Ausgabe 
6.7.1897 Erstes Blatt
 
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den Stern zum Königlichen Rronenorbtn zweiter Klaffe mit Schwertern am Rtnge allergrädigst zu verleihen geruht.

* * Ernannt wurden am 28, Juni l. I». die Militär- aowärter Heinrich Duchardt au» Lauterbach und Anton Sommerkorn aus Londorf zu HauSwärtero im sogen. Reuen Canzletgebäude zu Darmstadt, mit Wirkung vom 1. Juli d. I. an.

* * Zu den Ruhestand versetzt wurde am 26. Juni l. I. der Steueraufseher Adam Schilling zu Grüuberg auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Juli l. I. au.

* Militärperfonaluachricht. Freiherr v. Autenried, Pr.-Lieut. vom Jnf.Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, in das Inf. Regt. Nr. 97 versetzt.

* * Postpersoualoachrichten. ES tritt in den Ruhestand der Kaiserliche Ober-Postdirector, Geheime Ober.Poftrath Clavel in Darmstadt. Versetzt find: der Kaiserliche Obrr>Postdirector Maier von Lteguttz nach Darmstadt, der Ober'Postasfistent Meistnger von Elberfeld nach Mainz, der Oder-Postasfistent Guthier unter Ernennung zum Post- Verwalter vou Offenbach (Main) nach Ehringshausen (Hessen), der Postaifistenr Hahn von Darmstadt nach Groß-Gerau, der Postassistent Jach mich von Bingen (Rhein) nach Mül­heim (Rhein). Angestellt ist als Poftasfiftent der Poftan­wärter Jäger in Mainz. Angenommen ist zum Poftagenten der Landwirtb Menz in Renzendorf.

** Der CircuS Zmmaul erfreut sich fortgesetzt der Gunst des jeder Bornellung zahlreich beiwohneoden Publikums. Künstler und Künstlerinnen bieten in ihren Specialfächern Großartiges. Wir hatten u. A. Gelegenheit, dem Auftreten der Geschwister Borlop in ihren Salto-Mortalen, die der Lawinensturz abschließt, des Mr. Konrady als Hand- und Kopf-Equiltdrist, des Mr. Huberts Bincento als Frosch- Imitator, der Brothers Lemany als Zauberparodtsten, der Grunatho-Truppe als Parterre-Akrobaten, des Signor Almado als Fuß-Equilibrist, des Mr. Reiff- Wels als Electro-Mufikal-Clowu, des Mr. Montrell als Gentleman-Jongleur, sowie der Vorführung der dresfirten Hunde beizuwohnen. Wir können nach dem Gebotenen den Belach der heute Abend stattfindendeu unwiderruflich letzten Vorstellung nur empfehlen.

** Fahrbeamleuverein. Am 3. Juli feierte der hiesige Fahrbeamtenverein in dem Festsaale deS Cafe Leib sein viertes Stiftungsfest, verbunden mit Aufführung von Theaterstücken und Tanz. Der Vorsitzende leitete die Festlichkeit mit einer Ansprache ein, dabei betonend, daß der Verrin aus kleinen Anfängen durch Einigkeit und Opfer­freudigkeit cs zu seiner jetzigen Blüthe und Größe gebracht habe. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und Se. Kgl. Hoheit den Groß- Herzog schloß er seine Rede. Ein Prolog, gesprochen von der Tochter eines Vorstandsmitgliedes, fand verdienten Bei- fall. Desgleichen die aufgeführten Theaterstücke. Wir wün­schen dem Verein auch fernerhin ein glückliches Blühen und Gedeihen mit der Devise:Mit Volldampf immer voran".

H. DieWanderer", Gießener Radfahr - Gesellschaft, haben bei den am gestrigen Sonntag von dem Bicycle-Club in Darmstadt veranstalteten großen internationalen Bahn- wettfahren sehr schöne Erfolge durch ihre Mitglieder, Herren Karl Duill und Ernst Bethge zu verzeichnen. Im Gauverbandsfahren über 2000 Meter gelang cs nämlich Herrn Duill, nach schönem Spurt, dicht hinter Opel-RüffelS- heim das Ziel paffirend, den zweiten Preis, eine hohe Pracht- volle Rococo-Uhr, zu gewinnen, während Herr Bethge sich den dritten Platz sichern konnte, womit ihm ein silberner Becher zufiel. Bei der guten Gelegenheit zum richtigen Trainiren auf der hiesigen Rennbahn werden fernere große Erfolge wohl nicht auSbleiben und wir hoffen, schon recht bald über solche berichten zu können. All Heil!

