Ausgabe 
10.8.1897 Zweites Blatt
 
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Uniform angelegt. Die hohen Herrschaften begaben sich alsdann an Bord derAlexanbria", welche die Wetterfahrt nach Peterhof vermittelte. Die Ankunft selbst erfolgte gegen 1 Uhr. Um P/* Uhr Nachmittag- kam die rassische Kaiser- YachtAlexandria" mit dem deutschen und dem russischen Satserpaar an Bord bei der Marinestation in Peterhof an. Die Großfürsten und Großfürstinnen waren zur Begrüßung erschienen, ferner Reichskanzler Fürst Hohenlohe, Botschafter v. Bülow und Andere. Nach dem Abschreiten der Front der Ehreu'Eompagnie bestiegen Kaiser Wilhelm und Kaiser NicolauS einen russisch bespannten Wagen- die beiden Kaiserinnen fuhren in einem Biererzug L la Daumont, um sich nach dem großen Palais des PeterhofeS zu begeben, woselbst das deutsche Kaiserpaar Wohnung nimmt. AlSbald nach der Ankunst fand Farnilten'Frühstück statt. Der Kaiser von Rußland hat Kaiser Wilhelm zum Admiral der russischen Flotte ernannt.

Wolff» telegraphisches Korrespondenz-Bureau.

Petersburg. 8. August. Heute Abend 6 Uhr begeben sich Ihre Majestäten Kaiser Wilhelm und Kaiserin Augusta Victoria nach dem Lager von Kraßnoje-Sselo, wo Allerhöchstbieseiben am Bahnhofe von dem russischen Kaiserpaar und dem Prinzen Heinrich empfangen werden. ES findet sodann ein Umritt durch daS Lager statt, woran sich ein großer Zapfenstreich und sodann eine Balletvorstelluog anschließt. Sowohl das russische wie auch daS deutsche Kaiserpaar werden im Lager übernachten, wo morgen Vor­mittag eine große Parade stattfindet. Prinz Heinrich hat der heutigen Feier in Petersburg nicht betgewohnt, da er in Vertretung Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm einer Ein­ladung deS Commandanten von Kronstadt, des Admirals KraSnakow für den neuen Admiral der ruffischen Flotte, Kaiser Wilhelm II., und für die deutschen Admirale und SchiffScommandanten gefolgt war.

Depeschm de» Bureau .Herold."

BreSlau, 8. August. Der hiesige Magistrat hat 100,000 Mark für die Ueberschwemmten in Schlesien bewilligt.

Wien, 8. August. Der preußische Lieutenant zur See, Edmund Keller, hat sich in einem hiesigen Hotel wegen Geldverlegenheiten erschossen.

Wien, 8. August. Wie da»Neue Wiener Tageblatt" berichtet, waren in der durch die Explosion in die Luft gesprengten Baracke in Rustschuk etwa 320Personen, meist Frauen und Kinder, mit der Entleerung alter Patronen beschäftigt. Nur 20 erreichten unversehrt da» Freie, da zur Verhinderung von Diebstählen lediglich eine Thür offen war. von den zurückgebliebenen 300 Personen waren 130 sofort tobt. Die Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt und zum Theil nicht aufzufinden. Die verletzten 170 Per­sonen, von denen nur wenige mit dem Leben davon kommen dürften, wurden in das eine halbe Stunde von Rustschuk entfernte Krankenhaus gebracht. Die Explosion wurde an­geblich durch Unvorsichtigkeit eines jugendlichen Arbeiters herbeigeführt.

Neupest, 8. August. Der Donaudamm ist gerissen. Ueber hundert Häuser stehen unter Waffer. Die Bewohner retteten nur das nackte Leben. Die städtischen Wafferwerke find ebenfalls überschwemmt. Budapest ist in Folge deffen ohne Trinkwaffer.

Brüffel, 8. August. Bei dem gestern eröffneten Athletenwettstreit wurden einem Deutschen NamenS Vulkan begeisterte Ovationen dargebracht. Derselbe stemmte 16 Mal 30 Kilo schwere Hanteln, die übrigen Athleten dagegen nur 6 bis 11 Mal.

