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Nr. 83 Zweites Blatt. Donnerstag den 8» April
Der Kießeuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener Aamitienökäller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelcgt.
Meßmer Anzei ger
Kmerat-Mnzeiger.
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Aurts- und 2lnzeigeblntt für den ICrek Gieren.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Ubr.
Hratisbeikage: Gießener Kamilienötätter.
Alle Annoucen-Bureaux des In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- ent^yen.
AnrLLichee Lbeil.
Bekanntmachung.
Diejenigen Herren, welche durch Vermittlung des Land- »irthschaftlichen BezirkSvereinS Saat Kartoffeln beziehen, werden hierdurch ergebenst benachrichtigt, daß die vor dem 1. April L I. eiugelaufenen Bestellungen auSgeführt und die Kartoffeln bereits aus Sachsen abgesandt find. Die nach dem 1. April l. I. eingelaufenen Bestellungen konnten nicht mehr aaSgeführt werden, weil keine 200 Centner (ein Waggon) nach dem Termin noch weiter bestellt worden find. Sollten innerhalb 6 Tagen noch soviele Bestellungen einlaufeu, taß noch 200 Centner bestellt werden können, so sollen auch tiefe Bestellungen noch auSgeführt werden.
Die Kartoffeln find bei dem Empfang baar zu bezahlen.
Die Kartoffcln kosten:
Bruce, pro Centner iuclufive Sack Mk. 2.70,
Professor Märker ..... SRf. 3.25,
Imperator.......Mk. 2.25,
Weltwunder.......Mk. 2.25,
Frühe Rosa.......Mk. 2.50,
Späte Rosa.......Mk. 2 50,
Schneeflocken.......Mk. 2.50,
Magnum bonum.....Mk. 2.50,
Der Uebernehmer hat die Kartoffeln franco Gießen gegen eine Vergütung von 50 Pfg. pro Centner zu liefern vvd den Mehrbetrag an Transportkosten nach Vertrag zu Übernehmen.
Weiteren Nachbestellungen steht man daher längsten- innerhalb 6 Tagen entgegen.
Gießen, den 7. April 1897.
Der Director des landwirthfchaftlichen BezirkSvereinS.
C. Jost, Regierungsrath i. P.
Da«
3. Großh. Hessische Infanterie-Regiment (Leib-Regiment) Rr. 117
setert am 10. Juni 1897 das Jubiläum seines 200jährigen SiestehenS und ladet alle Beteraue«, welche die Feldzüge 1866 und 1870/71 beim Regiment mitmachten, sowie die- j nigev Unteroffiziere, welche nach dem Feldzüge 1870/71 octiv im Regiment dienten, hierzu ein.
Alle, welche hiernach berechtigt und bereit find an dem flefte Thetl zu nehmen, wollen fich, soweit sie i« Großherzog- ihn« Hessen oder im Laudwehrbezirk Frankfurt a. M. wohnen,
bis spätestens 1. Mai d. Js., mündlich unter Ausweis ihrer Persönlichkeit bet dem nächsten Meldeamt deS Landwehrbezirks ihres Wohnorts anmelden. Bei Verlust der Mtlitär- paptere find genaue Angaben über das frühere militärische Dlenstverhältniß erforderlich. Soweit die Betreffenden außerhalb Hesien bezw. des vorgenannten Landwehrbezirks wohnen, wird um schriftliche Anmeldung beim Regimenr zu gleichem Termin ersucht.
Den Angemeldeten wird spater ein Ausweis ausgehän- dtgt. Diese Ausweise geben allein ein Recht zur Thetlnahme am Fest,- die Verausgabung derselben erfolgt Ende Mai nach vorhergegangener Bekanntmachung.
Mainz, April 1897.
8. Großh. Hess. Infanterie-Regiment (Leib-Regiment) Rr. 117.
Bekanntmachung.
Der Kreis Marburg ist nunmehr wieder seuchevfrei.
Die Biehmärkte finden deshalb von jetzt ab wieder an den im Kalender vorgesehenen Tagen statt.
Für den Auftrieb von Vieh gilt nachstehende
Marktordnung.
1. Am Markttage und an den beiden voraufgehenden Tagen find an den Eingängen zur Stadt bezw. Marktplatz zuverlässige mit den Erscheinungen der Maul- und Klauenseuche vertraute' Männer in geeigneter Zahl aufzustellen, welche den Gesundheitszustand der Thiere und die unter Ziffer 5 erwähnte Bescheinigung zu prüfen haben.
2. Thuulichst in der Nähe der OrtSeingauge find genügende Beobachtungsräume — Ställe, Scheunen — in Bereitschaft zu halten.
3. Den einzelnen Thtergattungen find getrennte Marktplätze anzuweisen.
4. Für Schafe sind die erforderlichen Pferche, für Rindvieh feste Barren zum Aubinden bereit zu halten.
6. Jeder, welcher Wiederkäuer und Schweine am Markttage und an den beiden voraufgehenden Tagen in den Marktort bringt und in diesem fetlbietei, hat durch eine Bescheinigung der Polizeibehörde des Ursprungsortes der Thiere den Nachweis zu führen, daß in diesem die Maul- und Klauenseuche nicht herrscht und daß der Ort nicht zu einem Beobachtungsgebiet im Sinne des § 59a der BundeSrathS-Jnstruetion vom 27. Juni 1895 gehört.
