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10.9.1897 Erstes Blatt
 
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dem Schutze der die Wtbbcrllnle besetzt halteubrn Vortruppen

Abgebrannten find diesjährigen guten landwirthschaftliche die EntstehungSur* doch vermuthet man

berechenbares Unheil angerichtet. Die versichert, erleiden aber doch durch die Ernteerträge namhaften Schaden, auch Maschinen sind ihnen verbrannt. Ueber sache deS Feuer- verlautet nichts Gewisses, auch Brandstiftung.

I hatte, all ob der bayerische Heerführer eine große Umgehung del rechten Flügels der Westarwee über den Dottenfelder I Hof und Vilbel beabsichtige, und sich auch hier ein heftiges I Geschütz« und Gewehrfeuer entwickele, drangen io langen Linien über Heldeubergen« Büdesheim zwei Divisionen der Bayern gegen die Kaichener Höhen unter dem fortgesetzten I Feuer der die Höhen besetzt haltenden EorpSartillerie del I 11. Corpl vor. ES entbrannte darauf eia heftige! In- I fanteriefeuer auf beiden Setten. Die Bayern verstärkten anhaltend ihre Angriffslinien und gingen schließlich in starken Eolonoeu auf die Stellung del Grafen Häseler in der ganzen I Brette der beiden Divisionen energisch vor. Die an sich schon vorzügliche Stellung verstärkte Graf Häseler immer« fort mit neuen Truppen- ein Bataillon folgte unausgesetzt dem anderen und unter Trommelwirbel ging er, unterstützt von großen Artilleriemafle», gegen die Bayern vor und warf einen heftigen Vorstoß derselben zurück. Auch vom linken Flügel donnerten die Geschütze und der Schall eine! heftigen Gewehrfeuers ließ erkennen, daß auch dal 8. Eorps mit der 16. und 16. Division in den Kampf etugriff. Bei den Eavalltedtvtfioneu kam el zu einer kleinen Attacke. Gegen 1 Vi Uhr endete das Signaldas Ganze Halt" die Schlacht bei den Kaichener Höhen.

Vilbel. 8. September. Nachts 12 Uhr ist eine Husaren« Patrouille im Galopp 4 Meter hoch in eine Lehmgrube gestürzt. Husar Schauboer soll schwer verletzt sein.

8 Krotz-Felda, 8. September. In verfloffener Nacht gegen 11 Uhr, als unsere Einwohner sich kaum zur Nahe begeben hatten, ertönte der SchreckevSrus: Feuer und die Sturmglocken ertönten. Ein mächtiger Feuerschein zeigte alsbald die Brandstätte, die große Scheuer des Oeconomeu Bölztng mit ihren reichen Fruchtvorrätheu stand in Hellen I Flammen. Mit rasender Schnelligkeit gewann da! Feuer in der Hofraithe an Ausdehnung und zündete alsbald auch die Nachbarhofratthe de» A. Steuer nagel an. Auch in dessen großen Scheuern lagen reiche Frucht« und Futtervorräthe, welche dem Feuer ungeheure Nahrung boten. Eine riesige Feuergarbe tohte aus den brennenden Scheunen zum Nacht­himmel empor- man sah sie stundenweit. Bon den brennen­den Scheunen verbreitete sich das Feuer auf die in großem Maßstab angelegten Stallungen, worunter die des Oeconomen I Steuernagel erst neu erbaut worden waren. Auch die I Stallungen sanken in Asche- mit Mühe und Gesahr konnte I alle- Bteh gerettet werden, bi» auf eine Anzahl von Hühnern I und Gänsen, die verbrannten. Den Anstrengungen der I Feuerwehren gelang es, die Wohnhäuser der brennenden Hof« I raithen zu retten. Glücklicher Weise war gerade die gestrige I Nacht windstill, andernfalls hätte daS Feuer sicher noch un» I

treib emarkt und regelmäßige Bekanntmachung der hier ermittelten Preise ins Auge gefaßt.

