Ausgabe 
7.12.1897 Zweites Blatt
 
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Frankfurt L M, 4. December. DerFranks. ßtg.* wird au« Rom telegraphier: Au« Anlaß der heute ersolgten Demission de- KriegSministerS herrschte tn den Wandelgängen der Kammer große Aufregung. Man glaubt, daß diese Demission eine allgemeine Reifte und die Umbildung deS Eabinet» herbeisühren werde.

Win», 4. December. Die tnnerpolttische Situation hat sich infolge der Erklärung de- böhmischen Feudaladel-, jede Toncesfion in der Sprachenverordoung-srage ablehnen zu müssen, bedeutend verschlechtert. Die Aussichten auf Wiederaufnahme der parlamentarischen Thätigkeit find voll« ständig geschwunden.

Wie», 4. December. Heute vormittag saud unter dem Vorsitz Ratser Franz Joses- ein gemeinsamer Minister- ratb statt, welchem auch Graf Goluchow-ky uod Baron Banffy beiwohnten.

Prag, 4. December. Infolge der alarwirevden Nach­richten aus der Provinz ist die baldige Aufhebung des Standrecht- wieder fraglich geworden. Dasselbe dürfte noch auf wettere Srädte ausgedehnt werden.

Prag, 4 December. Hier herrscht jetzt vollständige Ruhe- auch die Confltete mit den Militär-Patrouillen haben nachgelassen. Dagegen treffen au- Letschen, Tabor nvd Beraun bedrohliche Nachrichten ein. An letzterem Orte ist die etwa 500 000 Gulden enthaltende Raffe der Montan- Gesellschaft gefährdet.

Aeder Len gegenwärtigen Stand der Knaben-Handfertigkeitssache in Deutschland giebt ein Bericht über die Vorstandssitzung des deutschen Vereins für Knaben-Handarbeit, die am 20. und 21. November 1897 in Görlitz tagte, nähere Mittheilung. In »hr wur­den zugleich Fragen von grundlegender Bedeutung verhandelt. Der Vorsitzende von Schenckendorff machte im Eingänge der Verhandlungen Mittheilung über die Entwickelung der vom deutschen Verein angeregten Frage der versuchsweisen Einführung des Handfertigkeits-Unterrichts in einige Schulen und Lehrer-Seminare.

Nach fast 17 jähriger Vorarbeit, nach Schaffung von Lehrgängen und einer wohlerprobten Lehrmethode, nach reicher Entwickelung der Handfertigkeits-Schulen in Deutschland, deren Zahl jetzt 600 bereits übersteigt, nach erfolgter Vorbildung von Lehrkräften im deutschen Seminar zu Leipzig und nach- dem von weiten Lehrerkreisen diese Frage gefördert ist, und der deutsche Lehrertag in Hamburg 1896 u. A. beschlossen hatte, daß die Schule dem Knaben Gelegenheit für diesen Unterricht geben sollte, nach dieser langen und gründlichen Vorarbeit ist der deutsche Verein dazu übergegangen, diese versuchsweise Anlehnung des Unterrichts an den Schulorga- »ismus auf der Grundlage einer völlig freien Entwickelung, nämlich mit der Maßgabe zu fordern, daß solche Versuche nur auf besonderen Antrag der Gemeinden angeftellt, und auch nur da von den Schulaufsichtsbehörden genehmigt wer­den sollen, wo die Bedingungen hierfür vorhanden sind. Hiermit berichtigen sich die von einigen Schulzeitungen ver­breiteten Mittheilungen, daß der deutsche Verein die allge­meine, obligatorische Einführung des Handfertig. keitS-UnterrichtS gefordert habe. Bei dieser Erörterung sind aber Ansichten hervorgetreten, welche weitab von denen liegen, die im deutschen Verein die leitenden sind. ES wird sich im Hinblick auf jene Lehrerkreise daher empfehlen, daß der deutsche VereinLeitsätze des Knaben-Handfertigkeits- Unterricht»" aufstellt, die bezeugen, was derselbe wolle. Freilich läge dies offenkundig schon lange Jedem, der der Bewegung gefolgt sei, vor und sei nur auf die Beschlüsie hinzuweisen, die in einer Neben-Versammlung des deutschen Lehrertag» zu Hamburg 1896 angenommen seien. Als Grund­lage für die Bearbeitung dieser Leitsätze stellte der Vorsitzende 6 Haupt-GesichtSpunkle auf. Danach ist der nach pädagogischen Grundsätzen ertheilte Handfertigkeits-Unterricht

