toten, 8. November. Im Abg eor dnetenhause sprach Schönerer über die Audienz der Vicepräfiüenten beim Kaiser und erklärte e« sür unzulässig, daß der Träger der Krone sein Betfallea oder Mißfallen über da« Verhalten de« Parlament« ausspreche. Dem Redner wurde da« Wort entzogen.
Pari«. 8. November. Die Oberpoltzeibehörde hat erfahren, daß eine große Anzahl spanischer Anarchisten nach Frankreich kommen wird. Die Behörden haben Anordnung getroffen, daß die Anarchisten au der Grenze ab- geschoben werden.
Madrid, 8. November. Don LarloS machte.in Belgien große Waffenlieferung«-Bestellungen.
Petersburg, 8. November. Einer kaiserlichen Verordnung zufo'ge hat der Transport von Gefangenen nach Sibirien nicht mehr zu Fuß, sondern per Bahn über Moskau zu erfolgen.
Rio de Janeiro, 8. November. Der Präsident hat eine Proclamation anläßlich der Ermordung de« Krieg«miuister« und de« geplanten Attentat« erlaffen. Er drückt dem Volke fein vertrauen au« und hofft, die Ordnung aufrecht zu erhalten.
Berlin, 9. November. Bei der gestrigen Reichstags- Dtichwahl im Wahlkreise Westprtegnitz wurden nach neuer Meldung de« „vorwärts" bisher gezählt in den Städten und 32 Dörfern für Schultz (frf. Bp ) 5820 und für v. Salden (eonf.) 2402 Stimmen. Die Wahl Schultz' dürfte gesichert fein.
Hirschberg i. Schl., 9. November. Bei der gestrigen Fahrt längs des hohen GebirgSwalleS äußerte der Kaiser wiederholt seine Ueberraschung über die Größe deS Schadens und stellte durchgreifende staatliche Hilfe in Aussicht, besonders die Reguliruug der GebirgSwaffer.
WB. Mailand, 9. November. GoluchowSki wurde huldvollst durch die Majestätea tu Monza verabschiedet und ist daun nach Wien abgeretst.
totales und provinzielles.
Wietzen, den 9. November.
* * Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem KreiSrath des Kreises Friedberg, Geh. RegierungSrath Dr. Julius Braden, und dem KreiSrath deS Kreises Büdingen, Geh. RegierungSrath Alfred Klietfch, die Krone zum Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstorden« Philipp« de« Großmüthigeu zu verleihen.
• * Pastperfonalnachrichiea. In feiner Dienststelle bestätigt ist der Poftinspector Köhler in Darmstadt. Versetzt find: der Postverwalter Kurz von Laubach (Heffeu) nach Echzell- der Postverwalter Bangert von Lindlar nach Lorsch (Hessen)- der Ober-Postasststent Mahr von Mainz nach Schlitz- der Postasslstenf Schürmann von Gießen nach Lich- der Postaffistent Zeh fuß von Gießen nach Nieder- gemünden- die drei Letzteren unter Ernennung zu Postverwaltern. Der Postverwalter Löwer von Schlitz nach Darmstadt unter Erneuung zum Ober Postafftstenten- der Ober- Postafftstent Störger von Lauterbach (Hissen) nach Heppeu- detm (Bergstr.). Angenommen find: al« Postanwärter der Gardesergeant Knodt in Gießen - al« Postagent der Bürgermeister Btrkenstock in Ranstadt. Freiwillig au-geschteden ist der Poftagent Bernhardt in Ranstadt. Gestorben ist der Postverwalter Hämmerle in Pfungstadt.
• • Parlamentarische«. Der Landtag wird zu einer kurzen Tagung auf den 19 November einberufen.
* • Für die bchvnrgerichtSverhandlungen de« 4. Quartals, welche Montag den 6. December, vormittags 9% Uhr, ihren Anfang nehmen werden, find, nach den „N. Heff VolkSbl.", zu Vorsitzenden bestimmt worden: 1. für das Landgericht der Provinz Starkenburg in Darmstadt Herr OberlandeSgerichtS- rath Jung, 2. für das Landgericht der Provinz Oberheffeu in Gießen Herr LandgerichtSrath Hellwig, 3. für das Landgericht der Provinz Rheinhessen in Mainz Herr Land- gerichtSrath Stephan.