**H. Kuratorium der Reuubahu Gießen 1897. Ein Be- weis für die vorzügliche Anlage der neuen Rennbahn an der Hardt ist es, daß die bekannten Rennfahrer C. Lauter mann-Darmstadt und O. Christiansen- Kopenhagen am nächsten Donnerstag Nachmittag von 51/* Uhr an hier versuchen werden, im Tandemfahren alle deutschen Records bis 3000 Meter zu verbeffern. Diese Veranstaltung, bei welcher sehr tüchtige Schrittmacher mitwtrken, wird den Besuchern einen sehr anziehenden sportlichen Genuß bereiten, und es ist auf eine große Betheiligung von Zuschauern um so mehr mit Bestimmtheit zu rechnen, als nur ein ganz ge­ringfügiges Eintrittsgeld zur Deckung der Kosten erhoben werden soll. Bon guten Herrenfahreru find eine ganze Anzahl zum Trainiren angemeldet- Herr Albert Becker aus Hofheim wird schon morgen auf etwa 14 Tage hier eintreffen. All Heil!

** Da» Sommerfest bei Zitherelub (Wohlthätigkeits.Bereiu) ging programmgemäß vor fich. Nach dem Fest-CommerS am SamStag folgte gestern Morgen der von der RegimentSmufik und den Spielleuten ausgeführte Weckruf. Der Feftzug am Nachmittag bot dem zahlreich spalterbildenden Publ-kum eine hübsche Augenweide. Nach dem Eintreffen desselben ent- wickelte fich auf dem Festplatze am SchützenhauS ein recht volksthümlicheS Leben, das, durch keinen Mißton gestört, bis gegen Mitternacht anhielt.

Sachbeschädigung. Vor einigen Tagen wurde in der Moltkestraße und Senkenbergstraße verschiedener Unfug ver- übt und auch zwei Capitäle von Thorpfeilern herunter- geworfen. Als Thäter wurde ein Arbeiter, der fich auch Abends mit dem Verkauf von Bretzeln beschäftigt, ermittelt und zur Anzeige gebracht. In derselben Nacht vergnügten fich auch in der Südanlage zwei Herren damit, daß fie den Bewohnern die Pflanzenkübel und Gartenmöbel aus den Gärten auf die Straße schleppten. Die Polizei legte ihnen das Handwerk und wird auch für einen Denkzettel sorgen.

Ueberfahren. Am Samstag Abend fuhr in der Ost- aalage ein Arbeiter aus Lollar, als er mit seinem Fahrrad an einem Wagen vorbeifahren wollte, direct vor die Pferde etuer >hm begegnenden Chaise und wurde überfahren. Er trug mehrere Kopfwunden davon, klagte auch über Schmerzen

in der Brust- die Verletzungen scheinen aber leichter Art zu sein, denn er vermochte, nachdem ihm von einem Arzt ein Verband angelegt worden war, den Weg nach Lollar zu Fuß zurückzulegen.

* * Hunbebefitzer seien hierdurch darauf aufmerksam ge­macht , daß das freie, unbeauffichtigte Laufenlaffen der Hunde zur Nachtzeit, das heißt von 9 Uhr Abends ab, strafbar ist, ebenso hat ein jeder Hunbebefitzer dafür Sorge zu tragen, daß sein Hund nicht durch anhalteudeS Bellen oder Henleu, sei eS zur Tages- oder Nachtzeit, die Haus­bewohner oder Nachbarn belästigt.

* ßine verschärfte Controle bet Rentenempfänger durch periodische ärztliche Untersuchungen soll von sämmtlichen Berufsgenossenschaften etngesührt werden, nachdem fich diese Maßnahme bei einzelnen Genossenschaften, wie bei der Steinbruchs' und Zuckerindustrie'BerufSgenoffeuschaft, die hierin vorangegangen find, bewahrt hat. Die Kosten der­artiger Untersuchungen, zu denen ein Vertrauensmann der BerusSgenoffenschaft, sowie ein bewährter Arzt beigezogen werden müssen, betragen, soweit bisher uachzuweisen ist, im Durchschnitt etwa den vierten Theil der durch sie herbei- gesührten Herabsetzungen und Aufhebungen von Renten.

