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3. Die Stabt .... erhält für Betätigung der Straßen- Unterhaltung nach Maßgabe de» Artikel 2 eine, dem wirklichen UnterhaltuogSaufwand auf den Ehauffeen entsprechende Rente (Art. 21), sowie einen noch näher festzuftellenden Bei- trag zur Unterhaltung der gepflasterten Ortsdurchfahrten.— Beide Beträge können jederzeit durch Zahlung bei 25 fachen Betrag! adgefundeu «erden. 4. Die Zahlungsverpflichtung für Sofien der Ehaufieeunterhaltung nach dem Durchschnitt der letzten drei Jahre bleibt auch dann bestehen, wenn die Gemeinde zur Pflasterung eines vorher chausfirten Wegstücks aus eigenen Mitteln schreite.— Herr Wolff beantragt, der Städtetag wolle beschließen: 1. Soweit nicht bezüglich der früheren Staatsstraßen über die Unterhaltung der Ortsdurchfahrten Verträge bestehen, wird empfohlen, daß die Städte von der im Art. 21 bei Gesetze! vom 12. August 1896 gegebenen Möglichkeit Gebrauch machen und die Gesummt- Unterhaltung der Ortsdurchfahrten gegen eine Entschädigung übernehmen, welche sich auf die Länge dieser Ortsdurchfahrten nach den Aufwendungen des Kreises für die freien Strecken der betreffenden Straßenzüge berechnet. 2. ES soll bei der Staatlregierung dahin gewirkt werden, daß durch einen geeigneten Zusatz zu dem Gesetz vom 12. August 1896 den Städten die Möglichkeit eingeräumt wird, Eigenthum an den in eigene Unterhaltung übernommenen Ortsdurchfahrten zu erlangen. Während Herr Kuhn unter den Begriff »Ortsdurchfahrten" auch die freien Strecken innerhalb der Stadtgemarkungen eingliedern will, hält Herr Wolff die» all gegen die in Art. 21 del Kunststraßengesetzei von 1896 ausgesprochenen Grundsätze verstoßend und Herr Gnauth pflichtet dem bei, indem er auch die unter 1. (am Schluffe) bei Antrages des Correferenten angegebene Berechnungsweise der Entschädigung für die einfach richtige hält.
Schließlich wurde noch Offenbach a. M. als Ort für den fiebeoteu Siädtetag im nächstjährigen Herbst gewählt und vor dem wie üblich gemeinsamen Mahle eine Befichti- gung unserer neueren städtischen Werke, wie eleetrische Bahn und ElectricitätSwerke, neue höhere Töchterschule u. s. w. unternommen, waS allgemeines Jntereffe fand. Die Der- Handlungen nahmen ca. 3 Stunden in Anspruch.
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+ Aul de« katholischen Dekanate Gießen, 5. November. Herr Pfarrer Kraiger zu Ruhlkirchen wurde all Verwalter unsere! aulgedehnten Dekanat! bestellt, vorher ist durch einen definitiven Dekan in der Person bei nach Bodenheim (Rheinhessen) versetzten Herrn Pfarrer Hilldorf zu Herbste!« da! erwähnie Amt versehen worden.
+ Sich. 4. November. Gestern hat fich die dritte Tochter bei hiesigen Fürsten, Prinzessin Marie, mit dem Grafen Dohna-Schlobitten verlobt, verschiebeue Gebäude hiesiger Stadt wurden infolge diese! freudigen Lr- eigniffel beflaggt.
△ Mainz, 4. November. Unter dem Vorsitz del Ober- bürgermeifter! Dr. Gaßner trat gestern dal Eomitüe zur Veranstaltung der 500jährigen Geburtstagsfeier
•• IahreSfest bei Oberhessische» Berel»! fix inere Mifsio«. Zur Ergänzung der früheren Mitteilung ist noch nachzutragen, daß bei der am 16. November, Nachmittag! 3 Uhr, in der Herberge stattfindenden Versammlung auch die Frage der Abhaltung eine! Jnstructionlcursu» über innere Mission für Frauen und Jungfrauen zur Beratung kommen wird. Für die Abendversammlung stehen intereffante Ansprachen von Pfarrer v. Hacken schm idt au! Straßburg (über Reformation und innere Mission), von Pfarrer Waldeck au» Darmstadt (Über Herrschaften und Dienstboten), von Pfarrer Trudt aul Frankfurt a. M. (über Kellner) in Aussicht. Auch der Waldenserpfarrer Dr. Giovanni ®rillt au» Italien hat sein Erscheinen zugesagt und wird über die Verbreitung de! Evangeliums in Italien berichten.
