Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

1881

ALvlv-lo' bio.

Nach.

6t 12 H. 299

it Svbattotr Gold-Siaitt SgirfCB S&*1*

86.85 104.10 25.55 949»

31.65

101.50 104.00

^ge.

4t Menh

a, Hoflieferant

i. M.

gen X 1.60, 1.70 und

^fische» Thee in be:

i Rodungen. 215

d Dort, Gießen.

* I. Ä

M'ttheilen. 4er.

'i Mtnbieittt. A°"' Stee"

Simlwtz. DbL «u6 CbL ,hl905 101.00 «ssi SIS

.cht

«w***®-

onuar 1M

Brte| S.85

;di60

116

wtrfftä^granenninil

io T6g

262

1

bi WM*» Ä»wi.

St KMchlis, r ein Manuiactuilvaaren' it £anb!unb$aft gesucht, iter J. H. mit NM- unb ÄntzLbr an tot ^ptb. b. A. 283 ne Kliniken. Kochen erfahrenes. krLsüges n auf sofort gesucht. 296 «sucht ein WgtS Dienst- nditi tßitn kann. Zu ienM von 7-9115t.

mdihm gesucht.

,Vesteir»dalle.i igjgkS Uädchtii. s Hausarbeit ve'st-h' unb etwa« ^bpHlö-Sanuariutinet m-aesucht.V'va'-tageiSiU. 7 iunflrf rtmstmävchm so- t jrau SUdtth S-ut S, J Kahnho'fM^L,^ gesucht in»M 5 tzavsmidLe«, drei iLd»'ra ߣ0'n Ä än

290

32O.Vs

jdoifl n-#

1SOT

Donnerstag den 7. Januar

Nr. 5

Meßmer Anzeiger

Aenerat-Mnzeiger.

Amts- unb Anzeigeblatt für den Weis Gieren

chratisßeikage: Gießener Jamitienökätter^

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Kchutstraße Ar.7.

Fernsprecher 51.

Vierteljähriger Abonnementspreis r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohu. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.

Die Gießener

Aamitienbtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

Der

Hteßener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.

Alle Annoncen-Burcaux des In- und Auslände- nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Anrtlicyer Theil.

Gießen, den 6. Januar 1897. Betreffend: Die Vertilgung der der Landwirthschast schädlichen Vögel.

Das Grohherzogliche Kreisamt Gießen

** die Grptzh. Bürgermeistereie« des Shreifed.

Einer uns auS landwirthschaftlichen Kreisen gewordenen Anregung stattgebend, machen wir Sie darauf aufmerksam, daß jetzt die beste Zett ist zur Vertilgung der Sperlinge, da sich solche nunmehr au- dem freien Felde nach den Hofraithen und Gärten verzogen haben. Wir beauftragen Sie deshalb entweder, nach Anhörung des Gemeinderaths für Lieferung von Sperlingen im Allgemeinen eine gewisse Vergütung fest« zusetzen oder im Besonderen dazu geeignete Persönlichkeiten mit deren Vertilgung durch Fangen oder Schießen in den Hofraithen und Gärten zu ermächtigen.

Für das Schießen mittelst Feuergewehr in den Hof­raithen und geschlossenen Garten während der Monate Januar uab Februar d. I ist unsere specielle Ermächtigung hiernach nicht etnzuholen, wir machen Ihnen aber zur Pflicht, bei der Auswahl der hierzu geeigneten Persönlichkeiten sehr sorgfältig zu Werke zu gehen und denselben die größte Vorsicht bet Gebrauch der Feuerwaffe anzuempsehlen.

Ihrem Berichte, waS in Ihren Gemeinden zu rubr. Zwecke beschloffen wurde, sehen wir innerhalb 14 Tagen entgegen.

v. Gagern.

Wolff» telegraphische« SorresporrdrVL-B«re«r.

Berlin, 5. Januar. DaS Aelteften-Co llegium der Berliner Kaufmannschaft wählte gestern das bisherige Präsidium Herz, Kaempf und Kochhann wieder.

Berlin, 5. Januar. DerPost" wird aus Kamerun mitgetheilt, daß drei Häuptlinge, die dort Unruhen stiften wollten, kurzer Hand vor das Gericht gestellt, zu fünfjähriger Verbannung verurtheilt und bereit- nach Logo überführt worden.

