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HKßener -n»eiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
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Amtliche». Theil.
Bekanntmachung.
Für Auffindung der Leiche des bei Marburg in der -ahn ertrunkenen stud. pharm. Arthur Tyrer ist eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt und bei Königlich Preußischem Laudrathsamte zu Marburg hinterlegt worden.
Gießen, den 6. März 1897.
GroßherzogltcheS Kreisamt Gießen.
___________________v. Gagern.__
Gesunde«: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 seidene» Luch, 1 Regenschirm, 1 Stein au» einem Ring, 3 Mützen, 1 Kohlenlöffel, 1 Handschuh, 1 Taschentuch.
Zugeflogeu. 1 Huhn.
Gießen, den 6. März 1897.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Becktold.
Deutsches Reich.
Darmstadt, 5. März. Aus Bukarest gehen der „Darmst. Ztg." über den Aufenthalt der Allerhöchsten Herrschaften nachstehende Mittheilungeu zu: Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin be- fichtigteu am vergangenen DieuStag die staatliche Tabaksfabrik und besuchten Abends da» griechische Theater. In demselben Theater fand TagS darauf ein WohlthätigkeitSball statt, den die Allerhöchsten Herrschaften mit Ihrer Anwesenheit beehrten. Am Donnerstag nahmen Ihre Königlichen Hoheiten am Dejeuner bei Ihren Majestäten Thcil und besuchten Abend» einen im PalatS Cotroceni veranstalteten Sostümball, der einen glänzenden Verlauf nahm.
Aouofte NuchrichtO«^
Wolff« telegraphische« Lorresyorrdenr-Vvreav-
Berlin, 5. März. Die Budget-Commission de» Reichstages begann die Berathung des MarioeetatS. Staatssekretär Holtmann führte auS, eS handle sich bei den Forderungen keineswegs um uferlose Flottenpläne. Die» sei lediglich ein Ausdruck, um das Volk gruselig zu machen. Der Staatssekretär gibt ein Bild der Entwickelung der Schiffs-Typen und betont, daß alle jetzigen Forderungen sich auf frühere Bewilligungen des Reichstages stützten. Bei den Panzerschiffen tritt die militärische Invalidität nach 25 Jahren ein, bet den Engländern sogar mit 22 Jahren. Alte Schiffe seien im Kampfe, wie bei der Armee, veraltete Waffen. Deutschland erwarte, daß die Marine sich im Ernstfälle bewähre, auch im Kampfe auf hoher See, und daß die Marine nicht nur auf die Küstenvertheidigung sich beschränke. Die geforderten Kreuzer seien unentbehrlich. Ohne Kreuzer könne die Flotte nicht in den Kampf ziehen. Zu jedem Panzer gehören 2 Kreuzer ES fehlen noch 10 Kreuzer, i Avisos und 2 Kanonenboote, außerdem 5 Panzerschiffe, 2 Monitors, 2 schwimmende Batterien- an Torpedofahrzeugen fehlen sogar 22. Seit dem FlottengründungSplaue im Jahre 1873 seien große Fortschritte in den Erfindungen gemacht worden. WaS Haden Frankreich und Rußland seit zehn Jahren für ihre Flotten gethan? Auch die Jntereffeu der Deutschen im AuSlande erfordern Berücksichtigung. Im Etat 1898/99 seten die Panzerschiffe „Kaiser" und „Deutschland" zu ersetzen, daS wüffe er der Commission schon heute mittheilen. Lieber fragt, ob Graf PosadowSky von der heute der Commission zugestellten tabellarischen Ueberficht Kenntniß habe und waS der Reichskanzler dazu sage. Die Commission vertagt die Berathung des Marineetats wahrscheinlich bis Dienstag.
Berlin, 4. März. Bei der gestrigen parlamenta- rischen Soiree beim Reichskanzler waren etwa 500 Personen anwesend, darunter die meisten Staatsminister, der Chef des CivilcabinetS v. LucanuS, die Spitzen der Lentralbehörden, zahlreiche Mitglieder des Reichs- und Landtage», höhere Offiziere und verschiedene Vertreter der Preffe. Die Versammlung besprach in angeregtester Arr Fragen der äußeren und inneren Politik.
Berlin, 4. März. Der „Nationalzeitung" zufolge schreitet die Genesung deS Staatssekretärs v. Stephan in erwünschter Weise fort. Der Staatssekretär führt die Leitung der Geschäfte fort.
Brüssel, 5. März. Der Senat hat den Gesetzentwurf betr. die Glücksspiele im Ganzen angenommen. Durch das Gesetz werden die Glücks- und Bankspiele an öffentlichen «der dem Publikum zugänglichen Orten verboten. Eine Ausnahme wird für die Städte Spaa und Ostende gemacht, wo die Einrichtung eines Sptelclnb» erlaubt ist.
London, 5. März. Das Unterhaus nahm in erster Lesung die von Ritchie beantragte Bill au, durch welche die Einfuhr von im Gefängnitz augefertigten Gegenständen verboten wird.
