Ausgabe 
7.10.1897 Erstes Blatt
 
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zu gewähren, der verhältnißmäßig leicht erkrankt erscheint unb vielleicht sogar im Besitze seiner vollen Erwerbsfähigkeit ist. Unb doch waltet auch bei diesem Borgehen der Grundsatz der Nächstenliebe. Denn werthvoll für die BolkSwohlfahrt ist die Pflege der einzelnen Elenden und Kranken- werth- voller aber die Sorge, daß künftiges Elend großer Volks« kreise vermieden oder wenigstens hiuausgeschoben werde, und daß künftige Generationen immer mehr davor bewahrt bleiben.

** Wetterbericht. Nachdem die Depression über Italien sich noch vertieft hat und gleichzeitig daS Barometer im Norden erheblich gestiegen ist, bestehen heute auf dem Con« tiuent ganz beträchtliche Druckuuterschtede, so dah vielfach starke bis stürmische Luftbewegung meist auS nordöstlicher Richtung herrscht. Die Witterung ist daher auf unserem Gebiete trübe unb sind allenthalben Niederschläge gefallen, in den höheren Lagen als Schnee. An den Hochstatiouen liegen auch die Temperaturen überall unter dem Gefrierpunkte. Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch uu« ruhiges, kühles Wetter, im Süden und Osten zeitweise Nieder­schläge. ____________

Heuchelheim, 5. October. In den festlich geschmückten Räumen der Wtrthschaftgum Treppchen" feierte am Samstag den 2. d. MtS. die Firma Rinn L Cloos, Cigarrenfabrtk, ihr diesjähriges Stiftungsfest durch Tafel, Concert und Tanz. Die Festlichkeit wurde um 8 Uhr durch einige schöne Musikstücke eröffne», worauf sich das gemeinsame Mahl an- schloß, welches durch diverse Toaste die uöthige Würze erhielt. Im Besonderen richtete Herr L. ClooS aus Wetzlar in feiner Ansprache einen Rückblick auf daS verfloffeue Geschäfts­jahr, woraus hervorging, daß auch in diesem Jahre die Firma einen hedemendeu Aufschwung genommen hat. Nicht allein daß die Firma ihr Personal seit dem I^jährigen Be« stehen der Fabrik umS dreifache vermehrt hat, muhte neuer­dings die Thärigkeit auf Ueberstunden verlängert werden, da die Räumlichkeiten der Fabrik die Anstellung von weiteren Arbeitskräften nicht gestatteten. Durch den ungeahnten erfreu­lichen Aufschwung find somit die Inhaber der Firma veran­laßt worden, eine Ftltalfabrtk in Erda bet Hohensolms zu errichten, welche kommenden Sommer ihrer Vollendung ent- gegenfirht- gewiß ein deutlicher Beweis von der thatkräftigen Führung deS gesammten Unternehmens, wie auch von der Beliebtheit der Fabrikate. Redner hob noch weiter hervor, daß daS Berhältniß zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern daS denkbar günstigste und der Gesundheitszustand ein ver- hältnißmäßig guter gewesen fei. Das Andenken einer ver­storbenen Arbeiterin wurde durch Erheben von den Sitzen geehrt. Nach Beendigung der Tafel begann zur Freude fämmtlichrr Anwesenden der Tanz und sobald erst Terpsichore Einzug gehalten, wurde die au und für sich fröhliche Stimmung um Vieles gehoben. Vorträge, Tavzbelustiaungen und Cottllon 2C wechselten mit einander ab und ließen nicht nur den schönen Verlauf deS ArbetterfesteS, sondern auch das gute Einvernehmen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern deut­lich erkennen. Dos Fest, ein Arbeiterfest im wahren Sinne deS Wortes, dauerte bis zum frühen Morgen- jeder Theil- uelmer wird gern an die schön verlebten Stunden zurück­denken und den Veranstaltern dankbar sein.

« u? dem Kreise «l-feld, 4. October. Wie an fflt Radfahrer gefährlichen Strahenstellen im oberen Vogelsberg, so hat der deutsche Radsahrerbuud auch zwei Warnungs­tafeln im Walde zwischen Ermenrod und Romrod anbringen lassen. Am sogen. Schellnhäuser Berg und im Thüringer Grunde fällt nicht nur die Straße äußerst steil, sondern wacht auch eine sehr scharfe B eguug, die aber dem Auge durch den Wald nicht gleich bemerkbar erscheint. Die betreffenden Warnungstafeln sind mithin hier sehr am Platze für Rad- fahrer, dürften aber auch für andere- Fuhrwerk einen be- achtenSwerthen Fingerzeig bilden.

