Ausgabe 
6.6.1897 Erstes Blatt
 
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gehen nach Thessalien ab und zwar etoS von hier und ein zweites vom 2. CorpS au« Adrtanopel.

Depeschen M Bure« »Herold."

Berlin, 4. Juni. DaS Staatsministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr unter dem Borfitz des Reichskanzler- Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen.

Berlin. 4. Juni. DerReichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz betreffend die Regelung der RichtergehLlter vom 31. Mai 1897.

Berlin. 4. Juni. Das von der extremen anarchistischen Gruppe augeküudsgte neue Anarchistenblatt erscheint morgen unter dem Titel:Neue- Leben. Anarchistisch- soctalistischeS Wochenblatt."

Kattowitz, 4. Juni. Seit gestern gaben entstandene Risse zu erkennen, daß von den eingestellten Gruben Louisenglück" undAbendstern" in RoSdzin die Erdober« fläche zu Bruche geht. Nacht» 1% Uhr gab ein donner« ähnliches Getöse Kunde vom neuen Umwälzungen. An der Oberfläche entstanden Riffe von zwei Metern Breite, viele Kellergewölbe stürzten ein. Auf behördliche Anordnung wurden dreißig Gebäude, welche Sprünge und Riffe zeigten, geräumt. Der Hauptweg ist in einer Länge von 500 Metern gesperrt. Die Bewohner der gesperrten Häuser campiren auf dem Marktplatz.

Pari». 4. Juni. Mehrere militärische Fachblätter bringen alarmirende Artikel über die Verwirrung, welche die plötzliche Reorganisation der vierten Bataillone an der Ost' grenze nach sich ziehe. Der Kriegsmintster habe einen un« verzeihlichen Fehler begangen, so schreibt der@otr", indem er die Ostgrenze deSorganifirte zu einer Zett, wo der Krieg von einem Tage zum andern loSbrechen könne.

Pari», 4. Juni. Die Blätter veröffentlichen Berichte über den Pro ceß Tausch und ziehen daraus die Schluß­folgerung, daß dieser Proceß unfehlbar das Ende der politischen Polizei In Deutschland berbetführen müsse.

Pari», 4. Juni. Im Senat wurden gestern die ersten Paragraphen des Gesetzes betreffend die Abschaffung der Octrot-Abgaben tu Frankreich angenommen. Am nächsten DienStag wird die Kammer über einen Antrag Biriant ver­handeln, welcher dahin geht, die Bank von Frankreich durch eine Staatsbank zu ersetzen.

London, 4. Juni.Standard" meldet, die Türkei habe den Mächten den Vorschlag gemacht, Kreta an Griechen« land abzutreten, wenn Griechenland dafür aufTheffalten verzichte. In diesem Falle sollen innerhalb 24 Stunden die Truppen zurückgezogen werden.

Athen, 4. Juni. Zur rascheren Lösung der Kreta« frage ersuchten die Mächte die griechische Regierung, die kretenfischen Christen zu bewegen, die Bedingungen für die Herstellung neuer Berhältnisse auf der Insel rückhaltlos anzu­nehmen. Die Regierung willigte ein, betonte jedoch die Noth« Wendigkeit des baldigen Abzuges der türkischen Truppen von der Insel. _____________

Berlin, 5. Juni. So verschieden auch die Morgen­blätter den AuSgang des Prozesses Tausch besprechen, darin sind fie ziemlich einig, daß die politische Polizei eine große Niederlage zu verzeichnen hat. DieNationalzeitung" meint, die Freisprechung TauschS sei noch am wenigsten er« wartet worden. DieBoff. Ztg." führt u. A. auS, daß die bisherige Organisation der polnischen Polizei unhaltbar ist, wird so gut der Minister de» Innern, wie der Polizei« präfident anerkennen. DaSBerl. Tagebl." schreibt: DaS Facit der Verhandlungen ist: Herr v. Tausch wurde frei« gesprochen. Dir politische Polizei bleibt verurtheilt. Die Berl. N. Nachr." find der Ansicht, em Disciplinarverfahren gegen v. Tausch seitens der vorgesetzten Behörden könne unter keinen Umständen unterbleiben. DaS Material dazu liege maffenhaft vor. DieDeutsche TageSztg." hegt die Hoffnung, daß der Prozeß den Anstoß zu einer Beflerung und größeren Sicherung auf dem Gebiete des politischen PolizeiwesenS geben werde. Nach Meinung derStaat-« bürgrrzettung" wird der UrtheilSspruch überall volle Wür­digung erfahren. Dem Recht sei Genüge geschehen und das sei genug. DenVorwärts" befriedigt der Tausch-Prozeß Nach dem Urtheil im Effener und Koschemanu-Prozeß hätte im Tausch-Prozeß eine Freisprechung erfolgen müffen. Die Volk-Zeitung" platdirt für Abschaffung der politischen Polizei.