München, 5. Januar. DerMünch. Allgem. Ztg." zufolge setzt ein im Wortlaute dem kaiserlichen gleicher Erlaß des Prinz-Regenten vom 1. Januar 1897 die neuen Bestimmungen über die militärischen Ehrenräthe auch für die bayerische Armee vom gleichen Zeitpunkte an in Kraft.

Nom, 5. Januar. Bei den Meldungen über Unruhen in Sictlien handelt eS sich um örtliche Ausschreitungen von Bauern, die wegen mißverständlicher administrativer Anordnungen ein Steu-rhäuschen in Brand setzten. Die Ruhe ist wieder hergestellt. Die Vorfälle sind ohne wettere Bedeutung.

Rom, 5. Januar. Entgegen anders lautenden Gerüchten ist das Befinden deS Papstes fortdauernd ein so gutes, als bet dem hohen Alter möglich ist. Der Papst obliegt den gewöhnlichen Geschäften. Er läßt morgen eine Anzahl Personen zu der von ihm gelesenen Messe zu, wonach er den Vorsitz in der Versammlung der Congregation der Riten führt. Leibarzt Lappont bestätigt Vorstehendes.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 5. Januar. Die Abendblätter besprechen die CabinetSordre desKaiserS über die Ehrengerichte und geben ihrem Erstaunen darüber Ausdruck, daß dieselbe zurrst gletchzeitig in derKöln. Ztg." und derKöln. Volks­zeitung" veröffentlicht wird. DieBerl. Reuest. Nachr." find der Ansicht, daß dir Armee und da- Land einen An­spruch darauf haben, kaiserlichr Kundgebungen von solcher Bedeutung durch daSArmee-Verordnungsblatt" und den RetchSanzriger" zu erfahren. DieNat.-Zig." meint, es fei nicht zu bezweifeln, daß die Anordnung die Zahl der Duelle einschränken werde. DiePost" sagt, man werde mit Sicherheit erwarten können, daß die vom Kaiser beab­sichtigte Wirkung, der Duell Leidenschaft ein Ende zu bereiten, soweit Offiziere in Betracht kommen, erzielt werden wird. DieDeutsche TageSztg." führt auS, sicher fei, daß die wohlerwogene und ernste Bestimmung ihre volle Wirksamkeit nur entfalten könne, wenn sie in dem Geiste gehandhabt werde, den die Verfügung achmet. Dem Kaiser gebührt für die ernste, maß- und verständnißvolle Verfügung der Dank drS Heeres und des Volke-. DieStaatSb. Ztg." schreibt, daß nun mit einem Schlage die Duelle aus der Welt ge­schaffen werden, wird natürlich kein einsichtiger Mensch av-

nehmen, aber die wohlthuende Wirkung dieser neuen kaiser- lichen Verordnung wird nicht auSbleiben und Kaiser Wil­helm II. hat fich damit den wärmsten Dank seines Volkes verdient. DieVoff. Ztg." führt auS, die CabinetSordre könne qU eine Abschlagszahlung auf eine unzweifelhafte Schuld willkommen geheißen werden. Ihre Tragweite würde vornehmlich von dem Geiste abhängen, in dem sie ausgeführt wird. Einen Erfolg habe die CabinetSordre schon jetzt: sie mache allem Gerede einzelner Vertheidiger des Duells, aller Schönfärberei, als gebe der bisherige Zustand zu keinerlei Bedenken Anlaß, ein Ende, und räume mit der verkehrten Anschauung auf, als bilde die blutige Unsitte deS ZweikampfeS die Grundlage der Tüchtigkeit unseres OsfiziercorpS und der Leistungsfähigkeit der Armee. DaSBerl. Tagebl." erkennt dankbar den Schritt deS Kaisers als eine That an, die viel­leicht den Bruch mit einer altpreußischen Tradition, dafür aber eine Versöhnung mit der durch den OsfizierSstaud ver­übten Blutthaten der letzten Zeit bis ins Innerste aufge­wühlten Volksseele bedeute.

Berlin, 5. Januar. Die gestrige Blättermeldung, be­treffend die Stellungnahme des BundeSrathS zur Militär- Strafprozeß. Ordnung wird von derPost" als falsch bezeichnet. Die Ausschüsse seien nicht zum 8., bezw. 12. d. Mts. einberufen, sondern haben bereits heute wieder getagt. Die nächste Plenarfitzung findet schon übermorgen statt. Auf ihrer Tagesordnung stehen eine Rrihe von neu eingegangenen Vorlagen u. s. w., welche zunächst an die Ausschüsse gehen würden. Dagegen werde die Militär- Strafprozeß Ordnung den BundeSrath in dieser Sitzung noch nicht beschäftigen, und zwar weil im Gegensätze zu der be­reits bekannten Mtttheiluug dieselbe von den Ausschüssen noch nicht erledigt ist.

