Ausgabe 
9.6.1897 Erstes Blatt
 
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Bahndamm der Main-Weser-Bahn btfinblicheu Mesen glichen einem See, stellenweise find die Mesen verschlamm:- von Gießen kommende Leute konnten die ttret-ftraße hinter dem Walde nicht pasfiren und mußten umkehren. Glücklicher Weise verlief daö Waffer sehr rasch, so daß die stellenweise Verschlammung und btc gefüllten Wassergräben fast noch die einzigen Spuren der Ueberfluthuvg find.

* Tagesordnung fit die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag den 10. Juni 1897, Nach­mittags -P/, Uhr pünktlich. 1) Chausfirung von Feld­wegen im Neustädterfeld- hier: specieller Voranschlag. 2) Ban- gesuch de- Karl Schleevbecker für die Bleichftraße. 3) Gesuch d?S allgemeinen Vereins für Armen» und Krankenpflege zu Gießen um Gewährung eines Hypothrkdarlehen- in Höhe von 6000 Mk. zu 31/» pCt. verzinslich aus der Plocki'chen Stiftung. 4) Vrrwiethung des ehemals H. Bellof'i'chen Hauses in der Sonneuftraße. 5) Die Untersuchung des von auswärts eingeführten Fleisches. 6) Den Verkehr der Rad­fahrer auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen.

Sektion Gießen des Deutsche« und Oesterreichtscheu AlpenvereivS. In der Monat-versammlung am 3. Juni erfreute Herr Profefior Sommer die trotz tropischer Hitze zahlreich Erschienenen durch einen Vortrag über seine Reisen tn Italien. Anregend erzählte der Herr Vortragende, wie er selbstständig Wege und AuSfichtSpunkte suchte, um die Schönheiten der einzelnen LaodschaftSbilder eingehend genießen zu können und schilderte, seinen Darlegungen stets ein sachliches Uriheil über Land und Leute anschließend, u. a. auch einen Ausflug nach Corfica mit seinen Erlebntffen. Den Dank der Versammlung erwarb fich der Herr Redner im Wetteren durch seine Ausführungen über das Antike und die italienische Kunst und seine interefianten Vergleiche über die verschieden­artige Entwickelung dieser Kunst tn den einzelnen Städten. Für die Sommermonate ist geplant, eine oder die andere DonnerStagfitzung an einem unserer näher gelegenen Ausflugs­orte abzuhalten. Da- Nähere wird durch Inserate bekannt gemacht werden.

* Der fünfte hessische Katholikentag findet zu Bens­heim am 27. Juni statt. DaS Programm ist nunmehr feftgestellt. DerTag" wird Nachmittags 3 Uhr durch eine Begrüßungsrede des Herrn Geter-Benshetm eröffnet. DaS Präsidium wird Herr Reichstagsabgeordneter Schmitt-Mainz, der Borfitzende des LandeSauSschuffeS der hessischen CentrumS- partei, übernehmen. Derselbe wird in seiner EinleitungS- uud Schlußrede die politische Lage beleuchten. Es werden ferner noch sprechen: Herr Pfarrer Schäser-Ober-Jngelheirn überCanisius, der zweite Apostel Deutschlands," Herr Rechtsanwalt Roth Worm- überDie Familie als Grund­lage der Gesellschaftsordnung" und Herr Weinhändler Moltban-Mainz überDie Bedeutung des PapstthumS".

* Deutscher LaudwirthschastSrath. Der Ständige Aus­schuß des Deutschen LandwirthschaftSrathS wird am 9. und 10. Juli d. I. in Eisenach zu einer Sitzung zusammen- treten und über folgende Gegenstände berathen: 1) Gesetz­liche Organisation der landwirthschaftlichen Jitereffen- Vertretung in den deutschen Bundesstaaten; 2) Reichs- bezw. landesgesetzliche Regelung des WafferrechteS; 3) Die Tarifirung laud- und forstwirthschaftlicher Producte auf Eisenbahnen und Wafferstraßen im Deutschen Reich - 4) Besprechung deS Klein­bahnwesens in den deutschen Bundesstaaten- 5) Typenshstem und Auöbeuteverhältviß für Mühlenfabrikate - 6) Die Börsen- und Märkte-Reform- 7) Stand der Viehseuchen-Bekämpfung- 8) Errichtung einer Centralstelle für die Vorbereitung von Handelsverträgen- 9) Sage der Zuckerindustrie- 10) Lage der SptrituSinduftrie.