** Für Eisenbahnreisende. Wegen der Unterbringung von Eisenbahureisenden in höheren Wagenklaffen bei lieber- füllung ist von der preußischen Bahuverwaltung eine neue Anordnung ergangen. Danach kann die zeitweise Unter­bringung in einer höheren Wagenklaffe bei Platzmangel nur durch das zuständige Dienstpersonal angeordnet werden. Reisende, die hiergegen verstoßen, find als solche, die ohne gütige Fahrkarten betroffen werden, zu betrachten und müssen für die ganze zurückgelegte Strecke, mindesten- aber 7 Mk, nachzahlen.

* Soll man im Sommer gestärkte Wäsche tragen? Max Rubner, der Berliner Profeffor für Hygiene, der fich seit einiger Zeit mit der hygienischen Bedeutung der Kleidung und der BekleidungSftoffe beschäftigt, hat auch die Bedeutung des Stärkens der Wäsche untersucht. Er stellte dabei fest, daß die Stärke ein starkes Hinderniß für die Wärme Abgabe bildet, und zwar merkwürdiger Weise ein um so stärkeres und mehr in's Gewicht fallendes, je höher die Außentemperatur ist. Hiernach ist also das Stärken der Leibwäsche eigentlich eine recht unpractische Einrichtung. Denn im Winter, wo wir unS alle Mühe geben, die Wärme festzuhalten, ist wegen der niedrigen Außentemperatur der Wärmeschutz der Stärke nur gering, Im Sommer da­gegen, wenn wir uns bemühen, uns nach Möglichkeit ab­zukühlen, hält die gestärkte Wäsche die Wärme energisch zurück. Nun ist es ja richtig, daß bei steigender Temperatur der Schweiß die Stärke auflöst- aber auch noch im aufgelösten Zustand macht fich die Stärke in der Wäsche unangenehm bemerklich. Denn auch in diesem Zustand verklebt fie die Poren der Leinwand und erschwert auf diese Weise die Zu- fuhr trockener Luft zu unserer Haut, und gerade diese Zu­fuhr wirkt ja bekanntlich so erfrischend. Also auf alle Fälle erscheint das Stärken der Leibwäsche wenig hygienisch.

Rene Instructionen für Gefangene. Den Staats- anwälteu ist eine Verordnung über da- Verhalten der Gefangenen in den hesfischen Gefängniffen zugestellt worden, in welcher eS u. A. heißt: Alle Unterredungen, die nicht durch das Zusammenleben oder die gemeinschaftliche Arbeit der Gefangenen nothwendig sind, haben zu unter­bleiben. Insoweit es den Gefangenen zu sprechen erlaubt ist, hat dies in deutscher Sprache und mit halblauter Stimme zu geschehen.

* * Telegraphenorbmrng. Eine mit dem 1. Juli d. I. in Kraft getreteneTelegraphenordnung für'S Deutsche Reich" ist auf Grund der ReichSverfaffuug unter dem 9. Juni d. I. vom Reichskanzler erlaffen und amtlich publicirt worden. Der wichtigste Absatz dieser neuen Telegraphenordnung ist der dritte, welcher von denAllgemeinen Erforder- niffen der zu besördernden Telegramme" handelt. In dem­selben heißt es:Die Urschrift jedes zu befördernden Tele­gramms muß in solchen deutschen oder lateinischen Buch­staben bezw. in solchen Zeichen, welche fich durch den Tele­graph wieder geben lassen, leserlich geschrieben sein. Ein­schaltungen, Randzusätze, Streichungen oder Ueberschreibungen müffen vorn Aufgeber deS Telegramms ober von einem Be­auftragten bescheinigt werden. Der Absender eines Privat- Telegramms ist verpflichtet, auf Verlangen der Aufgabe- Anstalt fich über feine Persönlichkeit auszuweisen. Anderseits steht es ihm frti, tn sein Telegramm die Beglaubiqung seiner Unterschrift aufnehmen zu laffen. Die einzelnen Theile eines Telegramms müssen in folgender Ordnung aufgeführt werden: 1. Die besonderen Angaben, 2. Die Aufschrift, 3. der Text und 4. Die Unterschrift. Die etwaigen besonderen Angaben bezüglich der Bestellung am Bestimmungsorte, der bezahlten Antwort, der Empfangsanzeige, der Dringlichkeit, der Ver­gleichung, der Nachsendung, der Weiterbeförderung, der offenen oder der eigenhändigen, nur an den Empfänger selbst zu be­wirkenden, Bestellung deS Telegramms tc. müffen vom Auf­geber in der Urschrift und zwar unmittelbar vor der Auf­schrift niedergeschrieden werden. Für diese Vermerke find folgende zwischen Klammern zu setzende Abkürzungen zu- qelaffen: (D) fürdringend", (BP) fürAntwort bezahlt", (RPx) fürAntwort bezahlt x Wörter", (RPD) fürdringend bezahlt", (RPDx) fürdringende Antwort bezahlt x Wörter", (TC) fürVergleichung", (PC) fürTelegramm mit tele­graphischer Empfangsanzeige", (PCP) fürTelegramm mit EmvfangSanzeige durch die Post", (Fs) fürnachzusenden", (PR) fürPost eingeschrieben", (XP) fürEilbote bezahlt", (RXP) fürAntwort und Bote bezahlt", (RO) füroffen zu bestellen", (MP) füreigenhändig zu bestellen", (TR) für telegraphenlagernd", (PG) fürpostlagernd", (PGR) für postlagernd eingeschrieben", (TMx) fürx Aufschriften".

