Ans den Verhandlungen der Zweite» Kammer der hesfischeu Stände.
nn. Darmstadt, 7. December 1897.
Rach einer langen Panse trat heute der hessische Landtag nochmals zu einer kurzen Tagung zusammen. Unter dem Präsidium HaaS-Offenbach wurden die Verhandlungen um Vill Uhr eröffnet und trat das Haus nach Verkündigung neuer Einläufe und Berichtsanzeigen in die Tagesordnung ein.
Abg. Schroed er läßt dem Haufe brieflich mittheilen, daß er feine AmtSniederlegungS-Erklärung im Finanzausschuß zurücknehme.
Hierauf erfolgt die Vereidigung des neugewählren Abgeordneten Köhler« Darmstadt.
Zur Debatte wird nunmehr die Vorlage der Gr. Regierung, das Dienstgebäude des Verwaltungsgerichtshofes betreffend, gestellt. Abg. Osann hält eS nicht für nothwendig, daß für den verwaltungSgerichtshof ein besonderes Gebäude hergerichtet werbe, da deffen Thätigkett nicht in dem Maße in Anspruch genommen sei, um die Anforderung von 8040 Mk. zu rechtfertigen. Er glaubt, daß mit der Ueberführung dieser Stelle in ein besondere- Haus auch noch weitere Forderungen an den Staat herantreten werden. Auch die Verlegung de« BerwaltungSgerichtShofeS au das Ende der Stadt halte er im Interesse der Sache nicht für richtig. — Staatsminister Finger weist die Nothwendigkeit der Forderung in treffender Weise nach und weist auf die Mißstände hin, die seither bestanden haben. Er würde, wenn er an der Stelle des Präfideuten des Gerichtshofes gestanden hätte, schon längst sein Amt niedergelegt haben. Er bittet da- Hau-, die Vorlage anzunehmen. — Abg Schmeel weist daraus hin, daß ein großer Mißstand darin bestehe, daß die verschiedenen Gerichte nicht in einem Hau- untergebracht seien. Da« Publikum und die Anwälte versäumten mit Hin- und Herlaufen eine Masse Zett. Die Anwaltskammer habe sich bereits dieser Sache angenommen und werde sich deshalb an die Großh. Regierung wenden. — Abg. Ulrich glaubt, daß die Forde- rung wohl begründet fei. Die Perspective, die der Adg. Schmeel eröffne, gipfele in dem Bau eine« neuen Justiz- gebäude« - dazu fei er nicht zu haben. Er ersucht noch zum Schluß, bei der Berathung des Antrag- auf Errichtung einer detachtrten Strafkammer in Offenbach a. M. die gleiche Milde walten zu laffen. Die Vorlage wird sodann gegen eine Stimme angenommen.
Bon Großh. Regierung find für dringliche bauliche Herstellungen für das Gymnafium zu Darmstadt 10280 Mk., für die landwirthschaftliche Versuchsstation daselbst 11000 Mk , für das Lande-Hospital Hofhetm 44000 Mk., für die neuen Kliniken zu Gießen 23000 Mk. und 7100 Mk.. sür da- Schullehrerseminar zu Friedberg 10400 Mk. und für da- Krei-amtsgebäude zu Alzey 9600 Mk. gefordert. Diese Summen werden einstimmig genehmigt.
Ebenso findet der Gesetzentwurf, das Radfahren auf öffentlichen Straßen und Plätzen betreffend, die Annahme des Hause-.
Eine lebhafte Debatte entfpinnt fich Über die RegierungS« Vorlage betreffend die Ergänzung de- Gesetzes vom 1. Juni 1895, de» Ersatz de- Wildschadens betreffend. Der Nachtrag lautet: Ist von den Betheiligten innerhalb vier Wochen nach Einlangen des Gutachtens der Sachverständigen die Entscheidung deS KretSauSschusse» nicht angerufen worden, so hat der Borfitzende de- KretSauSschuffeS den Betrag der entstandenen Kosten festzusetzen und den Rechner der Kreiskaffe zur Erhebung derselben von Demjenigen anzuweisen, welcher den Anspruch auf Ersatz von Wildschaden erhoben hat. Dem Letzteren bleibt eS unbenommen, auch dann noch eine Entscheidung deS Krei-au-schnffeS herdetzuführen. — Gegen diese Bestimmung sprechen die Abgg. Schönberger, Weith, David, Jontz, Schmalbach und Weidner, während Ministertal Rath Emmerling und die Abgg. Schmitt und Brentano für die Vorlage eintreten, um hier eine Lücke im bestehenden Gesetz anSzufüllen. Die Abgg. Weidner und Genoffen stellen den Antrag, die Vorlage zur weiteren Prüfung an den Ausschuß zurückzuweisen. Abg. Osann steht auf demselben Standpunkt, wie die Abgg. Weitb und Genossen, und hält e- nicht sür richtig, daß man die Sache in so schroffer Weise anfaffe. Den kleinen Landwirth müsse man auch berücksichtigen- diesem könne man nicht zumuthen, sein Geld ohne Weitere- vorzulegen. — Abg. Ulrich tritt dem Antrag auf Zurückverweisung ebenfalls bei. — Der Antrag Weidner und Genossen wird mit Majorität angenommen.