Berlin, 5. Juui. Nach Informationen de-Berliner Tagebl." verlautet, daß bezüglich der Unterlassung deS KaisertoafteS bei dem Feste für die Mitglieder deS BundeSrathS und des Reichstages eine öffentliche Erklärung erfolgen werde.

G. Darmstadt. 5. Juni. (Per Telephon.) Heute Morgen hat hier zwischen einem Osfizier und einem Gerichts Accesfisten ein Pistolenduell stattgesunden. Ersterer wurde schwer, letzterer leicht verwundet. Nähere Details fehlen bi- jetzt.

Proeetz v. Tausch-Lützow.

Berlin, 4. Juni.

Zn Beginn der heurigen Sitzung wird zunächst Maxi­milian Harden nochmals als Zeuge vernommen. Harden hatte dem Präfidenten gestern schriftlich mitgetheilt, baß er nähere Mittheilungen über die Glaubwürdigkeit des Dr. Levi« lohn machen könne. Harden erklärt, er hätte fich dazu ver­pflichtet gehalten, da ein Menschenleben davon adhänge. Zeuge Harden berichtet dann über ein Gespräch LevisohnS mit seinem, deS Zeugen, Bruder, dem damaligen Affeffor Wittiug, jetzigem Oberbürgermeister von Posen, wobei Levi- sohn nach seiner Aussage den Zeugen als Phamphlettfteu be­zeichnet haben will. Zeuge legt ein Telegramm seines Bruder- vor, in welchem dieser bestreitet, daß Levisohn eine derartige Aeußeruug gethan hat. Daun erhält Rechtsanwalt Holz da- Wort zu seine« Plaidoyer für Lützow, nach deffen Beendig­

