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7.12.1897 Erstes Blatt
 
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fürchte, daß mich die Schande erdrückt, öffentlich wie eine K^metve Diebin verhört zu werden, und deu Verstand der« l ereu würde."

D'rmv prüfe, wer fich ewig biudet. ... Ein Frank­furter Elemeutarlehrer, der erst vor kaum einem Jahr sein Schiffchen tu deuHalen der Ehe" gelenkt, liegt mit seinem jungen Weibchen bereits wieder im SchetdungSproceß. Der Lehrer klagte vor der zweiten Eivtlkammer gegen feine bessere Hälfte auf Herausgabe ihres 125000 Mk. betragen- d:n Vermögens. Die Frau weigerte fich deffen, da jedoch Gütertrennung nicht vorliegt, bestätigte das Gericht den An­spruch des Mannes.

Eingesandt.

Siege«, 6. December 1897.

Welch' warmes Interesse den sogenannten Bierconcerten unseres Großh. Musikdirektors, Herrn C. Krauße, Seitens der hiesigen Einwohnerschaft entgegengebracht wird, hat der gestrige Tag wieder einmal glänzend bewiesen. Stetn's Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, es tonnte, wie man zu sagen pflegt, kein Avfel zur Erde fallen. Umsomehr halte ich es für angebracht, eines Um­standes zu gedenken und denselben hier zur Sprache zu bringen, in der Hoffnung, dadurch einem als mißlich empfundenen Uebeistande abzuhelfen und in der Ueberzeugung, im Sinne Bieler iu sprechen.

ES scheint heutzutage zum sogenanntenguten Tone" zu ge­hören und doch schreibt kein Knigge oder Rocco etwas davon, Eoncerte, Vorträge, Theater u. dergl. kurz vor Schluß zu verlaffen. Daß ein allgemeiner Aufbruch nicht nur störend für die Zurück- bleibenden wirkt, brauche ich wohl nicht zu betonen, daß ein folches Unternehmen aber eine gesellschaftliche Ungehörigkeit den Vortragen­den u. s. w. gegenüber ist, darüber bin ich nicht im Zweifel. Ist der Eine oder Andere durch irgend welchen Umstand zum früheren Ausbruch gezwungen, so ist di« kleine Störung entschuldbar und wird auch weiter nicht auffallen; daß fich aber wie auf Commando das Gros der Anwesenden vor Schluß zum Ausbruch rüstet, Toilette n acht und geräuschvoll den Saal verläßt, das ist den gesellschaft­lichen Formen nicht entsprechend.

So war eS z. B. zum Schluffe des gestrigen ConcerteS in Steins Garten.

Jedermann war von dem Gebotenen hock befriedigt, Herr Krauße kam den Wünschen de8 Publikums bereitwilligst in gewohnter liebenswürdiger Weise durch verschiedene Einlagen nach, ließ auf stürmisches, allseitiges Verlangen zum Schluß eine Zugabe folgen, und nun konnte man J)en oben geschilderten Vorgang beobachten. Man hatte e8 so eilig mit dem Aufbruch, daß, als die Musik schwieg, außer etlichen zehn Zuhörern Niemand mehr in dem Saale an­wesend war.

Ist dieses Gebahren nun schicklich?

Ich hoffe, daß das G-sagte zu Nachdenken Veranlaffung gibt und wo eS auch immer sei, für die Folge beherzigt werde.

Di»!

Der großstädtische Character der Frankfurter Straße wird entschieden noch beeinträchtigt durch die Oberhesfische Bahn. Der tücksche Schlagbaum senkt sich ganz gewiß in dem Augenblicke, wo man sich dieser nähert, eilig der inneren Stadt zustrebend. Nun hat ja weise Vorsicht für solche Leute, die nicht warten können, eine schöne Brücke gebaut. Aber diese soll offenbar nur Gelegenbeit bieten, das Bergsteigen nicht zu verlernen und nebenbei von der Be­leuchtung Gießens in früheren Jahrhunderten einen dunklen Begriff geben. Jedenfalls kann man bei nassem Wetter zu der Brücke von der ©übfette nur gelangen mit der Gefahr, beide Stiefel im Straßen­schlamm zu verlieren. Seit aber besagter Schlamm hübsch auf die Seite gescharrt ist und als unüberschreitbareS Hinderniß längs deS Bürgersteiges liegt, läßt sich die Brücke überhaupt nicht erreichen, man müßte denn alle Mittel der Strategie anwenden und einen Umaehungsmarsch zurück bis zur Höhe der Wilhelmstraße wagen. Sollte eS keine Pflastersteine mehr geben für einen Pfad auf dem natürlich Fuhrwerk nicht halten dürfte kurz vor dem Schlagbaum quer über die Straße? °-

2Lr*chttche Anzeiger* den Pretzen.

