nicht möglich, ohne Schädigung auf die Dauer derartige große Gewerbe zu betreiben, wenn der persönliche Verkehr zwischen Erzeuger und Verbraucher derart erschwert ist, wie es bisher zwischen Gießen und Hagen der Fall war. Die Bittsteller geben gern zu, daß auf dieser Strecke eine ge- uügeude Zahl von Zügen verkehrt, betonen aber, daß keiner der vier Züge zwischen Gießen und Hagen, keine der sechs Zugverbtndungeu zwischen Siegen und Hagen auch nur den mäßigsten Anforderungen in Bezug auf Schnelligkeit entspricht. Sie legen — wohl vom besonderen Siegerländer Standpunkt aus — keinen Werth auf die große Zahl der durch- gehenden Verbindungen, um so größeren aber auf gute und zahlreiche Localzüge und daneben auf wenigstens eine durchgehende Verbindung, die es dem GefchäftSmaune ermöglichen, seine Reise nach dem Süden sowohl wie nach dem Norden ohne allzugroße ZeitversSumniß auszuführen. Auch der Besuch der NordseebSder wird, wie es dann weiter in der bezeichneten Eingabe heißt, durch die vorgeschlagene Zugver- btndung ganz außerordentlich erleichtert, was mit Rückficht auf den Wettbewerb der holländischen und belgischen Bäder im Iutereffe der ganzen westlichen Provinzen unseres Vaterlandes liegt. Die Ueberfüllung der benachbarten Bahnen, daß dringliche örtliche Bedürfuiß würden dafür sorgen, daß die geplante Zugverbindung dem Staat keine besonderen Unkosten machen, sondern fich selbst erhalten werde. Dies wird daun noch des Näheren auSgesührt. Die guten Gründe der Eingabe werden hoffentlich ihres Eindruck- an maßgebender Stelle nicht verfehlen, wie sie denn auch von den in erster tiate zuständigen BerkehrSbehörden gebührend gewürdigt worden find, wie der Vorschlag der Eisenbahndirectionen zeigt.
•• Der Verband deutscher Kriegs-Veteranen, Sitz Leipzig, hat Feldzug»-Erinnerungen, alS: Waffen, Geschoffe, Uniformen, Helme, Rüstungen, Bilder, Bücher, Handschriften, militärische Orden und Ehrenzeichen, sowie Dienst-AuSzeich- mngen, plastische Figuren berühmter Militärs aus allen Zetten und Ländern, die von den alten Veteranen aus den früheren Feldzügen mitgebracht und gestiftet wurden, gesammelt und hieraus ein Museum errichtet, welches zum Besten armer und kranker Veteranen gezeigt werden soll. Die Stadt Leipzig hat dem Verbände hierfür Räume in städtischen Gebäuden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Sammlung soll nach Fertigstellung des in Leipzig zur errichtenden Völkerschlacht-Denkmals von 1813/14/15 mit diesem vereinigt werden. Wahrend der Sächfisch-Thüringischen Industrie- und Gewerbe-Ausstellung zu Leipzig wird die Sammlung in der Abtheilung „Alt-Leipzig" im Rathhaussaale eben» salls zum Besten hülf-bedürstiger Krieger gezeigt. Veteranen und Patrioten werden dringend gebeten, Gegenstände für das genannte Museum zu stiften, damit die Sammlung des guten Zweckes wegen eine reichhaltige und sehenswerthe wird. Regt- mentS- und Kriegsgeschichten, sowie auf die Centrnarfeier bezügliche Bücher und Broschüren werden gleichfalls dankbar entgegengenommen. Die Namen der Geber werden im Catalog verzeichne',. Bi» jetzt find ca. 1000 interessante Sachen, welche an die ältesten und neuesten Feldzüge aller Länder erinnern, eingegangen. Etwaige Geschenke wolle man an den Verband deutscher KriegS-Beteranen in Leipzig senden.