Der hessische LaudwirthschaftSrattz hat bei Großh. Regierung die Stiftung von mehreren Preisen sür die ObstauSstellung fn Frankfurt a. M. (1.11. October) beantragt. ES sind hierzu 600 Mk. bewilligt worden. Der Präsident de» LaudeSauSschuffel der drei landwtrth- fchaftltchen Provinztalveretoe veröffentlicht z. Z. in den land- wirthschaftlichen Fachblättern die gemeinsamen Satzungen der drei Vereine. Wir entnehmen daran! folgende Aenderung. Alle fünf Jahre mindesten! sinder eine General­versammlung der drei laudwirthschastlichrn Provinztalveretne statt. Dabet soll bei der Wahl bei Bersammluoglorte! ein ftänbtger Wechsel unter den Provinzen stattfinben. Außerdem soll mit der genannten Hauptversammlung eine landwlrth- schastliche Landelaulstellung verbunden werden, für welche der Landwtrthschaftlrath mit dem bete. Provtnzlalverein die Anordnungen und Bestimmungen trifft.

* Ueber die Bekömmlichkeit und Ausnuhbarkett bei Kommltzbrode! »heilen Oberstabsarzt Dr. Plagge und Nah­rungsmittelchemiker Dr. Lebbtn in denVeröffentlichungen au! dem Gebiet bei Mtlttär-Sanltätlwefen!" (Heft 12) die Erlebnisse einer Reihe von Unterfuchungen mit, welche die Erfahrung bestätigen, daß der Körper von dem Klein- oder Schrotbrot trotz feine! höheren Gehalte! an Kleber, b. h. an Pflanzenetwetß keinen größeren Nutzen hat, als vom reinen . Weißbrot). An sich ist gutes Roggenmehl ebenso gut aul­nutzbar, wie gutes Weizenmehl- aber e» wird um fo bester ausgenutzt, je weniger Kleie eS enthält. Roggenklete, selbst Im feinst vermahlenen Zustande stellt kein sür den menschlichen Körper geeignetes Nahrungsmittel dar. Die möglichst vollständige Entfernung der Schale, einschließlich der sogen. Kleberzellenschicht, bildet daS sür eine zweckmäßige Müllerei anzustrebende Ziel. Nach ihrem heutigen Stande wird diese! Ziel am Sichersten ohne Schälung, aber mit I -Hülfe seiner Siebe und unter Festsetzung eines nicht zu ge« I 'Ingen kleteaulzugeS, d. h. etwa 25 v. H. erreicht. Mit diesem Vorschläge glauben die Versasser den Ergebnissen der I wissenschaftlichen Untersuchungen, ebenso wie den Rücksichten I auf praktische Durchführbarkeit Rechnung zu tragen. Be* I merkeniwerth dürfte es sein, daß daS neuerdings empfohlene I Kornbrot au! ungemahlenem, nur zerquelschtem Getreide I eine abfällige Beurtheilung erfahren hat, da e! nach feinem I physiologischen Werth noch unter dem jetzigen Kommiß« I brob steht.

* Kinder Arbeit. Der Gesammtvorstand deS deutschen I Lehrerverein! hat sämmtliche verbände und Lehrerver« I eine gebeten, für die Geschäft-Periode 1897/98 daS Thema: In welcher Richtung und in welchem Umfange wird die I Jugenderziehung durch gewerbliche und landwirthschaftliche I Kinderarbeit gestört? zur Berathung und Beschlußfassung I AU bringen. Man betrachtet e- nämlich als Pflicht, die ge« fammte Lehrerschaft Deutschland! sowie Behörden und Eltern I ffli diese überaus wichtige socialpädagogtsche Frage zu inte« I ressiren, um so eine Berathung und Verbesserung auf breitester I Grundlage in die Wege zu letten. Angesichts der nach und I «ach bekannt gewordene», Verhältnisse auf dem Gebiet der I erwerb-mäßigen Kinderarbeit und der hierbei beobachteten I nachtheiligen Folgen für Unterricht und Erziehung will der I deutsche Lehrerverein aus der nächstjährtgen tu Berlin statt- I findende», deutschen Lehrerversammlung die Sache zur Sprache I bringen.

. . n. 4 unM. . . _ . w - 1 * Die Parade Tribüne bei Rieder Eschbach. Ein englischer

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4- Ribba, 8. September. Bon einer nicht» weniger al» ltebenSwürbtgen Sette hat rechtzeitig eine Junqsrau den Eharacter ihre» Verlobten erkannt, mit welchem sie gestern vor den Traualtar hier treten wollte. Dem Vernehmen nach ließ infolge eine» Zwiste» sich der HeirathScandidat am Montag zu Thätltchketten wider feine Braut htnrethen, woraus die Letztere sogleich den Trauact und die HochzeitSseier ab sag en und ihre Ausstattung in der zum neuen Heim bestimmte», Wohnung holen ließ, den Exbräuttgom aber seinem Schicksale pretSgab.