Depeschen deS Bureau .Herold."
Berlin, 5. März. Das Abgeordnetenhaus setzte heute die Etatberathung beim LaudwirthschastS-Etat fort und nahm eine Reihe von Titeln au. Morgen Weiterberathung beim Domänen- und Forst-Etat.
Berlin, 5. März. Proseffor Robert Koch dürfte, wie die „Berliner wissenschaftliche Correspondenz" mtttheilt, wohl bald Süd Afrika verlassen und sich nach Indien begeben, um dort die Leitung der deutschen Commisfiou zur Erforschung der Beulenpest zu überaehmeu.
Berlin, 5. März. Man rechnet darauf, daß die heute begiuneuden Arbeiten deS Mari ne-Etats morgen in der Budget Commission beendet werden, so daß der Reichstag im Plenum bereits Anfang nächster Woche die zweite Lesung des Marine-EtatS vornehmen kann. Auf der TageSorduung der nächsten Plenarsitzung am Montag stehen kleine Vorlagen und der ReichStagS'Etat.
Wilhelmshaven, 5. März. Der Kaiser übernachtete auf dem Panzerschiff „Kurfürst Friedrich". Heute Morgen brachte ihm daS MufikcorpS der 2. Matrofen-Divifion ein Ständchen dar.
Wilhelmshaven, 5. März. Der Kaiser nahm heute Vormittag auf der Werft einige Besichtigungen vor. Seine Abreise erfolgte 2 Uhr 30 Mtn. Mittag».
Hamburg. 5. März. Der Dampfer „Syrakus" ist im Canal mit Manu und Maus untergegangeu.
Wim, 5. März. Die „Neue Freie Presse" meldet, daß die Admirale vor Kreta derzeit mit der Ausarbeitung eines Plane» für die im Falle der Ablehnung de» Ultimatums durch Griechenland zu ergreifenden Zwangsmaßregeln beschäftigt sind. Nach der Feststellung diese» Planes durch die Admirale wird derselbe den Commandanten vorgelegt werden.
Brüssel, 5. März. „Jndepeudauce belge", daS auto- rifirte Organ der internationalen FriedenSliga, schreibt, die Mächte würden Griechenland die größte Schmach an- thun, wenn sie diese Nation mit Waffengewalt zwingen würden, Kreta zu verlassen. WaS aber in den Augen der Mächte eine größere Bedeutung haben sollte, das sei der unvermeidliche Krieg, welcher auf die Räumung Kretas folgen würde.
Brüssel, 5. März. Die strikenden GaSarbeiter erhalten von der foctalistischen ArbeitervereinSkasse eine tägliche Unterstützung von 3 FrcS. pro Kopf.
Pari», 5. März. DaS „Journal" veröffentlicht ein Interview mit König Georg von Griechenland, welcher erklärte, daß Kreta die Einverleibung mit Griechen- land wünscht und daß die Mächte der Würde und dem Ehrgefühle der griechischen Nation Rechnung tragen müßten.
Loudon, 5. März. Dem „Standard" zufolge find im Ytldiz-Palast in Konstantinopel besondere Vorsichtsmaßregeln getroffen worden, weil die in der türkischen Hauptstadt ansäsfigeu Christen beabsichtigen sollen, Unruhen zu insceniren.
Athen, 5. März. In der Sitzung der fremden Gesandten in der englischen Gesandtschaft wurde die Frage erwogen, ob nach Ablauf der sechs Tage die Gesandten Athen verlassen sollen. ES wurde beschlossen, sich Montag auf die Schiffe zu begeben. Die Akropolis berichtet von einem deutschen Vorschlag, die griechische Flotte, falls sie nicht von Kreta absährt, zu vernichten.
Athen, 5. Marz. Durch die Einberufung von weiteren vier Klaffen der Reserve unter die Fahnen wird die aktive griechische Armee auf 100,000 Manu gebracht.
Berlin, 6. März. Der Kaiser, welcher gestern in Bremen den Rathskeller besuchte, ist Abends in Berlin wieder eingetroffen.
Berlin, fr März, lieber die Blättermelduug wegen der bevorstehenden Wiederherstellung deS zerrissenen Bundes zwischen Laudwirthschast und Industrie bemerkt die „Deutsche Tageszeitung", daß Herr v. Plötz niemals Gegner eine» solchen Zusammengehens war. ES könne aber von einem Zusammengehen nur dann die Rede sein, wenn die berechtigten Forderungen der Laudwirthschast diejenige Beachtung finden, welche sie vor den Handelsverträgen sanden.
Berlin, 6. März. Die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet auS Wien: Die Mächte greifen bet der Erörterung der Art eventuell gegen Griechenland zu ergreifender Zwangs- maßregeln auf den früheren Vorschlag bezüglich der Ent
fernung der griechtscheu Flottille auS den kretischen Gewässern zurück.
