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internationale Züge vom Localverkehr zu trennen- fie sollen deshalb in Bälde auch in Frankreich und in Oesterreich ein« geführt werden. DaS System der V-Züge erobert die ganze Welt- die V-Züge find auch die beftrentirendenZüge, welche es gtebt und zeichnen fich durch den besonders ruhigen Lauf der Wagen, die größere Sicherheit des Betriebes und feit der Anstellung von Putzfrauen auch durch große Reinlichkeit aus. Die Kosten der D Züge find übrigens sehr große, so kostet der v Zug Köln-Berlin jährlich nahezu Mk. 400,000. Zn klagen ist noch immer über die mangelhafte Beleuchtung der v Züge. Die electrische Beleuchtung hätte doch wenigstens bei diesen Zügen, die doch fortwährend unverändert bleiben und immer in der gleichen Formation ihren Weg hin- und zurücklaufen, eingeführt werden können. Nach einer Aeußerung des EiseobahuministerS sollen sich Sachverständige dahin ausgesprochen haben, daß die electrische Beleuchtung der Eisenbahnwagen so lange keine Berechtigung habe, als nicht die Electrizität den Motor bilde- auch die Amerikaner hätten nach anfänglicher Begeisterung für dieses BeleuchtungS» mittel die electrische Beleuchtung wieder aufgegeben und es befänden sich auf amerikanischen Bahnen nur noch 300 elec- irisch beleuchtete Personenwagen - man habe deshalb in Deutschland Versuche mit AcetylengaS gemacht, das mit gewöhnlichem Leuchtgas vermischt, ein prächtiges, ungefährliches und sehr billiges BeleuchtunqSmittel sei, es besitze große Leuchtkraft, und bei dessen Einführung wären nur neue Brenner nöthig. Dazu fei aber bemerkt, daß man auf den daher. Staats« bahnen jetzt die electrische Beleuchtung der Wagen und zwar zunächst der Bahnpostwagen einführt und diese mittelst Accu- mulatoren elektrisch beleuchtet. Die bezüglichen Versuche find so glänzend ausgefallen, daß man die electrische Beleuchtung der Wagen in Bayern durchweg einführen will.
•• Für Zager. Mit Rücksicht auf den Stand der Ernte und der Weinberge hat Großh. Ministerium des Innern bestimmt, daß die Heegzeit für Feldhühner und Wachteln im lausenden Jahre 1) in der Provinz Rhein- hefien mit dem 11. August, 2) in den Provinzen Starkenburg und Oberheffen, mit Ausnahme der Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten, mit dem 18. August, 3) in den Kreisen Alsfeld, Lauterbach und Schotten mit dem 25. August endigt. Die Jagd auf Feldhühner und Wachteln ist daher in der Provinz Rheinhessen mit dem 12. d. MtS., in den Provinzen Starkenburg und Oberheffen, mit Ausnahme der Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten, in welchen die Jagd erst mit dem 26. d. MtS. aufgeht, mit dem 19. d. MtS. eröffnet.
*♦ Wetterbericht, liebet Central Europa ist das Barometer heute gestiegen und hat fich zu einem Kerne hohen Druckes ausgebildet, die Depression im Nordwesten hat sich gleichzeitig verflacht und sich etwas nordwärts verlegt. Am Morgen war im Alpenvorlande das Werter trüb und fielen noch stellenweise Niederschläge. — Voraussichtliche Witterung: Bei veränderlicher Bewölkung warmes zu Gewittern neigendes Wetter und einzelne Strichregen.
B. Büdingen, 8. August. Der OrtSgewerbeverein dahier hielt im Lause dieses Frühjahres eine freiwillige Gefellenprüfung ab, wobei recht erfreuliche Erfolge bemerkt werden konnten. Durch die Prüfung find nicht unerhebliche Kosten entstanden. Aus diesem Grunde hat die Zentralstelle für Gewerbe dem hiesigen OrtSgewerbeverein den namhaften Betrag von 170 Mk. zugewiesen, ein Fall, der auch für Nichtgewerbetreibende Interesse hat, und daher erwähnt zu werden verdient.
