuSgang geschaffen werden. Durch Entgegen­kommen deS Elub'vorstaudeS ist der AuSgang durch den Btllardsaal ermöglicht, so daß die AufgangStreppe dadurch wesentlich entlastet ist. Selbstverständlich rechnet der Vor­stand darauf, daß den tm Jntereffe der Mitglieder erfolgten Anordnungen entsprochen wird, nur wenn Jeder thatkräftig »irhilft, können die bisher unhaltbaren Zustände beseitigt werden.

Aul dem DetaiÜtstenBeret». Der BortragScyclu» des Detatlltsten-Vereins für diesen Winter wird nächsten Mittwoch, den 17. November, Abends 8/i Uhr, tmHotel Einhorn- seinen Anfang nehmen. Herr LandgerichtSrath vr. Müller spricht über:Die beabsichtigten Aenderungen der Handelsrechtsgesetzgebung tm Anschluß au daS geltende Recht." Bet dem großen Jntereffe, welches dieses Thema für Kaufleute hat, dürfte der Vortrag stark besucht werden. In daukenSweriher Weise gestattet der Vorstand auch Nicht- Mitgliedern den Zutritt, um seine VereinSvorrräge zu wirk- lich populären zu gestalten, von der Erhebung eines Ein­trittsgeldes wurde abgesehen. Ein Beweis für die Prosperität de» Verein» dürfte sein, daß seit Beginn de» zweiten verein»- fahre» bereit- 19 neue Mitglieder ausgenommen wurden. Dem Gesuche an die Ober-Postdirection in Darmstadt, daS Verbot der hiesigen Poftdirection, welche» den Schalterbeamten auf der Stadtpoft untersagt, gesiegelte, selbst mit Namen be­kannter Firmen versehene Silberrollen aufzuheben, wurde nicht stattgegeben. In Darmstadt selbst besteht ein der­artige» Verbot nicht!

* * vrttrag. Auf Veranlassung de» Detaillisteu-Verein» wird Herr LandgerichtSrath Müller am 17. d. Mr», tm Saale de» HotelEinhorn" einen Vortrag über die beab« fichttgte Aendernng im Handelsrecht tm Anschluß an das geltende Recht halten. Der Zutritt zu dieser Versammlung ist auch für Nichtmitglieder frei.

Kriegerdenkmal. Im Anschluß an unsere gestrige Notiz über die Ernschetdung deS Preisgerichts theilen wir mit, daß sowohl das preisgekrönte wie die drei weiteren ein- gegangenen Modelle bi» auf Weitere» im ThurmhanS am Braud (Gemäldesaal) zu Jedermann» Ansicht ausgestellt find, und zwar an Wochentagen von 11 bis 1 Uhr, Sonntag» von 11 bi» 3 Uhr.

Sektion Dietzen bei Deutsche» »ib Oesterreichische» Alpen»eretnl. In der letzten Monatsversammlung der Sektion hielt Herr vr. Markwald einen Vortrag über die von ihm tm betroffenen Sommer aulgeführteu Bergtouren, die sich in der Hauptsache auf den östlich vom Brenner gelegenen Theil der Alpen erstrecklen. Nachdem tm Kaisergebirge zu­nächst die Elmauer Haltspitze al» Uebunglbetg gedient hatte, wurde sogleich da» gesürchtete Todtenkirchl erklettert, weiter daun tm Glockuergebtet da» große Wießbachhorn, die Glockerlu und ihre Trabanten bestiegen. Bon dort führte der Weg in die Dolomiten, die der Vortragende in saft allen ihren Theilen durchwanderte. In den Sexteoer Dolomiten bestieg er al» erster in diesem Jahre die westliche Zinne, dann die lange für unersteigbar gehaltene, jetzt viel besuchte, aber doch sehr schwierige kleine Zinne, i« Ampezzauer Gebiet, den Pelmo. Weiter ging die Wanderung über den tutereffauten Comrlle- raß nach dem herrlich gelegenen San Martino di Eastrozza, wo an einem Tage der durch Kühnheit der Formen ausge­zeichnete große und kleine Sas Maor, am nächsten die steile Pala bezwungen wurde. Im Rosengarten, dem Zauberreiche König LaurtnS, wurde dann die Rosengartenspttze und der eminent schwierige Winklerthurm erstiegen, letzterer sogar traverstrt, und endlich noch in den Grödener Dolomiten die sehr exponirte Fünsfingerspitze und der gewaltige Langkofel. Ohne sich allzusehr in Detail- zu ergehen, hob der Vor­tragende nut die Hauptpunkte bei der Besteigung der einzelnen Berge hervor, interessante Einzelheiten aus deren Geschichte, sowie Schilderungen der landschaftlichen Schönheiten der betr. Gegenden etufließen lassend, deren Veranschaulichung durch viele Jllustratioueu wirksamst unterstützt wurde. Mit großem Interesse folgte die zahlreiche Versammlung den lebendigen Darstellungen de- Vortragenden, an die sich trotz vorgerückter Stunde noch eine sehr lebhafte DiScussion anschloß. Sie be­wies, daß unter den Mitgliedern der Sektion der Sinn für die eigentliche alpine Thätigkeit ein äußerst reger ist, und daß hier volle» Berständutß herrscht für solche Touren, die zwar nicht Jedermanns Sache sind und e» auch nicht sein können, die aber nach langjähriger Hebung bei uöthiger körperlicher Eignung und unter nie außer Acht gelassener Vorsicht au-geführt, den Hauptzweck des AlpiuuSmu», Nutzen zu bringen für Körper und Geist, tu vollstem Maße erfüllen. Nächsten Sonntag unternimmt die Sektion einen Ausflug nach dem Frauenberg und Marburg. (Abmarsch 8 Uhr vom Wallthor.)

