Ausgabe 
6.6.1897 Drittes Blatt
 
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Unter dem Beifall des Hauses theilt der Finanzminister mit, daß die Regierung von der Einstellung dec Wein steuer Abstand genommen habe. Tr stellt dabet fest, daß der Mehrertrag der Einnahme auS Staats- steuern trotz der neu eingeführten ProgreffionSfcala nur ein Mehr von 117,254 Mk. geliefert habe. Dank dieser gün­stigen Finanzlage sei eS möglich geworden, die Mehrforde­rungen für Gehaltsaufbesserungen einer Anzahl Beamten, für StaatSbauten und für Unterstützung von Handel, Ge­werbe und Landwirthschaft ins Staatsbudget einzustellen. Bezüglich weiterer Einstellung von GehaltSaufbefferungen für Staatsbeamte hat die Regierung es für richtig gehalten, auch wenn eine Aufbesserung noch so dringlich erscheine, davon abzusehen. Eine Remedur sei erst demnächst in Aus­sicht zu stellen. Mit dem Wunsche, daß daS Haus seine Ausführungen mit Befriedigung entgegengenommen habe, legt der Finanzmintster der Kammer das neue Budget vor.

Abg. Sch roeder refertrt über den Beschluß de-AuS- schuffeS wegen des Antrags der Abgg. Möllinger und Ge- noffeu wegen weiterer Prorogation des Finanz­gesetzes. Der Antrag wird für dringlich erklärt und wird heute noch zur Berathung gelangen.

Das Budget für die vedürfniffe Zweiter Kammer wird im Betrag von 128,000 Mk. ohne Debatte genehmigt.

Nunmehr erfolgt die Vorlage des Großb. Ministeriums, den Gesetz-Entwurf die Kündigung und Umwandlung 4 pCt. StaatSanlehen. Abg. Schroeder wünscht, daß die Regierung Bedacht darauf nehme, daß die Tonvertirung und die Kündigung nicht auf einen Termin erfolgt. ES sei da» nöthig im Interesse deS Publikums den Maklern gegen­über. Abg. Ulrich bedauert, daß die Converttrung nicht schon früher gekommen sei, gegenüber anderen Staaten. Da­durch habe die Regierung einen großen Theil der Zinsen verloren. Nachdem noch die Abgg. Dr. David und Glaser zur Sache gesprochen, wird der Antrag des Ausschusses auf Kündigung und Tonvertirung der 4pEt. StaatSanlehen ge­nehmigt.

Für den Ausbau eines zweiten Geleises der Eisenbahnlinie Frankfurt a. M. nach Mannheim hat die Großh. Regierung einen Gesetz-Entwurf dem Hause vorgelegt und den Betrag von 2,350,000 Mk. angefordert. Der Ausschuß beantragt Genehmigung der Regierungsforde­rung. Abg. Köhler erklärt, et habe für die Forderung im Ausschuß gestimmt, damit Süddeutschland mit Preußen immermehr verbunden werde und eine bessere Ausgestaltung der preußischen Bahnen herbeigeführt werde. Eigentlich hätte er gegen eine solche Forderung stimmen sollen, wenn er sehe, wie auf der einen Sette Millionen auSgegeben würden, gegen­über kleineren Forderungen, wofür kein Geld da sei. Er verweist insbesondere auf die Errichtung einer Ausladestelle in Langsdorf, und bedauert, baß die Regierung so wenig Rücksicht auf die Wünsche der Bevölkerung nehme. Abg. Hechler hat der Forderung zugestimmt, weil er die neue Bahnlinie für ein im BerkehrSinteresse liegende» Bedürfniß gehalten hat. Die Forderung wird einstimmig genehmigt.

Zur Berathung gelangt der Antrag deS Abg. Euler, den Bau einer normalspurigen Nebenbahn Bens­heimLind enfels betr. Der Ausschuß beantragt, den Antrag vorerst für erledigt zu erklären. Nach warmer Be­fürwortung durch Abg. Euler und nach Einreichung eines Gegenantrages des Abg. Schönberger wird der Antrag des Ausschusses angenommen.

Die Errichtung einer weiteren Professur für Maschinenbau an der Technischen Hochschule wird ohne Debatte genehmigt.

