Ausgabe 
8.7.1897 Erstes Blatt
 
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Amtliche Ti»eil.

Bekanntmachung,

betreffend: Maul- und Klauenseuche zu Londorf.

Nachdem die Maul- und Klauenseuche tu Londorf erloschen ist, werden die verfügten Sperrmahregeln hiermit aufgehoben.

Gießen, den 7. Juli 1897.

Großherzogliches Kreisamt Gießen. _______v. Gagern.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 6. Juli. Seine Excellenz der Großherzog­liche Staatsminister Finger hat heute eine mehrwöchige Urlaubsreife angetreten. Darmst. Zlg.

Berlin, 5. Juli. DieKreuz > Zeitung" zeichnet dem neuen Generalpostmeister folgendes veikehrsfeiudliche Pro­gramm vor: Außerdem wird sich General v. Podbselöki nicht nur ablehnend verhalten müffen gegen die Forderungen nach BerkehrSerleichteruugen und BerkehrSverbiÜigungen, wie sie hauptsächlich von kaufmännischen und freisinnigen Kreisen er­hoben werden, sondern er wird sich vielmehr veranlaßt sehen müssen, Maßnahmen in Erwägung zu ziehen, die in der Postverwaltung den finanziellen Gesichtspunkt ökonomischer zur Durchführung dringen. Ohne die unentgeltlichen Dienste der Eisenbahnen würde die Reichs- poftverwaltung schwerlich den Fünfzigpfennigtarif für die Fünfkilopackrte haben durchführen können. Die Eisenbahnen mußten dabei Opfer bringen und erlitten überdies einen ent­sprechenden Ausfall an Frachteinnahmen, sie wurden also doppelt geschädigt. Zunächst ist eine strenge Auseinander- setzung zwischen RetchSpost und den bcthetligten deutschen Eisenbahnen durchzuführen, derart, daß die RetchSpostver» toaltung mindestens die Selbstkosten vergütet. Auch von libe­raler Sette wird der Grundsatz nicht angefochten werden können, daß die Postverwaltung auf eigenen Füßen stehen muß. Ergibt sie einen Ueberschuß, um so besser. Vorläufig ist daS nicht der Fall. Die Reichspoftverwaltung arbeitet, wie gesagt, thatsächlich mit einem Fehlbeträge. Erst wenn die wahre Finanzlage der Post klargestellt, wenn ihre öcono- mische Selbstständigkeit durchgeführt worden sein wird, wird man zur Erörterung der gewünschten Erleichterungen schreiten können. Sollte der Fehlbetrag sehr erheblich sein, so würden sich allerdings Tariferhöhungen nicht vermeiden lassen. Bor allem die langgeplante Reform des GebührentarifS für Be­förderung der Zeitungen. Der Versandt der billigen, meist minderwerthigen Tageszeitungen und Anzeigeblätter erfordert Zuschüsse, die ungerechtfertigt find. Schwieriger erscheint eine anderweitige Regelung deS Fünfzigpfennigtarifs für Packete. Diese Einrichtung ist unzweifelhaft volksthümlich und hat fich eingelebt, aber eS wird mit ihr auch vielfach Mißbrauch getrieben. Diese Einrichtung hat ihren eigen!» ltchen Zweck, dem Kleinverkehr zu dienen, nur in sehr unzu­länglichem Maße erfüllt, da die Bortheile dieser Einrichtung im Erwerbsleben immer mehr von den Großen zum Nachtheil der Kleinen ausgenutzt werden. Beruhen doch auf dem Fünfzigpfenvigtarif der Postpackete die großen Versandtge­schäfte. Immerhin würden alle Vorschläge zu einer Reform deS Fünfzigpfennigtartss schon mit Rücksicht auf zahlreiche -mitspielende Interessen einer sorgsamen Prüfung zu unter­ziehen sein. Mtnderschwierig wäre, sollte sie aus finanziellen Gründen nothwendtg werden, eine Erhöhung deS Tarifs für Etldepescheu, wovon im Wesentlichen nur Börse und Großhandel betroffen werden. Falls die Fernsprech- gebühren zur Verzinsung deS veranlagten Capitals nicht aus- reichen, würden sie auch eine entsprechende Erhöhung ertragen. Endlich und nicht zuletzt hat die Reichspostverwaltung auch auf Ersparnisse bei ihren Betriebsausgaben insbesondere durch Verminderung des höher vorgebildeten Per­sonals hinzuwtrkeu. Im Allgemeinen wird man nicht in Abrede stellen können, daß bei der Postverwaltung mit dem Personal eine gewisse Verschwendung getrieben wird, viel­leicht nicht eine quantitative, so doch eine qualitative, inso­fern, alS man für verhältnißmäßig leichte und mechanische Arbeiten Beamte mit unverhältnißmäßig hoher Vorbildung verwendet. Thatsächlich haben in der Eisenbahnverwaltung Beamte von geringerer Vorbildung vielfach schwierigere Arbeiten zu bewältigen. In anderen Ländern arbeitet die Post nach dieser Richtung hin sparsamer und billiger. Als nach dem Kriege im Elsaß die deutsche ReichSpostverwaltung eingerichtet wurde, hat man sich vielfach darüber ge­wundert, daß kleinere Postämter, die früher von einer Frau und einigen Unterbeamten besorgt worden waren, mit der