Ausstellung der Deutfcheu LandwirthfchastSgesellfchaft. Nach einer Mtttheilung deS LandeSauSschuffeS der landwtrth- schaftlichen Vereine deS GroßherzogthumS Heffen tritt zur Erleichterung des Besuches der Ausstellung der Deutschen LandwirthschaftSgesellschaft in Hamburg (17. bl« 21. Juni) eine wesentliche Eisenbahnfahrtv ergünstigung ein. Die in der Zeit vom 16. bis 21. Juni gelösten einfachen Fahrkarten nach Hamburg berechtigen zur freien Rückfahrt bis einschließlich 22. Juni d. I-., wenn sie in der Aus­stellung von der Ausstellungsleitung mit Controlstempel ver­sehen worden find. Das gilt sowohl für die preußische Staatsbahn wie einige andere Bahnen, darunter auch die preußisch-hessische Elsenbahn-Direction Mainz. Diese AuS- stellungssahrkarten berechtigen zur Benützung aller Züge mit entsprechender Wagenktaffe, auch der D Züge gegen Lösung einer logen. Platzkarte.

Lehrerhetm Vogelsberg. AuS Amerika schreibt man: Zu einem echten Heffen Darmstädter Verbrüderung-feste gestaltete sich die am letzten Sonntag, den 9. Mai, unter den Auspicien desSchottener Männerchor" abgehaltene Festivität, weiche in der Verloosung der in dauken-werther Welse von Herrn David I. Stein zum Besten de-LehrerheimS Vogelsberg" bei Schotten gestifteten werthvollen Gegen­stände gipfelte. Nahezu jeder landsmannschaftliche Verein der Metropole und Umgebung war vertreten. Am Präsidenten» tisch hatten fich das Oberhaupt derSchottener", Präsident Louis Sprmer, Christian Gerhard und PH. Dietz, sowie Adam Epple zueinander gesellt. In sinniger Weise leitete derSchottener Männerchor" unter Leitung seines bewährten Dirigenten Herrn Gg. Spamer mit KramerSGrüße an die Hrimath" die Festlichkeit ein, und dann wechselten Vor­träge und Lieder tn bunter Reihe ab. Einen mächtigen Er­folg erzielten u. a. der sange-kundige Peter Küpser mit seinem Bariton-SoloAn der Weser". Zwischen den Decla- mationrn und Gesang-vorträgen lockte die Wagner'sche Hessen- capelle die junge Welt zum fröhlichen Reigen, bi« auf ein­mal war schon Mitternacht vorüber der würdige Schatzmeister de« Comitv«, W. Ladtke, da« Podium bestieg und mit einigen paffenden Worten den Beginn der Verloosung ankündigte. Ein niedliche- Mädchen zog die Loose. Im Ganzen waren 16 Preise. Bemerkt sei noch, daß Moritz Kaufmann, ein wackerer BürgerSsohn auß Schotten, dem 6omtte einen Chek von 10 Dollar- gesandt uud so seinen

regen Antheil an dem edlen Zweck bethätigt Hatte. Der guten Sache sind annähernd 250 Dollar durch btc Ver­anstaltung ber Verloosung zugeführt worden, deren Urheber, Herr David I. Stein, in diesem bemerkevSwerthen Resultat sicherlich den schönsten Lohn für seine hochherzige Handlung-- weiie erblicken wird." In den nächsten Tagen wird ein Aufruf erscheinea, der HeffeaS LehrerSfrauen uud Lehrer-- töchter, sowie die Freunde und Freundinnen de« LehrerheimS aufforderv wird, daß Unternehmen mit zweckentsprechenden Gaben, die zu dessen Gunsten zur verloosung kommen sollen, zu unterstützen. Mau darf wohl anuehmen, daß zunächst an- den Kreisen der Lehrerfamilien fich ein regeS Jntereffe hierfür zeigen wird. WaS amerikanische Heffen auS Dank­barkeit gegen ihreehemaligen Lehrer" gethan, daß thun gewiß auß Heffen Lehrer und Schulfreunde zur Ehrung deS hessischen LehrernamenS, zur Befestigung eines Instituts, welches einem guten Zwecke dienen soll. (Darmft. Tgl. Anz.) Die Ludwig- uud Alicesttftuag für das Groß- herzogthum. Hessen zählte It.Darmft. Ztg." im ab­gelaufenen (33.) Veretnsjahr in 89 Agenturen im Ganzen 2089 Mitglieder. Die Gesammteinnahme betrug 24920 Mk., denen 24225 Mk. Ausgabe gegenüberstaud. Im Jahre 1896 verstärken 34 Mitglieder im Durchschnittsalter von 65 Jahren. Den Hinterbliebenen wurden je 180 Mk. Sterbegeld, zu­sammen also 6120 Mk. auSbezahlt. An vertragsmäßigen Zuschüssen fielen der Kaffe von 5 Firmen 2369 Mk., von Ehrenmitgliedern und Lehrern 343 Mk., von Körperschaften 1529 Mk., als Ertrag auS Concerteu rc. 558 Mk. und au- Vermächtniffen 2087 Mk. zu.