•• Die Gesammlzahl bei Eoa»g Bundes beträgt nach lOjährigem Bestand jetzt über 1OOOOO Mitglieder. In unserem Heffenlande sind in der jüngsten Zeit neue Zweigvereine in Allfeld, Benlheim, Roßdorf und Wörrstadt entstanden.
•* Segen die „Festere!". Der Oberbürgermeister von Weimar sprach fich unlängst öffentlich über da! Uebexmaß del Festen! in Deutschland wie folgt aul: »Man sollte darauf hinftreben, daß da! deutsche Volk endlich einmal aufhöre, fast allwöchentlich größere und kleinere Feste aller Art in allen Orten, bald da, bald dort, zu feiern, bet denen oft der Hauptzweck doch nur da! Vergnügen ist und der Festcommeri unö da! Festessen die Hauptsache bileen *r man müßte dahin streben, daß diese geradezu krankhafte Neigung endlich einmal eingeschränkt werbe. Ich glaube kaum, daß bei irgend einer anderen Nation so viele Feste größerer und kleinerer Art und oft au! den geringsten Veranlassungen in so großem Umfange gefeiert und bei jedem Feste und jeder Versammlung, auch ernsterer Art, immer Festessen und Festcommerse mit einer Menge anderer Vergnügungen gehalten werden. Dal sollte auch einmal tn Versammlungen, Zeitungen und Zeitschriften gegeißelt »erben.*
** Etwas Würfliges. Die Metzger-Innung zu Mainz hat In ihrer letzten Sitzung getadelt, daß el wieder zur Mode geworden fei, baß ein Theil bei Publikum! den täglichen Bedarf an Wurst für einen und denselben Haushalt in „so und so vielmal für 10 Pfg " abverlange. Diese Unsitte laffe fich keine andere Detailbranche gefallen, sei auch anderlwo nicht anzutreffen. Die Abschaffung dieser Unfitte sei wichtiger al! ein Ausschlag, durch welchen nur dal „nach Gewicht" kaufende Publikum einseitig getroffen werde. Nach langer Dilcuffion waren sämmtliche Anwesende mit den Ausführungen bei Vorstände! einverstanden. El soll auch in Zukunft die einzelne Portion zu 10 Pfg. abgegeben werden, jedoch da! so und so vielmal für 10 Pfg. für eine und dieselbe Haulhaltuvg, lediglich um mehr zu erhalten, abgeschafft werden.
•* Invaliden- und Altersrente». Welchen Segen trotz aller Mängel im Einzelnen da! Invalidität!- und Alter!- verficherunglgesetz bereit! gebracht hat, zeigen wieder die zur Veröffentlichung kommenden Daten. Nach der im Reich»» Berficherungsamt gefertigten Zusammenstellung, welche auf den Mittheilungen der Vorstände der Invalidität!- und Altersversicherungs-Anstalten und der zngelaffenen Kaffen- einrichtungen beruht, betrug die Zahl der seit dem Inkrafttreten del Jnvaliditätl- und Alterlverficherunglgesetzel bi! einschließlich 30. September 1897 von den 31 verficherung»- anftalten und den 9 vorhandenen Kaffeneinrichtuogen bewilligten Invalidenrenten 277859. Davon find infolge Tode! oder Aulwanderung der Berechtigten, Wiedererlangung der Erwerblfähigkeit, Bezug! von Unfallrenten oder aus anderen Gründen weggefallen 79005, so daß am 1. October 1897 liefen 198854, gegen 185 935 am 1 Juli 1897» Die Zahl der während desselben Zeitraum! bewilligten Alter»- renten betrug 312708. Davon find infolge Tode! oder Aulwanderung der Berechtigten ober aul anderen Gründer» weggefallen 108 798, so daß am 1. October 1897 liefen 203910 gegen 203 659 am 1. Juli 1897. Beitrag!- erstattungen sind bi! zum 30. September 1897 bewilligt a) an weibliche versicherte, die in die Ehe getreten find, 140972 gegen 117 621, b) an die Hinterbliebenen von versicherten 36253 gegen 30 560, zusammen 177 255 gegen 148181 bi! zum 30. Juni 1897.