* • Kriegerdenkmal. An der heutigen Sitzung des Preisgerichts für das auf dem hiesigen Marktplätze aufzustellende Kriegerdenkmal nahmen Theil die Herren Geh. Hofrath Professor Dr. Schäfer in Darmstadt, Professor Schaper in Berlin, König!. Baurath St üb den, Beigeordneter in Köln a. Rh., Oberbürgermeister Gnauth-Gießen, Com- merztenrath Heyligenstaedt - Gießen, Stadtverordneter I. Kirch-Gießen. Es wurden die Entwürfe einer eingehenden Besichtigung unterworfen und die Arbeit: „Gott, Ehre, Vaterland" al« die beste und pafieudste befunden und zur Ausführung empfohlen. Freudig und einstimmig wurde anerkannt, daß die durchaus künstlerische Lösung der Aufgabe nicht blo« die relativ beste und paffendste unter den eingegangenen Bewerbungen ist, sondern auch durch Eigenart hervorragt und die Gedanken de« Preisausschreiben« voll- kommen zum Ausdruck bringt. Al« Urheber de« prei«gekrönten Entwurf« ergab sich nach Oeffnung des Umschlags Bildhauer Ludwig Habich aus Darmstadt.
• • Heber die deutsche Kriegsflotte sprach gestern Abend im Saale deS „Hotel Einhorn" vor überaus zahlreichem Publikum Herr Eapttänlieutenant a. D. Weher. Der Redner gab zunächst ein anschauliches Bild über den Bau, die Ein- richtung und Armiruug der verschiedenen Fahrzeuge unserer Marine, wie über deren Bestimmung im Seekriege. Der wichtigste moderne Typ ist der Panzer-Kreuzer, vou denen wir 4 haben, während Chile, Argentinien und Spanien je 5, Japan 10, Italien 18, vereinigte Staaten 16, Frankreich 28, England 93 befitzen- zu diesen Panzer-Kreuzern kämen noch drei Kanonenboote, 8 Kreuzer 4. Klaffe und 5 ältere Kreuzer. An der Hand von Plänen zeigte Redner sodann den Staub der Kriegsflotten der hauptsächlich beim Seekrieg in Betracht kommenden europäischen und außereuropäischen Staaten und
wies auf Grund dieser Darstellungen nach, daß Deutschland in Bezug auf seine Flotte, besonders hinsichtlich der Zahl der Schlachtschiffe, nicht mehr auf derjenigen Höhe stehe, die ihm seine Weltftellung, wie die Nothwendigkcit, in einem künftigen Kriege sich auch auf der See mit dem Feinde zu meffeu, anweist. Gegen die 18 Schlachtschiffe Deutschland hat Rußland 27, Frankreich 40, England 70. Die neuere Technik im Sch'ffSbau wie in der Schiffsbewaffnung sei bisher nur bei wenigen Schiffen zur Anwendung gekommen, die Mehrzahl unserer Schiffe sei in dieser Beziehung veraltet. Aber nicht nur die Kriegsgefahr weise auf die Nothwendigkeit einer Vermehrung unserer Flotte hin, sondern auch unsere Handelsbeziehungen zu dem Auslande, wie unsere Colonien hätten eine starke Vermehrung unserer Handelsschiffe berbelgeführt, und sür deren Schutz müsse durch eine starke Kriegsflotte gesorgt werden. 3600 deutsche Handelsschiffe schwimmen auf allen Weltmeeren- in welcher Weise unser Seehandel geradezu angeschnellt, lehrten folgende Angaben: In den Jahren von 1883 bis 1893 ist der Der- kehr-werrh deS deutschen Seebandels gestiegen zwischen Deutschland und Peru von 3 auf 5% Mill., zwilchen Japan vou 1% auf 25,/l Mill , zwischen Kanada von 4% auf 21% Mill., zwischen Nteberläudisch-Ostindien von 18 auf 27 Mill., zwischen China von 8% auf 47 Mill., zwischen Chile von 9 auf 105% Mill., zwischen Mtitelauurcka von 61% auf 96% Mill., zwischen Australien von 9 aus 140 Mill., zwischen den ®er einigten Staaten von 345 auf 812 M>ll., zwischen Brasilien von 15 auf 187 Mill., zwischen Brittsch-Jndieu