Brüffel, 8. August. In den nördlichen Provinzen Belgiens herrschen schwere Unwetter. Die Ernte ist größtentheilS zerstört. 14 Personen wurden vom Blitz ge­tosten, 6 derselben getödtet. Mehrere Gehöfte find infolge Blitzschlages niedergebrannt.

eine Abtheilung leck werden sollte, die übrigen elf sofort von ihr abgesperrt werden könnten. Gradezu unerhört luxuriös sind diese Schiffe, die mit ihren zwei PromenadedrckS bequem Platz für 6700 Passagiere bieten, eingerichtet. Ueberall große Krystallspiegel, herrliche Schnitzereien in Eichenholz und Mahagoni, prächtige Gemälde, kostbare seidene Vorhänge u.s.w., allerliebste Privatkabinen wechseln ab mit pompösen Damen- salonö, daS Rauchzimmer, der Luxussalon u. dgl. sind wahre Sehenswürdigkeiten, daS Interessanteste auf den Dampfern aber ist oder war es wenigstens damals für unS der colostale RestaurationSsaal mit seiner wahrhaft glänzenden Ausstattung. In demselben können sich 112 Personen zu gleicher Zeit, ohne irgendwie beengt zu sein, an Speise und Trank erquicken, und zwar zu durchaus mäßigen Preisen. So kostet z. B. ein Cognac 30 Centime-, eine Flasche Pale Ale FrcS. 1,20, Roastbeef mit Kartoffeln FrcS. 1,50 u. s. w., wobei wir noch bemerken wollen, datz daö Gebotene sämmt- lich erster Qualität ist. Für die deutschen Reisenden ist noch der Umstand besonder- angenehm, daß die Restauration auf sämmtlichen Dampfern der Linie OstendeDover einem Deutschen NamenS Ang. Stracke, dem Besitzer deS bekannten Hotel d'Allemagne in Ostende, übertragen ist und daß dieser Herr fast nur deutsche Kellner auf den Schiffen angestellt hat.

Auf einem solchen Dampfer vergeht Einem die nur drei Stunden währende Urberfahrt unglaublich rasch. DaS ge­waltige Schiff, deffen Räder gleichzeitig als Propeller- dienen, schaukelte nicht im Mindesten, so daß kein einziger Paffagier etwas von der Seekrankheit verspürte, und die allgemeine Stimmung war denn auch eiue ganz vorzügliche. Nach etwa zweistündiger Fahrt tauchten in der Ferne die Kreidefelsen Englands auf und genau drei Stunden nach unserer Abfahrt von Ostende trafen wir vor Dover ein. Eine ungemein schön und romantisch gelegene Stadt, die e» wirklich ver­diente, daß sie von den deutschen Touristen etwas mehr be-

Paris, 8. August. Anstatt von Modaue nach Montier I per Eisenbahn zu reisen, änderte Präsident Faure gestern plötzlich seinen Plan und fuhr per Maulesel über_ den I Dernaika-Paß. Allerort- erwarteten Bevölkerung, Behörben und MufikcorpS vergeben- den Präsidenten.

Paris, 8. August. Heute trifft hier ein Courier au- PeterSburg ein mit dem vom Kaiserpaar au-gearbeiteten Programm für den Aufenthalt de- Präsidenten Faure in Rußland. .

Marseiile, 8. August. Die hiesige Polizei hat infolge der drohenden Haltung der italienischen Colonie gegen den am Mittwoch hier eintreffeuden Prinzen Heinrich von Orleans umfaffeude Vorbereitungen zur Aufrechterhaltung der Ruhe getroffen.