A Mainz. 8. September. Obligatorischer Rod)* unterricht soll jetzt nach einem von dem Schulvorstand heute gefaßten Beschluß fn den obersten Mädchenklassen der hiesige»» Volksschule etngesührt werden. Die Einrichtung de- Kochunterrtchtes soll nach dem Muster der Kochschule in worm» in 7 Abtheilungen ä 6 Kinder an 6 Wochentagen erfolgen und zwar vom nächsten Schuljahr ab. Ueber da» Einfügen de» Kochunterricht» in den Lehrplan der Volk»- fchnle gehen die Meinungen hier sehr weit auseinander und ist man daher sehr gespannt, ob da» Ministerium die erfor­derliche Genehmigung zur geplanten Neueinrichtung geben wird. Die hiesigen Stadtverordneten haben heute die Errichtung von Wärme- und Unterstandshallen hier beschlossen. Zunächst soll eine solche Halle beschafft werden und zwar unfern be» Eentralbahnhofes. Der Stadt erwächst baburch ein Kostenaufwanb von 6000 Mark. Ferner er« theilten die Stadtverordneten die Genehmigung, daß die mit einem Kostenaufwand von 36,600 Mark hergestellte städ­tische Wasen meisteret bet Bretzenheim in eine Sammel* wasenmeisteret für den Kreis Mainz umgewandelt werde. Das Anwesen bleibt Eigenthum der Stabt Mainz, wogegen ber Kreis ble Unterhaltung übernimmt unb auherbem noch eine Pacht von 100 Mark an die Stadt Mainz entrichtet.

Mainz 8. September. Die heute vorliegenden Wasser st and» Nachrichten lauten immeroch bedenklich. Zwar wurde von Maxau und Wald-Hut langsame» Fallen und Stillstand gemeldet, wogegen aber die Nachrichten von Kehl und Mannheim auf starke» (Steigen lauten. In Mann* heim ist der Rhein seit gestern 66 unb Kehl 85 Gentimeter gefilegen. Hier beträgt die Zunahme feit gestern 60 (Lenti- meter unb wirb gegenwärtig noch ein Steigen von 8 Genti« meter pro Slunbe beobachtet, vom Neckar, der von vor­gestern auf gestern sehr stark gestiegen war, wirb wieber langsame» Falle», gemelbet.

Alzey. 7. September. Für den Rei ch Stag »wähl- krei» Bingen-Alze») proclamirte eine Gonserenz von BertrauenSmännern ber socialdemokratischen Partei den Re« dacteur S. Katzenstein In Mainz zum Ganblbaten. Der Krei» ist bekanntlich freisinnig vertreten.

| Beschwerde über die Anlage be» Schangerüste! für i die Kaiferparade. Der Einsender erklärt, man habe I stehen müssen, um einen Blick über die Vorgänge auf dem I Paradefelde zu gewinnen, die Damen seien durch die An* I ftiengung be» langen Stehen» erschöpft worden, unb ba alle I Tribünengäste stauben, hätten mit Au-nahme ber vorberften I Reihen keine einen guten Aulguck gehabt. Schließlich be* I mängelt ber Etnsenber bie Höhe be» Preise- von 15 Mk. I für einen berartigen Platz. Wir haben ben Unternehmern I ber Tribüne in unferm Bericht ein Wort ber Anerkennung I gezollt, weil allerding- ein Mißstand vermieden war, den I man anberlroo unliebsam empsunben hatte. Die Plätze ber I Presse lagen zwar in ben letzten Reihen ber Tribüne, boten I aber eine sehr gute Aussicht, vielleicht gerade wegen ihrer I hohen Lage. Immerhin geben wir auch ber Beschwerde I Raum, weil man stet- von ben Erfahrungen für die Folge I lernen kann und soll.

* Frankfurt a. M , 8. September, von dem um I 12 Uhr 46 Minuten gestern Mittag von hier über Fried- I berg abgelaffenen D-Zuge wurde auf dem Bahnhofe zu Bo- I name- ein lediger, junger Bahnarbeiter an» Obe" I Eschbach, welcher da- Bahngeletse überschritt, überfahren I und bi- zur Unkenntlichkeit zerstückelt.