vou 18 auf 226 Mill., in Summa eine Steigerung deS WertheS deS Seehandels von 537 auf 1822 Mill., dagegen habe der Werth deS SeehandelS tu anderen Staaten erheblich abge- nommen. Diese ungeheueren Werthe könnten wir nicht mit der Landmacht schützen, dies könne nur eine Flotte und diese auch nur dann, wenn ihr Material vom Vaterlande gehörig in den Stand gesetzt werde. Redner wie« deS Ferneren auf die Gefahren hin, die unserem Vaterlande im Falle eines Krieges vou der See her drohen und die nicht nur darin bestehen, daß unsere Küstenplätze beschossen und durch landende feindliche Truppen gebraadschatzt würden, sondern auch besonders darin, daß uns durch feindliche Flotten die Zufuhr derjenigen Bedarfsartikel abgeschnitten wird, die wir im eigenen Lande nicht selbst erzeugen können. Unsere Landarmee habe seit 1870 mehrere Male die Waffen gewechselt, nachdem bereit- andere Staaten mit der Neubewaffnung ihrer Armee vorangegangen, aber für unsere Marine sei noch wenig gethan, unsere Marinesoldaten verdienten gerade so wie die Landsoldaten mit den besten Waffen ausgerüstet zu werden, jede Vernachlässigung derselben würde uns sonst theuer zu stehen kommen. — Herr Weyer forderte zum Schluß seiner mit Beifall aufgenommenen Ausführungen auf, dahin zu wirken, daß die Flotte nicht zum Gegenstände der Parteiagitation gemacht werden möchte, denn sowohl das Landheer wie die Marine nähmen ihre Soldaten au« allen Parteien, die Flottenfrage gehöre nicht in die Parteigetriebe, sondern bei ihrer Behandlung müssen Alle eingedenk sein der Worte: „Deutschland, Deutschland über Alles".
• • Sn gen Gura Soncert. Am 22. November wird der bedeutendste Balladensänger der Jetztzett, Eugen Gura in Gießen einen GesangS-Abend veranstalten. Der Meistersänger gehört zu den Künstlern, die allzeit weise ihr köstliches Stimmmaterial hegten und pflegten und dadurch in ungetrübter Frische, in größter Vollendung ihre Kunstleistungen darbieten. Die Arrangements liegen in den Händen des Herrn Challier, wo heute schon Sperrsitze (Mk. 2,50) vorgemerkt werden können.
* * Der Gesaug-Berein Liederkranz sieht im November dieses Jahres auf ein 60j ährig e s Bestehen zurück und beabsichtigen die Mitglieder deS Vereins diesen Zeitpunkt durch eine größere Feier zu würdigen. Wie dec Verein im Laufe der veifloffenen Zeit stet« bestrebt war, mitzuarbeiten an der Pflege und Verbreitung unseres schönen deutschen LtedeS, so wird auch der Hauptwerth bei der Feier auf eine gediegene musikalische Leistung gelegt werden, ohne jedoch materielle Genüsse princ'piell auszuschließen. Der musikalische Theil, der am 28. November von Nachmittag« um 5 Uhr ab in „Stein« Saalbau" abgehalten werden wird, besteht zum wesentlicheren Theile aus Vocalleistuugen. Der Lieder- kranz hat eine Anzahl befreundeter Vereine zur Mitwirkung eingeladen und Zusage erhalten, sodaß ein stattlicher Chor von ca. 150 Sängern zur Versügung steht- außerdem find Einzelleistungen vorgesehen. Der musikalische Theil steht unter Leitung de« Dirigenten de« Liederkranzes, Herrn Franz Bauer, befindet sich also in besten Händen, eS ist deshalb mit voller Bestimmtheit ein schöner musikalischer Genuß voraus- zusagen. Alles Nähere behalten wir unS für später vor, bemerken nur noch, daß sich dem Coucert am 28. ein Bankett anschließen wird, an welchem aber Frau Mufika keineSweg ganz in den Hintergrund treten soll.
