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Paris, 10. Mai. Der „Temps" meldet aus Athen: Der Minister des Aeußern sandte dem rusfifcheu Vertreter eine Note, darin die Vermittlung Europas erbittend, um dem Krieg ein Ende zu setzen. AlS Garantie für die Aufrichtigkeit der Absichten Griechenlands werbe die griechische Regierung sofort 400 Mann und in kurzer Zeit das ganze OccupationScorPS Kretas abberufen. Hierauf übermittelte der Vertreter der Mächte eine identische Note, worin erklärt wird, daß ihre Regierungen die verlangte Vermittlung angenommen haben. Hiermit sind Unterhandlungen angebahst, und der griechisch-türkische Krieg virtuell beendigt. — Ja
Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, den Rath bet der Brand- verficherungtkammer RegierungSraih Karl Hechler zu» Bor-
Dettffdter Reichstes.
218. Sitzung. SawStag, den 8. Mat 1897.
w.n»Hfu^M6bnUna W * brit“ »°".hung d-- Aus- 35eV<r ^Soc.): Seine Freunde hätten gar keinen Anlaß, !^bn^ etne Regierung, jti sie welche sie wolle, zu verhindern, bei ihren Bemühungen, den Auöwandererstrom zu lenken, sich zu blamtren ^r78nne‘ ^e Auslastung der Bestimmung des alten Handelsgesetzbuches, wonach der Retchscommistar auch darauf achten müßte, daß da« Schiff gehörig bemannt sei, scheine beabsichtig! ru sein- Eine ausreichende Bemannung sei doch zweifellos ein un- bedingles Ersorderntß. Man habe aber offenbar an den Hamburger Strtke gedacht und wolle verhindern, daß bet einem Strike ähnlicher Art Auswandererschiffe wegen unzureichender Bemannung nicht aus- aufen könnten. Wetter bemängelt Redner, daß der Staatscommtffar seine SchiffSreoisionen vorher anzukündigen pflege.
(nl.): Seine Freunde erblickten in dem rwetter Lesung zu S 2, wonach der Reichskanzler über Erlaubntßgesuche nur unter Zustimmung des Bundesraths zu ent- 'ch/iden habe, eine Verschlechterung. Die Mitwirkung des Bundes- raths sei zu umständlich und zeitraubend. Er bitte, die Regierungsvorlage wiederherzustellen.
Abgg Graf Arnim (Rp), Bachem (Ctr.), Graf Stolberg (cons.) und v. Marquardsen (nl.) treten für die Faffung der zweiten Lesung ein, während Abg. Dr. Barth (frs. Vg.) die Auffassung Hammachers unterstützt.
Bei $ 34, welcher dem Unternehmer eine zweckgemäße Ausrüstung usw. des Schisses oorschreibt, und bet S 35, welcher dem Staatscommiffar aufgibt, bei der Besichtigung des Schiffes hierauf zu achten, liegt ein soctaldemokratischer Antrag vor. welcher auf die gehörige Bemannung Bedacht genommen roiffen will.
Unterstaatssecretär Rothe bestreitet, daß der Hamburger Strtke Anlaß gegeben habe, in diesem $ 34 die Bezugnahme auf die Bemannung „auszulassen". Der vorliegende Entwurf sei schon lange vor dem Hamburger Strtke ausgearbettet worden. Der Grundsatz °^^?nnannung eine gehörige fein müsse, stehe fest. Aber Ginzel- vorschriften darüber auszuarbeiten, sei jedenfalls bis zum Inkrafttreten dieses Gesetzes nicht möglich. Er gebe anheim, eine Resolution zu beschließen. Wenn ein Unternehmer jenem Grundsatz zuwtder- handle, so habe er unter Umständen die Verantwortung dafür zu tragen und der Richter habe ja bann zu entscheiden.
Abgg. Spahn, Jebsen und v. Cuny erklären den Antrag für überflüssig unter Hinweis auf die bestehenden Bestimmungen.
Der Antrag Auer wird abgelehnt.