Evangelische «enreintze.

Montag den 6. December, Abends 8 Uhr: Bwelft««de im Confirmandensaal der Johannesktrche. Psalm 14.

Pfarrer Dinaeld ey.

Schiff-nachrichten.

Norddeutscher Lloyd, in Gießen oertretm durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof.

Bremen, 3. December. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Bonn, Capt. C. A. Winkel, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Baltimore angekommen.

3#id#la in «mtÄstri frukfixtn ShMtftd«.

C»tr«6au*.

Dienstag den 7. December: Armida. Mittwoch den 8. De­cember: Bajazzo. Phantasien im Bremer Rathskeller. Cavalleria rustioana. Donnerstag den 9. December: Die Königin von Saba. Freitag den 10. December geschloffen. Samstag den 11. December: Der schwarze Domino. Sonntag dm 12 December, Nachmittag« 3«/«Uhr: Schöne Helena. Abends 7 Uhr: Robert der Teufel. Montag den 13. December geschloffen. Dienstag den 14. December: Teil (Oper).

Scha«sptaU>a«».

Dienstag den 7. December: Jugendfreunde. Mittwoch den 8. December: Jugendfreunde. Donnerstag dm 9. December: Minna von Barnhelm. Freitag den 10. December: Götz von

Berlichingen. Samstag dm 11. December: Jugendfreunde. Sonntag den 12. December, Nachmittags 3'/« Uhr: Die Jour­nalisten. Abends 7 llor: Jugendfreunde. Montag den 13. December: Lachende Erben.

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Palmi«. Das unter dem Namen Palmin neuerdings in den Handel gebrachte Speisefett erregt allgemeines Aufsehen. Palmin ist ein reines Natu>pioduct und nicht wie Margarine oder so viele andere neue Speisefette ein Äunftpi obuct; -s wird hergestellt auS dem Marke ausgesuchter Eocosnüsse. Palmin wird bereits von sehr vielen Anstalten, Familien, Eonditoren und Bäckern verwendet und wird allgemein wegen seines feinen Geschmackes und feiner großen Ausgiebigkeit sehr gelobt. Meil Palmin reine Fetffudstanz ist, nimmt man zum Back.n und Braten ein Viertel weniger Fett, wie gewohnt, also große Ersparniß! Es empfiehlt sich, Palmin stets gut heiß werden zu lassen, ehe man die Speisen zusetz^. Dies ist der einzige Unterschied gegenüber der Butter. Wir können dies.s Speisefett sehr empfehlen und es ist, wie aus der Annonce ersichtlich, au-t in hie­sigen Geschäften zu haben. [10858]

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| Versteigerungen. |

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im Gießener Stadtwald.

Montag den 13. December 1897, Vormittags 9*/, Uhr be­ginnend, sollen im Fernewald in den Districten Dachsbau und Dorn­strauch meistbietend versteigert werden:

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Die Zusammenkunft ist auf der Hauptschneise am Dachsbau.

Gießen, den 6. December 1897. Großh. Bürgermeisterei Gießen.

________I. V.: Wolff. 11104

Versteigerung.

Dienstag, deu 7. December d. I., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neu­stadt 50 dahier gegen Baarzahlung:

1 Piantno, 10 Bände Brockhaus Conversations-Lexicon, 1 Galloskop mit 17 Bildern, 1 transportablen Stall mit 8 Hasen, 1 silberne Damen» ubr, mehrere Oelgemälde, 50 Liter Wein, 17 Mille Cigarren, 1 Berticow, 2 Sophas, 6 Stühle, 1 Sessel, ein Zimmerteppich, 1 vergoldete Stand­uhr, 2 Kletderschränke, 1 Commode, 2 Waschkommoden, 2 Nachttische und andere Sachen.

11092_______Vor«, Gerichtsvollzieher.

Mittwoch, den 8. Decdr. l.I.-

Nachmittags 2 Uhr, werden im Biekerffchen Saale versteigert:

2 Kaffenschränke, 4 Buffet, 1 Sopha mit 2 Sesseln in Plüsch, 1 großer Spiegel, 1 Berticow, 1 Trumeau mit -Spiegel, 1 oo. Tisch, 1 Consol- schränkchen, 1 Schreibtisch, 1 Bücher­regal, 1 Ausziehtisch, 1 Linoleum­teppich u. v. A.

11093 SdBUt, Gerichtsvollzieher.

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