Die Regierungsvorlage, Bildung der Stadtverotdneten- Bersammlung der Stadt Worms, wird von der Tagesordnung abgesetzt und die Vorlage der Regierung, Verlängerung der Ladestraße bei Nierstein, genehmigt.
Nunmehr gelangt zur Berathung die Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf die Einrichtung eines Staatsschuld- buche- betreffend. Da- ganze Gesetz wird nach den An« trägen de- Ausschusses einstimmig angenommen. Ebenso wird die angeforderte Summe von 13 500 Mk. für die Staatsschuldenverwaltung resp. für Anstellung eine« Staats« fchuldbuchführer« und Hilfsarbeiter ohne Debatte genehmigt. Damit ist die Tagesordnung erledigt und wird die Sitzung um 1 Uhr geschloffen. Nächste Sitzung: Mittwoch 9 Uhr. Tagesordnung: Wahlprüfungen und JuterpellatiouS-Beant- wmrttmg.__________________
totalt» wttö provinziell«,
Gießen, den 8. December 1897.
• * Kirchliche Dienstnachnchten. Seme Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 27. November dem Pfarrverwalter Gro g Hamm zu Oder-Saul« heim, Decanat Mainz, die evangelische Pfarrstelle daselbst zu Übertragen.
• • Personaliett. Durch Enischießung Großherzoglichen Ministerium« der Finanzen wurden die Finanz Accessisten Gustav Balser au« Grünberg, Karl Lony aus Gießen,
Wilhelm Lorenz auS Darmstadt, Emil Schudt au-^'Gießeu und Christian Weisel au« Laubach zu Steuerassefforen ernannt.
• • Aahnenschleife. Die in unserem Blatt vom Mittwoch den 8. December in dem Artikel „Liederkranz«Jubtläum" erwähnte prachtvolle Fahnenschleife ist In der Fahnenstickerei von Herrn Julius Schulze angefertigt worden und in dessen Erker ausgestellt., Q M
• • Bo« 6t Nicolanß. Da« „Nicolau-spielen" kann unter Umständen recht gefährlich werden, wie folgende Fälle beweisen. Em in der Augustinerstraße zu Mainz wohnende- Mädchen, welche« am Sonntag Abend in einer befreundeten Familie den »Nicolau«" darstellen wollte, kam mit dem au- Werg hergestellten laugen Barte einer auf dem Fußboden stehenden Lampe zu nahe, so daß der Bart sammt der au« dem gleichen Material gefertigten PerrÜcke Feuer fingen. Nur dem energischen Eingreifen der Umstehenden ist e- zu danken, daß daS Mädchen mit verhältnißmäßig geringen Brandwunden davonkam. — In Friedberg wurde da- den »N'colauS" darstellende Mädchen von einem jungen Burschen durch einen Schuß in« Auge verletzt- die Verletzung machte da« Verbringen des Mädchen« in die hiesige Klinik nöthig.
• • Wetterbericht. Die beiden in den Vortagen schon vorhandenen DepresfiouSgebiete bestehen fort und hat da« nordwestliche fich noch vertieft und zugleich seine Wirkung ausgedehnt und zwar Über Scandinavien und die Ostsee. DaS leichte Minimum dagegen hat an Tiefe noch weiter obgenommen. Heber Centraleuropa ist der Luftdruck gestiegen, sodaß der größte Theil deS Kontinent« von hohem Drucke bedeckt ist. Derselbe weift zwei Kerne auf, von denen der eine im SÜdoften lagert, während der zweite keilsörmig von der BiScayasee bi« nach Süddeutschland hereinreicht. Die Witterung bleibt auf unserem Gebiete meist unverändert, meist trübe ober nebelig, bei wenig geänderten Temperaturen. Die Hochstationen haben durchau» wolkenlosen Himmel. — Voraussichtliche Witterun g: Theil« heiteres, theil« nebeligeS Welter bet wenig veränderter Temperatur.
