Ausgabe 
7.5.1897 Erstes Blatt
 
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biete, aufgefunden. Seit 5 Uhr früh ist die ganze Um­gebung der UnglückSstLtte von großen Menschenmengen be­lagert. Die nach und nach aufgefundeoen Leichen werden zum Zwecke der RecognoScirung im Industrie-Palast aus­gestellt, wo die fämmtltche Straße« besetzt haltenden Mafien fortwährend anwachse» und die zahlreichen Leichenwagen um- drängen, welche beständig kommen und gehen, um die Opfer der Katastrophe hinweg zu bringen. Bor dem Haupteingange de- Palastes find ungefähr 100 Särge in dreifacher Reihe aufgestellt, um die verkohlten Leicheuüberreste aufzuuehmev- tm Palaste selbst herrscht eine fürchterliche Atmosphäre, denn die schrecklich zugerichteten Leichen verbreiten einen unerträg­lichen Pesthauch. Ununterbrochen spielen sich herzzerreißende Scenen ab, immer und immer wieder sieht man die aufs Höchste erregten Angehörigen unter lauten SchmerzenSaus- brüchen sich über die von ihnen recognoßcirten Tobten werfen. Im Jndustrtepalast dauert die Untersuchung der Leichen auf ihre Identität immer noch fort, denn in der bereit» theil- weise ntedergeriffenen Halle desselben liegen noch über dreißig verunglückte, deren Persönlichkeit wohl niemals festgestellt werden dürfte- derart find dieselben zu einer formlosen Maffe verbrannt.

Pari», 5. Mat. AuS Anlaß des gestrigen Brand­unglücks wird heute Nachmittag ein außerordentlicher Mioisterrath abgehalten werden.

Pari», 5. Mat. Der Zahnarzt der Herzogin von Alentzon nahm die ihm al- Herzogin von Alenyon bezeich­nete Leiche eingehend in Augenschein und erklärte nach sorg­fältiger Untersuchung deS GebtffeS mit aller Bestimmtheit, daß der ihm vorgelegte Leichnam derjenige der Herzogin von Aleuvon sei.

Staibon, 5. Mai. Da- Unterhaus verwarf mit 227 gegen 186 Stimmen die Bill, betreffend die Einführung deS Achtstundentages für dte BergwerkSarbeiter. Die Re- gterung hatte sich an der Debatte nicht betheiligt.

Kovstrnttuopel, 5 Mat. Eine offizielle Verlautbarung dementirt, daß bet Pharfala für dte Türken unglück­liche Kämpfe stattgefuoden haben, indem festgestellt wird, daß fett der Einnahme von Larifia gegen Pharfala nur Recog- uo-ctrungSverfuche erfolgten. Der Commaudant des epi­rotischen Corpß meldet, daß nach Besetzung von LuroS auch der Gebtrg-paß Ktlberini, der die Abhänge von Arta blherrtchr, ohne Widerstand besetzt wurde.

Konstantinopel, 5. Mat. Dte Nachricht von dem Aus­bruche von Unruhen auf der Insel Mytilene ist un­richtig. Dte Nachricht scheint darauf zurückzuführeu zu fein, daß ongefichtS der Möglichkeit von Landungsversuchen der Griechen ein Redifbataillon von Bergama nach Mytilene ge­schickt worden ist.

Depeschen deS Bureau »Herold."

Berlin, 5. Mai. Der Kaiser nahm gestern Nachmittag in Stettin dte Parade über dte gesawmte Garnison ab und begab sich Abends 8*/, Uhr nach Berlin zurück.

Berlin, 5. Mat. Der Kaiser, welcher gestern Abend au» Stettin hier eingetroffen ist, nahm heute früh 8 Uhr den Vortrag deS Reichskanzler- Fürsten Hohenlohe entgegen.

Berlin, 5. Mat. Auf Anordnung des Kaisers werden dte Schleifen der bei der Tentenarfeier am Kaiser Wilhelm- Denkmal niedergelegteu Kränze im Mausoleum zu Charlotten- bürg aufbewahrt werden.