doppelten und dreifachen Zahl deutscher Beamten und Unter­beamten besetzt wurden. Ja der deutschen Poftverwaltung soll nun zwar kein Rückschritt eintreten, sie gilt mit Recht und allgemein für musterhaft, aber es läßt fich nicht leugnen, daß bet ihr ähnliche Einschränkungen und Ersparnisse vorgenommen werden können, wie fie bei der Reorganisation der preußi­schen Staatsbahnen so erfolgreich durchgeführt worden stad. BemerkenSwerth ist, schreibt hierzu dieKöln. Ztg.", daß die Kreuzzeitung fich in den Grundgedanken mit Anschauungen begegnet, die jüngst diePost" entwickelt hat. Der Artikel derPoft- wendet sich nämlich gegen Vervollkommnungen und Erleichterungen, die unter dem verstorbenen SiaatS- srcretär v. Stephan zum allgemeinsten Nutzen und zu all­gemeinster Genugthuung im Dtenstbetriebe der Poft eingeführt worden find, und redet einer RückwärtSresorm das Wort. Insbesondere verlangt fie von der Poftverwaltung eine stärkere Hervorkehrung des fiscalischen Standpunktes und die Schaffung höherer Einnahmen. Die Art und Weise, wie das nach der Post" erzielt werden soll, ift unfi im höchsten Grade un­sympathisch. Insbesondere scheinen es die Füafzig-Pfennig- Packete zu sein, auf die eS diePost" abgesehen hat, und die angeblich unangemessenen Beiträge, die die Eisenbahnen durch freie Beförderung der Post zahlen, möchte diePoft" durch Erhöhung der Packeltarife in Wegfall bringen. Ganz abgesehen davon, daß Tariferhöhungen durchaus nicht immer gleichbedeutend find mit Betriebseinnahmen, sondern daß fie oft das Gegentheil bedeuten, würde dadurch eine der größten Errungenschaften, die billige und zugleich für den Verkehr so außerordentlich bequeme Packetbesörderung, geschädigt und ein Verkehrsmittel unterbunden werden, daS sich bei allen Klassen auf das segensreichste bewährt hat. In ihremReform"- eifer geht diePoft" aber noch weiter und schreibt:Rück­sichtslose Beseitigung jegliches VerkehrSluxuö und Beschränkung des Personals auf das unbedingt Nothwendige find vor allem die beiden Mittel zur Erreichung dieses Zieles gewesen. Bei der Poftverwaltung dürfte neben den Bauten namentlich der letztere Punkt scharf inS Auge zu fassen fein und zwar auch nach der Richtung, ob nicht vielfach daS Personal für die von ihm zu verrichtenden Dienste viel zu hoch qualistcirt ist." Bisher waren wir in Deutschland immer stolz darauf, daß unser Postpersonal eine anerkannt hohe Stellung einnahm, und die Bestrebungen deS verstorbenen StaatSsecretärs gingen immer daraus, eS materiell und moralisch immer mehr zu heben. Er sand hierbei die Zustimmung aller in Betracht kommenden Factoren, insbesondere deS Reichstags, ja man warf ihm in letzter Zett manchmal sogar vor, daß er in dieser Beziehung nicht schnell genug vorgehe. Jetzt im Zeit- alter des Verkehrs soll nun auf einmal ein rückgängiger Kurs eingeschlagen werden und die Errungenschaften der letzten Jahr­zehnte zurückgeschraubt werden! Wir meinen, daß es genügt, diese Forderung niedriger zu hängen, um ihr die abfälligste Beurtheilung zu sichern. Nebenbei bemerkt, wundert eS uns, daß es grade die agrarische Presse ist, die einer Beschränkung des Personals das Wort redet. In letzter Zeit ist die Ver- mehrung der Beamten gerade dadurch hervorgerufen worden, daß die Postverwaltung immer neue, auch entlegene Orte in ihren Verkehr hinetnzog und ihr Betriebsnetz in einem Maße vergrößerte, wie wir es in keinem andern Staate finden. In erster Linie kamen diese in hohem Grade culturell wirkenden, im einzelnen vielleicht nicht immer rentablen Aus­gaben der ländlichen Bevölkerung zugute, alS deren beson­dere Vertretung sich ja die agrarische Presse geberdet. Wie fie gerade dazu kommt, eineReform" zu befürworten, die insbesondere die Landbevölkerung schädigen müßte, ist uns, abgesehen von sachlichen Bedenken, auch vom Partetstand- punkte völlig unverständlich.