Bei $ |48a, der gestern auf Antrag Kanitz-Bebel beschloffen worden war und die kupplerische Verleitung von Frauenspersonen zur Auswanderung unter Strafe stellt, beantragt Abg. Bachem, um den Paragraph mit dem System des Strafgesetzbuches in Einklang zu bringen, das Strafmaximum auf 5 (statt 10) Jahre festzusetren «nd daneben Geldstrafe bis 6000 Mk. zuzulasten.
Ein Amendement v. Buchka will diese Geldbuße auch dann gegen die solcher Kuppelei Vorschub leistenden Personen zugelaffen wiffen, wenn wegen mildernder Umstände nur auf Gefangniß erkannt wird.
Beide Anträge werden widerspruchslos angenommen.
Bet den Schlußparagraphen erklärt
Abg. v. Hodenberg (Welfe): Dies Gesetz dient weniger den Interessen der Auswanderer, als daß eS die Machtbefugnisse der Regierungen erweitert. Vor der Abstimmung über diesen Paragraph zweifle ich daher die Beschlußfähigkeit des Hauses an.
Bicepräsident Schmidt: Das Bureau ist nicht zweifelhaft, daß das Haus nicht beschlußfähig ist. Ich beraume daher, da wir nicht weiter berathen können, die nächste Sitzung auf 3 Uhr mit der ragesordnung: Margarinegesetz.
Schluß 2*/t Uhr.
219. Sitzung. 8. Mai.
o. »u^U^ffneT161010 ökb ”m 31/4 Ut)X durch den Präsidenten Ja der Generaldebatte über daS Marg.rinegesetz erklärt Abg. Fußangel (Ctr.), er sei außer Stande, für das Gesetz ju fiimmen an0efW8 der Faffung, die daffelbe in zweiter Lesung erhalten habe.
Abg. Herbert (Soc.) äußert fich ebenfalls gegen daS Gesetz und besonders gegen die Trennung der Verkaufsräume.
Abg. Richter (frs. Vg.): Wir wollen in jeder Weise Betrüge- verhindern helfen, aber wir wollen nicht, daß dem Absatz der Margarine in ganz unnothiger Weise Hindernisse bereitet werden, und daS geschieht durch die Trennung der Verkaufsräume. Auch wnst enthält das Gesetz unnöthige Pexationen. Wir find der Meinung, daß man ohnehin ohne ein solches Gesetz auskommen kann.
Abg. Benoit (frs. Vg.) äußert sich ebenfalls hauptsächlich gegen die Trennung der Verkaufsräume beim Kleinhandel.
Abg. Rettich (cons.) bestreitet, daß das Gesetz lediglich eine mb^rung der Margarine bezwecke. Es werde vielmehr dazu führen, dieselbe billiger zu machen, wenn ste nicht als Butter verkauft werden könne.
hau?*0, ° Grand-Ry (Ctr.) verfichert gleichfalls, das Gesetz richte fich nur gegen betrügerische Händler.
^r,Hnh5fl'rÄrUA k(nL) E»klärt Namens des größten Theiles seiner Freunde, sie würden gegen das ganze Gesetz stimmen, wenn die Trennung der Verkaufsräume aufrecht erhalten werde.
% Schulze-Henne (nl.) fügt hinzu, er sei sogar festüber- b°??Eese Trennung die Landwirthschaft selber schädigen werde. Wb-Mmmen 8ÄnUnt"?nWn 1(6 ®‘M<8 fÜt k a>3n, bec= Specialberathung empfiehlt bd S 4, der u. A. Trennung der Verkaufsräume für Orte von 5000 Einwohnern an aussprtcht, Abg- Rettich einen Antrag Grand-Ry-Plötz und Gen., wonach auch in Vororten, die selber noch nicht 5000 Einwohner zählen, die Trennung der Verkaufsräume angeordnet werden kann.
Abg. Herbert beantragt, die Trennung der Verkaufsräume zu ftretchen.
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen «en-taiß, daß der Auff'ieb von Maiktv'eh am 11. und 12. d. Mt«. auf dem ml Utnn?eia,‘ auf Straßen und öffentlichen Plätzen vor 6 Uhr früh an beiden Tagen untersagt ist.