• • Wahlcuriofum. Man schreibt unS: Ja dem benachbarten Vetzberg ereignete fich bet der dortigen Gemeinde- rathSwahl folgendes Wahlcuriofum: Der Herr Vorsteher leitete den Wahlact und war bis gegen 4 Uhr beschäftigungslos, als um diese Zeit zwei Leute eintraten, welche ihrer Bürgerpflicht genügen wollten. Der Herr Vorsteher begrüßte die beiden Eintretenden, wovon der eine Schirmflicker und der andere Lumpensammler war, mit folgenden Worten: „Endlich bekomme ich einmal Beschäftigung, Ihr seid die Ersten heute." Darauf erwiderte der Schirmflicker: „Hannes, do will ich dr e göre Rat gewe, do wählste mech und ich wähl dech" und so geschah eß. Am Abend gingen der Schirmflicker und der Lumpensammler, die erst ein halbes Jahr hier wohnen, einstimmig au» der Urne hervor. So geschehen Anno domini 1897.
• • Die atmen Thüringer Weber bitten die deutschen Hausfrauen um Arbeit. Es werden die verschiedensten, mit der Hand gewebten Stücke (Taschentücher, Tischtücher, Bettzeug, Unterröcke rc.), dauerhafte Waare, dabei gut und billig, offerirt. Man wende sich an Herrn S. F. Grab el in Gotha.
* Eine neue wichtige Fahrrad - Erfindung wurde am Sonntag in Frankfurt a. M. erprobt, die schon im Mainzer Corso Aufsehen gemacht hat. ES handelt sich um ein zweites Kettenrad, da» für den Handbetrieb eingerichtet ist. Eine Hebel-Anordnung überträgt den Druck deS Körpergewichts auf eine zweite Kette, die von der Lenkstange vertical zur Radaxe führt. Das neue Fahrrad, das vermehrte Schnelligkeit, besonders beim Bergauffahren gewährt, und auch eine gleichmäßige Arbeit deS ganzen Körpers ermöglicht, ähnlich wie beim Rudern, hat, soweit der erste Eindruck reicht, eine bedeutende Zukunft.
§ Klein Linden, 6. April. Seit ungefähr einer Woche treibt fich Tag und Nacht zwischen Klein-Linden und dem Bergwerk ein dunkelhaariger, großer, schöner, möglicherweise werthvoller Spitzhund herrenlos auf dem Felde herum. Gleichzeitig geht da- Gerücht, daß ein solcher Hund an der Eisenbahnstation bei Großen > Linden aus dem TranSport- kasten entsprungen ist und nicht wieder eingesangen werden tonnte.
Vennberg, 5. April. Gegen die Landtagswahl des hiesigen Bezirk» ist Seitens der Antisemiten Protest erhoben worden. Heute weilte der RegierungSrath Herr Dr. Wagner behus» Untersuchung der eingelaufenen Beschwerden in Stangenrod. Die Sache kann insofern wichtig werden, als der Wahl- mann in Stangenrod mit 16 gegen 15 Stimmen gewählt wurde, und der Landtagsabgeordnete Herr KreiSrath Schönfeld von Schotten mit 17 ,gegen 15 Stimmen aus der Arne hervorging. Sollte die Wahl in Stangenrod annullirt und daselbst ein antisemitischer Wahlmann gewählt werden,
so würde fich die Stimmenzahl bei der Hauptwahl, vorausgesetzt daß kein Wahlmann umsällt, auf 16 gegen 16 stellen. Wie verlautet, hat die Untersuchung nichts Gravirendes zu Tage gefördert.
•h. Mainzlar, 5. April. In Nr. 75 de» „Gießener Anzeiger" finden wir au» Daubringen ein Eingesandt, betr. den Bahnbau Londorf-Lollar. Einsender de» Artikel» scheint in diesem Falle nicht so ganz localkundig zu fein, wenn er schreibt: der Bahnhof Mainzlar tarne oberhalb Mainzlar auf die sogenannte Pfingstweide, denn betreffende» Gelände liegt im Mittelpunkt zwischen Mainzlar und Trei». Einsender hat vielleicht die Bahnkarte durch eine trübe Brille betrachtet, denn der Bahnhof kommt direct vor den Ort. Dann schreibt Einsender weiter: Daubringen überrage Mainzlar an Bevölkerungszahl und Industrie. Ersteres müffen wir zugeben, denn Daubringen steht an Bolkswirthschaft gegen keines im ganzen Lumdathal gelegene Dorf zurück. Was aber Industrie und Handel anbetrifft, glauben wir annehmen zu dürfen, daß Mainzlar Daubringen doch zweimal übertrifft. Ferner behauptet Einsender: der Stadt Staufenberg wäre Daubringen gelegener, auch da scheint Einsender etwa» nervös zu sein, denn Staufenberg hat auf Mainzlar den Weg näher und bester. Was Wteseck und baß Busecker Thal anbelangt, hat man nach Mainzlar einen schönen Weg und die Entfernung von Daubringen nach Mainzlar beträgt einen halben Kilometer. Bei Hochwasser der Lumda wäre ein bei Daubringen geplanter Bahnhof von dieser Seite aus nicht erreichbar. Wir wollen den Daubringern keinen Bahnhof absprechen, aber wenn Daubringen seinen Zweck erreichen will, darf eß andere Dörfer nicht zurücksetzen.
