11(M4
jungen' _
w.
pünktlich,
Kruger
Legende.
’^ßdaben.
Dvrftavd^
öoooqqSö
Arebs
10975
EßiztkDtt.
Ms Lager:
- - M.r.- .... , r.- 1 • ' ■ , 1.60 •0 ■ • ■ -r 2.16 Smti 6t»
.... (t5Q
M-H " 1.50 ■ ■ nur ,-.66
3KL10.—
DUnfitn. *K
3000000000
m |
11004 ■
ie()l I
itai M» I iht, mt, Bit, I fintn, fatiljti I »üt ii Mik”. I Btlira, Sick!. I m, tütrm, ■ roifltr, M I w. I
i Prrisrn.
nuftichn 46. M
1,1.40,1.50/ LOO, ,,1.60,180.2-.
। 1.60,2.40, S- rae, Cognac.
! 70 Psg- a"'
rry,TngM"eln' reehbebneii, ^eeren“-1 UM
WitÄ
10973
»tw
66.90 Mb 2165 96 00 1881 »*’
10160
W
r 1897. w»w yM $ »dd»“"
«ltersweg
ihaaf- —-
»t
UM** 6
eMb. 06L
D6L tig06 9950 wsäffis! :iKS'"
:> >1,? I
01t. 290
Erstes Blatt
Freitag de« 10. December
18»»
Der
$Uftener Anieiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montag».
Die Gießener A^milieu v kälter »erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigelrgt.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
vierteljährigse KvoanemeutspretL» 2 Marl 20 Pfg. eit vringerlohn.
Durch die Post bezogeM 2 Mar! 50 Psg.
Redaction, Gxpeditio» und Druckerei:
Schutstraße Ar.^ Fernsprecher 5L
Aints- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» 9llle Annoncen-Bureaux des In- und Ausländer nehme»
folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr. HMtlSVeliage. HteßMtt AaMlUeN0latter. Anzeigen für den .Gießener Anzeiger- entgeh.
Umtlicber Tyeit-
Bekanntmachung, betreffend: Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Für die Detail-Geschäfte des Handelsgewerbes in der Stadt Gießen werden in Zukunft, außer den schon bisher 1ür die 3 Sonntage vor Weihnachten freigegebenen Stunden von 11 Uhr Bormittags bis 7 Uhr Abends, für den letzte« Sonntag vor Weihnachten auch noch die weiteren Stunden von 7—9 Uhr als BeschäftigungS- und Verkaufszeit fretgegebeu.
Gießen, den 7. December 1897.
Großherzogliches Polizetamr Gießen.
v. B e w t o l d.
Der deutsche Vertreter überreichte der republikanischen Regierung ein Ultimativm und daS hatte deu gewünschten Erfolg- Haiti erwählte „daS klügere Theil" und gab nach. Die deutschen Forderungen wurden in ihrem Thetle sofort erfüllt, indem ein haitianisches KliegSschiff die deutsche Flagge salutirre, und den übrigen von uns gestellten Bedingungen dürfte ebenfalls bald nachgekommen werden.
Nach dem, was darüber bekannt geworden ist, sollte die Action von Port-au-Prioce erst nach der Abkunft des Panzerkreuzers „Geier" beginnen. Es wüsten besondere Gründe gewesen sein, welche die Regierung zur Aendernug ihrer Dispositionen veranlaßt haben. Jedenfalls ist es mit Grnug- thuuog zu begrüßen, daß der Zwischenfall friedlich beigelegt worden ist und daß das Erscheinen unserer SchuUch ffe allein genügt hat, dem deutschen Namen die ihm gebührende Ge- nungthuung zu geben. (xx)
Die Beendigung des Confliets mit Haiti.
Während im Osten Asiens tu dem Streitfall mit Ehiua noch keine Entscheidung gefallen ist und unsere Blaujacken eifrig an der Arbeit sind, Deutschland die ihm bisher von der chinesischen Regierung verweigerte Geuugthuung zu ver- schaffen und die Ermordung unserer Missionare durch Bewohner deS Reiches der, Mitte zu rächen, scheint der andere Conflict, welchen das deutsche Reich mit einem überseeischen Staate hatte und welcher ebenfalls seit Wochen das allgemeine Jntereffe in Anspruch nahm, beigelegt zu sein, ehe wir in die Lage kamen, besondere Aufwendungen zu machen und ein Kriegsschiff in die Gewäffer von Haiti zu entsenden. Unsere beiden Schulschiffe „Charlotte" und „Stein", welche am 6. dS. MtS. vor Port°au Prtoce ankamen, haben vollstäudig genügt, um die schwarzen Bewohner Haitis zur Vernunft -zu bringen.