• * Hessische und preußische HoheitSrechte. Der „Sauterb. Anzeiger" veröffentlicht folgende ihm zugegangene Zuschrift: Die »Neuen Hess. VolkSblätter" bringen die Nachricht, daß die Barriären an der Eisenbahnstrecke Lauterbach-Fulda, die der BetriebSinspection Fulda zugetheilt sei, auf hessischem Boden mit den preußischen Farben (schwarz-weiß) versehen worden seien. Eine einfache Benachrichtigung der Jnspectton Fulda durch die Localbehörden hätte genügt, um die schwere Verletzung der HoheitSrechte deS hessischen Staates, die der Barriärenanstreicher der Jnspectton Fulda sich hatte zu Schulden kommen lassen, wieder gut zu machen. Wenn ober die »Neuen Hess. VolkSblätter" diesen Borfoll bezeichnend nennen für den Umschwung der Verhältnisse, der sich infolge der preußisch- hesfischeu Eisenbahngemeinschaft vollziehe, so fei eS uns gestattet, im Folgenden diesen Umschwung der Verhältnisse kurz zu charakterifiren. Die gemeinsome Verwaltung brachte un« neben der theilweisen Erneuerung deS Oberbaues deS Bahnkörper« eine Menge von Verbesserungen. Durch Einführung der vierten Wagenklafle wurden die mtndrr bemittelten Volks« schichten — und unser Vogelsberg hat wirklich keinen Ueberfluß an wohlhabenden Leuten — in den Stand gesetzt, ihre Reisen für die Hälfte de« bisherigen Fahrpreise- zurückzulegen. Ohne Uebertreibung kann man behaupten, daß eine Fahrt in diesen Wagen vierter Klasse mindesten« ebensoviel Bequemlichkeit bietet, als eine Fahrt in den alten abgefahrenen Wagen dritter Klaffe der früheren Direction. Wer in diesen Wagen eine längere Fahrt zurücklegen mußte, der vergaß fie so leicht nicht wieder. Diese ölten Wagen dritter Klaffe find durchweg ersetzt durch moderne, elegant eingerichtete Wagen, die Der« bindvngen find beffer geworden, neue Züge wurden eingelegt, Schnellzüge hergerichtet, der Verkehr hat fich mächtig gehoben. Kurzum, die preußisch-hessische BetriebSgemeinschaft bedeutet einen hervorragenden Fortschritt in der wirthschaftl chen Entwicklung unserer Provinz. Die »N. Hess. VolkSblätter" haben einst das Zustandekommen dieser Betriebsgemeinschaft bekämpft. Wenn fie nunmehr diesen Kampf in dieser Weise fortsetzen, so stellen fie fich in direkten Gegensatz zu den In- tereffen derjenigen LandeStheile, deren Eisenbahnen der preußisch.hesfischev Betriebsgemeinschaft angehören.
A Mainz, 7. December. Wie die »Mainzer Nachr." auS Centrumskretsen erfahren haben wollen, wird der Vertreter für den Wahlkreis Mainz-Oppenheim, Stadtverordneter Br. Schmitt, wegen überhäufter Berufsgeschäfte nicht mehr für den Reichstag candidiren. Da« genannte Blatt bemerkt mit Recht zu der Nachricht, daß es der Centrums- Partei schwer fallen werde, einen gleich populären Kandidaten zu finden. — Bezüglich der verschiedenen, mit Rücksicht auf die gesteigerten Verkehr-Verhältnisse erforderlichen Umgestaltungen der BahnhofSanlagen in den Etsenbahndtrections- bezirken Mainz und Frankfurt erfahren wir von unterrichteter Seite, daß neben einer beträchtlichen Erweiterung de- Güter- bahnhof« in Mainz auch die BahnhofSanlagen in Kastel eine vollständige Umänderung erfahren sollen. Da eine Ausdehnung der Geleiseanlagen weder nach der Stadt- noch nach der Rheinseile der räumlichen verhältniffe wegen möglich ist, soll die Bohn theilweise hinter Kastel herumgesührt und der Güterbahnhof und die Rangirgeleise zwischen die Station Curve und die Amöneburg verlegt werden. Durch die demnächstige Niederlegung der Festungswerke um Kastel ist es möglich geworden, an eine derartige Umgestaltung der dortigen Bahn- hofSanlaaen heranzutreten.