§ Rieder-GemLudeu, 5. April. Unter dem Vorfitz beß KreiSschulinspectorß Matheß auß Alsfeld und zahlreicher Betheiligung der Lehrer beß Bezirks Nieder-Gemünden fand am vorgestrigen Samßtag die letzte amtliche Conferenz für das laufende Schuljahr in der Södler'schen Gastwirthschaft hier statt. Zur festgesetzten Stunde eröffnete der Vorsitzende die Conferenz und schritt zur Erledigung der Tagesordnung, auf der als erster Gegenstand: Auswahl deutscher Lesestücke sich befand. Der Referent, Herr Lehrer Dern aus Nieder-Ohmen, behandelte in seinem meist frei gehaltenen Vortrage als 1) allgemeiner Theil eine Auswahl der Lesestücke a. mit Rücksicht auf den Zweck der Erziehung, b. auf die Natur beß kindlichen Geifteß, c. auf den Lehrplan und d. auf besondere Schulverhältnisse - im speciellen Theile feineß Referates erörterte er die maßgebenden Oe* * sichtspunkte bei der Auswahl der Lesestücke auf der Unter-, Mittel- und Oberstufe. Die dankenßwerthen Ausführungen de» Referenten fanden den Beifall des Vorsitzenden und der ganzen Conferenz. Der Vorsitzende regte hiernach eine Debatte an, in deren Verlauf mancher für den Leseunterricht wichtiger Factor zur Besprechung gelangte. Von dem zweiten Vortrag, der fich noch auf der Tagesordnung befand, wurde wegen der vorgerückten Zeit abgesehen. Nach einigen trefflichen Winken deS Vorsitzenden aus der Schule — für die Schule schloß derselbe den amtlichen Theil der Conferenz, dem sich ein gemeinsames MittagSeffen anreihte.
A Mainz, 5. April. Bezüglich der für daS Jahr 1898 hter projectirten großen Gartenbauausstellung fand gestern auf Einladung deS hiesigen GartenbauvereinS eine Conferenz von Vertretern von Gartenbauvereinen sowie Autoritäten auf dem Gebiete der Gartenkunst aus Frankfurt a. M, Darmstadt, Worms, Heidelberg, Karlsruhe, Wiesbaden, Mannheim, dem Rheingau u. s. w. statt, um ihre Meinung über die geplante Ausstellung auszutauschen. Don allen Seiten wurde das Jahr 1898 als das zunächst günstige zur Abhaltung der Ausstellung bezeichnet und für dieselbe von fämmtlichen Vertretern volle Sympathie und Unterstützung zugefagt. Von der Abhaltung einer internationalen Ausstellung rieth man allseitig ab und sprach man fich einstimmig für e ne große allgemeine deutsche Garten- bauauSstellung auS. Das für die Ausstellung in Aussicht genommene Terrain in der „Neuen Anlage" wurde als ganz außerordentlich geeignet anerkannt, und von den anwesenden Autoritäten ausgesprochen, daß in weiter Umgebung von Mainz kein besserer Platz für eine Gartenbauausstellung gefunden werden könne. — Obwohl die bisherige rauhe Witterung dem WachSthuw der Spargel hinderlich war, ist in den nahen Gemüfeorten Gonsenheim, Mombach, Finthen der größte Theil der diesjährigen Ernte bereits an Conserven- fabriken und Großhändler verkauft. Für den besten Spargel find über 30 Pfg. und für die geringen Arten 10 biß 12 Pfg. per i/i Kilo vereinbart.