ung Dr. Levisohn nochmal- vernommen wird. Der Präfi- dent ermahnt ihn in eindringlicher Form, die Wahrheit zu sagen, der Präfident befragt den Zeugen über die Untrr- redung, welche er mit dem Oberbürgermeister Wttting hatte. Levisohn bekundet, er habe Witting gesagt, sein Bruder Maximilian Harden habe ein große- Talent für Saure und er traue ihm zu, daß er ein deutscher Courier werde. Der Präfident bemerkt, eS liege ihm daran, den Wortlaut genau festzustellen. ES handle fich darum, ob Harden als Schrift­steller-Courier oder als Phamphletift Courier bezeichnet wer­den sollte. Levisohn giebr an, er habe daS letztere gemeint. Dr. Sello befragt den Zeugen, ob ihm von irgend einer Seite vorher im Gerichlszebäude Mittheilung über da» Be- weiSthema, über welches er befragt werden sollte, gemacht worden sei. AlS Dr. Levisohn mit der Antwort zögert, be­merkt RechtSanwalt Lubczyoski, er habe ein GlaS Waffer im GerichtSgebäude getrunken und oabri dem Levisohn eine kurze Mittheilung über die Beweisaufnahme gemacht. Der Präfi« deut bezeichnet dieses Derfahren als durchaus unangebracht. Als seitens der Bertheidigung von Neuem Beweisanträge gestellt werden, erklärt der Präfident, er werde, nachdem man nun seit zwei Wochen über die Angelegenheit verhandle, keine wettere Abschweifung vom Hauptthema mehr dulden. Unter diesen Umständen wird allseitig auf weitere Beweis« anträge verzichtet und RechtSanwalt Holz führt sein Plai« doyerj zu Ende. AuS demselben ist hervorzuheben: Nach der Ansicht deS BertheidigerS habe fich daS Geständniß deS Angeklagten v. Lützow, seines Clienten, in dieser Berhand« lung voll bestätigt. Er wiffe nicht, wie die Bertheidigung deS v. Tausch dazu komme, zu behaupten, daß Lützow abso­lut nicht zu glauben sei. Herrn von Lützow sei ebenfalls in seinem Vorleben nichts vorzuwerfen. ES sei wahr, er habe Schiffbruch gelitten. Er sei dann zu seinem Unglück in die Netze deS Tausch gerathen. Gewiß habe er schlecht gehandelt, als er Kukutsch in eine so schlimme Lage brachte, aber er habe schließlich sein Unrecht eingesehen. Er sei in fich ge« gangen und habe ein Geständniß abgelegt. An diesem Ge- stäuduiß sei nicht- zu deuteln. Die Verhandlung habe Ü6: rtgens dargethan, daß Lützow viel glaubwürdiger sei, als Tausch. Gegen die Glaubwürdigkeit des Zeugen Krämer könne absolut nicht- geltend gemacht werden. Dieser Herr habe fich hier als ein durchaus lauterer Charakter gezeigt. Auch der neueste Angriff auf die Glaubwürdigkeit des Dr. Levisohn sei vollständig fehlgeschlagen. An der Hand von Einzelheiten der Beweisaufnahme sucht der Vertheidiger des Weiteren darzulegen, daß Tausch ein durchaus unglaub­würdiger Mann sei. Für den Angeklagten von Lützow fehle eS an jedem plaufibelen Grunde, einen Betrug zu begehen und denselben durch eine Urkundenfälschung zu verdecken. Im Namen seines Clienten, der sein Vorleben wirklich be­dauere, richte er die dringende Bitte an die Geschworenen, menschlich zu urtheilen, mit menschlicher Gerechtigkeit, wie auch daS Urtheil ausfallen möge, so viel stehe fest: Die Verhandlung erweise fich als eine vollständige bankerotte Erklärung der politischen Polizei. In dem Plaidoyer deS RechtSanwaltS LubscynSki wird vor Allem die Hoffnung aus­gesprochen, daß die Geschworenen durch die genoffene Nacht­ruhe in eine kühlere Stimmung gerathen seien und ihr Debüt nicht von den schweren Angriffen beeinfluffen laffen, welche gestern gegen den Angeklagten von Lützow geschleudert worden seien. DaS Gesühl dürfe bei ihrem Wahrspruche nicht mttsprechen. Schweren Angriffen sei Lützow ausgesetzt gewesen. Sie seien quälend, aber zwecklos gewesen. Für den Angeklagten Tausch müßten sie aber noch quälender gewesen sein. Wenn von Lützow als ein ehrloser Wicht hingestellt werde, wer sei denn da der Hinter seiner Ehre gewesen? Herr Tausch sei eS gewesen! Die Thatsache des vollständigen BankerottS der politischen Polizei stehe fest. Normann - Schumann sei ein typisches Beispiel dafür, mit welchen Mieteln bei der politischen Polizei gearbeitet werde und welche Mittel Billigung fänden. Er behaupte, daß ein Mann, welcher fünf Jahre hindurch in derartigen Verhält- ntffen habe leben müffen, daS Bewußtsein von der Straf­barkeit seiner Handlungen nicht mehr besitze, daß eS ihm ab­handen gekommen sei. Der Vertheidiger geht deS Weiteren die Ergebntffe der Beweisaufnahme eingehend durch, wobei er immer wieder betont, daß Tausch durchaus nicht glaub­würdig sei und daß die bei der Anklage in Frage kommen­den Briefe mit tödtlicher Sicherheit bestellte Arbeit gewesen seien. Er schließt mit den Worten: Wollen Sie die Hoff­nung, daß von Lützow noch ein brauchbare» Glied der Menschheit wird, aufgeben? Wollen Sie ihm baß letzte Stückchen rauben? Oberstaatsanwalt Drescher ermahnt die Geschworenen noch einmal, sich nicht von der Rührseligkeit beeinfluffen zu lassen, sondern nur nach der nackten Wirklich« keit zu beschließen. Dr. Sello wendet fich gegen verschiedene Punkte in dem Plaidoyer de» BertheidigerS Lubc.ynSki. Dr. Holz bezeichnet die Gereiztheit deS Dr. Sello als un­gerechtfertigt und bittet die Geschworenen, sich noch einmal zu fragen, ob man zu einer Berurtheilung Lützow» kommen dürfe, auf Grand von Möglichkeiten, denn von Lützow werde nur belastet durch die Verdächtigungen deS Angeklagten von Tausch. Hierauf zogen fich die Geschworenen zurück. Um 6Vs Uhr wurde der Wahrfpruch verkündet. Derselbe lautet auf Ntchtschuldig gegen Tausch bezüglich aller ihm zur Last gelegten Strafthaten und auf Schuldig gegen Lützow bezüglich der beiden Strasfragen. Tausch ist also frei- gesprochen. Gegen Lützow beantragt der StaatSanwalt 6 Monate Gesängniß und 2 Monate Ehrverlust. Da» Gericht verurtheilte Lützow zu 2 Monaten Gefängniß ohne Ehrverlust.