-1- Salzhausen, 4, October. Die Badesaison ist jetzt definitiv zu Ende- obgleich die Witterung der verflossenen Saison, insbesondere diejenige de- MonatS September, sehr schlecht war, wurden doch so viel Bäder verabreicht, als tm Vorjahre. Auch unbemittelte Kranke wurden diese- Jahr wieder bedacht. Auf den neuen Bahnlinien durch die Wetterau zeigt sich ein sehr lebhafter Verkehr, und zwar nicht auS Neugierde, sondern weil die Leute ihren Ge- schästen nachgehen. Die 4. Wagenklaffe wird besonder- fleißig benutzt.

Mainz. 4. October. Nach einer soeben hier etngelaufenen Depesche au» Berlin hat StaatSminister v. Thielen einer Deputation von Buchdruckereibesitzern die Zusicherung gegeben, daß die Etsenbahndrucksachen-Verwaltung in Mainz verbleibe.

D<rmifd?tcs»

* Betreffs der Sschweiler Bade- und Waschanstalt, über welche wir in Nr. 218 und 233 d. Bl. uns zugegangene Mittheiluugen über den Wettbewerb veröffentlichten, legte der Verfaffer der in Nr. 218 befindlichen Notiz un- im Original da- Schreiben vor, welche- den darin genannten hiesigen, an dem Wettbewerb betheiligten Firmen zugiug. Daffrlbe lautet:

Verein

zur Wahrung gewerblicher und gemeinnütziger Jotereffen. Eschweiler, 6. September 1897.

Au die Herren

Heinrich Schaffstaedt und Stein u. Meyer, Gießen.

In der heute stattgehabten Sitzung de- Preisrichter^ Collegiums wurde einstimmig Ihrem Project der I. zweite Preis im Betrage von Mk. 300. zuerkannt.

DaS Project, Pläne rc. gehen dadurch in da- Eigevthum des prov. Ausficht-rath- über.

Der Geldpreis wird Ihnen durch die Eschweilrr Bank übermittelt werden.

Hochachtevd

Jos. Nacken, Borsitz-nder deS vrov. AnfsichtSratbS.

Literatur uub Xwnft.

Im Verla« von Emil Roth in Gießen erschien: Da- Bürgerliche Gesetzbuch für das deutsche Vock, erläutert von Jufttzrath Dr. F. Reitz m Gießen. Lrx. 8°. VIII 552 S. Preis br. Mk. 6., in fitß. Leinenband Mk. 7.50. Der verdienstvolle Herausgeber bat sich der nicht leichten Aufgabe unterzogen, den trockenen Stoff des Bürgerlichen Gesetzbuchs in eine lesbare ver­ständlich-wissenschaftliche Gestalt zu bringen und damit dem nicht jaristifch gebildeten Burgerslande ein Buch in die Hand zu

geben, daS ihn in Stand setzt, in gegebenen Fällen seine Rechte orv Gericht in eigener Person wohrzunehmen, sodann aber auch ihn zur Mitwirkung m den nur von Rechtsanwälten zu vertretenden Sachen zu befähigen. Für diesen Zwcck hat der Verfaffer mit AuSscheiduna alles U.iwefentlichen ffch einer rühmlichen Einfachh it, Klarheit unb G mernvei ständlichkeit unter Heranziehung schlagender Beispiele au8 dem bürgerlichen Rcktsleben befleißigt, so daß seine Arbeit als ein gediegenes juristisches Volksbuch begrüßt werden darf. Aber auch der das Recht Studirende wird aus der Ausgabe Reatz des Bürgerlichen Gesetzbuchs einigen Nutzen ziehen können und selbst der gebildete Jurist braucht die nickt anstrengende Lfctüre dieser in saß icher und dock nicht weitschweifiger Sprache geschricben-n Er- läute, ungen mit dem Gesübl der Herablassung an sich zu nehmen, wie sie sich denn auch dem Practiker in der Rcchtskunde zur ersten Ortentirung vortheilhaft empfiehlt. Eine juristische Monatsschrift, Zeitschrift für das gesammte Aciienwesen", urtheilt über das Bürgerliche Gesetzbuch, erläutert von Justizrath Dr. Reatz, demselben keine andere Arbeit mit dem gleichen Zie.e ebenbürtig an die Seite gestellt werden kann." Die Aus­stattung ist mustergiltig, der Preis ausnehmend billig. Mochte es zahlreich in die Hände Derjenigen gelangen, für welche es be­stimmt ist. -x-

Wöchentlich! HeberW der TsdeSMe i« Gietzrn.

40. Woche. Bom 26. September bis 2. October 1897.

Einwohnerzahl: annenomrnen zu 23 700 iinct. 1600 Mann Militär).

Steibltchkeilsziffer: 19,75%o.