* Berlin, 4. April. Die „Posener Zeitung" bringt über den Fall Grütter von einem Augenzeugen auß Schwetz eine Mittheilung, die bestätigt, daß der Lehrer Grütter in der 4. Klasse mit feinen Mitreisenden in eine DiScusfion über die Schwetzer ReichßtagSwahl geraten und schließlich mit einem derselben handgemein geworden war, wobei beide Stöcke gebrauchten. Die Nothbremse, die gezogen wurde, hätte versagt, da dieselbe in dem betreffenden Waggon außer Thätigkeit gewesen sein soll. Deßhalb wandte fich der Augenzeuge nach dem Gepäckwagen. Alß er jedoch zurück kehrte, fand er Grütter nicht mehr vor. Nach einer Mit- theilung, die ihm von einem anderen Mitreisenden gemacht wurde, soll Grütter auß dem Wagen gesprungen fein. Aus der Station Tereßpol wurde der Zugführer von dem Vorfall in Kenntniß gesetzt. Der Berichterstatter der „Posener Zeitung" hat fich auch bereit» bei der Staatßanwaltschaft gemeldet.
• Berlin, 3. April. Der Bankier Emil Klein wurde heute von der Strafkammer wegen unlauteren Wettbewerb» zu sechs Monaten Gesängniß verurtheilt. Klein hatte fich durch einen Kaffenboten Eintritt in daß Geschäftßlocal der Berliner Commerzbank nach Schluß der Geschäftszeit verschafft und dort die Namen der Kunden au» den Geschäfts
büchern ersehen. Dann hatte Klein anonyme Briefe an diese Kunden geschrieben, in denen der Inhaber der Commerzbank, Märcker, verdächtigt wurde mit der Absicht, die Kunden dem Klein'schen Geschäft zvzusühren. Der Staatsanwalt hatte gegen Klein einen Monat Gesängniß und 1000 Mk. Geldstrafe, im Nichtzahlungsfalle vier weitere Monate Gesängniß beantragt; der Gerichtshof entschied, daß wegen der Schwere de» Falle» nicht auf Geldstrafe, sondern auf Gesängniß zu erkennen sei.
• Ein vegetarische» tzotel, da» erste in seiner Art, soll im Anschluß an eine seit längerer Zeit bestehende Speise- wirthschaft in Berlin errichtet werden. DaS neue Unternehmen wird gleichzeitig auch mit anderen einschlägigen Reformeinrichtungen, Naturheilbad, Reformbetten, Halle für Leibesübungen rc., versehen fein.
• Eisenberg, 2 April. DaS Fabrikgebäude der Wurst« sabrikanten Gebrüder Pilling Hierselbst ist niedergebrannr, wobei gegen 400 Centner Wurst im Werthe von 38000 Mk. verloren gingen; Brandstiftung foll bestimmt nachzuweisen sein.
• Rinteln, 2. April. Beim Umzuge beß Gastwirth» Ahrberg hatte fich dessen fünfjähriger Sohn in daß Schiff des Möbelwagens gesetzt. Unterwegs versuchte er au-zu- steigen, kam unter daß Rad und war nach einigen Minuten tobt.
• Kreuznach, 2. April. Am hiesigen Gymnasium bestand dieser Tage Fräulein M. Gleiß an» Hamburg das Abiturientenexamen. Daß junge Mädchen rottb fich dem Studium der Medictn widmen.
• Von dem Vermögen der Großherzogin von Weimar in Höhe von 84 Millionen Mark sollen 40 Millionen an den Großherzog, 20 Millionen an den Erbgroßherzog und je 5 Millionen an ihre beiden Töchter, sowie an den zweiten Sohn beß verstorbenen Erbgroßherzog» gefallen fein. Der Rest soll in Legaten vertheilt sein. Bezüglich de» ihrem Gemahl zugefallenen ErbtheilS foll bie Großherzogin beftünnu haben, daß davon in dem Sinne und Umfange, wie sie e» selbst gethan, Mittel zu wohlthätigen Zwrcken und zur Unterhaltung gemeinnütziger Anstalten auch künftig aufgewenbet werden.
• Al» Zeichen de» Aberglauben» verzeichnet die „Münchener Allg. Ztg." die Tdatsache, daß am 1. April d. I., ebensowenig wie im Vorjahre, Niemand in den Stand der Ehe zu treten wagte. Auf dem Standeßamt sand daher keine einzige Trauung statt.
