?Xr,b
MngehoteJ resucht in kräftigem Alter lur der Centralheizung und nng der Turnhck und rnbankette, sM solche esitzern obliegt. Nähere n Gymnasium. 9214
ilioiheken
*« ?«te Bücher 0 z° yt«° Preisen ngekanft. 3I29 f?che Buchhdle iudanlage 5.
besuche.
6,
•JjfetaÄ”?er iu
1 iu ^rthm
D<?Sr
crettkifteu'Nagler 'leberiune» finde« e Arbeit.
hrAerftrafie 16
•beiter,
Zllsttr-Säge gewandt iS, cht-
»ALtrtzratzt 1».
)l PndevM dtoüjttt brooW- 8975 atl tzaad sr.. Mwert. enKMgrn, Ww Bursch« fahrt alt, sucht bk neiirit, 8. «Udinger.
StIIerSweg 62.__________
sra-cben s Weißzeag'Mea , Maschinen'Kahell), lchlleiden gründlich n-
gdal. Räuber, ^euenro^L-—
14.*/l
75‘/8
113.20
114.50
/l.ro
101.90
112.10
11310
10110
110."
151.80
113.30
I5L50 15110 142.00 141.
137.9° 41-20 136.6° 125.10 125.10 92.35 36.40
300 200 , 106-4 55.50 21.30 12.60 21-95 26.7
131.6° 40chl 135.60 125^
39.^
2210 108.10
55.90
27.40
12.95
22.20
22.50
23.-
do.öüdb.(A.
S°ttharvb^, : Schw-.^» cLpolb0^ ^Mtelmen
^■?A
5-^isio oC**,S 5.t*4W P-A-Ä' fit*; Ä
Heining^'
Nr. 234
Erstes Blatt
Mittuttiy sev 6. Oktober
1897
-ichencr Anzeiger
Kmerat-Mnzeiger.
Dir Gießener yamtrienCfälfet werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.
Der
Gießener Anzeiger erscheint täglich, MU Ausnahme de- Montags.
Lierteljährigne ASonaementspreis^ 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohn. Durch die Post bezogt 2 Mark 50 Pfg.
Rebaction, Expedition, und Druckerei:
Schutstraße Ar.7.
Fernsprecher 51.
Amts- und Anzeigeblntt für den Ttreis Giefzen.
Gratisbeilage; Hießener Aamilienötätter
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bons. 10 Uhr.
Alle Annoncen-Bureaux de» In- und Auslandes netz«, < Anzeigen für de« .Gießener Anzeiger- entgehn.
Zur Lage i« Frankreich.
Daß so Manchts saul ist im Staate Frankreich, hat nicht nur der Panamaprozeß und seine neueste Auflage gezeigt, auch neuere Thatsachen sprechen dafür, daß viele- ander- sein könnte, daß eß mit dem wahren Patriotismus einzelner im Vordergrund des Interesses stehender Persön lichkeiteu nicht zum Besten bestellt ist. Die Zahl der von Arton uud Cornelius Herz compromittirtcn hochstehenden Beamten und Depotirten ist nicht gering, und einzelne Namen haben geradezu verblüffend gewirkt. Hat das Ansehen Frankreichs im europäischen Concert immer noch einen guten Kiang «nd hat sein Prestige durch die Berkündiguog der russisch- französischen Allianz auch noch gewonnen, so liegen die 8er- hSltviffe im Innern de- Landes nicht so einfach, daß die Regierung nicht ohne Sorge für die nächste Zukunft zu sein brauchte. Daß daS Ansehen einer Regierung, die so oft wechselt, wie die frauzöstsche, etnbüßen muß, liegt auf der Hand, ebenso, daß viele hohe Beamte rS nur als einen Act der Höflichkeit ansehen, wenn sie den Anordnungen de- Ministerium- Folge leisten. So haben die Herren Cambon «nd Lozä die Regierung in arge Verlegenheit gebracht und dieselbe nicht unerheblich blamirt. Der Statthalter von Algier, der erstere der beiden oben genannten Beamten, hat seinen Posten nur unter der Bedingung abgegeben, daß man ihm eine Botschafterstelle übertrage. Da die Regierung Herrn Cambon nicht erzürnen darf, weil fie seine Enthüllungen sürchten muß, hat sie klein beigegeben und ihn nach Washington versetzt, einmal um seinen Wunsch zu erfüllen, andererseits aber auch, um ihn möglichst weit von Parts zu entfernen. Mehr Aufsehen tu der OeffentUchkeit hat noch die Angelegenheit des Botschafter- tu