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10.1.1897 Erstes Blatt
 
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Sonntag den 10 Januar

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lnrts- und Elnzeigeblntt für den lUeü Greszen.

Hratisöeikage: Gießener Kamitienökätter.

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in eröffnet den

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»Ilen-Gesuche.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr.

Alle Annoncen-Bureaux des In« und Auslandes nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

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Die Gießener

Alamisienbtälter werden dem Anzeiger »vöchenllich dreimal beigelcgt.

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Der

Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.

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der Stadt zu dem üblichen Neujahrsessen eingefunden, bet dem Herr Oberbürgermeister Morne weg den Toast auf das Großherzogliche Paar ausbrachte, der jubelnd auf- genommen ward. Herr Ganton, Herr Hofschauspteler Hugo Edward und Herr Buchdruckereibesitzer H. Hoh­mann erfreuten die Gesellschaft durch wohlgelungene Vor­träge ernsten und heiteren Charakters. Auch die früher während ihres hiesigen Aufenthaltes stets bet dem Essen an­wesenden Divisionskommandeure: der jetzige Krtegsminister v. Goßler, Excellenz, und der commandtrende General v. Bülow hatten herzliche BegrüßungStelegramme gesandt.

Im Großh. Hoftheater fand nach altem Her« kommen die Aufführung von ShakesspeareSSommernacht-- traum" vor dicht besetzten Räumen statt. Das Haus war aus Anlaß des Tages festlich beleuchtet und als Ihre Köntgl. Hoheiten der Großherzig und die Großherzogin die Hofloge betraten, begrüßte Herr Oberbürgermeister Morne- weg die hohen Herrschaften mit einem dreifachen Hoch, daS beim Publikum lebhaften Anklang sand. Im Uebrigen brachte das Hoftheater von besonders bemerkenSwerthen Vorstellungen noch die erste Ausführung von OfferbachS phantastischer OperHoffmannö Erzählungen" in glänzender Ausstattung heraus. DaS Werk erntete dank der vorzüglichen Wieder­gabe rauschenden Beifall und darf man der Leitung des Instituts für ihre enorme Mühe, die die Etnstudirung ver- laugte, wirklich Dank wissen.

Mit Beginn des neuen Jahres haben am Großh. Hofe auch die großen Hoffestlichketten ihren Anfang ge­nommen. Der erste Hofhaü fand imAlten Palais" am Louisenplatz statt. Zu ihm waren 240 Gäste geladen, die sich aus der hiesigen Hofgesellschaft, den Gesandten mit ihren Damen und den hessischen StandeSherreu mit ihren Familien zusammensetzteu. Auch Ihre Köntgl. Hoheiten der Groß­

herzog, der die Uniform deS Leib-Garde Regiments mit Ge- neralSabzeichen trug, und die Großherzogin, die in blaß­grauem Kleide mit reichem Brillantschmuck erschienen war, bethetligten sich eifrig am Tanzen. Beim Souper saßen die höchsten und hohen Herrschaften in drei Zimmern, zur Rechten des Großherzogs saß die Fürstin von Ysenburg- Büdingen, zur Linken Frau v. Orzerow, dte Gemahlin des k. russ. Ministerrefidenten am hiesigen Hofe. Die Ball- musik stellte dte Capelle deS Infanterie (Leibgarde-Regiments Nr. 115. Als Vortänzer fungtrten die Herren Premier- lieutenant v. Schultzendorff vom gleichnamigen Regiment und Secondelieutenant v. Zangen vom hier liegenden Artillerie-Regiment. Gegen zwei Uhr Nachts hatte die Fest­lichkeit ihr Ende erreicht.