1) körperlich fördernd, weil er einen heilsamen Wechsel zwischen geistiger und körperlicher Arbeit schafft,

2) geistig bildend, weil das Anschauungsvermögen voll­kommener ausgebildet, das Erfahrungswiffen erweitert und das Urtheilsvermögen allgemeiner entwickelt und geschärft wird,

3) sittlich bewahrend, weil der Thätigkeitstrieb des Kindes genährt und in geordnete Bahnen gebracht wird. Zu diesem rein erziehlichen Werthe treten als Aus­strahlungen für das öffentliche Leben hinzu, daß der Handfertigkeit- Unterricht

4) eine social ausgleichende Wirkung ausübt, weil die Achtung vor der Arbeit der Hand in alle Kreise des Volkes hineingetragen, sowie ein Jntereffe und ein Verständniß für die werkthätigen Berufe des Lebens geschaffen wird, und

5) volkswirthschaftlich W». erheblicher Bedeutung ist, weil der heimische Gewervesteiß in dem gleichen Grade zunimmt, als die öffentliche Erstehung nicht allein den Geist, sondern auch Hand und Auge schult, und hiermit die technische Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes erhöht.

Es empfehle sich, auch den Ausbau der Unterrichts- Methode dahin ins Auge zu faffen. daß dem unterrichtenden Lehrer auf Grund der vom deutschen Verein gewonnenen reichen Erfahrungen in kurzer Darstellung angegeben werde, wie er die genannten Ziele des Handfertigkeits-Unter­richt», die durch feine Ausübung mittelbar erreicht werden, auch unmittelbar fördern kann. Mit der Aufstellung dieser Lettiätze wurde der Vorsitzende, mit dem Entwurf dieser Methode Director Dr. Goetze beauftragt.

Diese Ziele berühren aber nicht allein die pädagogischen Rreise, sondern, da wichtige öffentliche Interessen hier i» Frage kommen, auch solche Kreise, die au» socialen, volk». »irhschaftlichen und hygienischen Gründen sich auf die Sette

einer werkthätigen Erziehung stellen muffen. Hierüber berichtete der erste stellvertretende Vorsitzende Director Noeggerath- ! Hirschberg, der hervorhob, daß jetzt der EnkwickelungSpunkt gekommen sei, wo der Vorstand auch diese Kreise ;ur Mit­arbeit heranziehen müsse. Nach längerer Debatte beschloß der Vorstand auf den Antrag de» Vorsitzenden, eine organische Angliederung an den deutschen Verein dahin gehend herbei- zusühren: den Gesammt Ausschuß zu reorganisiren, eine Ver­doppelung seiner Mitglieder, also eine Verstärkung von 40 auf 80 in Aussicht zu nehmen, und in ihm drei Abtheilungen zu bilden, nämlich:

1) eine ethisch pädagogische Abtheilung, Vorsitzende: Gebeimer Regierung»- und Oberschulrath Rümelin- Deffau und Director Dr. Goetze Leipzig;

2) eine sociale und volkswirthschaftliche Abthei­lung, Vorsitzende: Director Noeggerath-Hirschberg und Landesrath Schmeddrng-Münster und

3) eine hygienische Abtheilung, welche zugleich her­vorragende Männer au» der Samariter-Bewegung heranmziehen hat, Vorsitzender: Director Dr. Goetze, sowie ein später noch zu wählender Hygientter.