• Der letzte Veteran von 1818. Nachdem der frühere Gendarm Hering, 101 Jahre alt, und Lieutenant v. Bähr, 103 Jahre zählend, fast gleichzeitig zur großen Armee ad. gegangen, erfreut sich nur noch einer der tapferen Veteranen der Freiheitskriege feines Daseins. E» ist die» der Tischler- meister Kaufmann in Rettgenstädt, der, 104 Jahre alt, geistig und körperlich noch sehr frisch ist.
* Heber da» «rußen veröffentlicht Hermann Heiberg im jüngsten Heft der „Jugend" eine lesenöwerthe Plauderei, der wir die nachfolgenden, auch für unsere schönen Gießenerinnen beherzigende Stellen entnehmen: Unter den civilifirten Völkern zeichnen fich die Engländer durch die vornehmste Auf- fassuug beß Gruße» auß. Nicht der H»rr, sondern die Dame neigt bei Begegnungen auf der Straße zuerst das Haupt. Sie zeigt, wen sie ihreß Grußrß werth erachtet. Ihr Gruß vermag einem empfänglichen Menschen einen frohen Tag za verschaffen, während deutsche Damen durch ihr steife» Kops- neigen und die ausdruckslose Miene an dem Vorhandensein eines jeglichen esprit de conduite verzweifeln lassen, von Herzensliebenswürdigkeit nicht zu reden. E» giedt sogar deutsche Domen, die e» in ihrer strafwürdigen Prüderie al» eine unerlaubte Zuvorkommenheit betrachten, einen Herrn über- Haupt zu beachten, ihm einen Blick zu gönnen, wenn er, durch irgend eine Zufälligkeit abgelenkt, sie nicht gleich beachte'. Sie schreiten vorüber, als ob sie fich fern aus einem Boule- vard unter fremden Völkern befänden. Man lehrt sie als Kinder gar vieles, aber vergißt ihnen zu sagen, daß der Gruß zur Lebensart g:höre, daß fich eine Frau eine» ihrer höchsten Reize begtebt, wenn sie diese Höflichkeit-sorm vernachlässigt. Wenn die Damen ahnten, welchen Eindruck e» hervorrust, wenn der Kopf auf den Schultern fitzen bleibt, al» sei die NackrnmuSkel von Holz, die Miene unveränderlich, al» fei» fein bewegliche» Angesicht von Fleisch und Blut, sondern eine MaSke, sie würden schon au» weiblicher Eitelkeit ihr Ich dresfiren. Manche führen sogar eine DoppelmaSke; für eine Secunde legt fich in da» Geficht ein lächelnder Ausdruck, m der nächsten ist'» wieder unbeweglich marmorn. Zum Gruß gehört die Miene. Da» Hutabziehen ist nur ein begleitender Act bei den Männern, und im Grunde etwa» höchst Heber flüssiges.
• Aecht oder gefälscht? (8» ist nicht- leichter, al» ver dächtigen Rothwein auf feine Aechthett und seinen Ursprung hin zu prüfen. Man braucht bloß einige Tropfen auf ttn Stückchen gewöhnlicher Kreide (wie man sie -um Schreiben verwendet) zu tropfen. Wird der Fleck braun ober fdjtefer- grau, so ist der Roihwein ächt und unverfälscht; wird er blau, in» violette spielend, trinkt man Hetdelbeersast; ist ter Wein mit Malvenstoff gefärbt, färbt sich die Kreide dlou ober grün; ist der Fleck unverändert roth, so girße man der Wein schleunigst weg. bann nämlich verdankt er seine Farbe dem scheußlichen Fuchfln ober b-m K rmcflbeenniaft.
^rhns,offe-”
Ei N M S Br™ ■ ■3Ran schreib« um INUsirr exW
W ■ M W ■ ■ flnj.'bt M (iktrurfcDire.
von Elten & Keussen, Fabrik und Handlung, Crefeld.
Kunst-Ausstellung,
nähme de» SamStagS, von 11 vtS 1 Uhr, am Mittwoch amb noch von 3 bis 5 Uhr. Coeateg» ununterbrochen »•* » H» 8 W)t. — Eintrittspreis für Nichtmitgliever an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg.