* Patente uud Gebrauchsmuster von im Großherzog- thum Heffen lebenden Erfindern. Patent-Ertheilung: Heizkörper, dessen Rippen fich kreuzen, Carl BuderuS, Lollar. Verlängerung der Schutzfrist. Kelterpreffe :c.; Eisenwerk Hirzenhain H. R. BuderuS, Hirzenhain.

-j- Ober-WidderSheim, 6. Juni. Der dem hiefigen Land- wirth August Schmidt seither etgenthümlich zugestandene, an einen Frankfurter Herrn verpachtet gewesene Steinbruch wurde von einem Gießener Unternehmer für den Preis von 4000 Mk. käuflich erworben. Die gestern Morgen in dem kleineren Teiche bei Salzhausen geländete Leiche wurde als diejenige de- hiefigen LandwirthS Philipp Kammer, welcher Ende der 40er Jahre stand, agno-ctrt- der offenbar durch Selbstmord Ertrunkene soll hin und wieder melancholisch gewesen sein.

n. LaugSdorf, 7. Juni. Gestern Mittag fiel hier ein zwei Stunden anhaltender starker Regen, durch den eine große Ueberschwemmung herbeigesührt wurde. DaSIWaffer stand tn der Nähe deS Bahnhofs 13 Centimeter über dem Straßendamm. Die durch die Waffermaffen herbeigeführten Beschädigungen auf Aeckern scheinen nur geringfügiger Natur zu sein. Dagegen ist der auf den Wiesen angerichtete Schaden stellenweise bedeutend. An den Gräben liegt das Gras zu beiden Seiten niedergedrückt, wie wenn e» gewalzt wäre. Dann führten die Waffermaffen so viel Schlamm mit uud lagerten ihn in den tiefgelegenen Wiesen ab, daß daS Gras zur Verwendung als Futter untauglich ist. Sobald die Wiesen einigermaßen abgetrockaet find eben steht das Waffer noch vielfach darin wird man abmäh en, um zur Streu zu verwenden.

x RnddingShausev, 5. Juni. Em sehr schwere- Hagelwetter zog gestern Nachmittag in südwestlicher Richtung über unsere erst im vorigen Jahre durch Hagel­schlag heimgesuchten Gemarkung und richtete wieder ganz bedeutenden Schaden an. Am meisten hat da-Korn gelitten - dasselbe ist an den am härtesten betroffenen Stellen total vernichtet. E- haben jetzt zwar mehr hiesige Laudwirthe al- früher ihre Feldfrüchte gegen Hagelschlag versichert, aber die weitaus größte Anzahl ist doch immer noch unversichert, und neben andern Schicksalsschlägen find die wiederholten Hagelschäden für die meisten Bewohner unseres DorseS um so empfindlicher. Wahrend des eine halbe Stunde anhaltenden gestrigen Gewitters hat auch der Blitz mehrfach zerschmetternd gewirkt. Außer vielen Waldbäumeu wurde die Kirche in dem benachbarten Odenhausen getroffen- einkalter" Strahl zertrümmerte Theile des Kirchthurm- und der darunter stehenden Orgel.