ES erfolgt die Beantwortung der Anfrage der Abge­ordneten David und HaaS-Mainz, den ReltgionS- unterricht in den Volksschulen zu Mainz betr. Staatsminister Finger gibt einen eingehenden Bericht Über die Handhabung deS Religionsunterrichts im Allgemkinen und insbesondere in Mainz. Die Besprechung der Sache wird auf Antrag Dr. Davids vertagt.

Eine weitere Interpellation der Abgeordneten Rein­hardt und Möllinger über die Weiterführung der Nebenbahn WormsOffstein nach Grünstadt beantwortet Finanzminister Weber dahin, daß der Regierung die Gründe über die Verzögerung des Ausbaues wohl bekannt feien. Schwierigkeiten beim Grunderwerb und Feststellung eine» neuen Entwurfes für die Einführung in die Nebenbahn Offstein feien die Ursache. Ferner feien Verhandlungen mit der bahertschen Regierung nöthig gewesen, die jetzt abge- schloffen feien. Abg. Reinhardt bespricht in eingehender Weise die Mißstände, die durch die Verschleppung des Baues der Bahn eingetreten sind. Er bittet bte Regierung, der Frage etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken, damit den BevölkerungSkrelsen dort mehr Rechnung getragen würde.

Der dringliche Antrag der Abgeordneten Ulrich und Köhler, die Regierung zu ersuchen, ihren Bevollmächtigten im BundeSrath dahin zu Instruiren, daß er für das vom Reichstage befchloffene VereinSgefetz stimmen möge, wird, nachdem Staatsminister Finger erklärt hatte, daß er eS ablehnen müsse, eine bindende Zusage bezüglich der In­structionen an die Vertreter HeffenS zu geben, einstimmig angenommen.

Ein weiterer Antrag der Abgeordneten Möllinger und Schröder auf Pr orogation deS Finanz­gesetze» auf weitere sechs Monate wird ohne Debatte genehmigt.

Damit ist die Sitzung beendigt und vertagt sich daS Hau» auf unbestimmte Zelt.

Thierschutz-Verein in Gießen.

(RechmfchaftSbericht.)

Gießen, im Juni 1897.

In der am 1. Juni d. I». stattgehabten General­versammlung erstattete der Vorsitzende, Lehrer 1. P. Herr Turschmann, den nachstehenden Rechenschaftsbericht: I

Meine Herren! Da» 15. BerelnSjahr liegt hinter |

uns, und nach § 7 unserer Statuten bin ich verpflichtet, zum neunten Male an die ehrenvolleÄufgäbe heranzutreten, Ihnen über dieses BerelnSjahr Bericht zu erstatten. Ohne für un­bescheiden zu gelten, darf ich meinen kurzen Berich: mit der Versicherung beginnen, daß der Ausschuß auch in diesem Jahre nach Kräften bemüht war, die schütz- und wehrlose Thierwelt vor Mißhandlung zu bewahren, und da» Barm- Herzigkeitsgefühl für dieselbe in weiteren Kreisen zu wecken und zu pflegen.

Der Ausschuß hat in diesem Jahre sechs Sitzungen, in denen durchschnittlich zehn Mitglieder anwesend waren, im Hotel Schütz" abgehalten, und die Sitzungen waren demnach recht gut besucht, woraus man doch wohl schließen darf, daß diese Herren ein großes Interesse für unsere humane, höchst wichtige Sache bewährten. In diesen Sitzungen wurden alle hervorragenden Tagesfragen, die den Thierschutz betreffen, ausführlich und lebhaft besprochen, und der Verein nahm Stellung zu denselben. Wollte ich über sämmtliche da ge­pflogenen Berathungen refertren, so würde dies zu weit führen, und Sie erlauben mir nur, einige Punkte, die von allgemeinem Interesse sind, heraus zu greifen.

