N W.iL > rc.
veugaffe.
ie
Vaare)
11183
MWfl K. wgldT ahr- uttb Ltall- chlittev. ME i Genre.
iingen.
igsten Preßen.
Ml 11193
htung!
15.
uhe
) -Ttiesel«, ferner vaaren. M t.U
Preislagen, tu Schuhwaaren, wie nb la. Qualitäten bet
iung.
n unb ErfümS. '0Dte ten meinet 64*“”' Scdürsniß zu befricdiU
hardtj
ne 15«
zas' e*c!
iwabl
•beflk®
lir len ick.
f
-
Nr. 290 Zweites Blatt. Freitag den 10. December
1897
Der
Gtrß e«er >iqHg*c erscheint täglich, Bit Lu-nahme bei Montags.
Die Gießener
werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt.
Gießener Anzeiger
Kenerak-Mnzeiger.
vierteljährige Akonnementrpreis» 2 Mart 20 Pfg. mit vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg.
Redaction, Expeditio« und Druckerei:
-chutgratze 3U.1. Fernsprecher Uc
Aints- und Anzeigebjlntt füv den Tkveis Gietzen.
Hratisöeitage: Gießener Kamilienökätter.
Annahme von Anzeigen zu bet Nachmittag» für de» folgenden Lag erscheinenden Nummer bi« vor«. 10 Uhr.
Alle Annoncen-Bureaux de» In- und Auslände« nrhene» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen.
Aus dem Militär-Etat für das Rechnungsjahr 1898.
Im Etat für die Verwaltung des Reichsheeres tritt, soweit es das preußische u. s. w. Kontingent betrifft, zunächst bei dem Kriegsministerium die durch eine besondere Denkschrift begründete Neuerrichtung der Stelle eines Feld- -eugmeisters und Umwandlung der Jnspection der Technischen Institute entgegen. Die Neuerung ist beabsichtigt, um eine durchaus nothwendige Entlastung des Directors des Allgemeinen Kriegö-Departements herbeizuführen, die schon einmal durch die Einrichtung des vormaligen Waffen. Departements erfolgt ist. Die neue Behörde soll außerhalb des Kriegs» Ministerium« stehen und einem Generallieutenant oder Generalmajor mit der Dienstbezeichnung „Feldzeugmeister" unterstellt werben. Diesem sollen als besondere Organe zugetheilt werden die jetzt zur Verfügung des Kriegsminilieriums stehenden 4 Jnspicientm des Waffen- und des Artilleriematerial», eine Artilleriedepot - Jnspection, eine Traindepot - Jnspection, eine Jnspection der Technischen Institute der Infanterie, eine Jnspection der Technischen Institute der Artillerie und eine Centralabtheilung. Die Kosten dafür sind in verschiedenen Kapiteln ausgeführt. — Bei den Militärintendanturen sind 45 neue Stellen für Secretäre bei den Corpsintendanturm u, s. w. vorgesehen. — Bei der Militärgeistlichkeit sind fünf neue Stellen für evangelische und vier für katholische Divisions- pfarrer ausgeworfen. Von den ersteren sollen zwei auf Ber- lin, je eine auf Köln, Spandau und Metz, von den letzteren je eine auf Köln, Schweidnitz, Aachen und St. Avold entfallen. Auch ist der Fonds zur Remunerirung der mit der Militärseelsorge beauftragten Civilgeistlichen erhöht. — Bei den „Höheren Truppenbefehlshabern" werden neue Stellen für einen General-Jnspeeteur der Kavallerie und für weitere zwei Kavallerie Jnspecteure gefordert. Dem Generalinspecteur der Kavallerie sollen außer den vier Kavallerie-Jnspecteuren auch das Militär-Reitinstitut unb bas Militär-Veterinärwefen unterstellt werben, um hierdurch eine dringend wünschens- werthe Entlastung des Kriegsministeriums herbeizuführen. — Im Generalstab sollen verschiedene neue Stellen geschaffen werden. Die Generalstabsübungsreisen sollen erweitert werben. Bisher werben solche jährlich bei 11 Armeecorps abgehalten. Fortan sollen sie bei allen sechzehn stattsinben. Bei der Gelbverpflegung der Truppen ist insofern eine große Aenberung vorgenommen, al« der zur Beschaffung der Mittagskost des Soldaten bestimmte Löhnungstheil von 13 Pf. täglich vom Besoldungsfond- auf den RaturalverpflegungS- fonds und Lazarethwirthfchastsfonds übertragen ist. Außer- dem sind 18 Stellen für Bataillons Kommandeure infolge der Umformung der vierten Bataillone in Wegfall gekommen. In den Rang- und Khargenverhältniffen der Sanitätsoffiziere find Aenderungen dahin vorgsnommen, daß die Generalärzte sämmtlich den Rang der Obersten, die Divisionsärzte die
FcuMetoir.