Mainz. 7. Juni. Die Eingemeindung von Kastel zu Mainz, welche, beiläufig bemerkt, mit den neuer­dings bekannt gewordenen Abfichten des MilitärfiScuS auf vollständige Ntederlegung der Umwallung von Mainz in keinerlei Zusammenhang steht, ist wieder einen Schritt vor­wärts geschritten, indem die von dem Kasteler Gemeinderath an die Eingemeindung qeknüpsten Bedingungen bet den Be­sprechungen auf dem KreiSamr Erläuterungen uud Modifi- cationen fanden, die der städtischen Vertretung von Mainz erleichtern, fich mit den entworfenen Conditionen schneller abzufinden. Bezüglich der etwa- schwierig zu lösenden Frage wegen Beseitigung deß Rheinbrückengeldeß ist von verschiedenen Setten der Vorschlag gemacht worden, da nicht daran zu denken, daß Regierung und Stände im gegenwärtigen Mo- mente einer Aufhebung deß Rheinbrückenzolleß ihre Zustim» mung ertheilen, eine Vereinbarung mit der Staatßregierung anzubahnen, gegen Bezahlung einer jährlichen Pauschalsumme den Bewohnern von Kastel und Mainz freien Brückenüber- gang zu gewähren. Ein ähnliches Uebereinkommen besteht mit dem Post- und dem Militärfi-cu-, doch würde eine der­artige Vereinbarung große Verkehr-schwierigkeiten mit sich bringen, indem die Brückengelderheber uud Aufseher die Be­wohner einer Stadt wie Mainz unmöglich alle von Ansicht kennen können und daher eine störende Controlle eiogeführt werden müßte, waß bei den uniformirten Militärß und Post­beamten nicht möglich ist.

A Mainz, 7. Juni. Daß Nichtüberlaffen deß Fürsten« zimmer- zu dem Empfang deß vor einigen Tagen von Rom zurückgekehrteu Bischoff- Haffner Seiten- ber hie- figen Eisenbahn-Direction wird in der hiesigen Preffe noch fortwährend Erörterungen unterzogen. Nach einem Gerüchte,

sollte fich daß Empfangßcomitv nach dem ablehnenden Be­scheid der hiesigen Direction btrtct an den Minister Thielen gewandt haben, von dem der Entscheid eingetroffen, daß ter Fürstensalon nur dann benutzt werden dürfe, wenn der Bischof zum Cardinal ernannt werden würde. Daß Gerücht hat fich alß ein schlechter Witz erwiesen, wogegen richtig ist, daß von Seiten eineß einflußreichen Abgeordneten eine Rücksprache mit dem Finauzminister Weber in Darmstadt ftattgesunden hat, der unter Hinweis auf eine generelle Br» ft mmung erklärt haben soll, daß er nicht in der Lage sei, zu derartigen Beschlüssen der Eisenbahadirection Stellung zu nehmen.

* Eine schwierige Frage. Don dem kürzlich in Bern gestorbenen Profeffor Hirzel erzählt berBund" u A. folgende Anekdote:Kaum vierzehn Tage ist e- her, daß Hirzel, bereit- schwer krank er hatte am Morgen wieder einen Herzkrampf mit ErftickungSanfall gehabt am Nach­mittage in seiner Wohnung einem ungarischen Candidaten da- Doktorexamen abnahm. Da legte er am Schluß die Stirn in besonder- ernste Falten und sagte:Jetzt muß ich Ihnen noch eine Frage vorlegen." Der Candidat war gespannt, waß kommen würde, und bange, jetzt wohl gar daß Allerschwerste beantworten zu müffen. Da tönten gar lieblich die Worte an sein Ohr:Trinken Sie lieber Wein oder Bier?" Und al- der brave Magyar natürlich sür ersteren fich entschieden hatte, kam alsobald eine Flasche mit einem guten Tropfen und der Examinator stieß mit dem Examinanden auf den guten Erfolg der gelungenen Prü­fung an."

* Ei« Pfiffikus. Der Füsilier August Schaffrath war fo erzählt man derTägl. Rdsch." gestern Bursche beim vataillon-adjutauten Lieutenant Z. geworden und führte heute, stolz auf seine Leistung, baß Pserb seines neuen Herrn gesattelt vor bie Haußthüre. Während er Pferd, Sattel und Zaumzeug nochmalß überputzt und bie Sattelunterlagebecke zurechtzieht, singt er in der Erwartung balbigen Lobe- ein Liebchen vor fich hin. Da kommt fein Land-maun Wilhelm von ben Dragonern hoch zu Roß vorbei und e- wickelt fich solgenbeß Gespräch ab:Morjen, August, na wat machst Du 'n hier?"Ick warte uf meinn Leitnant, ber will fortreiten."Na, ber wird scheene Ogen machen, Du hast jan Sattel verkehrt ufgelegt, ber muh ander- rum." Sei Du doch man javz stille, Willem' Du weißt ja jar nid), wo mein Leitnant hinreiten will." Gleich darauf erscheint der Lieutenant Z. In der Haußthüre. Daß nunmehr gespendeteLob" entzieht fich der Oeffentltchkeit.