Wien, Lazö, gemacht. Dieser war zum Statthalter von Algerien bestimmt, seine Ernennung war bereits amtlich publicirt worden, aber man hatte die Rechnung ohne den Wirth gemacht — in diesem Falle ohne Lozv, der einfach nicht wollte und lieber in Wien geblieben wäre. Ihn prr Schub nach Afrika bringen, ging nicht gut an, deßhald mußte der Ministerrath die bereit- vollzogene Ernennung zurückziehen und eine andere Persönlichkeit für jenen Gouverneurposten bestimmen. Lozö kann natürlich in Wien nicht verbleiben, er wird vielmehr nach Frankreich übersiedeln und sich um einen Sitz in der Depu- ttrtenkammer bewerben, wa« der Regierung ein gelindes «ruseln verursacht. Denn Lozs ist ein geriebener Diplomat «vd hat als früherer Pariser Polize.präfect Kenntniß von
so manchen Dingen, die daS Licht scheuen. Jmmerqm kann er dem Eabinet al- Deputirter sehr gefährlich werden, danach französischen Begriffen ein ganz unerlaubt hohe- Lebensalter erreicht hat und schon längst gestürzt wäre, wenn „Väterchen" in Petersburg nicht seine schützende Hand über Herrn Msline und Genoffen auSgebreitet hätte. So lange die Franzosen noch in dem Wahne besangen bleiben, daß ihr einzige- Heil in der Anbetung de- Zaren liege und sie diesen beileibe nicht erzürnen dürfen, wird auch die jetzige Pariser Regierung dem Ansturm seiner Gegner Stand halten können, 1 tritt aber eine Ernüchterung der Franzmänner ein, erinnern sie sich wieder ihrer eigenen Kraft und erkennen fie, welch klägliche Rolle fie mit dem Tragen der rusfischen Schleppen spielten, dann ist'- auch mit Herrn Msltue vorbei. Deßhalb ist e- für da- jetzige Eabinet immerhin gefährlich, Lozö als Feind in der Kammer zu haben. Zündstoff zu einem Eon- flick ist reichlich vorhanden, insbesondere wenn Minister Hanotaux nicht ganz klipp und klar Auskunft über den rusfisch-franzöfischen Vertrag geben kann, und zwar eine die Franzosen io jeder Beziehung befriedigende Auskunft. Der allgemeine winhschaftlichr Rückgang hat die Unzufriedenheit erheblich vergrößert, und nicht- ist natürlicher, al- daß man e- in Frankreich einmal mit einer anderen Regierung ver- sucht Auch die Brodtheuerung hat viel böses Blut gemacht und wird viel dazu beitragen, dem Ministerium daS Leben zu verbittern. Jedenfalls muß man fich auf eine stürmische Tagung der Kammern, die zum 19. dss. MtS. etnberufen worden find, gefaßt machen. Wer werß, welche Regierung an der Spitze der Verwaltung steht, wenn diese Kammer- sesfion fich ihrem Ende zuneigt. (xx)
Wolff» telegraphische» Lorrespond«tz-Bure«r.
Darmstadt, 4. October. Kaiserin Alexandra besuchte Mittag- in Begleitung der Großherzogin das Mausoleum auf der Rosenhöhe. An dem um 1 Uhr beim Groß- herzogSpaare stattfindenoeu Luucheou nahmen der Kaiser und die Kaiserin, Graf Murawjew, der Militärattache Prinz Engalttscheff, sowie da» gesammte Gefolge der rusfischen Majestäten Thetl.
Darmstadt, 4. October. Der russische Minister des Aeußeru, Graf Murawjew, reist heute Abend von hier nach Baden-Baden.
Berlin, 4. October. Der „ReichSanzeiger" meldet: Für
die Provinzen Schleswig Holstein, Hannover, Westfalen, Hessen-Nassau, die Rheioprovtnz und die Hohenzollern'scheu Lande wird vom 11. October ab bis auf Weiteres für die G eflü g eich olera die Anzeigepflicht eingeführt.
Schwerin, 4. October. Gestern Abend fand eine Trauerandacht für den Herzog Friedrich Wilhelm statt. Heute war die Leiche des Herzog» in geschloffenem Sarge in Parade ausgestellt.