Beim Beginn des Jahres zählte der Verein 468 Mit­glieder. ES find im Ganzen 15 Mitglieder ausgetreten, verzogen oder durch den Tod au-geschieden, und 12 Mit­glieder haben im abgelaufenen Jahre die Zahlung ihres Beitrages verweigert, obgleich dieses Verhalten dem § 9 der Statuten widerspricht, worin heißt:Der Austritt ist bei dem Vorsitzenden schriftlich zu erklären, der Beitrag für daS laufende Jahr aber noch zu entrichten." Der Ausschuß hat jedoch davon Abstand genommen, da dies nur zu un­liebsamen Erörterungen führen würde, und derselbe hat auch keinen Grund, Mitglieder, die so wenig Interesse für die Thierschutzsache besitzen, dem Vereine zu erhalten. In der Sitzung vom 20. November v. I. erstattete Herr Lehrer Eifert in eingehender Weife Bericht über die neuen Thier- schutzkalender, und eS wurde beschlossen, 1000 Exemplare von dem Kalender des Berliner ThierschutzvereinS und 2000 Exemplare von dem vom Verbände der Thierschutz­vereine de» deutschen Reiches herauSgegebenen, in der That allerliebst außgeftatteten Kalender zur Verkeilung an die Schulkinder, anzuschaffen. Dieser Beschluß ist gewiß mit Freuden zu begrüßen, denn der Ausschuß schlägt damit, um den Thierschutz zu fördern, einen ganz richtigen Weg ein, in­dem er sich bemüht, die Jugend für unsere heilige Sache zu gewinnen, eingedenk der Lesfing'schen Worte:Wer die Welt bessern will, muß bei der Jugend anfangen." Die Kalender wurden in der gewohnten Weise vertheilt: Die Mitglieder unsere» Vereins erhielten je ein Exemplar, dem Gymnasium wurden 100, dem Realgymnasium und der Realschule 300, der höheren und erweiterten Mädchenschule 500 Stück zu- gewiesen und den Rest erhielten zu gleichen Theilen die Herren Oberlehrer Fuhr und Hahn zur Vertheilung an die Schuljugend. Au» eigener Erfahrung weiß ich, daß die Kinder über dieses kleine Geschenk stets hoch erfreut find, und der Ausschuß kann fich getrost der angenehmen Hoffnung hingeben, daß die hierfür verwandten Mittel sehr gut angewandt find und der durch diese» Büchlein außgeftreute Samen sicherlich gute Früchte tragen wird. Dies wird aber um so mehr der Fall sein, wenn die Herren Lehrer fich ernstlich bemühen, die Kinder mit dem schönen Inhalte der Kalender vertraut zu machen.

Da alle Thierschutzvereine zur Erreichung ihrer Ziele vor allen Dingen der Unterstützung der Behörden und ins­besondere der öffentlichen AuffichtSorgane bedürfen, so hielt es der Ausschuß in derselben Sitzung für geboten, auch in diesem Jahre wieder Prämien an Gendarmen und Schutz­männer, die fich um den Thierschutz verdient gemacht haben, zu verabreichen, und der Beschluß in der vorigen Sitzung, daß nur Gendarmen und Schutzleute, die zwei ober mehrere erfolgreiite Anzeigen wegen Thierquälerei machten, prämiirt werden sollten, wurde dahin abgeändert, daß auch eine An­zeige mit Erfolg zu berücksichtigen fei. Der Vorstand wandte sich nun an die Herren Dberftlieutenant Cullmann und Polizei- amtmann v. Bechtold mit der Bitte, uns diejenigen Gen­darmen resp. Schutzmänner zu bezeichnen, die tm laufenden Jahre Fälle von Thierquälerei zur Anzeige brachten, die be­straft wurden. Beide Behörden beantworteten unser Gesuch ausführlich, und ich spreche hiermit denselben für diese» Ent­gegenkommen unseren schönsten Dank au». Infolge dieser Beantwortung erfuhren wir, daß das öffentliche Aufsichts- Personal auch in diesem Jahre für unsere Sache seine volle Schuldigkeit gethan hat, und wir waren daher in der Lage, folgende Herren Gendarmen und Schutzmänner zu prämiieren: Fabian und Egly mit je 1 Mk. für eine gemeinschaftliche Anzeige, Kuhl, Schäfer und Heppner mit je 2 Mk., Bleßing 3 Mk., Becker, Buchhammer und Heinrich je 4 Mk., Kaiser 6 Mk. und Hamel 11 Mk., Ktmmel, Pfeffer und Dörr je 2 Mk., Göbel, Lang und Schäfer je 4 Mk., Wolf, Schmidt und Gemmecker je 6 Mk., Schädel 8 Mk. und Otterbein 18 Mk. Die Summe der Prämien im Betrage von 102 M? wurden denselben einige Tage vor Weihnachten von unserem Thierschutzdiener eingehändigt.