Seltsame Shrenreparatmen.
Don Richard March.
(Nachdruck verboten.)
KO. Jeder Mensch hat Ehre und fühlt in der Regel den Drang in fich, diese Ehre zu repariren, fall« fie irgend- Wie verletzt worden sei. Die ritterliche Ehrenreparatur heißt Zweikampf ober Duell; fie wird gewöhnlich mit Degen, Säbel oder Pistolen bewerkstelligt. Wir sagen gewöhnlich, denn zuweilen werden auch »adere Waffen vorgeschlagen unb angenommen. So find vor etwa zehn Jahren zwei New- Yorker Herren, nachdem fie ihre Ehre gegenseitig arg zu- gerichtet Harts», auf die Idee gerochen, dieselbe 500 Fug unter dem Meeresspiegel wieder herznstellev. Zu diesem Zwecke schafften fich Beide je einen vorzüglichen Taucher- apparat an, vermittelst deffen fie auf den Meere-grnnd hinab- gelafftn wurden. Die Bedingungen deS Duells waren in der Weise vereinbart, daß ein Jeder versuchen sollte, mit dem als Waffe dienenden Bowiemeffer die Röhre zu durch- schneiden, mittelst deren dem andern Lust zugeführt wurde. Zum Glück kam eS jedoch nicht zu dieser lebensgefährlichen Operation, denn dort unten war eS so fürchterlich, daß die Duellanten alsbald das Zeichen zu« Aufzuge und, nachdem derselbe bewerkstelligt worden war, einander die allerfchöusten Ehrenerklärungen gaben.
Etwas gemüthlicher war daS Duell zweier Rewyotter Maler, die fich gegenseitig der ,Patzerei" beschuldigt und daher große Lust hatten, einander daS Lebenslicht auSzublasen. Die sehr vernünftigen Secundavteu kamen nämlich überein,
Khargenbezeichnung „Generaloberarzt" mit ihrem bisherigen 1 Range als Oberstlieutenant, die Oberstabsärzte sämmtlich I den Rang des Majors erhalten; die Assistenzärzte 1. Klaffe werben „Oberarzt", bie Assistenzärzte 2. Klaffe „Assistenzarzt" benannt unter Beibehaltung bes Ranges als Premierlieutenant unb ©econblieutenant. Im gesammten Sanitäts-Ossi- ziersorps flnb Organisation«»taberungen beabsichtigt, welche durch eine befonbere Denkschrift begrünbet finb. Infolge berfelben sinb im Etat für 1898 an neuen Stellen vorgesehen solche für 72 Oberstabsärzte und für 56 Stabsärzte. Die Bezirkscommanbeure namentlich ber größeren Stäbte sollen entlastet werben. Es sinb beshalb neue Stellen für Hauptmelbeämter vorgesehen. Die Stabshoboisten sollen im Diensteinkommen aufgebessert, bie Zahl ber Uebungflmann« schäften im Jahre 1898 soll um 2800 Unteroffiziere und 25 200 Gemeine gegen bas Vorjahr erhöht, 2 Bespannung«- abtheilungen unb 2 Detachements Jäger zu Pferbe neu errichtet, für bie Unterhaltung von Fahrräbern 62000 Mk. neu eingestellt werben. Unter Naturalverpflegung sinb 3,3 Mill, mehr infolge höherer Getreibe- unb Fouragepreise eingestellt. Zur Verbefferung ber Solbatenkost sinb über 7 Mill, neu eingestellt. Eine befonbere Denkschrift erläutert bie neue Forberung. Die gewöhnliche Gefammt-Tagesverpfleguug bes Mannes soll künftig bestehen au«: 180 g frischem Fleisch (Rinb-, Hammel- ober Schweinefleisch) ober 120 g geräuchertem Speck, 40 g Nierenfett, 250 g Hülsenfrüchten (Erbsen, Bohnen ober Linsen) ober 125 g Reis, Graupe ober Grütze, ober 1,500 g Kartoffeln, sowie 25 g Salz neben ben erfor- berlichen Speisezuthaten unb 10 g Kaffee in gebrannten Bohnen. Daraus soll künstig für ben Mann eine Morgen-, Mittag- unb Abenbkost hergestellt werben. — Beim Militär- mebldnatwefen werben für jebes Armeecorps eine unb für Berlin 2, im Ganzen 17 Garnisonapotheker-Stellen verlangt. Für Ausgaben ber Oberleitung ber freiwilligen Krankenpflege ber Armee im gelbe sinb 10000 Mk. neu ausgeworfen. Es sollen mit bem Kaiserlichen Kommissar unb Militär-Jnspecteur ber freiwilligen Krankenpflege bereits im Frieden umfangreiche organisatorische Maßregeln vorbereitet werben. Auch den Offizieren in der Eharge der Regiments- commanbeure sollen Pserbegelber gewährt werben. 