Berlin, 5. Mai. Wie nun auch dteNordd. Allgem. Ztg.E hört, wird angenommen, daß zum Nachfolger des ver­storbenen General - Postmeisters Dr. Stephan der Unter« staatSfecretär im Reichs - Postamt Dr. Fischer ernannt werden wtrd.

Berlin, 5. Mat. Im preußischen Abgeord- »et en hause verlautet heute, wie dtePost" berichtet, daß dte Session mit Ablauf dieses Monat- beendet werden soll, auch wenn einige kleine Sachen unerledigt bleiben.

Berlin, 5. Mai. Wie derPost" von der hiesigen türkischen Botschaft mitgetheilt wtrd, ist dte durch das Centralcomitü der deutschen Vereine vom Rothen Kreuz mitgetheilte Nachricht, daß dte Türkei die Hilfe des deutschen Rothen KleuzeS abgelehnt habe, völlig unbegründet. Der Sultan hat im Gegentheil das Anerbieten einer Hilfe­leistung mit großem Dank angenommen und angeordnet, daß dte nach Konstantinopel zu entsendenden deutschen Aerzte und Krankenpfleger rc. in den Lazarethen der Hauptstadt Ver« Wendung finden sollen.

Wien, 5. Mat. Dem Vernehmen nach find zwischen den Großmächten Vereinbarungen im Gange, um die Dynastie be» KüntgS Georg zu schützen.

Rom, 5. Mai. Der griechische Ministerpräsident Rallt hat den italienischen Gesandten darüber interpellirt, wie sich Italien im Falle einer Vermittelung der Mächte zu den nationalen Interessen Griechenland- stellen werde.

Brnffel, 5. Mai. Nachdem die offizielle Nachricht vom Tode der Herzogin von Alen^on hier etngegangev ist, wird der König mit dem AuSstellungScomitü conferiren, um dte offiztelle Eröffnung der Ausstellung, dte am Sam-tag stattfinden sollte, zu verschieben. Ferner wtrd gemeldet, der König werde am Sonntag nach Part- abretsen.

Berlin, 6. Mat. Ueber die Anwesenheit de- Grafen Waldersee, welcher sich gestern bet der Frühjahrs- besichttgung de»KaiserAlexander-RegimentS in der Suite des Kaiser» zeigte, find allerhand Combinationen laut ge­worden. Dem gegenüber stellt derLocalanz." fest, daß von einer Berufung de» Grafen nach Berlin nicht dte Rede sein könne. Graf Waldersee sei schon vor 8 Tagen in Berlin eingerroffeu, um fich wegen eine» alten Leiden» in dte Be- Handlung eine» hervorragenden Specialarzte- zu begeben. Diese Kur sei noch nicht beendet.

Weimar, 6. Mai. Al» Sitz der am 1. Januar 1898 in» Leben tretenden thüringisch-anhaUischen Lotterie wurde endgültig Gotha bestimmt.

Athen, 6. Mat. Bei dem gestern vom Oberst Smolenitz über dte Türken erfochtenen Siege bet KynoSkephalae westlich von velestino» machten dte Griechen viele Gefangene und erbeuteten zwei Fahnen.

CsceUs unb

Dietzen, den 6. Mai.

* Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog empfingen am 5. Mai u. A. den Major v. Blanken­burg im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116, den Hauptmann z. D. und BezirkSosfizier vom Landwehrbezirk St. W-ndel Seitz, den Gymnasial- director und Hauptmann her Reserve Dettweiler von BenSheim, den Pfarrer Schlosser von Gießen.

* Ordensverleihungen. Se. Kgl. Hoheit der Groß- herzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 3. Mat dem Oberstlieutenant v. KurnatowSki, etatS- mäßigen Stabsoffizier im 3. ThüriogischenJafanterie Regiment Nr. 71, seither BataillonS-Commandeur im Infanterie-Regi­ment Kaiser Wilhelm (2. Groß. Heff.) Nr. 116, und dem Hauptmann z. D. und BezirkSosfizier in St. Wendel Seitz, zuletzt Compagniechef im 5. Großh. Jufanterie-Regtment Nr. 168, daS Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen geruht.

Mlilärpersonalnachrichlen. Frhr. v. Autenried, Pr.-Lt. vom Inf..Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116, von dem Commando zur Dteustleistuog bet den technischen Instituten entbunden.