Welter, 6. December. Die feit dem letzten Brande, deffen Enlstehung bis jetzt noch nicht aufgeklärt ist, hier von Mund zu Munde gehenden Gerüchte, daß ein Brandstifter fein unheimliches Wesen treibe, scheinen fich leider bewahrheiten zu wollen. Heute Mittag kurz vor 12 Uhr schlugen auS der »Hinter dem HoSpttal" belegenen und mit Ernte« vorräthen gefüllten Scheune des Schmied« Hampel Flammen
heraus. Erschreckt eilten die Bewohner hinzu und brachte man zunächst das B eh an« den umliegenden Slällev in Sicherheit und schnell war aat unsere brave Feuerwehr, an die erst kürzlich so hohe Ansolderungeu gestellt wurden, zur Stelle und griff wacker ein, um die drohende Gefahr zu beseitigen. An dieser Stelle sieht nämlich eine Anzahl Scheunen dicht aneinander. Auch sandte man sofort nach allen umliegenden Ortschaften Feuerreiter und Radfahrer, die Hilfe herbeiholen sollten, welche denn auch nickt anSblieb, denn im Laufschritt trafen die Manufchaften mit Spritzen von Münchhausen, Mellnau, Amönau, Sterzhaufen, Todenhausen, Ernst« hausen, Goßselden, Sarnau, Simmtihausen, Oberndorf, Warzeobach, Niederwetter, Göttingen, Ober« und UnterroSphe, Treisbach und anderen Dörfern ein. In allen Straße« standen bald die Spritzen und gingen die Leute mit einen Eifer an ihre RettungSarbeit, der wirklich nur zu (oben ist. Bon Marburg traf bald Herr Kreisbrandmeister Heuser ein; die bereits dort für hier bestellte und auf dem Abmarsch begriffene Löschmannschaft wurde jedoch wieder abbestellt und kehrte um, doch tarnen mit dem Zuge um 3 Uhr wohl nahe an hundert junge Leute au« Marburg an. Um diese Zeit war jedoch schon die Hauptgefahr beseitigt; rß find die mit Erntevorräthen gefüllten Scheunen des Schmied« Gg. Hampel und des Bäcker« Stuhlwann bi« auf den Grund nieder- gebrannt und die daran stoßenden Gebäude theilweise erheblich beschädigt. Die eine Scheune soll nicht versichert sein, wo« für den Besitzer einen schweren Verlust bedeuten dürfte. Die Einwohner unsere« Städtchen« sind in großer Vesorgnih, daß sich die Fälle wiederholen könnten und werden allerhand VorsicktSmaßregeln getroffen._____________________________
Eingesandt.
Gieße«, 8. December 1897.
Der Evangelische Bund sendet an bcn „Gießener Anzeiger" in Nr. 287 eine Zuschrift, in der bcn „katholischen Mitbürgern" die Ehre einer bis jetzt ungewohnten Einladung zu einem Vorti ag über den Jesuiten CnnifiuS angrsonnen wird. Sie sollen darin ihre Kenntniß über den vielgenannten, aber wenig bekannten Jesuitenpater PetruS Canifius erweitern und die zugebachte Belehrung über „Geschichte und Legende" nicht scheuen. Besonderen Anlaß zu dieser Einladung gibt dem Evangelischen Bund eine Korrespondenz im „Mainzer Journal".