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Wolff« telegraphische« Correfponbenz-Bureau.

Berlin, 6. Juli. Betreffs der Uebernahme der Geschäfte durch StaatSsecretär v. PodbielSkt stellt dieNordd. Allg. Ztg." Folgendes fest: Nach dem Tode de« Staats» fecretär« v. Stephan leitete bekanntlich Unterftaatfifectttär Fischer stellvertretungsweise die Ressortgeschäfte, bis er vor Kurzem seinen Erholungsurlaub antrat. Dann übernahm der von Washington zurückgekehrte Director Fritsch die Stell­vertretung des StaatSsecretärs, an dessen Stelle in den letzten beiden Tagen Director Wittko getreten war. Heute Mittag 12 Uhr empfing StaatSsecretär v. Podbielskt die höheren Beamten des Reichspostamtes.

Berlin, 6. Juli. Den Abendblättern zufolge findet Abends im Kaiserhof ein AbschiedSmahl zu Ehren des Staat-mintstcrS v. Boetticher statt, an welchem fämmtliche BundeSrathSbevollmächtigte theilnehmen.

Berlin, 6. Juli. DasReichsgesetzblatt" enthält etne Bekanntmachung betr. die Ausführungs-Bestimm­ungen zum Margarinegesetz.

Berlin, 6. Juli. DieNordd. Allgem. Ztg." meldet: Der Vortragende Rath im Auswärtigen Amte, v. Lindenau, begibt fich für die Dauer des bevorstehenden Aufenthalte« des Reichskanzlers in Auffee zur Dienstleistung dorthin.

Wien, 6. Juli. Nach einer Meldung derPol. Lorr." aus Konstantinopel ist die energische Durchführung der angeorbnetea Entwaffnung und Heimsendung der bei dem CorpS in Epirus befindlichen albanesifchen Freiwilligen neuerdings verfügt worden.

Prag, 6. Juli. Dte Gattin des deutschen Reichskanzler- Fürsten v. Hohenlohe kaufte die Allodialherrfchaft Kol in sammt Dolan für 290000 Gulden.

Pari«, 6. Juli. In der heutigen Sitzung des Mi- nisterratheS wurde der Minister des Innern, Barth ou, ermächtigt, einen neuen Credit von 1 Million Francs zur Unterstützung der Opfer der Ueberschwemmungen in der Kammer einzubriugen. Der Colonialmiuister Lebou theilte mit, daß General Gallieni am 3. d. M. in Tamatave eingetroffen ist, nachdem er eine Rundreise um die ganze Insel Madagaskar auSgeführt hat.