Berlin, 5. Januar. Wie diePost" ersahrt, werden gelegentlich der zweiten Lesung des Etats des Innern in der ersten RetchStagSfitzung nach den Ferien am 12. dss. Mts. landwirthschaftliche Fragen zur Sprache kommen.

Berlin, 5. Januar. Entgegen anderweitigen Meldungen thrilt diePoft" unter Vorbehalt mit, daß tu Sachen von Tausch noch ein so umfangreiches Material zur Unter- suchung vorltege, daß vor Ende März kaum die Vorunter­suchung abgeschlossen werden dürfte.

Berlin, 5. Januar. In der heutigen Nacht hat der Kesselschmied Grünow einen Mordversuch gegen seine Wirthin verübt. Die Wirthin ist durch Mefferstiche in die Brust lebensgefährlich verletzt.

Hamburg, 5. Januar. Die Polizei verhaftete zwei aus Köln nach Unterschlagung großer Summen entflohene junge Bankbeamte, die fich in Begleitung zweier Halb­welt-Damen in St. Pauli durch ein verschwenderisches Auf­treten verdächtig machten.

Hamburg, 5.Januar. Heute find zur Unterstützung der Striken-en 162,000 Mk. ausbezahlt worden. Mit dieser Zahlung beläuft fich die Gesammtsumme auf rund eine Million.

Weißeufett, 5. Januar. In der hiefigen Schuhwaareu- Industrie ist eine Lohnbewegung zum Ausbruch ge- kommen. Die Specialarbeiter verlangen einen höheren Lohn­tarif. In einer der ersten hiesigen Schuhfabriken wurde von den Zwickern die Arbeit niedergelegt. Man befürchtet die Ausdehnung des StrikeS auf alle Fabriken.

Wien, 5. Januar. Im Abgeordnetenhause erlitt heute die Regierung unerwartet eine Niederlage, indem in namentlicher Abstimmung der Budgetposten für das slowenische Ghmnafium in Cllli abgelehnt wurde.

Paris, 5. Januar. Ein Lieutenant des 12. Alpen- RegimentS stürzte während eines Auszuges in eine 150 Meter tiefe Schlucht. Seine Leiche wurde nach Annecy gebracht. _____________

Berlin, 6. Januar. Wie derLocalanzeiger" aus Wien meldet, hat Kaiser Wilhelm die Einladung seines österreichischen Husaren-RegimentS zu dessen hundertjähriger Jubelfeier nunmehr angenommen.

Berlin, 6. Januar. Zur Affaire von Tausch meldet ein Berichterstatter: Ju der früheren Wohnung von Lützows hat neuerdings wieder eine Haussuchung stattgefunden, be welcher eine Kiste mit Schriftstücken und Büchern aufgefunden wurde. Unter den Schriftstücken befanden sich angeblich auch Briefe v. Tausch'- an Lützow, au« welchen zur Evidenz her­vorgeht, daß letzterer von Herrn v. Tausch auch zur In­spiration politischer Artikel gebraucht toutbe.

Berlin, 6. Januar. Unter außerordentlich starker Be- theiligung wurde gestern Nachmittag in der neuen Halle die von fast allen kaufmännischen, gewerblichen und industriellen Vereinen Berlins gemeinsam veranstaltete öffentliche

Protest-Versammlung gegen die Polizei Verordnung vom 10. October 1896, betreffend die Sonntagsheiligung, abgehalten. Nach längerer lebhafter Debatte wurde eine Resolution fast einstimmig angenommen, welche Verwahrung gegen diese Polizei Verordnung einlegt und die Bitte an die Behörden der Stadt und deS Staates ausspricht, die sofortige Aufhebung der Verfügung herbetzuführen.

Prag. 6. Januar. Gestern Nachmittag fanden hier große Excesse beschäftigungsloser Arbeiter statt. Trotz Verbots versammelten fich 500 Arbeiter und riesen:ES lebe die Anarchie!" Die Polizei wurde mit Steinen be­worfen. Nach einer Stunde konnte die Polizei erst die Maffe zersprengen.