11500 Mk. sinb zur besseren Zahnpflege ber Unterosfizierschüler aus- geworfen. 210000 Mk. sollen an Wohlfahrtseinrichtungen für die Arbeiter, deren Angehörige unb Hinterbliebene verweichet werben. Unter ben einmaligen Ausgaben find neu eingestellt: 310080 Mk., erste Rate, zur weiteren Aus- rüstung der Armee mit Fahrrädern, 200 000 Mk. zur weiteren Beschaffung unb Aptierung von Geräth für Luftschiffer- Abtheilungen, 1700000 Mk. zur Abänderung von Tornistern. An Neubauten sind u. a. vorgesehen: Kommanbanturgebäube in PotSbam unb Glatz, Jntendantur-Dienstgebäube in Königs-
I berg i. Pr. unb Stettin, Kasernen in Pasewalk, Küstrin, I Münster, Paderborn, Koblenz, Oldenburg, Worms, Alt-
daß die Herren auf Pinsel loSgehen, d. h. daß einer den andern innerhalb der festgesetzten Frist von fünfzehn Minuten zu malen und dabei eifrigst bestrebt zu sein habe, den Gegner gehörig zu „treffen". Denn der „Getroffenere", will sagen, der möglichst ähnlich auf die Leinwand Gezauberte, sollte der Brfiegte sein und nach dem Duell ein Frühstück zahlen, waS denn auch wirklich geschehen und Allen sehr wohl bekommen ist.
Urberhaupt tritt allerseits daS Bestreben zu Tage, den „besonderen Säst", denn da» ist doch daS Menscheublut, zu schonen, und eS werden daher geradezu klasfische Ehren- repararnreu, Duelle, ersonnen, die dem humanen Geiste deS 19. Jahrhundert» zur größten Ehre gereichen. So kamen die Secundanten eine» Krämer», der den Lehrer gefordert hatte, weil derselbe auf der Straße au ihn angestoßen hatte, ohne fich zu entschuldigen, überein, die Pistolen nicht nur mit Kugeln zu laden, die beim Anschläge aus den Läufen fallen mußten, sondern die Gegner auch in solchen Abständen voneinander zu posttreu, daß nicht einmal mit einem Grwehr ein Treffer möglich gewesen wäre. Trotz alledem erschien der Krämer halbtodt auf dem Kampfplätze, fiel, als der Schuß krachte, doch zu Boden und war so faffuugSloS, daß er den Aerzten, die ihm verficherteu, feine Haut weise auch nicht daS kleinste Löchlein auf, lange nicht glauben konnte.
Natürlich rührte er seither keine Pistolle mehr an und würde nicht einmal ein amerikanische» Duell von der Art eingehen, wobei — wie die» vor nicht langer Zeit in Wien geschah — Derjenige, welcher die schwarze Kugel zog, nicht sein Leben, sondern blo» den gewohnten Abendtrnnk auf die Dauer von drei Monaten verwirkt hatte. — Gin Gräuel ist diesem Manne natürlich auch da» von zwei Wiener Gentlemen
Breisach unb Metz. Für bas 6. ArmeecorpS soll ein Truppenübungsplatz erworben werben. Neue Garnisonslazarethe sollen in Treptow a. R., in Halberstabt, in Bonn, In Göttingen, in Hanau unb in St. Avolb erbaut werben. 430 000 Mk. sinb zur Beschaffung ber gesammten Ausrüstung für zwei Korps- unb zwei Armee-Telegraphenabtheilungeu als erste Rute ausgeworfen. Eine neue evangelische Garnisonskirche soll in Dieuze, eine katholische in Straßburg i. E. erbaut werbeu.