Recht lebhaft werden dte Vorbereitungen für die unter dem Vorsitz Ihrer Köntgl. Hoheit der Großherzogin geplante WohlthätigkeitS-Vorstellung gefördert. U. A. haben I. M. die Kaiserin Alexandra von Rußland, I. K. H. die Großfürstin Sergius, sowie I. M. die Königin Victoria von England der Ver­anstaltung ihre hohe Unterstützung zugesagt und wird nament­lich der Bazar hierdurch sehr gewinnen. Auch zahlreiche hiesige Firmen haben freiwillig ihre Dienste für die gute Sache zur Verfügung gestellt. In einer vor Kurzem unter Leitung des dienstthuenden Kammerherrn Ihrer Köntgl. Hoheit der Großherzogin stattgehabten Sitzung des Central- comitös wurde mit Genehmigung der hohen Protectorin folgendes Programm festgesetzt: Am 5. und 6. Februar Jahrmarkt im Alten Palais, am 5. Vorstellung im Hof­theater und am 10. SubscriptionSball im Saalbau. Hoffent­lich werden dte großen Mühen durch recht große Erfolge gelohnt.

Gießen, den 10. Januar 1897.

Betr.: Register über Zu- und Wegzüge.

das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen

Ml die Grstzh. Bürgermeistereien de» «reise».

Wir sehen der Einsendung der Verzeichnisse über die Za- und Wegzüge, ober Bescheinigungen, daß Einträge in diese Register im Jahre 1896 nicht zu machen waren, bis -um 20 d. MtS. {entgegen. Die Bescheinigungen find nach dem Muster, welches auf der letzten Seite deS Formular- vvrgedruckt ist, aufzunehmen.

DaS Formular zu den Zu- und Wegzügen ist von der Großh- Centralstelle für die Landesftatistik in Darmstadt zu beziehen.

Wolffs telegraphische- Lorrsspsndem-Bmrttr.

Berit«, 8. Januar. In den Etat der Bauverwal­tung sind eingestellt für die Regultrung des Rheins von Bingen abwärts 600000 Mk., für Nachregnltrung des Rheins von Mainz bis Bingen der Rest von 40 000 Mk., zur Anlegung eines Sicherheitshafens bei Ober- wefel eine Grgänzungsrate von 280000 Mk.

Berlin, 8. Januar. Nach der Denkschrift über die Er­höhung der Beamtengehälter ist die Aufbesserung der Gehälter auf dte höheren und mittleren Beamten beschränkt. Vos bedeutet eine Fortsetzung der 1890 mit den Unterbeamten begonnenen Aufbesserung und beträgt durchschnittlich 10pCt., «ährend jene 13pCt. durchschnittlich betrug. Von einigen Ausnahmen abgesehen, wobei besondere Gesichtspunkte maß­gebend waren, beschränkt sich die Aufbesserung bei den höheren auf solche unter 1200 Mk. Gehalt. Allgemein ist daS Maximum erhöht, demgemäß auch die DienstalterSftufen, jedoch bei einigen Categorien, wie Richtern und Lehrern, auch daS Minimum. Der Gesammtbetrag der dadurch erwachsenden Mehrausgaben beläuft sich auf 19y2 Millionen.

Berlin,8. Januar. Die Stadtverordneten wählten einstimmig Vr. Langerhans zum Vorsteher und Michelet als stellvertretenden Vorsteher wi^er.

Vierteljähriger Abonncmentsprcisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.

Redaction, Expedition und Druckerei:

-chutstraße Zlr.7.

Fernsprecher 51.

uds 8 Uhr: mlnug richterstattlmg.

y der Satzungen, stand.

«es Blatt.

Kreisen verlautet, in Newyork nach Deutschland eingeschifft haben. Seine in Berlin lebende Familie ist bereit- seit längerer Zeit ohne Nachricht geblieben.

Berit«, 8. Januar. Da- Ermittelungs-Verfahren gegen den Kassendlever Korn, welcher de- Diebstahl- eine- Geld­beutel- mit 10,000 Mk. Inhalt in der General-Militärkasse beschuldigt wird, ist jetzt zum Abschluß gelangt. DaS Er- gebntß ist ein negatives, da nicht die geringste Spur von dem Verbleib des Geldes entdeckt werden konnte.

Berit«, 8. Januar. Als künftiger Oberpräsident von Schleswig Holstein wird jetzt, wie verschiedene Blätter au- SchleSwig melden, Graf Constantin zu Stolberg- Wernigerode, gegenwärtig Regierungspräsident in Merse­burg, genannt.

Berit«, 8. Januar. Dr. Carl Peter- ist gestern aus London hier eingetroffen. Bekanntlich steht morgen Termin an in der Beleidigungsklage, welche Dr. Lange gegen Peter- angestrengt hat.

