Ausgabe 
7.10.1897 Erstes Blatt
 
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«r, 285 Erstes Blatt Sotuicrütao de» 7, October 1897

Der £itftentr Anzeiger erscheint täglich, »it Ausnahme deS Montags.

Die Gießener AttmirienStättee werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

Gießener Anzeiger

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Alle Annoucen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» t Anzeigen für denGießener Anzeiger- entgtgw.

Amtlicher Lheil.

Gießen, den 5. October 1897. Betr.: Lehrerconferenz.

Die

Grrßh Kreis-Schulcommisßon Gießen an die Tchulvorstände und Bürgermeistereien des Kreises.

Wir beauftragen Sie, die Lehrer Ihrer Gemeinde zu benachrichtigen, daß in diesem Herbste folgende Conferenzen stattfinden werden:

1. Montag, den 18. Oktober, Borm. SVirUhr, im Hotel zur Traube zu Hungen: Conferenz für den Bezirk Lich-Hungen,

2. Dienstag, den 19. October, Borm. 10 Uhr, im Cafe Ebel zu Greßen: Conferenz für den Bezirk Gießen.

3. Mittwoch, den 20.October, Borm.d'^Uhr, im Hotel zum wilden Mann zu Grünberg: Conferenz für den Bezirk Grünberg.

Die Herren Referenten werden ersucht, ihre Referate zu vorstehenden Conferenzen bereit zu halten.

v. G a q e r n.

Gicßen, d:n 4 Oktober 1897. Betr.: Die eingeschriebenen Hilfskaffen.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Gr. Bürgermeistereien und Krankenkassen­vorstände des Kreises.

Aus Grund der Gesetze vom 7. April 1876 und 1. Juni 1884 über die eingeschriebenen Hilfskaffen theilen wir Ihnen nachstehend ein Verzeichniß der im Kreise Gießen zugelaffenen eingeschriebenen Hlfekassen unter dem Bemerken mit, daß die Kaffen dem § 75 des Gesetzes vom 15. Juni 1883die Krankenversicherung der Arbeiter betr." entsprechen und daß die Mitglieder dieser Kaffen von dem Beitritt zur Gemeindekrankenoersicherungskaffe befreit sind.

v. lagern.

Zusammenstellung

der eiugeschriedeakN HilfSkassen des Kreises Gießen.

Ord.-Rr. Bezeichnung der Kaffe.

1. Kranken, und Sterbekaffe zu Watzenborn-Steinberg.

2. Kranken- und Sterbekaffe zu Garbenteich.

3. Kranken- und Sterbekaffe zu Rödgen.

4. Kranken- und Sterbekaffe zu Wieseck. 1

Die Allgemeine Arbeiter-Kranken- und Sterbekaffe in Großen-Linden genügt den Erforderniffen des § 75 des citirten Gesetze« nicht; es sind daher deren Mitglieder vom Beitritt zur Gemeinde-Krankenversicherung nicht befreit.

Gießen, den 4. October 1897.

Betr.: Ernennung eines Vertrauensmannes der Berufs­genoffenschaft der Schornsteinfegermeister des Deutschen Reichs. Section X.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises.

Wir theilen Ihnen mit, daß der Schornsteinfegermeister Franz Rebl zu Gießen zu Folge der Vorschriften des Unfalloersicherungsgesetzes vom 6. Juli 1884 für die in der Provinz Oberheffen belegenen Schornsteinfegerbetriebe zum Vertrauensmann für die Zeit vom 1. October 1897 bis 30. September 1899 gewählt worden ist und ihm in dieser Eigenschaft alle in der Geschäftsordnung enthaltenen Rechte zustehen.

v. (Sagern.

Gießen, den 2. Ociober 1897. Betr.: Den Wiesengang.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

au die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.

Nach Art. 7 der WiesenpoliLeiordnung ist in diesem Monat der Wiesengang von den Wiesenvorständen unter Zu­ziehung der Feldschützen und Wiesenwärter vorzunehmen.

Wir beauftragen Sie deshalb, dieselben hierzu baldigst aufzufordern und uns die über den Wiesengang aufzunehmen­den Protokolle bis längstens 15. November d. IS. vorzulegen.

In diesen Protokollen haben die Wiesenvorstände, was «Sie denselben noch besonders eröffnen wollen, hauptsächlich folgende Punkte aufzunehmen:

1) ob die Anordnungen, welche sie bei dem letzten Wiesen­gang getroffen haben, befolgt worden sind und welche nichts

2) welche Anordnungen von den Wiesenvorständen zur Be­seitigung der bei dem diesmaligen Wiesengang vorge­fundenen Mängel - von ihnen getroffen worden find oder vorgeschlagen toerben; hierbei wird den Wiesenvorständen besonders empfohlen, ihr Augenmerk namentlich auch auf die Reinigung der Wiesen von Gestrüpp, Gesträuch, Moos rc., auf die Entfernung der Herbstzeitlosen, des Erdauswurfs aus den Be- und Entwässerungsgräben, auf die Verebenung der Maulwurfshügel und dergleichen und auf die Unterhaltung der Be- und Entwässerungs­gräben zu richten und hierbei nach den bestehenden Bestimmungen zu verfahren^

3) Verbesserungsvorschläge in Bezug auf größere Wiesen­fluren, namentlich solche, zu deren Ausführung die Bil­dung von Wassergenossenschaften nach dem Gesetze vom 30. Juli 1887 über die Bäche und nicht ständig fließen­den'Gewässer (Regierungs-Blatt S. 159) erforderlich ist.