** Wetterbericht. Hoher Druck behauptet noch immer die Herrschaft über dem größten Theile Europa!. Derselbe weift heute zwei Kerne auf, von welchen der eine Süd-Skandinavien, bie Ostsee sowie die Ostsee-Provinzen bedeckt, während der zweite über dem äußersten Südosten lagert. Ein keilsörmigel Gebiet hohen Barometerftandes dringt über die Oftalpen und über bie nörbliche Adria in die Po-Ebene vor. Im Westen und Südwesten besteht relativ niederer Druck fort. Nachtdem Nacht! in Güddeutschland allgemein Reif gefallen war, herrschte am Morgen im Alpenvorlande noch nebelige! Wetter. Am vormittag trat jedoch bereit!, bet Luftdruck-Verteilung entsprechend, unter Föhnwirkung Aufklärung ein. — Voraulsichtliche Witterung: Zunächst noch ruhige!, am Morgen stellenweise nebelige» Wetter; unter Tag! Aufklärung und Temperatur-Steigerung.
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Sechster Städtetag für das Grostherzogthum Hessen.
Y. Darmstadt. 4. November.
Der sechste Städtetag für da! Großherzogthnm Hessen trat heute, zahlreich besucht au! Bingen, Gießen, Mainz, Offenbach, Kastel, ferner den hospitirenden Städten Gernsheim, Groß-Gerau und Heppenheim im Saalbau unserer Stadt unter dem Vorsitz de! Herrn Oberbürgermeister Morneweg (Darmstadt) und in Gegenwart de! Herrn Geh.-Rath v. Marquard zusammen. Nachdem die Stadt Friedberg, deren Vertreter anwesend waren, zum Städtetag mit einstimmigem Votum zugelaffen und Herr Oberbürgermeister Gnauth (Gießen) über die Verhandlungen und Er- gebniffe bei letzten Städtetage! in Gießen eine Ueberficht gegeben, berieth man zunächst die Frage: Ausschlag und Erhebung der Gemeindesteuern. Referent war Herr Oberbürgermeister Küchler (Worml), der auf ein gedruckt vorliegende! ausführliche! Referat Hinweisen konnte, da! in den Antrag aulläuft: Der sechste heffische Städtetag wolle beschließen, bei Großh. Ministerium bei Innern wiederholt zu beantragen, dasselbe wolle veranlassen: 1. daß in verfolg der Ministerial-Berfügung vom 30. October 1896 baldigst eiae Verlegung der Gemeindesteuerziele auf die Monate Mai, Juli, September, November, Januar und März erfolge; 2. daß den Gemeindesteuerzetteln die Umlage- coeffidenten für die Gemeinde- und die verschiedenen Kirchenfteuerv zugefügt werden und zwar in der Weise, daß bie Covfficienten ben Steuerzetteln aufgebrutft werden und demzufolge der Zielbetrag der allgemeinen evangelischen Kirchensteuer in Wegfall zu kommen habe; 3. daß in den Gemeinbesteuerzetteln besonberl darauf hingewiesen werde, daß die Staatlsteuerzettel der Pflichtigen die einzelnen Steuercapitalien enthalten und die gleiche Ordnunglnummer wie bie Gemeinbesteuerzettel an der Spitze führen; 4. baß in ben Oktlsteuerlisten der Städte die einzelnen Steuercapitalien, aul denen da! Gemeinbefteuercapital gebildet wird, getrennt aufgeführt werden. — Da! Eorreferat hatte Herr Oberbürgermeister Gnauth (Gießen) übernommen, der dem Küchler'schen Anträge im Allgemeinen zustimmte und einige Ergänzungen machte, zunächst bez. der Kirchensteuer dahin, daß auf jedem Steuerzettel die für den Pflichtigen jeweilig nicht in Betracht kommenden (Soeffidenten gestrichen und umgekehrt für denselben erkennbar gemacht wird, daß und zu welchen kirchlichen Ausschlägen er im Einzelnen herangezogen ist; auch soll in der Ueberschrift des Steuerzettel! erkennbar sein, daß auf Grund de! Zettel! nicht nur Gemeindesteuern, sondern auch kirchliche Umlagen erhoben werden sollen; eine dementsprechende Erläuterung, im Format bei Gemeindesteuerzettel! gedruckt, hatte Correferent beigefügt, um zu zeigen, wie er fich die Sache in praxi denke. Der Städtetag stimmte den Anträgen unter Punkt 1 und 4 zu (Punkt 2 und 3 waren durch entsprechende ministerielle Zustimmung inzwischen erledigt worden).