Gießen, den IO. Mai 1897.!
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
v. Bechtold.
Paris, 9. Mai. Die vom „Figaro" veranstaltete Sammlung von Geldern zum Bau einer Capelle an der Brandunglücksstelle hat bereits die Höhe von 551,000 FreS. erreicht. „Rappel!" veröffentlicht ebenfalls eine Subskription, bereu Ertrag denjenigen Leuten zu Gute kommen soll, welche bei dem Rettungswerk verwundet wurden und nun arbeitsunfähig find.
London, 9. Mai. Vom türkisch- griechische» Kriegsschauplätze melden fast alle Correspondenteu der hiesigen Blätter, daß Pharsala bet einigem Muthe der Griechen absolut uneinnehmbar gewesen wäre. Die Unfähig, keit des griechischen Generalstabes und der höheren Offiziere übersteige alle Begriffe.
London, 9. Mai. „Daily News" greifen Deutschland in sehr heftiger und unqualificirbarer Weise wegen seiner angeblich griechenfeinbltchen Haltung an.
Konstantinopel, 9. Mat. Edhem Pascha befindet sich gegenwärtig in BelestinoS. Er empfing daselbst den französischen und den englischen Consul, welche ihm im Namen aller Consuln anzetgten, daß die griechischen Truppen Volo geräumt, nachdem sie, wie in Lariffa, die Sträflinge in Freiheit gesetzt hatten. Die Consuln baten Edhem, Truppen- Abtheilungen nach Volo zu entsenden, um die Stadt zu besetzen und für Ordnung und Sicherheit zu sorgen. Hierauf wurden zehn türkische Bataillone nach Volo geschickt, die tu die Stadt einzogen und sie besetzten.
Amtliche»» Theil.
Bekanntmachung,
betreffend: die Abhaltung eines BiehmarkeS zu Ruppertenrod. Das Großherzogllche Ministerium des Innern hat die Abhaltung eines ViehmarkreS zu Ruppertenrod am 1<5‘ M. unter folgenden Bedingungen gestattet:
1. Für Auf- und Abtrieb des Viehes ist den Anträgen des Kreisvererinäramtes gemäß je eine bestimmte ©teile zu schaffen, welche allein benutzt werden darf.
21 den Markt dürfen nur Thtere aus unverseuchten Orten der Kreise AlSfrld, Schotten^ Lauterbach, Gießen und Büdingen, Thtere von Händlern aber nur bann, wenn sie minbesten« sieben Tage in un- verseuchten Orten der fraglichen Kreise in seuchen- freiem Zustande gestanden haben, aufgetrieben werben.
AlSfeld, am 8. Mai 1897.|
Großherzogltches Kreisamt Alsfeld.
I B.: Hammann.
Schwert« i. Meckl , 9. Mai. Unter dem Protektorate des Regenten, Herzogs Johann Albrecht, hat fich hier ein Ausschuß gebildet zur Errichtung eines Denkmals für den verstorbenen Staatssekretär Dr. v. Stephan.
Wien, 9. Mai. Die Kaiserin reift heute zu mehrwöchigem Aufenthalte nach Kisfingen.
Depeschen deS Bureau »Herold."'
Srankfnrl a. M., 9. Mai. Gestern wurde i« Schau- sptelhanse Hauptmanns neuestes Märchendrama „Die ver. funke ne Glocke" mit Erfolg gegeben. Die an hoch- poetischen Stellen reiche Dichtung wurde unter einer verständigen Regte und vorzügltchen Darstellung zu tiefer Wirkung gebracht. Die Hauptdarsteller, Fräulein Land ort, sowie die Herren Barthel und Hermann, fanden vielen Beifall.
Paris, 9. Mai. Das Amtsblatt veröffentlicht eine lange Liste von Auszeichnungen und Belohnungen, welche an Personen, die fich bet dem RettungSwerk verdient gemacht ! haben, verliehen worden find. !