Der Vorstand stellte sodann eine vorläufige Liste der­jenigen Personen auf, an welche die Aufforderung zum Ein­tritt in den Gesammt-Ausschuß gerichtet werden soll, und beschloß, diese Frage der Reorganisation auf die Tages­ordnung der nächsten Vereins-Verhandlung zu setzen. Wenn sich hier und da noch die Ansicht geltend macht, daß diese Bestrebungen eine Veräußerlichung der Erziehung herbeiführen, und ihr einen materiellen Character geben mürben, so liegt darin doch eine vollkommene Verkennung derselben; vielmehr wollen sie die harmonische Entwickelung der Kräfte und An- lagen fördern, und durch die methodische Ausbildung dc» Thätigkeitstriebes einen ethischen Einfluß ausüben. Eine solche Erziehung wird aber von selbst auch Ausstrahlungen nach dem öffentlichen Leben haben, die sich nach den zuletzt angegebenen Richtungen geltend machen werden.

In einer Reihe außerdeutscher Länder ist die Erkenntniß von dem hohen Werche der werkthätigen Erziehung der Jugend längst ein Gemeingut geworden, und hat dort auch schon zu gesetzlichen Maßnahmen und zum Theil zur Einführung des Handfertigkeits-Unterrichtes in den Schulen geführt. Bei der hervorragenden Veranlagung des deufchen Volke» zu kritischer Thätigkeit und bei seiner historisch begründeten einseitigen Schätzung geistiger Bildung ist der Boden für die Bestrebun­gen des deutschen Vereins ein wesentlich schwierigerer als anderswo. Er hofft, durch diese Reorganisation in innigere Beziehungen zum Volksleben zu treten, eine wesentlich breitere Grundlage für seine Thätigkeit zu schaffen und hiermit die Frage der werkthätigen Erziehung der Volksschuljugend kräf­tiger als seither zu fördern.

Von weiter liegendem Interesse erscheint noch die Mit­theilung, daß die unter Vorsitz des Director Dr. Götze von besonderen Commissionen ausgearbeiteten Normal-Lehr- gänge des deutschen Vereins für die Vorstufen und die Holzschnitzerei jetzt erschienen sind, daß der Normal-Lehr- gang für die Papp ar beit in einigen Wochen, und der für die Hobelarbeit zu Ostern n. I. erscheinen werden.

Der nächstjährige Congreß des deutschen Vereins soll in der Pfingstwoche vom 31. Mai bis zum 2. Juni in Karls­ruhe abgehalten werden. Neben einer Reihe innerer Fragen werden zur öffentlichen Verhandlung kommen:

1) die Reorganisation des deutschen Verein»,

2) die Knaben-Handarbeit im Rahmen der pädagogischen Reform-Bestrebungen,

3) die hygienische Bedeutung der Knaben-Handarbeit,

4) die Beziehungen der Knaben-Handarbeit zum Handwerk und zur Kunst.

Mit dem Congreß soll eine süd-westdeutsche Handfertig­keits-Ausstellung verbunden werden.

_ Ocwt wnO provinzielle

Gieße», den 6. December 1897.

Die Kaminfeger de» GloßherzogthumS haben bei der Zweiten Kammer eine Vorstellung eingereicht, worin die Bitte ausgesprochen wird, die Kammer wolle bei Großh. Hrsfischem Mmisternm dahin wirken, daß die derzeitige Em- iheilung der Rehrbezirke tn den größeren Städten de» Groß- herzogthum» aufgehoben unb eine Neueintheilung mit Vermehrung der Bezirke vorgenommen wird. Zur Begründung dieser Bitte wird darauf hingewtesen, daß infolge der Zunahme der Bevölkerung und damit auch der Häuserzahl in den Städten, die Rehrbezirke allmählich so groß geworden find, daß fie einen jährlichen Ertrag von mindesten- 4000 Mk., meist aber von 610,000 Mk. ab­werfen. Darnach könnte in den Stätten Darmstadt, Gieße», Friedberg, Offenbach, WormS und Mainz noch je 1 oder 2 neue Bezirke geschaffen werden. Auch wolle hoher hessischer Landtag bei Großh. Hessischem Ministerium dahin vorstellig werden, daß bet Vergebung der Stellen mehr auf Alter und Fähigkeiten Werth gelegt wird, al» e» bisher anscheinend der Fall war. Jede Stelle müßte mit einer vierwöchent- lichen Meldefrist öffentlich ausgeschrieben, und el dürften nur solche Bewerber zugelaffen werden, die da» 24. Lebens­jahr zurückgelegt, einen unbescholtenen Leumund haben, und als Ausweis über ihre Befähigung zum Raminfegermeistcr vorlegen können: 1) einen Lehrbrief, 2) ein dreijähriges Gesellenzeugniß von einem Meister, 3) ein Zeugniß über bestandene Meisterprüfung, 4) die betreffenden Zeugnisse über seine forilaufende Thätigkeit al- Raminseger. Dann sollte bei den Bewerbungen den älteren Bewerbern vnd denen die geborene Hessen find, der Vorzug gegeben werden. E- find Raminfeger-Gehülfen in Hessen, die da- 40. Lebensjahr schon zurückgelegt haben, verheirathet find, Familie besitzen und noch immer auf eine Anstellung warten.