Eine längere Debatte veranlaßte bie von Herrn Oberbürgermeister Dr. Gaßner (Mainz) im Referat behandelte Frage der Bestimmungen über die Besetzung von Subaltern- und Unterbeamtenstellen im communalen Dienst mit Militäranwärtern. Redner weiß fich von irgendwelcher Geringschätzung gegen die Miliiäranwärter frei, hält aber bie bei un! in Aussicht stehende Ausführung der Bestimmung bei betr. ReichlgefetzeS vom 22. Mai 1893 all bie Interessen der Gemeinden schwer schädigend und zwar, wie auSgesührt wird, in mehrfacher Beziehung, worin ihm städtische Vertreter au! Darmstadt, Worml, Offenbach und Bingen zustimmen. Der Correferent, Herr Bürgermeister Neff (Bingen) theilte in der Hauptsache den Standpunkt bei Referenten und hält eine Regelung der Materie, aber unter Beachtung der den Gemeinden eingeräumten Freiheiten, für wünschenswert. Schließlich wird der Antrag Gaßner angenommen, dahingehend, der Städtetag wolle die Großh. Regierung bitten, mit allen ihr Anstehenden Mitteln dahin zu wirken, daß der Entwurf über die Besetzung der Subaltern- und Uaterbeamtenstkllen tn der Verwaltung der Gemeinde-Verbände mit Militäranwärtern in der vorliegenden Fassung nicht zur Durchführung gelange, ferner ein Zusatzantrag acceptirt, worin die Großh. Regierung ersucht wird, ihren Einfluß tm Bundeirath dahin geltend zu machen, daß die betr. Bestimmungen del Gesetzes von 1893 aufgehoben werden. Ein weiterer Antrag Morneweg, der aulspricht, daß die eben angenommenen Anträge mit den Miliiäranwärtern selbst nichts zu thun haben und fich gegen sie richten, sand keinen Anklang; man hielt diel nach der obigen Erklärung des Referenten, der auch der Correferent beipflichtete, für nicht mehr nötig.
Nach einer Frühstückspause beschäftigte fich der heffische btädtetag mit der Frage der Verpflichtung der Städte zur St aatlstraß en-Unt er Haltung innerhalb der Stadtbezirke, tn welcher Beziehung, namentlich ob die Frage zu einer definitiven Beschlußfassung schon genügend geklärt sei, die Anfichten verschieden waren, sodaß schließlich ein die Beschluhfaffung für jetzt aulsetzender Antrag von Herrn Oberbürgermeister Brink-Offenbach knappe Majorität er- hielt. Herr Beigeordneter Kuhn-Mainz erstattete dal Referat, Herr Beigeordneter Wolff-Gießen da! Korreferat. Erstere! kommt zu folgenden Schlußfolgerungen: Soweit zur Zeit Abkommen zwischen dem Staat und Sladtgemeinden noch nicht bestehen, dürften dieselben einheitlich auf folgender Grundlage anzustreben sein: 1. Da! Eigenthum an den Staatlstraßen wird innerhalb der Stadt an letztere übertragen. Da! Eigenthum an solchen Strecken der Kreilstraßen enb Staatsstraßen, welche mit vereinzelt liegenden Hofraithen besetzt sind und bie Verbindung der Stadt mit einer Vorstadt ober einem Vorort bilden, verbleibt nach wie vor der Stadt, bezw. wird auf letztere überschrieben. 2. Die Unterhaltung bei Pflaster», der Lhausfirung und der Ausrüstunglgegen- stände übernimmt auf ben derzeitigen Staats- und Kreil- straßen die Stadt Innerhalb ihrer Gemarkung (Art. 21).
Gießen, 5. November 1897.
** Ehrenpromotion. Die juristische Facultät der Universität hat den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten, späteren preußischen Staatsminister Karl v. Hofmann au» Anlaß seine» am 4. b». stattgefundenen 70. Geburtstage! zum Doctor Joris honoris causa promovlrt.