Waldmanns Heil! Gestern erlegte der Kaufmann Heuzerltug auf dem Frühanstaud tm Distrtct KirchverS einen kapitalen Zehnender im Gewicht von 250 Pfund.

* Einheitliche Tnrnerkleidang. Zum nächsten deutschen Turnfest empfiehlt vr. Goetz in derDeutschen Turuzeitung-, um dem Wunsche nach einer möglichst einheitlichen Kleidung zu genügen, die Beschaffung von blauer Jacke und grauen Beinkleidern all einem hübschen, gefälligen Anzug, worin deutsche Turner bei dem Schweizer Turnfeste in Schaff­hausen voctheilhast aufgetreten seien.

3a Betreff bet neuen Äettenltiefe veröffentlicht bet Retchlbore" ein ihm zugegangeneS Schteiben, es lautet: Was die seit dem l.d». MtS. etugeführten deutschen Karten- brtefe den Brtefpapierhändleru Abbruch thuu, bringen fie sicher reichlich den Augenärzten etn. Man schreibe hinter einander fünf bis sechs solcher Kartenbriefe etwa an den jetzigen kurzen Tagen bei Lampenlicht, und bann beob­achte man seine Augen. Man wird finden, daß die dunkel- graue Farbe und vor Allem dal Muster der Schretbfläche die Sehnerven in ganz erheblichem Maße anstrengt. Sv praktisch sonst die deutschen Kartenbriefe beispielsweise im Berhältntß zu den österreichischen eingerichtet find, und so dankbar ihre Einführung bet uns zu begrüßen ist, jene Farbe und jene» Muster muß, wie ich meine, je eher je lieber fallen. Schlicht weiß und glatt wie die Adreffeufeite muß auch die Schreidfläche sein. Die Benutzung der jetzigen Kartenbriefe sollte meines Erachtens baldthunlichft fanitätSpallzeilich ver­boten werden, ehe dieselben größeren Schaden auzurlchteu vermögen."

«rnteergebnitz i» Hesse». Rach den Ermittelungen der landwirthschaftlichen Vereine hatte die diesjährige Weizen- und Gerstenernte tm Großherzogthum Hessen folgendes Ergebuiß: In Rheinheffen wurde an Weizen per Hektar 2100 Kilo, das Gleiche in Oberheffeu, aber nur 1700 Kilo per Hektar in Starkenburg geerntet- an Gerste wurde in Rheinheffen 2400 Kilo, in Oberheffeu 2000 und in Starken­burg nur 1600 Kilo per Hektar geerntet. Die beste Ernte an Wetzen und Gerste lieferte der Bezirk Pfeddersheim in Rheinheffen mit 2500 und 2600 Kilo, die geringste Ernte der Bezirk Heppenheim in Starkenburg mit nur 1400 und 1200 Kilo per Hektar.