X Darmstadt, 2. December. In heutiger Stadtver- ordueten-Sitzuug sprach Stadtverordneter Osan» seine

Entrüstung über einen unlängü imMainzer Journal" ent­halten gewesenen, durch verschiedene Unrichtigkeiten entstellten und mitLiebenswürdigkeiten" gegen ihn und die national- liberale Partei verbrämten Artikel über eine geheime Sitzung der Stadtverordneten au-, in der die Gelder sür die Festlichkeiten zur Einweihung der electrischen Bahn de- willigt wurden, hinzufügend, nur durch große Pflichtvergessen- heit eine» damaligen TdeilnehmerS könnten solche Mit- thetlungen au die breite Orffentlichkett gelangt fein und ver­langend, daß künftig der § 3 der Geschäftsordnung strenger gehandhabt werde, wonach in jedem Etnzelsalle über die in geheimer Sitzung zu verhandelnden Gegenstände vorher ob- gestimmt werden wüffe, damit wenigsten- in bestimmten Fallen, wo eine Geheimhaltung nicht unbedingt erforderlich, k'ine so chermaßen entstellten, unwahren Berichte in die Orffentlichkett kämen. Von solchen Lügen, wie fie der in Rede stehende Artikel enthalte, bleibe immer Etwa» im Munde der Leute hängen und wirke dementsprechend. Für da» Realghmnaslum wird die Einrichtung von GaSglühllcht- Beleuchtung beschlossen. Den größten Theil der Sitzung füllte die Berathung der neuen Straßen-VerkehrS- ordnung für Darmstadt und Brffungen au», die, 64 Para­graphen enthaltend, sich im Wesentlichen aus den bezüglichen Bestimmungen de» Reichs-Strafgesetzes, des hi figen Polizei- strafgesetze» usw. zusammensetzt und die durch die neuen ver- kehrSoerhälimsse in Darmstadt bedingten Ergänzungen ent- hält. Die VerkehrS-Eowmlsfion hat deren Annahme mit einigen meist redactiooellen Zusätzen dezw. Abänderungen be­antragt. Die Verkehrsordnung wird noch einige Sitzungen de» Plenum» in Anspruch nehmen.