•• Kunstausstellung. Unsere Notiz, wonach die Ausstellung tm Thurmhau» am Brand mit einer neuen Serie von Gemälden auSgestattet Ist, und nur ein kleiner Theil der früheren Bilder belbehalten wurde, wollen wir heute vervollständigen mit dem versuch, in Nachstehendem einen kurzen Ueberblick der Ausstellung zu geben. Hatten wir tn unserem vorigen Bericht auf einige hübsche Manöoerbilder hingewiesen, so finden wir dieses mal, gleichsam als Pendant! zu jenen, vier Seestücke vor: „Holländische Fischer", „Se. Maj. Schulschiff Stosch", und „Motiv bet Riva" in zwei Ansichten. Diese kleinen Bildchen, von Sturm-Berlin aulgestellt, finden allgemein Anklang. Ein ergreifende! Bild führt un! Schmidt- Karllruhe vor: „Da! Ende vom Liede." Welche! Drama hier seinen Abschluß gefunden, läßt verschiedene Schlüffe zu, sehr treffend spiegelt fich da! Entsetzen der übrigen Personen über den Tod del Osfizierl, der den Revolver gegen fich selbst gerichtet hat. Da! sorgfältig aulgeardettete Bild verfehlt seinen Eindruck nicht. Im Gegensatz zu diesem ernsten Sujet feffelt unfern Blick ein überall! ansprechende!, in der Ausführung sehr duftig gehaltene! Bild von Dörrer-Köln: „Das erste Frühlingllied." Diese anmuthigen, jugendlichen Mädchengestalten mit der Sorglosigkeit in den Mienen begrüßen den herannahendcn Frühling mit einem fröhlichen Liedchen. Eine Anzahl Landschaftsdilder, welch letztere in ihren wechselvollen Slimmungen dem Künstler immer dankbare Motive bieten, zieren auch die jetzige Serie der Ausstellung. Unter den in größerem Rahmen angelegten Gemälden befinden fich solche von Hentschel-München: „Torfstich bei Weinheim", Leipold-München: „Winterlandschaft", Bonte- Berlin: „Sommer in Holstein", „Au! den Bergen Schottlands", Schweich.Düsseldorf: „Königsee" u. A. Nicht minder ausdrucksvoll und in der Abtönung vorzüglich gelungen find kleinere Gemälde von Gehrig-München: „Aus einem Gebirgl- dorf", „Abendlandschaft", Wex München: „Abend Im Moo! bei München", Büttger Holzminden: „Haidelandfchaft", Agthe- Berlin: „Motiv aus Bozen" u. s. w., Modersohn-Worpswede hat die Ausstellung mit zwei weiteren Bildern beschickt: „Frühling" und „Hexe vor ihrer Hütte". Letzteres dürfte die in unserem vorigen Bericht angedeutete Eigenart noch mehr In fich vereinigen. Daß wir durch die Bezeichnung des Bildes ein düstere- Gepräge desselben erwarten, wollen wir zugeben. „Schön" dürfte Indessen ein anderer Begriff fein. Der mehr ober weniger gelungenen Blumenstücke wollen wir nur in ihrer Gesammthelt gedenken, während Gaethe-Hamburg durch die beiden Gegenstücke „Veilchen bei sonnigem Wetter" und „Veilchen bei trübem Wetter" zu einem unwillkürlichen vergleich beider auffordert. Hervor- gehoben zu werden verdienen noch durch ihre Ausdruckswelse und prächtige Farbenwahl die Bilder von Usadel-Düffeldorf: „Abend im Burghof", v. Roeßler-Frankfurt a. Main: „Klosterblbliothek", v. Ernst - Düffeldorf: „Motiv au» der Porta nigra in Trier", Dörrer-Köln: „Feiner Besuch". Die einheimische Kunst ist vertreten durch Otto Fritz-Gießen mit zwei Studien und einem al» „Frühling" bezeichneten Gemälde, ferner durch vier von dem verstorbenen Künstler Achenbach Gießen ausgeführte Bilder, von denen „Alt-Katzenelnbogen" und „Christi Kreuzigung" besonders er- wähnenSwerth find. Wir wollen nicht nnterlaffen, die Au»- ftellung, welche wieder viel de» Schönen bietet, Jedermann zum Besuch zu empfehlen.