Der Gegenstand, um den es sich bei dem Conflicte mit der Negerrepublik handelte, ist bekannt, sodaß wir nur der Vollständigkeit halber die Hauptdateu hier etnsügen wollen. Der deutsche Reichsangehörige LüderS war von deu Behörden in Haiti rechtswidrig inhafttrt worden. Auf die Mittheilung hiervon hatte der Vertreter des deutschen Reiche», Graf Schwerin, die Freilastung LüderS' gefordert, die aber verweigert wurde und erst aus Intervention deS nordameri- kauischeu Gesandten erfolgte. Urberhaupt halte sich die Regte- «ung von Port-au-Prince zteml ch rüpelhaft in der ganzen Angelegenheit benommen und schien vergesteu zu haben, daß wir un» schon einmal unser gutes Recht auf unsauste Weise mit Hülfe unserer Kanonen geholt hatten. Die deutsche Regierung verlangte Genugthuung für die Vergewaltigung eines ihrer Unterthanen, Bestrafung der betheiligten Be- nmten und eine Geldentschädigung. Unbegreiflicher Weise zögerte die Republik, dem deutschen Verlangen sofort nach, zukommen. Vielleicht wußte sie, daß wir zur Zett nur sehr schwer Kriegsschiffe entbehren konnten, welche unserer Forde- ruug den gehörigen Nachdruck zu geben in der Lage waren; oder aber sie vertraute aus die Hülfe der Vereinigten Staaten, die sich bekanntlich gern in Aller mischen, waS innerhalb ihrer vermeiurlichrn Jntereffensphäre geschieht. In ersterer Hinsicht hatten die schwarzen Rathgeber Sr. Excellenz deS haitischen Präsidenten Recht: unsere Kriegsschiffe waren sehr knapp, besonders seitdem wir in Ostafien mit möglichst großen Mitteln auftraten, um nicht nur deu Tod der deutschen Missionäre zu rächen, sondern uns auch ein alte» Guthaben einzulösen, welche» Deutschland noch au» der Zeit de» japanisch- chinesischen Krieges bet den Mandarinen hat. Immer und -immer wieder mußte die Absendung eine» Krieg-sch ffeS nach Poit.au-Prioce htnauSgeschoben werden, und in demselben Maße verzögerte sich auch die Leistung der Genugthuung Setten» Haitis. Wir wollten den Frevlern gerne gründlich setaen, wie gefährlich rS ist, den Unwillen Deutschlands hervorzurufen, und wir hatten vor, vollen Ernst zu machen und bi» aufs Aeußerste zu gehen, um un» Genugthuung zu
^Schon tu den letzten Tagen verlautete, daß die Regier- una von Haiti nun doch uachgeben wolle. Sie war jedenfalls zu der Erkenntniß gekommen, daß sie an den vereinigten Staaten keinen Rückhalt finden und daß Deutschlands Rüstungen gegenüber jeder Widerstand nutzlo» sein werde. Der schwarzen Bevölkerung von Port-au-Prince -schien dies freilich nicht zu paffeo, fie veranstaltete Demonstrationen und allerlei Allotria; eine große Erregung wurde künstlich hervor- aerufen, so daß die deutschen Reichsangehvrtgen auf dem Thetle der Insel, welcher die Republik Haiti bildet, Grund hatten, ernste Besorgniffe zu hegen. Wie ein den» ex machina erschienen plötzlich am 6. d. MtS. auf der Rhede von Port-au-Prince die beiden Schulschiffe „Charlotte" und „Stein", und mit einem Male änderte sich die Sachlage.
Deutsches Leich.
Erhöhung der Zahl der eiozuzteheudeu Reservisten. Bet der Berathuug deS Gesetzes von 1893, daS die Friedens- Präsenzstärke deS Heere» festsetzt, ist s. Z erklärt worden, daß mit Rückficht auf daS Anwachsen des Beurlaubtenstandes durch Eluführung der zweijährigen Dienstzeit bet deu Fußtruppen die Zahl der zu den Uebungeu einzuberufendeu Mannschaften fich in Zukunft nothwendiger Weise vermehren müffe. Im Jntereffe der Schlagfertigkeit de» Heeres ist e» jetzt, wo die zweijährige Dienstzeit seit vier Jahren besteht, geboten, die Zahl der einzuztehenden Reservisten zu erhöhen. Demnach werde« fortan alljährlich 2b 164 Unteroffiziere und 176 806 Gemeine ----- 201907 Reservisten und 1920 Ersatz- reservisten auf kürzere oder längere Zeit zur Fahne ein- gezogen werden. Die Kosten, die dadurch der Staatßkaffe erwachsen, find auf l'/z Millionen Mark veranschlagt worden.