Athen, 6. März. Die Truppensendung en nach der Grenze dauern fort. In zwei Tagen soll der Kronprinz nach Teikala in Thessalien gehen. Der BestimmuogS- ort der gestern auSgelausenen beiden KciegSschiffr ist noch un- bekannt, vermuthlich gehen diese nach Kreta. Oberst Vasso» soll erklärt haben, sallS die Regierung ihn zurückruse, werbe er den Osfiziersrang aufgeben und als Insurgent weiterkämpfen. '
WB. London, 6. März, »elfour erklärte im Unter- Hause, in Konstantinopel sei am Freitag die ergänzende Collectivnote bezüglich der Zurückziehung der türkischen Truppen auS Kreta überreicht worden. Der Wortlaut sei noch ausstehend.
WB. Kanea, 6. März. Havasmeldung. Falls da» Wetter eß erlaubt, werden am SarnStag 500 Marine- fol baten färnmtlicher Großmächte gelandet, um nötigenfalls mit Gewalt die eingeschlosieaen Muselmanen zu entsetzen.
WB. Athen, 6. März. ES find vier griechisch« Geschwader gebildet, welche in den Griechenland um- gebenden Meeren kreuzen.
Adalbert Matkowsky.
Königlich Preußischer Hofschauspieler.
Während Mutter Natur viele ihrer Kinder mit ausgesuchter Stiefmütterltchkeit behandelt, häuft sie oft auf ihre Lieblinge die reichsten Schätze. Adalbert MatkowSky, am 6. December 1858 zu Königsberg i. Pr. geboren, wandte sich bereits im Jahre 1877, nachdem er das Gymnasium seiner Vaterstadt absolvirt hatte, der Bühne zu, trotzdem bet bekannte VortragSmeister Alexander Strakosch, gelegentlich einer Prüfung ihm jegltcheS Talent abgesprochen hatte. Mat- kowSky kam nach Berlin, wo er nur kurze Zeit Unterricht nahm, und fand sofort Engagement am Hoftheater zu Dresden. Seinem Feuergeift wuchsen allmählich die Schwingen, und auSgestattet mit der sympathischsten Persönlichkeit und einem mächtigen Organ, eroberte er sich im Fluge die ersten jugendlichen Heldenrollen. Jrn Jahre 1886 folgte Matkowsky einem Rufe an das Stadttheater zu Hamburg, wo er unter der Direktion PolliniS biß 1889 wirkte und in der großen Hansastadr ebenso schnell, wie in Dresden, die Sympathien des Publikums gewann, baß ihn ungern und mit lebhaftem Bedauern scheiden sah, als er von der General Intendanz der Königlichen Schauspiele nach Berlin berufen wurde. Seit fünf Jahren gehört Adalbert Matkowsky dem Berliner Hoftheater als Mitglied an und hat in der Zwischenzeit mit großen Ehren in den bedeutendsten Städten gastirt.
Matkowsky« Spielplan umfaßt alle jugendlichen Heldenrollen der klassischen Litteratnr, zu denen sich noch Gestalten aus dramatischen Erzeugnissen der Gegenwart gesellen- auch löst er die Ausgabe, gesetzte Heldenrollen, wie jene des „Uriel" oder des „Faust" zu verkörpern.
Adalbert Matkowsky ist durch seltene männliche Schönheit für seinen Berus prädestinirt. Er besitzt die wahren, echten Herzenslaute und eS ist ihm ganz besonders das Ge- fühl für die Natürlichkeit des Spiels gegeben. Wie die weichen Töne des rührenden AffictS, so dringen jene der auflodernden Leidenschast aus seinem Innersten hervor.
In den Straßen Berlins ist Matkowsky eine bekannte Persönlichkeit. Verblüffend einfach in seiner Kleidung, ist er ein Feind alle« Aeußerltchen- er ist bescheiden und liebenswürdig in seinem Wesen, hat ober für größeren geselltge« Verkehr wenig Sinn. Auf der Bühne, wo feine schöne Männergestalt prägnant in die Erscheinung tritt, sein ideal schöne« Antlitz beseelt vom Feuereifer eines edlen natürliche« Spiels wie verklärt wirkt, reißt er alles und alle hin, da scylagen ihm die Herzen entgegen. Im letzten Jahre ist Adalbert Matkowsky auch schriftst'llerisch thätig gewesen.
Locales und provinzielles.
Gießen, den 6. März.
»♦ Ernennung. Seine Majestät der Kaiser haben den Geheimen Obermedicinalrath Dr. Pfeif f e r und den Geheimen Medicinalrath und ordentlichen Professor an der Landesuniversität Gießen Dr. Gaffky auf die Jahre 1897 bis einschließlich 1901 zu außerordentlichen Mitgltedern des Kaiserlichen Gesundheitsamtes Allergnädigst zu ernennen geruht.
♦♦ Postalische». Durch Erlaß des Herrn Staatssekretärs deS Retchspostamis ist bestimmt worden, daß bei jammt* ltcheu Pystanstalten der Postschalterdienst, sowie der Ortß- und Landbestelldienst am 22. März, dem Tage der Feier