Nach der Verkündigung de» Urtheil» wurde der An­geklagte v. Taust und deffen vertheidiger von allen Seiten beglückwünscht, vor dem Thore deS UntersuchungSgesäng- niffe» hatte sich eine gewaltige Menschenmenge eingefunden, die die Entlaffung TauschS erwartete. Die Menge begrüßte diesen beim Erscheinen mit lauten Hochrufen. Der Cere- mouienmeister von Kotze empfing ihn und fuhr mit ihm in

einer Droschke nach einer in der Nähe gelegenen Wetnhand- lung, woselbst ihn Maximilian Harden, Dr. Liman und zahl­reiche Freunde lebhaft begrüßten. Sodann fuhr von Tausch wiederum in Begleitung de» Herrn von Kotze nach seiner Wohnung. ____________________

CoceUs nnt proviNzielles.

Gieße», den 5. Juni.

ProviazialauSschubsitzuug. SamStag den 12. Juni 1. I., vormittags 9 Uhr, findet in dem RegierungSgebäude dahier eine öffentliche Sitzung deS ProvinztalauSfchuffe» der Provinz Oberheffen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage deS OrtSarmenverbandeS Salzwedel gegen den OrtSarmenverband Romrod wegen verweigerter Zahlung von Kurkosten für den Max Dawke. 2. Gesuch de» Johann Müller II. zu Groß Eichen um Ertheilung der Erlaubmß zum Ausschanke von Branntwein über die Straße. 3 Klage de» OrtSarmenverbandeS Frankfurt a. M. gegen den Ort«- armenverbaod Gießen wegen Unterstützung der Ehefrau Elisabetha Kempf, geb. Schombert. 4. Die Reparation der Gelände-ErwerbSkosten für die Nebenbahn HungenFriedberg unter die betheiligten Gemeinden.

* Choral. Am 1. Psingstfeiertag, vormittags 7 Uhr, wird vom Tburm der JohanneSkirche der Choral: O heil'ger Geist, kehr bet un» ein" geblasen.

Todtgefahren. Heute Mittag gegen 12 Uhr wurde das 5 Jahre alte Söhnchen eine» hiefigen Arbeiters in der Weserstraße, al» eS fich an einen die Strecke pasfirenden Wagen hing, überfahren und sofort getödter. Dieser traurige Fall mahnt die Eltern, ihre Kinder nachdrücklich vor der Unfitte deS an den WagenhängenS zu warnen.

Omuibu» - Verkehr. Während der Feiertage und DienStag gehen die Omnibuffe Mittag« von 2 Uhr 30 Min. alle 20 Minuten nach und Abends von 61/* Uhr von dem Schiffenberg ab. Die Stadttouren werden in gewohnter Weise beschränkt.

Verlängerung der GiltigkeüSdauer der Rückfahrkarte» über die Pfingstfeiertage. Die ursprünglich bis 10. Juni l. I. in Aussicht genommene Verlängerung der am 4. Juni und den folgenden Tagen gelösten Rückfahrkarten unserer Eisen­bahnen ist nunmehr (wie in voriger Nr. amtlich bekannt ge« macht wurde) bis einschließlich 13. Juni l. I. erstreckt worden. Nähere Auskunft wird von sämmtlichen Fahrkarteu- AuSgabestellen ertheilt.

MoutagS-Soncert auf derSchonen AuSficht". DaS nächste Bier-Concert am Montag den 7. Juni fällt au«.