In Bezug auf Vogelschutz haben wir in der früheren erprobten Weise weiter gearbeitet. Die Fütterung der Vögel nahm hier nur 31 Tage in Anspruch, allein diese- waren für die armen Vögel, um mit Falb zu reden, sehr kritische Tage, denn dicke», harte» Glatteis überzog mehrere Tage den Boden, viel Duft überlagerte die Bäume, tiefer Schnee be­deckte die Erde, sodaß die hungernden Vögel absolut keine Nahrung finden konnten. Unsere 16 an verschiedenen, geeig­neten Stellen angebrachten Futterbretter wurden täglich durch unseren BereinSdieoer Schneider reichlich mit Futter versorgt- eine sehr große Anzahl von vögeln, namentlich Staate stellten fich auf denselben ein, um ihren Hunger zu stillen, und es war wieder eine große Lust, da» emsige Thun und Treiben der hungernden Sänger auf den Brettern zu be­trachten. Die Kosten dafür belaufen fich auf 65 Mk. Auch haben wir nicht versäumt, die Bewohner unserer Stadt für die Fütterung zu gewinnen, und die beiden hier erscheinenden

Zeitungen haben un» dabei durch kostenlose Aufnahme von zweckentsprechenden, kleinen Artikeln tn sehr dankbar an» zuerkennender Weise unterstützt. Beide Blätter find über- Haupt ft et» bereit, zum Schutze der leidenden Thierwelt ihre Spalten zu öffnen und die gequälten Thiere warm zu ver- theidigen.

Mit großer Freude kann ich nun hier aussprechen, baß recht viele hiesige Einwohner in ihren Höfen Futterbretter oder Futterplätze angebracht haben, auf die täglich von mu» leidigen Kindern oder von Erwachsenen guteß Futter ge- streut wird für die darbenden Vögel. Ganz besonders muß ich nun noch die Herren Gastwlrth Feldei, Schlachthaus- Verwalter Möhl und Metzgermelfter Pirr erwähnen, die uns durch Zuwendung von Flelfchresten so überaus reichlich unterstützten. Für die Vogelfütterung geschieht demnach in unserer Stadt sehr viel und ich glaube annehmen zu dürfen, daß Gießen in dieser Beziehung hinter den Städten Frank furt a. M. und Köln, die, waS Vogelfütterung anbelangt, al» Muster zu betrachten find, nicht zurückfteht. Ferner bemühte sich der Verein, für hen Schutz der Vögel durch Anbringung von Nistkästchen, sowohl tn unseren Anlagen, auf dem hiesigen Friedhöfe, al» auch an anderen geeigneten Plätzen Sorge zu tragen. Durch mehrere kleinere Artikel, die öfter» in den beiden Localblättern erschienen, haben wir die Einwohner unserer Stadt und auch die Landbewohner zur Anbringung von Nistkasten für die Höhlenbrüter, namentlich für die Staare zu veranlaffen gesucht. Diese Anregungen hatten eiten recht schönen Erfolg, denn alle n von dem Herrn Schretnermelfter Kutzer wurden von hiesigen Bewohnern 182 verschiedene Kästen bezogen, und wenn ich die von andern Meistern angefertigten Kästen dazu rechne, so kann ich bestimmt behaupten, daß im Ganzen nahezu 300 Stück aufgehängt worden sind, gewiß eine recht stattliche Anzahl.

Der Herr Bauunternehmer Ehr. Petri lenkte durch einen Brief an den Vorsitzenden die Aufmerksamkeit auf Mißstände bezüglich der von Seiten der Polizei eingefan* genen, herrenlosen Hunde. Benannter Brief wurde dem Ausschüsse vorgelegt und derselbe beschloß tn der Sitzung vom 16. März bei dem Polizeiamte auf die Abstände dieser Mißstände hinzuwirken, und nachdem blei geschehen, hat hoch- verehrliche Polizeibehörde tn dankeuSwerther Weise sich bereit erklärt, die eingefangenen Hunde von den Schutzleuten sorg­fältig überwachen zu taffen, namentlich sollen dieselben fich öfters davon überzeugen, ob die armen Gefangenen auch reichlich mit Nahrung versorgt werden.