Zn Nr. 2 erläutern wir, daß Sie in der Regel, insofern kein besonderer Anstand vorliegt, jedem der betreffenden Wiesenbesitzer speciell eröffnen wollen, welche Mängel der Wiesenvorstand vorgefunden hat und daß diese Mängel binnen der vom Wiesenvorstand zu bestimmenden Frist so gewiß zu beseitigen wären, als sonst die nöthigen Herstellungen auf Kosten der Säumigen angeordnet würden. Nach fruchtlosem Ablauf der gesetzten Frist wollen Sie nach Anhörung des Wiesenvorstandes weitere Anträge stellen. Jedenfalls sind die von Ihnen getroffenen Anordnungen in den von Ihnen einzusendenden Protokollen einstweilen zu erwähnen.

Das Protokoll über den Rundgang ist von allen Theil- nehmern zu unterzeichnen. War ein Mitglied des Wiesen- vorstandes verhindert, am Rundgange Theil zu nehmen, so ist dieses am Schluffe des Protokolles zu bemerken.

Sollte der Wiesenvorstand der außer dem Großherzog­lichen Bürgermeister oder Beigeordneten, mindestens noch aus zwei Ortseinwohnern, welche Wiesen besitzen oder solche zu benutzen oder zu verwalten haben, bestehen soll, nicht mehr vollständig sein, so wollen Sie den Gemeinderath wegen Er­gänzung des Wiesenvorstandes vernehmen und uns die Anträge des Gemeinderathes in besonderer Verhandlung vorlegen.

v. (Sagern.

Das Cabirret Sagasta.

Wir haben schon bet der Bildung des UebergangS- miuisteriums Azcarraza unserer Verwunderung darüber Aus­druck gegeben, daß nach dem Tode Canovas' nicht der liberale Parteiführer Sagasta an die Spitze der Regierung berufen wurde. Denn ähnlich wie ihn England, wechseln auch tn Spanien die conservativen und die liberalen Cabtnette mit einander ab, und seit einer Reihe von Dtctnnten war man es schon einige wenige Ausnahmen abgerechnet gewohnt, daß ein Cabinel Sagasta das Cabtnet Canovas ab» löste. Was war deßhalb natürlicher, alö daß man nach der Ermordung deS Letzteren es für selbstvirständlich ansah, wenn nun sofort Sagasta aus der Berienkung erschien, in der er vor wenigen Jahren verschwunden war. Welche Einflüffe mitgewirkt haben, um die Königin zu veranlaffen, ein lieber» gangsmimsterium zu bilden mit dem General Azcarraza an der Spitze, ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Jedenfalls kamen ihr die Ereignisse zu überraschend, wenn sie auch viel­leicht schon längere Zett mit dem Gedanken der Nothwendig. kett eines SystemwechselS sich getragen haben mochte. Die Königin-Regentin soll seit Jahren völlig selbstständig und un­abhängig die politischen Vorgänge verfolgen und sich ihre eigene Meinung über die Verhältnisse bilden, um danach ihre Beschlüsse zu faffen. Eigentlich müßte fie bann auch erkannt haben, daß eS schon vor Jahresfrist höchste Zett war, daS Cabinet Canovas zu verabschieden und dem Lande e ne andere Regierung zu geben. Die Verdienste, welche sich der con- servatrve Partelführer um Spanten erwoiben hat, wollen wir nicht herabsetzen, aber wir können ihm den Vorwurf nicht ersparen, daß er den Zeitverhällnisstn keine Rewnung tragend sein Vaterland tn der cubantschen Frage in einen Kampf geführt hat, aus dem ein Entrinnen ichwer möglich fein wird. EtwaS mehr Entgegenkommen gegenüber den be» rechtigten Wünschen der Kubaner, weniger starres Beharren auf veralteten Standpunkten würde Spanien viel Schaden an Nationaleigcnthum und große Opfer an Menschenleben erspart haben. DaS Ausbcutesystem, das man seit vielen Jahren auf Cuba betrieben hat, die Vernachlässigung und Hintansetzung aller Jntereffen der Eingeborenen dieser Insel hat böse Früchre getragen. Lange Zett wird erforderlich sein,

um die Wunden, welche dem Mutterlande geschlagen worden find, zu heilen.