Dortmund, 8. Januar. Die Strafkammer deS Land­gericht- verurtheilte den verantwortlichen Redakteur der Rheinisch - Westfälischen Arbeiter - Zeitung", H. Theiß, wegen Beleidigung des Offizin corps zu 50 Mk. Geldstrafe. Der StaatSanwalt hatte einen Monat Gefängniß beantragt.

Köln, 8. Januar. DieKöln. Ztg." wendet fich gegen diejenigen deutschen Blätter, welche dte Bedeutung der in Frankreich zu vollziehenden Wiedererrichtung der vierten Bataillone dadurch abzuthun versuchen, daß sie auf dte überlegene Bevölkerungsziffer Deutschlands und dte Ueberlegenheit der gejammten Streiterzahl Hinweisen, welche Ueberlegenheit iudeß nur dann eintrete, wenn man im Kriegs­fälle den Landsturm bis zum letzten Mann in erster Linie zum Einsätze bringt. Rechne man aber nur die active Aimee und die Reserve, so stehen in Frankreich 13 Jahrgänge, in Deutschland 7 zur Verfügung. Jene 13 Jahrgänge seien mehr aiS ausreichend, um die Armee in erster Linie und auch in einem erweiterten Rahmen mit geschulten Leuten aus- zustatten. Und darin liege der Schwerpunkt der Frage, weil Deutschland, um Frankreich gleichzukommen, bet einet Mobil­machung 105 Friedensbataillone improvifiren müßte. Erster Einsatz, FrtedenSvorbereitung desselben und Gesammtwehrk.ast seien aber Unterschiede, welche nicht schwer zu erklären srien. Ebensowenig dürfe die Thatsache übersehen werden, daß die erste Entscheidung auf den Gang des ganzen FeldzugeS eine wesentliche Bedeutung gewinne.

WeißeufelS, 8. Januar. Der Verein der Schuh- und Schafte Fabrikanten beschloß, vom 11. Januar ab sämmt- llchen Arbeitern zu kündigen, wenn nicht bis zu diesem Tage in der 'L-orstg'schen Fabrik die Strikenden dte Ar­beit wieder ausgenommen haben. Diese Erklärung wurde von 30 Fabrikanten, welche inSgesammt 2500 Arbeiter beschäf­tigen, unterzeichnet. Der von den Soctaldemokraten au--

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Ferrilletsn.

Wochenbriese »«« brr Residenz.

(Originalbertcht deSGießener Anzeigers").

Z. Darmstadt, 7. Januar.

Reujahr. Vom Hoflheater. Hofball. Viktoria- Melitta Verein.

Mit der Ruhe, mit der dte Residenz sonstige hohe Feste zu begehen pflegt, ist auch Neujahr vorübergegangen, höchstens daß man in der Nacht mehr Polizisten auf den Straßen begegnete oder hier und da einmal durch einen unvermuthet von seinem Dasein laut Beweis gebendenFrosch" erschreckt wurde, oder endlich hin und wieder Zeuge einer der um diese Zeit üblichen Terzerol-Confikcationen war. Der Neu- jahrSmorgen gestaltete sich namentlich in der Nähe des gteuen PalaiS" etwas lebhafter. Schon sehr früh begannen die Gratulationen am Großh. Hofe. Se. Großh. Hoheit Prinz Wilhelm dürfte unter den ersten gewesen sein, die dort ihre Glückwünsche darbrachtrn. Ihm folgten in be- sonderer Audienz der Obersthofmarschall General der Jn- santerie v. Westerweller, die General- und Flügel- adjutantkn, die Oberhofchargen, die Spitzen der Militär- und Civtlbehörden, der Oberbürgermeister der Stadt und dte hier weilenden auswärtigen beglaubigten Gesandten anderer Staaten. Am Nachmittag fand im Kaisersaale des RestdenzschloffeS Neujahrstafel statt, bei der 73 Gedecke aufgelegt waren und zu der dte fremden Gesandten ebenfalls Ttnladungen erhalten hatten. Dte Bürgerschaft brachte dem landesherrltchen Hause ihre Wünsche durch Einzeichnung in die hierfür im Neuen PalaiS aufltegenden Listen in großer Menge dar. ImHotel zur Traube" hatte sich am Nach­mittag eine stattliche Anzahl hiesiger Offiziere und Bürger

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Gießener Anzeiger

Keneral-Mnzeiger.