-X- Alzey, 8. August. Unter zahlreicher Betheiligung, auch aus Oderhessen, tagte heute unter dem Vorsitze deS Herrn Geheimen Baurath Sonne aus Darmstadt die General-Versammlung des Landes - Gewerbe- BereinS. Der Ministerialreferent für Gewerbewesen, Herr Geheimerath Emmerling war in Folge eines Trauerfalls am Erscheinen verhindert. Bon äußerlicher Antheil- nähme an der Veranstaltung merkte man in dem Städtchen wenig, kaum eine Fahne war zu sehen- um so wärmer war die Begrüßung der Versammlung durch die Herren Bürgermeister Dr. Sutor und Buchbindermeister Machwirth NamenS der Stadt Alzcy, bezw. des OrtSgewerbeverein-- der letztere Vertreter machte auch in der bei diesen Veranstaltungen üblichen Weise einige Mittheilungen au- dem gewerblichen Leben Alzeys früher und jetzt. Den Geschäftsbericht erstattete Herr Regierungsbaumeister Noack und zählt danach der Landesgewerbeverein 5869 Mitglieder (178 mehr seit der letzten General-Versammlung, welches Mehr hauptsächlich auf Gießen und Offenbach entfällt), darunter 1215 in Oberheffen. Durch den Tod u. s. w. verlor der Verein 38 Mitglieder, darunter den Vorsitzenden des Gießener Vereins, Herrn August H e ß. Die weiteren Erörterungen über den seinerzeittgen Antrag Preußens betr. die „Organisation deS Handwerks" find mit der Annahme des Reichsgesetzes überflüssig geworden. Die Bibliothek der Centralstelle erfuhr eine Neuordnung- die Ordnungsarbeiten in der Vorbilder- sammlung und der technischen Mustersammlung dürften bis Herbst beendet sein. 11 besonders befähigten jungen Handwerkern wurden von der Centralstelle Zeugniffe zur Erlangung des „Einjährigen" ausgestellt. Der wettere Ausschuß des Vereins entsendet demnächst in den BezirkSeisenbahnrarh Frankfurt a. M. 3 Mitglieder und 3 Stellvertreter. Von den 65 Ortsgewerbevereinen sind 3 neu entstanden, darunter iu Oberheffen Laubach. In verschiedenen Vereinen sanden freiwillige Gesellenprüfungen statt, denen fich inSgesammt L80 Lehrlinge unterzogen. 4 neue Handwerkerschulen, darunter eine in Lauboch, wurden gegründet. Für die gewerblichen Schulen, welche dem Verein unterstehen, war in 1895/96 die Gesarnrntauf Wendung 295,167 Mk., circa 11,000 Mk. mehr als in 1894/95- in Folge deS Sinkens deS Zinsfußes haben stch leider die Beiträge der Sparkaffe zum Schulwesen ver- wiiadert. Der Vorsitzende leitete nunmehr eine Dis- cmsflon ein, um über verschiedene Fragen betr. die „Erweiterung der Aufgaben des Landesgewerbevereins" die Anficht
der Versammlung zu erfahren. Er theilte dabei mit, daß nach dem Vorgänge Badens und der Schweiz in das neue Staatsbudget eine Summe eingestellt worden sei, wovon besonders qaalificirte Handwerksmeister zur Ausbildung ebensolcher Lehr- linge unterstützt werden sollen. Heber die Andersgestaltung des Vereinsorgan-, des Gewerbeblattes, gingen die Ansichten der Versammlung sehr auseinander- einerseits wurde die Leitung desselben durch eine journalistisch geschulte Kraft be- fürwortet, andererseits der Hauptwerth aus illustrative Veröffentlichungen eigener Entwürfe gelegt. Zum Darmstädter Antrag auf Umgestaltung deS Landesgewerbevereins theilte ein Darmstädter Vereinsmitglied mit, daß eine Commiffion mit dessen Erörterung beschäftigt fei und durch die Central- stelle wohl die Sache demnächst den Vereinen zur Aeußerung zugehen werde. Herr Regierungsbaumeister Noack führte in einem Vortrage über Handwerkergenofsenfchaften und StaatShilfe u. A. aus, daß gegenüber der viel mehr organtfirten Landwirthfchaft im Gewerbe diesbezüglich viel schwierigere, weniger übersichtliche Verhältnisse bestehen. Auf ministerielle Verfügung vom Anfang dieses Jahre» habe sich die Centralstelle mit der Frage der Förderung des gewerblichen Genossenschaftswesens beschäftigt und fei daraus ein betr. Gesetzentwurf, der auf Erweiterung der Verhältnisse der LandeScreditkasse für diesen Zweck hinzielt, entstanden. Eine Genossenschaft genüge wohl für Hessen, die sich wohl, analog wie in Preußen, an die staatliche Centralstelle an- fchließen lasse. Die Handwerker müßten in dieser Sache die Initiative ergreifen, die Centralstelle könne dabei nur unterstützend Mitwirken. (Lebhafter Beifall.) Für die 1898er Versammlung, die statutengemäß in Oberhessen stattfindet, hatten fich Butzbach und Schotten gemeldet- ersteres wird ohne Widerspruch gewählt. Der Butzbacher Ortsgewerbeverein will gleichzeitig eine Gewerbe-Ausstellung veranstalten. DaS übliche gemeinsame Mahl schloß fich an, dann Befich« tigung des Städtchens mit feinen vielen Neubauten und dec Ausstellung der Arbeiten der rheinhesiischen Handwerker- usw.-Schulen.