Wir wissen nicht, wie fich der Eorrespondent de« „Mainzer Journals"', dessen Correfpondenz leider gerade in den interessantesten Stellen im „Gießener Anzeiger" nicht dttit ist, zu der zugedachten Belehrung verhalten wird, aber das glauben wir fagen zu bürten, daß die Katholiken in ihrer Gesammtheit, die ihre Belehrung über EanistuS nicht nur auS Zeitungen schöpfen und denen der edle Jesuit längst wohlbekannt ist, schon deßhalb die etwa« aufdringliche Einladung deS Evangelischen BuodeS ablehnen müssen, weil ihnen durch ein Ausnahmegesetz, an dem der Eo. Bund eine erklärlicke Freude hat, die Möglichkeit genommen ist, ihre protestantischen Mitbürger zu einem Vorträge einzuladen, bei dem ein Jesuit die Vertheidigung seines Orden« selbst übernimmt. Wir huldigen dem Grundsatz, daß bei diesem Kampfe baß ,et audiatur altera pars“ ober zu deutsch „EineS Mannes Rede ist keine Rede, man muß fie höien alle Bebe" vor Allem Geltung haben sollte. So lang die Jesuiten in ihrer persönlichen Selbstoerthcidigung, die bekanntlich bet ihnen vorzüglich geführt wird, durch ein Ausnahmegesetz in Deutschland behindert find, so lang die Handhabung der Waffen so einseitig bestimmt bleibt, ist der Kampf ein ungleicher und kann von den Gegnern der Jesuiten, namentlich in Vorträgen, gar nicht ritterlich geführt werden. Bei der Dehnbarkeit beß juristisch kaum bcftntrbaren Begriff« der „OrdenS- thättgkeit" kann, wie die Erfahrung lehrt, kein Jesuit wagen, öffentlich ohne Gefahr aufzutreten. Wir verstehen unter diesen Umständen die Tapferkeit beß Ev. Bunde«, zumal einer kleinen Anzahl Katholiken in Gießen gegenübet, vollkommen. So lang man den Jesuiten zur Vertheidigung daß Wort abschneidet und ihnen den Mund schließt, wird aö die Mehrzahl der Katholiken ganz gleichgiltig lassen, wie weit ein protestantischer Professor den Mund übet die Jesuiten aufmacht. ___________________________________Unus pro multis.
Citcramr und Kanjt
— Im Verlage von Levy u. Müller in Stuttgart er Wen: »Unfet täglich Vrod" von Marie Cleß und Johanna Huber. Das Buch enthält 300 al« vorzüglich erprobte Original-Rezepte der feineren Küche, die bisher noch in keinem Kochbuche Ausnahme gesunden haben. Abgesehen von seinem practischen Werlhe wird da« Buch, daS al« täuschend nachgeahmter Brodleib erschienen, feint Liebhaber ohne Zweifel in allen ben Fällen finden, wo eine humoristische Ueberraschung mit einem kleinen G ichenk beabsichtigt wird. Ebenso dürfte der niedrige Preis von nur Mk. L— dem allerliebsten Buche sehr viele Käufer zusühren.
49. Woche. Vom 28. November biß 4. December 1897. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 700 (incl. 1600 Mann Militär)» Sterblichkeitsziffer: 37,30, nach Abzug der Ortsfremden 26,32°/^ Kinder
E« fiatben an: Zusammen: Erwachsene. im
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1. Lebensjahr: 2.
Gicht
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1
—
Kreb«
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—
—
Rose
1
1
—
—
Lungenschwindsucht
1 (1)
1 (1)
—
—
Gehirnschlagfluß
3
3
—
—
Lungenentzündung
1
—
1
—
Lebererkrankung
2 (1)
2 (1)
—
—
Im Wochenbett
1 (1)
1 (1)
—
—
Krämpfen
1
1
—
Lebenßschwäche
1
—
1
—
Summa: 17 (5) 14 (5) 3
8nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an. wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aus von au-wärttz nach Gießen gebrachte Kranke kommen________________________________
Kircblubc Anzeiger* oee Statt svsczzcz*.
Donnerstag ben 9. December, Abend« 8 Uhr: Bibel Kunde. 1 gor. 8. Pfarrer Schlosser.
Alle Neconvalescenten,
neue, au« reiner, fricher Kuhmilch von ben Höchster Farbwerken in Höchst e. M. dargefiellte Eiweißpräparat — verordnet worden ist. bestätigen, daß Nntrose gern genommen und selbst vom geschwächten Magen unb^Darm noch leicht verdaut wird. Durch die Anwendung der Nietrose wird da« Allgemeinbefinden in auffallender Weise günstig beeinflußt und in kurzer Zeit eine Hebung der Kräfte, sowie Gewichtszunahme bewirkt. In Schachteln ä 100 Gramm — ausreichend für etwa 15 Mahlzeiten — durch alle Apotheken, sowie Droguenhandlungen uiw. zu berieb'N.9676
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von Elten & Keussen, ’aläw“