In der Sitzung vom 4. Mal legte Herr Oberlehrer Fuhr, Rechner de» Verein», die Rechnung vor, dieselbe wurde statutengemäß vom AuSschuffe einer Prüfung unter­zogen, und Herr Kaufmann Wo.f, AuSschußmitglied, führte dabei die Eontrolle. Mit einer weiteren Prüfung wurden die Herren Rentner Groß und Tommerzienrath Koch betraut.

Von den vier Vorträgen über den Fliegenschnäpper, die beiden Zwergvögel Deutschland» (Goldhähnchen und Zaunkönig), den Steinkauz und Schutz und Schonung der Bögcl, die 'ch in diesem VereinSjahre in den Sitzungen ge­halten habe, etwa» zu bemerken, verbietet mir die Be­scheidenheit. Alle haben Abdruck tn den beiden hiesigen Blättern, auch tn der Thierschutz.Zeitschrift gefunden, und e» find mir, was Ich wohl ohne Ueberhebung sagen darf, von vielen Seiten Anerkennungen zu Theil geworden.

Zum Schluffe meines Berichtes erlauben Sie mir, daß ich mich noch der angenehmen Pflicht entledige, allen Denen meinen herzlichsten Dank darzubringen, die unferWerk durch Wort und That, sowie auch durch finanzielle Beihülfe unter­stützten und förderten. Insbesondere gilt mein Daok der hiesigen, verehrltchen Sparkaffe, die un» auch in dieser" Jahre wieder eine überaus reichliche Unterstützung (100 Mk.) zu Theil werden liefe.

Möge nun unser Verein auch im kommenden Jahre nicht müde werden, für eine humane und barmherzige Be­handlung der Thierwelt, wo fich irgend welche Gelegenheit dazu bietet, nach allen Kräften einzutreten!"

-f- Bon der Lahn, 4. Juoi. Jubiläum von D. Steffen* bad) tn Schlitz. Der hochverehrte Mann, zu dessen Ehren im engeren Kreise der Amtsbrüder und Freunde tn Lauter- bad) Dienstag den 8. Juni eine Fe'er geplant ist, ist wie durch sein amtliche» Wirken und feine Mitwirkung bei der hessischen LandtSihnode uad manchen Eonferenzverhandlungen, so noch besonder» durch seine ungemein fleifeige literarische Thätigkelt Bielen im Hessenlande wie über seine Grenzen hinaus bekannt und zum reichen Segen geworden. Seine tm Jahre 1895 in fünfter Auflage erschienene Hau- Agende, seine Kranken- und Trostbläiter, seinHochzeit-strauß au» Gotte- Garten und von den Wiesen der Welf (Barmen, sechste Auflage) fammt einer ganzen Reihe von erbaulichen Schriften und Bibelauslegungen, sei in besonderen unge­mein praktisch veranlagten Büchern, sei e» In Zeitschriften, find in weite Kreise gedrungen und haben viele dankbare Herzen gelobt, erquickt und erbaut. Die Freunde de- Jubilar» fie feiern, um ihn geschaan, am dritten Pfingsttag fein 50 jährige- Amt-jubiläurn freuen fich herzlich, daß Gott der Herr dem 74jährigen (D. ist geboren zu Schlitz am 4. Decernber 1822) große geistige und körperliche Frische und Elast'cität erhalten hat. Wie der verehrte Mann mit der Jugend zu reden weiß, wie er seinekinderliebe" Ge- finnung bi- heute in Liedern, Berken und Geschichten au»- strömt und kundgibt, da- weiß die Jugend selber, e» w ff en» die Lehrer, die Eltern Seiner Ueberzeugung nach war D. Diessenbach, dem s. Zt. Greifswald (Zöckler l) den Doctot der Theologie verliehen hat, vom Anfang keine» Wirken» an Lutheraner. Die Grünberger Conferenz (Mitte Jul« jeden Jahre») zählt D. zu ihren Vätern. Seine freundliche con- ctliante Art hat ihm Bieler Sympathieen und Werthschätzung zugewandt- die Synoden schätzen die Schlagfertigkeit, Form­vollendung und Sachlichkeit feiner Reden. Die Freunde er- bitten zum 8. Juni freundliche Kundgebungen der Liebe u»d Anhänglichkeit.