A Mainz. 8. August. Bei Wiederzusammentritt der zweiten hessischen Kammer werden die hiesigen socialistischen Landtagsabgeordneten Dr. David und Haas wegen der Con- currenz, welche die Großherzogliche Gefängnißverwcrltung durch öffentliche Anpreisung der in den hessischen Gefängnissen angeferttgten Maaren dem Kaufmanns- und Handwerkerstande in empfindlicher Weise bereitet, eine Interpellation an die Regierung richten. Hauptsächlich find eS Bürstenwaaren, welche von der Gefängnißverwaltung öffentlich angepriesen wurden, weßhalb auch ein Protest sämmtlicher Bürstenmacher Hessens bei der Regierung erhoben werden wird. — DaS hiesige städtische Arbeitsamt hat jetzt ein Vierteljahr seines Bestehens hinter sich. Die fortwährend steigende Frequenz desselben bestätigt, daß die Arbeitgeber wie die Arbeitnehmer der Neueinrichtung großes Interesse entgegen bringen. An- geboten wurden im Mai von Arbeitgebern 397, im Juni 489 und im Juli 511 Stellen. Von Arbeitnehmern wurden gesucht 495 Stellen im Mai, 665 im Juni und 738 im Juli. Besetzt wurden im Mai 121, im Juni 189 und im Juli 207 Stellen. — Die Geschäftsfrau von hier, welche am Freitag die Unvorsichtigkeit beging, Petroleum in das Feuer zu gießen, und welche fich dabei stark verbrannte, ist gestern den erlittenen Brandwunden erlegen. Ein Kind, welches die Frau unter der Herzen trug, gelang den Aerzten lebend zur Welt zu fördern und am Leben zu erhalten.
* Wiesbaden, 7. August. Gestern Abend erlitt das 13 Jahre alte Töchterchen des GastwirthS Garth beim Eingießen von Petroleum in das Feuer solche Brandwunden, daß es einige Stunden danach starb.
• Aus dem kürzlich erschienenen Jahresbericht de» Deutschen Privatbeamten-Vereius geht hervor, daß der Ver- ficherungS-Zugang in der PensionSkafle im Berichtsjahr ungefähr so groß war, wie in den vier vorauSgcgangenen Jahren zusammengenommen, waS in der Hauptsache darauf zurückzuführen sein dürfte, daß die von der Regierung genehmigten Verbesserungen und Erweiterungen der VersorgungS- kassen dem Verein viele neue Anhänger und Freunde erworben. Die Wittwenkaffe, die Begrädnißkasse und die Krankenkasse haben ebenfalls ansehnliche Zugänge zu verzeichnen. Der Gesammtbetrag der bis jetzt vom Verein geleisteten Unterstützungen erhöhte fich auf über 92,000 Mk.- Rechtsrath und Rechtsschutz wurde in ca. 500 Fällen den Mitgliedern ertheilt. Die Stellenvermittelung wurde wie gewöhnlich in Anspruch genommen. DaS in Magdeburg errichtete neue Vereins- und Verwaltungsgebäude hat fich als sehr praciisch erwiesen und wird denklich für Jahre hinaus ausreichend fein, lieber 300 stiftende Mitglieder, darunter viele erste Firmen des Reiche-, gehören zur Zeit dem Deutschen Privatbeamten-Verein an, dessen Mitgliedschaft fich zusammenfetzt auS Kaufleuten, Bureaubeamten, Ingenieuren, Technikern u. f. w. u. s. w. und der durch ca. 250 Zweigvereine, Verwaltungsgruppen und Zahlstellen über das ganze deutsche Reich verbreitet ist. Erwähnt fei noch, daß die Waisenstiftung des Vereins anläßlich der Centenarfeier an freiwilligen Zuwendungen ca. 30,000 Mk. erhielt. Drucksachen- Anmeldung--Formulare sind kostenlos zu beziehen durch den Deutschen Privatbeamten-Vrrein, Zweigverein in Cassel.