Deshalb ist die große Frage, welche heute alle Welt bewegt und nicht nur in Spanien allein ventilirt wird, die: Wird Sagasta auch in der Lage sein, erfolgreich Hülfe zu bringen und Spanien einer Genesung in politischer und wirth- schaftlicher Hinsicht entgegenzuführen? Um hierauf eine rich­tige Antwort zu fiideu, ist nöthig, die frühere Thätigkeit SagastaS einer kurzen Beleuchtung zu unterziehen. Wie wir schon zu Anfang erwähnt haben, hat er schon oft an der Spitze der Regierung gestanden und bezüglich der Behänd» lang der Colonien immer eine milde und veriönliche Politik getrieben, aber auch nichts zu erreichen vermocht, um die Stimmung in den Colonien zu ändern, was jedenfalls darin seinen Grund hatte, daß er nicht energisch genug da» Raub- system der Spanier auf den Inseln zu verhindern gewußt hatte. Als Königin Maria Christina die Regentschaft über» nahm, betraute fie Sagasta mit der Regierung, und sein erste» Werk war die Einführung des allgemeinen Wahlrecht» und die Organisation des Gerichtswesens. Beide Reformen hatte er einige Jahre vorher bekämpft unter dem Vorwande, daß das spanische Volk noch nicht reif genug dafür fei. Sonstige Reformen hat Sagasta nicht durchzusetzen vermocht; wenn er auch den besten Willen dazu hatte, so bildeten die eigenartigen Verhältnisse in Spanien doch ein zu große- Hinderniß, dem Volke die Culturfortschritte anderer Länder zugänglich zu machen. UeberdteS waren die Finanzen des Landes schon von jeher in solch desolatem Zustande, daß vielfach die Mittel zur Durchführung nothwendiger Reformen fehlten. Da htute die Verhältniffe in Spanien noch viel complicirter liegen als früher, so kann man leicht ermessen, vor welch schwierigem Werke Sagasta steht. Freilich kommt ihm zu Statten, daß heute Jedermann von dem Ernst der Lage Überzeugt ist und von der Nothwendigkeit mithelfen zu müffen, um das Vaterland vor dem vollständigen Ruin zu retten. Hierzu gehört vor Allem, daß dem Aufstande auf Cuba ein Ende gemacht wird, was Sagasta durch Ein­führung von Reformen auf der Insel und durch Gewährung einer weitgehenden Autonomie an dieselbe zu erreichen suche« wird. Da er hierbei deS moralischen Beistandes der Ver­einigten Staaten sicher ist, so dürfte e» ihm gelingen, wieder Ruhe und Ordnung auf den Antillen herzustellen und damit den G-und zu legen für eine Sanirung der Verhältniffe im Innern Spaniens. Die Arbeit, welche Sagasta bevorsteht, fordert einen ganzen Mann, und als ein solcher wird sich hoffentlich der neue Ministerpräsident bewähren. (xx)

Deutsches Reich»

Darmstadt, 5 October. Seine Majestät der Kaiser und Seine Königliche Hoheit der Großherzog begaben sich gestern Mittag zu Fuß nach der Mathildenhöhe zur Be­sichtigung des Platze», welcher für öte Erbauung der Griechi- scheu Capelle in Aussicht genommen ist. Seine Majestät der Kaiser vonRußland empfingen heute Mittag 12 Uhr Se. Excellenz den Großh. StaatSmivister Dr. Finger in Audienz. Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin haben Allergnädigst geruht, das Protectorat über die von Ihrer Königlichen Hoheit der Höchstseligen Prinzesfin Carl inS Leben gerufene Stricklchule zu Bcffungen zu übernehmen und derselben einen jährlichen Beitrag au« Allerhöchstihrer Privatichatulle zu gewähren. Darmst. Ztg.

Darmstadt, 5. October. Ihre Majestät der Kaiser und die Kaiserin von Rußland, Ihre König!. Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin und die üb­rigen Höchsten Herrschaften waren gestern Nachmittag von 4 biS 5 Uhr zum Thee bei Ihrer Großherzogltchen Hoheit der Prinzessin Ludwig von Battenberg im Palais am Louisenplatz.

SoIffB telegraphische» Correspondmz-Bureau.

Danzig, 5. October. Der Stapellauf deS für den Norddeutschen Lloyd in Bremen auf der Werft von Schichau neu erbauten DopPelschrauben-SchnelldampferS ging heute in Gegenwart des Kaisers glücklich von Statten. DaS Schiff erhielt den NamenKaiser Friedrich".

Schwerin, 5 October. Heute Nachmittag 4*/8 Uhr wurde die Leiche des Herzogs Friedrich Wilhelm in ber Fürstengrnft des Domes beigesetzt. Nach dem Gottesdienst wurde der Sarg von Marineoffizieren zur Gruft getragen und in Anwesenheit der Fürstlichkeiten und der Minister des Großherzoglichen Hauses öeigesetzt.

8ger, 5. Ociober. Anläßlich der gkstrigen Haft­entlassung des Redacteurs Hofer wurde Abend» in