Sine wichtige Erfindung auf dem Gebiete bet Fahrrad« Industrie ist kürzlich von zwei früheren Studirenden der Technischen Hochschule in Darmstadt gemacht worden. Dieselben coustruirteu lt.Darmst. Ztg." eine selbsttäthige, auf dem Gesetze der Centrifugalkrast beruhende Bremse, die dann in Thätigkeit tritt, wenn die Geschwindigkeit 10 Kilo­meter in der Stunde, die einer Droschke, überschreitet und ein weiteres Fahren unmöglich macht. Der Apparat, der eine Größe von nur 8 Lrntimeter besitzt, und ausschaltbar, aber so, daß eine Ausschaltung leicht bemerkbar, an der Bremse de» Rade» angebracht ist, wurde bereit» in allen Industriestaaten patentirt. Die Einführung desselben dürste sich hauptsächlich für größere Städte mit regem Verkehr | empfehlen und dann wesentlich zur Verhütung von Unglücks- I fällen beitragen.

I Detreidepreise. Auf Veranlassung des hessischen

LandwirthschaftSrathS wird bei den Gemeinden »ach de» Fruchtpreisev ungefragt, nm festznstellen, ob thotsächlich die Preise in den einzelnen Orten so viel diffetireu, wie dies vielfach behauptet wird. DaS Ergebuiß der Umfragen dürste mitbestimmend sein bei der Beschlußfassung Über die Errichtung von SetteidelagerhSnsern.

- Unter(tfibnngltiffc bet hessischen Lanbel Zrrenaustalten. Auf Einladung de» Präsidenten de» Luratorium», de» Herrn vr. vieberbach tu Heppenheim a. d. ©., soll am 29. No­vember l. I». in Frankfurt a. M. die sechste General­versammlung der Vertrauensmänner der Unterstützung»- kaffe der hessischen LandeS-Jrrenanstalten und der psychiatri­schen Klinik zu Gießen im großen Saale deS kaufmännische» Vereins abgehalteo werden. Die letzte, fünfte General- Versammlung, fand am 12. December 1892 statt. Zu An­fang August L IS. hatte Herr Pros. vr. Sommer in Gießen, der Director der psychiatrischen Klinik daselbst, die Gewogenheit, die Vertrauensmänner der Provinz Oberheffeu zu einem Besuche der Gteßeuer, ganz vortrefflich geleiteten Anstalten, einjulaben, wobei überaus iutereffante Mittheil ungeu und Vorträge über ben Staub beS Jrrenwesen» unb über bie Einrichtungen und die Fortschritte der Neuzeit ge halten worden sind, die die Vertrauensmänner zu erneutem eifrigen Wirken anspornten. Die Gegenstände, welche in Frankfurt behandelt werden sollen, beziehen sich, abgesehen von dem Berichte über die Entwickelung deS Vereins und die Lage der Kaffe seit der fünften General-versammlung am 12. December 1892, auf folgende Punkte: Errichtung von Provinzial-Pflege-Anstalteu (die staatlichen Irrenanstalten find zu überfüllt unb bedürfen einer sofortigen dauernden Ent­lastung), Fürsorge für die Epileptischen unb für bie Nervösen auS wenig bemittelten Volksklassen - bie Wärterfrage, Wahl von neun Vertrauensmännern zu Mitgliebern des EuratoriumS für bie Dauer ber nächsten fünf Jahre. Schließlich soll nicht unerwähnt bleiben, daß die beiden für die Provinzen Starken­burg unb Oberheffeu in Aussicht genommenen Pflegeanstalteu von beiben Provinzen gemeinsam benutzt unb in nächster Nähe einer größeren Stabt unb zwar wegen ihrer gleich­zeitigen Bedeutung für ben Unterricht ber zukünftigen hessi­schen Aerzte, bei Gießen errichtet werben sollen.