* Röntgenstrahlen im Dienst der Fahrradindustrie. Der bekannte Physiker Lipp mann legte in der letzten Sitzung der Pariser Akademie der Wissenschaften eine Reihe von Photographien metallischer Gegenstände vor, die mit Hilfe von Röntgenstrahlen hergestellt waren. Man sieht das genaue unb treue Bild von Eisenplatten, Kupfer- und Aluminiumstückchen von bedeutender Dicke, die dennoch von den Strahlen du chdrunqen wurden. Die geringsten Fehler der Homogenität, Oie Blasen, die Verbiegungen in Folge von Stößen, die leichtesten Strahlungen rc. sind mit der
größten Deutlichkeit sichtbar. Diese Entdeckung wird besonders in der Rabfahrerwelt Interesse erregen. Die großen Radfabriken werden sicher bald photographische Atelier» fich zulegen, um den von ihnen verwendeten Stahl einer ge- wissenhaften Untersuchung zu unterziehen. Die Radfahrer selbst werden die inneren Beschädigungen, die der Stahl der Räder erleidet, mit Muße ftubiren können.
* Ein neuer eigenartiger Taucherapparal wurde kürzlich in Pari» in der Seine probirt, der seiner interessanten Construction wegen nähere Beschreibung verdient. Der „Travailleur sousmarin“, wie ihn der italienische Erfinder nennt, besteht aus einer Stahlblechkugel von drei Meter Durchmesser, in welcher eine ganz bequem eingerichtete Sabine zur Aufnahme der Taucher sich befindet. Diese Kugel wird an einem auf der Wasserfläche schwimmenden Boote auf- gehangen und ist mittelst Ballast, als welcher eine mit Wasser mehr oder weniger gefüllte Kammer figurirt, so beschwert, daß daS Boot so gut wie gar keinen Zug nach unten erleidet. Mittelst Schraube unb bieser betretbenben, burch Accumulator gespeister Dynamomaschine erhält bie Glocke eine eigene Bewegung, so daß der Apparat, dem durch die erwähnte Ballastanordnung auch jede beliebige senkrechte Bewegung ertheilt werden kann, ganz da» im Wasser vorstellt, was in der Luft unter dem Ideal eines lenkbaren Luftschiffe» zu verstehen sein dürfte, nur daß bei der Glocke die Mannschaft in dieser selbst Platz nimmt. DaS Leben in dem abgeschlossenen Raume wird durch comprimirte Luft für mehrere Menschen auf längere Zeit möglich, die Beleuchtung geschieht durch electrische Glühlampen-, sehr sinnreich soll dir von innen auS erfolgende Bethätigung der außen befindlichen Schaufel- und Bohrwerkzeuge, Greifzangen und Netze geschehen, deren arbeitende Theile ebenfalls electrisch beleuchtet und von innen her durch fernrohrartige BeobachtnngSvorrich- tungen beaufsichtigt werden. Irgend welche Gefahr für die Insassen soll völlig ausgeschlossen fein, da die Entleerung deS Ballastbehälter» einfach dadurch geschieht, daß man durch Oeffnung eines Hahnes ein Abtheil des Ersteren mit dem umgebenden Wasser verbindet, so daß die Kugel entsprechend entlastet wird. Die neue Taucherglocke soll demnächst im offenen Meere bei HLvre unb Brest probirt werden. (Mit- getheilt vom Internationalen Patentbureau, Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6).
• Einfach. Damen (zum GenSbarm, der fie ausgeschrieben, als fie fich vor einem scheuen Pferde in den Rasen geflüchtet): „Wenn uns nun aber der Reiter überritten hätte?" — GenSdarrn: „Dann hätt' ich halt den Reiter ausgeschrieben!"
* „Als Verlobte empfehlen fich —Ein Inserat, das der in Göppingen erscheinende „Hohenstaufen" in seiner Nummer vom Dienstag den 3. August enthält, lautet solgender- maßen:
Michael Huber,
Stallknecht und Gefreiter der Reserve (m. Qualifikation z. Unteroffizier) und
Katharine Benz, Dienstm a g d Verlobte.
Bärwinkel. Matzenbach.
Dem glücklichen Bräutigam hat offenbar die Verlobungsanzeige eines Reservelieutenants als Unterlage bet Abfassung der etgenen Anzeige gedient.
— Empfehlenswerte Werke für die Hausbibliothek. —
Meyers
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= Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig. -----
Verehr, Land- nn-
GsLabarg, 7. August. Frachtpreise. Wetzen AL 18,CO, Korn AL 12,84, Gerste AL 11,50, Hafer AL 14,06, Erbsen AL 00.00, Linsen AL 00,00, Wicken AL 00,00, Lein AL 00,00, Kartoffeln AL 6 00, Samen AL 24,50.
Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 9. Auaust, zwischen 11 und 12 Uhr Mittag»: Wasser 16°, Luft 14°.
Rübsamen'sche Badeanstalt.