Zweibrücken, 2. December. Bei dem Unglück, dar sich gestern Nachmittag kurz nach 4 Uhr auf der 7. Sohle 10. Flöz im westlichen Feld der Grube Fraukeuholz bei Mittelbexbach ereignet infolge schlagender Wetter erfolgte eine Explosion, find nach den bi-herigea Feststellungen 38 Bergarbeiter sofort getödtet und 43 größtenthellS schwer verletzt worden. In kurzer Zett waren sämmtliche Aerzte der Umgegend an Ort und Stelle, um Hülse zu leisten. Auch die SanitätScolonne von Zweibrücken wurde gerufen und griff thatkrästig ein. Einer dieser braven Männer weiß über da» Unglück demPfälzischen Merkur" folgendes mitzutheileu: Al- wir zur Unglücksstätte kamen, belagerten dichte Schaareu das ZechenhauS, das Schlafhau- und da- Lazareth. Die Leute waren kaum eines Worte- mächtig, so furchtbar hatte das Ereigniß fie getroffen. Im Zechenhause lagen 22 tobte, im Lazareth 11, iw Schlafhau'e 6. Biele der verletzten dürften noch In der Nacht von ihren Leiden durch den Tod erlöst fein Vorzüglich find e- Jungverheirathete, die um gekommen find. Die Verwundungen find vorwiegend Brand­wunden uod Arm- und Beinbrüche. Ein Mann von Wald­mohr verliert zwei Söhne. Ein Bergmann war bi- dahin beurlaubt gewesen- um 4 Uhr fuhr er gestern zum ersten Male wieder an, eine viertel Stunde darauf war er eine Leiche. Wie furchtbar Schicksal-schläge abstumpfen, beweist folgender Fall: Neben mir stand etwa eine halbe Stunde lang am Förderfchacht ein bejahrter Mcmn und hörte nn» zu. Plötzlich sagte er ganz ruhig:Ich habe auch einen dabei, droben liegt er, er ist tobt.* Reine Thräne, kein Jammern, nur stumme- Weh. Die Geistlichkeit war sofort zur Stelle unb fpenbete die letzten Tröstungen her Religion Die Körper find zumeist durch die Grubengase entsetzlich ge­schwollen. Bon den Söhnen der Wittwc Hein in Jägers- bürg sind drei verunglückt. Einer ist schwer verletzt, btr beiden andern find tobt. Um 12*/, Uhr Nacht» waren die Bergungsarbeiten unter Leitung des Bergamtmann» Kisten- leger au» Zweibrücken beendet. E» wird vermuthet, daß da» Unglück durch einen Sprengschuß hervorgerufen worden sei. Man nimmt an, daß die eben antretende Mannschaft noch Gestein sprengen wollte, damit bei Schichtwechsel die Arbeit fortgesetzt werden könnte. Die Explosion fand kurz nach 4 Uhr statt, al» die Bergleute eben abgerüstet und sich zur Au-fahrt bereit gemacht hatten. Die Aerzte, die Sanität»- colonne Zweibrücken und die Beamten der Grube, soweit sie nicht durch die Arbeiten unter Tage in Anspruch genommen, waren unausgesetzt thäiig, um die Leiden der Verletzten za mildern. Die Getödteten entstammen zum größten Theiie den Orten Waldmohr und Jäger-burg. lieber die Ent ftehung und den Verlauf der Katastrophe wird derSaar- und BlieS-Ztg." geschrieben:Man vermuthet Entzündung von Schlagwettern. Die von der Explosion betroffene Ab- theilung war gleich nachher wieder befahrbar- auch hatte die Wetterführung keine Beeinträchtigung erlitten, sodaß die Bergung der verunglückten in kürzester Frist erfolgen und auf die von der königlichen Berglnfpectiou VIII in Neun­kirchen angebotene Hülfe verzichtet «erden konnte. Die ver nngiückten find meisten» verbrannt, zum Theil aber auch in den Nachschwaben erstickt, ober burch mechanische Wirkung bet Explosion verletzt. Im Ganzen genommen scheinen sich letztere Wirkungen weniger bemerkbar gemacht zu haben, woran» zu schließen sein würde, daß nicht nur Schlagwetter gewirkt haben, sondern auch die langsamere Flamme explodirenben Kohlenstaube». Laut amtlicher Mittheilung find alle in Frankenholz verunglückte» Bergleute geborgen- ihre Persona- lien konnten jedoch bisher noch nicht sestgestellt werden, da eine Reihe von Tobten ganz unkenntlich ist. Die Bergver- wattung von Frankenholz hat io Zweibrücken 20 Särge be­stellt, da der Borrath in Frankenholz zur Beerdigung aller veruoglückien nicht au-reichte. Bergamtmann Kisteoseger in Zweibrücken ist amtlich mit der Untersuchung der Katastrophe hinsichtlich ihrer Ursache beauftragt worben. Die Grube hat eine Belegschaft von mehr al* 1000 Mann- während der Katastrophe waren indeß nur 117 Mann in da» betreffende Flöz eingesahrev. Der Regierungs-Präsident der Pfalz v. Auer, hat sich sofort a» die Unzlücksstelle begeben. Berg­rath Ostler, Vorstand be» Bezirksamtes München, wird heute Abend in Frankenholz erwartet.