Ei» »»glücklicher Stei»»»rf. Reichsgerichtsevt- scheibuug. (Nachdruckverbote».) Der Landwirth Joh. Kuöß von Ettingshausen wurde am 24. August d». JrS. von der Ferienstrafkammer beim Landgericht Gießen wegen fahrlässiger Tödtung zu einer Gesängnißstrase von drei Monaten verurtheilt. Der Angeklagte sah eines Tages zu­fällig, daß fein kleiner Sohu, ber mit einem Spielkameraben, bem ungefähr gleichalterigen Sohne bei Nachbarn, zusammen- geratheu war, von biefem tüchtig geohrfeigt würbe. Um seinem Sohne zu helfen, eilte Kvöß auf bie balgenden Jungen zu, woraus der Sohn deS Nachbar», sobald er ben heran- nahenben Vater seine» Gegner» iah, von biefem abließ unb babonlief. Da» war bem Kuöß sen. nicht recht, denn er wollte bem Jungen erst noch einen Denkzettel geben; da er aber keine Lust hatte, hinter ihm herzulausen, warf er einen Stein nach dem Flüchtlinge, traf aber nicht diesen, sondern unglücklicherweise einen anderen Knaben, der gerade in dem verhängnißvollen Momente au» dem Thorwege seine» elter­lichen Gehöfte» herauSgelaufen kam. Der Steinwurf traf da» arme Kind an den Leid, aber mit solcher Heftigkeit, daß sofort eine Darmzerreißung eintrat, die den Tod de» Jungen im Gefolge hatte. Der erste Richter stellte fest, daß der Angeklagte, der sich darauf zu berufen suchte, daß er den Getödteteu ja gar nicht habe treffen wollen, unbedingt hätte vorhersehen müssen, daß jeden Augenblick au» dem geöffnete» Thorwege Jemand herauskommen könne, wie e» auch in der That geschehen sei. Er hätte de»halb, auch wenn man seiner Angabe Glauben schenken wolle, daß er auch den andere» Jungen nicht habe treffen, sondern nur schrecken wollen, dann mindesten» nicht direkt vor der Thorau-fahrt entlang werfe» dürfen. Die Revision de» Angeklagten gegen da» Unheil bemängelte in der Hauptsache bie Annahme der Vorherseh­barkeit. Der erste Strafsenat erachtete dieselbe jedoch für ausreichend festgestellt unb erkannte in Uebereinftimmung mit dem Anträge unb ben Ausführungen de» Reichsanwalts auf Verwerfung ber Revision beS Angeklagten unb legte dem Beschwerdeführer die Kosten des Rechtsmittels zur Last.

Hanbwerkerkammer». Der Vorstand de»Landes­verbandes hessischer Handwerker und Gewerbetreibender" hat nachstehende Eingabe an da» Großh. Ministerium gerichtet: Hohem Ministerium deS Innern gestatten wir un« ganz er» gebenft davon Kenntniß zu geben, daß infolge General ver- sammlung»beschluffeS zu Mainz, der verbandHessischer Innungen und BerufSoerene" jetzt ben NamenLande»ver- banb hessischer Handwerker und Gewerbetreibende" führt und da» angeschloffene Statut zur Grundlage hat. Bei dieser Gelegenheit erlauben wir unfl anzuführen, daß in ber er­wähnten Versammlung auch zu bem Hanbwerkergesetz Stellung genommen wurde und die Versammlung eiustimmtg zu der Ansicht gelangt, daß eine ersprießliche Thätigkeit nur dann entfaltet werden könne, wenn für jede Provinz de» Groß« herzogthumS Hessen eine Handwerkerkammer errichtet würde. Ferner wurde beschloffen, ein hohe» Ministerium ce» Innern zu bitten, da» gentäp § 103m der GewerbeordnungSnovellc Seiten» der Lande»'Leutralbehölde zu erlassende ©tatnt vor ' besten endgültiger Feststellung unserem verband als Vertreter de» corporirten Handwerk» in Heffev zur gutachtlichen Aeuße« rung zugehen lasten zu wollen. Indem wir hiermit diesen Beschluß zur Ausführung bringen, sehen wir ber hochgeneigteo Entschließung be» Großherzoglichev Ministerium» ganz ergenst entgegen."

Für 20 Pf», hnsbert nützliche Gegenstände.Jebew. ber un» 20 Pfg. in Briefmarken einschickt, dem senden wir sofort hundert nützliche Gegenstände", so lautet ein zur Zeit in illustrirteu Zeitschriften erscheinende» Inserat einer Ber­liner Firma. Natürlich findet sich gar Mancher, der die 20 Pfg. einschickt - ,e» ist ja nicht viel", denkt man! Wer aber etwa glauben sollte, daß die Einsender be» kleinen Be-