- t- Schotten, 4. Juli. Von der HauptstaatSkaffe in Darmstadt find dem Herrn Oberförster D. dahier 350 Mk. als Zuschuß zu einer Studienreise nach Dänemark

gewährt worden. Die Obersörsterei des Herrn D. liegt auf der Feldkrückerhöhe, dem Oberwalde und bei Uinchstein, also aus den höchsten Erhebungen deS ganzen Landes, fie hat aber trefflichen Waldboden, meistens Basalt, der fick zur Holzzucht sehr gut eignet, wie der ganze Vogelsberg. Unsere Forsten find ausgezeichnet bewirthschastet, daS ist weltbekannt und wir können stolz darauf sein, trotzdem laffen fich noch viel höhere Ertrage daraus erzielen, wenn die Buchenwald- ungen mit ihrer 120 jährigen Umtrieb-zelt mehr zurückge­drängt und dafür Nadelhölzer, vorzugsweise Fichten, an» gepflanzt werden, die nur eine 80 jährige UmtriebSzett haben und sehr bedeutende Neben- und Zwischennutzungen in ganz kurzer Zeit liefern. Hier soll z. B. nur an die Christ­bäumchen erinnert werden, die alljährlich um die Weihnachts­zeit zu Hunderttansenden aus dem VogelSberge nach den großen Städten wandern und einen schönen Posten Geld ab­werfen. Ferner find die Erträge aus Bohuen- und Hopfen­stangen zu erwähnen, welche Letztere alljährlich in großen Parthien bis nach Schwetzingen wandern. Unseren Gebirgs­bewohnern find die Buchen aber deshalb lieber, weil fie das feinste Brennmaterial und tn der Asche ein sehr gutes Dung- mittel für Wiesen, Kleeäcker und Hülsenfrüchte liefern, selbst Lauge zum Waschen des Weißzeuges und von leinenen Kleidungsstücken wird daraus hergestellt. Reine Bnckenbefiände find aber sehr wenig einträglich, wenn auch nicht verkannt werden soll, daß durch diese der Boden sehr verbessert wirb- 2)ie Brennholzpretse ziehen an, wie von verschiedenen Seiten auS dem Vogelsberge gemeldet wurde. Trotzdem laffen fich die Reinerträge um 50 und mehr Procent steigern, wenn die reinen Laubholzbestände beseitigt und durch gemischte Be­stände von Nadel- und Laubholz nach und nach ersetzt werden. Hier handelt eS fich also um Hunderttausende, was von der obersten Forstbehörde schon fett längerer Zett erkannt und darnach verfahren wurde. Die sehr wenig Ertrag liefernden Hutweiden sollen ebenfalls verdeffert werden und find tm Stande, wahrscheinlich mehr als das Doppelte oder Dreifache von dem zu bringen, was sie seither zu liefern vermochten. Alljährlich werden in jedem Flühltnge Hunderttausende von Fichtenpflänzlingen auS Holstein tm VogelSberge angepflanzt und unentwegt wird weiter gesorgt, mehr als sich viele Leute träumen laffen. Wohl wird ein Menschenalter und noch länger darüber htugehen, bis sia; diese Fürsorge geltend macht, aber unfern Kindern und Enkeln wtrd fie zu Gute kommen, wie auch die neuen Eisenbahnlinien, die durch den Vogelsberg gebaut werden. DaS nachkommende Geschlecht wird fich nicht darüber beklagen können, waS am Ende deS neunzehnten Jahrhunderts für es gethan worden ist.