• • Neuer Au«flug«ort. Der ehemalige Restaurateur Jean Borger hat ein ca. 2000 Quadratmeter großes Baugelände, dicht am Bahnhof Dutenhofen belegen, käuflich erworben, um dort ein Sommer-Restaurant in größerem Umfange zu errichten.
Einbruch. Dem gestern gemeldeten Einbruch in der Frauksurterstraße folgte heute Nacht einer in der Grünbergerstraße und war diesmal der Auserkorene der Wirth und Metzger H. Knorr im alten Schützenhof. Zuerst versuchten die Einbrecher mittelst Einschneiden» einer Fensterscheibe ins Innere zu gelangen, doch mißlang dies. DaS offene Fenster über der Thür bot dagegen den erwünschten Eingang. Die Diebe sackten im Laden und der Wirthschaft Alle« ein an Speisen und Getränken, waS sie nur schleppen konnten. Auch die beiden Kaffen wurden ihre« Inhalte« beraubt. Wie man unS mittheilt, wurden noch Diebstähle auSgeführt, bezw. versucht bei Wirth Hammel, Kohlenhändler Schäfer, Wirth Buß, Wirth Hengst und im neuen Schützenhof.
• • Zur Herauziehuug der nicht im Berein«lebeu stehende« Kleingewerbetreibenden zur fruchtbringendea Mitarbeit in den Gewerbevereinen hat der engere Ausschuß de« Lande«- gewerbeverein« in seiner letzten Sitzung einstimmig nachstehenden Vorschlag angenommen: Es empfiehlt sich den Gewerbevereinen de« Lande«, in Erwägung nahe zu legen, ob nicht: 1. für Sterbe- und Witlwenkaffeu der Mitglieder zu sorgen wäre- 2. die Gründung von Rohstoff-, Werk, Magazin, und Eredit Genossenschaften, soweit nöthig unter Zuhülfeuahme dr« Staat«credit«, wo ongezeigt, zu erwirken wäre- 3. die Einrichtung unentgeltlicher AuSkunflSertdeilung für Handwerker in Angelegenheiten der Kranken-, Unfall- und JnvaliditätSoerficherung, in Fragen der Gewerbeordnung, der Bauordnung und der damit in Verbindung stehenden Ausführungsbestimmungen angezeigt erscheinen - 4. durch gemeinschaftlichen Abschluß von Verträgen mit Feuer-, Unfall- und Haftpfllicht-Verficherung«gesell chaften — wenn die« auch in erster Linie sür die größeren Vereine gelte — auch sür die oft zerstreuten Kleingewerbetreibenden, anregend und zu- sammeusassend gewirkt werden könne.
• * Wetterbericht. Im Westen Irland« liegt eine Depression, welche in ihrer Wirkung etwa« wenig nach dem Covtinent herüber greift. Ueber dem westlichen Frankreich hat eine merkliche Temperatur Zunahme stattgefundtn. Immerhin aber beherrscht noch ein ausgedehnte« barometrische« Maxmum die Witterung de« größten Theile« von Europa und scheint auch Deutschland der Einfluß de« hohen Drucke« erhalten zu bleiben. — Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch Fortdauer deS herrschenden WtiteruogS- CharocterS.
- f- Lang-Goa«, 7. November. Am 5. November Nach- mittag« 1 Uhr wurden unsere Bewohner durch Feuer erschreckt. ES stand die Hofraithe de« Jod«. K. Müller 2. in Brand, von wo sich da« Feuer auSoreitrte und noch die Stallungen der Orconorneu Hennrich und Bräckel mitnahm. Durch tüchtiges Eingreifen der wenigen anwesenden Feuerwehrleute, es war leider eine große Anzahl über Land, wurde da« Feuer auf seinen Herd beschränkt.