Sereinlta» der Allgemeinen deutschen landwirthschaft- licheu Geuoffeuschafteu. Nach Mittheilung deS officiöseu Wolff'schen Depeschenbureau- wird der diesjährige allgemeine BereinStag der deutschen landwirthschaftlichen Genoffenschasten für die letzte Auguftwoche (25. bi« 27.) nach Dresden einberufen. Der Allgemeine Verband der deutschen land wirthschaftlichen Genoffenschasten zählte nach seiner letzten Lifte 4232 Genoffenschasten. Außer diesen werden voraus­sichtlich der bayerische Landesverband landwirthfchaftlicher DarlehnSkaffenvereine m t 1300 DarlehnSkaffen, sowie die deutschen landwirthschaftlichen Genoffenschasten Böhmen- und anderer österreichischer Kronländer in Dresden vertreten fetr.

"«.Freizeichen *cr Tabakindustrie, Klaffe 38, zusammer- gestellt von C. Bloch, dipl. Ingenieur, Patent- und Waarer- zeichenBureau, Berlin, S.W. Leipzigerstraße 56. Nach dem Inkrafttreten deS Gesetze« vom 12. Mai 1894 Haden bekanntlich der Deutsche Tabak-Verein und der Schutzverein der Papierindustrie eine umfangreiche Liste der al- Frei zeichen anzusehenden Worte der Tabak-Industrie dem Kaiser lieben Patentamt überreicht. Die Veröffentlichung diese« BerzeichniffrS erfolgt im Waarenzeichenblatt in Heft 2 vom Februar 1895, und in Heft 9 vom September 1896 unter der ausdrücklichen Bemerkung deS Kaiferlichen Patentamt«, daß diese Worte nur als Freizeichen vorgeschlagen seien, that« sächlich aber noch keine behördliche Anerkennung al« solche gefunden hätten. In Heft 8 vom August 1896 des Waarev- zeichenblattS hat nun da« Kaiserliche Patentamt begonnen, diejenigen Worte zu veröffentlichen, welche die Beschluß und Beschwerde-Abtheilung auf Grund eiogeheuder Ermittelungen al- Freizeichen anerkannt hat und geben wir deshalb in Folgendem eine alphabetische Zusammenstellung dieser bi« zum 1. Juni 1897 veröffentlichten Freizeichen, deren freier Ge­brauch jedem Tabak-Industriellen Überiaffen bleibt. Aliento, Apollo, Aranda, Augen-Tabak, Brunhilde, Carlotte, Club, Cora, Corinna, Corona del Oro, Darling, El Tipo, Emin Pafcha. Emporium, Estrella, Fantafia, Favorita, Fedora, Fin de siöole, Fortschritt, Frida, Fridolin, Glodu« Gold kröne, Heideblume, Helgoland, Ilka, Imperial, Jai«, Koralle, Krone, Kronprinz Friedrich Wilhelm, La Nicotina, La Mufica, Leona, Lohengrin, London-Dock«, LoS GenioS, Magnet. Magnoto, Markt, Mercado, Merkur, Nobleffe, Orientala, Otono, Palme, Palome, Proserida, Pronio, Radfahrer, Resulta, SirinS, Sport, Stella, Testimonio, Toni, Triumph, Uarda, Ulan, Zohra.

Schutz eit Sonueustich. Man schreibt un«: Mit Vergnügen haben wir imGießener Anzeiger" die Ermah­nungen gelesen, die hinsichtlich der HauSthiere bei der scharfen, trockenen Hitze über daS Darbieten von frischem Trinkwaffer gegeben wurden. Bei unS find in der zu Ende gehenden Woche einige Fälle von H^tzschlag (Sonnenstich) bet Menschen vorgekommen, von denen einer so scharf war, daß er heftige« Delirium hervorrief und bi« jetzt, wo diese Zeilen geschrteben werden, die Lebensgefahr noch nicht ganz beseitigt ist. Schutz vor Sonnenstich ist für die Feiertage, die aller Wahr scheinltchkeit nach heiß und trocken bleiben, dringend von Nöthen, besonder« für die Städter, die nicht gewöhnt find, stundenlang in glühenden Junisonnenstrahleu au-znhalteu. Hier Hilst folgende« einfache Mittel: Man lege fich bei Be­ginn der Wanderung einige Blatter von Dick wurzeln, Weißkraut, Spinat in den Hut und wird finden, daß diese die Sonnenstrahlen ab- und den Kopf kühl halten. Die