6. Die Bescheinigung, tu welcher Rindvieh einzeln nach Geschlecht, Alter, Farbe, Abzeichen, die übrigen Thiere sum- martsch nach Geschlecht, Alter und Farbe genau verzeichnet sein müffen, hat nur eine fünftägige Giltigkeit, Ausstellungstag eingerechnet.
7. Wiederkäuern und Schweinen, bezüglich deren der Einbringer oder der Verkäufer den Nachweis unter 1 nicht führen kann, ist der Eintritt in den Marktort bezw. auf dea Marktplatz an den unter 1 näher bezeichneten Tagen zu versagen.
8. Wiederkäuer und Schweine, welche seuchenverdächtige Erscheinungen wahrnehmen lassen oder aus einem Beobachtungsgebiet stammen oder deren UrsprungSzeugniß abgelaufen, nicht beizubringen, unvorfchriftSmäßig oder gefälscht ist, find einer fünftägigen Beobachtung durch den beamteten Thierarzt zu unterwerfen.
9. Auf den Marktplätzen darf das Vieh nicht herumgeführt werden.
10. Die Kosten der Beobachtung trägt der Sigenthümer der Thiere.
Marburg, den 28. März 1897.
Der Königliche Landrath:
v. Negeleio.
Cocales nttö provinzielle»
Gießen, den 7. April 1897.
*• Schuellzugverbindnug Hagen-Frankfurt a. M Im Sieger- lande wird das Bedürfniß einer SchnellzugSoerbtu- düng zwischen Frankfurt a. M. und Hagen i. W. über Gießen—Betzdorf—Stegen sehr lebhaft empfunden, wie neuerdings eine Bittschrift erkennen läßt, die die Handelskammer und der Berg- und Hüttenmännische Verein Stegen an den Verkehrsminister gerichtet haben, weil letzterer den Vorschlag der zuständigen König!. Eiseubahndirectioneu, obige Schnellzugverbindung neu eiozusühren, nta-r genehmigt hat. Die Eingabe gibt dem Bedauern Ausdruck, den dieser Entscheid in den betheiligteu Gegenden hervorgerufen hat und legt dann eingehend die Gründe dar, die für die Herstellung der gewünschten Verbindung sprechen. Zunächst seien die Schnellzüge der Main-Weserbahu und die Schnellzüge auf den rheinischen Bahnen im Sommer überfüllt, während eine Vermehrung der Schnellzüge auf den genannten Linien nur eine weitere Anhäufung des Verkehrs auf diesen bevorzugten Linien und eine wettere Ableitung des Verkehrs vou den bisher mit Schnellzügen noch nicht versehenen StaatSbahneu zur Folge haben würde. Außerdem dürfe der Bezirk der Deutz-Gießener und Ruhr-Stegbahn doch wohl auch Anspruch darauf machen können, einen leichtern und schnrlleren Personenverkehr als bisher zu erhalten. Der ungeheure Güterverkehr, die großen Einnahmen, welche die Staatsbahu-Ver- waltung aus dem Bezirk zieht, zeigen die Bedeutung desselben an fich. Unter den heutigen Verhältnissen ist es aber
Feuilleton.
Angenommen.
Humoreske von Graf Günther Rosenhagen.
(Nachdruck verboten.)
Ellen, die älteste Tochter deS GeheimerathS Wichert, var krank, — die frühere frische Farbe ihrer Wangen war iiner fahlen Bläffe gewichen, die Augen, sonst so hell und lustig, blickten müde und abgespannt, der köstliche Humor, Kirch den fie sonst daS ganze HauS entzückte, schien für turnet erstorben zu sein, und fie, die früher immer lachend Khaupiet hatte, keine Nerven zu besitzen, war fett einiger Z:it von einer Nervosität und Gereizkhetr, die die Ihrigen nt Angst und Sorge erfüllten,' bei dem plötzlichen Eintritt hr Dtenstleute in daS Zimmer, bet dem Klang der dec» Nischen Glocke, bei dem Oeffnen der Hausthü» fuhr fie jäh plammeu und sorgenvoll schüttelte der alte Hausarzt sein Haupt. Er war nun doch einmal verantwortlich für die Sesundheit der Familie, in der er seit Jahren ein- und Eging, er bildete fich auch ein, in seinem Berufe nicht untüchtig zu sein, aber der Krankheit Fräulein EllenS gegen- ittx war sein Wissen eitel Stückwerk. Geduldig ließ fie X obwohl fie, die eS ja doch am besten wissen mußte, be- jätete, vollständig gesund zu sein, mehr denn einmal von km. alten Herrn untersuchen, streckte die Zunge aus und iirdrehte die Augen, um ihre Pupillen besser bewundern •offen zu können, fie that mit ihren verschiedenen Gliedmaßen, »öS! nur immer verlangt wurde, aber eß nützte alles nichts, iS war keine Spur von einer Krankheit zu entdecken.