* Zu ben Toiletten bet Eisenbahnwagen bei Dtrectiinl* I bezirk! Frankfurt werden, wie bereit! in anderen Eiseubah, - I directiouev, Automaten ausgestellt, welchen man gegen Etn- I werfen eine- Nickel Seife, Handtuch und Glosetpapter ent* I nehmen kann. Der betreffende Unternehmer soll die Er« I laubnih zur Ausstellung dieser Automaten für sämmtliche I preußischen Staat-bahuen erworben haben unb bafür 80000 Mk. I an Pacht bezahlen.

St. Zohauu, 8. September. Die Saar geht mit Hochwasser unb ist au verschiebeuen Stellen über ble Ufer getreten. Sie führt namentlich viel noch auf Feibern gelegene- Grummet mit.

* Ein Elberfelder Nimrod, welcher schon in ber ver­gangenen Woche auf dem Bahnhofe Vohwinkel gepfänbet werben sollte, ist am Dien-tag Adeub auf dem Bahnhofe in Wülfrathabgefangen" worben, wo ihm da- Gewehr, der Jagdhund und die Jagdtasche mit 6 Hühnern abgepsän« bet wurden. Der so gerupfte Nimrod fuhr dann bis Aprath, wo er sichseitwärts in die Büsche schlug-. Ob er am Abend seinen Freunden von seinemJagdglück" erzählte, möchten wir dezweiseln.

* Au» Berlin wird mitgetheilt: Wie man In der Reichs- Hauptstadt innerhalb weniger Wochen zum Millionär werden kann, lehrt, wie dieAllgemeine Fleischer-Zeitung" berichtet, folgender Vorfall: DaS tm Hansaviertel unter dem Namen Judenwiesen bekannte große Terrain wollte der Besitzer verkausen. Der damit beauftragte Gommisfionär erhielt daS Terrain auf feinen Wunsch auf drei Monate fest an die Hand gegen ein Angebot von 1600000 Mark. In­zwischen ist efl ihm gelungen, die Hälfte de» Terrain» für 1700000 Mark zu verkaufen, während die ihm noch ge­bliebene zweite Hälfte jetzt, nachdem der Bau einer Brücke von der Stadt beschloffen ist, auf einen Werth von 2 Millionen Mark geschätzt wird.

* Za« EapitelArbeiterwohnnngen auf dem Lande" lie­fert dieZeit" einen neuen Beitrag. In einer Eingabe an da» mecklenburgische Ministerium schildert der Inhaber einer Arbeiterwohnung aus einem mecklenburgischen Gute, da» namhast gemacht wird, seine Behausung wie folgt: Die Wohnung ist dermaßen schadhaft und zerfallen, sowie von Ungeziefer, Ratten unterwühlt, daß sie als menschliche WohnungSstätte durchaus ungeeignet erscheint. An die eine Stubenwand grenzt ein Schweinestall- seit längerer Zelt haben nun die Schweine die Wand eiogrstoßen, fo daß der Geruch be» Schweinestalles in ble Stube bringt. Auch bie Ratten haben Stall unb Stube dermaßen unterwühlt, daß die Jauche vom Schweinestall nicht nur unterhalb des Stuben» fußbodenS läuft, sondern auch den Fußboden fttQenweife durchtränkt. Hierdurch wird die Wohnung nicht nur feucht, sondern die ekle Flüssigkeit verbreitet auch einen verpestenden Geruch. Dadurch wirb meine und meiner Familie Gesund« beit ernstlich gefährdet, zumal ich selbst zur Zeit arbeitsun­fähig bin unb mich in ärztlicher Behandlung befinde. Die Ratten laufen un» des Nacht» über Gesicht unb Hände, ja, eS ist mehrfach vorgekommen, daß da» kleinste K'nd von einer Ratte gebissen wurde und furchtbar auffchrie. Obgleich ich meinerfeitS mehrfach nach Feierabend unb Sonntags Reparaturen vorgenommen, fo bin Ich boch nicht im Stande, diesen verheerenden Verwüstungen Einhalt zu thun.