Pari«, 6. Juli. Deputirtenkammer. Krantz erstattet den Commssfion-bericht über die Credttvorlage von 500000 Francs für die Reife des Präsidenten Fanre nach Rußland und beantragt die Dringlichkeit und die unverzügliche Berathung der Vorlage, welche von der Kammer beschloffen wird. Der socialistische Deputirte Dejeante bekämpst den Antrag, indem er aus führt, die Republik sei nicht errichtet, um der Tyrannei zu huldigen. (Gelächter.) Dejeante bemerkt weiter, daß da- Geld Frank­reichs zur Linderung deS Arbeiterelends besser angewendet würde, alS zur Verherrlichung eines Kaiser-. (Langanhaltende Unruhe.) Der Kammerpräfident Brisson betont demgegen» über, daß von einer Verschwendung nicht die Rede sein könne, wenn es sich darum handle, einen Besuch der Artigkeit und Höflichkeit abzuftatten. (Lebhafter Beifall.) Renou (Socialtst) begründet hierauf unter lebhaftem Widerspruch deS Hanfes einen Antrag, welcher den Credit zur Unterstützung der Opfer der Arbeitslofigkeit verwendet wissen will. Der De- putirte Faberot unterstützt den Antrag. Brisson unterbricht den Redner, indem er darauf hinweist, daß der Besuch de« Kaisers von Rußland in Frankreich ein Besuch der Höflichkeit und Freundschaft gewesen fei, über den Frankreich glücklich und stolz war. (Lebhafter Beifall.) Hierauf wird der Antrag Renou ohne Stimmzählung abgelehnt und der Credit mit 447 gegen 29 Stimmen bewilligt.

London. 6. Juli. Der internationale Congreß der Schiff-architecten und Marineingeuieure wurde heute im Gebäude des Imperial-Instituts eröffnet. Der Prinz von Wales hieß die erschienenen Delegirten im Namen der Königin herzlich willkommen, während der erste Lord der Admiralität, Goschen, sie Seiten- der Regierung begrüßte. ____________

Depeschen dc« Bureau .Herold/

Berlin, 6. Juli. Reichskanzler Fürst Hohenlohe, der bekanntlich auf feinem Stammschloß SchillingSfÜrft weilte, ist, wie derLocalanzrlger- meldet, heute mit feinet Familie von dort nach Aussee weitergereist.

Berlin, 6. Juli. Herr v. PoddielSki hat heute Mittag 12 Uhr die höheren Beamten des Reichspostamts empfangen. Die Deutsche Laudwirths chaftS-Ge- sellschaft sandte Herrn v. Podbielskt zu seiner Ernennung ein herzliches Glückwunschschreiben, in welchem zugleich daS lebhafte Bedauern ausgedrückt wird, eine fo hervorragende Straft ihren Bestrebungen entzogen zu sehen.

Berlin, 6. Juli. Zn der Sitzung, die feiten- der vom Oberpräfidenten eingeladenen Delegirten deS Aelteften- ColleginmS und des Vereins Berliner Getreide- und Productenhändler heute abgehalten wurde, um zu der Einladung Stellung zu nehmen, wurde mit knapper Majorität befchlofleu, der Aufforderung Folge zu geben.

Berlin, 6. Juli. Wie derBötfen-Courier" hört, hat von Tausch nunmehr sein PenfionirungSgesuch ein» gereicht.

Berlin, 6. Juli. Zahlreiche Vergiftungen durch Genuß von Krebsen find in dem Hause Rostocker Straße 50 vorgekommen. Einer der Vergifteten, ein Ar­beiter, ist gestorben. Die andern sind bereits wieder her­gestellt oder befinden fich auf dem Wege der Besserung.

Elberfeld, 6. Juli. In den hiefigen Farbwerken, vor» «als Bayer, ist heute Vormittag ein große« Schaden-