Kiew, 6. Januar. Während einer Vorlesung drang der General Nawicki mit Gensdarmen in die Universität ein und nahm eine Durchsuchung derselben trotz des Proteste« des Professors vor. Der General fand hierbei ein Manifest der Moskauer Studenten, eine Proclamation des Arbeiter­bundes und socialtstifche Broschüren. Zahlreiche Kiewer Studenten wurden verhaftet.__

Sitzung der Stadtverordneten

am 5. Januar 1897.

Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi, Grüneberg und Wolff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, Emmelius, Flett, Dr. Gaffkh, Grünewald, I)r. Gutfleisch, Habenicht, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Heyligenstaedt, Homberger, Jughardt, Keller, Kirch, Löber, LooS, Orbig, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Schmoll, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels.

Bor Einiritt in die nur die Vieh markt frage zum Gegenstand habende Tagesordnung theilte Herr Ob-rbürger- meister Gnauth mit, daß Herr Stadtverordneter Dr. Schä fe r fich wegen eingetretenen Todesfalles einer Anverwandten ent­schuldigt habe, daß er der Sitzung fernbleiben müsse.

Der Versammlung wohnte eine große Anzahl hiesiger Einwohner bei, die der nahezu fünsstündigen Verhandlung mit gespanntem Interesse folgte. Wie wir gleich vorauS- schicken wollen, endigte die Sitzung mit Annahme folgenden von Herrn Stadtverordneten Grünewald gestellten Antrages: Die Stadtverordneten-Versammlung wolle unter Aufhebung des Beschlusses vom 18. Juni 1896 beschließen, daß die Verlegung der Viehmarkte nicht auf einen Platz hinter den Bahnhöfen erfolgen soll, und daß Gr. Bürger­meisterei ein Projekt vorlegen möge, das die Verlegung der Viebmärkte auf einen Platz nahe dem jetzigen Vieh­marktplatz möglichst unter Herstellung einer Schienen- Verbindung mit der Bieberthalbahn und möglichst hinter das Schlachthaus bezweckt."

Es wurde zunächst die Eingabe verlesen, welche vierzehn Stadtverordnete im vorigen Monat an Herrn Oberbürger­meister Gnauth gerichtet- ferner die Entscheidung deS Kreis- auSschusses zu Friedberg, an welchen die s. Zt. gegen den Beschluß vom 18. Juni v. I. eingelegte Rrclamation hiesiger Interessenten verwiesen worden war. Der Bescheid deS gen. KreiSauSschusseS besagt, daß der Recurs als recht- lich unbegründet zurückzuweisen sei, da weder formell noch sachlich ein Anlaß zur Aushebung dieses Beschlusses vorliege. Die Rccurrenten haben hieraus den Provinzialausschuß an­gerufen, dessen Bescheid noch nicht erfolgt ist. Weiter wurden verlesen Petitionen von Viehhändlern und deS Ver­eins der Detaillisten, welche fich fämmtlich gegen Verlegung des ViehhofeS nach dem Güterbahnhofe richten.

Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkte einleitend, daß von Seiten der Rccurrenten neues Material feit dem 18. Juni beigebracht worden sei, weshalb er es für noth- wendig erachtet habe, eine Commissionssitzung der Verhand­lung im Plenum vorauSgehen zu lassen- dieser CommisfionS- sitzung habe Herr Prof. Dr. Winkler, dessen Gutachten s. Z die 14 Unterzeichner der Eingabe gewünscht, beigewohnt, weshalb wohl auf dessen Anwesenheit in der Plenarverhand- lung verzichtet werde. Herr Pros. Dr. Winkler habe fich dahin geäußert, daß die Ansteckungsgefahr von Seuchen und die damit zusammenhängenden Widerwärtigkeiten wüchsen mit der Größe der Stallungen, er habe kleinere Stallungen, etwa süc je 20 Stück Vieh, vorgesehen, waS die Stallsperre bei Ausbruch einer Seuche erleichtere. Ein Ausbruch der Seuche auf dem Markt sei nicht zu befürchten, weil dann daS Vieh vorher untersucht werde- die Bedenken gegen Er­richtung eines Viehmarktes neben dem Schlachthause schlage er nicht hoch an, er sei für Wahl eines Platzes hinter dem Sctlachthause, auch im Interesse der Besitzer von Gast- stallungen. Die Commission habe unter der Erklärung der Hintansetzung von Erörterungen beschloffen, der Versammlung