Kinder

Ort starben a: Ze^w^.rn: Erwachsure. -m vo«

1. Lebensjahr: 2.-18. Iah«

Bösart. Neubildung 2 2

Lungenfchwindfucht 11

Lungenentzündung 1 1

Tuberkulose der

Gehirnhäute 1 *

Herzleiden 11 ~

Nierenentzündung 1 1

Altersschwäche 11

Tödtliche Körper-

verlktzung 1

1

Summa: 9

6

3

IChrd^lid^ Anzeigen Jytas«.

«vangeltsche Gemeiutzr.

Betreffs des ConfirmaudeuautarrichtS in de« Johanne»- gemeinde werden die Eltern der Confirmanden gebeten, soweit eS ihnen möglich ist, ihre Kinder während der nächsten drei Tage, Donnerstag, Freitag und SamStag, im Pfarrhaus an der Süd­anlage anzumelden. Soweit es nicht möglich ist, geschieht die An« Meldung durch die Kinder selbst in der ersten Confirmandenstunde.

Alle Confirmanden nebst ihren Angehörigen, auch die anderen Mitglieder der Gemeinde werden etngrladen zu einem SotteSdienst, der zur Eröffnung des Confirmandenunterrichts am nächsten Sonn­tag, den 10. Belobet, Nachmittags 8 Uhr, in der JohanneS- ktrche stattfinden soll.

Die erste Confirmandenstunde soll gebalten werden am Donnerstag, den 14. October, im Gymnasium für die Knaben, und am Freitag, den 15. October, im Confirmandensaal der Johannes- ktrche für die Mädchen, jedeSmal Nachmittags 3 Uhr.

Dr. Naumann

Unsere Lieblinge effen es gern.

Ein nahrhaftes und liebliches Gericht läßt sich leicht durch ein­faches Koch«! der Milch mit Mondamin bereiten. Eine solche Nahrung ist leicht verdaulich und reizt durch den eigenen Wohl- gtschmack des Mondamin Kinder und Kranke zu öfterem Genuß. Es ist so erg'ebig, daß nur wenig Mondamin zu nehmen ist und stellt sich daher nickt theurer als gewöhnliches Mehl. Bet Nahrung für Kinder und Kranke ist dieser Vortheil besonders gut angebracht. Mondamin ist überall zu haben in Packelen L 60, 30 u 15 Pf.

Engros bei Türk u. Pabst, Frankfurt a. M. 3134

Versteiseniriiyen.

Mr SikNklMter!

Mittwock den 18. Belobet, Vor mittags 11 Uhr, läßt Umerzeichneter fein Bienenhaus, 10 winternährige Dzirzon- stöcke.fämmtlicheGeräthschaften.Schlcuder- mafchine, 16 Wohnungen mit ausgebauten Rähmchen rc. gegen gleich baare Gablung versteigern. 9292

Butzbach, den 3. October lß97.

Reuss, forflmeifler.

Empfehlungen

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licht labenrein, per Pfb. 50 Pfg.

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Slädtischer Arbeitsnachweis Gießen.

Gartenstrahe 2.

ttngedoi bet Arbeitnehmer r 1 Bäcker, 1 Krankenpflegerin, 1 Buch­binder, 1 Maler oder Lackirer, 1 Maichinist (gevr. Heizer) 2 Schneider, 2 Schuh, marfpr, 2 Schreiner. 2 Taglöhner, 1 AushülfSköchin, 1 Kochfrau. 1 Magazinier, 1 Magazinarbeiter, 1 Reisender, 1 Bureaugehülse, 1 Schreibgehülse, 1 Einkassirer.

Ra»sras« der «rdettgeber r 1 Spengler, 1 Installateur, 2 Kranken­wärter, 1 tücht. Friseur, 1 Tapezier, 1 Bauschlosser, 1 Uniformschnetder, 1 Schnei­der 4 Lauffraucn, 2 Taglöhner, 8 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit, 1 Beiköchin bet hohem Lohne, 1 Küchenmädchen.__________________________________

Betarmtmachnng

Der Voranschlag der Gemeinde Geilshausen für 1898/99 liegt vom 6. Oktober 1897 an acht Tage lang zur Einsicht der Betheiligten auf dem Bürgermeisterei-Bureau offen.

Geilshausen, am 5. October 1897. 9288

Großh. Bürgermeisterei Geilshausen.

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Bekanntmachung.

Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kennt- i -, daß durch unfern Vertreter Herrn Hiiurich Palmen in Frankfurt a. M. der

Fr. C. Balzer Wwe.,

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in Gießen der Alleiuausschank von Bier aus dem kgl. Hofbrauhause München übertragen wurde. Die Spunde und Zapfen unserer Gebinde trag n unsere Schutzmarke, bestehend aus der Königskrone und den Buch stabenHB". König!. Hofbrauamt München.

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