I Christoph Löwer, Adam Spamer, Valentin Persch. bacher, dem Telegraphenverwalter Georg Manefeld, den Zeichner Heinrich Lotz- zu Bureauassistenten: die Kalkulatoren Julius Jöckel, Georg Masstng, Daniel ; ßantelme; zu Stationsverwaltern mit der Genehmigung zur Fortführung des Amtstitels Stationsvorsteher: die Stationsvorsteher Konrad Arnold, Friedrich Seitz, Karl Jost, Friedrich Lofink- zu Stationsassistenten: die Stationsassistenten Ludwig Harner, Andreas Möller,- zum Wagenmeister: den Wagenrevisor Otto Müller,- zu Bahnmeistern: die Bahnmeister Wilhelm Brückmann, Karl Dickel, Melchior Bielwerth, Konrad Bischoff, Georg Best, Christian Falk. — Es wurden ernannt am 3. Mai die Lokomotivführer bet den Ob-rhessischen Eisenbahnen Georg Frutig, Peter Gibb, Heinrich Kolb, Ludwig Dern, Georg Gern and, Jacob Rau, Karl Gebauer zu Lokomotivführern, der Zugführer bet diesen Bahnen Georg Ramge zum Zugführer in der Hessisch-Preußischen Eisen- bahn-Gemeinschaft.
$ 4, »Erb in bet F-si^g bes Antrages Rettich angenommen. „ Bei 8 7 beantragt Abg. vr. Barth, bie Anzeiaepflicht auch für bie Margarine-Händler zu streichen. Dieser Antrag wirb angenommen.
.2Bette1r wirb der Antrag Grand-Ry-Plötz angenommen, das Gesetz am 1. Oktober 1897, jedoch die Bestimmung über Trennung der Verkaufsräume erst am 1. Avril 1898 in Kraft treten zu lasten.
Uebec das ganze Gefitz soll auf Antrag Richter Singer die Ärm^xM0 cfne namentliche fein. Das Haus ist offenbar nicht VefchlUtzfÜhtg. . --- o----•».tvy V|UHlH VttUUlUl. —- TJg
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Xtulaui, Gieß«, d-n 10. Mai
grö61"* $“beU n™ ngtb^ranm’°‘° W ium . ** Seine Königliche Hoheit d°r Groß.
9 J ™ ? cv k Ä Herzog empfingen am 8. Mai u. A.: Se. Durch!, deu
verfügt b^totitere8*^^ V® ®nItQnfl Fürsten Bruno zu Ysenburg unb Büdingen.
gehen sollen °° ^aun nach der Grenze ab- ** Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Groß.
- Herzog haben Allergnädigst geruht, folgende Beamte der
Usuelle Hessischen Staatseisenbahn - Verwaltung zu Beamten in der
w.iff« Hessisch-Preußischen Eisenbahngemetnfchast zu ernennen, unb
» i J 8 zwar: Zn nicht.-chni,ch-n Eis.nb-bnsecr-.Lr-n
eie f"^e>, 8- Mn«. Ihre Majestäten trafen mit den den Hanptkafster, Rechanngörath Jacab Kren der den
roblnunT'h,ber<s$M8‘Pn «" @41c6= Registrator Philipp Deibel, die R-btfa-en 1. Klaffe Karl
bin A l, G-f-lg- geg-n 10 Uhr BarmiUagd G-rch, Karl Vünther, G-arg Zinffer, KarlSchmidt, ?! 1 osficielle Empfang war verbeten. Am die Revisoren 2. Klaffe Heinrich Gröntnger, Alexander
Bahnhofe waren anwesend der commanlirende General des Wtlker, Ludwig Rullmann, Emil Fr anz, die Kalkula- 16. Armeecorps, General der Cavallerie Graf v. HaeseSer, toren Wilhelm Kesting, Karl Schäffer, Emil Mohr- der Bezirkspräfident Frhr. v. Hammerstein, der Ikretsdirector Hardt, Robert Neumann, Karl MatheS: zu tech- «ns von Sturjel. Zwei kleine Mädchen ntfchen Etsenbahnsecretären: die Etsenbahngeoweter
aus dem Orte überreichten Ihrer Majestät der Kaiserin ' -- — - - '
einen Blumenstrauß, andere Mädchen sagten Gedichte in deutscher Sprache auf.