P.A.F. Sport- und Volksfest in Dietzen. Begünstigt durch daS schöne Wetter der letzten Tage schreiten die Dor- arbeiten auf dem neuen Sportplatz an der Hardt rüstig vorwärts, sodaß die eigentliche Rennbahn schon bis gegen den 15. Mai fertig gestellt ist und zum Trainiren benutzt werden kann. Auch dte sonsttgen Arbeiten, wie Tribüne usw. find ihrer Vollendung nahe, sodaß bis zum Feste alles würdig zum Empfang der Gäste vorbereitet sein wird. Dte Theil- »ahme der Radfahrer an dem eigentlichen Sportfeste: Preis- corso der Vereine deS Nordbezirks des Gaues 9 vom Deut- scheu Radfahrer-Bund und Internationale Rennen wtrd aller Voraussicht nach eine sehr große werden. Ist doch auch dte Rennbahn nach allen Erfahrungen und Verbefferungen der Neuzeit gebaut und somit den Rennfahrern Gelegenheit ge- geben, ihr ganzes Können zu zeigen, ohne auf störende Nebenumstände, wie Fehler in der technischen Anlage u. s. w., Acht geben zu müffeu. Aber auch noch ein anderer Punkt dürfte es sein, der die Radler am 30. Mat nach Gießen zieht, um in friedlichem Wettkampf um dte SiegeSpalme zu ringen und daS sind die herrlichen Ehrenpreise. Die ersten Preise sind fast ohne Ausnahme Stiftungen vom Deutschen Radfahrer-Bund, als oberster Behörde im Radfahrsport vom Vorstand deS Gaues 9 (Frankfurt a. M.) und vom Vorstand de» Nordbezirk« deS Gaues 9, besten Mittelpunkt Gießen ist. Weiter von den beiden festgebeuden Vereinen Wanderer" Gießener Radfahrer-Gesellschaft und Euratorium der Rennbahn Gießen 1897, sowie von Herrn Brauerei- Befitzer Btchler. Ganz besonders prächtig wird der von den Damen beider Vereine gestiftete Damen - Wanderpreis auS- fallen, welcher aber auch seine» hoben Werthe» wegen erst nach mehrmaligem Sieg in den endgültigen Besitz des Sieger» übergeht. In Anbetracht dieser Stiftungen wird es der Rennleitung möglich sein, auch die zweiten und dritten Preise sehr gut zu dotiren, so daß auch dte Fahrer, welchen e» utcht vergönnt tst, alserste" baß Band zu pasfiren, ihre Mühen durch schöne Preise belohnt sehen werden. Wollen wir hoffen und wünschen, daß alle Gäste fich recht wohl fühlen werden aus dem idyllischen Sportplatz an der Haardt, und daß ein Jeder mit dem Wunsche scheidet: Auf Wieder- sehen beim nächsten Rennen.All Heil".

e*ZX Das Goncett der Hofgeismarer Dragoner-Capelle, das gestern Abend tnSteins Garten" ftattfand, hatte fich einer zahlreichen Zuhörerschaft zu erfreuen. Die Capelle rechtfertigte auch diesmal den ihr bereits hier zu Theil ge­wordenen guten Ruf und erfreute durch dte lobenswerthe Ausführung eines reichhaltigen, abwechslungsvollen Pro­gramms. Von den Programmnummern feien erwähnt: Lum- bye» herrliche FantasieNebelbilder", in welchem allerdings daS angeführteZithersolo" recht matt und dabei zu hart im Anschlag herauSklang- ferner die wenig gehörte Lachner'fche Ouvertüre zur OperDie Fürftenbraut", dann die Fantasie au» der OperetteDas Pensionat" von Suppä. An Soli» wurden geboten das herrliche LiedSD Maienzeit" von Brandt für Piston, sowie e'ne flotte Polka für Xylophon - letzteres entzückte die Mehrzahl oer Hörer ganz besonder». Wir vermtfien schon seit längerer Zeil bei den Concerten unserer hiesigen RcgimentScaprlle den Solopart dieses gern gehörten Instruments, eine solche Gabe von Zeit zu Zeit ge- boten, wird stets mit Dank von den Concertbesuchern accep- tirt. Letzte Programmnummer war dem Andenken Brahms gewidmet und enthielt deffenUngarische Tänze Nr. 5 und 6," leider entsprach die Ausführung durch das stellenweise über- hastete Tempo nicht der Schönheit der Composition. Den Schluß bildere als Zugabe ein von Herrn SlabStrompeter Fritzik dem Dragonerrcgimevt gewidmeter schneidiger Regi- mentSmarsch sür Heroldstrompete». Lebhaft gespendeter Beifall lohnte die meisten Piece».