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Posen, 8. Januar. Die heutige außerorüentlube General­versammlung der Kaufmännischen Vereinigung nahm eine Resolution an, welche besagt, daS Börsengesetz sei nach Ansicht der Kaufmännischen Vereinigung auf den hiesigen Marktverkehr für Getreide nicht anwendbar. Die Kauf­männische Vereinigung lehnte es ab, den Marktverkehr unter Geltung der Börsenordnung fortzusühren. Eine statutenmäßige Auflösung deS Vereins soll angestrebt werden.

Reustadt a. b. Hardt, 8. Januar. Der frühere Landtags- abgeordnete für Neustadt (Pfalz), Bürgermeister Müller- Haardt, hat fich in Amsterdam (nach anderen Meldungen in Antwerpen) erschossen. Als Beweggrund wird der unglückliche Ausgang eines seit mehreren Jahren gegen ihn wegen Urkundenfälschung schwebenden ProceffeS angenommen.

St. Galle«, 8. Januar. In der Schlußconferenz zwischen dem Verbandesecretär Dr. Sourbeck und der Dtrection der Union Smsse" gewährte Letztere ihren Angestellten bedeutende Zugeständnisse, sowie 25pCt. Zuschlag auf die Uebernachtungsgelder des Fahr- und Zugpersonals.

Loudon, 8. Januar. Auf Ersuchen des Staatssekretär- für Indien, Lord George Hamilton, genehmigte heute der Lordmayor die Errichtung eines Hilfsfonds zur Bekämpfung der HungerSnoth in Indien.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 8. Januar. Der StaatSsecretär deS auswärtigen Amtes, Freiherr v. Marschall, hat fich heute nach über­standenem Krankenlager mit 16tägtgem Urlaub nach Lucarno begeben.

Berlin, 8.Januar. Das Staatsministerium hielt heute Vormittag vor Wiederaufnahme der Arbeiten deS Abgeordnetenhauses eine Besprechung im Reichskanzler- PalaiS ab.

Berlin, 8. Januar. Die heutige Sitzung des StaatS- minifteriumS fand, wie dieStaatsbürger-Zeitung" be­richtet, deßhalb im ReichSkanzler-PalaiS statt, weil der Reichs­kanzler durch Erkaltung ans Zimmer gefesselt war. Dem genannten Blatte zufolge verlautet in parlamentarischen Kreisen, daß eS fich u. A. um Maßnahmen wegen der Ob- struction der Productenbörse gegen daS Börsengesetz handelte. ES dürfte dabei die Frage besprochen worden sein, ob in der sogenannten freien Bereinigung eine Umgehung deS Börsen­gesetzes zu erblicken sei und welche Maßnahmen seitens der Regierung dagegen zu treffen seien.

Berlin, 8. Januar. Gleichzeitig mit dem Etat für 1897/98 ist heute dem Abgeordnetenhause durch den Finanz- mtnifter Miquel eine Denkschrift über die Fortführung der Besoldungs-Aufbesserung für mittlere und höhere Beamte übergeben worden.

Berlin, 8. Januar. Der ReichStagSabgeordneie Ahl- wardt soll fich, wie derPost" zufolge in antisemitischen

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lat, Marburg, Siebentopi 225

BrmpAklM.

. reinliche, ordentliche Sass' >. ijamiar qrsuchi. ^ndwisfieaße U, patt. öavfmädchmzutinnrM- bt NibrreS durch »itbnger, Sellersweg 67.

v. Gagern.

Gefunden: 1 Peitsche, 2 Taschentücher, 1 Handschuh, 1 Nähkästchen, 2 Portemonnaies, 40 Pfennige, 1 Pfeifen­rohr, 1 Schürze, 1 Päckchen mit Inhalt.

Zugelaufen: 1 Stallhase.

Gießen, den 9. Januar 1897.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

I. V.: Roth.