Mit der erhoffte» Reform der Personentarife auf den Eisenbahnen ist e» nicht»! Die „Berl. Pol. Nachrichten" schreiben osfictös: Die von verschiedenen Seiten in den letzten Tagen verbreiteten Mtttheilungen über eine bevorstehende Reform der Personentarife der preußischen Eisenbahnen werden uns von competenter Stelle, insoweit diese Mtttheilungen thatsächliche Angaben über die geplanten Reformen enthalten, al» völlig aus der Luft gegriffen bezeichnet. Richtig ist nur, daß feiten» de» Reichseisenbahuamt» an die einzelnen Bundesstaaten de» Reiches der Vorschlag gerichtet worden ist, wegen einer einheitlichen Gestaltung und Reform der Personentarife in Verhandlung zu treten.
Berit», 8. December. Mommsens Dank für die ihm bei Gelegenheit seines 80. Geburtstage» dargebrachteu Ehrungen lautet nach der „Franks. Zig." : Wenn die Summe eines langen Lebens so auf einen Tag zusammengezogen wird, wie die» mir jetzt widerfahren ist, wird wohl daS mannigfaltige Erinnern an alte, gute Gemeinschaft nach allen Setten hin wieder lebendig erweckt; aber ihm Worte zu geben, vermag der Einzelne nicht gegenüber deu Vielen. Mögen alle die Freunde, die alten und die jungen, die nahen und die entfernten, die bet diesem Anlaß meiner gedacht haben, sich überzeugt halten, daß ich keinen vergeffen habe und einem jeden dankbar bin.
Charlottenburg, 2. Dec. 1897. Th. Mommseu.
Ausland.
Au» Washington meldet der Telegraph: In der Botschaft Mac KmlryS heißt eS: Der Friede und die freund- schaftlichen Beziehungen zu allen Nationen dauern ungestört fort. Nachdem die Tarifgesetzzebung geordnet, sei die WährungSfrage die nächste dringende Frage. Der Präsident empfiehlt angelegentlich, sobald die Einnahmen zur Deckung der Ausgaben der Regierung auSretchen, daß die Noten der Vereinigten Staaten von Amerika, nachdem fie in Gold ein- gelöst, nut im Umtausch gegen Gold auSgegeben werden sollen. Der Pläfidrut stimmt den eingebrachten Vorschlägen deS SchatzsecretärS, bett, dar Währung»- und Nattonalbaskweseu, 8u. — Sehr ausführlich bespricht die Botschaft die cubanische Frage. ES sei nicht der Wunsch Amerikas, au» dem Mißgeschick Spanten» Nutzen zu ziehen; e» wünsche nur, zu sehen, daß die Cubaner fich desjenigen MaßeS an Autonomie er- freuen, da» ein unveräußerliches Recht der Menschheit sei. Die spanische Regierung habe auf die letzten Vorstellungen der Bereinigten Staaten zugegeben, daß letztere durch den Krieg hart betroffen seien, und habe politische Reformen versprochen, die Cuba innerhalb eines annehmbaren Zeitraum» participiren sollen. UeberdteS sei General Wrhler, deffen brutale Maßnahmen die gefittete Welt empört haben, ab- berufen worden. Bezüglich de»> Verkaufs der CausaS Pacific- bahn führt der Präfideut au», daß wenn nicht beffere Gebote
als der AnsatzpretS etngingen, die Regierung von ihrer Forde- rung an der Bahn im Betrage von nahezu 13 Millionen nut 21/, Millionen erhalten würde. Der Präfident meint, die Regierung fei berechtigt, ihrerseits zu bieten, und wies be- reitS den Schatziecretär an.
ffiolffl telegraphische» Correspondsvvrrrtm.