Variante. kann kein Junggesell in Frieden leben, wenn ihm die junge Nachbarin gefällt.

Ei« foliber Lamp. Richter (zum Angeklagten, welcher wegen Einbruch- vor Gericht steht):Sagen Sie mir nur, wie ist denn möglich, daß Sie in Ihrem Alter noch Über so viele Dächer klettern können?" Einbrecher:Herr Richter, baß macht Alleß mein solider Lebenßwandell"

Frühlingsbetrachtung Warum sagt man:Im wunderschönen Monat Mai?" Weil'-ein Wunder ist, wenn er schön ist.

Aufschrift der Postsendo»,««.

Äet Sicherung schneller Beförderung «ud Beftello«, der vostsendlmgen müssen auf denselben Empfänger und BestimmungS- trt so genau bezeichnet Irin, daß jeder Ungewißheit »ergebengt wird. T)ebri find namentlich folgende Punkte zu beachten:

1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrift die Wohnung de«Empfänger« möglichst genau anzugebe». Auch ist von Wichtigkeit, daß die Wohnung-angabe flrtf an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten recht-, unmittelbar unter bet Angabe de- Bestimmuna-orte-, erfolge

2. Auf den nach Berlin brftimutten Sendungen ist, außer bei Wohnung deß Empfängers, der Postbezirk (On MO. rc.). tn welchem bie Wohnung fich befindet, hinter der Ort-de» zeichnuvg .Berlin" iu vermerken.

3. Gibt mit dem Bestimmungsorte gleich ober ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzlich« Bezeichnung brizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postoerkehr alß maßgebmd anzusehen find, ergibt fich auß demVerzeichniß gleichnamiger ober ähnlich lautender Post- orte", daß zum Preise von 10 Ps. durch Vermittlung jeder ReichS-Postanstalt bezogen werden kann.

4. Wenn ber im Reichß-Postgebiri belegene Bestimmungsort zwar mit einer Postanftalt versehen, deffenungeachtet aber nicht al- allgemein bekannt anzunehmen ist, io empfiehlt es sich, die Lage deß Orts in ber Aufschrift ber Senbung noch bet Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen eignet fich die Angabe deß Staate- und bei größeren Staaten bet p«lMschen Bezirk- (Pro»inz, Regierungsbezirk u. s. ».), in welchem ber Bestimmungsort belegen ist, ober auch bie Angabe »on größeren Flüssen s(Oder), (Elbe), (Rhein), (Main) k-L oder oen Gebirgen s(Harz), (Riesenaebitge) «.] Nicht minder find zusätzliche Bezeichnungen, wie s(Lhüringen), (Altmark)» (Lausitz) k.1 für den Zweck geeignet.

6. Auf Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem eigentlichenBesttmmung-orienoch diejenige Post­anftalt anzugeben, von welcher au- die Bestellung ber Sendung an den Empiänger oewtrkt werden bez. die Abholung erfolgen soll.

6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung In einem fremden Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten i« rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch da- betrestende Land bez. ber LandeStheil aus der Sendung anzugeben.

Die Beachtung dieser Punkte wird lur Herbeiführung einer schleunigen lleberkunst der Sendungen an Den Empfänger wesentlich beitragen, und liegt daher tat eigenen Interesse der Absender. Via Aufschrift« der S«dungev aiernach genau anzufettigen.

Ciiaraiut ttnö Kauft

- Katechi-mu- der Philosophie von I. H v. Kirch­mann. Vierte, durchgesehene Auflag-. In Original Leinenbantz 3 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Wa« ist bie Philo­sophie? Ist fie ein unpractische- Spi-lzeug von Stubengelehrten, eine nur wenigen AuSerwäblten Zugängliche Geheimwissenschast r Durchaus nicht; fie ist vielmehr diejenige Wissenschaft, weiche die höchsten Begriffe und Gesetze de- Sein- und de- W'fien- zu ihrem Gegenstände, bie Wahrheit auf allen Gebieten zum Ziele hat. Erst durch die Philosophie erhalten alle besonderen Wiflerschaiten ihre Vollendung. In die stcnntniß der wichtigsten Fragen, die in der