Petersburg. 8. August. Zn Ehren de- deutschen Kaiserpaares fand gestern Abend im Schlöffe zuPeterhof ein Galadiner statt, zu welchem zahlreiche Einladungen er­gangen waren. Während der Tafel brachte der Zar einen Trinkspruch in französischer Sprache auf seine hohen Gäste auS, in welchen er auf die guten Beziehungen der beiden be­nachbarten Reiche hinwie-, welche eine schätzbare Garantie für die Erhaltung de- Friedens lieferten. Der Zar trank alsdann auf die Gesundheit des Kaisers Wilhelm, der Kaiserin und der kaiserlichen Familie. Bald darauf erhob sich Kaiser Wilhelm, um in seinem und der Kaiserin Namen für den herzlichen und großartigen Empfang in Peterhof und für die gnädigen Worte de- Zaren zu danken, sowie für die ihm persönlich zu Theil gewordene Auszeichnung durch die Er­nennung zum Admiral der glorreichen russischen Flotte. In dieser Ernennung sehe er auch einen neuen Beweis für die Fortdauer der traditionellen, innigen, auf unerschütterlichen Grundlagen begründeten Beziehungen beider Reiche. Der Entschluß zur Erhaltung des Friedens finde in ihm den freudigsten Wiederhall. Auf diese Weise könnten fie Beide die gleichen Bahnen wandeln und vereint darnach streben, die culturelle Entwickelung beider Völker zu leiten. Er wolle bei dem großen Friedenswerke dem Zaren mit ganzer Kraft zur Seite stehen und ihn auch unterstützen, wenn Jemand den Versuch machen sollte, diesen Frieden zu stören oder zu brechen. In russischen Worten trank darauf Kaiser Wilhelm auf daS Wohl des Zaren und der Zarin.

Petersburg, 8. August. Zur Ankunft des deutschen Kaiserpaares und dem Empfang desselben durch das Zarenpaar ist noch Manches uachzutrageu. Nachdem die Hohenzollern" gegenüber Peterhof geankert hatte, erblickte man ein kleines Ruderboot, welche- von derAlexandra" da- Zarenpaar, den Großfürsten Alexis und den Fürsten Radolin, den deutschen Botschafter, aufnahm und zurHohen­zollern" führte. Der Kaiser eilte dem Zarenpaar bi- zu den Stufen entgegen, umarmte den Zaren wiederholt und küßte der Zarin beide Hände, während dieselbe Kaiser Wilhelm- Stirn küßte. Die Zarin war in lila gekleidet und trug ein Capothütchen. Kaiserin Auguste Victoria, welcher der Zar ebenfalls die Hand küßte, trug ein helles Kleid und einen weihen Federhut. Beide Kaiserinnen umarmten sich wieder­holt. Der Besuch dauerte eine Viertelstunde, darauf erfolgte die Rückkehr zurAlexandra". Nach Beendigung de-Früh­stück- beim Zarevpaar überbrachte Gras Muraview im Namen deS Zaren Herrn v. Bülow das Großkreuz deS Alexander- Newski Orden-, während da- deutsche Kaiserpaar nach der Billa Alexandra fuhr um, dem Zarevpaar einen Besuch ab- zustatten und auch bei den Großfürsten und Großfürstinnen einen Besuch machte.

Paris, 9. August. Die Blätter veröffentlichen den Wort« laut der zwischen dem Zaren und Kaiser Wilhelm ge­wechselten Tischreden und bemerken, der allgemeine Rede­ton beweise, daß der Besuch lediglich nur als ein Act der Höflichkeit anzusehen sei. Mehrere Blätter prophezeien, der Zar werde dem Präsidenten Faure gegenüber wohl eine wärmere Sprache führen.