Hamburg. 8. December. Die „Hamb. Nachr." melden: Bei dem Beuche deS Prinzen Heinrich tu Friedrich »ruh stellte Proseffor Schweuinger die völlige Wiederherstellung Bismarck» von dem unbequemen, schmerzhafte» Leiden tu absehbarer Zett tu Ausficht. Beim Abschiede sagte der Prinz: „Ich darf doch auch die Stirn berühren, die mein Großvater so ost geküßt", und küßte des Fürsten Sltr» und Wange. Der Fürst wünschte dem Prinzen gute Fahrt, guten Erfolg und gute Heimkehr.
Altona, 8. December. Prinz Heinrich von Preußen stattete heute Nachmittag, au» FrtedrichSruh kommend, dem Generalobersten Grafen Waldersee einen circa ein- stündigen Besuch ab. Bor der Abfahrt begrüßte Prinz Heinrich das auf dem Perron aufgestellte Osfiziercorp». Auf die Ansprache deS Grafen Waldersee, in der dieser dem Prinzen zu seiner bevorstehenden Reise gute» Soldatenglück wünschte, antwortete der Prinz: „Ich danke Sr. Excellenz herzlich für die freundlichen Worte, die er in Ihrem Namen an mich gerichtet hat. Meine Herren! Ich bitte Sie, mir glauben zu wollen, daß, wenn ich htoaußgehe, dorthin, wohin die Gnade deS Kaiser» mich sendet, ich es dem Kaiser danke, daß er diese» Vertrauen in mich gesetzt hat. Im Nomen deS Kaisers, zu seiner Ehre und zur Ehre de« Vaterlandes werde ich meine» Amte» walten. Seine Majestät der Kaiser lebe hoch, hoch, hoch!" Nach kurzer verabschtedung setzte der Prinz seine Reise nach Kiel fort.
Wie», 8. December. Der heute Nachmittag stattgehabte» feierlichen Einsegnung der Leiche de» Admirals Frei- Herrn v. Stern eck wohnten Kaiser Franz Joseph, die Erzherzöge, der deutsche Admiral Köster als Vertreter be» Deutschen Kaiser», die Minister, mehrere Botschafter und StaatSwürdenträger bei.
Port-au-Priuee, 8. December. Reuterweldung. Der Chef- tcbacteur deS Blatte» „Jmpartial", Frederique, der al» Verfasser einer Reihe von Schmähartikelu gegen die Devtschcu bezeichnet wird, wurde unter der Anklage, daß er gesucht habe, die Bevölkerung gegen die Regierung aufzustacheln, verhaftet und an Bord eine» haitischen Kriegsschiffe» gebracht.
Depeschen de» Bure« .Herold *
Berlin, 8. December. Der Kaiser nahm im neuen Palais heute Vormittag den Vortrag des Chef» deS Ctvtl- cabtneiS, v. LucauuS, entgegen.
Berlin, 8. December. Dem Reichstage ist heute die üblicheZusammeustelluug der Ergebntffe de» Heeresersatze» zugegangen.
Berlin, 8. December. Eine telegraphische Meldung an daS Obercommando der Marine besagt, daß die „Kaiseri» Augusta" am 7. December tu Bolongo angekommen ist und am 9. December nach Stugapore in See gehen wird.
Berlin, 8. December. Die Commission zur Bor- berathung oeS Gesetzentwurfes betreffend die freiwillige Gerichtsbarkeit wird unter dem Vorsitz des Abgeordneten Dr. v. Bucht« (cons.) ihre Arbeiten am Donnerstag Vormittag 10 Uhr beginnen.
Berlin, 8. December. Dem Bundesrath ist nunmehr auch der Entwurf einer CoucurSordnung zugegangen.
Berlin, 8. December. lieber den früheren türkischen Botschafter in Berlin erhält eine Cotrespoudenz nachstehende Mittheiluvgen auS Konstantinopel: Auf die Bemühungen des deutschen Botschafters Freiherrn v. Marschall empfing der Sultan Ghalib Bet in einer besonderen Audienz und verlieh ihm ein hohes Amt im persönlichen Dienst de» Sultan». Zugleich gab der Sultau die Anweisung, da» gesummte rückständige Botschastergehalt Ghalib Bet sofort auszuzahlen.
Berlin, 8. December. Aus Münster in Westfalen wird mehreren Blättern gemeldet: Wegen eine« Maskerade Verbote« am Niklaus Abend kam e» in Ennigerloh zu wüsten Crawallen. Hunderte von Menschen verhöhnten bk Polizisten und warfen mit Steinen nach ihnen, sogar Revolver- schüffe fielen. Ein Polizist wurde durch einen Stetnwurf am Kopfe verletzt. Mehrere Verhaftungen wurden vor- genommen.