Butzbach, 6. November. Gestern Vormittag gegen 11 Uhr traf auf hiesiger Station ein sog. Revifion«-(Extra )Zug ein, in dem sich der DirectionSpräfident, Herr Geh. Oberdaurath Becher, verschiedene Mitglieder der Frankjurter Direction, sowie auch die Vorstände der Betriebs- und Verkehrs Jnspection Gießen befanden und nach ca. eiustündigem Aufenthalt hter- selbst wieder abfuhren. Wie verlautet, handelte e« sich um die Erweiterung und Vergrößerung de« hiesigen Bahnhof«, sowie de« Güterschuppens. Dir Vergrößerung des Bahnhof« dürfte sich nach den Projecten nach der Seite der Zellenstrafanstalt zu vom Uebergang dahin au« erstrecken, und zwar dergestalt, daß auf dieser Seite noch ein weitere« AuSlade- fielet« sowie ein Geleis zur Wagenauffteüung gelegt wird Weiter wird da« gegenwärtige dritte Gelei« nach beiden Seiten verlängert werden und birecte Einfahrt vom Haupt- gelel« von Gießen au« erhalten, um da« zeitraubende Umsetzen der Güterzüge zu vermeiden. Su« dem gleichen Grunde soll da« Ueberholangsgelei« auf der Nauheimer Seite für die Züge von Frankfurt a. M. birecte Einfahrt vom HaupigeletS erhalten. Der Güterschuppen dürfte etwa um die Hälfte nach der Rampe zu vergrößert werden, wodurch die Kopframpe weiter nach der Nleder-Weiseler Gemarkung zurück- verlegt wird, und hierbei Vergrößerung erfährt. Auch soll da« Bahnhofsgebäude nach der Restauration Kalbfleisch um die Größe deS jetzigen Wartesaal« dritter und vierter Klasse verbreitert werden. Da« Personal der Station wird um einen Beamten vermehrt, da der seitherige Dienst der Beamten auf der Station zu anstrengend war.
△ Büdingen, 9. November. Nachdem da« Innere de« hiefigeu katholischen Kirchlein« nun vollständig decorirt und auSgeftatlet ist, findet nächsten Sonntag Vormittag die erforderliche Einweihung durch einen Herrn Dompläben- baten au« Mainz statt - derselbe wird auch die Fest- predigt halten.
§ Darmstadt, 7. November. Da« von den hiesigen Ort«- verbänden der „Pensionsanstalt deutscher Journalisteu und Schriftsteller" sowie der „Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger" zu Gunsten der genannten PeufionSkassen gemeinsam veranstaltete Fest nahm einen glänzenden Verlauf. Der Großhrrzog und die Großherzogin, Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen sowie Prinzessin Ludwig von Battenberg wohnten dem Feste bei, dessen finanzielle« Ergebniß jedenfall« ein ausgezeichnete« sein wird.
Darmstadt, 8. November. Oberrechnung«rath v. Wedekind, biS vor Kurzem KreiSrath in Alzey, ist gestern Nacht an einem Schlaganfall gestorben.
Darmstadt, 8. November. Die Nachricht, Abgeordneter Dr. Osaun wolle bei der nächsten RrichStagSwahl nicht wieder candidiren, wird für unrichtig erklärt. Darmst. Tgbl.
□ Darmstadt, 8. November. In seinem heutigen Vortrage unternahm Herr Privatdocent Dr. F. Noack mit seinen Zuhörern einen ExcurS in die Meisterwerke griechischer Baukunst. Er wieS zunächst daraus hin, wie heutzutage, im Gegensatz zur Anschauung de« Aristoteles u. A., die Baukunst den Übrigen Schwefterkünsten als gleichberechtigt erachtet werde, wie auch schon die Statue der Athene Partheno« im Parthenon erst ihre Hauptwirkung durch da« fein abgewogene verhältniß zwischen Statue und der inneren Architektur de« Tempel« habe erzielen können. Die wesentlichen elementaren conftructtDtn Ideen finden fich schon im 2. Jahrhundert v. Ehr. ausgesprochen, die Kunstformen werden bann nach und nach immer reiner, die Linien klarer, die Verhältnisse harmonischer, so daß man eigentlich nur von einem griechischen Styl andern Jahre 1000 v. Ehr. sprechen kann. Bei denjenigen Stätten, wie Hsssarlik, Mykenae u. s. w., die später leine politische Rolle mehr spielten, find von den Städte- und Burganlagen größere Trümmer noch erhalten, al« von den politisch fich hervorthuenden, wie Athen. Die Anfänge bei den Etruskern gewöhnlich zugeschriebenen Gewölbebaues finden