achtet und besucht würde. In einem Halbkreise erbaut, wird fie im Rücken sowie zu beiden Seiten von mächtigen, steilen Felsen umschloffen, auf denen sich außer großen Kasernen auch ein alterthümliche- Schloß von coloffalen Umrtffen be­findet, in dem die Herren Offiziere wohnen, auf der Vorder­seite dagegen zieht sich dem Meere entlang eine sehr schöne und vornehme E-planade dahin, von der au- wir mit vielem Vergnügen zusahen, wie die Jugend DoverS, die männliche sowohl wie die weibliche bi- zum Alter von acht bis zehn Jahren, sich hoch ausgeschürzt unten am Strande im Waffer herumtummelte und sich augenscheinlich ganz köstlich amüsirte. Einen Besuch deS Schlöffe- oben auf dem Berge mußten wir uns leider versagen, da eS hierzu allmählich zu spät geworden war, und so bestiegen wir denn gegen 8 Uhr Abend- den Dampfer, um nach Ostende zurückzukehren. Einen wundervollen Anblick bot die Stadt Dover über Nacht. Au- tausenden von hell erleuchteten Fenstern blitzte da- Licht her­vor und ergoß seine Strahlen weit hinaus über die dunkle See, immer kleiner und schwächer wurden diese Tausende von Lichtern und zuletzt verschwanden fie ebenso, wie daS elektrische Licht in den hohen Leuchtthürmen im Meere. Ebenso angenehm wie die Hinfahrt, war auch die Rückreise, und körperlich ungemein wohl und frisch, gestärkt durch die kräftige Seeluft und das vorzügliche Abendeffeu an Bord, langten wir um 11 Uhr Abend» vor dem hell erleuchteten Ostende wieder an, wo wir noch einen tüchtigen Schlaftrunk zu uns nahmen und uns dabei noch lange mit der Frage beschäftigten, woher es eigentlich kommen mag, daß verhält- nihmäßig so sehr wenige Personen sich dazu verstehen, zu ihrem Vergnügen einmal eine solche billige Seereise, mit der doch auch nicht mehr Gefahren, al» mit einer Eisenbahnfahrt verbunden find, die aber förmlich verjüngend und auch mit­unter wahrhaft erhebend auf den Menschen einwirkt, zu unternehmen.

WB. Madrid. 8. August. Nach amtlicher Meldung auf Santa Agueda wurde Ministerpräfident Canovas durch drei von Anarchisten abgefeuerte Revolverschüffe tödtlich verletzt- er starb Mittag» mit dem Rufe: ,6» lebe Spanien!"

WB. Madrid. 8. August. Der Mörder Canova» heißt Michele (Sollt; er ist in Bagha bei Neapel geboren und lebte eine Zeitlang in Barcelona, bereiste dann Frank­reich, Belgien, England und kam nach Madrid, nachdem er im Juli in Lucera (Italien) wegenMer revolutionären Schrift zu Gefängniß verurtheilt worden- eS gelang ihm, zu ent- fliehen. Der Mörder erklärte, LaoovaS getödtet zu haben in Vollstreckung einer gerechten Rache, fie sei da» Ergebnis einer weitverzweigten anarchistischen Verschwörung. Da» Gericht leitete da» summarische Proceßverfahren ein.

_ Cocefcs unS prootnjUlU#»

Gieße», den 9. August.

Stiftung. Anläßlich der Feier seiner silbernen Hochzeit übersandte Herr Erich Wasserschleben dem Kaufmännischen Verein 500 Mk. zur Verwendung für deffen Bibliothek und gemeinnützige Bestrebungen, Vorträge rc.

Feuer. In der Weißbäcker scheu Hofraithe am Selters­weg entstand heute Mittag '/,12 Uhr Feuer, welche» einen als Holzschuppen dienenden Raum und daS daneben befind­liche Hühnerhau» beschädigte. Durch die rasch erschienen». Feuerwehr wurde das Feuer bald gelöscht.

* Der langersehnte Regen hat fich endlich vorgestern und gestern eingestellt und der nahe am Verdorren be­findlichen Vegetation hoffentlich die uothwendige Erfrischung gebracht.

» Wiederherstellung der alten Kaserne. Die Kasernr am Brand, welche in Folge ihre» Alter» schon lange eine» vortheilhaften Au-sehenS entbehrte, wird gegenwärtig einer gründlichen Restaurirung unterworfen. Dieselbe wird äußerlich neu verputzt, die durch die Witterungsein- flüffe stark beschädigten Bildhauereien wieder ergänzt bezw neu hergestellt, so daß die frühere Gestalt de» Baues in seiner Schönheit wieder zur vollen Geltung kommt. Bon der Regierung ist ein erheblicher Betrag dazu bewilligt, und die WiederherstellungSarbeiten Herrn Maurermeister Stein- buch hier übertragen.

Diebstahl. AuS einem Mansardenzimmer eines Hause» am Asterweg wurden am Samstag Abend eine Anzahl Schmuckgegenstande im Gesammtwerthe von 500 Mark gestohlen.