Weimar, 4. October. In vergangener Nacht ist die hiesige elektrische Eentrale vollständig abgebrannt.
Hamburg, 4. October. Der Schluß der allgemeinen Gartenbau-Ausstellung hat heute in feierlicher Weife stattgefunden. Bürgermeister Dr. Moeuekeberg hielt die Schlußrede. Die Ausstellung hat einen Ueberfchuß von etwa 350000 Mark und in jeder Beziehung glänzende Erfolge erzielt. Da» Terrain bleibt heute zu Gunsten der Angestellten für geringere- Entree geöffnet. Betreffend die Zuerkennung des KaiserpreifeS ist eine Einigung der Preisrichter bisher nicht erfolgt.
München, 4.October. Der dem Landtage vorgelegte Gesetzentwurf bett, die Eapitalreutensteuer stellt für die Anlage der Eapitalreutensteuer folgende Sätze auf: VL p6t. bei einer Rente von 40 bis 1OO Mk., 2V1|)öt. von 400 bis 700 Mk., 3pEt. von 700 bis 1000 Mk, 31/2 pCt. von 1000 bis 100000 Mk., 4>/,pTt. von wehr als 100000 Mk. Rente.
Wien, 3. October. Der erste internationale Lo ugreh für gewerblichen Rechtsschutz wurde heute hier eröffnet. An demselben nehmen über 200 Delegirte an» Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, der Schweiz, Rußland, England und den Bereinigten Staaten Theil.
Kopenhagen, 4. October. Der Reichstag ist heute eröffnet worden. Das bisherige Präfidtum wurde wieder- gewählt. Das Budget weist einen Fehlbetrag von 700000 Kr. anf.
Depesche» de» Bureau „Herold/
Berlin, 4. Octoder. Dem „Berl. Tagebl." wird an» Budapest telegraphier: Die „Pester Corresp." meldet: Kaiser Wilhelm hat aus eigenster Initiative angeorduet, daß die Regierung eine Htlf-actiou und die Errichtung organifirter Schutzwasserbauten zurVertheidigung gegen zukünftige UeberschwemmungSgefahr einleite. Kaiser Wilhelm führte als uachahwenSwertheS Beispiel die ungarischen Ber- hältniffe an und hob die Organisation de» tu Budapest een»
Feuilleton.
Susis Modifikation.
Humoreske von Martha Renate Fischer.
(Schluß.)
Da riß der zornige Gatte mit grimmigem Lachen das Schränkchen auf — um ein paar Handarbeiten und Spitzen zu sehen. Sein Haar sträubte fich, als er mit einem Sprunge beim Fenster war, dasselbe öffnete und auf die Straße starrte: aber weder die erwartete Meoschenansammlung noch der große Blutfleck war hier zu bemerken.
Besorgt kehrte er um, faßte seine Frau bei der Hand und sprach: „Susewatz, mein Liebling, Du bist also allein hier im Zimmer gewesen?"
„Ja."
„Und hast mit Dir selber gesprochen?"
„Ja"
„Machst Du da» öfter, mein kleine» Kerlchen?"
„Nein."
^Sieh mal, und ich hatte Dich in Verdacht — Du warst so sonderbar vorhin, al» der Affeffor hier war — und da Mar ich eifersüchtig und dachte . .
Sie sah ihn starr an, tippte dann sacht auf seine Stirn und fragte guter Dinge: „Rappelt»?"
Er sagte innig: „Ich hätt» auch nicht ertragen, Susi, wenn Du mich betrogen hättest."
„Betrogen ..." fie verfärbte fich, — „ja, Friedrich —"
„Also doch!" schrie er in Seelevqual. „An andere Männer gedacht! — mit einem Andern im Geiste geliebäugelt!"
Sufi strich mit der Hand durch die Luft und sagte bekümmert: „Wenn c8 nur daS wäre —"
„Nur da»??!!"
„Ja — armer Friedrich —" und fie warf fich an seinen Hal» — „eS ist — ist ja viel Schlimmeres —" lag Plötzlich zu seinen Füßen und rief: „Laß Dich nicht von mir scheiden, Friedrich!"
„Scheiden?" schrie er in Angst.
-Ja."