Im Etat ber Kaiserlichen Marine ist bas Gehalt für ben Staatssecretär bes Reichs-Marineamts um 6000 Mk. erhöht. Bei ber Seelsorge wirb bie Stelle eines evangelischen Marinepfarrers neu verlangt, bei ber Gelbverpflegung bie Ausbesserung ber Besolbung für bie Deckoffiziere. In biefem Kapitel kommen auch bie Mehrforberungen zur Erscheinung, welche schon auf Grunb bes neuen Gesetzentwurfs nöthig sinb. Aus Anlaß ber organischen Fortentwickelung ber Marine werben an neuen Stellen u. a. verlangt: im Seeosfiziercorp» 1 Kontreabmiral, 1 Kapitän zur See, 5 Korvettencapitäne, 4 Kapitänlieutenants 1. Klasse, 3 Kapitänli-utenants 2. Klaffe, 13 Lieutenants zur See, 9 Unterlieutenants zur See, 30 neue Stellen für ©eeoffijierafpiranten, fobann Vermehrungen beim Maschinen-Jngenieurcorps, Matrosenbivisionen, Schiffsjungen- abtheilung, Werftbivisionen, Torpeboabtheilungen. Für Ost- afun soll ein Marine-Attachö, mit bem Sitze zu Tokio-Yokohama entfanbt werben. Die Neuorganisation im Zeichner- personal bes Reichs-Marineamts wird fortgeführt. — Unter Naturalverpflegung sind 142 470 Mk. als Beköstigungsgelb entsprechend ber Aenberung im Militäretat mehr eingestellt. — Im Sanitätswesen hat es sich als nothwenbig herausgestellt, bie Ergänzung, sowie Aus- unb Fortbildung de» Personals selbststänbig zu gestalten. Zu biefem Zwecke ist bas Sanilätscorp« ber Marine von bem ber Armee getrennt unb bie Wahrnehmung ber bisher von bem Generalstabsarzt ber Armee in ber Manne ausgeübten Befugnisse bem Generalarzt ber Marine übertragen. In Ueberelnftimmung mit ber Heeresverwaltung ist eine Aenberung in ben Rangverhältnissen ber Sanitätsoffiziere ber Marine berart in Aussicht genommen, baß bie Oberstabsärzte sämmtlich ben Rang ber Korvettencapitäne erhalten, währenb bie Stabsärzte in zwei Klassen getheilt werben. — Zur Ablösung von Schiffsbesatzungen sinb 176410 Mk. mehr eingesetzt. — Für bie Werftanlagen ist eine Vermehrung ber Baumeister, Maschinenmeister, Werkmeister u. s. w. vorgesehen. Der Posten für bie Schießübungen ber Marinetheile am Lanbe ist um 400000 Mk. erhöht. Zur Schaffung unb Unterhaltung von Wohlfahrtseinrichtungen sind 29700 Mk. ausgeworfen. — Das meiste Interesse nimmt ber ordentliche Etat ber einmaligen Ausgaben in Anspruch. Hier sinb bie Nenfor- berungen auf Grund des Marinegesetzes enthalten. Es werden darin gefordert an ersten Raten: je 2 Millionen für 2 Linienschiffe A und B, 2 Millionen für einen großen
au» der ehrsamen Bäckerzunft auSgefochtene Duell, wobei Stöcke die Stelle der Degen vertraten, sowie ferner der von Herrn Daniel Kartwright, Hotelier in Kan a» City, erfundene und mit Jam«» Parker ausgetragene Zweikampf, welcher darin besteht, den Handel durch Anrennen der Köpfe aneinander, tote die Stiere oder Ziegenböcke, zu erledigen, denn meint er, der Lehrer nämlich, den diesen Zweikampf schildernden amerikanischen Zeitungsbericht citirend, der Zusammenstoß der gegnerischen Schädel war ein so gewaltiger, daß ein in ziemlicher Entfernung patronillirendrr Polizist den Schall hörte und eilends herbeikam, worauf sodann die Kämpfer gerade in dem Momente verhaftet wurden, al» fie da» zweite Mal au» einer Entfernung von etwa 10 Metern gegen einander rennen wollten. — Auch daS grönländische Duell verdammen gewisse Leute unbedingt, ob zwar dabet nicht die geringste Lebensgefahr ezistirt, dieweil ein Grönländer höheren Stande», der fich von einem anderen beleidigt fühlt, blo» nach Hause eilt und ein Spottgedicht Über seinen Gegner schreibt, da» sodann unter Trommelbegleitung öffentlich vorgetrage» wird. Der Herau»gesorderte mvß nun diese Angriffe mit gleicher Münze erwiedern, worauf die stet» sehr zahlreiche Korona entscheidet, wem der Steg und somit da» beste Stück vom Eigenthume deS Befiegten gebührt. — Der Verlust dieser Habe ist aber nicht die einzige Gefahr, die de« Befiegten droht, — nein, er wird, fall» feint Angriffe oder Paraden von den Zuhörern matt und witzlo» befunden werden, vom Kampfplatze mit Schimpf und Schande fortgetrieben unb hat für lange Zeit in der Gemeinschaft, der er avgehört, allen Respect verloren.
(Schluß folgt.)