Maiblumen. Die hrranrückrnde Maiblumenzeit ver­anlaßt, aufmerksam zu machen, daß die Maiblume in Blüthe und Stengel einen Giftstoff enthält, der schädlich werden kann. Insbesondere vermeide man, die Blumen zwischen den Lippen zu tragen, da bei etwaiger Verletzung daS Gesicht anschwilll; ebenso werfe man die welken Blumen niemals in Höfe, wo Geflügel umherläust.

- Sptelcnrfu». In Frankfurt a. M. findet in diesem Jahre vom 31. Mai bis 5. Juni eiuschl. ein CursuS zur Ausbildung von Lehrerinnen im Jugend-und Volks- i spiel statt. ES ist leider Thatsache, daß die körperliche AuS- bildung der Mädchen noch vielfach über Gebühr vernachlässigt '

wirb. Da, wo man aber den ernsten Mahnungen erfahrener Aerzte und Erzieher Gehör schenkt, wird man auch die kör­perliche Erziehung deS weiblichen Geschlecht» al» nothwendig anerkennen. Daher sind solche Eurse, welche die Lehrerinnen befähigen sollen, dte Spiele bei der Jugend einzuführen, mit Freuden zu begrüßen, und wir wünschen ihnen den besten Erfolg. Anmeldungen zu dem oben genannten, unentgelt­lichen Cursu» find an den Leiter derselben, Herrn Turn- iuspector Weidend usch-Frankfurt a. M., bi» zum 24. d. MtS. einzureichen.

Wetterbericht. DaS barometrische Maximum ist zwar von Westen her weiter nach Central-Europa hereingerückt und hat daffelbe auch sür unsere westlichen und nördlichen Gebiet»- theile wieder Aufklärung gebracht, doch liegt heute einerseits eine neue tiefe Depression nördlich der britischen Inseln, welche ihren Einfluß bis zu den Küsten de» Festlande» au«- dehnt, andererseits besteht sowohl im Süden Europa» wie im Osten von Deutschland ein Gebiet niederen Drucke» und sind sogar die Gradienten vom nördlichen Alpenkamme gegen deren Südsuß sehr beträchtlich. Die Wetterlage dürste sich daher der ganzen Lnftdruck-Dertheilung entsprechend ziemlich unbeständig gestalten. Voraussichtliche Witterung: Trübe-, im Allgemeinen unbeständiges Wetter.

L. Leibhecken, 5. Mai. Hier und in einigen Nachbar­orten zeigen fich die Masern, ohne daß man weiß, woher fie eingeschleppt wurden. Der verlauf ist ein gutartiger. Lehrer R., der im Herbste mit Erpreffungen eines aus­wärtigen Menschen belästigt wurde und daher den hiesigen Ort verließ, ist auf sein Nachsuchen au0 dem Schul­dienste entlassen worden.

G. Seitz Nidda, 5. Mai. Besondere» Interesse nimmt bei unseren Landleuten dteChausfeestetn-Klopfmaschine in Anspruch, welche kürzlich in der Nähe unseres zukünftigen Bahnhofes aufgestellt wurde. Mit erstaunlicher Geschwindig­keit zermalmt fie die Basaltbrocken und leistet so viel al» 40 Handarbeiter. Die Arbeiten auf der Linie rücken unauf­haltsam vor.

Lauterbach, 3. Mai. Heute Morgen wurde die neu errichtete höhere Bürgerschule mit 66 Schülern eröffnet.