Da riß er fie gewaltsam empor und sagte hart: „Steh auf und--" er schluckte krampfhaft ein paarmal — „und
sage mir klar heran» — um was e» fich — h—h—handelt," vollendete er tonlos
„E» handelt fich um — um —" schluchzte Sufi.
„Wetter!"
„Um eine 2—*
„Weiter!"
„Um eine kleine —"
„Weiter! Wetter!"
„Um eine kleine Modifikation," sprach Sufi leise.
Ein graufiger Gedanke schoß durch HöferS Hirn, derselbe, den der Affeffor betreff- Sufi» gedacht hatte. Er faßte seine Frau bei der Schulter und brach angstvoll heraus: „Modifikation? — Sufi! — Modifikation? — Keine Winkelzüge, Sufi!"
Sie schüttelte ihn ab und erwiderte: „Ich wache keine Winkelzüge! Und ich bin jetzt fertig mit dem Thema! Und weißt Du vielleicht schon — daß meine Eoufine einen Zahn auSgebtffen hat?"
Wie sah denn die kleine Frau mit etvemwale auS? . . trotzig — durchtrieben — ängstlich--Und wa» schwatzte
fie? — — wollte fie ihn nur ablenken — oder — Und zog die Schultern empor, machte aus ihren Aermeln einen Muff, vergrub die Hände darin und stand da vor ihm ganz enr- zückend ungezogen.
Friedrich Höfer sagte rauh: „WaS geht wich Deine Coufine an. Bitte, erkläre Dich, was verstehst Da unter einer Modifikation?"
Aber Snsi beharrte bet ihrem Thema, trippelte zwei Schritte nach recht-, zwei Schritte nach link- und fragte: „Weißt Du auch, daß fie ihn hat etnfetzeu laffeu?"
„Wer? wa»?" schrie der Mann.
„Meine Coufine," sagte Sufi keck . . . „den Zahn."
„Ja! ja! ja! Ich habe ihr sogar da» Geld dazu gegeben. Ich will wtffen, wa» eine Modifikation ist."
„Du — u — u —" wachte Sufi zärtlich.
„WaS gibt»?"
„Ob ihr Mann fich wohl deßhalb wird von ihr scheide» lassen?"
„Er ist doch kein Kretin!" schrie Höfer in Qual. . . „Wa» ist eine Modifikation?"
„Du--da- ist eine mit meiner Coufine, aber eine
schwerwiegende, und dem Onkel S— Senftiu» sein — un- achtes ©ein, da» ist auch eine, aber da» ist eine fürchterliche. Und ich hab einen Zahn au-geb!ssen . . Dn Ungeheuer von einem Mann! . . und da- ist meine Modifikation."
„Sn — se —"
„— matz," vollendete fie, steckte die Fäustchen in die Augen und fing zu weinen an. „Ich hab so Angst gehabt, Du würdest Dich von mir scheiden lassen, Friedrich. Denk bloß, wa- Du gesagt hast wegen der Alma . . ."
„Na — ja, wenn ein Kerlchen so eifersüchtig ist, wie Du e- warst, mein Kerlchen . . ." Und er umfaßte feine Frau und zog fie glückselig zum Sopha. Da mußten beide ganz dicht nebeneinander fitzen wegen der puppenhaften Raum- verhältnisse.
Sufi drückte fich an seinen Hal» und sagte: „Und wegen dem bischen Gold, was dran ist, vergehst Du, bloß so viel wie ein Fischscknppchen — da könnt' ich nicht sprechen und habe gezischt wie eine kleine Dampfmaschine. Und da kommt gerade Dein bummer Freund. Und kaum fitze ich hier und übe ein bißchen, da kommt wieder mein dummer Mann. Und jetzt hat fich die Gewöhnung vollzogen und eß genirt mich nicht mehr."
„Susematz . . mein Kerlchen —" seine Stimme zitterte vor Glück, vor Erleichterung.
Da» Kerlcheu aber sagte mit Pathos: „Küsse mich!" Und al» er eß gethan hatte ohne weitere Zurede und dn* dringlich, sprach Susematz weiter: „Wo Du gesagt hast, Du würdest keine Frau küssen, die —* _
eine--", Friedrich Höfer hustete schalkhaft,
„Modifikation hat? . . . Und wenn eß deren zehn wären,^ sagte er selig und küßte fie - „ober zwanzig wären — und er küßte fie weiter — „Du" — Knß — „mein liebe», einzige» Lumpengefinbelchen."