Michelstadt i. O., 1. Juli. Gestern Nacht gegen 2 Uhr ertönte Feuersignal. Ein von hier wegziehender Wirth hatte TagS vorher seinen offenen Möbelwagen gepackt und denselben zur Abreise fertig gestellt. Da zum Packen viel Stroh verwendet worden war, so wird vermuthet, daß bübische Hände den Wagen in Brand steckten. Da bald Hilfe zur Stelle war, konnte verhindert werden, daß nahe liegende Gebäude in Brand gerieten, doch find fämmtitdje auf dem Wagen fich befunden habenden Möbelstücke vom Feuer beschädigt. N. H. VlkSbl.

Mainz. 4. Juli. Nach einer in der letzten Sitzung de» diesseitigen Eisenbahnbezirksrath» Seitens der Direction Mainz gemachten Mittheilung werden mit Beginn be» Winter» fahrplans in dem Bezirk der ehemaligen hesfischen Ludwigs» bahn auch Wagen 4. Klasse in den Dienst gestellt. In Folge hiervon werden die Preise der zweiten und dritten Wagenklaffe auch eine Aenderung erfahren und zwar wirb bet der dritten Klaffe eine kleine Erhöhung und bei der zweiten Klaffe eine kleine Verminderung der Fahrpreise eintreten.

* Nürnberg, 3. Juli. Heute Nachmittag wurde ein fremder Schütze auf der Straße am Hotel Strauß durch Steine, die vom Dache fielen, schwer am Kopfe verletzt. Der Mann starb wenige Stunden danach.

* Rom, 3. Juli. In Ossi, Provinz Saffari, fand in vergangener Nacht ein heftige- Feuer statt. Ein Arbeiter, welcher seine Frau gerettet hatte, kam mit seinen fünf Töchtern in den Flammen umS Leben.

* AnfichtSpostkartenfport. Sehr charakteristisch für den Umfang, den die Versendung von AnfichtSpostkarten ange­nommen hat, ist die Thatsache, daß eine junge Dame von auswärts, die in einer Straßburger Familie zum Besuch weilte, neulich mit der ersten Morgenpost auf einmal 72, geschrieben zweinndfiebzig, Ansichtspostkarten erhielt! Allerdings erklärte der Briefträger, den man in diesem Falle wohl al- Sachverständigen anerkennen wird, besagte junge Dame habe dadurch den höchsten bis jetzt bekannten Recort alsAnfichtspostkartenempfängerin" erreicht.

Die Hitze und die Eisenbahn. Wie sehr lästig die drückende Hitze tm Sommer in den Eisenbahnwagen ist, hatten unsere Leser wohl auch schon Gelegenheit zu empfinden. Doch wie sehr gefährlich die große Sonnenhitze mitunter dem Eisenbahnbetrieb werden kann, ist gewiß nicht Allen be­gannt. Eine solche Gefahr war am SamStag den 26. Juni Nachmittags zwisch n Metz und Peltre dadurch geschaffen worden, daß fich die Schienen auf mehrere Meter Länge durch die allzugroße Hitze dermaßen streckten, daß der Zwischen­raum zwischen den einzelnen Schienen, der für diesen Fall gelaffen ist, nicht mehr genügte. Die Folge davon war, daß fich die Schienen stauchten und fich daS Geleise auf mehrere Meter schlangenförmig gebogen hatte. Der Schnellzug von Saarbrücken, sowie der nachfolgende Schnellzug von Straß­burg wurden deshalb von Peltre auf dem falschen Fahr» geleiS nach Metz geleitet. Nach Verlauf von zwei Stunden war die ganze Strecke durch Einlegung neuer Schienen wieder fahrbar.

* Der schönste und größte Bahnhof der Welt ist nicht etwa iu Europa oder Amerika zu suchen, sondern, was man