Darmstadt, 5. Mai. Bor dem hiesigen Schöffengericht kam heute der Proceß des AuSschuffe» der technischen Hochschüler gegen da» Mainzer Journal zur Ver­handlung. Der Studentenausschuß hatte f. Z. der mu ge­gründeten katholischen Verbindung Naffov'.a die DaseirS« berechtigung abgesprochen und den Director gebeten, die Naffovia vom Kaiser-CommerS auszuschließen. DaS Mainzer Journal polemifirte in heftiger Weise gegen diesen Beschluß de» Studenten.AuSschuffe». Dieser klagte wegen Beleidigung der ganzen Studentenschaft gegen den Redacteur drS Mainzer Journal». Derselbe wurde zu 100 Mark Geldstrafe ver- urtheilt.

Mainz. 5 Mai. In der heutigen Sitzung der hie­sigen Stadtverordneten kam nochmal» der unprogramm­mäßige Bismarck toast gelegentlich der hier stattgehabten Centenarseier zur Sprache. In einer früheren Sitzung war der Vorsitzende öeß FestcomitL«, Oberbürgermeister Dr. Gaßner, von Stadtverordneten der Centrum»- und deutsch-freisinnigen Partei dteferhalb interpellirt worden, welcher Interpellation Stadtverordneter Dr. Schmidt Namens der CentrumSpartei heute die Erk.ärung folgen ließ, daß die CentrumSpartei dte Vorgänge bedauere und daS an den Fürsten B'Smarck ad- gesandte Telegramm als eine Vergötterung eine» noch lebenden Zeitgeuoffen betrachte. Wenn dergleichen wieder bei einem nationalen Feste, an welchem alle Bürger zur The>lnahme eingeladen, Vorkommen könne, müsse die CentrumSparlri gleich einer anderen Partei erklären:Wegble'ben ist die Parole!" Namens der deutsch-freisinnigen Partei sprach sich Notar Wolf tn ähnlicher Weise auS, während der Ober- bürgermeifter seinerseits erklärte, daß er nie mehr Geld für derartige Feste von der Stadt verlangen und auch nicht mehr von dem einmal festgesetzten Programme abgehen werde. Im weiteren Verlause der Sitzung schloß fich die Stadt- verordneten-Versammlung einer Eingabe der Handelskammer an dar Eljenbahnministertum an, welche die Anlage einer Bahn Langen-LonSheimGau-Alg esheim mit dem Anschluß an Mainz verlangt.

* Heilungen von Verletzungen bei Herzen». Auf dem 12. Congreß der deutschen Gesellschaft für Chirurgie io Berlin erregte großes Aufsehen der Vortrag deS Herrn Prof. Rehn (Frankfurt a. M.) über Herzwundeu. Man nahm früher an, daß von diesen Verletzungen nur 10 pCt. zur Heilung kommen. Sehr häufig ereignet e» fich, daß nach ganz kleinen Verletzungen, z. B. einem Nadelsiich, sofort Tod tn Folge Herzstillstandes etnhiit. Da» läßt fich nur als Reflexwtrkung erklären. Die Blutung ist naturgemäß eine sehr heftige, jedoch zeigen Thierexpertmente, daß bet kleinen Herzwunden die Blutung oft von selbst zum Still­stand kommt. Daher die Möglichkeit einer spontanen Heilung. Die Blutung ist e« jedenfalls, die das Schicksal des Patienten entscheidet. Bisher haben die Chirurgen stets sich gescheut, die allgemeinen Grundsätze der Blutstillung auch auf do» verletzte Herz anzuwenden, d. h. die Verwundung frei zu legen und zu nähen. Für gewisse Fälle empfiehlt Redner diese» Verfahren entschieden. Er stellte einen Patienten vor, der einen Stich tn» Herz bekommen batte und fast sterbend in» Krankenhaus gebracht wurde. Zwar erholte er fich wieder etwa«, doch sprachen alle Anzeichen dafür, daß da» Herz weiter blutete und da» Ableben sicher bevorstond. Rehn legte baß Herz frei, er fand die Stichwunde in der rechten Herzkammer, und gelang ihm trotz der stürmischen Bewegungen de» Herzens, die Wunde zu nähen. Der Patient ist vollkommen geheilt.

Durch BerMtttel»»» be» Leipziger Pädagogen Marti» Hartmann correspondiren gegenwärtig tausend deutsche