„Wenn Fräulein Ellen nicht verlobt wäre — würde •ö behaupten, fie litte an unglücklicher Liebe, an einem hirjgenSkuwwer, — so aber weiß ich wirklich keinen anderen siaty zu geben, als zu hoffen, daß die Zukunft daS Leiden,
wenn eS wirklich ein solches ist, von selbst wieder heben möge."
„Unb um solchen guten Rath zu erhalten, den jedes Schulkind geben kann, hält man sich einen Hausarzt, der jedes Jahr seine sechshundert Mark bekommt," klagte stets die Gehetmräthtn, wenn der alte Hausarzt fie verlassen, und zu ihrem Gatten gewandt, setzte sie dann stets hinzu: „Weißt Du, Otto, ich finde, Du müßtest Dich wirklich einmal nach einem anderen Arzte umsehen, der alte Todsen wird wirklich zu alt; wie soll daß werden, wenn einer von uns wirklich mal ernstlich krank ist?"
„Daun wird ihn sein Wissen schon nicht im Stich lassen," entgegnete der Gatte, „aber je mehr ich über Ellen nachdenke, desto mehr komme ich zu der Ueberzeugung, daß ihr Leiden kein körperliches, sondern ein seelisches ist. Haft Du vielleicht etwas bemerkt, ob eß zwischen ihr und Alfred zu einem Streit ober einem Wortwechsel vor feiner Abreise gekommen ist? Mich deucht, daß Ellen« Nervosität in den Stunden am größten ist, in denen der Postbote kommt, gleichsam, al« fürchte fie, daß dieser ihr von Alfred eine schlechte Nachricht bringe. Hast Du nicht auch dieselbe Empfindung?"
„Offen und ehrlich gestanden — nein," gab fie zurück. „Du weißt, Ellen ficht in mir nicht nur ihre Mutter, son- dem auch ihre älteste und beste Freundin. Ware eß wirklich, wie Du anzunehmen scheinst, zwischen ihr und Alfred zu einem ernsthaften Streit gekommen, dessen Außgaug Ellen beunruhigen könnte, so hätte fie mir bieß sicherlich nicht ver- schwiegen, sonbern fich bet mir Rath geholt. Nein, lieber Otto, über diesen Punkt kannst Du vollständig beruhigt fein."
Aber der Herr Geheimerath ließ fich seine Bedenken nicht so leicht verjagen, er glaubte dennoch recht zu haben mit seiner Verwuthung — und er hatte auch recht.
Am Tage, bevor Alfred nach Beendigung feineß Urlaub«
— er war Assistenzarzt an einer großen Berliner Klinik — wieder abreiste, war eß zwischen den Brautleuten zu einer ernsthaften Auseinandersetzung gekommen.
Ellen war ein sehr klugeß, aber auch ein sehr verwöhnte- Mädchen. Von ihren Eltern abgöttisch geliebt, deuchte eß ihr selbstverständlich, daß jeder ihrer Wünsche erfüllt wurde- Waste haben wollte, wurde angeschafft, und waß fie nur immer begehrte, war zur Stelle, sobald fie nur ein Wort gesagt hatte. Widerspruch, ein Nichtersülltwerden ihrer Wünsche kannte fie gar nicht — fie war eß gewohnt, daß alleß ihr zu Füßen lag und that, was fie wollte.
Der Einzige, der es in neuerer Zeit wagte, ihr Opposition zu machen, war Derjenige, den fie am meisten auf der Welt liebte,, ihr Verlobter. Alfred war von Haus au« mittellos, er bezog ein gutes Gehalt und glaubte annehmen zu können, daß er später eine gute Praxi« erhielte — dennoch hielt er es aber eineß Tageß für nothwendig, feine Braut in liebevollen, ober sehr ernsten Worten darauf aufmerksam zu machen, daß fie späterhin, wenn fie erst seine Frau sei, nicht mehr mit derselben Sorglofigkeit Geld werde außgeben können, wie fie eß jetzt thäte- sie müffe bei Zeiten daran denken, sparsamer zu werden, vor allen Dingen aber nicht mehr solchen Luxus in Toilette treiben wie bisher.
„Du hast leider Gottes keine Ahnung von Geld und GeldeSwerth — nur wer fich den Mammon verdienen muß, weiß ihn zu schätzen." Und als fie etwas pikirt aufgelacht hatte, war er fortgefahren: „Du scheinst mir nicht zu glauben, frage Deinen Vater, oder noch besser, versuche doch einmal selbst irgend etwas zu verdienen, — allerdings gehe ich gleich von vornherein jede Wette mit Dir ein, daß D» nie den Versuch machen wirst, und daß, wenn Du eß dennoch versuchen solltest, alle Deine Bemühungen vergebensein werden."
(Fortsetzung folgt.)