Da! nennt man Intelligenz! Ein schier unglaubliche», aber wahre» Siückchen berichtet der bekannte Ghemiker Dr. Heyer au» seiner Sommerfrische. Wie e» Int Sommer so ost vorkommt an Orten, wo nur Brunnenwasser zur Ber* fügung steht, sei auch in einem kleinen Alpendorfe, dem Stammsitze eine» alten «del-gefchlecht», eine kleine Typhus* Epidemie ausgebrochen. Bon der SanitSt-dehörde kam so­fort an den Gemeindevorstand der Auftrag, für entsprechende DeSinfection der Stühle der TyPhuSkranken Sorge zu tragen, und es wurde hierfür Vi Liter Kalkmilch für jeden Stuhl empfohlen. Der gewissenhafte Bürgermeister entbot denn auch zur Vornahme der erforderlichen DeSinfection zwei Gemeindemltglieber. Dieselben behandelten aber nicht die Stuhlgänge, sondern die Sessel ber Wohnungen von TyphuS- kranken, unb ba auch unter ber Dienerschaft deS Schlosse- einige Fälle vorgekommen waren, so Würben and» im Schlosse ble kostbare»» Seibenmöbel bestrichen unb natürlich dieselben total verdorben So geschehen im August 1897.

Basel, 8. September. Die Rheinhöhe hat den höchsten Wasserstanb diese- Jahre- erreicht- seit gestern stieg der Rhein um 1 Meter auf 4 30 Meter. In Egli-au wurde die Holzbrücke fortgerlffen. E- ist langsames Fallen bemerkbar bet prächtigem Hellen Wetter.

# bchnnpftabak für den Papst. Leo XIII. ift bekannt­lich ein Verehrer de- Schnupftabak-. Wie die römischen Blätter melden, wirb ber Tabak für ihn in einer Fabrik in

+ Miinzenberg. 7. September. Mittwoch den 15. b. M. halten ble Bezirkllehrervereine Lich und Wetter­thal eine gemeinsame Versammlung mit Familienangehörigen bei Wirth Jäger dahier ob. Außer einem Bortrage über ble hiesige Burg Werben Lieber- unb Jnstrumentalvorträge stattfinben.

Butzbach, 7. September. Seit mehreren Jahren geht da- Bestreben mehrerer belreffenber Gemeinden hiesiger WtgeiiD dahin, eine normal!purige Bahn von Butz* bad; nach Lich zu bauen. Die Borstände dieser Gemeinden haben früher Verhandlungen mit einer Berliner Bahnbau. gefellschas» gepflogen, die sich bereit erklärt hatte, die Bahn auf eigene Rechnung unter gewissen Garantien der Gemein* den z», bauen, worauf letztere nicht elngehen wollten. Wie dieDarmsl. Ztg." meldet, ist die Bahnbaugesellschaft bereit, von diese»! Garantie»! abzusehen und ble Bahn zu bauen, wenn ihr ber im Bahnbaugesetz von 1884 vorgesehene Zu­schuß seitens des Laubes gewährt werde und die Gemeinden da» Gelände stellen. Ein dahingehender Antrag seitens mehrerer Abgeordneten ist bei der Zweiten Kammer gestellt worden. - In ber Gemarkung Nieber* Mörlen würben zwei durchgegangene Pf erbe aufgefangen unb bahler Im GasthausZum Stern" untergebracht. Dem Vernehme»! nach flammen ble Pferbe von einem Fahrzeuge aus dem Manöverfeld.

Friedberg. 8. September. Der Führer der Westarmee, Graf Häseler, der sich in Folge einer Nachricht vom groben Hauptquartier gestern Abend hinter die Nidder zurück« gezogen hatte, nahm in der Frühe eine neue, ausgezeichnet befestigte und die Umgegend beherrschende BertheidigungS* Stellung auf den 200 Meter hohen Kaichener Höhen mit der 26. Division, indem er den rechten Flügel der Stellung durch die 21. unb 22 Division, ben linken Flügel burdj die 87. Division bei Bönstadt deckte. Anfchließend hieran be­setzte die 16. Division die Höhen bei Engelthal-Rodenbach, ble 16. Division ble Höhen von Oppelshausen, währenb bie Gavalleriedivision ble Sicherung bei linken Flügels ber West* armee bei Stainrnhelm übernahm. Stundenlang blieben die Truppen der Weftarmee in diese», Stellungen- erst gegen V112 Uhr kamen au» den Waldungen bei Nieder-Dorselden, Kilianstädten unb Helbendergen bie 6. unb 4. bayerische Division hervor, die In vorzüglich gehecktem Anmarsch gegen bie Stellung ber Westarmee bet ben Kaichener Höhen unter