Ertrunken beim Baden ist am SamStag Abend der verheirathete Dieufiknecht August Rink von hier. Derselbe badete in Begleitung eines anderen DienstknechtS in einem Tümpel an der Lahn in der Nähe des Felsens, gerieth hier­bei in eine tiefe Stelle und mußte, da er sowohl wie sein Begleiter deS Schwimmens unkundig, ertrinken. Die Leiche wurde gestern Morgen gelänbet unb in da» Leichenhau» gebracht.

Verletzt. Am SamStag Morgen wollten Knechte eine» hiesigen Oeconomen an einer Feldscheune da» Thor ein­hängen, wobei letztere» umschlug und auf einen der Knechte fiel. Derselbe erlitt hierbei innere Verletzungen und mußte in die Klinik gebracht werden.

* Zechpreller. Ein von verschiedenen Behörden ver­folgter Zechpreller wurde am SamStag Abend dingfest gemacht und in da- Provinzial-Arresthaus etngeliefett.

Getödteter Hund. Wie schmerzlich eS ist, seinen Lieb­ling (Hund) getödtet zu sehen, erfuhr gestern eine Dame. Derselben war der H u n d an den Bahnhof nachgelaufen. Das Thier sprang vor einer Maschine her, wurde erfaßt und ihm drei Beine abgefahren. Ein Bahnbediensteter töbtete das schwer verletzte Thier aus Wunsch der Dame.

Notariat»- unb OrtsgerichtSgebühreu. E» bürste inten effant sein, zu erfahren, wie hoch fich bie Gebühren bei ben Notariaten stellen würden, welche nach dem in Aus­sicht stehenden Bürgerlichen Gesetzbuch auch in den Provinzen Oberheffen urd Starkenburg zur Einführung kommen, vor­ausgesetzt, daß die Landesregierung hierin nicht anders be­schließt. Würde auch nur die Taxe der Gebührensätze der rheinheffischen Notare festgelegt, so find alsdann, nach dem Darmst. Tgl. Anz.", zu bezahlen: Für Verkäufe von Liegen­schaften, Tauschcontracte, Schenkungen und Versteigerungen, wenn das Veräußerungsobject bis 2000 Mk. beträgt, 10 Mk.- für jede- weitere 1000 Mk. 1 Mk. mehr. Bei Testamenten und Eheverträgen bemißt sich die Gebühr nach dem Umfang der Schwierigkeiten des Geschäft» unb beträgt bet Vermögen bi» zu 2000 Mk. 3 bis 6 Mk., bet Vermögen btfl zu 10000 Mk. 20 Mk., bei Vermögen darüber 50 Mk. re. In allen diesen Fällen hat der jetzige OrtSgerichtSvor- st eher zu beziehen für jeden derartigen Act 50 Pfg. Alle anderen Geschäfte werden bei dem Notar für jede an- gefangene Stunde mit 2 Mk. vergütet, jedoch nicht unter 3 Mk., im übrigen find die Tagegelder und Reisekosten der Notare nach der Verordnung für die Beamtenkategorie vom 9. September 1879 geregelt. Die Beglaubigung einer Unter­schrift kostet dort Mk. 1.80, bei un» 20 Pfg.! Der Vorzug der jetzigen OrtSgerichte gegen bie bei Einführung be» Bürgerlichen Gesetzbuch» geplanten Notariate liegt hier­nach auf ber Hanb, ganz abgesehen von bei Bequemlichkeit, bie heute dadurch existiert, daß an jedem Ort ein OrtSgericht besteht, während vielleicht später etwa 14 bi» 15 Orte zu­sammen zu einem Notariate gehören.

* Die Einnahmen anl Platzkarten in Preußen haben sich um Mk. 200,000, bei Bahnsteigkarten um beinahe Mk. 300,000 gegen daS letzte EtatSjahr erhöht. Die Ein­nahmen aus Platzkarten betragen monatlich burchschnittlich Mk. 200,000 unb auS Bahnsteigkarten monatlich Mk. 150,000, also pro Jahr 2,5 bezw. 1,8 Millionen. Bezüglich ber Platzkarten, welche jetzt auch außer Baben noch Sachsen unb Bayern eingeführt haben, besagt eine ministerielle Erklärung/ 1 baß fie fich al» vorzügliche- Mittel herau-gestellt haben, nr